Die neue Norm liegt vor und hat für den Betrieb bereits gekaufter Anlagen keinerlei Konsequenzen.
Beispielsweise werden laut Zusage von Graupner noch vor Inkrafttreten der V.1.8.1 neuere Anlagen in das Update-Konzept einbezogen.
Fazit für den Verwender: Probleme mit und durch die neue Norm gelöst, kein Grund mehr für besondere Bedenken.
Im Bereich über 10mV abgestrahlter Senderleistung sind Sender mit nur 2 Sendefrequenzen ("Slots") aber endlich Geschichte.
        Die neue Fernsteuerfrequenz 2.4 GHz in Europa
Das ISM-Band ist derzeit für alle Anwendungen erlaubt. Eine Änderung ist derzeit nicht befürchtbar.

© Rudolf Fiala, 19. 3. 2007, 26. 10. 2009, 24.3.2011, 11.8.2011 (Veröffentlichter Entwurf der neuen Norm)

24.3.2011: Gesetzeslage noch immer unverändert, die Änderung der Europa Norm 300328V1.7.1 auf V.1.8.1 ist in Ausarbeitung. Zeitpunkt des Inkrafttretens dürfte Ende 2012 sein - mit Übergangsfrist bis 1.1.2015 - und die Auswirkungen auf im Handel befindliche DSSS-Fernsteuerung ist noch nicht öffentlich bekannt.
Zeitplan der V.1.8.1 siehe: ETSI


Besuchszahl: 

Aktuell September 2008: Fernsteuerungen werden nicht verboten, die Norm ist aber zu überarbeiten, um die derzeit bestehende Unsicherheit in der Rechtslage zu beseitigen. Auszug aus dem TCAM 26 Meeting und Originallink hier

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Diese Zusammenfassung für Newcomer und nicht-Forenbesucher erklärt einige Begriffe und Details, die in technischen 2.4GHz-Angaben und Diskussionen immer wieder vorkommen und Verwendern der bisher üblichen Fernsteuerfrequenzen nicht sehr geläufig sind.

2.4GHz-Frequenz: Das ist eine der unter bestimmten Regeln für jeden Verwendungszweck freien ISM-Frequenzen im Dezimeterwellenbereich.
Die Wellenlänge dieses Bandes ist ca. 13cm.

ISM-Bänder: "Industrial, Scientific, Medical" verwendbare Frequenzen, die im uns interessierenden Sendestärkenbereich keiner Genehmigung bedürfen, sofern die international vereinbarten Regeln über gegenseitige Störungslosigkeit eingehalten werden. Eine der möglichen Verwendungen ist eben die Fernsteuerung vom Modellen.
Informationen zum ISM-Band hier

Gegenseitige Störungslosigkeit: wird durch spezielle Verschlüsselungsmethoden erreicht, einem "Hineinhören" des Senders auf freie Teil-Frequenzen ("Slots" oder eigentlich überholt "Kanäle") und/oder schnelle zwischen Sender und Empfänger vereinbarte Frequenzsprungverfahren. Da ist eine extrem schnelle und hoch redundante Einwegkommunikation (Futaba FAAST, kommt in Bälde) oder Zweiwegkommunikation zwischen Sender und Empfänger mit Auswahl/Vereinbarung freier Slots, auch im Flug (Zeitverlust beim Steuern?) möglich.

Verschlüsselungsmethoden:

- "Binding": Jeder Empfänger wird an seinen Sender durch einen Sendernamen (Globally_Unique_Identifier) gebunden und interessiert sich nicht für ander Sender. Auch wenn ein andere Sender gerade auf der gleichen Slot-Frequenz senden würde. 

- "Chipping": Jede gesendete Information, wie zB. die Impulsinformationen für die Servos, wird nochmals mittels spezieller Verfahren unverwechselbar verschlüsselt. Fremde Impulse auf der gleichen Slotfrequenz werden schlicht gar nicht erkannt. Falscher "Schlüssel" eben für das "Schlüsselloch". Erklärt bei Wikipedia-Spreizcode.

Informationsübertragungs-Kapazität: Die ist im Vergleich zu 35MHz mindestens 68 mal größer, daher sind auch viel mehr sicherheitssteigende Lösungen mittels der verwendeten Schaltungsteile möglich.

