124. Das Zigeunerfeld

Die Zigeuner hatten einmal auch ein eigenes Dorf und Grundeigentum, bauten das Feld und säten Korn. Als aber einmal die grüne Saat vom Winde bewegt wurde, dass sie Wellen schlug, fürchteten sie, das Korn werde ihnen weglaufen. Da gingen sie hin und schnitten die junge Saat. Natürlich trug ihnen der Acker nun nichts als Stoppeln und Disteln. Darüber wurden sie ärgerlich, gingen hin und verkauften ihren Acker, und so kommt es, dass seit der Zeit die Zigeuner weiter keinen Grund und Boden haben und dass sie bloß am Ende der Ortschaften sich angesiedelt finden, wo sie nur geduldet werden. (Vergl. Müllers SagenW Nr. 232.)