Wallfahrt
Der Wallfahrtsort Maria Lourdes bei Maria Gugging
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| Rosenkranzstationen am Weg zur
Lourdesgrotte im Wienerwald |
Nur wenige Minuten Autofahrt nach Klosterneuburg bei Wien erreicht man am Rande der Straße, die nach St. Andrä führt, einen Parkplatz. Von dort führt ein idyllischer Weg entlang an steinernen Rosenkranzstationen zu einer Stätte der Wallfahrt, die man im Wienerwald und so nahe von Wien, in dieser Form nicht vermuten würde. Der Wallfahrtsort Maria Lourdes mit der eindrucksvollen Lourdesgrotte.
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Ein von niedrigen Gebäuden umschlossener Platz, auf dem eine Vielzahl von Sitzbänken für die Besucher und Teilnehmer bereit stehen. Der Platz ist auf der einen Seite von Gebäuden und einer Kapelle, auf der anderen Seite von steil abfallendem Wald und einer senkrecht abfallenden Felswand umschlossen, an deren Wandfuß sich eine ca 5 Meter tiefe begehbare Höhle befindet, in der ein Altar errichtet wurde, der umschritten werden kann. An der Waldseite des Platzes sprudelt Wasser aus einer Leitung und kann von den Wallfahrern selbst abgefüllt und mitgenommen werden. An der Hinterwand der Höhle sowie im Eingangsbereich können die Gläubigen Kerzen aufstellen und ihre Anliegen in ein Buch einschreiben. Dominiert wird der Eindruck des Ortes von einer Marienstatue oberhalb der Altarhöhle und einem höher darüber liegenden Holzkreuz mit einer Figur des Gekreuzigtem. Eher unscheinbar befindet sich am Rande des Gebäudeteiles, der durchschritten werden muß, ein Devotionalienkiosk, der eher unaufdringlich die üblichen Rosenkränze, Postkarten und Mitbringsel anbietet. Diese knappe Schilderung gibt jedoch nur sehr unzureichend die Stimmung dieses Ortes dar. Denn es strahlt dieser viel an Volksfrömmigkeit, Glauben und Verehrung aus und es entsteht der Eindruck, daß die Mehrzahl der Besucher nicht zum Sightseeing sondern aus tieferen Gründen kommen. |
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| Foto: Holischka |
Geschichte
Ausgangspunkt der Entstehung von Maria Lourdes ist die Kirche von Maria Gugging, die kurz davor gelegen ist. Diese gehörte bis 1783 zu St. Andrä und ab diesem Zeitpunkt zu Klosterneuburg Kierling.
Ein Herr Völker aus Wien-Währing war von dem fixen Vorsatz beseelt, selbst einmal eine Marienkirche bauen zu lassen. Und mit einem von ihm gegründeten Kirchenbauverein kam es zwischen 1909-1913 zur Verwirklichung dieses Vorhabens. Er berichtete, daß das finanzielle Abenteuer immer wieder durch kräftige Gebete zu einem positiven Ausgang kam. Die Kirche sollte eine Wallfahrtskirche zur Unterstützung der Mission werden. Das Stift Klosterneuburg stellte provisorisch die Priester für die in der Kirche abgehaltenen Messen zur Verfügung. Entscheidend für die weitere Entwicklung für diese Kirche und die Entstehung des Wallfahrtsortes Maria Lourdes war die Übertragung dieser Kirche an die Missionsgesellschaft Königin der Apostel, die Kaspar Hutter als Seelsorger einsetzte.
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Hutter war offenbar sehr kreativ, dynamisch und in ihm
dürfte ein tiefer Eindruck einer im Jahre 1907 "mit einem
gleichgesinnten Gefährten auf Kosten der göttlichen Vorsehung nur mit
Hut und Stock und Regenmantel und anstatt Geld den Rosenkranz in der
Hand" unternommenen Wallfahrt zu Fuß nach Lourdes in Frankreich
(1.200 km) geprägt haben.
