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Die moderne Landwirtschaft macht
es möglich: Das Obst und Gemüse bietet auch einen optischen
Anreiz zum Kaufen. Äpfel sind wie genormt, Kartoffeln und orangen
nach Größe verpackt, der frische Spinat leuchtet in appetitlichem
Grün.
Ein Fortschritt, wenn man das heutige Angebot mit dem vor zwei Generationen vergleicht.
Doch dieser Fortschritt hat auch ganz wesentliche Nachteile. Die Qualität
von Obst und Gemüse hat seit rund 50 Jahren erheblich abgenommen, wie englische
Ernährungswissenschaftler festgestellt haben. Der Wunsch des Kunden, nur
das zu kaufen, was seinem Auge gefällt, hat zu einem dramatischen Rückgang
an Mineralien und Spurenelementen in den Früchten geführt.
Der Wissenschaftler David Thomas aus Sussex untersuchte verschiedene Obst- und
Gemüsesorten auf diese Stoffe und verglich die Ergebnisse mit Daten aus
den frühen 40iger Jahren. Das Ergebnis: Die Anteile lebenswichtiger Mineralien
gingen in diesem Zeitraum bei einigen Sorten um weit mehr als 50 Prozent zurück.
So sank der Anteil von Natrium in Stangenbohnen auf nahezu Null. Natrium ist
ein wichtiger Stoff für das Nervensystem und die Muskelbildung. Brokkoli
verlor in fünf Jahrzehnten rund 75 Prozent seines Kalziums, das Zähne
und Knochen stärkt. Gleich groß ist der Verlust bei Möhren an
Magnesium. Es schützt den Körper vor Herzleiden, Asthma und Nierensteinen.
Bei Spinat nahm der Eisengehalt um durchschnittlich 60 Prozent ab (siehe Grafik).
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Mineralien
und Vitamine
Gehalt in Miligramm
je 100 Gramm Lebensmittel |
|
1985 |
1996 |
Differenz |
 |
|
| Brokkoli |
|
Calcium |
103 |
33 |
minus
68 % |
|
| |
|
Folsäure |
47 |
23 |
minus
52 % |
|
| |
|
Magnesium |
24 |
18 |
minus
25 % |
|
|
 |
Bohnen |
|
Calcium |
56 |
34 |
minus
38 % |
|
| |
|
Folsäure |
39 |
34 |
minus
12 % |
|
| |
|
Magnesium |
11 |
17 |
minus
15 % |
|
| |
|
Vitamin
B 6 |
140 |
55 |
minus
61 % |
|
|
 |
Fenchel |
|
Calcium |
35 |
57 |
plus
62 % |
|
| |
|
Folsäure |
100 |
32 |
minus
68 % |
|
| |
|
Magnesium |
11 |
17 |
plus
45 % |
|
|
 |
Kartoffel |
|
Calcium |
14 |
4 |
minus
70 % |
|
| |
|
Magnesium |
27 |
18 |
minus
33 % |
|
| |
|
Vitamin
C |
20 |
25 |
plus
25 % |
|
|
 |
Karotten |
|
Calcium |
37 |
31 |
minus
17 % |
|
| |
|
Magnesium |
21 |
9 |
minus
57 % |
|
|
 |
Spinat |
|
Magnesium |
62 |
19 |
minus
68 % |
|
| |
|
Vitamin
B 6 |
200 |
82 |
minus
59 % |
|
| |
|
Vitamin
C |
51 |
21 |
minus
58 % |
|
|
 |
Apfel |
|
Calcium |
7 |
8 |
plus
10 % |
|
| |
|
Magnesium |
5 |
6 |
plus
20 % |
|
| |
|
Vitamin
C |
5 |
1 |
minus
80 % |
|
|
 |
Banane |
|
Calcium |
8 |
7 |
minus
12 % |
|
| |
|
Folsäure |
23 |
3 |
minus
84 % |
|
| |
|
Magnesium |
31 |
27 |
minus
13 % |
|
| |
|
Vitamin
B 6 |
330 |
32 |
minus
92 % |
|
|
 |
Erdbeere |
|
Calcium |
21 |
18 |
minus
14 % |
|
| |
|
Magnesium |
12 |
13 |
plus
8 % |
|
| |
|
Vitamin
C |
60 |
13 |
minus
67 % |
|
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Die moderne Landwirtschaft macht es möglich: Das Obst und Gemüse
bietet auch einen optischen Anreiz zum Kaufen. Äpfel sind wie
genormt, Kartoffeln und orangen nach Größe verpackt, der
frische Spinat leuchtet in appetitlichem Grün.
Ein Fortschritt, wenn man das heutige Angebot mit dem vor zwei Generationen vergleicht.
Doch dieser Fortschritt hat auch ganz wesentliche Nachteile. Die
Qualität
von Obst und Gemüse hat seit rund 50 Jahren erheblich abgenommen, wie englische
Ernährungswissenschaftler festgestellt haben. Der Wunsch des Kunden, nur
das zu kaufen, was seinem Auge gefällt, hat zu einem dramatischen Rückgang
an Mineralien und Spurenelementen in den Früchten geführt.
Der Wissenschaftler David Thomas aus Sussex untersuchte verschiedene
Obst- und Gemüsesorten auf diese Stoffe und verglich die Ergebnisse mit Daten aus
den frühen 40iger Jahren. Das Ergebnis: Die Anteile lebenswichtiger Mineralien
gingen in diesem Zeitraum bei einigen Sorten um weit mehr als 50 Prozent zurück.
So sank der Anteil von Natrium in Stangenbohnen auf nahezu Null.
Natrium ist ein wichtiger Stoff für das Nervensystem und die Muskelbildung. Brokkoli
verlor in fünf Jahrzehnten rund 75 Prozent seines Kalziums, das Zähne
und Knochen stärkt. Gleich groß ist der Verlust bei Möhren an
Magnesium. Es schützt den Körper vor Herzleiden, Asthma
und Nierensteinen.
Bei Spinat nahm der Eisengehalt um durchschnittlich 60 Prozent ab (siehe Grafik).
Ernährungswissenschaftler Thomas sieht die Ursachen für den
Qualitätsverlust bei Obst und Gemüse bei der modernen Landwirtschaft.
So würde immer mehr Kunstdünger auf die Felder gebracht,
der das Wachstum der Nutzpflanzen fördert.
Doch Mineralien würden mit dem Dünger nicht mitgeliefert. Der Boden
sei in dieser Hinsicht längst ausgelaugt.
Die Untersuchung von Thomas untermauert eine Studie, die das British Food Journal
1997 veröffentlicht hatte. Der Ernährungsexperte Professor Tim Lang
von der Thames Valley University kommentierte die Studie von Thomas mit der Warnung:
"Wir sterben hauptsächlich an Herzkrankheiten und Krebs".
Der Rat der Ärzte lautet, dass wir weniger Fett, dafür aber mehr Obst
und Gemüse essen sollen. Doch was hilft uns das, wenn wir die Pflanzen verändern,
die ursprünglich eine ver- nünftige Prophylaxe waren?
Die Züchter haben Produkte entwickelt, die hübsch aussehen, gegen Krankheiten
resistent und erstaunlich lange lagerungsfähig sind. Doch das Wertvollste
haben sie vernachlässigt -
die Mineralien und Spurenelemente.
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