Beim
teilweisen oder ganzen "In-die-Hand-nehmen" Ihres Glaubens
mögen Ihnen meine Abhandlungen
und Linkangaben helfen.
©
Rudolf
Fiala, 28. 8.
2009, Besuchszahl: 
Gott unser Spiegelbild:
Blasphemie
oder Logik?
Unsere Meinung
und der Glaube
kann doch nur unserer Verständnisfähigkeit entsprechen.
Zu
mehr sind wir einfach gar nicht fähig!
Ein
scheinbar schwieriges Thema und der Verdacht der Blasphemie liegt
beängstigend nahe.
Mal abgesehen davon, dass in einem
gottgewollten System "Blasphemie" auch gottgewollt wäre ...
Damit
muss ich mich aber gar nicht beschäftigen, da auf unserer tieferen,
menschlichen Ebene schlüssige Begründungen zu finden sind, die die
Frage, ob unser
persönlicher Teil Gottes unser projiziertes Spiegelbild sein könnte
- also quasi nur unsere "Privatempfindung" -
ausreichend beantworten.
Dazu ein adaptiertes Zitat
aus meiner Abhandlung über das Kommunikationstheorem:
Eine
gesprochene/geschriebene Botschaft KANN nur so verstanden werden,
wie
es
Wissensstand, Denkweise, Tagesverfassung,
Intelligenz,
Gedächtnis,
Lesefähigkeit,
Lesegewohnheit, Geduld,
Aufgeschlossenheit,
Gutem Willen und einigen anderen Eigenschaften,
wie
zum Beispiel der "Kognitiven Dissonanz" (="Ich verstehe nur Bahnhof")
des EMPFÄNGERS entspricht.
Es gibt
freilich auch die non-verbale Kommunikation von Empathie, Körpersprache,
Spiegelneuronen,
Sympathie, etc.etc. bis zur bei jedem Menschen unterschiedlichen
Beziehungs- und Liebesfähigkeit.
Die GESENDETE Botschaft ist zwar
der Auslöser
für
geistige
Zuordnungsvorgänge und
ggf. auch Verständnis, Kritik bis zur totalen
Bekämpfung, aber
ihr
vom
SENDER
zugeordneter
SINN
wird
nicht unbedingt erkannt. Klar, der Sender mit
einem u.U.
ganz anderem
Wissensstand etc. als der Empfänger ist ja selbst
Teil
dieses
naturgesetzlichen Problems.
Manchmal ist dieses Problem
besonders sehr gut zu
erkennen, wozu der Volksmund
die einfache Formel hat: "Mit einem Geburtsblinden
kannst
Du
nicht über Farben
reden!" Nicht einmal dann, wenn er hochwissenschaftlich
gebildet
mit
dem Begriff
"Farbtemperatur" umgehen kann, es fehlt ihm einfach die
optische Information
"Farbe".
Insuffiziente "Querleser" und
"Funktionelle
Analphabeten"
(Pisa-Studie:
ca. 5%-15% der europäisch-
stämmigen Bevölkerung)
sind noch ein weiteres,
hier
vollständigkeitshalber
erwähntes Problem.
Auch wenn sich die Funkionellen
Analphabeten noch
so sehr bemühen, sie können es nicht besser.
Zitat
Ende, im obigen Link ist auch etwas über Glaube auf Basis Sir Poppers
und Gödels
Unvollständigkeitstheorem zu finden.
Es
ist freilich unbestreitbar, dass
ich auch diesen Gesetzen unterliege,
wobei ich hoffe, dass sich meine Leser nicht zu sehr unterfordert oder
überfordert - trotz möglichster Vermeidung von Fremdworten - fühlen.
Möge meine Absicht der Anregung auf fruchtbaren Boden fallen....
Zitat
Nummer 2, aus Wikipedia:
Schemata
beeinflussen also als Vorwissensstrukturen die Integration neuer
Information. Sie erfüllen dabei folgende Funktionen:
- Nur die Information wird aufgenommen, die für
bereits vorhandene Schemata relevant erscheint (Selektion).
