Urteile Dritter zu David Hume und Adam Smith


 

Die Bedeutung Schottlands für die europäische Aufklärung im 18. Jahrhundert stellt ein am 01.05.2007 bei WELT Online erschienener Artikel heraus:
"Edinburgh avancierte im 18. Jahrhundert zum ersten europäischen think tank. Hier wurde im Pub die schottische Aufklärung geboren, die sich von der französischen Aufklärung dadurch unterschied, dass sie keinen totalitären Flügel kannte. Kein Schotte faselte wie Jean-Jacques Rousseau von der volonté générale, statt dessen erkannte der Skeptiker David Hume, dass der Mensch nicht nur von der Vernunft geleitet, sondern auch von Gefühlen getrieben ist – und dass man diese Gefühle nicht abschaffen, sondern nur in sozialverträgliche Bahnen lenken kann. Adam Smith durchschaute, dass das Wirtschaftsleben von brutalen Eigeninteressen unter Dampf gesetzt wird, dass aber gerade daraus der Wohlstand der Nationen erwächst. Adam Ferguson endlich formulierte die Zivilisationskritik gleich mit, die das Bild der westlichen Zivilisation erst abrundet – seine beiden berühmtesten Schüler: Schiller und Hegel."

 

Über David Hume

Karl Marx
Philipp Reemtsma
Immanuel Kant
Arthur Schopenhauer
Albert Einstein
Gerhard Roth
Mark Lilla
Christian Gapp/Telepolis
Gerard Radnitzky
Gerhard Roth (WamS)
Goedart Palm (TELEOPOLIS)
Peter Ruch (NZZ Online)
Christopher Hitchens (WELT DEBATTE)
SPIEGEL in "Das Böse im Guten"
Gordon Brown zu Hume und Smith
David Hume über die öffentliche Meinung als Basis der Macht der Regierenden
Die Interessenehtik David Humes und Thomas Hobbes' und die Stammzellen-Debatte
David Hume und Arthur C. Clarke
John R. Searle über Willensfreiheit und David Humes Kompatibilismus
Humes radikale Erkenntniskritik an rationalen Begründungsversuchen der Religion
Vaclav Klaus: Zurück zu J.J. Rousseau?
Über den Zusammenhang von Schönheit, richtigem Denken und Zartgefühl
Über die Quelle des moralisch Guten und Bösen
Vernon Smith über die Bedeutung Humes in der Ökonomik
Die FAZ über David Hume und Adam Smith als Vordenker liberaler Regierungskonzepte
Vernon Smitz in der NZZ über Hume und A. Hayek bezüglich des Verhältnisses von Vernunft und Normen
David Hume zu Föderalismus und Macht
David Hume zum Brückenbau als Beispiel staatlichen Handelns
Zurück in die Zeit der Gegenreformation: Wie die Pius-Brüder über David Hume denken.
Thomas Strobl zu Humes Assoziationsgesetz und der Sicherheit des Wissens
Die WELTWOCHE über David Hume, Adam Smith und die "Wirtschaftsethik"
Kants Erweckung aus dem dogmatischen Schlummer durch David Hume
Thomas Metzinger über David Hume und die "Seele"
SPEKTRUM DER WISSENSCHAFT über Humes "Dialoge über natürliche Religion"
Gerhard Roth im THE EUROPEAN über David Hume und die Willensfreiheit
Karen Horn in der FAZ über den Gegensatz der deutschen und angelsächsischen Denktraditionen
Der Steiermark Report über David Hume und "Kropferte Steirer"
Dirk Pilz in der BZ über David Hume: "Bleib nüchtern und besieg die Angst!"
Otto A. Böhmer über David Hume: "Deine Wissenschaft sei menschlich"
Nikolaus Halmer bei OE1 über David Hume unter dem Titel: "Die Furcht vor dem Unbekannten"
Auch die Nordelbische Evangleisch-Lutherische Kirche ereinnert an David Hume: "Im Zweifel für den Skeptiker"
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU titelt zum Hume-Jubiläum: "Deine Wissenschaft sei menschlich"
In der WIENER ZEITUNG nennt Otto A. Böhmer Hume einen "humanen Skeptiker"
Karl Gaulhofer titelt in DIE PRESSE: „Hume: Der gute David und seine böse Botschaft
AUGSBURGER ALLGEMEINE: Was uns David Hume 300 Jahre nach seiner Geburt noch zu sagen hat
Robert Zaretsky in der NEW YORK TIMES: David Hume and the Art of Living
Christian Lindner (FDP) im Interview mit der FAZ über David Hume
ALEXANDER SCHATTEN staunt über die Modernität Humes
In der FAZ trifft Hume auf Rousseau
Bei SCIENZZ gedenkt Josef Tutsch des Hume-Jubiläums
Britta Pawlak stellt den Empirismus Humes in den Vordergrund
John Knox legt beim CALEDONIAN MERCURY Wert auf den Skeptizismus Humes
Das NEUE DEUTSCHLAND interessiert der Zusammenhang zwischen Gerechtigkeit und Eigentum bei Hume
Reinhard Brandt unternimmt in der NZZ einen Streifzug durch die Gedankenwelt Humes
Rainer Hank beschreibt "Zehn Gründe, David Hume zu lesen"
SACHSENSPIEGEL: Wer arbeitet, hat Lohn verdient
SCHOTTLANDFIEBER: Hume-Biographie
Der TAGESANZEIGER zur Erklärung des Goldstandards durch David Hume
