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Anmerkungen zu Sender-Kurzantennen
© Rudolf Fiala, rev. 29. 07. 2003

Warum Kurzantenne?

Die Kurzantenne kann bei Kugelgelenkschwäche o. ä. beim Aufnehmen des Senders nach dem Motor-Anwerfen NICHT in den Propellerkreis kommen oder beim Handstart von Motorseglern etc. Außerdem wird beim Modell-"Wegwerfen" eine große Peitschenbeanspruchung auf lange Teleskopantenne und Kugelgelenk vermieden, die bei schon vorgeschädigtem Kugelgelenk oder Antennenfuß zum Antennenverlust sofort nach dem Start mit Funkverbindungsverlust kommen kann.



1) Gummi-WENDELANTENNE:

Ohne diese prinzipielle Idee der praktischen Wendelantenne (WA) in Zweifel zu ziehen, folgende bauartbedingten Nachteile:

Die Wendelantenne ist durch ihren Überzug optisch nicht kontrollierbar! Es können somit Wendeldrahtbrüche und Kontaktfehler im Übergangsbereich von Antennenfuß zum Wendeldraht nicht einfach, am Flugfeld praktisch überhaupt nicht, erkannt werden. Es scheint somit sinnvoll zu sein, elektron. Prüfmethoden anzuwenden, wie Scanner diversester Art, uralt-Feldstärkemesser oder (nicht mehr modelltaugliche) PPM-Fernsteuerempfänger mit gekürzter oder zusammengerollter Empfängerantenne, um die als vorhanden angenommene gute Antennenleistung immer wieder zu überprüfen.

Die Beurteilung der Leistung einer Wendelantenne oder sonstigen Kurzantenne kann man auf einem Testgelände durch einen Reichweitenvergleich mit einer Original-Senderteleskopantenne mit praxisgerechter Genauigkeit durchführen.

Prozedere:

Ein Kollege hält den Sender mit voll ausgezogener Teleskopantenne fluggerecht in der Hand - der Körper ist ein wichtiges elektron. Gegengewicht! - und dann heißt's marschieren, bis ein am Empfänger mit gekürzter Empfangsantenne angeschlossenes Servo signifikant zu zucken beginnt. Da das bei gekürzter Empfängerantenne eines nicht mehr im Modell eingesetzten Empfängers noch im Sichtbereich der beiden Experimentatoren passiert, kann jetzt auf Zeichen der Helfer leicht auf die Wendelantenne gewechselt werden.

Das (die) Servos werden jetzt massivst zucken oder sich überhaupt nicht mehr bewegen. Wenn man jetzt auf den Sender zugeht, wird es einen Punkt geben, an dem das Zuckverhalten des (der) Servos gleichartig ist wie vor dem Wechsel zur Wendelantenne.

Wenn jetzt diese Entfernung zum Sender z.B.: 70% der mit der Teleskopantenne erreichten Funkstrecke ist - wie erlebt -, dann hat die Wendelantenne nur die halbe Praxisleistung einer Teleskopantenne (0,7 mal 0,7 gleich 0,49). Sollten man überhaupt nur die
halbe Entfernung erreichen, so ist die an der Empfängerantenne ankommende Leistung überhaupt nur mehr 1/4 der Teleskopantenne !

Mit einem Scanner und einer kurzen Scanner-Antenne (wenige cm) funktioniert das ähnlich. Beurteilt wird natürlich dann das Sendesignal akustisch, mit Einbeziehung der Squelch-Funktion oder auf einer vorhandenen opt. Anzeige.

Wichtig ist auf jeden Fall der direkte Vergleich der zwei Antennentypen am gleichen Ort, Absolutmessungen(?) nur einer Antenne sind nicht aussagekräftig.

Mit zwei Sendern auf verschiedenen Frequenzen und dann mit 2 zu vergleichenden Antennen funktioniert das Verfahren natürlich auch, besonders mit einem optischen Scanner. Mit dem Fernsteuerempfänger als Pseudoscanner ist aber nur das o.a. Antennen-Wechselverfahren empfehlenswert.


2) Teleskop-Kurzantenne von Becker mit Fußpunktspule:

2.1.) Vorteile der Kurzantenne bei graduell weniger Nachteilen:
2.2.) Besser mechanisch kontrollierbar als die Gummi-Wendelantenne,
2.3.)
Die Hochfrequenz-Abstrahlung liegt ziemlich genau in der Leistungsmitte zwischen der langen Teleskopantenne und Gummiantenne.

Somit ist die Teleskop-Kurzantenne mit Fußpunktspule die prinzipiell bessere Kurzantennen-Wahl!


