http://rudolf-fiala.info      Mehrpunktmischer (5-,9-, etc-Punkt) und Verwendungsmöglichkeiten
    Wozu hat man denn die vielen Mischer, wenn nicht zur Erleichterung?

     © Rudolf Fiala,  3. 11. 2005 '    


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Unsere modernen Computersender werden nicht nur mit "Linearmischern" sondern auch mit "Mehrpunktmischern" geliefert.

Prinzipiell ist aber jeder unsymmetrisch einstellbare Linearmischer schon ein 3-Punktmischer, wobei 2 Punkte eben die Eckpunkte des Diagramms darstellen und der Mittenpunkt den 3. Punkt. Dieser Mittenpunkt ist mittels "Offset" seitlich aus der Mitte zu bewegen, ergibt somit weitere Möglichkeiten. Siehe große Skizze "Mit OFFSET".

Allerdings ist seine "Höhe" im Diagramm, entsprechend einer dann bereits vorhandenen symmetrischen Wirkung bei Knüppel-Mittellage, nicht einstellbar. Nur asymmetrisch ist die Wirkung durch den sich bei Offset verändernden Schnittpunkt mit der Mittellinie einstellbar.

Bei Mehrpunktmischern ist dieser Mittenpunkt auch nach oben oder unten so wie alle anderen Mischerpunkte in Grenzen frei einstellbar.

5-Punktmischer klingt doch nach viel, oder? Na ja, es kommt eigentlich auf jeder Seite des Mischdiagramms noch EIN weiterer Punkt dazu, nicht mehr.

Die Orte für die Punkte sind innerhalb bestimmter Grenzen vorgegeben, wobei dieser zusätzliche Punkt pro Seite beispielsweise irgend wo zwischen 70% und 30% setzbar und einstellbar ist.

Bei modernen Kurvenmischern ist auch vorgebbar, ob diese Kurve eckig "unverrundet" oder mathematisch verrundert an die Servos weitergegeben wird.

Sicherheitshalber sei noch erwähnt, dass für die Einstellung der Ruder noch eine weitere Anpassungs- aber auch Fehleinstellmöglichkeit existiert: im Servo-Einstellmenue die Servomitte, die asymmetrischen Servowege und Wegbegrenzungen. Die Trimmungen sollten beim eingestellten Modell immer nahe Null sein, prinzipiell möglich ist das aber "dank" der Vielzahn-Servo zu Servohebelverbindungen nicht. Das behandle ich hier nicht.
Bei der neuen T14MZ/FX40 ist die Wegeinstellung zwischen Joysticks und Ruder auf Wunsch überhaupt nicht linear und beliebige Kurven mit bis zu 17 (wenn ich mich richtig erinnere) Punkten einstellbar. Wie es bei der mc22 als "5-Punkt-Gaskurve" schon vorhanden ist.

Also:

Verschiedene MischerDas sind die üblichen Beispiele
aus den Bedienungsanleitungen.

Hier passt auch gut der Hinweis,
dass mittels DUAL-Rate, EXPO und
der Kombination beider Möglichkeiten
noch zusätzliche Beeinflussungsformen
gegeben sind. Samt Fehleinstellungen.


Bei diesen z.B. 5-Punkt-Mischungen
sollgezeigt werden, dass der MITTLERE
Kurvenpunkt nicht nur OFFSET wie oben
haben kann, sondern auch eine beliebige
Höhe über der Grundlinie.





Diese Beispiele für reale Anwendungen
werden folgend prinzipiell beschrieben.
Die tatsächlichen Werte müssen bis zur
Zufriedenheit ertestet werden.
Mischverhältnisse sind IMMER Kompromisse,
da sie ja in sehr unterschiedlichen Flug-
geschwindigkeiten wirksam sind.



Es ist sinnvoll, alle Sondermischer abschaltbar zu machen und sie weiters in entsprechenden Flugphasenprogrammierungen zu verwenden. Siehe hier Flugphasen Normalflug und Hovern


Hover-GasmischerBeispiel 1 für starke Wirkungen bei geringen Knüppelbetätigungen gleich neben der Neutrallage.
Quasi eine "stoßweise" Zumischung und dann geht es leicht erhöhend weiter.

Anwendung: Beim Hovern wird bei Seitenruder- und Höhenruderkorrekturen der Widerstand erhöht.
Dadurch verliert das Modell ungewollt Höhe.
Die Wirkung der Ruderkorrekturen ist mit Gasstößen auch besser. Daher:

Um sich das händische "Herumsägen" mit dem Gas zu ersparen, kann man diese Mischerkurve verwenden.



Snapflap-MischerBeispiel 2 für Wirkungen weit neben der Knüppelmitte.

Anwendung zB. an den Querrudern:
Positive (Auftriebs- und Widerstandserhöhung) Einstellung für schnappende Klappen / Snapflaps
für extrem enge Loopings.
Negative Einstellung für eine bessere Aerodynamik ohne Modellausbrechen beim Show-Hochreissen vor dem Hovern.



Snapflap mit SchalterDas lässt sich aber auch mit einem Linearmischer realisieren, wenn man am Höhenruderknüppel
2 Geberschaltpunkte 1 und 2 einstellt. Klarerweise reicht da ein Mischverhältnis von wenigen %,
die Skizze ist um ein Vielfaches überhöht.

Diese beiden Beispiele sind natürlich noch kombinierbar, also Mehrpunktmischer mit Geberschalter,
keine Ahnung wofür. Bei mehr als 5 Mischerpunkten, zB einem 9-Punktmischer, ist dieses Beispiel
ähnlich - nicht mit der scharfen Stufe - auch ohne Schalter realisierbar.




MesserflugmischerBeispiel 3 für die Verfeinerung von Zumischungen

Typische Anwendungen wären die genauere Abstimmungen von Messerflugzumischungen für
Querruder und/oder Höhenruder(HR allerdings in Mischer-V-Form) je nach Seitenruder-Ausschlag.

Wenn ein Sender aber nur 2 Mehrpunktmischer hat - wie mc22/mx22 - würde ich das ohne Verfeinerung
mit Linearmischern realisieren und bei einem hoverfähigen Modell das Gas-Beispiel 1 für die beiden
5-Punktmischer verwenden. (Habe ich auch so.)
 

Es ist unbestreitbar, dass man auch ohne Mischerverwendung und ohne Flugphasenprogramme erfolgreich Modellflug machen kann.
Genau so unbestreitbar ist, dass die Mischerverwendung der Erleichterung und Spaßvergrößerung dienen kann. Man muss sie ja nicht extra kaufen sondern sich mit den Möglichkeiten des Senders etwas beschäftigen.

Sicherheitshalber erwähnt: Es kann unbedingt notwendig werden, Servowege mit der "Wegbegrenzung" zu begrenzen!


Somit: Fröhliches Mischen! Und nicht auf das Einrichten der Abschaltbarkeit vergessen.


Rudolf Fiala

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