http://rudolf-fiala.info     DX6-Praxisbeobachtungen, Graupner Importversion
    Das erste 2.4 GHz-Fernsteuersystem für Flugmodelle.

     © Rudolf Fiala, 17.11.2006   Ergänzung: 19.11., 21.11., 9.12., 14.12., 19.12.   
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Das 2.4 Ghz Zeitalter auf dem ISM-Band beginnt auch jetzt in Europa. Vorerst strikt nur für "Slowflyer" im Nahbereich!


Dank verschiedener Einschränkungen, Europa-Zulassungen und seltsamer Geschehnisse um mindestens ein halbes Jahr zu spät.

Seit ca. November 2006 ist die in der Ausgangsleistung wegen europäischer Vorschriften auf 10mW - ein Zehntel der in Amerika erlaubten Leistung - reduzierte DX6-Fernsteuerung in Europa endlich offiziell und kurzfristig erhältlich.

Dass die Änderung auf europäische Vorschriften und die Zulassung in einem Teil von Europa, besonders in dem von Graupner betreuten EU-Teil, mehr als ein halbes Jahr gedauert hat, ist irgendwie seltsam:

Es gibt nämlich glaubwürdige Quellen, dass die Original DX6 dank der verwendeten Sendeelektronik nur ca. 18mW abgestrahlte Leistung hat - fast schon die europäische Forderung plus erlaubter Toleranz -, also von den in zB. Amerika erlaubten 100mW ohnedies sehr weit entfernt ist.
Was für uns eigentlich gar nicht so schlecht ist, da dann die europäische Leistung nicht auf 10% reduziert ist, sondern auf ohnedies satte 55%.
Falls man die in amerikanischen Foren kolportierten tatsächlichen Superreichweiten >mit nur 18mW glaubt. 

Für die vorgeschriebene Verwendung der DX6 ausschließlich für Nahbereichs-Modelle ("Slowflyer") reicht die 10mW Abstrahlung in einem Frequenzbereich ohne "Elektrosmog" völlig aus. Wie es auch vor 4 Jahrzehnten war, wo wir im damals störungsfreien 27MHz-Bereich auch mit den ersten 10mW-Transistorsendern für Kunstflugmodelle auskamen. Allerdings nur, solange kein Röhrensender am Platz war.

Technisch interessierte Leser, die bis jetzt nicht über die 2.4GHz-Technik gestolpert sind, können sich im RC-Line-Forum einige Informationen holen,
z.B. in der von mir eröffneten Informations- und Diskussions-Sammlung. 

Informationen zum ISM-Band hier     Das Elektromagnetische Spektrum    Grundlagen für nicht-Spezialisten, in Arbeit


Nach Erhalt meiner gekauften Europa-DX6 am 13.11.06 - im März hätte ich schon eine importierte DX6 haben können, habe sie wegen der europäischen Unvergleichbarkeit allerdings wieder abbestellt - hier der erste Bericht.

Die Kontrolle der Lieferung ergab Überraschendes:

- Im Sender ist ein 1500mAh NiMH-Akku eingebaut, obwohl die originalen 600mAh heute (17.11.06) noch immer auf der Graupner Internetseite stehen:
Sender DX-6 DSM mit eingebautem NiCd-Akku 8N-600 mA/9,6 V 

- Das Ladegerät: Nicht der im Bedienungsanleitung-Ladehinweis angekündigte 50mA Steckerlader. Sondern ein Graupner Stecker-Doppelladerlader mit 150mA. Diesbezüglich hat ja doch jemand mitgedacht....

Wenn man natürlich nur die Schachteln aus Malaysia mit den eigenen Verkaufspickerl versieht und vor Weiterversand NIE hineinschaut, geht einem dieses positive neue Qualitätsargument freilich durch die Lappen.... Oder die Wartung der Homepage ist "etwas hintennach". 

- Eine wirklich informelle englische Spektrum-Originalanleitung und eine ebensolche deutsche Graupner-Anleitung.

- engl. Binding-Anleitung extra beigepackt.

- Schachtelaufkleber: CE nur für BRD, Österreich, Schweiz, Tschechien und Holland. Hm.....?

Laut einem Graupnermitarbeiter auf der Wiener Modellbaumesse sind die Zulassungs- und somit Auslieferverzögerungen teilweise auf die Probleme mit Italien zurückzuführen, was man freilich auch approbiert haben wollte, aber scheinbar letztendlich doch nicht gelang.
Obwohl GANZ West- und Mitteleuropa funktechnisch zur Region 1 mit für die ganze Region geltenden Regeln gehören.  Theoretisch... 


