W E R K E

 


Lebenslauf:

Gerhard Streminger, geboren 1952 in Graz/Österreich. Ab 1970 Studium der Philosophie und Mathematik in Graz, Göttingen, Edinburgh und Oxford. 1978 Promotion. 1981 Visiting Professor an der University of Minnesota, Minneapolis. 1984 Habilitation. 1988 Ernennung zum Assistenzprofessor. 1991/2 Humboldt-Stipendiat an der Universität Bochum. 1995 Ernennung zum tit. ao. Universitätsprofessor. Von 1975 bis 1997 am Institut für Philosophie der Universität Graz beschäftigt.
2006 wurde Streminger der David Hume Preis der Kellmann Stiftung Humanismus und Aufklärung verliehen.

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Wichtigste Buchveröffentlichungen:

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Der Autor Gerhard Streminger


Neuerscheinung im Februar 2017:

Mein neues Buch: Adam Smith. Wohlstand und Moral - Eine Biographie
Rund 256 S., mit 25 Abbildungen. Gebunden. ISBN 978-3-406-70659-2

erschien im Verlag C.H. Beck im Februar 2017. Der Verlag kündigt die Neuerscheinung so an:
"Adam Smith war nicht nur der wichtigste Vordenker von Kapitalismus und Marktwirtschaft, sondern auch ihr erster grundlegender Kritiker. Das zeigt Gerhard Streminger in seiner fulminanten, aus den Quellen gearbeiteten Biographie des "ökonomischen Luther", wie Friedrich Engels Smith einmal nannte.
Smith war nicht nur Wirtschaftstheoretiker, der die zentrale Rolle des Marktes betonte, sondern auch Moralphilosoph. Der schottische Denker entdeckte, dass der Markt manchmal zu Konsequenzen führt, die besser sind als die egoistischen Absichten der Menschen. Doch das ist keineswegs immer der Fall. Manchmal folgt aus Gutem auch Schlechtes, etwa unbeabsichtigte negative ökologische Folgen. Deshalb plädierte Smith dafür, der Unsichtbaren Hand des Marktes unter bestimmten Umständen 'in den Arm zu fallen'. Das ist dann die Sichtbare Hand des Staates, etwa durch aufgeklärte Bildung und Arbeiterschutz.
Auch das Bild des Privatmanns Smith ist korrekturbedürftig. Er gilt als sauertöpfisch und sehr professoral. Wahr ist hingegen, dass er überaus empathisch, wohlwollend und freigiebig war und zudem zeitlebens ein ziemlich hitziges Gemüt besaß."

Interview mit Deutschlandradio Kultur am 12.03.2017 über Adam Smith zum Thema Wohlstand und Moral
Sendung: Gerhard Streminger über Adam Smith - "Für Smith ist nur der ethische Mensch glücklich"

Spezial: Empfehlenswerte Bücher 2017 - ard.de
www.ard.de/home/kultur/Spezial__Empfehlenswerte_Buecher_2017/3684380/index.html
Gerhard Streminger "Adam Smith" Neuer Blick auf den "Vater des Raubtierkapitalismus".

Rezensionen:
Thomas Brasch bei Amazon unter der Überschrift: "Ein schiefes Bild wird gerade gerückt."

Deutschlandradio Kultur: Rezension meines im Beck-Verlag soeben erschienen Buches: Gerhard Streminger, Adam Smith. Wohlstand und Moral - Eine Biographie
Zitat: Ja, es kommt noch vor, dass sich Marktradikale auf Adam Smith berufen. Nur, was beweist das? Dass sie ihn nicht gelesen haben und die "unsichtbare Hand des Marktes" gerüchteweise für Smiths einziges Erbe halten. Aber zugegeben, dergleichen Irrtümer werden seltener. Deshalb tut der österreichische Philosoph Gerhard Streminger gut daran, sich in Adam Smith - Wohlstand und Moral nicht allzu lange mit Smith' falschen Freunden aufzuhalten. Er stellt vielmehr mit unverhohlener Begeisterung den kompletten Smith vor: Leben und Werk des kränklichen, aber lebenstüchtigen, fleißigen und leicht schrulligen Schotten, der ökonomisches Denken und Moralphilosophie aufs Engste verbunden hat.

Rezension von Hans-Martin Schönherr-Mann bei SPEKTRUM.de
Der Rezensent urteilt zusammenfassend: "Das gut lesbare, verständliche und unterhaltsame Buch verbindet Smiths Lebenslauf erhellend mit den Früchten seines Denkens. Indem es mit gängigen Vorurteile aufräumt, eröffnet es einen neuen Zugang zu dem Aufklärer und Ökonomen. Ein empfehlenswertes Werk."

Rezension von Stephan Petersen bei DER KULTURBLOG
Auszug: "Und wer ist nun der Mensch Adam Smith, der hinter diesen Ansichten steht? Gerhard Streminger weiß zu berichten, dass Smith ganz dem Klischee des zerstreuten Professors entsprach. Schon in jungen Jahren war er in Selbstgespräche vertieft und wirkte auf seine Umwelt stets geistesabwesend. Allerdings attestiert Streminger dem schottischen Philosophischen auch einen liebenswürdigen Charakter.
Letztendlich bleibt jedoch viel über Smith‘ Leben im Dunkeln. Das hat primär einen Grund: Auf seine Anweisung hin wurde der größte Teil seiner Privataufzeichnungen kurz nach seinem Tod vernichtet. Gerhard Streminger nähert sich Smith deshalb vorwiegend über dessen wissenschaftliche Arbeiten und kommt dabei zu einem eindeutigen Urteil: Adam Smith ist ein Menschenfreund, ein Humanist gewesen."

Vorstellung bei steuern buecher
Auszug: "Die Biographie Adam Smith – Wohlstand und Moral bietet einen gelungenen Überblick über Leben und Arbeit dieses großen Ökonomen. Streminger hat mit diesem Werk frühere Biographien über Smith auch nach neuesten Erkenntnissen ergänzt und vertiefend begründet." Rating: 5 Sterne von 5

Rezension bei REZENSÖHNCHEN - Zeitschrift für Literaturkritik, von Victoria Thum
Urteil: Gerhard Streminger bietet in kompakten 230 Seiten eine spannend erzählte Biographie, die den historischen Hingergrund miteinbezieht und einen leicht zugänglichen Einstieg in die Hauptwerke Smiths, einen Klassiker des Liberalismus, ermöglicht.

Ausführliche Besprechung bei "informationsmittel-fuer-bibliotheken.de" von Till Kinzel
Auszug: "Streminger schreibt mit großer Sympathie für Smith. Er akzentuiert gelegentlich den manchmal übersehenen Umstand, daß Smith keineswegs ein radikallibertärer Apologet des Marktes war, auch wenn er natürlich gegenüber Planungsideologien und Dirigismus zu Recht kritisch eingestellt war. Anders als das, was auch Streminger etwas unglücklich mit einem heute wahllos verwendeten Begriff als „neoliberal“ bezeichnet, habe Smith aber auch die Notwendigkeit eines staatlichen Ordnungsrahmens und gelegentlicher Eingriffe in das Marktgeschehen akzeptiert. Hier könnte man mit einer Theorie der öffentlichen Güter argumentieren, auf deren Grundlage sich bei grundsätzlicher Marktsympathie auch essentielle Staatsfunktionen rechtfertigen lassen.
Diejenigen, die eine übersichtliche, klar geschriebene und umfassende Vorstellung und Würdigung Adam Smiths lesen möchten, ohne sich in Spezialdiskussionen zu verlieren, sind mit Stremingers Band bestens bedient. Die Bibliographie bietet eine überschaubare Auswahl an einschlägigen Titeln und ist gegenüber der früheren Ausgabe aktualisiert."

Katja Scherer im Deutschlandfunk am 03.04.2017 unter der Überschrift "Falsch verstandener Vordenker":
Auszug: "Streminger schafft es in seiner Biografie, solche abstrakten moralphilosophischen Fragen anschaulich darzustellen. Das gelingt, weil er nicht nur Smiths Gedankenwelt beschreibt, sondern auch dessen Wesen. Er berichtet, wie der zerstreute Professor in Diskussionen teils den Faden verliert. Und er erzählt, wie der Moralphilosoph bei einem Vortrag in einer schottischen Gerberei so wild gestikuliert, dass er aus Versehen in eine Grube mit Tierkadavern plumpst.
Die Analyse ergibt, dass Smiths Werk durchaus Schwächen hat. Viel wichtiger ist aber die Erkenntnis, dass der schottische Ökonom die starke Rolle des Marktes, die heute oft propagiert wird, niemals in Reinform eingefordert hat. Eine Gesellschaft ohne starken Staat kann genauso wenig funktionieren wie eine Gesellschaft ohne freien Markt, so lautete Smiths These. Wie Gerhard Streminger aufzeigt, kann es also sicherlich helfen, sich die Werke von Adam Smith noch einmal vorzunehmen - und zwar nicht nur die ersten paar Seiten."

WAGEN EINS - Buchtipps der Deutschen Bahn. Rubrik: Diese 10 Bücher machen Sie schlauer
"Der Autor Gerhard Streminger ... stellt Adam Smith als einen empathischen, vorausschauenden und sozial denkenden Philosophen dar, der schon früh die weitreichenden negativen Folgen eines maßlosen Kapitalismus erkannte."

Deutschlandradio Kultur: Buchempfehlungen aus der Literaturredaktion - Die besten Bücher zum Osterfest
"Ein Vordenker des Raubtierkapitalismus? Weit gefehlt! Adam Smith war vom Calvinismus geprägt und wollte Markt und Moral miteinander verbinden. In seiner detailreichen, gut lesbaren Biographie rückt Gerhard Streminger das Bild des schottischen Aufklärers gerade – und zeigt den Denker in seiner Zeit."

Rezension bei Faces of Books - Das politische Buch - von Norbert Schreiber
Auszug: "Die unsichtbare Hand und die sichtbare Hand sorgen für den 'Wohlstand der Nationen', den der schottische Begründer der Volkswirtschaftslehre in seinem gleichnamigen Hauptwerk herbeiwünschte. Die unsichtbare Hand ist der Markt, der freie Handel und die freie unternehmerische und persönliche Entfaltung. Mit diesem marktwirtschaftlichen Ansatz wurde Adam Smith zum Gründungsvater liberaler Wirtschaftstheorien ausgerufen und auch von neoliberalen Ideologien in Anspruch genommen. Hiermit usurpiert aber Manchester die schottische Aufklärung aus Edinburgh und Glasgow, hier wird die von Smith geforderte sichtbare Hand des eingreifenden und ordnenden Staates unterschlagen. Der philosophische Publizist Gerhard Streminger legt in seiner jetzt unter dem Titel 'Wohlstand und Moral' erschienenen Biographie über Adam Smith besonderen Wert auf dessen 'beide Hände'."

DIE ZEIT (Auszug): Die unsichtbare Hand winkte nur dreimal. Wie marktliberal war der Philosoph Adam Smith? Eine Biografie wirft ein neues Licht auf den großen Denker. Von Harald Bluhm vom 3. Mai 2017
Die flüssig geschriebene Biografie des Experten für die schottische Aufklärung ist beinahe rundum gelungen. ... Wichtig und bis heute viel zu unbekannt ist die Tatsache, dass Smiths berühmte Formulierung von der "unsichtbaren Hand" bloß dreimal im Gesamtwerk vorkommt und nur einmal in Wealth of Nations. Die spätere Verwandlung von Smith in einen Marktliberalen erfolgte entlang ebendieser so selten auftauchenden Metapher, die von seinen Interpreten so populär gemacht wurde, dass viele irrtümlich glauben, die "unsichtbare Hand" sei eine Leitmetapher seiner Ökonomie.
Stremingers Stärke ist die Einbettung dieses bedeutenden Denkers in seine Zeit. Hingegen wird dessen Relevanz als Vordenker sozialer Marktwirtschaft letztlich doch eher behauptet als belegt.

Auch die Bücherschau beim Kulturmagazin Perlentaucher nimmt ausführlich auf diese ZEIT-Rezension Bezug.

Aus der TAZ: Das alles aus Sympathie. Die Rezeptionsgeschichte des Ökonomen Adam Smith hat viele Irrtümer hervorgebracht. Eine neue Biografie korrigiert die Sicht auf seine Lehre.
Verleumdung ist ein Delikt und strafbar. Politische und propagandistische Instrumentalisierung von Texten ist keines von beidem. Wenige Gesellschaftstheoretiker wurden so bis an die Grenze zur Verleumdung instrumentalisiert wie der Schotte Adam Smith. Die Biografie von Gerhard Streminger ist nicht das erste Buch, aber ein wichtiges, das diesen propagandistischen Missbrauch zurechtrückt.

Die TAZ schließt ihren Originalartikel wie folgt:
Die politische Ökonomie hatte Smiths Meinung nach nicht die Aufgabe, Rezepte anzubieten, wie die Reichen reicher und die Armen ärmer gemacht werden konnten, sondern "erstens den Menschen reichlich Einkommen und zweitens dem Staat genügend Einnahmen zu verschaffen, um öffentliche Dienste zu erfüllen". Mit Neoliberalen und Marktradikalen, die den "schlanken Staat", niedrige Steuern für Unternehmen, niedrige Löhne und Markt predigen, hatte Adam Smith nur eines übrig: radikale Aufklärung und Kritik. Diese Biografie wird dem genialen Aufklärer gerecht.

