Sächsische Volksmärchen aus Siebenbürgen

Anhang

Zur Geschichte der Sammlung
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Vorwort zur dritten Auflage

Es ist das Verdienst des Herrn Verlegers, dass diese dritte Ausgabe in schöner Ausstattung erscheint und mit zahlreiche Illustrationen geschmückt ist

Einem von mehreren Seiten geäußerten Wunsche entsprechend, habe ich auch den Rest der Tiermärchen, die ich im Programm des Schäßburger Gymnasiums vom Jahre 1855 veröffentlicht, hier aufgenommen, so dass der von mir bisher gesammelte und genau festgestellte Volksmärchenschatz nun vollständig beisammen ist. Wenn meine Abhandlung: Zur deutschen Tiersage, in zweiter Auflage erscheint, so werden die Tiermärchen darin im sächsischen Dialekt mitgeteilt werden.

Über den Wert unserer Tiermärchen mag das Urteil von Wilhelm Grimm hier eine Stelle finden: "Es ist erfreulich" – sagte derselbe—"dass die Deutschen das Tiermärchen noch immer in seinem ursprünglichen Geist hegen, ich meine in der unschuldigen Lust der Poesie, die keinen anderen Zweck hat, als sich an der Sage zu ergötzen, und nicht daran denkt, eine andere Lehre hinzuzulegen, als die frei aus der Dichtung hervorgeht. Reiner und volkstümlicher als wir haben die nach Siebenbürgen vor etwa siebenhundert Jahren ausgewanderten Niedersachsen in ihrer Abgeschlossenheit die Überlieferung bewahren können.

Die Reihenfolge der Märchen aus der zweiten Auflage ist ungestört geblieben, so dass die 29 hinzugekommenen Tiermärchen (Nr.91 bis 119) am Ende sich anschließen. Um für Zitate in die erste Auflage auch die dritte Auflage benützen zu können, sind im Inhalts-Verzeichnis die abweichenden Nummern der ersten Auflage mit angeführt.

Der Anhang am Schluss mag sich selbst rechtfertigen.

Die von mir im Vorworte zur zweiten Auflage in Aussicht gestellten Anmerkungen und Erläuterungen zu den einzelnen Märchen werde ich demnächst abgesondert veröffentlichen, da diese Materie nur einen kleinen Leserkreis interessieren dürfte.

Möge das Buch in seiner neuen Gestalt den alten Freunden bei uns und überall, wo Deutsche wohnen, willkommen sein und sich viele neue Freunde erwerben !

Schaas, am 31. Oktober 1881.

Josef Haltrich