Hume can help us take a new look at humanity for the modern age
Hume: "Die Schönheit der Dinge existiert im Geist dessen, der sie anschaut."
Manfred Geier in der SZ zum 300. Geburtstag über David Hume
David Hume im SÜDKURIER über J.-J. Rousseau
Der DLF über „Authentizität“ und Humes Untersuchungen zu den Ossian-Gedichten
Helmut Kremers bei ZEITZEICHEN: David Hume als "Fegefeuer des Christentums"
scotsman.com Theatre: Bringing Adam and David up to date
The Tree of Knowledge, Traverse, Edinburgh
THE NEW YORK TIMES: Of Hume and Bondage - by SIMON BLACKBURN
THE TELEGRAPH: Hume was a thorough-going atheist - but is Dawkins a proper atheist?
The CROSSVILLE CHRONICLE about Th. Jefferson and David Hume
The GUARDIAN about Adam Smith, David Hume and the first sexual revolution
David Hume und Adam Smith: Der Mensch ist viel mehr als ein homo oeconomicus
Die WELTWOCHE über David Hume und Rousseau als bis heute wirksame Ideengeber
Elke Endrass bei ARD-Mediathek: Der Vater der modernen Philosophie – David Hume (Audio)
Illuminating the Scots of the Enlightenment: The statue of David Hume on Edinburgh's Royal Mile
Rolf Beyer bei SWR 2: David Hume – Skeptiker und Menschenfreund (Audio)
Hume and Britain's forgotten fight for free speech
ZEIT ONLINE über die Literatur der Aufklärung im Allgemeinen und David Hume im Besonderen
US-Studie: Religiöse Menschen zeigen weniger Mitgefühl als nicht-religiöse.
David Hume, der Meisterdenker der schottischen Aufklärung (Radiosendung des SR / Reflexe)
David Hume bei BR alpha: Denker des Abendlands (Video mit Lesch und Vossenkuhl)
Hätten die Gründer der Währungsunion den Ökonomen David Hume gründlich gelesen, hätten sie die nationalen Zentralbanken abgeschafft.
BBC Radio 4: DAVID HUME. Melvyn Bragg and his guests discuss the work of the philosopher David Hume.
David Hume and Free Trade: The Litmus Test of Economics
RADIO BREMEN: David Hume und Jean-Jacques Rousseaus berühmter Brief
Sabine Schulz bei DRADIO: "Leben Sie wohl für immer - Die Affäre Hume-Rousseau in Briefen und Zeitdokumenten"
HOHE LUFT zu Hume und Rousseau: "Der Kluge und das Biest"
Helmut Schmidt in der ZEIT zu Hume und zum Zusammenwachsen Europas
Michael Hüther in der SZ zu David Hume, Mitverantwortung und Ökonomie
Carlo Ginzburg über Humes Of Miracles bei nightoutatberlin
HR2 Kultur über David Hume und den Zusammenhang von Wahrnehmung und Ideen
Scottish quote of the week: David Hume
Interview mit Simon Blackburn über David Hume bei PHILOBLOG
David Hume im heraldscotland über Kunstbetrachtung
David Hume, The Great Infidel - Einführungsvortrag von Peter Millican an der Universität Oxford (engl.)
David Hume, "The most important philosopher ever to write in English" - Biographie bei der Stanford Encyclopedia of Philosophy (engl.)
Die WIENER ZEITUNG über die schottische Aufklärung: "Licht aus dem Norden" zu Hume und Smith
Brian Taylor (BBC) unter dem Titel „After truth and reason“ über die Statuen von A. Smith und D. Hume in Edinburgh
E. Navon about David Hume’s theory of „concentric circles“ for people’s selective empathy
Die WELT zur schottischen Abstimmung über die Unabhängigkeit - dabei an Hume und Smith erinnernd
Die ZEIT online zur schottischen Abstimmung: Die Aufklärung kam von den Universitäten Glasgow, Edinburgh und Aberdeen über Europa. Ohne die großen Empiristen David Hume, Adam Smith oder Adam Ferguson wäre die Welt wahrscheinlich eine erhebliche Zeit lang ein deutlich dämmrigerer Ort geblieben.
Sheldon Richmond über David Hume und die Außenpolitik: "every man must be supposed a knave."
BBC Magazine über David Hume: "The joy of doing the same thing over and over again"
Oliver Sacks in THE NEW YORK TIMES über David Hume am Ende seines Lebens
Finanzen.at über David Hume, die Etablierung menschlicher Konventionen, Ökonomie, Sprache und Netzwerke wie Bitcoin und Facebook
Von David Hume und Adam Smith bis zum Higgs-Teilchen und den Gravitationswellen: The real pride of Scotland: higher learning
THE NATION: Hume's Call to Action
Herlinde Pauer-Studer über David Hume und Hobbes: Ungeheuer oder empathiefähige Altruisten? Die Kontingenzen politischer Menschenbilder
Richard Daniel Precht im Handelsblatt vom 01.09.2017 über David Hume, den "klügsten aller Philosophen"
Atheismus im späten 18. Jahrhundert: David Hume religionskritischer «Dialoge über natürliche Religion»

