Fazit

 

Ja, es ist durchaus möglich, selber eine Gitarre zu bauen!

Was man dazu braucht, ist in erster Linie Zeit, Geduld und ein ruhiges Händchen. Und ein bisschen Kleingeld sollte auch vorhanden sein. Wer glaubt, mal eben im vorbeigehen eine billige Gitarre bauen zu können, der soll gleich die Finger davon lassen.

Für meine erste Gitarre habe ich ca. 1 Jahr gebraucht. Die Kosten belaufen sich schätzungsweise auf €200,-. Die meisten Hardwareteile waren allerdings "Schnäppchen" von Ebay. Und das Holz für den Hals und das Griffbrett hab ich geschenkt bekommen...

 

Weiters ist es von Vorteil, wenn man einen eigenen Raum zur Verfügung hat, wo man auch mal etwas stauben darf (beim Gitarrebau wird eine Menge Staub produziert) und wo es niemanden stört, wenn dauernd halbfertige Gitarrenteile herumliegen. Ich habe mal irgendwo im Internet eine Erfahrungsbericht von einem Typen gelesen, der hatte sich eine Gitarre am Küchentisch seiner Wohnung gebaut. Naja, Gottseidedank habe ich da eine ganz gut ausgestattete Werkstatt.

Ein Minimum an Werkzeugen muss natürlich auch vorhanden sein. Dazu zählen mal Lineal, Bleistift und Papier. Eine Oberfräse mit passenden Fräsern in verschieden Größen und Formen. Eine Handbohrmaschine und/oder Akkuschrauber. Dazupassender Bohrständer oder noch besser eine Standbohrmaschine. Wer keine Bandsäge hat (so wie ich) braucht eine (gute!) Stichsäge. Wie gesagt, wir zerschneiden hier 40mm dickes Hartholz! Dremel mit Fräsvorsatz und Fräsern für Inlays und ev. Bindings. Sortiment an Schraubendrehern, Sägen und anderem Handwerkszeug. Schiebelehre! Langes Lineal. Lötkolben. Verschiedene Feilen, Raspeln und Ziehklingen. Und natürlich jede Menge Schleifpapier in verschiedenen Körnungen.

Ich verwende zusätzlich noch einen Bandschleifer und einen Schwingschleifer. Eine kleine Tischkreissäge. Einen Kompressor (noch nicht zum Lackieren, kommt aber noch). Ein Mikroskop für die Inlays...

Natürlich lässt sich immer etwas improvisieren, wenn das benötigte Werkzeug nicht zur Verfügung steht. Besagter Typ in der Küche hat angeblich die Pickup"fäsungen" nur mit Stecheisen und Hammer herausgearbeitet und den Hals mit dem Küchenmesser geschnitzt. Allerdings gehts mit dem richten Werkzeug einfacher und wird in der Regel auch um einiges genauer.

Praktisch, aber nicht unbedingt erforderlich wären dann noch eine Abricht- und eine Dickenhobelmaschine, wie gesagt eine Bandsäge. Eine eigene Vorrichtung zum Einsägen der Bundschlitze ins Griffbrett und einige Spezialwerkzeuge wie Bundfeile und Sattelfeilen. Mal sehen, was davon ich mir als nächstes anschaffe....

Noch einmal möchte ich darauf hinweisen, dass die Arbeit mit elektrischen Maschinen gefährlich ist, besonders dann, wenn man sorglos damit umgeht. Schutzabdeckungen an Kreissägen haben ihren Grund! Und wer einen Finger an der Bandsäge verliert, kann dann die tolle, neue Gitarre gleich verschenken oder auf Ebay versteigern, denn darauf zu spielen, wird eher schwierig.

Mit der nötigen Sorgfalt sollte es allerdings keine allzu großen Probleme geben.

Also: Gitarrenbau macht Spaß und ist ein tolles Hobby. Es nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und kostet auch einiges. Aber eines ist sicher: Noch bevor die Gitarre fertig ist, hat man schon Pläne für die nächste(n) im Kopf!

 

 

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