Gernot Nußbächer

Daten aus der Geschichte der Stadt Mediasch

Abschrift aus dem Kalender "Die Woche" 1982. Zusammenstellung von Gernot Nußbächer.

1267 Juni 3: Älteste urkundliche Erwähnung von "Mediesy", das zu Beginn des 13. Jahrhunderts Besitzung des Jula Magnus war. 1289 wird die "terra Medies" urkundlich genannt (bis 1308)
1315 verleiht König Karl Robert den Sachsen von "Medyes", "Selk" und "Berethalm" die Rechte der Hermannstädter Provinz. Privilegium für die Sachsen von "Medyes" und Schelken betreffend die Befreiung von Heeresfolge und Einquartierung, dann über die Steuerpflicht und Rechtssprechung nach Hermannstädter Brauch.
Erste Erwähnung des "Stuhles" Mediasch, erste urkundliche Erwähnung eine "comes" (Grafen) von"Medyes".
datiert die älteste Originalurkunde der Provinzial-Richter der "terra Medyesch".
Erstmals ist Mediasch als Stadt genannt (civitas Megyes). befreit König Sigismund die Stühle Mediasch und Schelk von der Gerichtsbarkeit des Szeklerkomes. Erste Erwähnung des Stadthannen von Mediasch.
1411 wird erstmals der Ausdruck "Zwei Stühle" für Mediasch und Schelk urkundlich gebraucht.
1414 erste urkundliche Erwähnung der Margarethenkirchen und eines Notars.
1415 erste urkundliche Erwähnung eines Richters von Mediasch.
1438 verwüstet der Türkeneinfall Mediasch und die Zwei Stühle.
1448 Anfertigung eines Siegels mit der Inschrift "sigillum oppidi Medies 1448".
1452 erste Erwähnung einer "Burg" (castrum) in Mediasch.
1457 erste Erwähnung der Mediascher Schneiderzunft und von Tuchscherern in Mediasch.
1477 gestattet König Matthias Corvinus, daß im Kriegsfalle außer 32 Mann alle 'Wehrfähigen zur Verteidigung der Mediascher Burg zurückbleiben sollen.
1487 erste Erwähnung eines Spitals in Mediasch.
1490 Beginn des Baues der Stadtmauern.
1501 bestehen 6 Zünfte.
1507 Beginn des Baues des Steingässer Torturms.
1510 hat Mediasch 300 Bürger, 38 Sedler, 2 Hirten und 4 Arme.
1534 Beendigung des Baues der Mediascher Stadtmauern.
1539 Privilegium des freien Handels- und Verkaufsrechts für die Mediascher Kaufleute.
1550-1551 Erhöhung des Turmes der Margarethenkirche.
1552 März 25: König Ferdinand erhebt die Stadt Mediasch zum bleibenden Sitz des Königsrichteramtes der Zwei Stühle.
1557 erste Erwähnung des Lepraspitals in Mediasch.
1564 großer Brand in Mediasch.
1572 Die Synode nimmt in Mediasch das Augsburger Bekenntnis an.
1586 Pestepedemie in Mediasch.
1588 vernichtet ein Brand 47 Häuser in der Neugasse.
1599 Der Landtag in Mediasch wählt Andreas Bäthori zum Fürsten Siebenbürgens.
1601-1604 Pestepedemie.
1603 wird Mediasch durch Truppen des siebenbürgischen Fürsten Szekely geplündert.
1605 Verheerung Mediaschs durch die Truppen von Stephan Bocskai.
Der Siebenbürger Landtag in Mediasch (September) erkennt Stephan Bocskai als Fürsten von Siebenbürgen an.
1611 Kaiserliche Truppen unter Sigismund Forgach besetzen Mediasch. Danach Verheerung der Stadt durch die Truppen des siebenbürgischen Fürsten Gabriel Bäthori.
1614 Empörung gegen den Mediascher Bürgermeister Petrus Gotterbarmet.
1615 zählt Mediasch 225 Steuerträger.
1616 erste Erwähnung des Rathauses
1631, 1632 und 1633 Bau der Basteien vor dem Zekeschtor, dem Schmiedgässer Tor und dem Forkeschgässer Tor.
1633 Pestepedemie (800 Tote).
1636 Bau der Bastei vor dem Steingässer Tor.
1637 führt Rektor Matthias Miles eine neue Schulordnung ein.
1639 Bau der Kokelbrücke.
1642 bestehen in Mediasch 28 Zünfte.
1646 fordert die Pest 800 Opfer. Weitere Seuchenjahre 1653,1656-1658 und 1660-1661.
1662 ältestes Bücherverzeichnis der Schulbibliothek.
1675 hat Mediasch 461 Steuerträger und 64 Witwen.