- Jetzt etwas sehr Wichtiges, nach engl. und deutschem Manual Seite 6: "Anmerkung: Ihr Empfänger wurde bereits vor der Auslieferung mit dem Sender gebunden."

Das erwähne ich, weil in Foren immer wieder Berichte mit Problemen mit dem Erst-Binding auftauchen.

Aber, noch wichtiger:  Auf der gleichen Seite 6 der Bedienungsanleitung steht ausdrücklich: Die Failsafe Positionen stehen auf "Gas AUS"

Wie ein Test schlauerweise ohne Propeller ergeben hat, steht bei meinem (nur meinem? Offensichtlich doch nicht nur meinem nach einem Internet-Bericht!) Empfänger die Failsafe-Position auf fast Vollgas!

Ich empfehle daher dringend im Vertrauen auf die fast schon sprichwörtlichen Fehler in Bedienungsanleitungen und/oder Fehlern in Auslieferungszuständen, die Motor-Failsafestellung ohne Propeller zu überprüfen!

Ein Ausschlagsrichtungs-Fehler des Kanal 1 liegt NICHT vor, da der Gasknüppel sinnrichtig funktioniert.

Womit ich jetzt gezwungen war das "Binding" mit der richtigen Motorfailsafe-Einstellung auch auszuprobieren.
Ergebnis: Die neue Failsafe-Position und das Binding hat auf Anhieb funktioniert. (Ich erwähne es, weil es dazu auch negative Internet-Berichte gibt.)
Anmerkung: die in den Bedienunganleitungen erwähnten "blauen" Empfänger-LEDs als Empfangs- und Binding-Anzeige ist bei mir orange. Da die Üebertragung problemlos funktioniert, ist vermutlich "nur" die Bedienungsanleitung diesbezüglich falsch.
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Flugtest:

Am 15.11. verwendete ich einen am Morgen relativ windarmen Tag zum ersten Flugtest mittels 3 Flügen mit einem bereits mit Schulze-Empfänger eingeflogenen, torsionsversteiften und aerodynamisch verbesserten 9mm-EPP-"Blade" im Freien. Der hat jetzt "natürlich" auch je 2 Kohle-Streben pro Flügelhälfte gegen den Flügel-"winke-winke-Effekt". 2 Zellen Lipo, Motor DW8/21, Steller YGE12, Servos GWS:Pico+F/BB. 

Kurzfassung: 3 problemlose, den Erwartungen entsprechende Flüge.
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Zu den DX6-Details:

Für eine Aufzählung der rein technischen Details empfehle ich diese Graupner DX6 Seite
Nochmals hier der Link zu der von mir eröffneten Informations- und Diskussions-Sammlung

Meine privaten Anmerkungen zur gelieferten DX6, die sich vermutlich von "gesponsorten" Zeitschriften-Testberichten wie bisher mehrmals erwiesen, wesentlich unterscheiden werden:

- Die Zeitverzögerung, noch ohne Oszi-Messung, entspricht gefühlsmäßig der mc24 mit einem "schönrechnenden" Empfänger. Keine Überraschung wegen des bekannten vor-MC22-Grundgerätes von JR, das nach Markteinführung der DX7 in Bälde nur mehr die Billigvariante darstellen wird.
Der DX6 Empfänger ist laut derzeitigen Herstellerinformationen angeblich auch mit dem volldigitalen, dank Wegfall von analog/digital-Wandlungen schnelleren DX7 Sender verwendbar. Also nur ein geringer Umstiegsverlust, aber es ist derzeit nicht abschätzbar, wann der DX7-Sender und die derzeit geplanten dazugehörigen Empfänger (ein Doppelempfängersystem für große Reichweite und ein kleiner 7kanal-Soloempfänger für Parkflyer) in der Europaversion tatsächlich auf den Markt kommen werden. In Amerika ist die DX7 im November 2006 in den Handel gekommen.

Alles weiter Festgestellte jetzt Flächenflugzeug-bezogen, aber mehr als die Hälfte des Manuals handelt von den reicheren Heli-Features und deren Einstellmöglichkeiten:

- Mischer von Quer auf Seite als einstellbarer und einschaltbarer (rechter Kippschalter) Fixmischer vorhanden.
 
