http://rudolf-fiala.info      Störungsvermeidung 1: Persönliche Strategien
    Aufmerksamkeit und Verhaltensanpassung
   
     Teil 2: Spezielle Empfängertechniken, Vorteile/Nachteile

© Rudolf Fiala,  4. 10. 2005 '     

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Natürlich macht es Spaß, an gut besuchten Wochenenden das Seinige zum fliegerischen Klubleben beizutragen.

Offensichtlich ist, dass mit Zunahme der fliegenden Objekte auch das "Berührungsrisiko" in der Luft steigt.

Die Grundursache für dieses und ANDERE Risiken können ja kaum die Modelle an sich sein und die bewährte Methode, dem Trubel zu entgehen oder andere spezielle Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, möchte ich hier einmal zusammenfassen.

Für diese Abhandlung wird vorausgesetzt, dass das Modell und seine Technik in einwandfreiem Zustand sind.
Zu speziellen - leider im Vergleich zum simplen PPM-Verfahren die Antwortzeit zwischen Pilotenhand und Servoreaktion verlängernden - Methoden im Bereich des Empfängers, wie einerseite PCM mit Prüfsummen, andererseits PPM-Fehlerglättungsverfahren, Plausibiltätskontrolle, "Sendersignatur"-Verwendung und sonstigen Impuls-Manipulationsmethoden wird im geplanten Teil 2 berichtet.

Zwei technische allgemeine Anmerkungen über eine eigentlich auch schon persönliche Strategie:

1) Durch die immer größere Anzahl von lokalen UKW-Sendern hat sich herauskristallisiert, dass Doppelsuperhet-Empfänger für unerwünschte Einstrahlungen und daraus resultierende Störungen weniger empfindlich zu sein scheinen als Einfach-Super. Besonders in Ballungsräumen ist daher die Doppelsuper-Verwendung ernsthaftest in Betracht zu ziehen. Möglicherweise sind in manchen Vereinen auch besonders störungsbehaftete Kanäle bei Einfachsupern bekannt. Eine Kanal-Absprache von Einfachsuper- und Doppelsuperverwendern liegt daher nahe, da diese Kanäle für die Doppelsuper keine Gefahr darstellen, sie "lauschen" trennschärfer auf andere Störfrequenzen und das noch viel schwächer.

2) Im Zusammenhang mit der 2,4 GHz Technik ist es sehr sinnvoll, die Foren wie zB. RC-Line, zu verfolgen, um sowohl über technische Probleme einzelner im Verkauf befindlicher Produkte - in der EU darf auch etwas verkauft werden, dass eigentlich nicht uneingeschränkt verwendbar ist , wie zB. Radarwarner -, als auch über die landesbezogene Legalität dieser Fernsteuerungen informiert zu sein. Noch offene Legalitätsprobleme - dank fehlerhafter Normen im Bereich DSSS - werden im ersten Halbjahr 2008 nach einer für Mitte April geplanten Konferenz der Normierungsstelle ETSI VERMUTLICH einer Lösung zugeführt werden.
Frequenz Hopping Spread Spectrum (FHSS) wie Futaba 2G4 "FASST" ist nach derzeitigem Stand (Anfang 2008) uneingeschränkt mit 100mW Leistung legal.
ALLE anderen Systeme auf DSSS-Basis mit fixen Sendefrequenzen im Betrieb dürften nur 10mW Sendeleistung als Short Range Device (SRD, EN300440) oder 10mW pro 1MHz-Bandbreite (also bei 1.6MHz Bandbreite dann eben 16mW) nach EN300328 verwenden.

Sehr traurig ist in diesem Zusammenhang, dass die "Fachzeitschriften" sowohl durch Verschweigen bereits monatelang bekannter Probleme als auch massiver Werbetätigkeit der Importeure nicht zur Kaufsicherheit beitragen.
Vom Erzeuger oder Vertreiber ungeprüft angebrachte CE- oder CE!- Zeichen betreffen nur die Verkäuflichkeit in der EU, sind aber kein Genehmigung zur uneingeschränkten Verwendung.

