Lojze Spacal

 

                                                           

    Mischt., 1987                    Poeme , Mischt., 1985        Praegedruck                      Praegedruck

 

1907 in Triest geboren
1930 Wegen Teilnahme an einer antifaschistischen Bewegung Strafversetzung und Internierung in Süditalien
1934 Lehrbefähigungsprüfung in Rom
1942 Wegen antifaschistischer Betätigung Verhaftung und Deportation nach Corropoli, dann nach Forte die Marmi
1945 Rückkehr nach Triest
1948, 1954 Teilnahme an der Biennale in Venedig
1968 Grosse Retrospektive im Museum Revoltella von Triest
1988 Gründung eines Spacal-Museums in San Daniele del Carso
1997 Grosse Retrospektive im Museum für moderne Kunst in Revoltella
2000 Lojze Spacal stirbt in Triest

Karge und streng gebaute Landschaftsbilder, die die Kräfte des Elementaren zum Inhalt haben, sind merkmalhaft für Lojze Spacal. Wie kaum ein Künstler hat er sich mit der Schroffheit des Karstes auseinandersetzt, ihn aus den verschiedensten Blickwinkeln heraus betrachtet, seine architektonischen Formen, seine brüchigen Verformungen plastisch herausgearbeitet. Archaische, meist zerklüftete Blöcke aus Stein und Holz öffnen sich bei genauerer Beobachtung wie dokumentarische Archive. Sie weisen Risse und Ver-wundungen auf, obwohl sie in ihrer Eigenart unerschütterlich sind. Spacal zementiert in ihnen die Vergangenheit ein.

Claudio Martelli schreibt 1996: Er hat in seiner Kunst stets das Wechselspiel von Natur, Mensch und Gesellschaft aufgezeigt. Auf eine ganz besondere Weise aber hat er das Leben der einfachen Leute im Spannungsfeld ihrer eigenen Geschichte ausgeleuchtet. Da kommt auch seine Poesie zum Vorschein.

Spacals Wirklichkeitsempfindung vermittelt die Grundlagen eines künstlerischen Gestaltens, das auf einer Kargheit basiert, die im umgekehrten Verhältnis zu dem Gedankenreichtum steht, der den Werken zugrunde liegt. Spacal Bildsprache zeichnet sich durch eine strenge und klare Konzeptualisierung aus, auch wenn ganz alltägliche Themen verarbeitet werden. Arbeitende Menschen, erschöpfte Gesichter, weinende Kinder, ver-lassende Dörfer und brüchige Karstlandschaften sind seine Sujets. Sie gehören zu seinen Erinnerungen und Fundstücken, die es in künstlerischen Zeugnissen aufzubewahren gilt.