- Das Seitenruder ist ohne Expo, man kann das Seitenruder aber mit einem Negativmischer 4-4 abschaltbar (linker Kippschalter) auf DualRate programmieren. Was klarerweise nur unbefriedigend das EXPO beim Hovern ersetzen kann.

- Schaltbares Expo somit nur auf Höhe und Quer (je ein Schiebeschalter, wenn man will aber beides auch auf einen Schalter)

- Keine Gaskurve

- Mischer: die 3 freien Mischer sind 3-Punkt-Mischer - auch asymmetrische M. genannt -, man kann damit auch "Spezialitäten" wie das "Autogas" bei Höhenruderausschlag und/oder Seitenruder für den erhöhten Leistungsbedarf in einem Loop etc. etc. OHNE Änderung der Gasknüppelstellung programmieren. Auf den linken Kippschalter zuordbar.
Vorteil von "Autogas": nach dem Loop, Aufschwung, Turn etc. ist der Gashebel ohne Nachjustierung GENAU in der gleichen UNVERÄNDERTEN HALBGASSTELLUNG wie vor der Figur. (Das steht aber nicht in der Anleitung, sondern nur auf meiner Homepage, hier und woanders)
Autogas muss(!) abschaltbar sein, weil sonst beim Abfangen oder Durchziehen bei der Landung der Motor wieder anlaufen würde, wenn man die Knüppelstellung für Leerlauf knapp an der bauchseitigen Knüppelausschlags-Gehäusekante eingetrimmt hat.

Mit einem asymm. schaltbaren Negativmischer ließe sich auch eine Gasbegrenzung und Spreizung des Halbgasbereichs realisieren. Mischer Nullpunkt-OFFSET auch vorhanden.
Oder eine Vorflug-Sicherheits-Gassperre. Mit den 4 Schaltern muss man sparsam umgehen. Beispielsweise wird im eingeflogenen Zustand für die Expo-Aktivierung von Höhe und Quer wohl ein Schalter insgesamt (oder gar keiner; Dauerexpo möglich) ausreichen, der freiwerdende steht dann für Anderes zur Verfügung.

- Im Ladestromkreis ist KEINE Sicherung, ein Kurzschluss bei üblichem Fremd-Ladekabel per Ladekabel-Bananenstecker ist somit möglich. Um die Folgen eines massiven Kurzschlusses zu verhindern, ist die Einschleifung eines Glassicherungshalters in das Ladekabel sinnvoll. Wobei ich wegen der Akkukapazität und der Senderverdrahtung NICHT ÜBER 1.5A absichern würde. Alles was darüber ist, kann ja eigentlich nur mehr ein Kurzschluss oder Ladegerät-Einstellungsfehler sein.

- Der Akku wird bei Erreichen der Volladung und Verwendung des beiliegenden Laders so warm, dass man es durch das geschlossene Gehäuse deutlich merkt. An und für sich wäre es freilich sinnvoll, bei abgenommener Batterieklappe mit auf den Knüppeln liegendem Sender zu laden, weil da die Wärme nach oben abströmen kann und die Akkuerwärmung bei Vollladung direkt am Akku erfühlt werden kann.
Weiters erscheint mir sinnvoll, den Akku keinesfalls unbeaufsichtigt zu laden. Somit ist der Ladevermerk "über Nacht laden" mit einiger Vorsicht zu betrachten.
Da der gelieferte 1500 mAh Akku ja ein NiMH-Akku mit im Vergleich zu NiCd stark verringerten Memory-/Lacy-Effekt ist, sind ja kürzere beaufsichtigte "Zwischendurchladungen" mit wenigen Stunden kein Problem.

- Ein angeschlossenes Ladekabel ist auch bei EINGESCHALTETEM Sender mit dem Akku verbunden.

Damit ist einerseits Nachladen während des Betriebs oder "externer Pusherakku" möglich, andererseits bei Verlust der senderinneren Verbindung zwischen Elektronik und Akku - der ja als Spannungsbegrenzer wirkt - eine Ladegerät-bedingte Überspannung an der Elektronik möglich.

- Die Datenspeicherung erfolg leider wieder mit einer Lithium-Batterie mit
ca.5 Jahren Lebensdauer laut Anleitung, in der auch die Aufforderung steht, den Sender zwecks Ersatz an die Graupner Serviceabteilung einzusenden.  Eine auch schon seit der mc19 veraltete Technik!

- ein Nackengurt für die Mittelaufhängung ist nicht mitgeliefert, das Gehäuse hat aber griffgünstige Wülste an der Unterseite.
 
