http://rudolf-fiala.info      Fehlerfunde bei fast flugfertig um ca.€ 500.- gekauftem Motorsegler.
     
 Der Krampus lauert im Detail ...
     Natürlich bekommt man um € 500.- keine Edelorchidee, aber deswegen Schlampereien tolerieren?

© Rudolf Fiala, 05.12.2018     Besuchszahl:   

Der Lieferumfang: Motor und Servos ohne angepassten Gestängen installiert. Spinner mit Brücke und Propellerblätter mitgeliefert.
Kabelbaum vom Empfänger zum Flächenansatz mit Multiplex-Stecker für 4 Servos fix installiert.
Zum Betrieb ist noch zumindest Empfänger, Drehzahlsteller 60A (bei 3 Zellen) und 3S-Akku notwendig.
Das Modell dürfte schon einige Zeit am Markt sein, Kinderkrankheiten sollten somit nicht mehr existieren!
Laut Schachtel und Bedienungsanleitung handelt es sich um die Variante V3 aus vermutlich 2017.

Da die Fehlerfunde in ähnlicher Form und Menge bei unterschiedlichen Modellen vorkommen können,
erspare ich mir die Angabe der Typenbezeichnung. Und damit bedrohliche Geschäftsschädigungsvorwürfe seitens "empfindlicher" Hersteller/Lieferanten ohnedies. Oder es sei halt ein "Montagsmodell" und ähnliches Bla-Bla. Ich vom Herstellenamen geblendeter Optimist hätte es ja zurückschicken können, nicht war?

Diese Arbeit hat einen lexikalischen Charakter und soll eine Hilfestellung zur Fehlerauffindung und -beseitigung sein.


Fehlerfunde in der Reihenfolge der Entdeckung:

- Die Überprüfung der Einzelteile ergab, dass das auf der Verkäuferwebsite angegeben Fluggewicht mehr als ca.15% überschritten werden wird.
Und das bei einem als "Floater" mit 3,5m bezeichneten Modell. Ärgerlich, da die geringe Gewichtsangabe Teil der Kaufentscheidung war.
Der 12mm Flächenverbindungs-Stahlstab hat davon allein ein Gewicht von ca. 43 dkg. Aber: Fachmagazintest:10mm, seltsam!
Einen - nicht empfohlenen -  alternativen CFK-Stab mit 9 dkg für ein "schönes" Morgenthermikfliegen werde ich verwenden, Gewichtsersparnis 34 dkg / etwa 10% weniger Fluggewicht! Rumpf- und Flächenrohrkanten minimal (!!, aber doch!) wegen der bekannten CFK-Kerbwirkungsemfindlichkeit entschärft.


Rumpf:

- 3 Scharnierschlitze im Seitenruderholm außermittig und einer sogar ca. 2 mm aus der Flucht mit den anderen!!

- Gewinde der Löthülsen für die Gabelköpfe SR und HR schadhaft (konisch), sodaß die Gabelköpfe beim Aufschrauben - bis zur Hälfte - wieder total abrutschen bzw von der Kontermutter heruntergedrückt werden.

- Stoßstangen-Mimik zu weich, erst eine zusätzliche Lagerung der Rohre in Servonähe brachte eine annehmbare Steifigkeit für ein notwendiges Abfangen aus z.B. einem ungewollten Sturzflug. Heckseitig sind die Bowdenzüge gegen eine wabbelige Neutralstellung ebenfalls zu verkleben. Spant vorhanden, aber unverwendet.

- Eine Befestigungsschraube des Seitenruderservos im Servobrett ohne Gewindehalt.

Hier wäre der richtige Zeitpunkt für eine Rücksendung aus Qualitätsgründen gewesen ..., schade, Gelegenheit verpasst. Vor allem, da ich mir ja bewusst war, diese Fehler korrigieren zu können - der Winter ist ja lang. Die Zusammenbau-Problematik trat ja logischerweise erst später auf.


Mittelflächen:

-auf Verzug prüfen

- Servokabel zum äusseren Flügelteil zu lang, zusammengesteckt nicht einfach unterbringbar/einschiebbar.

- Wölbklappen auf Verzug  (
->>sind o.k.) und Bewegungsfreiheit bis zur Neutrallage prüfen
wenn die echte, also profilentsprechende Neutrallage nicht LEICHT erreicht werden kann ist Servobrummen, zusätzlicher Stromverbrauch und/oder veränderte Flugeigenschaften vorhersehbar.
 
- Längenangabe des Landeklappengestänges in der Anleitung um ca.9mm falsch.