Buchvorstellung bei Österreich 1 Radio, Sendung Context vom 12.05.2017 von Günter Kaindlstorfer
Auszug: Die Sympathie des Autors zu Adam Smith ist in jeder Zeile dieses Buchs spürbar, auch Stremingers Liebe zu Schottland, seine Passion für Land und Leute und sein Respekt vor den Leistungen der schottischen Aufklärung. Dabei sieht der Grazer Philosoph manches durchaus kritisch. Das Menschenbild des Adam Smith’ sei insgesamt wohl zu optimistisch gewesen, kritisiert Streminger zum Beispiel. ... Dass der Mensch Freude am Glück anderer, ihm persönlich unbekannter Menschen findet und dieses Glück nach Kräften zu fördern versucht: Das bleibt eine Kulturleistung, zu der wohl – bis auf weiteres – vor allem eine qualifizierte Minderheit in der Lage ist. Da hat Adam Smith, ein liberaler Linker avant la lettre, wahrscheinlich eine Spur zu links gedacht.

ChangeX: Von der Sympathie zum Eigennutz
Auszug: Immer noch liegt über Adam Smiths Theorie der ethischen Gefühle ein Schleier der Unklarheit. Wie kam es dazu, dass das Jahre später erschienene Werk Wohlstand der Nationen Weltruhm erlangte und die ökonomische Lehre begründete, wohingegen das moralphilosophische Werk des Schotten, obwohl zu dessen Lebzeiten hochgelobt und viel gelesen, in Vergessenheit geriet? ... [Man]kann dieses Werk nicht genug loben: In seiner aus den Quellen erarbeiteten Biografie bietet Gerhard Streminger eine eingehende Interpretation beider Werke und ihrer Entstehungsgeschichte und korrigiert zugleich die übliche einseitig marktliberal geprägte Lesart von Smiths Wohlstand der Nationen. (wk)

Ausführliche Rezension der Smith-Biografie bei Soziopolis von Timo Luks vom 16.06.2017
Auszug: Adam Smith – Wohlstand und Moral zielt vor allem darauf, Smiths Gesellschaftsmodell zu rekonstruieren, und das heißt: sichtbar zu machen, dass dieses Modell nicht dasjenige einer radikalen Marktgesellschaft war. Es ist zu begrüßen, dass Streminger die grundlegende Bedeutung von Smiths Theorie der ethischen Gefühle für sein politisches und ökonomisches Denken ausgiebig diskutiert. Ihm zufolge wird darin ein Gegenentwurf zu utilitaristischen und rationalistischen Ethiken wie auch zu "zu jenen Moraltheorien" greifbar, die "jahrtausendelang lehrten, dass die Grundlage des Sittlichen in etwas Transzendentalem wurzelt und dass der Zweck sittlichen Handelns jenseitige Freuden sind." (S. 67) Smiths Entwurf der menschlichen Natur habe nicht am Spezialfall egoistischen Handelns im Kontext von Markttransaktionen angesetzt, sondern vielmehr die zentrale Bedeutung von sympathy – also die Fähigkeit und Erfahrung emotionaler Anteilnahme – für die menschliche Existenz herausgestellt.

Smith-Biografie auf der SPIEGEL-Bestsellerliste Juli 2017 für Wirtschaftsbücher
Buchreport listet für den SPIEGEL mein Buch auf Platz 14 der Bestseller unter den Wirtschaftsbüchern des Monats Juli 2017.

Smith-Biografie auf der BILANZ-Bestsellerliste Juli 2017
Platz 10 der Bestseller unter den Wirtschaftsbüchern des Monats Juli 2017 des Schweizer Wirtschaftsmagazins.

Vorstellung der Smith-Biografie im Wetzstein-Brief vom Juli 2017
Auszug: Adam Smith, der Begründer der radikalen Marktwirtschaft, des egoistischen Kapitalismus? Dieses Bild ist so verzerrt und hält sich so hartnäckig, dass man ihm immer wieder von neuem entgegenstehen muss – so auch in dieser höchst lesenswerten Biographie von Gerhard Streminger.

Smith-Biografie in der aktuellen Bücher-Liste von ÖDP Niedersachsen (S. 8) vom Juli 2017
Auszug: Diese Biografie zeigt ihn als Denker des Ausgleichs und der Solidarität. Sie stellt den ganzen Smith vor, den Philosophen, der ökonomisches Denken und Moralphilosophie eng verbunden hat.

Smith-Biografie bei denkfabrik.rocks unter Leseabenteuer Juli-August-2017
"Eine fundierte Biographie von Adam Smith, dem „Erfinder“ der klassischen Wirtschaftswissenschaft. Ein Buch, das ich vor allem Marktfundamentalisten ans Herz lege, die sich immer wieder auf Adam Smith – dem ultimativen Liberalen – berufen. Unwissenheit ist schließlich auch Wissen. Mit dem Buch ändert sich das hoffentlich."

Besprechung der Smith-Biografie von Caspar Hirschi in der FAZ vom 30.08.2017, im Internet publiziert bei www.buecher.de
Unter der Überschrift: "Liberalen Freihandel musste man sich erst einmal leisten können. Im Namen des Marktes: Gerhard Streminger versucht, Adam Smith vor seinen neoliberalen Jüngern in Schutz zu nehmen" fragt der Autor: "Warum gerade Schottland? ... Wie konnte dieses wirtschaftlich ruinierte und politisch entmachtete Land wenige Jahrzehnte später zu einem der wichtigsten Orte der Aufklärung werden und dabei nicht nur eine führende Rolle in Wissenschaft und Philosophie, sondern auch in Architektur und Technologie übernehmen? Mit dieser Frage beginnt der Philosoph Gerhard Streminger seine neue Biographie von Adam Smith. Es ist bereits seine zweite Darstellung von Leben und Werk des Moralphilosophen und Wirtschaftstheoretikers, und wie die erste, ein 1999 erschienenes Rororo-Bändchen, hat sie Einführungscharakter. Mit seiner Einbettung der Biographie in die speziellen Entstehungsbedingungen der schottischen Aufklärung knüpft Streminger auch an seine Forschungen zu Adam Smiths Landsmann und Freund David Hume an, über den er sogar drei Biographien in drei Verlagen veröffentlicht hat."

Besprechung der Smith-Biografie von Friedrich Weissensteiner in der Wiener Zeitung vom 03.10.2017
Unter dem Titel "Neoliberaler Säulenheiliger" schreibt der Autor unter anderem:
"Smith war nicht nur der Vater des Freihandels und einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung, er war auch ein Vordenker der sozialen Marktwirtschaft, wie man heute sagen würde. Das ist seine zweite Seite, die von vielen neoliberalen Wirtschaftsfachleuten geflissentlich übersehen oder kleingeredet wird. Diese Interpretation hat sich in der Smith-Forschung längst durchgesetzt. Der österreichische Philosoph legt ein höchst interessantes Buch vor, das sich durch wissenschaftliche Unvoreingenommenheit und Seriosität auszeichnet."

Smith-Biografie auf der longlist "Wissenschaftsbuch des Jahres 2018" in der Kategorie Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaft
"Adam Smith war nicht nur der wichtigste Vordenker von Kapitalismus und Marktwirtschaft, sondern auch ihr erster grundlegender Kritiker. Das zeigt Gerhard Streminger in seiner aus den Quellen gearbeiteten Biographie des 'ökonomischen Luther', wie Friedrich Engels Smith einmal nannte. Smith war nicht nur Wirtschaftstheoretiker, der die zentrale Rolle des Marktes betonte, sondern auch Moralphilosoph. Auch das Bild des Privatmanns Smith ist korrekturbedürftig. Er gilt als sauertöpfisch und sehr professoral. Wahr ist hingegen, dass er überaus empathisch, wohlwollend und freigiebig war und zudem zeitlebens ein ziemlich hitziges Gemüt besaß."

Rezension der Smith-Biografie bei der TAGESPOST am 10.01.2018
Unter der Überschrift "Kein Grund zur Unmoral. Warum der Philosophen Adam Smith zum Lehrmeister von Ökonomen wurde" schreibt Barbara Stühlmeyer unter anderem:
"Stremingers Biografie verbindet eine ausgezeichnete, weil verständlich geschriebene Einführung in Adam Smiths Philosophie mit einer empathischen Schilderung des Lebensweges des sympathischen schottischen Denkers. Wer reflektieren möchte, was Smith wirklich gedacht und geschrieben hat und ob die Auswüchse neoliberaler Ökonomie wirklich auf ihn zurückgehen, was sie nicht tun, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen."

Rezension der Smith-Biografie im Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung 2/2017 von Matthias Wolfes
Auszug: "In dieser Richtung, der biographischen Verlebendigung und der Eröffnung von Zugängen zu den theoretischen Leistungen Smith’, liegt die Stärke des Buches. Es ist überdies durchweg interessant, durch Nachweise solide unterbaut und in der Bezugnahme auf die Forschungsliteratur auch als Einführung oder Einstieg gut geeignet."

Rezension der Smith-Biografie in der Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, Bd. 63 Heft 1, von Armin Müller
Auszug: "Stremingers Verdienst ist es, Smiths Leben und Werk in einer sehr gut lesbaren, für ein breites Publikum verfassten Biographie zusammenzufassen. Sein intellektuelles Schaffen wird in den Geist der Zeit und in ein Netzwerk aus Freunden, anderen Denkern und Philosophen eingebettet. Smith wird als aufgeklärter Liberaler vorgestellt, dessen ökonomische Theorie aber am empirisch fassbaren Leben ausgerichtet, von empathischen Menschen bevölkert und einer wohlstrukturierten, öffentlichen Ordnung gestützt wird."

Eine sehr einfühlsame Rezension der Smith-Biografie von Hellmut Butterweck vom 10.03.2018 unter dem Titel: Gerhard Streminger bläst den Staub von einem Denkmal
Auszug: "Der Grazer Philosophieprofessor Gerhard Streminger bläst den Nebel der Missverständisse, der diese singuläre Gestalt eintrübt, mit mächtiger Puste fort. Wenn sein neues Werk Adam Smith – Wohlstand und Moral eine Schwäche hat, dann bloß die, dass es leider wahrscheinlich zu wenig gelesen werden wird. Dabei kann man es jedem, der beim Durchsehen der Zeitung einen Blick in den Wirtschaftsteil wirft, und sei es auch nur ein flüchtiger, wärmstens ans Herz legen.
Allen anderen übrigens auch, denn Streminger schrieb nicht nur die Biographie eines intellektuellen Giganten, sondern auch eines höchst seltsamen Originals, das mit seiner notorischen Zerstreutheit die lustigsten Geschichten lieferte. ... Der Adam Smith, der in Stremingers Buch zum Vorschein kommt, ist der verdrängte, systematisch vernachlässigte Adam Smith, der den heutigen Marktradikalen so gar nicht in den Kram passt. Darin liegt die Wichtigkeit und widerborstige Aktualität dieser auf genauer Kenntnis der Quellen beruhenden Biographie, in welcher ein streitbarer Geist vehement Stellung bezieht. ... Die Geschichte dieses Adam Smith wird von Gerhard Streminger souverän, liebevoll, mit vielen neuen Einzelheiten und durchaus unterhaltsam erzählt. Ich habe viel zu viele Bücher, aber dieses bleibt in meiner Nähe."

Rezension der Smith-Biografie beim Blog next-u vom 2. Dezember 2017 von Bernd Oestereich mit dem Titel "Adam Smith, ein verkannter Ökonom und Moralphilosoph"
Auszug: "Im Zusammenhang mit dem in letzter Zeit viel gescholtenen Taylorismus kommt auch der Name Adam Smith gelegentlich ins Spiel. Dabei werden ihm auch neoliberale Ideen zugeschrieben, beispielsweise dass sich die Ökonomie selbst mit “unsichtbare Hand” regulieren würde, wenn man sie frei laufen lässt. Eine aktuell erschienene Biographie über das Leben und Werk von Adam Smith zeigt jedoch völlige andere Seiten und Haltungen des schottischen Moralphilosophen – die auch heute noch oder gerade wieder hoch aktuell erscheinen."
Der dortige Autor schreibt abschließend: "Adam Smith lebte in einer ganz anderen Zeit und Gesellschaft als wir heute. Die Nöte und Abhängigkeiten durch Hunger, Armut, Versklavung, Ketzerei, sozialer Herkunft etc. scheinen, obwohl noch immer vorhanden, nicht mit der damaligen Zeit zu vergleichen. Und doch passen viele seiner Gedanken ebenso gut noch in unsere Zeit.
In Anbetracht seiner Biographie und seiner Werke erscheint die Vereinnahmung seiner Person für neoliberale Ideen eher abwegig. Es erscheint mir als ein historisches Missverständnis, gerade ihm die Befürwortung völlig ungeregelter Marktmechanismen zuzuschreiben. Seine Gedanken zum angeborenen Mitgefühl, einem natürlich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und einem gelernten Pflichtgefühl finde ich hingegen auch im Kontext von Organisationen hilfreich.
Die im Text angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf die jüngst erschienene Biographie Adam Smith, Wohlstand und Moral, eine Biographie von Gerhard Streminger (Verlag C.H. Beck, 2017, http://www.chbeck.de/streminger-adam-smith/product/17770115), die ich hiermit empfehlen möchte: Ein unterhaltsames und sehr lesenswertes Buch."




Neuerscheinung im Herbst 2016:

Beim Literaturhaus Wien ist dazu eine Rezension erschienen; Auszug:
»Die emotional aufwühlende Rückkehr von Emily Macleod an den Heimatort nach 25 Jahren gipfelt im achten Brief mit der Überschrift "Homo faber" in einer Diskussion über den Sinn des Staudammbaus. Das Streitgespräch entfacht sich zwischen Emily Macleod und Darius, der als Flüchtlingskind damals in Schottland zeitweise von der Familie Macleod aufgenommen worden war. Rigoros veranschaulicht dieser Dialog zwei konträre Ansichten: Darius meint, dass der Bau sinnvoll war, weil die Gesellschaft als solche davon profitiert hat, während Emily Macleod entgegnet, dass die "Glücksmaximierung", der industrielle Fortschritt, in keinem gerechtfertigten Verhältnis zum Leid jener Menschen steht, die dabei vertrieben wurden. In diesem achten Brief ist der philosophische Diskurs besonders präsent. Er zieht sich jedoch als roter Faden durch den gesamten Roman. Dies macht den unverkennbaren Erzählstil von Gerhard Streminger aus.«

Im Radioprogramm des SWR2 (in der PDF-Datei Seite 9) wurde das Buch am 02.10.2016 von Andreas Puff-Trojan ebenfalls vorgestellt.