- Bei Betrieb des Senders in einem Fremdpult ist der Reichweiten-Testschalter (Taster) durch den Tragebügel vor ungewolltem Betätigen geschützt.

Die fixe Antenne liegt bei meinem Karbonlook-mc20-Pult nicht an der vorderen Pult-Begrenzung auf, wird also nicht mechanisch beansprucht.
Damit der Sender beim Aufnehmen oder Absetzen des Pultes nicht herausrutschen kann, ist eine entsprechende sichere Fixierungsmöglichkeit herzustellen. Leider ist der Testtaster nicht zumindest plan mit dem Gehäuse versenkt, es ist somit unbedingt darauf zu achten, dass bei allen Fixiervarianten der Taster nicht ungewollt betätigt wird.
Bei mir sind schon 2 querliegende Gummibänder für die etwas kleinere, im mc20-Senderpult nicht klemmende mc22 vorhanden. Das hintere Band ist zwar suboptimal, aber doch verwendbar, läuft etwa bei den Trimmknöpfen vorbei. Besonders auch weil mein Pult dank einer bügellosen 4-Punkt-Aufhängung beim Absetzen nicht so schräg in der Luft hängt, dass der Sender nach vorne herausrutschen könnte.

- "Smart" Failsafe im Empfänger:
Der Empfänger sendet weiter Impulse an den Drehzahlsteller, nämlich die Failsafe-Stellung.
Dieser erkennt somit den Verbindungsverlust NICHT und bleibt somit "scharf", was in der Luft ja sinnvoll ist und das wieder Scharfmachen durch Gas auf Leerlauf erspart.

Am Boden kann das allerdings schlecht sein: wenn man den Sender ausschaltet und ohne Empfänger-Akkuwechsel den Sender bei einer höheren Gasstellung wieder einschaltet, läuft der Motor dieser Gasknüppelstellung entsprechend los.
Mit dem Modell am Boden, in der Hand, wo auch immer "nicht-fliegend" ist damit ein Schadens- und Verletzungsrisiko vorhanden.

Als Parkflyer-KINDERANLAGE-geeignet würde ich dieses Feature nicht bezeichnen.
(Nur für den Fall, dass Jemand mit Kindern/Enkeln fliegen geht)

- 4 beigepackte Parkflyerservos: da ein eingeflogenes Modell verwendet wurde (ich wollte ja die Anlage "erfliegen" und nicht das Modell  ) waren die beim Flugtest verwendeten Servos nicht jene "S75", die dem Set beigepackten waren.


19.11.06 Handlingdetails und Spezialitäten:

- Die Transportrobustheit des Senders ist durch die FIX montierte Antenne leider etwas eingeschränkt, egal ob man einen Senderkoffer verwendet oder nicht.

- Der Empfänger hat ein quasi-Einschaltfailsafe, wenn der Sender nicht eingeschaltet ist. Servos, die in beliebiger Lage stehen, gehen beim RX-Einschalten in die Neutralstellung.
Bei Failsafekondition nach Senderausfall bleiben sie aber wie in der Anleitung angegeben im dem jeweiligen Letztausschlag entsprechenden HOLD.
Wenn man eben jetzt den RX-Akku abzieht und wieder ansteckt gehen die Servos auf eine im RX-gespeicherte Mitte, die natürlich von der im Sender eingestellten Neutralstellung etwas abweichen kann.

- Im geöffneten Sender (nur meinem?) ist feinstes glitzerndes Material vorhanden, dass sich großteils ohne Kraft wegwischen lässt und dann auf dem Finger, Tuch o.Ä. erkennbar ist. Es ist zu vermuten, dass es sich hier um ein metallisches ungebundenes Farbpigment handelt. Die Prints sind großflächig mit Lötstoplack gesichert, ich erwarte hoffnungsvoll deswegen und auch wegen der Kleinheit der Teilchen keinerlei Probleme.

- Die unheimlich "schmückende" scheinbare Senderantenneist ein nach oben abknickbarer Kunststoffteil, in dessen Mitte ein Koax-Draht zur tatsächlichen Dipol-Antenne im knickbaren Teil führt.  Wegen des besseren Abstrahlungsdiagramms, gezeigt in amer. Foren, scheint es sinnvoll zu sein, die Antennenspitze nach oben 90° abzuknicken.