Außenflächen:  
 
-auf Verzug prüfen,
 

- Servokabel zu kurz, geht nicht bis zur Flügel Trennstelle.

- Querruder auf Verzug prüfen, ->>sind o.k.

Rumpf- und Flügelverbindung: 

- Die Multilocks durch Harz bei den Klemmbacken blockiert. Mit VORSICHTIGER "Zahnarzt-Frästechnik" beweglich machen war bis zum DEUTLICHEN!! Einschnappen notwendig. Zusätzliche Flächensicherung in Überlegung. Auf jeden Fall ist zusätzliches Klebeband über die Anschlussrippen sicherheitsgünstig.

- Multiplex 6-fach-Stecker samt Steckungsrohr und Antitorsionsstifte sind nicht optimal in der vorgegebene Flucht und müssen vorsichtig korrigiert werden --> Löcher etwas verlängern, Stecker den "Buckel" durch abfräsen verringern und VOR ALLEM am Rumpfdurchgang an der GFK-Schicht Platz für die beiden Verstärkungsbuckel fräsen, damit der Stecker überhaupt durch die GFK-Schicht durchpasst! Bei meinem Modell war die Ausnehmung nur für den Stecker ohne seine Buckel durchgängig, was für mich der Beweis ist, das DIESER Rumpf mit DIESEN Flügel nie probehalber zusammengesteckt worden war!

Außerdem streiten sich die Fachleute in dem u.a. "kritischen Thread", ob es wegen der Elastizität des Flugzeugs und "Geschwindigkeitsabenteuers" nicht sinnvoller wäre, wenn nur der Steckerteil des Rumpfes "hart" eingeklebt wäre und der Stecker-Flügelteil daran ungehemmt - also unverklebt - anzustecken wäre. Das Argument erscheint logisch zu sein!

Ob ein leistungsschädlicher Einstellwinkelunterschied zwischen rechter und linker Fläche besteht, wird das Einfliegen ergeben.

- Traurig, aber auch nicht mehr überraschend bei der üblichen Visierprobe: Fläche und Höhenruder nicht in einer Ebene. Grund: das Höhenruderholm-CFK-Rohr steht nicht im korrekten Winkel zur Seitendämpfungsflosse! Und wenn der Rumpf zwischen Flügelauflage und HR nicht verdreht ist somit auch nicht zufällig in der Flügelebene. 
Korrektur mittels seitlich belastetem Durchziehen eines 5mm Bohrers bis zur Wunschstellung und dann Holmrohr in dieser Wunschstellung mittels Harz (Stabilit Express meine Wahl) fixieren - seitlich in den jetzt entstandenen Minimalspalt rechts und links uterschiedlich  hineinmassieren. 
Wenn man das Rohr nicht fix verkleben will, den Rohrmittelteil mit einem erprobtem Trennmittel (Öl, Seife etc.) versehen; ein Erfolg ist aber zweifelhaft: Mein Holm ist jetzt fix und ist die gleitfähige Drehachse innerhalb der Ruder. "Brems"-Sicherung mittels Tixo oder  eher Superkleberbenetzung muss jetzt an der beweglichen Hilfsholm-Übertragungsstange eingerichtet werden.
Apropos Holm-Mitte: nach Setzen des Rohres kommen bei mir zwei kleine O-Ringe darauf, verhindern ein Scheren der (eines) Pendelruder an der Seitenflosse.

Anmerkung: Im Internet (sehr kritischer Thread leider erst 7.12.2018 entdeckt) wird Ersatz der Höhenruder-Kohlerohre durch Stahl nach entsprechenden Erfahrungen empfohlen. 
Mit Stahldraht 1,8mm und 2,8mm und Harz auffüttern würde vermutlich auch das Bruchrisiko im Schnellflug und/oder dessen Folgen verringern. (Daher jetzt so ausgeführt!)

 - Höhenruder Neutrallage nirgends erkennbar. Nicht jeder hat eine Einstellwaage ...

Sonstiges: die Seitenruder-Folienscharniere- das sind keine Fliesscharniere, schauen nur so aus! -  habe ich nicht verwendet.

Bei kufen- und/oder radlosen Rümpfen scheint eine Opferfolie im Schleifbereich sinnvoll zu sein.

Und wie schauen die Fehlermöglichkeiten bei Fast-Fertig-Holzmodellen aus:

Arcus-Talent Leichtsegler ca. 2,6m, ARF Nacharbeitsnotwendigkeiten 12.2013,  Erstflug 2.3.2014
Eine Sammlung/Checkliste von Baufehlern und deren Beseitigung für ähnliche Modelle.

Rudolf Fiala

Hauptseite ........... Hauptseite ohne Vorwort