Aber wie schon bei der Wallfahrt nach Lourdes bewies Hutter auch als Pfarrer von Gugging Improvisationsgeschick in finanziellen Angelegenheiten. Die Kirche von Gugging dürfte zu diesem Zeitpunkt finanziell in einer sehr unbefriedigenden Situation gewesen sein. Hutter hatte für die Erhaltung der Kirche kaum die notwendigsten Mittel zur Verfügung und schlief sogar in der Sakristei, da ein sonst üblicher Pfarrhof nicht zur Verfügung stand. Umso mehr war seine Kreativität gefordert, die Kirche zu beleben, was aufgrund der damals dünnen Besiedlung des Pfarrgebietes ein schwieriges Unterfangen war. |
So berichtete er:
" ... In einer waldumrauschten Talengetürmen sich dort pittoreske Felsen. Ein Spaziergang führte mich zum Platz: ein Blick, eine Überprüfung des Geländes, etliche Wochen des Bedenkens und der Entschluß stand fest: hier eine bescheidene Nachbildung der Grotte von Lourdes in den französischen Pyrenäen zu schaffen. Gute Menschen halfen; in wenigen Jahren war die Stätte fertig, die inzwischen zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort geworden ist. Es kommen viele größere und kleinere Prozessionen zu dieser Stätte, nachdem Prälat und Bundeskanzler Dr. Seipel sie im Mai 1925 in Gegenwart von 50.000 Menschen eingeweiht hat. ... "
Wie schon Völker, so dürfte auch Hutter eine Reihe verläßlicher Mitarbeiter gefunden haben, die an der Verwirklichung dieses Vorhabens in großem Maße mitgewirkt haben. Immerhin waren für die Altargrotte in der Felswand eines aufgelassenen Steinbruches aufwendige Arbeiten erforderlich.
Die Besitzer des Waldstückes, die (evangelische) Herrschaft Pflaum, zeigten sich sofort mit den Plänen Hutters einverstanden und stellten ihm das Grundstück "für ein Heiligtum, das fürs Vaterland Segen bringt" ohne weitere Gegenleistung zur Verfügung.
Am Tage des Rosenkranzfestes feierte Hutter bereits mit einer kleinen aber treuen Schar von Gläubigen das Fest der Gründung von Maria Lourdes. Eine Sammelaktien erbrachte genug Geld, um die Arbeiten zu beginnen, die aber bald unterbrochen werden mußten, da die Reserven aufgebraucht waren.
Hutter setzte große Anstrengungen, um sein Vorhaben auch zu Ende zu bringen. Er hielt Vorträge und versuchte, durch weitere Sammelaktionen, das dafür notwendige Geld für diese Stätte der Wallfahrt aufzutreiben.
| Eine Spendenaktion, die sich an die Marienverehrer richtete, war
mit einem Gedicht aus seiner Feder unterstützt
O Wienerwald, wie schön bis du, O Fels im Wald, wie bist du hart, Wer reißt aus deiner Brust den Stein (Quelle: Lourdes -
Kurzgeschichte beider Wallfahrtsorte,
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Und es war dem umtriebigen Hutter doch möglich, das Projekt bis zu Ende zu finanzieren, jedoch betonten er und seine Mitstreiter, daß dafür auch das Vertrauen in ihre Gebete ausschlaggebend waren.
Als am 10.Mai 1925 die Stätte unter großer Beteiligung der Bevölkerung von Kanzler Seipel eingeweiht wurde, fehlte noch das Wasser, das für das große Vorbild in Lourdes eine enorme Bedeutung hat.
Ein wesentliches Kriterium für viele Wallfahrtsorte ist das
Wasser, das in unmittelbarer Nähe einer Quelle entspringt. Hutter wußte um die
Wichtigkeit einer Quelle für eine Wallfahrtsstätte und leitete aus dem Wald
eine oberhalb gelegene Quelle ab und ließ sie nahe der Altargrotte aus einer
Leitung sprudeln. Dieses Wasser fand von Beginn an von seiten der Wallfahrer
große Verehrung und bald wurde von einer Heilkraft der Quelle gesprochen.
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Die Lourdesgrotte im Wienerwald |
Daß es sich dabei noch dazu um sehr gutes Wasser handelte ist
ein erfreulicher Nebeneffekt, den auch heute noch unzählige Menschen nutzen,
indem sie an dieser Leitung Wasser nicht nur für Andachtszwecke abfüllen
sondern in großen Kanistern nach Hause führen, da es im nahegelegenen
Tullnerfeld aufgrund starker Belastungen durch die Landwirtschaft an reinem
Trinkwasser mangelt.
Mit dem raschen Aufkommen der Wallfahrt nahm die Pfarre einen deutlichen Aufschwung, was zweifellos das Verdienst von Kaspar Hutter war. Denn interessanterweise gründet Maria Lourdes im Wienerwald nicht auf irgendeinem Vorgänger-Heiligtum, nichts wurde an diesem Ort vor den von Hutter initiierten Aktivitäten verehrt. Sogar die Quelle wurde eher als profane Wasserleitung aus dem Wald herangeholt. Und trotzdem erscheint uns heute der Ort wie ein alter Wallfahrtsort.
1957 verstarb Hutter, konnte jedoch bis zu seinem Lebensende miterleben, wie sein Werk Früchte getragen hat und der Zustrom nach Maria Lourdes ungebrochen bleiben wird. Rechts neben der Grotte ist - neben Nischen für Kerzen - eine Gedenktafel für Kaspar Hutter und Frau Pflaum angebracht.