Der Knickpunkt lässt dem Draht zwar ziemlich viel Freiheit, dass ein oftmaliges Knicken hier einen Fehler produzieren könnte, wäre denkbar. Nicht bei jeder Gelegenheit zu knicken beseitigt dieses potentielle Problem. Wenn die Antenne aus irgend welchen Gründen ohnedies nicht öfter auf das Modell zeigt, ist das nach oben Knicken, besonders im Schaumflieger-Nahbereich, nicht unbedingt notwendig.

- Privatum: Die heutigen Flüge mit im Pult liegendem Sender gemacht, habe mich als alter Pultgeier mit Handauflage viel sicherer und komfortabler gefühlt.   


19.11.06 Anmerkungen zur Reichweite der DX6:

An und für sich wäre die DX6-Reichweite kein abhandlungswürdiges Thema, weil die DX6 ausdrücklich und ausnahmslos nur für Slowflyer/Parkflyer zugelassen ist.

In Amerika wurden mit der Originalantenne ohne Richtwirkung getestete Reichweiten bis zu ca. 2.4 km berichtet, mit Spezial-Senderantennen noch wesentlich mehr. Quasi rein spaßes- oder interessehalber von Leuten wie fernsteuernden Funkamateueren o.Ä.

Ich habe mir am Tag der Erstflüge, die ohnedies nahe meiner üblichen Anlagenteststrecke stattgefunden haben kurz überlegt, ob ich mir das Testprozedere überhaupt antun soll. Der Sinn eines solchen erscheint mir aber fragwürdig, besonders weil ich niemanden verführen will, diese Anlage in anderen Modellen als Slowflyern zu benutzen, somit jede Reichweiten-Angabe dem entgegenarbeitet.

Mit ähnlicher Betrachtungsweise sind freilich für mich auch die "Vollreichweitentests" mit speziellen 35MHz-Empfängern, die a priori eine reduzierte Reichweite zu Gunsten der Nebenkanal-Unempfindlich im Nahbereich/Halle haben, unwesentlich. Eben nicht Verwendungs-adäquat. 

Aus den Anfängen des CB-Funks, noch ohne die "italienischen" Störungen und an Heavyside-Reflexionen armen Tagen - also in fast störungsfreier Umgebung - weiß ich, dass wir mit maximal 100mW AM-Handfunkgeräten, völlig klar hörbar, Sichtverbindungen bei 100km überbrückt haben. Etwa Rax-Neusiedlersee.

Bei der aufwändigen DX6-2.4GHz-Technologie gibt es keinerlei Gründe, schlechtere Funk-Wirkungsgrade anzunehmen. Ergo war ich zu faul zum letzten Endes unnötigen Reichweitentest.

Bei dem nur marginal weniger herauskommen würde als bei den amerikanischen Berichten, besonders wenn es stimmt, dass die amer. DX6-Version den dort erlaubten 100mW mit ca. 18mW nicht einmal nahekommt.

Die Reichweitendiskussion für die Europaversion wird dann bei der DX7 (2007) oder der JR 12X (2008/9?) interessant und vor allem, ob dann die europäischen Vorschriften tatsächlich Nutzungsbeschränkungen bringen. Die Brauchbarkeit nachzuweisen ist aber dann Sache des Vertriebes/Handels samt seiner gesponsorten Helfer.

21.11.06: Die höhere Freiraumdämpfung dieser Frequenz betrachte ich eigentlich positiv. Denn ein fliegendes Modell nimmt ja quasi an der Spitze eines Kegels jede nur denkbare Hochfrequenz auf.

Bei der bodennahen DX6-Fliegerei ist die Kegelspitze halt mal kurzfristig in max. zB. 30m Höhe und in der Halle entsprechend weniger. Bei der kommenden "full range"-DX7 gibts dann höherfliegend freilich einen um Zehnerpotenzen größeren Einflusskegel bezw. dessen Kegelbasis.

Bin gespannt, ob die Industrie/Handel dem entspricht und mitteilt, tunlichst die Umgebung von Großstädten zu meiden.
Besonders von Großstadt-Hängen, -Bergplateaus etc. und das gilt auch für die DX6!

Die Verbindung zum Modell geht zwar nicht gleich verloren, aber es kann zu einer erhöhten Steuerträgheit kommen, die fliegerische Probleme besonders bei der Slowflyer-üblichen Bodennähe verursachen könnte.

9.12.06: War heute im gleichen Gelände (Entfernung zu Ortschaft mehr als 1000m und etwa 700m zu stark befahrenen Autobahn) mit meinem Knuffel, 35MHZ- GWS-RX mit seiner kurzer Antenne und mc22 mit "bequemer" Gummiantenne fliegen.  In der Totalflugzeit von etwa 40 Minuten waren dank Windstille drei Hacker erkennbar, interessanterweise im berühmten Interferenzwinkel.