Über Adam Smith

Alan Greenspan
James Buchanan (Handelsblatt)
Oskar Lafontaine
Jeremy Rifkin
Christian von Weizsäcker
Bundeskanzler Gerhard Schröder
Sam Huntington
Axel Goger (DIE WELT)
Norbert Blüm (Ex-Arbeitsminister/CDU)
Michael Schmidt-Salomon
Ernst Ulrich von Weizsäcker
Arthur Herman / Hanspeter Born
Peter J. Boettke, Fairfax/Virginia (NZZ)
Achatz von Müller (ZEIT)
Wolfgang Thierse (DER STANDARD)
James Buchan (in: Adam Smith and the Pursuit of Perfect Liberty)
Guy Kirsch (NZZ)
Mathias Binswanger (DIE WELT)
Manfred Poser (KRITISCHE AUSGABE)
Rainer Hank (FAZ)
FOCUS online
Sabine Gürtler (Sozialphilosophin)
Joseph E. Stiglitz (Nobelpreisträger)
Die FAZ zur Kosumentensouveränität
Daniel Hug (NZZ)
Thomas Wels (WAZ)
Holger Iburg (Impulse Online)
Philipp Plickert (FAZ)
Schumpeter über A. Smith (FAZ)
Ivan T. Berend (Handelsblatt)
Ernst Ulrich von Weizsäcker (FTD)
Spieltheorie und "Unsichtbare Hand" (FAZ)
Patrick Döring (FDP) über politische Institutionen
Sven Nagel (FTD) über Evolution in der Wirtschaft
Martin Hartwig (DLR) über den (ungleichen) Vorteil des freien Handels
W. Meyer über das "Adam-Smith-Problem (FAZ)
Lothar Späth: "Von Adam Smith lernen" (Handelsblatt)
Sinan Antoon über Handel und Freundschaft bei Smith (FR)
Der Tagesspiegel über Adam Smith und den Mindestlohn
Norbert Walter über Konkurrenz und Nächstenliebe bei Adam Smith
E.W. Streissler über Adam Smith' Wealth of Nations
Paul Cockshott in der JUNGEN WELT über die Arbeitswerttheorie bei Adam Smith
Schottland - mit Adam Smith "Hort der Moderne"!
Bill Gates inspiriert von Adam Smith (Heise)
Adam Smith in der NZZ über den Optimismus
Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen über Adam Smith und die gesellschaftsstiftende Kraft des Liberalismus
Das HANDELSBLATT über den Eigennutzbegriff bei Adam Smith
Adam Smith zum Mindestlohn
Adam Smith zur Hochschätzung von Reichtum
Giovanni Arrighi: Adam Smith ein Anhänger einer »stationären« und damit nichtkapitalistischen Marktwirtschaft?
Die Fähigkeit zur Sympathie ist die Vorbedingung ethischen Handelns
F.-W. Steinmeier über Adam Smith, die berühmte "unsichtbare Hand" des Marktes und die sehr sichtbare "helfende Hand" des Staates
Die SZ über Adam Smith und den „unparteiischen Beobachter“ in der Seele jedes zivilisierten Menschen
Von Adam Smith und Gordon Brown lernen: Gesunder Marktegoismus und moralische Sympathie bilden keine Gegensätze, sondern gehören zusammen.
R. v. Weizsäcker in der BILD am SONNTAG über Adam Smith und den Raubtierkapitalismus
Norbert Walter über die drei notwendigen Faktoren der Einschränkung einer zügellosen Ökonomie bei Adam Smith
Die BEIJING RUNDSCHAU über Mindestlohn bei Adam Smith
Der RHEINISCHE MERKUR titelt zur Finanzkriese: Schlag nach bei Adam Smith
WELT ONLINE über die Freundschaft zwischen James Watt und Adam Smith
WOZ über Adam Smith, den Antikapitalisten
Karen Horn in FAZ.NET über den "Realismus des Adam Smith"
FAZ.NET über Adam Smith und die Verschwörung von Unternehmern gegen die Öffentlichkeit
Die BASLER ZEITUNG über Adam Smith und die Wichtigkeit staatlicher Leitlinien
Die Ökonomie der Evolution - Adam Smith und Charles Darwin
Die RHEINISCHE POST über Adam Smith, den Markt und die Gier
Norbert Blüm über Adam Smith und die Quelle des Wohlstands
Horst-Eberhard Richter in SPIEGEL-ONLINE zur Theorie der liberalen Marktwirtschaft von Adam Smith
Sigrid Löffler über Goethe, Adam Smith und das Geld
Lars Peter bei ZEIT ONLINE schlägt mit Adam Smith die Apologeten des Freien Marktes aus dem Feld
Norbert Walter über Ethik und Ökonomie bei Adam Smith in seinem neuen Buch
Der Dichter und der Ökonom – Schiller liest Adam Smith
Adam Smith' "Unsichtbare Hand" als Prinzip des evolutiven Wettbewerbs
Adam Smith als Vorbild in Langfang, China
Richard von Weizsäcker über Adam Smith, Kapitalismus und Ethik
J.E. Stiglitz in der SÜDDEUTSCHEN über die Fama von der unsichtbaren Hand und die Finanzkrise
Joachim Starbatty in der FAZ über Adam Smith und die Notwendigkeit von staatlichen Kontrollen auf dem Kapitalmarkt
Helmut Höge bei blogs.taz.de über die „unsichtbare Hand” im Ameisenhaufen
Peter Jungen in der WELT über Adam Smith und die Gier
Dr. Brigitte Bertelmann im Gießener Anzeiger zur Rede von der „unsichtbaren Hand“
Edzard Reuter im TAGESSPIEGEL-Interview über den missverstandenen Adam Smith und den "neoliberalen Unsinn"
Adam Smith, die Soziale Marktwirtschaft und Islam: Auf ähnlicher Grundlage
Nobelpreisträger Sen im STANDARD über Adam Smith und die Gerechtigkeit
Adam Smith in BILANZ über das Verhältnis von Mensch und Markt
Nobelpreisträger Sen im STANDARD über Adam Smith und die Gerechtigkeit
Karen Horn im MERKUR über Smiths Theorie der moralischen Gefühle
Lord Robert Skidelsky zu Adam Smith und dem Verhältnis von Markt und Ethik
Adam Smit und die Immobilienblasen
Der TAGESSPIEGEL: "Was für eine große Nation von Erfindern, Ingenieuren, Dichtern und Denkern dieses Schottland ist!"
Peter Boettke in THE EUOPEAN: "Adam Smith lebt weiter!"
Adam Smith in den SALZBURGER NACHRICHTEN zur EURO-Krise
Peter Bendixen im MERKUR über Adam Smith: Die unsichtbare Hand hat schon viel Unheil angerichtet.
Was den chinesischen Premier Wen Jiabao und Adam Smith verbindet.
Adam Smith über Großkirchen, Sekten und die Politik
Andreas Suchanek über Adam Smith und die "Spielregeln für den Markt und für alle"
Zum Misstrauen von Adam Smith gegenüber Aktiengesellschaften
Adam Smith und das Streben nach Wohlstand
Egoismus, Moral, Kapital - Essay von Helmut A. Gansterer bei FORMAT trend zur Ehrenrettung von Adam Smith
Die SZ über Adam Smith: Kluge und unkluge Steuern
Die WIENER ZEITUNG fragt: "War Adam Smith ein Linker?"
Die ZEIT über Adam Smith: Der Vater der Ökonomie war kein Prediger des freien Marktes. Er suchte nach Werten.
Peter Bofinger in der FAZ über die Bedeutung von Egoismus und Globalisierung bei Adam Smith
Die FAZ über Adam Smith und den Liberalismus
Andrew Haldane, künftiger Chefökonom der Bank of England: "Der andere Adam Smith"
B. Friedman bei FAZIT über Adam Smith und die Transformationen im ökonomischen und religiösen Denken im 18. Jh.
Die FREIE PRESSE Chemnitz über TTIP und Adam Smith: Nachhilfe für die "Unsichtbare Hand"?
DIE PRESSE über "Neoliberales Christentum und seine Propheten": "Unsichtbare Hand" und "Sympathie" - A. Smith und Franziskus I.
THE SCOTSMAN: Five Scottish philosophers who helped shape the world
SPIEGEL Online über Adam Smith und "Die Mutter aller Märkte": "Wer hat dem Nationalökonomen Adam Smith sein Essen gekocht? Die Mutter"
Ernst Ulrich von Weizsäcker im Schwarzwälder Boten vom 16.11.2018 über Adam Smith und die Notwendigkeit eines neuen Zeitalters der Aufklärung
Neunsight.de: "Adam Smith – der erste Verhaltensökonom?"