Eine weitere Rezension ist im Internet bei Buchkultur.net erschienen:
Unter dem Titel ENTWURZELT zieht Karoline Pilcz das Fazit: »Eine zeitlose, traurigschöne Lebens- und Entwicklungsgeschichte einer Frau, die entwurzelt und entfremdet ein neues Leben beginnt; eine Geschichte über das Fremdsein und das Erinnern, über das Loslassen und das Weitergehen.
Eine facettenreiche, stilsichere Geschichte in persönlichen Briefen, voll von Schönheit der Natur und bittersüßem Schmerz.«

Bei InKulturA-online ist ebenfalls eine Besprechung erschienen - hier ein Auszug:
»"Die Fremde" ist für den Leser, der die Schwingungen wahrzunehmen versteht, die das Wort Heimat auslöst, ein Roman, der die Rückschau auf die eigene Vergangenheit geradezu forciert. Heimat war und ist jenseits der ihm fälschlicherweise zugeordneten Konnotation ein Begriff, der ein Individuum definiert und der nicht zuletzt darüber entscheidet, welcher Mensch wir geworden sind. Der Verlust der Heimat oder schlimmstenfalls das niemals Kennen einer solchen dürfte einer der Faktoren sein, der den sich so modern wähnenden Menschen singularisiert hat.«

Bei Farbschnitte - Buchbesprechungen ist eine weitere Rezension erschienen - hier ein Auszug:
»Warum ist es für viele Menschen so wichtig zu wissen, woher sie kommen und was bleibt übrig, wenn man seine Heimat verliert? Ganz wird man diese Fragen vielleicht nie beantworten können, doch der Philosoph und Mathematiker Gerhard Streminger nimmt das Bild des untergegangenen Dorfes als Symbol für den Verlust von Heimat. In poetischen Beschreibungen werden die Tiefe und Unergründlichkeit der Gefühle der Menschen zum Ausdruck gebracht und darüber hinaus ist Stremingers tiefsinniger Roman sprachlich und inhaltlich ein Genuss.«
Hier der gesamte Text als PDF-Datei.

Armin Vetter hat beim Buchhandel Bonifatius eine weitere Rezension verfasst:
»Ein Lebensbild lässt nachsinnen über Heimat, Entwurzelung und Erinnerung.
Es ist ein leises, zeitloses Buch voller liebevoller Erinnerungen! Die naturverbundene Erzählerin beschreibt kurz vor ihrem Tod in zehn Briefen an ihre Enkelin, die in Amerika lebt, ihre Jugend, damals in der schottischen Heimat. Das große einschneidende Erlebnis zu dieser Zeit war der Bau einer Staumauer und die Flutung des Dorfes ihrer Kindheit. Die Bewohner verstreuten sich über die ganze Welt. Eine seltsame Wende ereignete sich 25 Jahre später: Der Staudamm musste wegen einer notwendigen Reparatur abgelassen werden und das alte Dorf ersteht für kurze Zeit wieder aus den Fluten. In ihren anschaulichen, aber nie indiskreten Briefen, die der Enkelin nach ihrem Tod ausgehändigt wurden, beschreibt die Großmutter ihre Eindrücke und Erinnerungen und denkt nach über Vertreibung, Entwurzelung und den Wert der Heimat. In diesen sehr persönlichen, nachdenklichen und manchmal recht philosophischen Betrachtungen und den Gesprächen mit Freunden aus dieser Zeit liegt der Wert dieses Buches, für dessen Lektüre man sich etwas Zeit nehmen sollte. Es ist nichts für "Schnellleser" und es bietet auch nicht viel historisch Interessantes. Darum geht es hier auch gar nicht. Aber wer es aufmerksam und ausdauernd liest, wird sich bereichert fühlen.«

Beim Bücherbord der Katholischen Kirche Steiermark erschien von Prof. Anton Grabner-Haider diese Rezension:
»Der Grazer Philosoph Gerhard Streminger legt hier seinen zweiten Roman vor, der sich mit Fragen der philosophischen Ethik befasst. Er ist in die Form von 12 Briefen gekleidet, die eine ältere Frau an ihre Enkelin schreibt. Die Großmutter erzählt, wie ihre Familie in den Highlands in Schottland lebte, bis sie wegen eines erbauten Staudammes ausgesiedelt wurde. Sie beschreibt darin das Lebend er Dorfgemeinschaft mit Steinkreisen und heiligen Quellen, mit Höhlen und alten Kultplätzen. Sie erzählt, wie der Staudamm am Ende des Tales gebaut wurde und welchen Widerstand die Bevölkerung gegen die Aussiedlung leistete. Doch alle Bewohner mussten das Tal verlassen, das zu einem Stausee geflutet wurde, sie mussten ein Schiff besteigen, das sie nach Amerika brachte. Die Ausgesiedelten haderten mit Gott und der Welt, in Amerika wurde die Familie auseinandergerissen, einige siedelten in Großstädten, einige in ländlichen Regionen.
Nach ihrer Pensionierung reiste die alte Frau wieder nach Schottland, um ihr geflutetes Tal zu besuchen. Da waren gerade Arbeiten am Staudamm im Gange, der Wasserspiegel musste abgesenkt werden. So sah sie wieder den alten Kirchturm und Reste der Häuser im Schlamm. Sie erlebte in der Erinnerung noch einmal ihre Kindheit und Jugend, sie erlebte ihre schottischen Wurzeln. Nun sprach sie mit alten und neuen Bekannten über die Sinnhaftigkeit dieses Stausees, über Fragen der Moral, über Grundrechte der Bewohner einer Region, über Kriterien des richtigen Handelns, über Mitgefühl und große Politik. In den Blick kam das Größere und Erhabene, das Gefühl der Schönheit, das unser Leben trägt. Plato habe von der Freundschaft der Tugendhaften gesprochen, das Glück des Lebens habe viele Gestalten.
Die Großmutter flog nach Amerika zurück, sie schrieb ihrer Enkelin noch einen letzten Brief, dann verstummte sie. Sie war in einem Altenheim der Großstadt gestorben. Der Roman kreist um philosophische Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach der Vergänglichkeit des kleinen Glücks. Der Autor ist ein Meister der Naturbeschreibung und der bildhaften Sprache.
Zielgruppe: alle an Literatur Interessierten, Philosophen, Literaten, Theologen, Lehrer, Erzieher, Schriftsteller.«

Ausführliche Besprechung von DIE FREMDE bei hpd online von Evelyn Frerk:

»Eine Leseempfehlung. "Die Fremde" – der Roman und sein Autor«
Auszug: »Der Roman von Gerhard Streminger führt in die schottischen Highlands, in ein stilles Tal, dessen fruchtbare Landschaft die Familien jahrhundertelang ernährte. Gelegentlich entspringende Quellen flossen in kleinen Rinnsalen die Abhänge der Berge hinab, vereinten sich in tiefsten Stellen des Tals zu Bächen und diese schließlich zu einem beachtlichen Fluss. Er ist die Energie und zieht die Begierlichkeit, gekleidet in die Worte Fortschritt und Wohlstand auf sich. Das Buch enthält viel mehr Geheimnisse, als ich sie hier benennen könnte.
"Die Fremde" bleibt nicht der geografische Begriff. Sie merken, ich möchte Sie selbst zum Lesen verführen. Die Salzburger Nachrichten wählten "Die Fremde" für den Dezember 2016 zum Buch des Monats.«

Besprechung des Buches in der Sendung Ex Libris bei Ö1 am 13. November 2016 von Günter Kaindlstorfer:

»Zu Schottland hat Gerhard Streminger ein ganz besonderes Verhältnis. Einerseits hat der gebürtige Grazer eine Reihe richtungsweisender Werke über die schottische Aufklärung geschrieben – über Adam Smith und David Hume vor allem -, andererseits scheint den 64-Jährigen eine intensive Liebe zur schottischen Landschaft, zur schottischen Kultur zu bewegen. In seinem Roman „Die Fremde“ – einem Werk, das wie aus der Zeit gefallen wirkt – beschreibt Streminger den dörflichen Alltag in den Highlands, wie er sich in der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts noch gestaltet haben mag. „Die Fremde“ ist ein Briefroman. Eine alte Frau names Emily – sie lebt in einem Altenheim in Florida/USA – schreibt ihrer in Minneapolis studierenden Enkelin eine Reihe von Briefen, in denen sie ihr Leben Revue passieren lässt. Aufgewachsen ist Emily in einer winzigen Siedlung im schottischen Hochland:

ZITAT:
„Heute möchte ich Dir mehr von unserem Dorf erzählen, zunächst von den Gebäuden, in denen wir lebten. Die meisten waren aus Stein erbaut und locker um einen Dorfplatz gruppiert, wodurch das Dorf ein wenig einem riesigen Vogelnest ähnelte. Die Dächer der Häuser waren zumeist mit Grasziegeln, Farnen oder Heidekraut gedeckt.“

Hier erlebt Oma Emily eine glückliche Landkindheit zwischen Kinderspielen und abenteuerlichen Streifzügen durch die herbe Landschaft des schottischen Nordwestens, zwischen familiärer Geborgenheit und ausgelassenen Tanzfesten mit Dudelsackklängen. Vor allem die Begegnung mit der Natur hat für das Kind eine magische Qualität:

ZITAT:
„Damals lebte ich in einer Welt voller Möglichkeiten. In meinem kleinen magischen Zirkel gab es keinen Tag, an dem dasselbe geschehen wäre wie am vorangegangenen; und alles schien mit allem zusammenhängen zu können: das Krächzen der Krähen etwa mit dem noch unsichtbaren Herannahen eines fürchterlichen Gewitters oder der sonderbare Stirne runzelnde Felsen, der immer ausatmete, sobald ich um die Ecke bog... Im Zuge des Erwachsenwerden ist dieses Lebensgefühl verschwunden. Entscheidend war hier wohl die Erfahrung, dass eben nicht alles mit allem zusammenhängt, und dass die Welt sich gerade NICHT um die eigene Sonne dreht. Vielmehr wurde einem mit der Zeit zum Teil schmerzlich bewusst, dass das Leben da draußen unabhängig von dir und deinen Sorgen und Wünschen seinen eigenen Lauf nimmt.“

Es ist ein vormodernes Idyll, in dem Gerhard Streminger seine Heldin aufwachsen lässt. Ein Idyll, das eine jähe Störung erfährt, als plötzlich Landvermesser, Ingenieure und Bauarbeiter in der Gegend auftauchen, um Vorarbeiten für ein gigantisches Staudamm-Projekt aufzunehmen. Das Dorf soll, wie das ganze Tal, überschwemmt werden, um dem Norden der britischen Hauptinsel zusätzliche Elektrizität zu bringen. Im Dorf regt sich Widerstand, auch wenn die Bewohner mit stattlichen Entschädigungszahlungen bei Laune gehalten werden: Die Baugesellschaft setzt das Staudammprojekt schließlich mit Polizeigewalt durch, auch Emilys Familie wird, wie alle anderen, abgesiedelt.

All das erzählt Gerhard Streminger mit behutsamer Bedächtigkeit. Wer von einem Erzählwerk spektakuläre Plots, rasante Wendungen und sprachliche Extravaganzen erwartet, ist bei diesem Autor entschieden an der falschen Adresse. Langsam, Brief für Brief, lässt Streminger seine Heldin auf ihr Leben zurückblicken. Emilys Familie wandert in die USA aus, siedelt sich in einer ländlich-kleinstädtischen Gegend in New-England an – und erfährt das Trauma der Entwurzelung.

ZITAT:
„Die Bewohner des Dorfes in den Highlands hatten allen Grund gehabt, stolz auf sich und ihre Vorfahren zu sein, aber dieser Stolz war nun endgültig gebrochen... Viele Vertriebene arbeiteten in den Vereinigten Staaten in der Fischindustrie oder im Bergbau, wo sie unter Tag nach Kohle oder Mineralien gruben. Während sie früher einmal, wenn ihnen danach zumute war, den ganzen Tag im Licht gestanden und gearbeitet hatten, leuchtete nun auf ihrer Stirn eine flackernde Lampe einige Meter weit Helligkeit in ein ansonsten völliges Dunkel.“

Gerhard Streminger erzählt die Geschichte einer Deprivation. Die Familie der Protagonistin erlebt den Einbruch der Moderne – verkörpert im American Way of Life – als Verlust einer sinnstiftenden Mitte. Insofern haftet Stremingers Roman etwas wehmütig Konservatives an.