Fazit:
So lange man alleine nahe am Sender fliegt, oder alle Anwesenden mit Kurzantenne in 10 Meter Umkreis zusammenstehen(!), geht das ja noch. Wenn aber einer mit Teleskopantenne voll abstrahlt, womöglich noch mit einem Uraltsender mit 500 mW Abstrahlleistung und das weiters noch in einer anderen Fluggelände-Ecke, gibt's 'Partnerschaftsprobleme' und u.U. Trümmer.

Ich verwende die Kurzantenne nur mehr, wenn ich alleine am Flugplatz bin oder Kollege(n) auch mit Kurzantenne fliegen. Bei Neuankömmlingen mit Teleskopantenne wechsle ich sofort auf die volle Original-Teleskopantenne, auch weil die Abstrahlcharakteristiken, nicht nur die Feldstärken sehr unterschiedlich sind.

Ach ja, und der Windfaden in Bauchnähe zeigt bei Kurzantennen auch falsch an.:-)

Da die Verwendung der Kurzantenne, wie in Internetforen erkennbar, viele Anhänger hat die sie intensiv verteidigen, möchte ich hier noch einen Vergleich zum besseren Verständnis der Problematik anbringen: 
Kurzantennen entsprechen in ihrer Leistungsfähigkeit abgefahrenen  Autoreifen. Für günstige Straßen- und Wetterverhältnisse (Alleinbetrieb in der Nähe) völlig ausreichend. Bei Regen und athmosphärischen Störungen (2 oder mehrere Sender, größere Entfernungen) wäre es aber sehr leichtsinnig, sich
statt der Verwendung noch gut profilierter Reifen auf die trocken-Leistungsfähigkeit der "Pseudoslicks" zu verlassen.

Absolut nicht für die Verwendung mit Kurzantennen geeignet halte ich den Flugbetrieb mit starken Elektromodellen, egal ob Fläche oder Heli. Bei den vorhandenen Eigenstörungen ist die bestmögliche Senderabstrahlung gerade genug. Ungünstige Antennenwinkel und andere Risiken passieren eh ganz "automatisch" von selbst.
Graupner hat irgendwo stehen, dass Wendelantennen allgemein nicht für den Hubschrauberbetrieb verwendet werden sollten.


KEINESFALLS darf man auf den Vorflug-Reichweitentest des Modells, üblicherweise mit einem Teleskopantennenglied vergessen. Als Kurzantennen-Verwender braucht man dafür die normale Teleskopantenne oder, GEWINDE-schonender, ein entsprechendes ISOLIERTES Drahtstück mit Krokoklemme. Und erst nachher schraubt man die Kurzantenne an.

Da immer wieder der Sinn des Vorflug-Reichweitentests hinterfragt wird:
Letzten Endes dient er nur zur beruhigenden Funktionsprüfung der doch mechanisch beanspruchten EMPFÄNGER-Antenne oder der Bestätigung über eine wie schon früher vorhandene Empfangsleistung an der hoffentlich immer gleichen Servozittergrenze (PPM!).
Und der Prüfung der korrekten Verbindung des Sender-Antennenanschlusses. Einen gebrochenen Anschlussdraht zum Kugelgelenk merkt man freilich.
Mehr bringt es wirklich nicht, aber das scheint mir doch sehr wesentlich zu sein. Das Selbiges von manchen Piloten prinzipiell unterlassen wird, erstaunt mich immer wieder.

(S)PCM-Prüfung: detto MIT Knüppelbewegungen, da ja bei (S)PCM die Servos nicht zittern, sondern an der Reichweitengrenze unregelmäßig NUR bei Knüppelbetätigung laufen.

MC20/24-Sender: KEINESFALLS DAZU DIE SERVOAUTOMATIK VERWENDEN, DIE HÄLT SICH NÄMLICH NICHT AN EINGESTELLTE AUSSCHLAGREDUZIERUNGEN UND KANN SCHWERE MECHANISCHE, u.U. einige Zeit verborgen bleibende RUDERKINEMATIK-SCHÄDEN VERURSACHEN!


EMPFÄNGERQUARZE kann man mit der o.a. Funkstrecken-Methode auch gut prüfen. Hier kann - soll - allerdings der Sender mit nur ca. 2 ausgezogenen Teleskopgliedern abgestellt sein und sich niemand im Nahfeld des Senders befinden. Wenn man jetzt an der Zittergrenze bei voller Antennenlänge eines Empfängers Quarze verschiedener Provenienz einsteckt, wird man deutliche Unterschiede merken. Festzuhalten ist allerdings, dass mit dieser Methode natürlich nur die Frequenz-'Harmonie' zwischen DIESEM Sender und DIESEM Empfänger und somit nur die Harmonie DIESES Quarzpaares getestet wird.

Bei einem anderen Senderquarz oder Empfänger kann sich ohne weiteres ein anderer Empfängerquarz als 'matched' Gruppenbester herausstellen.


 Rudolf Fiala
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