 

Urteile über David Hume

 

Karl Marx in der Vorrede zu seiner Doktordissertation über Prometheus: Vornehmester Heiliger (1841)
Internet: Die Tageszeitung - Junge Welt vom 07.04.2007

"...Wie falsch [ist] Plutarchs Standpunkt überhaupt ..., wenn er die Philosophie vor das Forum der Religion zieht. Darüber genüge, statt alles Räsonnements, eine Stelle aus David Hume: »Es ist gewiß eine Art Beschimpfung für die Philosophie, wenn man sie, deren souveränes Ansehen allenthalben anerkannt werden sollte, zwingt, bei jeder Gelegenheit sich wegen ihrer Folgen zu verteidigen und sich bei jeder Kunst und Wissenschaft, die an ihr Anstoß nimmt, zu rechtfertigen. Es fällt einem dabei ein König ein, der des Hochverrats gegen seine eigenen Untertanen beschuldigt wird.«
Die Philosophie, solange noch ein Blutstropfen in ihrem weltbezwingenden, absolut freien Herzen pulsiert, wird stets den Gegnern mit Epikur zurufen: »Gottlos aber ist nicht der, welcher mit den Göttern der Menge aufräumt, sondern der, welcher die Vorstellungen der Menge den Göttern andichtet.«"



Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma über David Hume in seiner Vorlesung: Was heißt: Eine Metapher verstehen? (1999)
Internet: http://www.uni-duisburg-essen.de/imperia/md/content/pressestelle/1999_reemtsma.pdf

"Daß Menschen an sinnlosen Problemen festhalten, ist darauf zurückzuführen, daß sie an den Zuständen hängen, unter denen sie sich veranlaßt gesehen haben, sich bestimmte Fragen zu stellen, auf die es weder einleuchtende noch weiterführende, lustige, interessante noch überhaupt Antworten gibt. Man sollte meinen, daß mit David Hume, dem größten destruktiven Denker, den unsere westliche Geistesgeschichte kennt, allerlei aus der Debatte hätte verschwinden müssen, etwa das Descartessche Cogito und die Rede von Wundern. Das Wunder, sagt Hume, ist das schlechthin Unwahrscheinliche. Wenn alle anderen Wahrscheinlichkeiten ausgeschöpft sind, können wir ein Wunder annehmen. Nun ist es aber immer möglich, daß wir nicht so zureichend informiert sind, daß wir behaupten könnten, alle Wahrscheinlichkeiten ausgeschöpft zu haben. Es ist immer weniger unwahrscheinlich, daß wir nicht über alle Informationen verfügen, als ein Wunder unwahrscheinlich wäre – definitionsgemäß. Also mag es Wunder geben, wir aber sind nie berechtigt, anzunehmen, eines sei geschehen."



Immanuel Kant über David Hume (Prolegomena, 1783)

"Ich gestehe frei: die Erinnerung des David Hume war eben dasjenige, was mir vor vielen Jahren zuerst den dogmatischen Schlummer unterbrach und meinen Untersuchungen im Felde der spekulativen Philosophie eine ganz andere Richtung gab."