10/2007 Zweiwegkommunikation zwischen Sender und Empfänger: Der Empfänger sendet Daten an den Sender und muss dazu auch in ähnlicher Sendestärke senden wie der Bodensender. Die Daten können zB. die Empfängerbatteriespannung oder Variometerdaten etc. etc. sein.
Viel interessanter ist aber Folgendes: Der Empfänger kann an seinem Empfangsort - der einzig richtigen Stelle! - die Frequenz scannen und als annehmbar sauber befundene Teilfrequenzen ("Slots") seinem Bodensender zur "Vormerkung" senden, der bei einem störungsbedingt durchzuführenden Frequenzwechsel auf eine dieser vom Empfänger als gut befundenen und "vorgemerkten" Frequenz wechseln kann.
Durch die nur kurzeitige Servo-Informationsübermittlung in "Bursts" von zB 4ms Sendezeit pro 20ms Wiederholzyklus (Frame) wäre bei diesem Beispiel 80% der Zeit für Scannvorgänge und Rückübermittlung an den Sender verfügbar.

Bis Dezember 2007 hat sich aber herausgestellt, dass das Frequenzwechselverfahren von XPS/iFS scheinbar nicht zu 100% den Erfordernissen der Modellfliegerei entspricht: der "Erfinder" Jim Drew hat das selbst zugegeben. Außerdem wurde von mir der FHSS-Bluff aufgedeckt, der auf einer Gesetzeslücke/Interpretationslücke der Norm EN 300 328 in den Version 1.6.1. aber leider auch in ähnlicher form in der Version 1.7.1 beruht.Siehe hier Seite 3 ab 6.12 beginnend


Hier noch die Erklärungen für die Qualitäten von Direct Sequence Spread Spectrum DSSS , Frequency Hopping Spread Spectrum FHSS und Time-Hopping und eine sehr gute technische Zusammenfassung

Funksicherheit auf 2.4GHz:

- Diese Band kennt keine Überreichweiten wie 35Mhz und ist auf die Sichtweite begrenzt. (Für mitlesende Spezialisten: Mit Ausnahme von reflektorischen Mehrweg-Übertragungen und Beugung bei gestörtem direktem Sichtkontakt.)

- die Abschwächung der Funksignale ("Freiraumdämpfung") ist wesentlich größer als bei 35MHz.

- ebenso die Dämpfung hinter Mauern, wichtig da es ja auf dem Band viele andere Heim- und Büroverwender gibt.

- und siehe oben "Binding" und "Chipping". Dazu kommt noch die 2.4GHz üblichen Mehrfrequenzverfahren, Burst-(Kurzimpuls-)Verfahren,  Hoch redundante Mehrfachübertragungen, Frequenzsprungverfahren und Zweiwegkommunikation. Dazu kommt noch Antennen- und Empfänger-Diversity gegen das Hauptproblem auf dieser Frequenz bei größeren Entfernungen, nämlich der Abschattung durch größere im Modell vorhandene leitfähige Materialmassen wie einem großen Motor, die u.a. durch die kleinen Empfangsantennen (3-6.5cm) hervorgerufen wird.

Ausfliegbare Reichweiten: Hier gibt es je nach Kontinent oder Land unterschiedliche Angaben oder sogar Einschränkungen.
Hier sei immer auf die Angaben des Importeurs/Generalvertreters verwiesen, die sich u.U. deutlich von den Herstellerangaben unterscheiden.
Möglicherweise auch manchmal mit für einen künftigen Kunden nicht nachvollziehbaren Gründen, die aus firmenzentrierten Marketinggründen oder auch schlicht aus Druckfehlern und/oder Textabschreibungen resultieren. Die international erprobten Reichweiten sind teilweise bis zu 10fach größer als für "Parkflyer, small Foamies and Microhelis" angegeben. (Gilt NICHT für den CX2-Koaxheli mit LP5 Sender, der geht tatsächlich nur ca. 180 Schritte weit.)

Rechtlicher europ. Stand der Dinge bezüglich Verwendung von DSSS mit mehr als 10mW noch immer nicht (26.10.2009) geklärt.
FHSS wie Futaba FASST ist bis 100mW rechtskonform.
Gerüchte seit Mitte 2008 wirksam werdende Einschränkungen betreffen nicht bis dahin erworbene, nach derzeitigem Recht zulässige Fernsteuerungen. Nennt sich "Bestandsschutz". Aber das ist für DSSS heute (26.10.2009) auch nicht sicher!!



Berichte:

Auf dieser Seite werden keine Autoanlagen präsentiert, alle Anlagen, außer LP5, sind für Slowflyer im üblichen Flugbereich uneingeschränkt verwendbar.

Hier mein DX6-Erfahrungsbericht

Hier meine Forumsbericht über die LP5 Coaxheli-Steuerung mit Leserkommentaren

Die DX7-Features samt Latency-Antwortzeitvideos etc. hier

Hier die deutschsprachige Futaba FASST Info, auch über die ab Sommer 07 erhältlichen Module und Empfänger

Die Futaba T6 6-Kanal Anlage ist seit April 2007 bereits im Handel, europäisch rechtskonform! Ermunternde Berichte in Foren liegen vor.