ZITAT:
„Obwohl mein Vater so viel Geld besaß wie nie zuvor, war er in den Vereinigten Staaten nicht glücklich. Früher einmal hatte er selbstbestimmt einen kleinen Flecken Erde an den Abhängen eines Hügels bestellt, ihn mit dem Mist von Tieren, die er selbst züchtete, sowie mit Seetang oder zerbrochenen Muschelschalen gedüngt... Aber jetzt fuhr er, in einem klimatisierten Traktor sitzend, stundenlang auf den Feldern geisttötend auf und ab.“

Gerhard Streminger entwickelt in seinem Roman die fragmentarische Biographie einer klugen, wachen, sensiblen Frau, die mit Nüchternheit und einer Portion Schwermut auf ihr Leben zurückblickt. Angereichert ist der Roman mit philosophischen Reflexionen über den US-amerikanischen Puritanismus, die Ästhetik des Erhabenen und die Bedingungen für ein geglücktes Leben. Gerhard Streminger hat einen gemächlich sich entwickelnden, unspektakulären Roman vorgelegt, einen poetischen Roman auch, der die Freundinnen und Freunde gediegener Erzählkunst erfreuen wird.«


Besprechung bei den Salzbuger Nachrichten vom 10.12.2016 von Anton Thuswaldner
Auszug: »Gerhard Streminger unternimmt etwas, was einmal gar nicht ging. Sein Buch fällt als radikal antimodern aus der Zeit. Es verteidigt den Starrsinn einer Unangepassten, deren Absetzbewegungen vom Geist des Kollektivs sie nicht ideologisch nimmt, sondern als Privatsache durchzieht. Sie kämpft in eigener Sache und nicht im Dienst einer Gesinnungsgemeinschaft. Ein so verdächtiger Begriff wie „Erhabenheit", der Menschen zusammenstaucht auf das Format von Vergötterungsautomaten, bedeutet hier gesteigerte Aufmerksamkeit, geschärfte Wahrnehmung. Die Feier der Natur heißt nicht Abschied von der Gesellschaft, sie holt den Einzelnen heraus aus der Neigung, sich Nichtigkeiten hinzugeben.«

Das Buch wurde von den Salzburger Nachrichten zum "Buchtipp des Monats" gekürt; hier können Sie die gesamt Rezension einsehen.

Auch die Salzburger Nachrichten online würdigten das Buch und verlosten fünf Exemplare in einem Gewinnspiel.


Weitere Besprechungen:
Zeitschrift "Aufklärung & Kritik"
Kronen-Zeitung Steiermark
ekz-Informationdienst
Bibliotheksnachrichten, Cornelia Stahl
General-Anzeiger Bonn vom 7.1.2017, Hartmut Löschcke
Evangelischer Buchberater vom 1.3.2017, Rüdiger Sareika
Magazin der NÖ Arbeiterkammer vom 1.2.2017


Neuerscheinung:

Dalriada

Ein schottisches Märchen

Bei einem Symposium über englische Gartenkunst lernt ein Ethnologe aus Österreich eine Schottin kennen. Gemeinsam fahren sie in den Norden und besuchen Edinburgh, die Hauptstadt Schottlands, das „Athen des Nordens“; das Schlachtfeld von Culloden, wo 1746 rebellische Schotten das neue protestantische Herrscherhaus der Hannoveraner bekämpften, die letzte Landschlacht auf britischem Boden; die Stadt Inverness, die Hauptstadt der Highlands, wo William Shakespeare zufolge die Burg Macbeths stand und König Duncan ermordet wurde; die Insel Mull, das Herzland des ehemaligen Königreiches Dalriada der aus Irland eingewanderten Skoten; und Iona, die Wiege des keltischen Christentum Schottlands. Tagelang wandern sie durch die Highlands, und sie erzählt ihm vom ehemaligen Leben in den Clans, vom Schicksal ihres Vaters, der im Falkland-Krieg gekämpft hatte und innerlich schwer verwundet nach Hause kam, und weshalb – trotz allem – der keltische Sonnenkreis viel besser als das christliche Kreuz ihr Leben symbolisiere.

Ein literarisches Roadmovie, ein philosophischer Reise- und Liebesroman.

Hier können Sie die Inhaltsangabe einsehen.

Leykam Verlag Graz, Januar 2015, ISBN 978-3701179510, EUR 16,90.
Bestellmöglichkeit bei Amazon


Neuausgabe:

Im August 2013 wurde im Verlag Bibliothek der Provinz mein neues Buch veröffentlicht: ECCE TERRA. Zur englischen Gartenkunst.

Inhalt des Buches und Lesung anlässlich des Poetenfestes auf Schloss Raabs, August 2013



Besprechung von Dr. Wilhelm Richard Baier in DIE ÖSTEREICHISCHE VOLKSHOCHSCHULE 1-2014

Rezension zur vergriffenen Erstausgabe von Ecce Terra:

Georg J. Andree in Aufklärung & Kritik 2/2008
(zur im Druck erschienenen Ausgabe von 2008)

ZEIT ONLINE: Welche Bedeutung haben Gärten? Welche Ideale schlagen dort Wurzeln?
Der Hort des Philosophen - Ein Interview mit dem Kunsthistoriker Horst Bredekamp
Horst Bredekamp: Der englische Garten ist zweifellos eine enorme schöpferische Leistung, eine große Erfolgsgeschichte der Moderne. Dieser Garten hat sich tief in die Zellstruktur unseres politischen Denkens gebohrt: Die Natur ist demnach republikanisch. Und im Landschaftsgarten verbünden sich Natur und Demokratie. Die alternative Bewegung, nämlich die Fortdauer des französischen Barockgartens bis heute, wurde daher weitgehend ignoriert.
Lesen Sie das ganze Interview bei ZEIT Online!

Ein Link-Tipp zur englischen Gartenbaukunst bei der Mainpost vom 03.09.2013:
"Malerische Landschaft. Nach dem französischen Barockgarten setzte sich in Mitteleuropa ab dem 18. Jahrhundert der englische Landschaftsgarten durch. Er war schick und modern. Wer es sich leisten konnte, ließ seinen Garten oder Park umgestalten. Statt geometrisch angelegter Wege, Rabatten und Blumenbeeten dominierte nun die Ästhetik der idealen Landschaftsmalerei: naturbelassenes oder der Natur nachempfundenes Gelände, Baum- und Strauchgruppen, wenig Blüten, Teiche, die sich ins Terrain einbetten."

In Deutschlandradio Kulur (07.09.2013) berichtet Tom Daun im Internet über Poets, Pipers and Patriots: Die Lange Nacht der schottischen Kultur
"Whisky, Dudelsack und Schottenrock, Schafe, Dauerregen und der sprichwörtliche Geiz - Klischees über das Land gibt es mehr als genug. Aber wie sehen sich die Schotten selbst?"
Informieren Sie sich
über viele interessante schottische Themen mit diversen Links!


> Herausgeber <

AUFKLÄRUNG & KRITIK 1/2011 mit dem Schwerpunkt
David Hume zum 300. Geburtstag
ist Ende Januar erschienen.

Diese Ausgabe der Zeitschrift der Gesellschaft für kritische Philosophie Nürnberg wurde von mir als Herausgeber betreut; namhafte Autoren haben zu diesem Sammelband beigetragen, der sich mit Leben und Werk sowie der Wirkung der Philosophie des großen schottischen Aufklärers befasst. Inhaltsverzeichnis, Prolog und Vorwort kann ich Ihnen hier zur Verfügung stellen.
Die Ausgabe kann über Helmut Walther von der GKP Nürnberg bezogen werden.


Im Oktober 2012 wurde meine Übersetzung von David Humes Enquiry concerning the Principles of Morals im Reclam-Verlag neu herausgegeben. Nachwort: Frank Brosow

Hier der Link zum Reclam-Verlag, der die neue Ausgabe auf seiner Internetseite vorstellt.

Aus marktkonformen Gründen haben die Verantwortlichen des Reclam-Verlags sich entschlossen, meine lange Einleitung zu David Humes Untersuchung über die Prinzipien der Moral (Originaltitel: An Enquiry concerning the Principles of Morals) durch ein kurzes Nachwort zu ersetzen.
Meine Einleitung diente jedoch häufig als ein erster Kommentar zu dieser Arbeit Humes. Zudem bildete sie die Folie vieler (Pro-)Seminararbeiten. Denn ich hatte in meiner Einleitung auch eine kurze Interpretation jedes einzelnen Kapitels gegeben und die wichtigsten Passagen hervor zu heben versucht. An meinem Text Interessierte haben daher nun die Möglichkeit, auf einer eigens dafür eingerichteten Bestellseite diesen zum Preis von 5,00 EUR direkt per E-Mail zu bestellen.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

David Hume: Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral

Herausgabe und Übersetzung von David Humes "Enquiry concerning the Principles of Morals". Nachwort: Frank Brosow, 279 S.
Stuttgart: Reclam 2012

Meine Übersetzung der >Enquiry concerning the Principles of Morals< aus dem Jahre 1984 (3. Auflage 2002) rangierte im Oktober 2008 unter den oberen Zehntausend Büchern (von rund 3.000.000) - siehe Grafik.

Zur Rolle der Moralphilosophie in der Schottischen Aufklärung und zu ihrer Aktualität meinte jüngst Hanspeter Born ("Befreier der Gedanken", in: WELTWOCHE Nr. 46/2005 S. 54 ff.):
"Die von Smith und den schottischen Aufklärern geführte rege Diskussion um die Moral ist im 19. Jahrhundert verebbt. Das 20. Jahrhundert mit seinen mörderischen ideologischen Irrläufen hörte auf andere Denker: Für Marx, Nietzsche, Freud, Heidegger, Sartre und deren Epigonen war die Ethik von untergeordneter Bedeutung. Sind wir im letzten Jahrhundert, das im Zeichen des Zynismus und des moralischen Relativismus stand, vom rechten Weg abgekommen? Und wird das 21. Jahrhundert die an die Antike anknüpfenden Überlegungen eines Adam Smith über «den Charakter der Tugend» und überhaupt die Moralthematik der schottischen Aufklärer wieder aufgreifen?"

Wozu moralisch sein?
Auf diese stets von Neuem aktuelle Frage gibt David Hume in der 1751 erstmals veröffentlichten Untersuchung über die Prinzipien der Moral eine verblüffend einfache Antwort:
"Moralisch zu sein" liegt im ureigensten Interesse jedes Einzelnen. Denn ein moralisches Leben ist von einem Bewußtsein der Genugtuung und Zufriedenheit begleitet, das auf andere Weise nicht erlangt werden kann: von "innerem Seelenfrieden", vom "Bewusstsein eigener Integrität" und vom "befriedigenden Rückblick" auf "eigenes Verhalten" (Reclam-Ausgabe, S. 213).
Es gibt also hervorragende Gründe (und wäre für alle ein vernünftiger Lebensentwurf), moralisch zu sein - ohne jedes Schielen auf künftige Belohnungen und ohne jede Angst vor ewiger Bestrafung.
Moralität genügt sich selbst als Lohn. Göttliche Gebote oder göttliche Willensäußerungen spielen bei wahrer Moralität keine Rolle. Religionen, die den Menschen als heteronomes Wesen verstehen, sind für wahre Moralität keine Stütze, sondern gefährden diese.

Rezension:
PublikationsorganAutor

Sprache

Frankfurter Allgemeine ZeitungHelmut Rath


 

David Hume - Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten

Reinbek: Rowohlt 1986 (4. Auflage 2011, 160 Seiten)

Vorstellung des Buches bei Rowohlt im Internet

Mit Bildern versehene Zeittafel.

Rezension:
PublikationsorganAutor

Sprache

Frankfurter Allgemeine ZeitungGabriele Mayer

Neue ZeitReinhard Kager

Bereits vorher war dazu von Ernst Topitsch und Gerhard Streminger in der WBG-Reihe "Erträge der Forschung" ein Band erschienen mit dem Titel: Hume
(Darmstadt 1981, ISBN 3-534-08282-6, 192 S.). Auf diesen nimmt eine Besprechung bei Litteratur.ch Bezug (Ausschnitt): "Immer noch gibt es relativ wenig Literatur zu Hume im deutschsprachigen Raum (und immer noch keine Werkausgabe), umso wichtiger Werke wie das vorliegende. Im Vergleich zu Craigs Einführung ist diesem Buch eindeutig der Vorzug zu geben: Die entscheidenden Punkte in Humes Werk werden klar und verständlich skizziert, die Bedeutung seines Denkens für die Gegenwart herausgestellt. Kein Denker des 18. Jahrhunderts ist so wenig überholt wie der Schotte, vielleicht wurde seine Bedeutung deshalb erst rund 150 Jahre nach seinem Tode wirklich erkannt."
Zum gesamten Besprechungstext mit diesem Link zu Litteratur.ch.

 


 

Adam Smith - Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten

Reinbek: Rowohlt 1989 (2. Auflage 1999, 158 Seiten)

Näheres zu diesem Buch: Titelblatt und Inhaltsverzeichnis - und eine mit Bildern versehene Zeittafel.

Rezensionen:

Kart Graf Ballestrem nannte in seiner Arbeit über Adam Smith (S. 9, München 2001)
dieses Buch ein "kleines Meisterwerk".

PublikationsorganAutor

Sprache

Frankfurter Allgemeine ZeitungRalf Konersmann

Süddeutsche Zeitungkw.

Salzburger NachrichtenReinhard Kager

Kleine ZeitungAnna Maria Peiker

Archiv für Rechts- und SozialphilosophieH.-G. Krüsselberg

Schrifttumsspiegel WienF. Stocker

Das Buch ist im Buchhandel vergriffen. Restexemplare sind direkt beim Autor erhältlich unter streminger@aon.at. Näheres zum Erwerb des Buches können Sie den hier hinterlegten Einzelheiten zur Bestellung entnehmen.

Stichworte: Schottische Aufklärung, Ökonomie, Moralphilosophie, Wirtschaftsethik, Liberalismus, Neoliberalismus, Markt, Aufgaben des Staates, 18. Jahrhundert, Geschichte der Wirtschaftswissenschaft.

Wichtige Hauptgedanken des Buches und kurze Auszüge finden Sie auf der Seite Zitate von Adam Smith.