- Es
werden aufgrund von Erwartungen bestimmte Leerstellen eröffnet, die aus
dem konkreten Informationsangebot aufgefüllt werden (Erwartung).
- Schemabezogene
Information erhält mehr Aufmerksamkeit als schemairrelevante
Information und wird deshalb auch besser behalten (Aufmerksamkeit).
- Nur
die Bedeutung, nicht aber die Form einer Information wird weiter
verarbeitet (Abstraktion).
- Information
wird in Bezug auf die vorhandenen Schemata interpretiert (Interpretation).
- Die
verarbeitete Information wird mit den Schemata zu einem neuen System
verbunden oder geht in ihm ganz auf (Integration)
Auf
diesen Zitaten aufbauend ist es eigentlich leicht, die Behauptung des
unterschiedlichen "privaten" göttlichen Spiegelbildes bezw.
Gottesempfindens in jedem einzelnen Menschen als gegeben zu betrachten.
Die
Skala der Gefühle daraus reichen aber von "euphorisch" über
"beachtlich" bis zu "traurig" und "hoffnungslos"!
Die
Konsequenzen daraus und vor allem die ungeheuer große Streuung über die
Menschheit im Ganzen aber auch innerhalb relativ kleiner Gruppen ist
unter Umständen bedenklich, als Anregung seien hier nur ein paar Themen
aufgeworfen :
1)
Persönlich Lebensauffassung,
2)
Kontaktfähigkeit
zu
Familie und Bekannten,
3) Allgemeines Menschenbild,
4)
Verantwortung
gegenüber der Umwelt (Tiere, Pflanzen, der Planet Terra
an sich),
5) Einflussmöglichkeit der Philosophie auf
den vorfixierten Menschen
ohne Änderungsbereitschaft,
6) Die persönlichen Toleranz- oder
Unduldsamkeitsgrenzen,
und
nicht zu vergessen:
7)
das persönliche
Gottesbewusstsein
- sich seines Teil Gottes bewusst sein - als Chance zur subjektiven
Lebensqualitätverbesserung für sich selbst und die Umwelt. Was
allerdings eine gewisse Lern- und Änderungsfähigkeit voraussetzt;
leider!
Schwierig
ist hier eine Beurteilung, weil es objektiv nur wenige Messwerte für
"Lebensqualität" gibt. Wie auch keine objektiven Messwerte für "gut"
und "böse" und die Folgen
daraus.
Es
ist vorstellbar und leider auch beweisbar, dass es Menschen gibt, die
sich wohler fühlen, wenn sie böse sind. Die Umwelt und andere Menschen
schädigen und sich von nichts, und schon gar nicht durch gläubigen
Gedanken, von Schlechtigkeiten abhalten lassen. Die
machtbesessenen Päpste des
Mittelalters sind die dazu "bestens" passende Beispiele. Aber auch die
vielen und willigen Auslöser der abstrusen Glaubenskriege durch die
Jahrtausende. Siehe auch »hier,
Jänner 2011«
Machtbesessenheit
ist überhaupt der größte Antagonist für eine humane praktizierende
Ethik und wenn es
einen Satan gäbe, wäre das der einfachste Beweis für seine Existenz.
Was allerdings nicht nur für die Ausübung der Macht im Großen mit
vielen Toten, sondern auch für kleinen Machtgeplänkel im menschlichen
Leben gilt, die allerdings auch zu Toten und Schwerverletzten führen
können. Bei "materiellem" Überlegenheitsgefühl zu Verkehrsopfern
oder Eigenschädigung dank Unverletzbarkeitssyndroms bei
Sportausübung, als auch psychisch und psychosomatisch geschädigten
Mitmenschen mit Depressionen und körperlichen Stressfolgen bis zum
Herztod.
Nun,
nochmals zum Gottesbewusstsein, quasi
geboren in der eigenen Seele,
jetzt optimistisch betrachtet, samt der daraus resultierenden frohen
Botschaft:
Es
spricht nichts gegen die Annahme, dass ein gütiger Gott
gegenüber der
strikten Übereinstimmung unseres erkennen-Wollens mit unserem
erkennen-Können tolerant
sein könnte. Letztendlich könnte Er ja die
Ursache dafür sein, von Ihm hätten wir ja unsere Talente. Bei
Intoleranz würde Er sich ja widersprechen; wozu eigentlich.