Arthur Schopenhauer über David Hume (Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819)

"Aus jeder Seite von David Hume ist mehr zu lernen als aus Hegels, Herbarts und Schleiermachers sämtlichen philosophischen Werken zusammengenommen."



Albert Einstein über David Hume (Aus Mein Weltbild 1934)
Quelle: Gerhard Streminger, Hume, rororo Monographie, S. 147

"Hume sah, daß von uns als wesentlich betrachtete Begriffe wie z.B. die kausale Verknüpfung aus dem durch die Sinne gelieferten Material nicht gewonnen werden können. Er wurde durch die Erkenntnis zu einer skeptischen Einstellung gegenüber jeglicher Erkenntnis geführt.Wenn man seine Bücher liest, wundert man sich, daß nach ihm viele und zum Teil hochgeachtete Philosophen so viel Verschwommenes haben schreiben und dankbare Leser finden können. Er hat die Entwicklung der Besten nach ihm nachhaltig beeinflußt."



Gerhard Roth in "Fühlen, Denken, Handeln. Wie das Gehirn unser Verhalten steuert" (2001), S. 229:

"David Hume (1711 - 1776) ist unter den Philosophen derjenige, der am konsequentesten die Existenz einer Willensfreiheit leugnet. Nach Ansicht von Hume spricht nichts für die Descartessche Zweiteilung des Geschehens in ein Reich der Notwendigkeit, d. h. des Naturgeschehens, und ein Reich der Freiheit, d. h. menschlichen Handelns. Letzteres ist genauso von Gesetzen und Regelmäßigkeiten bestimmt wie das Naturgeschehen. ... Ein völlig willkürliches, nicht von erwartbaren Gründen und Motiven ableitbares Verhalten wäre - so Hume - für die Gesellschaft unerträglich. Jeder von uns geht bei der Beurteilung seiner Mitmenschen von einer empirisch erfahrbaren Gesetzmäßigkeit und Voraussagbarkeit des Verhaltens aufgrund bekannter Motive aus, nur bei sich selbst unterstellt er eine Freiheit und damit Nichtvoraussagbar-keit des Handelns. Dies aber beruht nach Hume auf einer Illusion."


Mark Lilla, Professor of Social Thought an der University of Chicago, unter dem Titel:
"Die geistigen Energien des Glaubens. Über die liberale Demokratie und die liberale Theologie in Amerika"

Quelle: Neue Züriche Zeitung vom 17.09.2005, Internet: http://www.nzz.ch/2005/09/17/li/articleD4WCJ.html

Wenn David Hume und John Adams etwas verstanden haben, dann dies: dass man eine liberale Demokratie nicht auf Dauer stellen kann, ohne unter religiös Gläubigen liberale Denkgewohnheiten zu kultivieren - und dass solche Gewohnheiten ihrerseits naturgemäss schwer zu stärken sind. Es ist diese Lektion, die die Amerikaner derzeit in Bagdad lernen.


Christian Gapp in Telepolis vom 13.02.2006 unter dem Titel: "Vom Missbrauch der Wissenschaft"
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21851/1.html

Das wirklich Erstaunliche an dem Design-Argument ist, dass es zwar heute als neu verkauft wird, in Wahrheit jedoch viel älter ist als die Evolutionstheorie. Die naturalistische Biologie des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts fußte darauf. Es war der Versuch, mit naturwissenschaftlichen Mitteln das Vorhandensein von Design und Zielgerichtetheit nachzuweisen, und somit Gott selbst. Naturalismus und Theologie gehörten zusammen. Daher musste jemand, der Biologe werden wollte, ganz selbstverständlich auch Theologie studieren. So erging es übrigens auch Charles Darwin. Er war kein Theologe aus Neigung, wie immer wieder behauptet wird, sondern jemand, der notgedrungen theologische Fächer belegen musste um sich mit dem zu beschäftigen, was ihn interessierte: die Biologie.
Im 18. Jahrhundert schon hatte der Philosoph David Hume die grundsätzlichen Widersprüche in teleologischen Denkmodellen aufgezeigt (Hume und Paley). Aber dies blieb lange Zeit ohne größere Wirkung und so veröffentlichte davon unbeeinflusst William Samuel Paley 1802 sein naturalistisches Standardwerk "Natural Theology". Darin stellt er sein berühmtes Uhrmacher-Argument auf. Es ist bis heute die Blaupause jedes Design-Arguments (Natural Theology).
Die Evolutionstheorie versetzte der naturalistischen Theologie nach Humes philosophischen Einwänden den endgültigen Todesstoß. Dass die naturalistische Theologie in Form des Intelligent Design heute als Untote fröhliche Urstände feiert, ist somit ein Anachronismus, der nur mit weit verbreiteter kulturhistorischer Amnesie und bewusster, ideologischer Ignoranz erklärt werden kann, denn die Design-Argumente sind heute so nachweislich falsch wie 1802 oder 1859.


Hardy Bouillon in seinem Nachruf auf Gerard Radnitzky und über dessen Stellung zu David Hume in CNE Monatsmagazin April/Mai 2006

Bouillon beschreibt Radnitzy als erzindividualistischen Skeptiker, David Hume sei sein Lieblingsphilosoph. Und konkret an anderer Stelle: Eine naturrechtliche Begründung des Libertarianismus lehnte er [Radnitzky] mit Verweis auf Humes Sein/Sollen-Distinktion ab: Die Entscheidung für die Freiheit könne nicht aus Fakten logisch abgeleitet werden, sondern setze immer eine Wertannahme voraus.