Die Aktualität der Gedanken von A. Smith insbesondere auch zur Moralphilosophie, denen ein umfangreiches Kapitel des Buches gewidmet ist, bestätigt neuerdings Michael Pawlik in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2006, Nr. 123 / Seite 41 – Quelle: Internet

Insgesamt bleibt dem Moralphilosophen im Unterschied zum Nationalökonomen Smith somit im wesentlichen nur die undankbare Rolle des Vorgängers und Wegbereiters, der bekanntlich abnehmen muß, wenn seine Erben wachsen. Soll man sich trotzdem noch mit ihm beschäftigen? Ja, und zwar aus dem einfachen Grunde, daß es ein Vergnügen ist, seine Texte zu lesen. Viele der Gedanken, die in den folgenden beiden Jahrhunderten durch das Dorf der Philosophie getrieben wurden, so lange, bis sie alt und grau geworden sind, präsentieren sich in Smith' elegant formulierter, erfahrungsgesättigter und von tiefer Menschenfreundlichkeit durchzogener Abhandlung noch im ersten Jugendflor.

Eine schöne Zusammenfassung der Smithschen Grundgedanken bringt Jens Wernicke in Studis Online unter dem Titel "Was ist eigentlich: Neoliberalismus?" – Quelle: Internet

Einer der ersten Ökonomen, der für die neu entstehende kapitalistische Wirtschaft versuchte, Vorhersagen zu treffen und Regeln aufzustellen, war Adam Smith (1723-1790). Er veröffentlichte sein bis heute weltbekanntes Buch "An Inquiry into the Nature and Causes of the wealth of Nations" (Eine Untersuchung über die Ursachen und Gründe des Wohlstands der Nationen). Darin kommt er zu dem Schluss, dass die kapitalistische Wirtschaftsordnung die beste aller möglichen Gesellschaftsordnungen sei. Nur sie führe zu einem größtmöglichen "Wohlstand der Nationen", der ein Wohlstand aller sei.
Der Prozess, der dieses erreichen sollte, ist dabei die Konkurrenz jeder und jedes Einzelnen, also das Spiel von Angebot und Nachfrage auf dem Markt. Wenn nur jeder und jede Einzelne versuche, möglichst das Beste für sich allein zu erreichen, wäre damit der Gesellschaft am meisten gedient. In dieser Tradition argumentieren bis heute Politiker und Ökonomen, wenn sie behaupten, dass möglichst freie Märkte alles für alle zufriedenstellend regelten.
Interessant an dieser Stelle: Zwar ist bspw. Adam Smiths Loblied auf die Arbeitsteilung heute noch sehr wohl bekannt, nicht aber seine Verurteilung ihrer inhumanen Auswirkungen, die die Menschen "so stumpfsinnig und einfältig" machen, "wie ein menschliches Wesen nur eben werden kann". Das aber müsse, so meint er, "in jeder entwickelten und zivilisierten Gesellschaft" durch Regierungsmaßnahmen verhindert werden, die die zerstörerische Macht der "unsichtbaren Hand" des Marktes überwänden. Auch seine Annahme, von der Regierung getroffene Regelungen "zugunsten der Arbeiter" seien "immer gerecht und billig", nicht aber jene "zugunsten der Herren", wird heute kaum mehr zur Kenntnis genommen. Ergo: So hundertprozentig "frei" waren die "freien Märkte" selbst in Adam Smith' Theorie nicht, nur weiß (bzw. berücksichtigt) das heute kaum jemand mehr.

Die Zeitschrift GEO Nr. 04/2008 über dieses Buch unter dem Titel: ADAM SMITH UND DIE THEORIE DES KAPITALISMUS
Quelle: Internet

Gerhard Streminger, Adam Smith (Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999) 158 Seiten, 8,90 Euro.
Der schottische Philosoph Adam Smith (1723 bis 1790) legt 1776 eine Abhandlung vor, die das ökonomische Denken umwälzt, die Handelspolitik verändert und der Industriellen Revolution zum Durchbruch verhilft: "An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations". Doch das Leben des Professors, Privatlehrers und Zollinspektors verläuft unspektakulär. Über die wenigen berichtenswerten Fakten informiert zuverlässig die knappe und preisgünstige Biografie aus der Reihe Rowohlts Monographien.


Leitartikel bei WELT Online vom 23.02.2008 von Thomas Schmid: Ist die Marktwirtschaft ein Ungeheuer?
Quelle: Internet

Am Anfang steht die Moral

"Wie selbstsüchtig der Mensch auch sein mag - es gehört doch offensichtlich zu seiner Natur, dass er sich für das Schicksal der anderen interessiert." Mehr noch: "Er braucht das Glück der anderen, auch dann, wenn er davon keinen anderen Gewinn hat als den, dieses Glück beobachten zu können." Mit diesen Worten beginnt ein 1759 erschienenes Hauptwerk des Mannes, der als der Gründervater der liberalen Wirtschaftslehre gilt. Das Buch von Adam Smith trägt den Titel "Theorie der ethischen Gefühle". Der Autor geht davon aus, dass dem Menschen das Prinzip der Sympathie innewohnt. Gewiss, er kann fehlen und böse sein, aber er hat das Vermögen, in der Beobachtung der anderen und seiner selbst tragfähige moralische Maßstäbe zu entwickeln: Maßstäbe, die ihn zum respektvollen Umgang mit den anderen Menschen befähigen und ihn veranlassen, den anderen nicht zu verletzen.
Es war dieser Geist (und nicht der ungezügelter Bereicherungssucht), der an der geistigen Wiege jener Marktwirtschaft stand, die - so ebenfalls Adam Smith, diesmal in seinem "Reichtum der Nationen" (1776) - den Eigennutz des Einzelnen zur Triebkraft hat. Nun mag man in dieser hübschen Philosophie eine längst erlahmte Kraft aus ferner Vergangenheit sehen und die angeblich seelenlose Wirtschaftswelt von heute dagegenhalten. Immer wieder gibt es ja Beispiele für eine aus dem Ruder laufende Gier aufs große Geld - F. Scott Fitzgeralds Romanfigur "Great Gatsby" gehört ebenso dazu wie womöglich Klaus Zumwinkel. Dennoch: Das Bild vom wölfischen Wirtschaftstrieb, der sich immer rücksichtloser austobt, ist grundfalsch.
... mehr


Georg Cavallar in DIE PRESSE: "Prinzip Fairneß - Der neue Adam Smith" vom 12.10.2002
Quelle: Internet

Als "Vater" des Laissez-faire-Liberalismus wird der Philosoph Adam Smith oft gesehen. Dieses Bild ist revisionsbedürftig.
Lesen sie hier den gesamten Artikel!

 









 

 

GOTT UND DIE WELT


Filmausschnitt 1 (1,6 MB)


Filmausschnitt 2 (1,1 MB)

Klicken Sie auf die Bilder und sehen Sie zwei kleine Ausschnitte aus dem Film GOTT UND DIE WELT - Leid! Warum lässt Gott das zu? von Armin Kreiner und Perry Schmidt-Leukel aus dem Jahr 1994 (BR / SWF), in welchem seitens der Philosophie neben Hans Albert und Norbert Hoerster auch ich zur Frage der Theodizee Stellung nehmen konnte. Von theologischer Seite her kamen Hans Küng, Steven T. Davis, Richard G. Swinburne und John Hick zu Wort.


"Gottes Güte und die Übel der Welt. Das Theodizee-Problem" - das Buch ist in zweiter überarbeiteter Auflage im September bei Mohr Siebeck erschienen.

Produktbeschreibung:

Lassen sich die Leiden und Schrecken der Welt mit der Annahme eines gütigen und wissenden Gottes vereinbaren? Wenn ja, in welcher Weise? Gerhard Streminger diskutiert die verschiedensten Lösungsversuche und weist sie ausnahmslos als unhaltbar zurück. Seiner Ansicht nach ist das Theodizee-Problem nicht nur bisher ungelöst geblieben, sondern es ist aufgrund logischer Überlegungen auch unlösbar.

"Das Buch gibt gewichtige Denkanstöße für Theologen aller Religionen." Anton Grabner-Haider in Theologisch-Praktische Quartalsschrift 3 (1994) Jg. 142, S. 329-330

"Das Buch ist in einem präzisen, analytischen Stil geschrieben. Die verschiedenen Positionen zur Lösung des Theodizeeproblems werden ausführlich argumentativ abgehandelt." Maria Maier in Archiv für Geschichte der Philosophie Bd. 77, S. 349-351

Rezension bei hpd online von Thomas Rießinger zur Neuausgabe von "Gottes Güte und die Übel der Welt" bei Mohr Siebeck:

»Schon Boethius hatte das Problem "in seinem berühmten Buch 'Vom Trost der Philosophie' in eine prägnante Frageform gebracht: Si deus, unde malum? Wenn es einen allgütigen, allwissenden und allmächtigen Gott gibt, woher dann die Leiden Unschuldiger, die Qualen Todkranker, die Gräuel des Krieges?" Es ist dieses Theodizee-Problem, die Frage nach der "Rechtfertigung der Güte und Weisheit Gottes angesichts der Weltübel", dem Gerhard Streminger in seinem in überarbeiteter Auflage erschienenen Buch über "Gottes Güte und die Übel der Welt" nachgeht und das er in aller Gründlichkeit analysiert. ...«

Produktdetails

  • Verlag: Mohr Siebeck
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 490
  • 2016
  • Ausstattung/Bilder: 490 S.
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783161543456
  • ISBN-10: 3161543459
  • Best.Nr.: 45144377

Gottes Güte und die Übel der Welt. Das Theodizeeproblem

Tübingen: Mohr 1992 (V und 442 Seiten, Broschur und Leinen)

"Gottes Güte und die Übel der Welt" rangierte am 24. Dezember 2008 bei amazon - obwohl 16 Jahre alt und 44 Euro teuer - unter dem besten 1 Prozent des Verkaufs.

Näheres zu diesem Buch aus dem Verlagsprospekt

Leseprobe: Prolog (Seite 1-3)

Aus diesem Buch: Das Leid und die Liebe Gottes. Ein Dialog zwischen einem Theisten und einem Skeptiker zur Theodizee-Frage
Die Originalfassung findet sich S. 319 – 27 des Buches; die hier vorliegende Fassung wurde wesentlich erweitert.

Ein weiterer Abschnitt aus dem Werk, der anhand zweier klassischer literarischer Texte, nämlich William Shakespeares King Lear und Emily Brontës Wuthering Heights einige der Übel in der Welt illustrieren soll.

Vorstellung dieses Buches auf der Internetseite des Verlags Mohr Siebeck

In diesem Buch suchen
Klicken Sie mit oder ohne Eingabe eines Suchwortes auf das Google-Symbol

Neue Italienische Übersetzung unter dem Titel:
Il buon Dio non esiste

VERLAGSANKÜNDIGUNG:
"Queste pagine contengono l'esame e la critica di ogni teodicea, ossia di ogni tentativo, finora fatto dai teisti, di conciliare l'esistenza del male (la sofferenza ingiustificata) nel mondo con la bontà e giustizia di Dio, che (secondo i teisti) lo ha creato."
[Die folgenden Seiten enthalten die Prüfung und Kritik aller Theodizeen, d.h. jedes einzelnen Versuches, der bis jetzt von theistischer Seite gemacht wurde, um die Existenz des Übels (des unbegründeten Leidens) mit Gottes Güte und Gerechtigkeit in Einklang zu bringen.]

Hier die Vorstellung des Buches bei Google-Books

Rezensionen dieser italienischen Übersetzung sind bei ibs.it erschienen.
Rezension 1 (2011) - Rezension 2 (2015) - Rezension 3 (2016)


Auf der Webseite RATIONALLY SPEAKING (Februar 2014) wird bedauert, das leider bislang von diesem Buch noch keine englische Übersetzung existiert; Auszug:

Leading analytic philosophers have criticised Plantinga's theodicee as a failed attempt, amongst them John Leslie Mackie. In 1992, Austrian philosopher Gerhard Streminger (himself the leading expert on David Hume in germanophone philosophy) published an exceptionally thorough book on the problem of evil ("Gottes Güte und die Übel der Welt") in which he obliterates all the arguments of philosophical theism, including the free-will defense in its various forms. The book was never translated into English, which is a shame because there is no comparable work in anglophone analytic philosophy as of yet.


