Informiert=Geld gespart
Das Kommunikationstheorem, Gödelismus und Wissen/Glaube unter besonderer
Berücksichtigung von gesichtslosen Fern-Diskussionsgruppen ("Internet-Foren")
© Rudolf Fiala, 1999; rev 2004.

A) Kurz definiert: Eine gesprochene/geschriebene Botschaft KANN nur so verstanden werden,
wie es Wissensstand,
Denkweise, Tagesverfassung, Intelligenz, Gedächtnis, Lesefähigkeit,
Lesegewohnheit, Geduld, Aufgeschlossenheit, Gutem Willen und einigen anderen Eigenschaften
,
wie zum Beispiel der "Kognitiven Dissonanz" (="Ich verstehe nur Bahnhof") des EMPFÄNGERS entspricht.

(Anmerkung: Es gibt freilich auch die non-verbale Kommunikation von Empathie, Körpersprache,
Spiegelneuronen, Sympathie, etc.etc. bis zu Liebe. Die ist aber nicht Thema dieser Abhandlung.)

Die GESENDETE Botschaft ist zwar der Auslöser für geistige Zuordnungsvorgänge und
ggf. auch Verständnis, Kritik bis zur totalen Bekämpfung, aber ihr vom SENDER zugeordneter
SINN wird  nicht unbedingt erkannt. Klar, der Sender mit einem u.U. ganz anderem
Wissensstand etc. als der Empfänger ist ja selbst Teil dieses naturgesetzlichen Problems.

Gerade in Foren ist dieses Problem zeitweilig sehr gut zu erkennen, das der Volksmund
auf die einfache Formel bringt: "Mit einem Geburtsblinden kannst Du nicht über Farben
reden!" Nicht einmal dann, wenn er hochwissenschaftlich gebildet mit dem Begriff
"Farbtemperatur" umgehen kann, es fehlt ihm einfach die optische Information "Farbe".

Insuffiziente "Querleser" und "Funktionelle Analphabeten" (Pisa-Studie: ca. 5%-15% der europäisch
stämmigen B
evölkerung) sind noch ein weiteres, hier vollständigkeitshalber erwähntes Problem.

Beispiel:

Verwendet wird der Satz. "Er hat einen Bart". Verstanden wird:

Schlosser: Schlüsselbart

Bartträger: Haartracht

Segelflieger: Aufwind

Segler: Algenanwuchs

Polarforscher: Eisbart

Witzfreund: uralter Witz

Umgangssprachlich: Jemand ist verärgert

Gibt sicher noch ein paar Varianten, für die Problemdarstellung ist es wohl ausreichend.

Über die folgende Variante darf noch homerisch gelacht werden:
Ich wurde per Email beschimpft, weil ich einmal folgende Anrede in einem Thema mit sehr gut
Informierten verwendete: "Hallo Xxxx und alle Adepten"
Tenor der Email : "Schweinerei, andere Menschen als Deppen zu bezeichnen!"


Und schon wieder schlägt das Prinzip zu: Ein wohlmeinender Optimist wird zu diesen o.a.
Erklärungen lächeln, ein Querulant wird mitteilenswerte Diskrepanzen suchen oder sich
- besonders bei nicht so eindeutigen, wie oben angeführten einfachen  Beispielen -
auf Basis seines ausschließlich privaten Ethik- und Ästethikgebäudes äussern und somit

versuchen, uns seine persönlichen Normen im Brustton der Überzeugung aufzuzwingen,
und ein ungeduldiger Forenzapper hat sich ohnedies schon Retourbutton-verbrowsert.

DIE Zapperkrankheit: Das Nichtlesen eines ganzen Aufsatzes! .

Das zum "Kommunikationstheorem", das auch mit dem "Goedelismus"
zusammenhängt. Somit gehts hier folgend angenehmerweise in einem Durchgang.

B) Kurt Gödel, sinngemäß vereinfacht :

Ein System kann sich nie VOLLSTÄNDIG aureichend genau selbst beschreiben.
Mangels fehlender Objektivität und durch das selbst "geschaffene" Instrumentarium
samt aller diesem System und daher Instrumentarium anhaftenden Fehler.
Unsere GANZE Mathematik kann (sich nicht selbst) beweisen, dass sie fehlerfrei (konsistent)
ist, das kann sie nur in Detailbereichen, NICHT im Ganzen.

Auch die Anwendung der Fraktale Mathematik als Hilfskraft der Chaostheorien
unterliegt diesem Fehler.

