Natürlich macht es Spaß, an gut besuchten
Wochenenden das Seinige zum fliegerischen Klubleben beizutragen.
Offensichtlich
ist, dass mit Zunahme der fliegenden Objekte auch das
"Berührungsrisiko" in der Luft steigt.
Die Grundursache für dieses und ANDERE Risiken können
ja kaum die Modelle an sich sein und die bewährte Methode, dem
Trubel zu entgehen oder andere spezielle Sicherheitsmaßnahmen
zu ergreifen, möchte ich hier einmal zusammenfassen.
Für diese Abhandlung wird vorausgesetzt, dass das Modell und seine Technik in einwandfreiem
Zustand sind.
Zu speziellen - leider im Vergleich zum simplen PPM-Verfahren die
Antwortzeit zwischen Pilotenhand und Servoreaktion verlängernden -
Methoden im Bereich des Empfängers, wie einerseite PCM mit
Prüfsummen, andererseits PPM-Fehlerglättungsverfahren,
Plausibiltätskontrolle, "Sendersignatur"-Verwendung und sonstigen
Impuls-Manipulationsmethoden
wird im geplanten Teil 2 berichtet.
Zwei technische allgemeine Anmerkungen über eine
eigentlich auch schon persönliche Strategie:
1) Durch die immer größere Anzahl von lokalen
UKW-Sendern hat
sich herauskristallisiert, dass Doppelsuperhet-Empfänger
für
unerwünschte Einstrahlungen und daraus resultierende
Störungen weniger empfindlich zu sein scheinen als
Einfach-Super.
Besonders in Ballungsräumen ist daher die
Doppelsuper-Verwendung
ernsthaftest in Betracht zu ziehen. Möglicherweise sind in
manchen
Vereinen auch besonders störungsbehaftete Kanäle bei
Einfachsupern bekannt. Eine Kanal-Absprache von Einfachsuper- und
Doppelsuperverwendern liegt daher nahe, da diese Kanäle
für
die Doppelsuper keine Gefahr darstellen, sie "lauschen" trennschärfer
auf andere Störfrequenzen und das noch viel schwächer.
2) Im Zusammenhang mit der 2,4 GHz Technik ist es sehr
sinnvoll, die Foren wie zB. RC-Line, zu verfolgen, um sowohl über
technische Probleme einzelner im Verkauf befindlicher Produkte - in der
EU darf auch etwas verkauft werden, dass eigentlich nicht
uneingeschränkt verwendbar ist , wie zB. Radarwarner -, als auch
über die landesbezogene Legalität dieser Fernsteuerungen
informiert zu sein. Noch offene Legalitätsprobleme - dank
fehlerhafter Normen im Bereich DSSS - werden im ersten Halbjahr 2008
nach einer für Mitte April geplanten Konferenz der
Normierungsstelle ETSI VERMUTLICH einer Lösung zugeführt
werden.
Frequenz Hopping Spread Spectrum (FHSS) wie Futaba 2G4 "FASST" ist nach derzeitigem Stand (Anfang 2008) uneingeschränkt mit 100mW Leistung legal.
ALLE anderen Systeme auf DSSS-Basis mit fixen Sendefrequenzen im
Betrieb dürften nur 10mW Sendeleistung als Short Range Device
(SRD, EN300440) oder 10mW pro 1MHz-Bandbreite (also bei 1.6MHz
Bandbreite dann eben 16mW) nach EN300328 verwenden.
Sehr traurig ist in diesem Zusammenhang, dass die "Fachzeitschriften"
sowohl durch Verschweigen bereits monatelang bekannter Probleme als
auch massiver Werbetätigkeit der Importeure nicht zur
Kaufsicherheit beitragen.
Vom Erzeuger oder Vertreiber ungeprüft angebrachte CE- oder CE!-
Zeichen betreffen nur die Verkäuflichkeit in der EU, sind aber
kein Genehmigung zur uneingeschränkten Verwendung.
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Strategie persönlicher Flugbetrieb:
Fliegen zu nicht stark oder überhaupt nicht von Kollegen
besuchten Tageszeiten, zB. Kunstflug von 8 bis 10 Uhr.
Ausnutzen schwachwindiger Tageszeiten morgends und abends.
Startverzicht bei nicht optimalen Wetterlagen (Zunehmender Wind,
kritischer Querwind, zunehmende Böigkeit).
IMMER Startverzicht bei geringsten Anzeichen von
Funktionsproblemen des Modells, persönlicher Unpässlichkeit
(es gab schon Herzinfarkte am Flugplatz) oder Unsicherheit (könnte
eine momentane Gehirneinschränkung durch Hitze oder einer
"Transienten Ischämischen Attacke" sein, auch bei plötzlichen
Sehproblemen!!) und unerwarteter Platzhektik durch irgend welche
äußeren Umstände.
Strategie Kollegenbeobachtung im Flug:
Mit welchen Kollegen könnte ich gleichzeitig höhen-
oder
seitengestaffelt ohne Kollisionsgefahren fliegen? Und mit wem nicht?
Wer neigt zu chaotischen Landeanflügen? Bei wem
möchte ich nicht am Pistenrand stehen?
Strategie Kollegenbeobachtung am Boden:
Alte Sender mit 500mW Abstrahlung?
Bei Modell-Wacklern in der Luft: wer fliegt noch außer dem
"Wackler"? Mit welchem Sender?
Eventuell optischen Scanner verwenden zur Erkennung von "Breitstrahlern".
Wer steht irgendwo weiter hinten und schaltete mit Beobachtung der
Kollegenmodelle seinen Sender ein - um zu sehen, dass er nicht
stört? Der weiß nämlich, dass sein Sender
Probleme
machen kann! Nie mit diesem Senderbesitzer fliegen!