Gerhard Roth im Gespräch mit Michel Friedman zum Thema Willensfreiheit in der WELT am SONNTAG vom 20.08.2006

Man muss aber unterscheiden, was im philosophischen und strafrechtlichen Sinne unter Willensfreiheit verstanden wird. Im Klartext: Wir fühlen uns frei, wenn wir, wie der Philosoph David Hume sagte, tun können, was wir wollen. Wenn wir einen bestimmten Willen haben, der am besten auch noch reflektiert ist, und wenn wir nach diesem Willen handeln. Das ist ein vernünftiger Begriff von Handlungsautonomie oder von Freiheit im umgangssprachlichen Sinne. Davon unterscheidet sich völlig die Fiktion, die auf Immanuel Kant zurückgeht, es gebe bei unseren Entscheidungen einen Raum, in dem das bewusste Ich frei von allen Motiven, rein nach abstrakten Überlegungen, zum Beispiel der Rechtsmoralität, entscheiden könnte.


Goedart Palm unter dem Titel: "Das Unbehagen an der Wirklichkeit - Produktive Einbildungskraft als Medium der Realität" in TELEOPOLIS vom 27.10.2006 im Internet

Dem Skeptiker David Hume gefallen frei schwebende Ausflüge in das Wunderreich der sprudelnden Begriffe und spekulativ hochdimensionierten Systembauten nicht. Er misstraut der an sich selbst berauschenden Phantasie, die dem analytischen Verstand dämonisch, launisch und überhitzt anmutet. Kurzum, unbrauchbar für echte Denker: "Die Einbildungskraft des Menschen ist von Natur hochfliegend, entzückt sich an allem Entlegenen und Außerordentlichen und stürmt ohne Aufsicht in die weitesten Fernen des Raumes und der Zeit, um den Gegenständen aus dem Wege zu gehen, welche Gewohnheit ihr allzu vertraut gemacht hat."


Pfarrer Peter Ruch unter dem Titel: "Weshalb der Sozialstaat den Rassismus fördert" in der NZZ Online vom 29.04.2007 im Internet

"David Hume schlug vor, den moralischen Zustand daran zu messen, mit wie vielen Menschen man sich gemeinsam einem Wir zugehörig fühle. Diese Zahl wächst, wenn Menschen zu Partnern - zum Beispiel Handelspartnern - werden. Umgekehrt wird das Wir geschmälert, wenn Partikularinteressen staatlich durchgesetzt werden."


Christopher Hitchens in WELT DEBATTE vom 23.05.2007 unter dem Titel: "Wie eigenständig ist der Islam als Religion?"
Quelle: Internet

In dem Artikel heißt es zu den „Offenbarungen“ Mohammeds: „Es genügt, die unvermeidliche Frage des schottischen Philosophen David Hume sinngemäß aufzugreifen: Was ist wahrscheinlicher – dass ein Mensch von Gott als Übermittler einiger bereits vorhandener Offenbarungen benutzt wird, oder dass ein Mensch einige bereits vorhandene Offenbarungen ausspricht und glaubt – oder behauptet –, dass Gott es ihm befahl?“


Der SPIEGEL in seiner Titelgeschichte in Nr. 31 vom 30.07.2007 auf S. 114 unter dem Titel "Das Böse im Guten. Die Biologie von Moral und Unmoral":

In der praktischen Philosophie waren es Geistesgrößen wie der Ire Francis Hutcheson (1694 bis 1746), die dem Menschen einen Moralsinn zuschrieben: Aus diesem erwüchsen Regungen wie Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft. Der Schotte David Hume (1711 bis 1776) spann die Idee fort und verkündete, dem Homo sapiens sei neben den fünf Sinnen ein sechster angeboren: einer für die Sittlichkeit. Entscheidungen zwischen Recht und Unrecht entsprängen keineswegs dem Verstand, sondern diesem Sinn, der dem Bewusstsein des Menschen verborgen bleibe. „Moral", notierte Hume, „wird deshalb eher gefühlt als geurteilt."


Die WELT ONLINE vom 10.11.2007 unter der Überschrift: Brown, der Intellektuelle und seine Helden. Die Briten tun sich schwer mit ihrem Bücher schreibenden Premierminister.
Quelle: Internet


Zu Browns Säulenheiligen gehören solche frühen Verteidiger des Rechtsstaats wie Sir Edward Coke ..., der von 1552 bis 1634 lebte, dann schottische Aufklärer wie David Hume oder Adam Smith, später ein John Stuart Mill und Sozialdenker des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wie T. H. Green, Ernest William Hobson oder Leonard Hobhouse.
Geradezu Bibel-Status haben für ihn zwei jüngere Standardwerke, Linda Colleys Studie über "Briten - Das Zusammenschweißen der Nation 1707-1837", erschienen 1992, und "The Roads to Modernity" von 1994, ein Werk der großen alten Dame der amerikanischen Historiografie, Gertrude Himmelfarb. Sie singt darin das Loblied der britischen Aufklärung, im Vergleich zur amerikanischen und französischen. ...
Aber wissen die Briten einen Bücherwurm und Intellektuellen an ihrer Spitze überhaupt zu schätzen? Wohl kaum. Der Intellektuelle in der Politik gilt noch immer als "nationale Kuriosität", wie Hywel Williams schreibt - obwohl die Engländer den Schotten gerne einen Bonus für Bildungsehrgeiz und Gelehrsamkeit zubilligen.