Michael Schmidt-Salomon zum Theodizeeproblem (Deutschlandradio, 25.4.2009)
"... Man muss die Mail von Gerhard Streminger natürlich ernst nehmen. Übrigens: Kompliment an Deutschlandradio: Gerhard Streminger ist einer der brillantesten Philosophen, die wir in Deutschland bzw. in Österreich - er ist ein Österreicher - haben. Er hat ein großartiges Buch geschrieben über genau dieses Thema: >Gottes Güte und die Übel der Welt<, und dieses Problem können wir nicht einfach so wegwischen. Wie kann ein allmächtiger, allgütiger, allwissender Gott existieren in einer Welt, die so aussieht wie unsere? Und da geht es nicht nur da drum, sich anzuschauen, ja was ist beim Menschen und warum müssen Kinder an Leukämie sterben, warum werden Menschen umgebracht - und diejenigen, die andere umbringen, haben sogar noch ein schönes Leben hier auf Erden -, sondern es geht auch darum, dass wir dieses Problem auch in der Natur haben. Denn in der Natur, da ist so viel Fürchterliches und Schreckliches, und das lässt sich nicht legitimieren über irgendein Jenseits, in dem gewissermaßen das Zebra wieder gegen den Löwen verteidigt wird. Das ist das Grundproblem. Deswegen passen die Erzählungen der Religionen meines Erachtens nicht mehr mit einem klaren Blick in die Natur. Sie stimmen einfach nicht mehr überein, und das ist ein fundamentales Problem, das sich auch zeigt auf diese Gestalt Jesus von Nazareth, der die Feindesliebe predigt, aber gleichzeitig sagt, der Menschensohn wird seine Engel aussenden und die Guten von den Bösen trennen, die Bösen in den Ofen werfen, wo das Feuer ewig brennt. Permanent gibt es diese Androhung von Höllenqual. Deswegen sind sehr viele Christen in der Welt auch gar nicht entspannt im Umgang mit dem Tod, sondern diejenigen, die wirklich sehr, sehr fromm sind - und die finden wir sehr selten in Deutschland, aber weltweit gibt es sehr viele Menschen -, die haben eine Angst, eine Höllenangst vor dem Tod, weil eben nicht nur hier das Versprechen ist, dass alles gut ist, sondern es ist eben die Androhung, dass - die wenigsten sind ja bekanntlich nach dem Neuen Testament ausgewählt ... für die anderen steht etwas anderes da, und wir dürfen das hier nicht wegrationalisieren, nur weil es hier eine so liberale Theologie gibt. Der Papst, der letzte Papst mit dem jetzigen Papst - die haben den Exorzismus nach vielen Jahrhunderten wieder neu aufgelegt, d.h. wir haben hier wieder eine Weltreligion, die einen Anspruch hat, auch vernünftig zu sein, die heute im 21. Jahrhundert davon ausgeht, dass Menschen von Dämonen befallen werden können; und das halte ich für einen Skandal, und ich weiss auch gar nicht, wie man das anders beschreiben kann als satirisch."
Auf seiner Homepage schreibt er dazu: Die überzeugendste, moderne Auseinandersetzung mit dem Theodizeeproblem stammt von dem Philosophen Gerhard Streminger - eines meiner Lieblingsbücher.
Hier finden Sie den Text des Buchtipps von Michael Schmidt-Salomon.

Christopher Hitchens in der WELT (übers. v. A. Posener) in einem Kommentar vom 03. Juli 2007:
(Quelle Internet: WELT DEBATTE zu den Anschlägen in London)

Warum sagen die Leute immer: „Gott sei dank sind wir davon gekommen…“? Wären ein paar Dinge am vergangenen Wochenende ein wenig anders gelaufen, wären die Straßen von London und die Eingangshalle des Flughafens von Glasgow mit verbrannten Leichenteilen übersät gewesen. „Gott sei gedankt", hätten dann wiederum die Täter gesagt.
Was wir auch immer für eine private Theologie oder Theodizee haben mögen: diesen widerlichen Glauben sollten wir endlich ernst nehmen.

Christian Geyer in der FAZ in einem Kommentar vom 30. Mai 2006:
(Quelle Internet: FAZ v. 30.05.2006)

Auch der deutsche Papst ist in diesem Sinne in Auschwitz aufs Ganze gegangen und hat die radikalisierte Theodizee-Frage ins Zentrum seiner Rede gestellt: „An diesem Ort versagen die Worte, kann eigentlich nur erschüttertes Schweigen stehen“, sagte er. „Schweigen, das ein Schreien zu Gott ist: Warum hast du geschwiegen? Warum konntest du das alles dulden?“ Immer wieder sei da die Frage: „Wo war Gott in jenen Tagen? Warum hat er geschwiegen? Wie konnte er dieses Übermaß an Zerstörung, diesen Triumph des Bösen dulden?“
Die geschuldete „Theodizeeempfindlichkeit“ heißt für Ratzinger nicht, daß die Theologie auf Letztbegründungen zu verzichten hätte, daß sie sich als theologische Reflexion unterbrechen müßte. Wenn Benedikt auch im Angesicht von Auschwitz an einem „Gott der Vernunft“ festhält, dem Gott einer Vernunft, die keine „neutrale Mathematik des Alls, sondern eins mit der Liebe, mit dem Guten“ sei, dann mag man sich an das religionskritische Bonmot von der unmenschlichen Güte Gottes erinnert fühlen - und sich schaudernd von seinem Gott abwenden. Oder man kann wie dieser Papst seinem Gott unmöglich nicht glauben - und wird den Rest seiner Tage zu ihm schreien.

Zu diesem Buch Norbert Hoerster in Die Frage nach Gott, München 2005, S. 125::
"Ich beschränke mich auf die Nennung von vier modernen, sehr eingehenden und in deutscher Sprache vorliegenden .... Büchern der folgenden Autoren: Swinburne [Die Existenz Gottes. Stuttgart 1987], Kreiner [Gott im Leid. Zur Stichhaltigkeit der Theodizee-Argumente. Freiburg 1997], Mackie [Das Wunder des Theismus. Stuttgart 1985] und Streminger [Gottes Güte und die Übel der Welt. Das Theodizeeproblem. Tübingen 1992]. Diese Bücher sind von meinem Standpunkt aus besonders lesenswert. Die beiden erstgenannten Autoren vertreten eine theistische, die beiden letztgenannten eine atheistische Position."

Bernulf Kanitscheider (Gießen) schreibt in seiner Rezension (in: Spektrum der Wissenschaft 1/2006) des Buches "Warum der Mensch glaubt" von Martin Urban (Quelle: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/797087):
"Viele Fakten aus der Religionsgeschichte, die in dem Buch ausgebreitet werden, sind von Religionshistorikern wie Karlheinz Deschner, Horst Herrmann und Hans Albert akribisch kritisiert worden. Aber Urban schweigt über die gesamte Gruppe der argumentierenden Religionsanalytiker, wohl weil er sich zu keinem definitiven philosophischen Standpunkt gegenüber den Gehalten der Religionen durchringen kann. Gerade der von ihm zitierte biblische Taufbefehl in Markus 16, 15-16 ("Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden"), wäre sehr gut geeignet gewesen, sich Gedanken über die Humanität der jesuanischen Ethik zu machen. Allerdings haben andere Autoren wie Gerhard Streminger dies längst geleistet."

In seinem neuesten Buch (Bernulf Kanitscheider, Die Materie und ihr Schatten. Naturalistische Wissenschaftsphilosophie, Alibri Verlag, Aschaffenburg 2007, S. 209) schreibt der Autor:
"Akribische Analysen des Theodizee-Problems, bei denen jede nur denkbare Lücke in der Vereinbarkeit der 'Güte Gottes' mit den 'Übeln der Welt' berücksichtigt wurde, wodurch die Unhaltbarkeit des traditionellen Theismus mit aller Genauigkeit demonstriert werden konnte (Gerhard Streminger: Gottes Güte und die Übel der Welt: das Theodizeeproblem. Mohr, Tübingen 1992), haben kaum Wirkung gezeigt, die emotive Stärke der Wünsche überwindet, wie es scheint, alle rationalen Barrieren."

Karl Linek schreibt zu diesem Buch in Spektrum der Wissenschaft - Wissenschaft Online, Internet Quelle 1 / Quelle 2:
"Besonderes zu bedenken ist jedoch, daß der Mensch nicht einmal gegenüber Menschen eine 'Beißhemmung' hat. Da es so etwas im Tierreich gibt, muß schon die Frage gestellt werden, warum ein allgütiger Gott es ertragen hat, uns ein solches Verhalten nicht auch mitzugeben. Das umfassendste Werk über die Theodizee hat Gerhard Streminger geschrieben: >Gottes Güte und die Übel der Welt< (Sehr empfehlenswert!). Er stellt darin auch die Frage, ob ein Gottesglaube nicht eine Gefahr für die Moral ist. Da die Ethik der Gläubigen immer auf eine spätere Belohnung hinausläuft, ist deren Altruismus ein versteckter Egoismus."
"In >Gottes Güte und die Übel der Welt< von Gerhard Streminger habe ich über die Willensfreihet gelesen, daß sie nicht existieren kann, da diese so verstanden wird, daß sie unbeeinflußt zustande kommt. Wir alle wissen, wie stark die Beeinflussung z.B. durch Werbung und Propaganda sein kann."

Martin Meyer schreibt in der NZZ Online vom 23.01.2010 unter dem Titel "Die Reste aller Welten" über den Zusammenhang zwischen Erdbeben und Theodizee:"
"Im Rahmen kritischen Argumentierens stellte sich abermals und dringlicher die Frage, weshalb so viel Unheil gewärtigt werden muss, wenn der creator mundi doch nur das Gute wollte. Die sogenannte Theodizee, 1710 energisch durch Leibniz propagiert, versuchte darauf – am Ende vergeblich – befriedigende Antwort zu geben: Erstens konnte Gott, kraft seines Wesens, nur die beste aller möglichen Welten schaffen; zweitens verwandelt sich der Rest an Übeln im Medium der Geschichte fortwährend ins Positive; und drittens hat der mit Freiheit versehene Mensch eben Handlungsräume auch zum Schlechten hin.
... Mit dieser Theorie war es vorbei, als am 1. November 1755 die Stadt Lissabon durch ein Erdbeben mitsamt Flutwelle fast vollständig zerstört wurde. Das Unglück sprengte alle Vorstellungen, aber noch stärker wirkte es auf das Bewusstsein von einer Schöpfung, die in sich stimmig und gut gewesen sein sollte."

Leserbrief an DIE PRESSE, bezugnehmend auf einen Artikel von Paul Schulmeister
über das Problem der Theodizee und das Erdbeben von Haiti


Sehr geehrter Herr Dr. Schulmeister,
ich finde Ihre Ausführungen zur Theodizee beeindruckend. Denn Naturkatastrophen wie das Erdbeben von Haiti wecken nun einmal fundamentalste Zweifel und stellen mit Nachdruck die Frage: Wie kann ein gütiger Gott das nur zulassen?
Allerdings meine ich, dass es mit dem Hinweis auf das >Geheimnis des Leids< nicht getan ist. Denn sollte es tatsächlich nicht gelingen, die Güte und Gerechtigkeit Gottes zu rechtfertigen, so hätte dies fatale Folgen für den Glauben.

Denn

1. zu einem Wesen, von dem man nicht weiss, ob es überhaupt gütig und gerecht ist, lässt sich keine Vertrauensbeziehung aufbauen;
2. ein solches Wesen kann keine moralische Autorität sein - ja, es wäre verwerflich, den Willen eines anderen tun zu wollen, von dem man nicht weiss, ob er überhaupt gütig und gerecht ist;
3. ein solches Wesen könnte kein Garant für eine ausgleichende Gerechtigkeit im Jenseits sein.

Die Theodizeefrage ist wohl die entscheidende Herausforderung für die Theologie und den Monotheismus (Christentum, Islam, Judentum) schlechthin.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Streminger

Rezensionen:
PublikationsorganAutor

Sprache

Frankfurter Allgemeine ZeitungMichael Moxter

Theologische-Praktische QuartalschriftAnton Grabner-Haider

Actualidad Bibliográfica, BarcelonaJ. Boada

Archives de PhilosophieYves Ledure

Filosofia e TeologicaSergio Sorrentino

Internet www.mykath.deDiskussionsforum

Philosophischer Literaturanzeiger 

Orientierung 23/24Willi Oelmüller

botschaft aktuellmax

Kath. TheologieWalter Kern SJ

Tijdschrift voor TheologieH. Häring

Studia MonasticaA. Montmany

DIE WELT vom 12.10.2006 zur Fernseh-Biographie über Reich-Ranicki
>Internet: http://www.welt.de/data/2006/10/12/1067630.html
Von Uwe Wittstock*

"Gott gehört vielleicht der NSDAP an." Marcel Reich-Ranicki, der Pop-Star der Kritik, der Entertainer und Schulmeister des deutschen Kulturbetriebs, ist immer gut für eine Provokation. "Gott ist eine literarische Erfindung. Es gibt keinen Gott", sagt Reich-Ranicki gleich zu Beginn von Lutz Hachmeisters und Gert Scobels fast zweistündigem Filmporträt. Aber wenn er je an Gott geglaubt hätte, fügt Reich-Ranicki hinzu, dann hätte er in seiner Jugend leicht auf die Idee verfallen können, dass Gott Parteigänger der Nazis sei, denn lange Zeit schien denen einfach alles zu gelingen.
Dieser Filmauftakt ist vieles zugleich: Erinnerung an die jahrhundertealte Theodizee, also an die Frage, weshalb ein guter Gott das Böse in der Welt zulässt, Erinnerung aber auch an die Hölle, durch die der heute so vielgeehrte Reich-Ranicki einst ging – und nicht zuletzt eine Provokation, die sofort die Aufmerksamkeit des Publikums fesselt.

* Uwe Wittstock ist Autor der kürzlich erschienenen Biographie "Marcel Reich-Ranicki. Geschichte eines Lebens", Pantheon Verlag, München


Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt hat seinen Glauben an Gott verloren ... «Ich würde mich heute nicht mehr auf Gott verlassen. Er hat schlimme Dinge zugelassen, er hat Auschwitz zugelassen», sagte Schmidt laut Mitteilung in der vorab aufgezeichneten ARD-Sendung «Menschen bei Maischberger». Persönlichen Halt gebe ihm nicht die Religion, sondern seine Frau Loki, mit der er am 27. Juni Eiserne Hochzeit feiert. Schmidt scheitert an der Theodizee-Frage. Als Begründung für sein Misstrauen gegenüber Gott nennt er von Menschen verursachtes Elend.
Quelle: Internet factum Online


Jakob Hessing unter dem Titel "Im Spiegel toter Augen" in der FAZ vom 24. Oktober 2007: "... der Rauch, Symbol der Schoah, hat Gottes Schöpfung unheilbar kontaminiert: Mit dem Tod einer unschuldigen Generation ist die Frage der Theodizee unlösbar geworden."
Quelle: FAZ.NET


Grußadresse anlässlich des Papstbesuches im September 2006 an die Teilnehmer/innen der Gegenveranstaltungen

Solange die Beweise der Existenz Gottes nicht gelingen und
solange die Theodizeefrage ungelöst ist und
solange die heiligen Bücher Barbarisches enthalten,
wird es zur moralischen Pflicht, allen jenen Institutionen zu misstrauen, die Gegenteiliges behaupten, nämlich: dass es einen Gott gäbe und dass dieser gut und gerecht sei und dass Gott seinen Willen in heiligen Büchern offenbart habe.

