REIMO WUKOUNIG

1943 in Klagenfurt geboren, wächst in St. Kanzian/Klopeinersee (Südkärnten) auf

1962-1967 Akademie der bildenden Künste in Wien, Studium bei Prof. Sergius Pauser

1974-1979 Assistent an der Hochschule für angewandte Kunst

1976 Teilnahme an der Biennale in Venedig, Ausstellungen im In- und Ausland

Der Künstler lebt und arbeitet in Wien.

Ich habe die Kunst als rettenden Anker erwischt.. Wenn ich dieses Ding nicht gefunden hätte, wäre ich vielleicht gescheitert - wie ich andere scheitern sah - Meine Arbeit war immer auch Therapie und Trost, weshalb sich die Frage oder Spekulation nach einem vermarktbaren Produkt nie stellte. Reimo Wukounig, der erst kürzlich seinen 60. Geburtstag feierte, gewährt mit seinen Arbeiten ungeschönte, oft auch verstörende Einblicke in seine Innenwelten. Über Jahre setzt sich der Zeichner und Gestalter mit dem Oval als formalem Grundgerüst auseinander und verdichtet ganze Bildreihen zu Werkszyklen. (Zyklus: Vera Ikon - lat. - griech. für ‚wahres Antlitz') Charakteristisch für Wukounig wird das Wechselspiel von Licht und Schatten, von wundfarbigen Strichbündel und schwarzen Schraffuren. Seit den späten neunziger Jahren werden die ovalen Kopfmotive von offeneren, seitlich hereindrängenden Glockenformen aus dem Bild geschoben. Assoziationen zu helmartigen, bewahrenden Glasstürzen werden beim Betrachter zwangsläufig freigesetzt. Auch der Zyklus: ‚Wortbruch der Nacht - senkrecht kopfüber', der bis Ende April in der Galerie am Schillerplatz zu sehen ist, geht von der Glocke als Grundmotiv aus. Reimo Wukounig lässt darin immer wieder Bildzitate für ihn wesentlicher - vergessener Künstler (z.B. Eva Hesse, Wolfs) einfließen, die im Kontext mit der heutigen Zeit gesehen werden müssen. Im ständigen Hinterfragen der eigenen Arbeit liegt für Wukounig das Unbequeme. Nicht von ungefähr sagt er auf sich selbst-bezogen: ich bin mir selbst recht unbequem.