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Strategie persönlicher Flugbetrieb:

Fliegen zu nicht stark oder überhaupt nicht von Kollegen besuchten Tageszeiten, zB. Kunstflug von 8 bis 10 Uhr.
Ausnutzen schwachwindiger Tageszeiten morgends und abends.
Startverzicht bei nicht optimalen Wetterlagen (Zunehmender Wind, kritischer Querwind, zunehmende Böigkeit).

IMMER
Startverzicht bei geringsten Anzeichen von Funktionsproblemen des Modells, persönlicher Unpässlichkeit (es gab schon Herzinfarkte am Flugplatz) oder Unsicherheit (könnte eine momentane Gehirneinschränkung durch Hitze oder einer "Transienten Ischämischen Attacke" sein, auch bei plötzlichen Sehproblemen!!) und unerwarteter Platzhektik durch irgend welche äußeren Umstände.

Strategie Kollegenbeobachtung im Flug:

Mit welchen Kollegen könnte ich gleichzeitig höhen- oder seitengestaffelt ohne Kollisionsgefahren fliegen? Und mit wem nicht?
Wer neigt zu chaotischen Landeanflügen? Bei wem möchte ich nicht am Pistenrand stehen?


Strategie Kollegenbeobachtung am Boden:

Alte Sender mit 500mW Abstrahlung?
Bei Modell-Wacklern in der Luft: wer fliegt noch außer dem "Wackler"? Mit welchem Sender?
Eventuell optischen Scanner verwenden zur Erkennung von "Breitstrahlern".
Wer steht irgendwo weiter hinten und schaltete mit Beobachtung der Kollegenmodelle seinen Sender ein - um zu sehen, dass er nicht stört? Der weiß nämlich, dass sein Sender Probleme machen kann! Nie mit diesem Senderbesitzer fliegen!


Strategie "Zuschauen macht auch Spaß"!

Typische Situation: Sonntag später Vormittag oder nachmittags, die geparkten Autos, Modelle am Boden und der Flugverkehr werden immer mehr, die freien Kanäle auf der Frequenztafel etc. immer weniger.
Und wenn dann noch "Käpten Speedy Conzales" eintrifft........


Strategie Signalstärkeverteilung:

Möglichst alle eingeschalteten Sender in einem engen Bereich, der NIE überflogen wird. GANZ SCHLECHT: Jemand am anderen Pistenende!
Sendeantenne fast senkrecht und mit einer seitlich Neigung von etwa 10°.
Nie mit der Antenne aufs Modell zeigen - leider ein typisches Problem mancher billiger Handsender.
Handsender: bei Übertragungsproblemen - besonders bei größeren Entfernungen -  sofort Antenne senkrecht halten. Das Fliegen  in dieser Senderstellung vorher üben!


Strategie Frequenzüberwachung und Vorstufen Mischfrequenzen:

Immer wieder kontrollieren, ob die Kollegen wirklich ihre abgestellten Sender ausgeschaltet haben. Besonders bei den Sender, die mit voller Senderantennenlänge herumstehen.

Mit einem optischen Scanner ist das erkennbar: Es gibt Mischprodukte, die sich auf "Spiegelkanälen" bemerkbar machen bezw. die Empfängerfunktion stören können.
Bei zb. K65 und K67 gibt es Nebenstellen auf K69 und K63, die erst in der Empfänger-Vorstufe entstehen.
Wenn somit 3 Modelle - besonders bei benachbarten Kanälen - in der Luft sind und Ihre Kanalzahlen um den mittleren Kanal symmetrisch sind (K63-K65-K67), können sich K63 und K67 unter ungünstigen Antennenstellungen und/oder Pilotenstandorten (in Bezug auf das Modell, besonders beim Schwachwind-Hangflug mit relativ tiefen Überflügen) gegenseitig stören.