In einer immer enger werdenden Welt wird die aufgeklärte Haltung zur einzigen Möglichkeit, dasjenige, was auf dem Weg zu mehr Freiheit, Gleichheit und Solidarität bereits erreicht wurde, zu sichern und Neues zu erkämpfen.
Wie Immanuel Kant es unübertrefflich formuliert hat, lässt sich die aufgeklärte Haltung mit zwei Worten charakterisieren: Sapere aude!, also: >Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!<
Und die Lebensmaxime eines wohl noch größeren Aufklärers, der keinen angeblich vernünftigen Gottesbegriff durch die Hintertüre wieder hereinließ, wie Kant es getan hat, der auf diese Weise >sein Schlafmittel fand< (B. Russell) ... Also: Die Lebensmaxime des noch viel radikaleren schottischen Aufklärers David Hume lautete: >Bleib´ nüchtern und vergiß´ nicht, skeptisch zu sein!<
Mein Rat an Sie, trotz aller Wertschätzung Humes: >Seien Sie nicht immer nüchtern, aber vergessen Sie auch dann nicht, wenn Sie einmal beschwingt und beschwipst sind, skeptisch zu bleiben.<

Gerhard Streminger, Philosoph und Autor


Ein nüchternes Wort zum religionskritischen Ferkelbuch

Das Kinder- und Erwachsenenbuch Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel, verfasst von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke, vermag gegenwärtig größte Empörung auszulösen. Aber diese bezieht sich m.E. viel zu sehr auf die Form der Darstellung als auf den Inhalt des Dargestellten. Während das Erstere weitgehend eine Geschmacksfrage ist, über das sich trefflich streiten lässt, bleibt letzteres unterbelichtet. Und hier ist m.E. dem Autor zuzustimmen, wenn er - etwas plakativ zusammengefasst - auf einen >Kampf der fundamentalistischen Kulturen< hinweist. Denn in vielem sind die monotheistischen Religionen einander spinnefeind.
Nehmen wir nur die Frage nach der Bedeutung der Gestalt Jesu: Hier enthalten die drei großen, offenbarten Bücher der Monotheisten (Altes Testament, Neues Testament, Koran) gänzlich Widersprüchliches. So sehen manche Gläubige der drei großen >abrahamitischen< Religionen in Jesus den verheißenen Messias und Erlöser der Welt (Christen), während andere überzeugt sind, dass auf den Zimmermannssohn aus Nazareth die verheißenen Prädikate des Messias nicht zutreffen (Juden); und die dritten sehen in Jesus ebenfalls keinen Erlöser - weil sie die Erbsündenlehre ablehnen -, sondern nur einen wichtigen Propheten, der aber in seiner Bedeutung Mohammed untergeordnet ist (Muslime).
Die angeblich von dem einen Gott inspirierten Autoren bzw. Interpreten der heiligen Schriften gelangen also bereits in dieser fundamentalen Frage zu einander gänzlich widersprechenden Ergebnissen. Der Anspruch Jesu, die Gottesherrschaft angetreten zu haben, wird von den anderen Gläubigen im Namen des einen Gottes als Gotteslästerung abgelehnt. Wie sollte auf dieser Ebene - auf Basis der drei Hoch(!)religionen - ein dauerhafter Frieden möglich sein? Gerade dann, wenn man die Ansprüche der verschiedenen Ausprägungen des Monotheismus wirklich ernst nimmt und zu keinem geistigen Schunkeln bereit ist, trifft man auf allergrößte, unlösbare Schwierigkeiten.
Die einzige Alternative dazu ist eine säkulare Gesellschaft, die die Kampfhähne der verschiedenen Religionen in Schranken zu halten vermag und die Ideen der Aufklärung und Menschenrechte hochhält.


Einen so lesens- wie nachdenkswerten Text von James Wood aus dem NEW YORKER zur Theodizee bringt hpd-online vom 20.06.2008 unter dem Titel: Gott mag tot sein, aber die Frage, warum er Leid zulässt, lebt weiter.
Zitat: "So antiquiert und abstrakt sie auch sein mag, so hat das Nachdenken über die Theodizee doch noch immer die Macht, Leben zu verändern."

Den gesamten Text können Sie mit diesem Link lesen.


Christian Tapp schreibt bei Spektrum.de am 15.12.2011 zum Theodizee-Problem unter dem Titel:
Vernunft und Glaube?
Weder die große mittelalterliche Synthese aus beiden noch die extrem religionskritischen philosophischen Standpunkte scheinen unverändert Bestand zu haben. Das Verhältnis beider Lager muss stets aufs Neue ausgelotet oder erstritten werden. Dabei ist Theologie aus verschiedenen Gründen auf Philosophie angewiesen. Philosophie hilft, Begriffe zu klären, Argumente zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Sie reflektiert moralisch bedeutsame Begriffe und Begründungsstrategien. Philosophie lehrt die Theologen, Selbstverständlichkeiten und systematische Zusammenhänge zu hinterfragen, erarbeitet Theorien über Sprache, Denken, Verstehen, Erkenntnis, Wahrheit, Handeln sowie die Grundstrukturen der Wirklichkeit. All dies ist unverzichtbar für eine Theologie, die einen alten Glauben in heutiger Zeit verstehbar machen und begründet vertreten will.
Dabei scheinen zwar sehr viele Arten von Philosophie mit dem christlichen Glauben kompatibel zu sein, aber eben nicht alle. Wie lassen sich also für den Glauben weniger oder eher geeignete Philosophien unterscheiden? Hier spielen Kriterien wie das so genannte Explikationspotenzial eine Rolle: Welche Philosophie kann die Glaubenslehren am treffendsten ausdrücken oder erklären? Oder die Offenheit von philosophischen Standpunkten: Sind an einen bestimmten philosophischen Standpunkt auch Handlungsnormen, Werte oder Annahmen darüber gebunden, was es gibt oder nicht gibt?
Inkompatibilität zwischen dem Glauben und einer bestimmten Art von Philosophie liegt meist weniger an der philosophischen Methodik oder dem Arbeitsstil als vielmehr an Inhalten. So ist der ontologische Naturalismus, der behauptet, dass es nur dasjenige gibt, was naturwissenschaftlich fassbar ist, wohl unvereinbar mit dem Glauben. Anders der methodische Naturalismus, der nur fordert, sich in der Naturwissenschaft auf das empirisch Fassbare zu beschränken: Damit sollte eigentlich kein Gläubiger ein Problem haben.
Auf den Punkt gebracht: Eine Religion, deren Gott vom Wesen her vernünftig ist, wird sozusagen von ihrer höchsten Instanz her auf ein positives Verhältnis zur Vernunft festgelegt. Dieses ist freilich kein gemütliches Ruhekissen, sondern dauernder Anspruch, Widersprüche zu beseitigen und Verstehen zu ermöglichen. Der Gläubige muss stets aufs Neue die Spannung aushalten zwischen der Treue zu den Wurzeln und dem Anspruch auf Vernunftmäßigkeit, der zum Kern des christlichen Gottesbilds gehört.

Den gesamten Text können Sie mit diesem Link lesen.


 



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Im Februar 2011 ist zum 300. Geburtstag des Philosophen unter dem Titel: David Hume, der Philosoph und sein Zeitalter eine völlig überarbeitete und erweiterte Fassung meiner Hume-Biographie erscheinen.
Aus gleichem Anlass fand am 26. März 2011 in Nürnberg ein Symposium zu Ehren David Humes statt.

Veranstaltungen in Humes Heimat zu seinem 300. Geburtstag:

Lesen Sie hier die Ankündigung des C.H. Beck-Verlags vom Januar 2011.

Hier entlang zur Vorsetllung meines neuen Buches beim Verlag C.H. Beck.

Hier finden Sie mein neues Buch bei Amazon.
Ende April und Anfang Mai 2011 belegte das Buch bei Amazon für einige Zeit einen Rang unter den 2000 bestverkauften Titeln.

Das Buch ist seit Mai 2011 auch als eBook erhältlich.

Lesen Sie dazu auch meinen Artikel in der ZEIT vom 10.03.2011:
Ein Schotte am Rhein, David Hume auf Reisen in Mittteleuropa

Blättern Sie in der neuen Ausgabe bei Google Book!

Erste Rezensionen der bei Beck erschienenen Neuauflage meiner Hume-Biographie
sowie anlässlich des Hume-Jubiläums erschienene wichtige Artikel

Till Kinzel bespricht bei "Informationsmittel IFB - Digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft" die bei C.H. Beck erschienene überarbeitete Neuauflage meines Buches.
Hier entlang zu dieser Rezension

Klaus Prinz schreibt bei www.sandammehr.at - Literaturzeitschrift im Internet: "Die aktuelle Neuausgabe der Biografie Humes ist ein Glücksfall, denn Person, Werk und Biograf ragen gleichermaßen aus ihrem jeweiligen Umfeld hervor."
Hier entlang zu dieser Rezension.

Unter der Überschrift: "Der freundliche Philosoph - Dem Denker David Hume zum 300. Geburtstag" bringt DIE WELT vom 16.04.2011 einen Artikel von H.-M. Schönherr-Mann über den Jubilar, der zugleich eine Rezension der Neuauflage meiner Hume-Biographie darstellt.
Hier entlang zu dieser Rezension.

Unter der Überschrift: "Die Vernunft ist nur Sklavin der Leidenschaften - Er war Kaufmann, Schriftsteller, Diplomat, Historiker und einer der größten britischen Denker. David Hume zum 300. Geburtstag" bringt WELT ONLINE vom 19.04.2011 einen weiteren Artikel von H.-M. Schönherr-Mann über den Jubilar.
Hier entlang zu diesem Artikel.

Auch die FAZ vom 15.04.2011 brachte auf Seite 12 einen ausführlichen Artikel von Heinz D. Kurz, der hier mit Genehmigung des Autors vorgestellt werden kann: "Von der Natur des Menschen und der kommerziellen Gesellschaft. Zum 300. Geburtstag von David Hume, dem großen Fortschrittsoptimisten und glühenden Verfechter des Freihandels"
Hier entlang zu diesem Artikel.

"David Hume: True to the End!" Ausführliche Rezension meines Buches von Gerhard Engel bei hpd online
Der Rezensent urteilt: "Wir können also auch heute noch von David Hume lernen. Und wer etwas wirklich Fundiertes über diesen interessanten Denker wissen will, kommt an der herausragenden Biografie von Gerhard Streminger nicht vorbei."
Hier entlang zu diesem Artikel.

Eine weitere Rezension meines Buches brachte in OE1 die Sendung Kontext:
Der Rezensent Günter Kaindlstorfer urteilt: "Gerhard Streminger hat eine opulente und flüssig geschriebene Biographie vorgelegt, zugleich Epochen-Panorama und brillante Einführung in das Denken des schottischen Aufklärers. Mit Büchern wie diesem macht Philosophieren Spaß."
Hier entlang zu diesem Artikel (PDF) - inzwischen auch im Internet bei OE1 WISSEN einsehbar.

Auch der Deutschlandfunk sendete diese Rezension in seiner Reihe "Andruck" am 02.05.2011 um 19.15 Uhr und berichtet unter dem Titel "Epochen-Panorama und brillante Einführung" auf dieser Internet-Seite darüber.

In seiner Rezension im Büchermarkt im DEUTSCHLANDFUNK schreibt Hans-Martin Schönherr-Mann am 05.05.2011:
David Hume gehörte neben John Locke zu den Begründern des englischen Empirismus. Er wurde vor 300 Jahren am 7. Mai 1711 in Edinburgh geboren und starb dort 1776. Zwei neue Bücher beschäftigen sich mit seinen Ideen und Werken.
Hier entlang zu diesem Artikel.

Ludger Lütkehaus würdigt David Hume in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG vom 07.05.2011 mit einer Rezension meines Buches unter dem Titel: "Ein Lebenskünstler. David Hume in der Biografie Gerhard Stremingers"
Er schreibt unter anderem: "Stremingers Buch steht in der britischen Biografie-Tradition der «life and letters». Es zeichnet Humes Leben und sein riesiges Lebenswerk, das neben allen Disziplinen der Philosophie auch die Demografie, die Ökonomie und zumal die Historiografie umfasst – Hume ist Autor einer sechsbändigen «History of England» –, akribisch nach."
Die Rezension ist unter dem Titel: "Der Bonvivant" auch bei der BADISCHEN ZEITUNG vom 09.05.2011 erschienen.
Hier entlang zum NZZ-Artikel.
Hier entlang zum Artikel der BADISCHEN ZEITUNG.

Weitere neu erschienene Rezensionen:
Andreas Gehbink in Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
vom 23.03.2011
unter dem Titel: David Hume klärte über Kleve auf

Die RHEINISCHE KULTURRAUMVERDICHTUNG berichtet mit einigen Abbildungen von Hume-Monumenten im Internet unter dem Titel: DAVID HUMES 300. GEBURTSTAG IN EDINBURGH - Der Schottische Alleszermalmer
"Der schottische Philosoph, Historiker und Diplomat David Hume könnte heuer in Edinburgh seinen 300. Geburtstag feiern, wenn er denn nicht tot wäre. Er gilt als der bedeutendste Denker der angelsächsischen Philosophiegeschichte.
Der 'Alleszermalmer' ist ein Ehrentitel, der in der deutschen Philosophiegeschichte reserviert ist für den Königsberger Großmeister des kritischen Denkens: Immanuel Kant. Mit ebensoviel Recht könnte man aber David Hume so nennen oder, wie jüngst die Zeitschrift Philosophy Now sehr hübsch titelt, 'Demolition Dave'."
Abschließend urteilt er: "Die sehr lesenswerte Hume-Biographie von Gerhard Streminger, die auch eine umfassende Einführung in das Denken Humes darstellt, ist bei C. H. Beck in überarbeiteter und erweiterter Fassung zum Jubiläumsjahr neu erschienen und sei wärmstens empfohlen."