Strategie "Zuschauen macht auch Spaß"!
Typische Situation: Sonntag später Vormittag oder nachmittags, die
geparkten Autos, Modelle am Boden und der Flugverkehr werden immer
mehr, die freien Kanäle auf der Frequenztafel etc. immer weniger.
Und wenn dann noch "Käpten Speedy Conzales" eintrifft........
Strategie Signalstärkeverteilung:
Möglichst alle eingeschalteten Sender in einem engen Bereich,
der
NIE überflogen wird. GANZ SCHLECHT: Jemand am anderen
Pistenende!
Sendeantenne fast senkrecht und mit einer seitlich Neigung von
etwa 10°.
Nie mit der Antenne aufs Modell zeigen - leider ein typisches Problem
mancher billiger Handsender.
Handsender: bei Übertragungsproblemen - besonders bei
größeren Entfernungen - sofort Antenne
senkrecht
halten. Das Fliegen in dieser Senderstellung vorher
üben!
Strategie Frequenzüberwachung und Vorstufen Mischfrequenzen:
Immer wieder kontrollieren, ob die Kollegen wirklich ihre abgestellten
Sender ausgeschaltet haben. Besonders bei den Sender, die mit voller Senderantennenlänge herumstehen.
Mit einem optischen Scanner ist das erkennbar: Es gibt Mischprodukte, die sich
auf "Spiegelkanälen" bemerkbar machen bezw. die
Empfängerfunktion stören können.
Bei zb. K65 und K67 gibt es Nebenstellen auf K69 und K63, die erst in
der Empfänger-Vorstufe entstehen.
Wenn somit 3 Modelle - besonders bei benachbarten Kanälen - in
der
Luft sind und Ihre Kanalzahlen um den mittleren Kanal symmetrisch sind
(K63-K65-K67), können sich K63 und K67 unter
ungünstigen
Antennenstellungen und/oder Pilotenstandorten (in Bezug auf das Modell,
besonders beim Schwachwind-Hangflug mit relativ tiefen
Überflügen) gegenseitig stören.
Extrem wichtig: Strategie richtige Failsafe-Einstellung:
Es gibt schon viele Empfänger - außer PCM, klar - die
Motor-Failsafe-fähig sind. Was bedeutet, dass diese Empfänger
mit noch nicht richtig eingestelltem Motor-Failsafe aus der Schachtel
kommen. Sich auf Werks-Einstellungen zu verlassen, kann zu schweren
Schäden an Personen und/oder Material führen. Entweder weil
der Motor im Failsafe-Fall bei Start, Landung oder Hinrollen zum
Abstellplatz(!) plötzlich nicht mehr steuerbar ist, oder
womöglich ungewollt und schadensverursachung auf eine mittlere,
hohe oder sehr hohe Drehzahl geht, OHNE gedrosselt werden zu
können. PPM-Systeme sind hier technisch bedingt wesentlich
gefährdeter als PCM1024 oder PCM2048 Empfänger (wegen ihres
Einzelgruppenfailsafes, das den Motorkanal gar nicht betreffen muss).
Bei plötzlich während eines Fluges stark
hörbarem
Rauschen SOFORT landen: Windwalzen durch "Wegschieben" der noch
stehenden Luft mit starken Aufwinden und Böen an der sehr
schmalen
Grenzfläche und Starkwind bei/ab Windband-Durchgang.
Wenn das Rauschen schon erkennbar nahe ist - je nach
Umweltgeräuschen erkennt man das spätestens bei einem
noch
vorhandenen Abstand von ca. 300m: Nicht zum Rauschen hinfliegen, kurzen
Landeanflug möglichst gegen das Rauschen machen. AUCH wenn
momentan ein schwacher Rückenwind zum Rauschen hin vorhanden
ist. Achtung:Flächenkreisel (hier) können Böen so lange verschleiern, bis das Modell plötzlich unsteuerbar wird!
Anregung zu Strategie Qualitätserhalt:
Besonderes Augenmerk auf alles was am Modell oder Sender
(Antennenfuß!) locker werden kann.
Periodische Prüfungen von Akkus und Prüfjournal
für frühzeitige Schwächenerkennung.
Prinzipielle Verwendung von 2 Empfängerschaltern und selbige
an nichtvibrierenden Stellen montiert.
Usw, hier ist die Fantasie jedes Einzelnen bei der Aufspürung
potentieller Fehlerquellen gefordert, in Internetforen und Homepages -
auch meiner - gibt es dazu viele Hinweise und Erfahrungsberichte. Wird
daher hier nicht mehr verbreitert.
Keinen Strom verbrauchen, keinen Kurzschluss verursachen, keine Funktion verlieren ......
Strategie Störungen in der Nähe von Straßen und Feldwegen:
Nie, absolut nie über einen Feldweg in niederer Höhe
anfliegen, auf dem gerade ein Uralt-Moped oder -Motorrad unterwegs ist!
Viele Bauern, die die Möglichkeit haben auf nicht
öffentlichen Verkehrswegen zu ihren Feldern zu kommen, verwenden
gerne diese unentstörten, nicht mehr zulassungsfähigen
Zweiräder, besonders in flachen Weinbaugegenden wie im Osten
Österreichs.
Fazit:
Diese Strategiensammlung erhebt keinen Anspruch auf
Vollständigkeit, es sind Beispiele für die Einbeziehung der
Umweltgegebenheiten in den persönlichen Flugbetrieb mit dem Ziel,
diesen möglichst Störungs- und Schadens-frei zu halten.
Und das gelingt eben sogar mit Aufmerksamkeit und ggf. Flugverzicht!
Ohne finanziellem Mehraufwand und/oder Veränderung des vorhandenen
Materials.