Hier mein technischer T6EXP-Praxisbericht nach Erhalt der Anlage über Antwortzeit, Reichweite und Diverses.

Ein Herstellervergleich von Kollegen BZFrank im RC-Line Forum seit Juni 07  

Jänner 2008: Das Futaba 7-Kanalsystem mit dem FF7 T7 2,4GHz Sender bereits lieferbar. 
 
 

Graupner beendete den Verkauf der Spektrum-Fernsteuerung, JSB übernimmt zwischendurch und ist seit ca. Mitte 2008 mit der neuen Firma
Horizon Hobby Deutschland GmbH verschmolzen. Rechtslage DSSS mit mehr als 10mW nach wie vor ungeklärt.

Zur Gesetzeslage:

Die in Österreich bereits gültige Norm EN 300 328 Version 1.7.. ;
Deutschland erst ab Mitte 2008, eventuell unter Wegfall der Leistungsgrenze bei 2454 MHz
Achtung: Der vollständige Text der Norm enthält einen Definitionsfehler, der es unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, die Kriterien von FHSS mit einem DSSS-System zu unterlaufen und statt der für DSSS erlaubten 10mW pro 1 Mhz Spread-Breite mit höheren Leistungen zu senden.
Hier sei auch ergänzend vermerkt, dass in Österreich laut Mail des zuständigen Ministeriums die Grauner-DX7 als Short Range Device (Sub-class 21) gilt und auf 10mW begrenzt ist. Das wurde Graupner auch mitgeteilt. JSB und Nachfolger Horizon-Europa ist das möglicherweise nicht bekannt.

Eine Veröffentlichung des Österr. Aeroclub im Juli 2008 erweckte allerdings den Eindruck, dass zumindest die Einschränkung auf die Subclass-21 mit prinzipiell nur erlaubten 10mW gefallen sei. Das ist zwar prinzipiell richtig, ist aber in allen Auswirkungen noch ungeklärt, auch weil die Norm noch unverändert besteht.
Was allerdings ausdrücklich(!) nichts an der Zuständigkeit und den Einschränkungen der in Überarbeitung befindlichen SubClass-22 bei DSSS für Fernsteuerungen ändert.

EN 300 328 V 1.7.. (Subclass 22)


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Aktuell September 2008: Fernsteuerungen werden nicht verboten, die Norm ist aber zu überarbeiten, um die derzeit bestehende Unsicherheit in der Rechtslage zu beseitigen. Quelle hier

Auszug aus dem TCAM 26 Protokoll:

Das Original hier klicken

Daraus der Einleitungssatz:

Sub-class 22 in the 2400-2454 MHz band is constituted by Short Range Devices (SRDs)
using appropriate mitigation techniques that are therefore allowed to operate at 100 mW
e.i.r.p., whatever type of application they implement (RLAN access, inter-device
communication, control of model airplanes, microphones, etc.).....

Daraus ist ableitbar, dass Futaba mit dem "France"-Schalter das Richtige gemacht hat!

Weiters:

Therefore, TCAM 26 concluded the following:

1. .....
........

6. ETSI should develop a new version of EN 300 328 including:
• Verifiable mechanisms to mitigate interference, notably by specifying the
requirements for a medium access protocol in greater detail;
• An assurance that, in case of congestion, users of the spectrum will be granted
equal access (and, as a consequence, a gradual degradation of service to all
users).

Na also, endlich geht's den Unklarheiten an den Kragen!

Und dazu aktuell 27.9.2008:

der gestrige Tag mit der bestätigten Gründung der Interessensgemeinschaft aller Firmen und deutschen Modellflugverbände hat dank der Pressemitteilung vom 27.9.08 endlich Klarheit über das Gerücht gebracht, dass eine große Zusammenarbeit geplant ist.

http://www.rc-network.de/magazin/artikel_08/art_08-061/art_061-01.html

Endlich! Damit sollten die Hoffnungen in die Konsolidierung des 2G4-Bereichs Erfüllung finden.

Inkl. der tatkräftigen Bereinigung fehlerhafter Normen.


11.8.2011
: Entwurf neue Norm EN 300 328 V.1.8.0:

http://pda.etsi.org/exchangefolder/en_300328v010800c.pdf

Wenn es nicht funktioniert: http://pda.etsi.org/pda/home.asp?wki_id=x4_QU0Nn4ZSUZZYS%27hIG%27

Gültig wird dieser Entwurf für die Verkäufe der Firmen ca.(!) Ende 2012, bis dahin gekaufte Anlagen können unbeschränkt auch in Zukunft nach 2012 weiter verwendet werden.
Siehe auch Vorwort.

 
Rudolf Fiala
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