Libanon in Schutt und Asche
Der jahrelange Aufbau des Libanons ist in einigen Tagen zu nichte gemacht worden

Zwei-Fronten Krieg. Israel will Libanon "20 Jahre zurückwerfen"
Israel will den Libanon komplett isolieren: Es werde eine Luft-, Land- und Seeblockade verhängt, meldete der Armeerundfunk

Gazastreifen abgeriegelt
Israel lehnt Gefangenenaustausch ab und droht eine militärische Operation an, Hamas hat nicht viel zu verlieren

Tabula rasa in Gaza
Israels Armee wieder in palästinensische Gebiete einmarschiert. Brücken und Kraftwerk zerstört. Rückendeckung aus USA. Präsident Abbas verurteilt »Kollektivstrafe«

Israel führt wieder Krieg
5000 Soldaten greifen mit Panzern und Kampfflugzeugen Palästinenser im Gazastreifen an. Auch Aggression gegen Syrien angedroht. Medien verharmlosen Invasion

Allgemein

Israel hat eine neue Kriegstaktik gefunden, welche volle Kontrolle mit minimalen Verlusten garantiert. Der Libanon- und Gazarückzug wurde nicht als Zeichen des Friedens durchgeführt. Israel hat erkannt, dass militärische Operationen wirkungsvoller auf dieser Weise durchgeführt werden können. Das beweisen nicht zuletzt die letzten Angriffe aud den Gazastreifen und den Libanon. Da Israel keine Militärposten mehr in den Gebieten hat, bietet es keine direkte Angriffsfläche für den Feind. Somit können Bombardierungen relativ risikolos durch Kampfflugzeuge und Artelleriebeschuss erfolgen. Das Militär geht einer direkten Konfrontation mit dem Feind aus den Weg, um das Risiko für die Soldaten zu minimieren. Dass damit erhöhte Verluste in der Zivilbevölkerung verbunden ist, da so grossflächige Bombardierungen nötig sind, nimmt Israel in Kauf. Wenn Israel Bodentruppen einsetzt, dann nur gepanzert und mit grösster Vorsicht. Somit bieten sie ihrem gegenüber keine Angriffsfläche.

Somit hat Israel nach den Abzug aus dem Gazastreifen und Libanon eigentlich mehr Kontrolle, zumindest aber genau so viel. Blitzschnell kann das Militär seine Truppen und Flugkörper in die Gebiete schicken, Grenzen kontrolliern. Die Streitkräfte brauchen, bedingt durch ihre haushoche Überlegenheit, nicht zeimal nachzudenken, ob sie einen Angriff auf den Gazastreifen oder den Libanon starten. Ein entführter Soldat ist Vorwand genug, um das relativ risikolose Unternehmen durchzuführen. Einer konventionellen Streitmacht steht ja nur eine Miliz gegenüber, dessen Waffen Klaschnikows und selbsgebaute "Raketen" sind, welche die Genauigkeit einer Silvesterrakete haben.

Die Leidträger dieser Taktik sind natürlich die palästinensische und libanesische Bevölkerung. Diese werden als Kollateralschaden von Israel akzeptiert. Es geht lieber das Risiko ein, dutzende Zivilisten zu töten, als einen Soldaten zu verlieren. Andererseits scheint es fast so, als wäre die Zerstörung der Infrastruktur und das Töten von Zivilisten Teil dieser Taktik um die Hamas bzw. die Hisbollah in der Bevälkerung unbeliebt zu machen. Bei den Angriffen wurden bis jetzt fast nur Zivilisten getötet und die Infrastruktur, wie Brücken, E-Werke, Universitäten etc getroffen.

Natürlich ist es naiv zu glauben, dass auf dieser brutalen Art gefangene Soldaten frei kommen oder andere Arten des Widerstandes gestoppt werden. Es ist zu erwarten, dass umgekehrt der Hass und Rachegedanken steigen werden und die Akzeptanz der Hamas in der Bevölkerung steigen wird. Ausserdem wird der gemässigte Arm der Hamas geschwächt, und der Graben zwischen Hamas und Fatah verringert.