Extrem wichtig: Strategie richtige Failsafe-Einstellung:

Es gibt schon viele Empfänger  - außer PCM, klar - die Motor-Failsafe-fähig sind. Was bedeutet, dass diese Empfänger mit noch nicht richtig eingestelltem Motor-Failsafe aus der Schachtel kommen. Sich auf Werks-Einstellungen zu verlassen, kann zu schweren Schäden an Personen und/oder Material führen. Entweder weil der Motor im Failsafe-Fall bei Start, Landung oder Hinrollen zum Abstellplatz(!) plötzlich nicht mehr steuerbar ist, oder womöglich ungewollt und schadensverursachung auf eine mittlere, hohe oder sehr hohe Drehzahl geht, OHNE gedrosselt werden zu können. PPM-Systeme sind hier technisch bedingt wesentlich gefährdeter als PCM1024 oder PCM2048 Empfänger (wegen ihres Einzelgruppenfailsafes, das den Motorkanal gar nicht betreffen muss).


Strategie Wetter und erwartbare Änderungen:


Wolken, Windzunahme, Böigkeitsänderungen
beobachten.

Bei plötzlich während eines Fluges stark hörbarem Rauschen SOFORT landen: Windwalzen durch "Wegschieben" der noch stehenden Luft mit starken Aufwinden und Böen an der sehr schmalen Grenzfläche und Starkwind bei/ab Windband-Durchgang.
Wenn das Rauschen schon erkennbar nahe ist - je nach Umweltgeräuschen erkennt man das spätestens bei einem noch vorhandenen Abstand von ca. 300m: Nicht zum Rauschen hinfliegen, kurzen Landeanflug möglichst gegen das Rauschen machen. AUCH wenn momentan ein schwacher Rückenwind zum Rauschen hin vorhanden ist.
Achtung: Flächenkreisel (hier) können Böen so lange verschleiern, bis das Modell plötzlich unsteuerbar wird!


Anregung zu Strategie Qualitätserhalt:

Besonderes Augenmerk auf alles was am Modell oder Sender (Antennenfuß!) locker werden kann.
Periodische Prüfungen von Akkus und Prüfjournal für frühzeitige Schwächenerkennung.
Prinzipielle Verwendung von 2 Empfängerschaltern und selbige an nichtvibrierenden Stellen montiert.
Usw, hier ist die Fantasie jedes Einzelnen bei der Aufspürung potentieller Fehlerquellen gefordert, in Internetforen und Homepages - auch meiner - gibt es dazu viele Hinweise und Erfahrungsberichte. Wird daher hier nicht mehr verbreitert.


Strategie: "Was nicht drinnen ist, kann auch nicht kaputtwerden"
 
Keinen Strom verbrauchen, keinen Kurzschluss verursachen, keine Funktion verlieren ......

Strategie Störungen in der Nähe von Straßen und Feldwegen:

Nie, absolut nie über einen Feldweg in niederer Höhe anfliegen, auf dem gerade ein Uralt-Moped oder -Motorrad unterwegs ist! Viele Bauern, die die Möglichkeit haben auf nicht öffentlichen Verkehrswegen zu ihren Feldern zu kommen, verwenden gerne diese unentstörten, nicht mehr zulassungsfähigen Zweiräder, besonders in flachen Weinbaugegenden wie im Osten Österreichs.

Fazit:

Diese Strategiensammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es sind Beispiele für die Einbeziehung der Umweltgegebenheiten in den persönlichen Flugbetrieb mit dem Ziel, diesen möglichst Störungs- und Schadens-frei zu halten.
Und das gelingt eben sogar mit Aufmerksamkeit und ggf. Flugverzicht! Ohne finanziellem Mehraufwand und/oder Veränderung des vorhandenen Materials.

Teil 2: Spezielle Empfängertechniken, Vorteile/Nachteile


Rudolf Fiala
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