Die so gerne zitierte "Selbstähnlichkeit" bei laufender Iteration ist "weltfern", denn
sie beruht nämlich auf Konstanz der Berechnungsformel in allen Konstanten, Variablen
und Verknüpfungen während des "Schaffungsprozesses". Und das ist eine realitätsferne
Reduktion zwecks Effekthascherei in zugegeben interessanten Mandelbrotmengen-Grafiken.
Das "Variable Vernetzte Denken" mit seiner ununterbrochenen
und rückkoppelnden Veränderung
des "Entscheidungsfeldes" (entspricht der "Morphogenetischen Feldtheorie") kommt
da den
diversen Wirklichkeiten schon viel näher und vielleicht auch der momentanen(!!) Wahrheit.
"Wahrheit", so wie sie menschlich verstanden wird,  als konstant anzunehmen, ist grenzenloser
 Optimismus oder bequeme Verdrängung. Die Vergangenheits-"Bewältigung" ist dafür Zeuge.

C) Zur Unterscheidung von Glauben und Wissenschaft hat Sir Karl Popper eine
Betrachtungsweise gefunden, die eigentlich immer funktioniert:

Es ist Glaube, wenn die Verneinung (Falschheit, Nichtexistenz, Negationen etc.) einer Behauptung
NICHT schlüssig beweisbar ("wahr") ist. Der Formalismus ist nicht ganz einfach, hier aber ganz
einfach Beispiele:

1.1) "Es ist beweisbar, dass es Gott gibt!" = Behauptung eines Gläubigen.
1.2) "Es ist beweisbar ist, dass es keinen Gott gibt!" = die Gegenbehauptung.
Da BEIDES offensichtlich nicht beweisbar "wahr" ist, handelt es sich um "Glaube".

2.1) "Es ist beweisbar, dass ich mir im Feuer die Finger verbrenne" = Behauptung
2.2) "Es ist beweisbar, dass ich mir im Feuer die Finger nicht verbrenne" = Gegenbehauptung
Diese Gegenbehauptung ist nachweislich "unwahr", somit hat das mit "Glaube" nichts zu tun.
Somit entspricht das Beispiel wissenschaftlichen Erkenntnissvorgängen.


 Was hat das mit Internet-Foren tun?

Foren sind ein Prototyp für Vernetzung und für "Vernetztes Denken" innerhalb einer Interessensgruppe etc.,
was ja für Wirklichkeitsinterpretation und die fachliche Wahrheitsannäherung optimal wäre.
Wäre, denn diese Einschränkung auf "Interessensgruppen" - oft mit unfachlicher, rangordnungskämpfender
Gruppendynamik - hat es leider in sich!

Das jeweilig "Basisdenken" dieser Gruppen und noch zusätzlich(!) das private Denken ihrer Einzelpersonen
wirkt nämlich wie ein Zeit- und Inhalt-variables Filter. Somit ist "Gruppen-Basisdenken" Glaubenssache.

Größtenteils nicht objektiv verifizierbar. Was gestern galt, kann heute schon wieder anders sein, und wird
von aggressiven Meinungsbildnern der schweigenden Mehrheit, zumindest zeitweise, aufgezwungen.


Ähnlichkeit besteht mit religiösen Gruppen als sofort erkennbares Beispiel, allerdings haben diese für
die Gläubigen angenehmerweise langzeitlich "fixe" Filter ohne kurzfristiger Inhaltsvariabliltät.


Noch etwas ganz Persönliches:
"Nicht die Wahrheit selbst ist der Genuss, sondern das Suchen der Wahrheit"
Das hat einmal jemand gesagt und dem pflichte ich voll bei! Das Entwickeln und Formulieren
von Gedankengänge ist eine intellektuelle, empfehlenswerte Freude!
Nachweislich nicht nur für mich!
Besonders wenn über das jeweilige Thema noch nichts veröffentlicht worden ist.
Wenn man damit vielleicht nur einem EINZIGEN Menschen helfen kann, ist der Aufwand und die
privat getragenen Kosten - meine Homepage ist NICHT gesponsort - altruistisch schon berechtigt.

Zumindest für mich!

Das ist nun auch schon wieder
mein Privatglaube, nicht Wissenschaft! (Es kann gelächelt werden.)

Aber: Für den, dem geholfen wurde resultiert daraus ein real beweisbarer Gewinn und somit
genügt anhand des ersten realen Ergebnisses mein Bemühen den Sir Popper´schen Wissenschaftkriterien!



Rudolf Fiala

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