Der Soziologe Wolfgang Engler in FREITAG, Die Ost-West-Wochenzeitung vom 01.02.2008, unter dem Titel "GEZEITENWECHSEL" über David Hume
Quelle: Internet

Die politischen Eliten ignorieren diese An- und Absichten des "Volks" - unter Verhältnissen, die ihm periodisch die Möglichkeit eröffnen, sich neue Regierende zu wählen. Wie ist das möglich?
Eine noch heute erwägenswerte Antwort auf diese Frage gab vor mehr als 250 Jahren David Hume in seinem Essay über die Grundlagen der Herrschaft
Of The First Principles Of Government. "Nichts", so schrieb er dort, "erstaunt jene, die sich mit den menschlichen Angelegenheiten gründlich beschäftigen, in höherem Maße, als die Leichtigkeit, mit welcher sich die Vielen von den Wenigen beherrschen lassen. Wenn wir näher untersuchen, was dieses Wunder bewirkt, finden wir, dass sich die Regierenden gegen die Macht der großen Zahl auf nichts weiter stützen können als auf die Meinung. Darin, in Meinung allein, gründet die Regierung. Diese Maxime erstreckt sich auf despotische und gewalttätige Regierungsformen ebenso wie auf die freien und volkstümlichen."


Alexander Kissler in Das Parlament 8/2008 vom 18.02.2008 zur Stammzellgesetz-Debatte unter dem Titel: Was darf der Mensch?
Quelle: Internet

Das Naturrecht ist in der Krise. Doch ob die Interessenethik diese Lücke füllen kann, ist sehr ungewiss.
Der Gegenspieler des Naturrechts ist die Interessenethik, besonders in der utilitaristischen Zuspitzung. Ihr höchster Wert ist trotz zuweilen anderslautender Rhetorik nicht die Menschenwürde, sondern das Interesse. David Hume und Thomas Hobbes sind wichtige Ahnherren dieser Denkrichtung. Hume verfasste einen "Traktat über die menschliche Natur" (1739/40) und verabschiedete sich vom Begriff einer persönlichen Identität, die über das zufällige Nacheinander unverknüpfter Vorstellungen hinausgeht. Hobbes wiederum schrieb bereits im 16. Jahrhundert, es gebe nichts, was in einem absoluten Sinn gut oder schlecht sei. Von ihm stammt auch der neuerdings von Robert Spaemann mehrfach kritisch aufgenommenen Satz, eine Sache erkennen bedeute zu wissen, was man mit ihr anstellen könne, wenn man sie habe.


Dietmar Dath in der F.A.Z., 20.03.2008, Nr. 68 / Seite 39 in seinem Nachruf auf Arthur C. Clarke unter dem Titel „Der Gentlemanprophet“
Quelle: Internet

Schwer tat er [Arthur C. Clarke] sich, in Übereinstimmung mit seinen beiden Vorfahren David Hume und Sherlock Holmes, immer wieder mit Dummköpfen, die alles glauben (Schwärmerei für Unbeweisbares war ihm ein Greuel), mit Schwachköpfen, die nur glauben, was sie kennen (das Provinzielle lehnte dieser Urbrite so scharf ab, dass er nach Sri Lanka zog, um dort, von Nationalismus ungestört, umso entschiedener Engländer sein zu können), und mit Flachköpfen, die nur glauben, was sie sehen (Sir Arthur verhöhnte sogar das Gegenteil und scherzte gern über beschränkte Menschen, diese sähen nur, was sie glauben).


John R. Searle im Interview mit FAZ-NET vom 24.03.2008 unter dem Titel „Wie frei sind wir wirklich?“ über David Hume und die Willensfreiheit
Quelle: Internet

John R. Searle, 1932 geboren, ist Professor für Philosophie an der University of California in Berkeley. Seine Forschungsgebiete sind die Sprachphilosophie, die Philosophie des Geistes und Bewusstseinsforschung; seine Hauptwerke: „Sprechakte“, „Intentionalität. Eine Abhandlung zur Philosophie des Geistes“ und „Geist, Sprache und Gesellschaft“.

FAZ: Seit zweitausend Jahren beschäftigt uns Menschen die Frage des freien Willens. Seit Thomas Hobbes und David Hume hielt man sie für ausreichend beantwortet. Neuerdings kommen Zweifel auf. Sie sind einer der Kritiker von Hobbes und Hume. Warum?
Searle: Die meisten professionellen Philosophen sind der Ansicht, dass Hobbes und Hume die Frage nach dem freien Willen korrekt beantwortet haben. Die Antwort hieß Kompatibilismus.

FAZ: Was genau meinten Hobbes und Hume damit?
Searle: Dass Determinismus und freier Wille miteinander vereinbar sind. Denn wer sagt: Ich habe aus freiem Willen gehandelt, sagt nicht: Ich habe ohne jegliche Ursachen gehandelt. Er sagt nur: Ich habe ohne bestimmte Arten von Ursachen gehandelt. Niemand hat mich gezwungen, für den demokratischen Kandidaten zu stimmen, niemand hat mir eine Waffe an die Schläfe gesetzt, ich handelte nicht unter dem Einfluss von Drogen oder unter Hypnose. In diesem Sinne spricht man von Kompatibilismus; William James nannte es „soft determinism“, weichen Determinismus. Alle unsere Handlungen sind bestimmt, doch manche unserer Handlungen sind frei in dem Sinne, dass sie durch eigene innere und nicht durch äußere Ursachen bestimmt sind.