(Dass ich meinem Knuffel danach endlich(!) die bei Kälte(? +5°) stark längerwerdenden Steuerseile entfernt und durch eine einseitige CFK-Kohlestab-Anlenkung mit Mittelstütze ersetzt habe.... Aber das wäre eine andere Geschichte.)

14.12.06: Gestern in einer für meinen EPP "Blade" schon ziemlich unruhigen Luft geflogen.
Dabei machte sich nicht ganz unerwartet die relativ große Antwortzeit der DX6 zwischen Hand und Servo unangenehm bemerkbar.
Nicht so sehr beim Einleiten, sondern vor allem beim Beenden von Fluglagenkorrektur-Servostellungen. Eigentlich klar, denn beim Beginnen einer Korrektur sind die Ruder in oder nahe der normalen Trimmstellung, während sie sich beim Ende der Korrektur besonders bei Böen in einer ziemlich ausgeschlagenen Stellung befinden.
Das um die Verzögerungszeit längere Beibehalten dieser dann bereits unerwünschten Ausschläge führt leider auch zu unerwünschten Fluglagen. Was bei kritischen Böen bis zum zerstörerischen Aufschaukeln des Modells führen kann.

Das war für mich der Grund jetzt endlich die Antwortzeit einer originalen DX6 oszilloskopisch zu messen, wie bei mir üblich auf Kanal 2.
Ergebnis: Minimum 61msec, Maximum 83msec, Durchschnitt 72msec, Schwankungsbreite=Frametime 22msec.
Die Antwortzeit des Gesamtsystems hängt nach Meinung von Fachleuten auch mit den Erfordernissen der Spread-Spektrum-Technologie, auch wegen der 2 HF-Spektrumzonen zusammen. Auch bei Verbindung des DX6-Hochfrequenzteiles mit schnellen PPM-Sendern, wie in Amerika und von mir (mc22) dokumentiert, ist bei der in der DX6 angewandeten 2.4GHz-Methode eine größere Responsetime als bei schnellem 35MHz-PPM vorhanden und entspricht etwa dem SPCM der mc22-Familie.
Erst die direkt digital/binär arbeitende DX7 mit einer anderen 2.4GHz-Methode ist, wie aus Amerika berichtet da dort schon erhältlich, angeblich wesentlich schneller. Der Vergleich mit einem schnellen PPM-Sender ist noch ausständig.

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Dieser Bericht entstand ganz privat und unbezahlt mit einer gekauften, ungesponsorten DX6 und ich bin niemandem verpflichtet. Neue Erkenntnisse werden bei Bekanntwerden ehebaldigst nachgetragen.

Was in der Woche nach diesem Bericht aus dem DX6-Originalsender wurde? Ein Implantatspender für die mc22!
Aber nur bis zum 18.12. 06. Jetzt ist der Senderteil wieder in seinem alten Bettchen. Wegen der o.a. Systemverzögerung von zusätzlich 46msec, die auch in der mc22 vorhanden waren. Leider.

Der Hf-Teil ist aber seit März 2007 wieder als mc22-Implantat in Verwendung, weil mir die wesentlich komfortableren Mischmöglichkeiten ohne Kunstgriffe und vor allem EXPO auch am Seitenruder fliegerisch viel angenehmer sind. Und 2 Sender mitzuschleppen, wenn man nicht nur mit einem DX6-Modell fliegen will wenn zB. der übliche Tageswind kommt, erspare ich mir auch. Da ich noch ein zweites DX6-Set habe, steht mir ohnedies immer ein Originalsender und der um den HF-Teil erleichterte Spender-Sender als Schülersender zur Verfügung.

Und auch das ist seit Mai 2007 schon wieder Geschichte, denn als "Implantat" arbeitet jetzt der Senderteil der Futaba T6EXP 2.4GHz mit der die Übertragung  zwischen Hand und Servo ungefähr 3 mal so schnell ist als mit der DX6. Und der mit der bei FHSS zulässigen Sendeleistung von <=100mW arbeitet. Für DSSS wie bei DX6 und DX7 ist ja nur 10mW in Europa zulässig.

Aus rechtlichen Gründen ist Irrtum ausdrücklich vorbehalten, also nicht ausgeschlossen.


Rudolf Fiala


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