Hamas: Vereinbarungen mit Israel beibehalten

Die bei der palästinensischen Parlamentswahl siegreiche Hamas-Bewegung will bestehende Verträge mit Israel nicht grundsätzlich aufkündigen. Die von der bisherigen Autonomiebehörde getroffenen Vereinbarungen seien "eine Realität" und würden eingehalten, solange sie den Interessen des Volks dienten, erklärte der im syrischen Exil lebende politische Hamas-Führer Khaled Meshaal am Samstag in Damaskus.

Zugleich bekräftigte Meshaal die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit weiteren Gruppen im neuen Autonomierat. Die Hamas verfolge nach ihrem Wahlsieg drei Ziele, eine Reform der Autonomiebehörde, fortgesetzten Widerstand gegen Israel und die Schaffung eines palästinensischen Staates.

Eine Entwaffnung seiner Organisation beziehungsweise eine Auflösung des militärischen Hamas-Flügels der Ezzedin el Kassam- Brigaden schloss der politische Führer der radikalen islamischen Organisation aus. Vielmehr sollten diese Brigaden zusammen mit anderen bewaffneten Gruppierungen zur Streitmacht des künftigen Palästinenser-Staates aufgebaut werden.

Grundsätzlich bekannte sich Meshaal zum Frieden. Solange die Palästinenser aber unter israelischer Besatzung leben müssten, hätten sie ein Recht auf Gegenwehr. Zugleich erklärte er, die künftige Hamas-Regierung werde Ahmed Saadat, den Chef der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), aus der Haft entlassen. Saadat, dem Beteiligung an der Ermordung des israelischen Tourismusministers Rehavam Zeevi im Jahre 2001 vorgeworfen wird, sitzt derzeit unter internationaler Aufsicht in Jericho im Gefängnis.

Meshaal sagte, die Hamas wolle "eine Partnerschaft" mit der bei der Wahl unterlegenen Fatah. Beide Bewegungen müssten "im Interesse der palästinensischen Bevölkerung" zusammenarbeiten. Damaskus (APA,ag.)

Quelle: kleine Zeitung