| Die schönsten Strecken des Weinviertler Radwegenetzes sind auf 13 Themenradwegen zusammengeführt, die - wie könnte es anders sein - nach den wichtigsten Rebsorten benannt sind. Auf insgesamt 760 Kilometern verbinden sie die Attraktionen des Weinviertels und verfügen alle über eine Bahnanbindung. Ohne längere Steigungen führen sie, abseits von stark befahrenen Straßen, durch malerische Weingärten zu Burgen, Schlössern, Museen und romantischen Kellergassen. Und zu Heurigen natürlich. Die einzelnen Touren sind - je nach Können - in ein bis zwei Tagen zu schaffen. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in fast allen Orten entlang der Strecke | |
Der Blauburger (56 km) |
Ausgangs- und Zielort ist Mistelbach. Entlang von Feldern und Wiesen verläuft der Weg durch die reizvolle Landschaft des Naturparks Leiser Berge. Hier gibt's nicht nur die vermutlich größte Hasen- und Fasanpopulation von Niederösterreich, sondern auch sehenswerte Schlösser (Niederleis). Von hier gelangt man zum Buschberg, der höchsten Erhebung des Weinviertels. Auf dem Rückweg lohnt ein Abstecher zum Museum für Urgeschichte in Asparn. |
Der Burgunder (54 km) |
Der Hauptplatz von Retz ist einer der schönsten Marktplätze Österreichs. Hier befindet sich das mit Darstellungen aus dem Alten Testament und Szenen aus der griechischen Mythologie bemalte Sgraffitohaus. Das Stadtgebiet von Retz ist übrigens unterkellert und bildet den größten Weinkeller des Landes. Eine weitere Station auf dem Burgunderweg ist Pulkau mit seiner berühmten Blutkirche und dem Schnitzaltar. Das in einer Mulde versteckte Pulkauer Bründl wurde schon in der Steinzeit als Quellheiligtum verehrt. Im Juli findet in Pulkau das alljährliche Bründlfest statt. Über den Pillersdorfer Kalvarienberg führt der Weg zurück nach Retz. |
Der Chardonnay (31 km) |
Sehr leichte Tagestour, Retz ist wieder Start und Ziel. Der Weg führt durch die sanft-hügeligen Weinberge nach Retzbach zum "Heiligen Stein", einer heidnischen Kultstätte und ehemaligem Wallfahrtsort. Von dem idyllischen Platz aus bietet sich eine herrliche Aussicht nach Südmähren. Über den Hutberg mit Hauerweg gelangt man in die Haugsdorfer Kellertrift und wieder zurück nach Retz. Von Mai bis Oktober fährt jeden Samstag, Sonn- und Feiertag ein Zug mit Radanhänger von Retz nach Drosendorf und retour. Die Fahrradbeförderung ist gratis. |
Der Muskateller (75 km) |
Eine der schönsten Routen durchs Weinviertel. Von Zistersdorf führt sie vorbei am Hausberg von Gaiselberg ins Museumsdorf Niedersulz. In Jedenspeigen ist nicht nur das Schloss sehenswert, sondern auch das Gasthaus. Da hängt, wie bei fast jedem Weinviertler Wirten, ein Bild des Landesfürsten Pröll an der Wand, der anlässlich eines runden Geburtstags der Hausherrin dort verweilte. In Neusiedl an der Zaya wurde in den 30er-Jahren erstmals in Österreich Öl gefördert. Ein Denkmal vis-à-vis der Polizeistation erinnert daran. In Prinzendorf residiert der Aktionskünstler Hermann Nitsch. Sein Schloss ist zu bestimmten Festivitäten auch für Besucher geöffnet. Einen Blick über die Mauer in den schönen Schlosspark kann man aber immer werfen. |
Der Neuburger (42 km) |
Ausgangspunkt ist Laa, wo nicht nur die neue "Therme der Sinne", lockt, sondern auch die größte Sammlung historischer Pferdekutschen überhaupt. Die Braukunst der Stadt ist, zumindest unter Insidern, umstritten und wird von Experten sogar als "Ende der Bierkultur" bezeichnet. Schuld daran könnte das Weinviertler Grundwasser sein. Für Hochquell-verwöhnte Wiener Gaumen schmeckt es nämlich nicht sonderlich gut. Aber was soll's, schließlich sollte im Weinviertel auch Wein getrunken werden und sonst nichts. |
Der Portugieser (70 km) |