Hutter war bemüht, eine Andachtsstätte, die dem Original von Massabielle bei Lourdes so weit wie möglich ähnelt, zu errichten, was auch einigermaßen gelungen ist. Die Grotte in der Felswand, die Marienstatue, das sprudelnde Wasser - alles eingebettet in die Landschaft des Wienerwaldes - sind ein kleines Abbild des Vorbildes des großen Wallfahrtsortes in Lourdes in Frankreich.
1939 wurde Maria Gugging, in dessen Bereich sich Maria Lourdes befindet, zur Pfarre erhoben und 1958 Pfarre und Wallfahrtsort den Missionaren von Mariannhill übertragen, die auch heute noch dafür zuständig sind.
1969 wurde eine geräumige Kapelle den Gebäuden angereiht, die eher Zweckmäßigkeit als Stimmung ausstrahlt, aber in erster Linie die Möglichkeit bieten soll, auch bei Schlechtwetter Messen abzuhalten.
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Gegenwart Ein Besuch von Maria Lourdes zeigt die überraschend große Popularität dieser Andachts- und Wallfahrtsstätte. Wenn auch ein Teil der Besucher den Ort vorwiegend aufsucht, um Trinkwasser abzuholen, so finden sich an den Wochenenden Gläubige in großer Zahl, die an den sehr stimmungsvollen Hl. Messen teilnehmen oder einfach nur den Besuch nutzen, um eine Kerze zu entzünden und die Augen mit dem Wasser zu benetzen. Wallfahrten finden häufig statt (Bus, Auto, Rad, zu Fuß). Eine Reihe von kleinen Votivtafeln weist darauf hin, daß viele Menschen dem Ort (dem Wasser ?) eine positive Wirkung in ihren Problemen verdanken. (Die Rolle des Wassers an Heiligen Orten wird in einem folgenden Kapitel ausführlich behandelt.) Die Missionare von Mariannhill betreuen auch gegenwärtig Maria Lourdes. Im Sinne der Ziele dieses Ordens ist auch hier das Gebet für die Anliegen der Mission in der Welt eine wichtige Aufgabe. Wasser kann jederzeit, jedoch nicht während der Hl. Messen abgeholt werden. Beim Durchgang in ds Innere das Wallfahhrtsortes ist in einem Schaukasten ein Gutachten aus dem Jahre 2003 über die Analyse des Wassers zu lesen. Die chemischen Fachbegriffe sind den meisten Besuchern wahrscheinlich unverständlich, es dürfte sich jedoch um eine ausgezeichnete Wasserqualität handeln. (Foto: Meixner VerlagsgesmbH., Baden)
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Reges Wallfahrtstreiben
an Wochenenden Foto: G. Holischka |
Gottesdienstordnung
Ab Mai bis Ende Oktober
Sonn- und Feiertage: an Samstagen 17.00 Uhr Vorabendmesse
10.15 Uhr Hl. Messe, 11.15 Uhr Hl. Messe
14.30 Uhr Rosenkranz, Andacht und sakramentaler Segen
19.00 Uhr Hl. Messe
Montag – Samstag: 11.00 Uhr Hl. Messe
14.30 Uhr Rosenkranz und Andacht
Hl. Messe in Polnisch: am 2. Sonntag im Monat – 18.00 Uhr Hl. Messe
Monatswallfahrt: am 1. Sonntag im Monat – 14.30 Uhr Prozession, Rosenkranz,
Hl. Messe, sakramentaler Krankensegen
Es ist vorteilhaft, wenn sich Wallfahrtsgruppen im vorhinein anmelden, auch, um eine Beichtgelegenheit sicherzustellen. (02243 / 83377)
Devotionalien
Ansichtskarten, Andachtsbilder, Rosenkränze etc. sind im Kiosk beim Tor erhältlich. (Die sonst oft leider üblichen Kinderspielzeuge gibt es hier erfreulicherweise nicht ! ).
Gasthaus Lourdesgrotte
Hauptstrasse 132
Tel.: +43/ 2243/ 833 06
Küche 11h - 17h
Montag Ruhetag
in unmittelbarer Nähe beim Parkplatz. Der Ort ist auch als Ausgangsort für schöne Wienerwaldwanderungen von Bedeutung. Die Wienerwaldgemeinden sind durch zahlreiche Buslinien gut miteinander verbunden.
Hinter dem Altar in der Grotte liegt ein
Buch
zur Eintragung von Anliegen und Wünschen auf.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Maria Lourdes von Klosterneuburg
(Bahnhof Kierling) mit der Autobuslinie 239 in 18 min erreichbar
(Fahrplan unter .http://www.vor.at/ abzufragen)
LINKS
Missionare von Mariannhill
http://www.mariannhill.de/
Maria Gugging
http://www.gugging.net/sites/home.php
ALLE RECHTE VORBEHALTEN - insbesonders jenes des Copyrights
Hinweise, Korrekturen, Anmerkungen bitte an
wallfahrt@hotmail.com