Peter Bräunlein bespricht in DIESSEITS.DE vom 06.06.2011 mein Buch und die Hume-Festschrift von "Aufklärung & Kritik" im Internet unter dem Titel: David Hume - Ein humanistisches Urgestein.
Ohne "biografischen und historischen Kontext bleibt Humes Position schwer nachvollziehbar. Hier liegt eine von vielen Stärken von Gerhard Stremingers David Hume. Der Philosoph und sein Zeitalter. Stremingers breites Panoramabild zeigt Hume als kritischen Denker in Schottland, das einerseits von einer überwiegend engstirnigen Kirk dominiert wurde, in dem aber andererseits Hume neben etwa Adam Smith nur einer von zahlreichen Aufklärern war. ... Streminger liefert nicht nur den Kontext, er erklärt auch gut verständlich Humes philosophische Positionen. Die kommentierte Erstübersetzung von Humes Reisejournal 1748, das u.a. über seinen Wienaufenthalt berichtet, rundet den sehr empfehlenswerten Band ab.
Streminger ist auch der Herausgeber des Heftes 1/2011 von Aufklärung und Kritik mit dem Titel David Hume zum 300. Geburtstag. ... Als Einstieg in Humes Philosophie ist der Band wohl zu schwierig, aber für eine vertiefte Beschäftigung ist er ein Muss.
Hier entlang zum ganzen Artikel im Internet

Weitere neu erschienene Rezension in Aufklärung & Kritik 3/2011 von Dr. Wilhelm R. Baier, Graz:
(Auszug) Stremingers Buch ist nicht nur eine umfassende Bio- und Bibliografie zu David Hume, es geht auch auf die historischen und sozialen Umstände ein. Jedes Werke von Hume erfährt nach der Beschreibung der jeweiligen Entstehungsgeschichte im historischen Kontext auch eine inhaltliche Zusammenfassung sowie eine abschließende Kritik. Trotz der merkbaren Wertschätzung gegenüber David Hume sind auch in den biografischen Abschnitten immer wieder kritische Punkte angemerkt.

Im Deutschlandradio Kultur bespricht Michael Böhm am 07.08.2011 die Neuausgabe unter dem Titel:
"Das 700 Seiten starke Buch über den englischen Moralphilosophen David Hume fasziniert, weil es die Zeit lebendig macht, in der die Aufklärung noch ihre Unschuld besaß."
Zusammenfassend meint er unter anderem: "Stremingers Verdienst ist es, den Lebensweg dieses Protagonisten der europäischen Aufklärung umfassend rekonstruiert zu haben, in einer Sprache, die verständlich ist und in einem Ton, der Sympathie bezeugt."
Hier entlang zum ganzen Artikel im Internet

Der renommierte Wissenschaftsautor Rüdiger Vaas rezensiert das Buch bei Amazon - hier sein Resumé:
"Streminger ist es in seiner 28 Kapitel umfassenden, brillant geschrieben Monographie gelungen, das Leben und Werk des schottischen Gelehrten den heutigen Lesern geistreich und lebendig vor Augen zu führen. Auch Fachleute können an dem Buch nicht vorbeisehen, zumal im Anhang erstmals Humes Reisejournal von 1748 übersetzt ist - er hatte unter anderem Deutschland und Österreich besucht - und zwei zuvor unveröffentlichte Briefe von 1776 abgedruckt sind, die Streminger in Edinburgh entdeckt hat. Ein Standardwerk!"
Hier können Sie die gesamte Rezension einsehen
oder direkt bei Amazon nachschauen.

Alexander Riebel von der katholischen Tagespost, der naturgemäß Humes Philosophie sehr kritisch gegenübersteht, meint abschließend: "Die Lektüre der Biographie, die auch die Argumente der wichtigsten Werke analysiert und die wissenswerte Details aus dem Leben Humes erzählt, lohnt sich allemal, auch wenn sich der Biograph zuweilen selbst die Haltung Humes, wenn auch nicht dessen theoretische Erkenntnisse, zu eigen macht. Hatte sich die nachfolgende deutschen Philosophie von Kant bis Hegel von Hume deutlich abgesetzt, so nannte man ihn im 20. Jahrhundert den „Propheten der Wittgensteinschen Revolution“ und sieht ihn in der Sprachphilosophie als frühmodernen Denker."
Hier entlang zum gesamten Artikel

RADIO BREMEN stellt in seinem Literaturforum vom 18. August 2012 die Neuausgabe meiner Hume-Biographie beim Beck-Verlag vor:
"Das neu überarbeitete Buch über David Home von Gerhard Streminger ist spannend wie ein Roman und von tiefem Verständnis geprägt, wenn es um die Philosophie geht."
Hören Sie mit diesem Link den Sendungsteil, in welchem die Hume-Neuausgabe besprochen wird.
Hier können Sie im Internet bei Radio Bremen die gesamte Sendung anhören, die zusätzlich Biografien von Friedrich dem Großen, J.J. Rousseau und N. Machiavelli bietet.

Über mein Buch wird auch im Internet diskutiert - recht ausführliche Einschätzungen finden Sie in dieser Diskussionsrunde bei litteratur.ch.

Zwei neue ausführliche Rezensionen meiner Hume-Biographie sind im Philosophischen Jahrbuch II 2012 von Dr. Thomas Dewender und in "Die Österreichische Volkshochschule von Dr. Karl Baier erschienen (12.12.2012).

Radio Bremen hat das Hume-Buch im Dezember 2012 zu den besten Sachbüchern des Jahres gewählt. (22.12.2012)

Matthias Wolfes bespricht bei der Friedrich-Naumann-Stiftung meine Hume-Biographie.
"Vergleicht man Stremingers Darstellung etwa mit der unübertroffen präzisen, aber ganz anders angelegten Monographie von Jens Kulenkampff (innerhalb der Reihe „Denker“ im selben Verlag), so bietet sie mit ihrer sorgfältigen Einbettung des philosophischen Wirkens in den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext doch einen erheblichen Gewinn. Über weite Strecken zeichnet Streminger eine Art Panorama jener Zeit, die Hume hervorgebracht und in der er wirksam gewesen ist. Es gelingt ihm aber auch eine sehr schöne, ruhige und detailfreudige Nacherzählung der Biographie des großen Mannes. Gerade an diesen Kapiteln wird der geistesgeschichtlich interessierte Leser seine Freude haben, und hier liegt, auch wegen der umfassenden Berücksichtigung der Emanzipationsbestrebungen im westlichen Europa des 18. Jahrhunderts der wichtigste Beitrag des Buches aus liberalismusgeschichtlicher Sicht."
Er fasst zusammen: "Insgesamt ist es Streminger gelungen, ein sehr lebendiges Porträt dieses einzigartigen Philosophen zu zeichnen."
Direkt aufrufen können Sie die gesamte Rezension mit diesem Link.

Kunden-Rezension meines Buches bei Amazon:
5.0 von 5 Sternen Eine Entdeckung, ein in jeder Hinsicht ein vorbildliches Sachbuch, 8. Februar 2013 Von RRL
Die Rezension bezieht sich auf: David Hume: Der Philosoph und sein Zeitalter (Gebundene Ausgabe)
Die Biographie über David Hume ist ein in jeder Hinsicht (bis in die Anmerkungen) gelungenes Buch. Man erfährt das Notwendige zur historischen Einordnung, zu seinem Leben und natürlich vor allem zu seinem so bedeutsamen Werk. Der Autor sympatisiert unverhohlen mit seinem Protagonisten, und er scheut sich nicht, einen Lump mit gesellschaftlicher Wirkungsmacht - und Hume hatte unter seinen Gegnern deren viele - Lump zu nennen. Aber er tut das nicht einseitig, sondern bemängelt bei Hume, wo es angesagt ist, misst Hume an seinen eigenen Maßstäben. Da Hume aber das Menschliche im Philosophieren so prominent platziert, wird er sich mit seinem bisweilen allzu menschlichen Verhalten durchaus und im besten Sinne des Wortes selbst gerecht. Die Lektüre bewirkt viele Stunden nachhaltigen, tiefgründigen Glücks. Was kann man Besseres zu einem Buch sagen.



 

David Hume - Sein Leben und sein Werk

Paderborn: Schöningh 1994, 715 Seiten, 2. Auflage 1994, seit Mai 2009 vergriffen, am 31. Mai rangierte das Buch bei amazon noch auf Rang 31.504 (!).

(Taschenbuchausgabe Stuttgart: UTB 1995; die Taschenbuchausgabe ist seit 2001 vergriffen)

Näheres zu diesem Buch aus dem Verlagsprospekt

Im ORF stellte Ines Mitterer in der Sendereihe "Bücher-Viertel" am 30.12.1994 dieses Buch ausführlich vor. Sie können entweder den gesamten Bericht hier im Original hören oder das zusammengefaßte Urteil der Redakteurin:

Originalsendung des ORF vom 30.12.1994 (360 KB)

Kernsatz der Buchvorstellung des ORF (50 KB)

David Hume. Sein Leben und sein Werk stand im November 1994 auf der Bestenliste (>Sachbücher des Monats<) der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, und der ZEIT-Mitarbeiter Benedikt Erenz empfahl das Buch allen Reisenden "für verregnete Ferientage" (DIE ZEIT vom 30. Juni 1995, S. 53)

Rezensionen:
PublikationsorganAutor

Sprache

Frankfurter Allgemeine ZeitungPatrick Bahners

Süddeutsche ZeitungKurt Oesterle

KronenzeitungBernd Schmidt

Philosophischer LiteraturanzeigerRudolf Lüthe

UniversitasMichael Szczekalla

Annotierte Bibliographie f. pol. BildungElke Völmicke

Zeitschrift für Philos. ForschungOtfried Höffe

Wandelhalle der Bücherfreundepn

Deutsche Zeitschrift für PhilosophieBernd Gräfrath

Herder KorrespondenzA. S.

Deutsche TagespostHubert Pieper

Das achtzehnte JahrhundertJens Kulenkampff

Theologie und PhilosophieS. Bonk

Jahrbuch zur Liberalismus-ForschungDetmar Doering

Information Philosophie 

Philosophisches JahrbuchWolfgang Farr

Politische VierteljahresschriftUdo Bermbach

Archiv für Rechts- und SozialphilosophieEric Hilgendorf

Tages-Anzeiger ZürichRoger Köppel

Berliner Debatte INITIALMatthias Bohlender

KNA Der Buchbriefast

Bulletin of the Hume SocietyAnnette Baier

British Journal for Eighteenth-Century Studies, OxfordMichael Szczekalla

Actualidad Bibliográfica, BarcelonaJ. Boada

Dialogo Filosofico (Madrid) 

Tijdschrift voor FilosofieW. Lemmens


EINLADUNG ZUM DENKEN

Klicken Sie auf das Bild und sehen Sie einen Ausschnitt (1,5 MB) aus dem Film EINLADUNG ZUM DENKEN - Ein kleiner Streifzug durch die Analytische Philosophie von Olaf Brill und Uwe Czaniera aus dem Jahr 1995 (Verlag Hölder-Pichler-Tempsky - Wien 1998), in welchem neben Hans Albert, Dieter Birnbacher, Manfred Geier, Rachard Hare, Jaakko Hintikka, Chris Malcolm, Friedrich Stadler, Ernst Tugendhat und Gerhard Vollmer auch ich zum Thema Empirismus und neu insbesondere zu David Humes Wunderanalyse befragt wurde.


 

David Hume - Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand.
Ein einführender Kommentar

Schöningh, Stuttgart: UTB 1995 (253 Seiten)
Diese Ausgabe ist vergriffen. Download der Neuausgabe via Internet siehe oben.

Rezensionen:
Philosophischer LiteraturanzeigerRudolf Lüthe

Eine Leser-Rezension finden sie hier bei Amazon.de

 


 

Der natürliche Lauf der Dinge. Essays zu Adam Smith und David Hume

Marburg: Metropolis 1995 (256 Seiten)

Näheres zu diesem Buch aus dem Verlagsprospekt

Auf der Texte-Seite finden Sie einen kleinen Abschnitt aus dem Buch zu A. Smiths völlig zu Unrecht vergessener Sprachphilosophie.

Rezension:
PublikationsorganAutor

Sprache

Wirtschaft und GesellschaftPeter Rosner

ABP 3/96MH


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In Zusammenarbeit mit Amazon.com

Hier klicken zur Vorstellung der Neuauflage des Hume-Kommentars und zum Download/Bestellung


Und hier gelangen Sie zur Vorstellung und Bestellmöglichkeit meines nunmehr selbständig verfügbaren Kommentars zu Humes Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral


Rezension: Ohne ihn schlummerte dogmatisch ich dahin
(Geständnis aus Königsberg, 1783)

Als David Hume sich als Mitglied einer britischen Gesandtschaft in Österreich aufhielt, wurde im Frühjahr 1748 in London ein Buch veröffentlicht, das allein schon seinem Autor einen Ehrenplatz unter den Großen der Philosophie gesichert hätte: An Enquiry concerning Human Understanding, also >Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand<.

... mehr ...


Weitere Einzelheiten zum Anliegen des Kommentars können Sie dem hier hinterlegten Flyer entnehmen.
Rezension von Helmut Walther in Aufklärung und Kritik

 


 

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