1691 Neubau der Stadtmauern beim Spital und der Bastei beim Goldschmiedeturm.
1692 Neubau eines Teiles der Schule.
1698 sind 33 Zünfte bezeugt.
1705 Belagerung Mediaschs (zehn Wochen) und Einnahme der Stadt durch die Kurutzen unter Simon Forgats.
1713 Errichtung eines Schulgebäudes an der Nordseite der Kirchenburg.
1717-1718 Pestepedemie in Mediasch (770 Tote).
1745 Wiederherstellung des Steingässer Torturms.
1771-1781 Tätigkeit der Buchdruckerei Johann Sifft in Mediasch.
1803 Bau des Stiegenaufgangs vom Marktplatz in die Kirchenburg.
1816-1824 Errichtung der Mädchenschule.
1826 Bau der rumänischen unierten Kirche und Schule in Mediasch.
1828-1832 Neubau des Mediascher Gymnasiums.
1830 hat Mediasch 5413 Einwohner.
1840 Oktober 8: Gründung des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde in Mediasch.
1848 August 13: Gründung des Siebenbürgisch-deutschen Jugendbundes unter dem Vorsitz von Stephan Ludwig Roth.
1850 hat Mediasch 5337 Einwohner.
1861 August 7: Gründung des Gustav-Adolf-Vereins für Siebenbürgen in Mediasch.
1862 Gründung des Mediascher Musikvereins und des Spar- und Vorschußvereins.
1863 Einführung der öffentlichen Straßenbeleuchtung
1871 Eröffnung der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Mediasch. Die Buchdruckerei G. A. Reissenberger beginnt ihre Tätigkeit.
1872 Eröffnung des Mediascher Bahnhofs.
1873 Eröffnung der städtischen Gewerbeschule
1879 Bau eines Turnsaales.
1880 hat Mediasch 6489 Einwohner.
1881 Gründung der Lederfabrik "Karres" in Mediasch. 1884 Gründung des Gewerbevereins (Neugründung 1900).
1887 vernichtet die Reblaus die Mediascher Weinberge.
1888 Gründung einer Tuchfabrik in Mediasch.
1889 Bau eines neuen sächsischen Volksschulgebäudes und der reformierten Kirche.
1893 Gründung der Spar- und Kreditgenossenschaft.
Erste Telefonanschlüsse in Mediasch. Das "Mediascher Wochenblatt" beginnt zu erscheinen.
1894-1895 Errichtung eines neuen Staatsschulgebäudes.
1895 Gründung der Salami- und Konservenfabrik.
1900 hat Mediasch 7665 Einwohner.
1902-1911 erscheint in Mediasch die Monatsschrift "Volksgesundheit".
1902 Bau des städtischen Krankenhauses mit 32 Betten.
1905 Erscheinungsbeginn der "Medgyesi ujsäg".
1908 Umbau des Spitals und Erweiterung bis auf 160 Betten. Bau einer katholischen Volksschule und einer rumänischen unierten Schule.
1910 hat Mediasch 8647 Einwohner, davon 4464 weiblichen und 4183 männlichen Geschlechts.
1910-1912 Neubau des Stephan-Ludwig-Roth-Gymnasiums.
1911 Bau der rumänischen orthodoxen Schule. Beginn der Erdgasausbeutung bei Mediasch.
1919 Januar 8: Die in Mediasch tagende sächsische Nationalversammlung beschließt die Anschlußerklärung der Siebenbürger Sachsen an Rumänien aufgrund der Karlsburger Beschlüsse vom 1. Dezember 1918.
1921 Eröffnung der Tafelglasfabrik. Gründung der Emaillefabrik.
1922 Gründung der Vitrometan-Glasfabrik.
1924 Gründung des deutschen Mädchengymnasiums in Mediasch.
1930 hat Mediasch 2252 Gebäude, 3528 Familien, 15549 Einwohner, 454 eingetragene Handels- und Industriefirmen.
1934-1936 Bau der orthodoxen Kirche.
1936-1937 Bau des Gemischen Staatsgymnasiums in Mediasch (erweitert 1940-1942).
1953 Brand es Forkeschgässer Turms (er wird nach Renovierung 1967 Stadtmuseum).
1962 Bau der neuen Brücke über die Eisenbahnlinie.
1963-1965 Bau des neuen Bahnhofsgebäudes.
1964 Hat Mediasch 42000 Einwohner.
1965 Restaurierung des Steingässer Tores.
1967 begeht Mediasch die 700-Jahrfeier seiner ersten urkundlichen Erwähnung.
1970 Mai: große Überschwemmung.
1975 Juli: große Überschwemmung.
1977 ist die neue Fußgängerbrücke zwischen Altstadt und Krähenwiese fertig.

   gustav servatius