Woraus
schlüssig folgt, dass auch unsere
gottgerichtete Erkenntnisfähigkeit, oder besser
Empfindungsfähigkeit nur unseren Fähigkeiten an sich entspricht.
Und somit auch
nur unser ganz privates Empfindungs-Resultat oder genereller die
Weltsicht "nur" den Fähigkeiten entspricht.
Hier
noch passend die Ergänzung, dass viele Frauen freilich Gott nicht als
männlich, sondern als weiblich empfinden.
Ansatzweise
bibelgetreu verwende ich absichtlich jetzt nicht den Begriff "Bildnis",
welches wir uns ja nicht machen sollen.
Ist auch nicht notwendig, die
Empfindung seiner Omnipräsenz ist ausreichend für die Gläubigkeit!
Das
gilt freilich für jede Form der Gläubigkeit, völlig unabhängig von
Religionen, auch wenn das einschränkende "Sola Scriptura"
der Christen
einen Ausschließungsanspruch nahezubringen versucht.
Einen
zB.
ethisch nachdenklichen Manitou-gläubigen
Indianer, der noch nie etwas
von oder aus der Bibel gehört hat als Ungläubigen zu bezeichnen,
bringen tatsächlich nur christliche
Fundamentalisten zusammen. Und
damit gleichzeitig Gott zu unterstellen, Ihm angeblich nicht zur Ehre
reichende
Menschen - da Nichtchristen - erschaffen zu haben, ist doch
unbestreitbar eine Form des elitären
Größenwahns. Der ja nachweislich
zur Ausrottung
oder Ausrottungsversuchen an
nichtchristlichen Völkern
geführt hat. Und führt!
In
diesem Zusammenhang sei die Bemerkung erlaubt, dass das, was allgemein
als christliche Religion definiert wird, größtenteils als "paulinische"
Religion zu bezeichnen wäre und zu deren Entwicklung und
Ausprägung
Jesus sehr wenig Dogmatisches - ich wiederhole: sehr wenig Dogmatisches
- beigetragen hat. Und was von
Paulus und anderen Meinungsbildnern/"Kirchenvätern" noch radikal verändert worden war:
siehe z.B. Wie
Paulus die Lehre Jesu verfälschte,
wobei weiters anzumerken wäre, dass ein Jesus nie persönlich begegneter
Paulus heutzutage mit dem Begriff "Esoteriker" - also alles "von innen"
- zu bezeichnen wäre.
Sollte Sie also jemand als "Esoteriker"
verunglimpfen wollen, erinnern sie ihn an Paulus und seine
Nachfolger
durch die Jahrtausende! ZB. an Luther und seine
Unterschiede zu Jesus.
Bevor es jetzt
schwer psychologisch wird:
Wenn
Sie mir bezüglich der "privaten" Erkenntnisfähigkeit und somit auch der
völlig "privaten" Gottesempfindung, die Ihnen niemand nehmen kann, oder
zu nehmen versuchen darf, zustimmen können, kommt jetzt der
Umkehrschluss:
Aus
den Eigenschaften, die jemand Gott zuschreibt
kann vice versa auf seine eigene Persönlichkeit geschlossen werden.
Quasi ein spiritueller Rorschachtest!
Jemand, der Gott als
gnadenvoll, freundlich, barmherzig, tolerant und was es an
ähnlichen Begriffen
noch gibt definiert, wird auch als Person mit hoher Wahrscheinlichkeit
ähnliche Grundzüge aufweisen.
Jemand, der Gott als streng,
intolerant, rachsüchtig, verfolgend, oder fundamentalistisch etc.
definiert, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein sehr intoleranter und
ggf. fundamentalistischer Mensch sein.
Weitere
Beispiele und vor
allem "Persönlichkeiten", die dieser Theorie entsprechen brauche ich
kaum anzuführen; es gibt deren genug.