Von Haugsdorf, auf den Spuren von Alfred Komareks Krimihelden Inspektor Polt, führt die Tour durch das Pulkautal in die längste Kellergasse des Landes, nach Hadres. In Mailberg beeindruckt neben der idyllischen Weinlandschaft das Schloss des Malteser Ritterordens. Dann gelangt man vorbei an der "Steinernen Bibel" der Pfarrkirche von Schöngrabern und an Zeugnissen der Landwirtschaft von anno dazumal nach Grund, wo in zahlreichen Bauernläden ein Einkaufserlebnis der bodenständigen Art geboten wird. |
Der Riesling (45 km) |
Die Tour startet
in Eggenburg, Ziel ist Maissau. Die Strecke verläuft vorwiegend auf ruhigen
Landstraßen, es gibt nur eine starke Steigung bei Maissau. Eggenburg war zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert bekannt für seine Steinmetzkunst. Der Eggenburger Stein wurde u. a. bei Bau von Schloss Schönbrunn und dem Belvedere verwendet. Bekannt ist auch das Krahuletz-Museum, benannt nach Johann Krahuletz, der mit seiner Privatsammlung an Mineralien und historischen Gegenständen, die Basis für den Bau des Krahuletz-Museums geschaffen. |
Der Rivaner (53 km) |
Von Hollabrunn geht's zu einem Highlight der Kunstgeschichte, der "Steinernen Bibel" der Pfarrkirche von Schöngrabern. Anschließend führt der Weg durch das reizvolle Schmidatal bis Ziersdorf mit seinen Schaubetrieben, einer Fassbinderei und einer Hammerschmiede. Ein Fixpunkt ist der Heldenberg mit der imposanten Radetzky-Gedenkstätte. Nach einem Streifzug durch die Kreisgrabenanlage von Glaubendorf gelangt man in Hollabrunn wieder in die Gegenwart. |
Der Sylvaner (6o km) |
Durch ein Meer von grünen und gelben Hügeln geht's von Mistelbach vorbei am Schloss und Freilichtbereich des Museums für Urgeschichte in Asparn nach Staatz, wo sich die Ruine auf der Staatzer Klippe markant erhebt und man einen herrlichen Rundblick genießt. Nach Poysdorf mit seiner berühmten Kellergasse "G'stetten" gelangt man im Schloss Wilfersdorf auf die Spuren der Liechtensteiner. Von Mai bis Oktober gibt's jeden Samstag ab Weinmarkt jeweils um 14 Uhr Traktorrundfahrten und Traktorwanderungen |
Der Traminer (62 km) |
Ausgangspunkt ist entweder Gänserndorf oder Niedersulz. Vorbei am Rebsortenweingartl von Hohenruppersdorf radelt man weiter nach Groß-Schweinbarth, mit der Sonderausstellung "Bernsteinstraße im Weinviertel." Über den Erdöl- und Erdgas-Lehrpfad von Prottes gelangt man durch zahlreiche malerische Kellergassen wieder zurück zum Ausgangspunkt. Der Rochusberg in Mannersdorf ist sicher eines der schönsten Kellervierteln der Gegend. |
Der Veltliner (73 km) |
Von Laa aus radelt man zum "Galgenberg" von Wildendürnbach, dem Dorf ohne Rauchfang, mit herrlichem Ausblick auf die Laaer Ebene. Eingebettet in romantische Weinlandschaft ist die malerische Burgruine von Falkenstein bereits von weitem sichtbar. In Herrnbaumgarten lohnt sich ein Besuch des Nonseums, eines Museums für überflüssige Erfindungen. Weiter über Poysdorf durch Weingärten zurück zum Start. |
Der Welschriesling (52 km) |
Für diese Tour, die in Großkrut beginnt und endet, darf man den Reisepass nicht vergessen. Auf österreichischer Seite kann in Schrattenberg eine Schaumühle besichtigt werden. In Tschechien geht es durch UNESCO-geadelte Kulturlandschaft mit Schlössern, Teichen und Parkanlagen. Zurück im Weinviertel, passiert man den Aussichtspunkt "Drei Länder Blick" und die größte Erdstallanlage Mitteleuropas in Althöflein. |
Der Zweigelt (74 km) |
Durch eine Szenerie nickender Erdölförderpumpen und vorbei an malerischen Kellergassen radelt man von Wolkersdorf nach Groß-Schweinbarth (Sonderaustellung "Bernsteinstraße im Weinviertel"). Bei der Rückfahrt über Niederkreuzstetten mit dem "Heiligenkeller der Zünfte" lohnt sich ein Abstecher nach Kronberg mit dem Museum im Himmelkeller des Künstlers Hermann Bauch. |