Die Crux mit diesem
"Vice-Versa" ist, dass beispielsweise schlimme
Einzelschicksale auch zu
negativ verinnerlichten Gottesansichten führen können, die dem
sonstigen Erscheinungsbild dieses betroffenen und u.U. leidenden
Menschen gar nicht entsprechen. Der vielleicht ein sehr zugänglicher
Mensch
ist und womöglich selbst mit seinem/ihrem Gottesbild sehr unzufrieden
ist.
Diese Crux haben aber alle projektiven, psychologischen
Methoden, die dank besonderer Randbedingungen zu Fehlergebnissen führen.
Den
sich dadurch ergebenden Misserfolg schätze ich im Mittel auf etwa 20%
woraus folgt, dass Sie bei ca. 80% der Menschen mit der Meinungsbildung
anhand des von ihm geäußerten Gottesbildes ziemlich
gut
liegen dürften. Egal, welchen Beruf diese haben oder
hatten.
Überraschende
Erkenntnis zu dieser Spiegelbild-Hypothese:
Das
gilt nicht nur für Personen, sondern auch für doktrinäre Systeme
beliebiger Art wie Religionen, Wirtschaftssysteme und Staaten!
Als
Beispiel jene Religion, in der es Teufel, Fegefeuer, ewige Verdammnis,
unbegrenztes Leid und Ähnliches mir Widerwärtiges als Grundkonzept gibt:
Sie
war eine wesentliche Ursache oder/und Handlanger für allerlei
mittelalterliche Mordaktivitäten samt Völkerauslöschungen:
Kreuzzüge,
Indianermission etc., bibeltreue(!!) Hexenverbrennungen
aus Frauenphobie, Glaubenskriege etc. etc.
Da
passt ein nach Ansicht der "zuständigen" Glaubenrepräsentanten
angeblich rachsüchtiger und unbedingt zu besänftigender,
ablass-schachernder
grauslicher Xxxx samt seiner Erfüllungsgehilfen
doch bestens dazu. Dieses Machtkonstrukt anders als Xxxx zu
nennen, ist mir unerträglich; mit dem mir vertrauten - und empfundenen
- Gottesbegriff hat das nicht das Geringste zu tun. Im Gegenteil, es
ist eine Gottes-Vergewaltigung
(siehe hier) als Quasi-Alibi der Machtbesessenheit.
Ich
stehe aber keinesfalls an, an Hand der modernen Glaubensbekundungen
z.B. des Wiener Erzbischofs und Kardinals Dr. Christoph Schönborn
-
Zitat: „.... Doch
ehrlich: Wer
kann von sich sagen, er kenne Gott wirklich? Was wir von Gott wissen,
ist Ahnung, meist ein recht unbestimmter Glauben "an eine
höhere Macht". Aber so wirklich, so ganz und gar, kennt doch
keiner von uns Gott.” - das
Verb "passt" durch eine Vergangenheitsform wie "passte" zu ersetzen.
Das Zitat ist hier
zu finden.
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Zum
erheiterndem Ausklang, falls Sie manches hier traurig gemacht
hat:
Es
gibt keinen Grund anzunehmen, dass der "verborgene Gott" humorlos wäre;
ganz
im Gegenteil denke ich. Somit sei ein Ausflug auf die projektive
humorvolle Seite erlaubt:
Wenn ich von meinen mir aus unbekannten Gründen Freude machenden
Abhandlungen, von der umfangreichen Schreiberei und der Hypothese des
Spiegelbildes ausgehe, hat Er es wohl kaum bei der Beschriftung der
mosaischen Steintafeln als einzige schriftstellerische Tätigkeit
belassen....
Oder
gilt hier vielleicht doch Dorothee Sölles "Gott hat nur unsere Hände"?
Und folgerichtig die Hände aller spiritueller Schreiberlinge?
- - - o o o 0
0 0 o o o - - -
Zu
dieser Abhandlung weiters noch direkt passend:
12. Freude
schöner
Götterfunke 24.12.2008
8.
Gottes
"Freie, unbezahlte Mitarbeiter" ohne
dogmatische Zwänge 3.10.2008
Rudolf
Fiala