FAZ: Und was ist falsch am Kompatibilismus?
Searle: Ich glaube, dass der Kompatibilismus schlichtweg danebenliegt. Ja, es gibt in der Tat eine Vorstellung von Freiheit. Es ist total okay zu sagen: „Ich habe das aus freiem Willen getan“, selbst wenn meine Handlung komplett bestimmt war. Wenn Leute durch die Straßen marschieren und brüllen „Freedom now!“, meinen sie, dass sich die Regierung aus ihrem Leben raushalten soll, nicht dass sie kausalen Determinismus verneinen. Das jedoch ist philosophisch völlig uninteressant. Der Sinn, in dem es philosophisch interessant wird, ist unabhängig vom Kompatibilismus. Dabei geht es um die Frage: Ist es der Fall, dass für alle meine Handlungen die vorausgegangenen Ursachen meiner Handlung ausreichend waren, um die Handlung zu bestimmen, oder gibt es Handlungen, deren vorausgegangene Ursachen nicht ausreichend waren, um sie zu bestimmen? Das ist die Bedeutung von freiem Willen, die ich interessant finde. Ich also weise Kompatibilismus zurück.


Michael Saager in einer Besprechung von Richard Dawkins: Der Gotteswahn im Online-Magazin Textem unter dem Titel „Prediger der Darwinisten“
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Bereits einige griechischen Philosophen ließen ihre Götter der Vernunft zuliebe sterben. David Hume formulierte eine radikale Erkenntniskritik an rationalen Begründungsversuchen der Religion, was wiederum auf Kant einen starken Eindruck machte. Und Nietzsche fand, Religion sei der freien Selbstbestimmung des Menschen erheblich im Wege und schmetterte in übertriebener Diktion: "Gott ist tot!"


Vaclav Klaus in seiner Rede vor der Bertelsmann Stiftung in Berlin, 23. April 2008 unter dem Titel "Zukunft Europas: Beethoven oder Schönberg, Ode an die Freude oder Dodekaphonie?"
Quelle: Internet

Auf der einen Seite sehe ich eine seltsame ideologische Ruhe, die nach dem Fall des Kommunismus eingekehrt ist. Europa bewegte sich trotzdem. Während die Europäer vom Ende der Geschichte geträumt haben, ist es schleichend zu einer wichtigen Verschiebung gekommen. Die Richtung der Verschiebung an der Achse Bürger-Staat und an der Achse Markt-zentralistische Regulierung und Reglementierung war ganz anders als wir in den damaligen kommunistischen Ländern in dem glücklichen Moment des Falls des Kommunismus erwartet haben. Wir wollten näher am Bürger und am Markt und weiter vom Staat und seiner Regulierung sein als wir heute sind. Es ist leider nicht so. Wir sind wieder von David Hume und Adam Smith zu J. J. Rousseau gegangen, obwohl wir geglaubt haben, dass es anders sein wird. Dies nicht zu merken, könnte fatal sein.
Ich sehe auch die formale Freiheit und Demokratie, die sich aber in der Realität in ein reguliertes System und in die Postdemokratie umwandeln. Die Rechtsordnung innerhalb der einzelnen Staaten stellt den Bürger gegenüber dem Staat immer mehr in eine untergeordnete Position und die wachsende Rolle von internationalen Organisationen (vor allem von der EU) vergrößert den Abstand zwischen dem Bürger und dem Politiker auf früher ungeahnte Weise.


JOCHEN SCHIMMANG unter dem Titel: Irisches Klagebuch in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2008, Nr. 106 / Seite 34 über den Zusammenhang von Schönheit, richtigem Denken und Zartgefühl bei David Hume
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Keegans Geschichten handeln vom Scheitern und Versagen, von der vergeblichen Flucht, von der Trauer um das Verlorene und von der Abwesenheit der Liebe. Dennoch kann man sie nicht anders als schön nennen. "Genauigkeit kommt immer der Schönheit zugute und richtiges Denken dem zarten Gefühl", hatte David Hume einst geschrieben, und der Satz könnte durchaus als poetisches Leitmotiv über dem bisherigen Werk von Claire Keegan stehen.


Thomas Kramer in "Die Presse" vom 09.05.2008 unter dem Titel "Moral ist Gefühlssache. Ein Versuch bestätigt: Bei Fragen der Verteilung ist den meisten Menschen Gerechtigkeit wichtiger als Effizienz."
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Real existierende Waisenkinder
Die Versuchspersonen mussten keinen Lastwagen fahren, sondern nur via Bildschirm Entscheidungen treffen – allerdings über das Schicksal von 60 wirklich existierenden Waisenkinder in Uganda, die ihnen auch bildlich nähergebracht wurden. (Ob die Entscheidungen wirklich umgesetzt werden, verschweigt die Arbeit, es ist nicht anzunehmen.) Zuerst erfuhren die Testpersonen, dass jedes Waisenkind fünf Dollar erhält, wofür es sich 24 Mahlzeiten kaufen kann. Dann wurde ihnen erklärt, dass sie einigen Kindern wieder Geld entziehen müssten, damit weitere Kinder ernährt werden können.
Das Dilemma war hier: Entweder man streicht nur einigen wenigen Kindern Geld, wobei allerdings insgesamt wenig gestrichen wird. Oder mehr Kinder erleiden (kleinere) Einbußen, dafür ist die insgesamt eingesparte Summe größer. Auch hier also: Effizienz oder Gerechtigkeit?
Die große Mehrheit entschied sich, wohl gerührt durch drastische Darstellung, für die Gerechtigkeit, bei den weiblichen Teilnehmern waren es noch mehr. Leicht fiel die Entscheidung kaum jemandem, manche Teilnehmer sagten Sätze wie: „Das ist das schlimmste Experiment, an dem ich je teilgenommen habe!“
Gefühle in der Inselrinde
Bei den Entscheidungen für mehr Gerechtigkeit war besonders die Inselrinde im Großhirn aktiv: In dieser werden körperliche Empfindungen und Gefühle verarbeitet, sie ist z.B. bei Hunger und Entzugserscheinungen, aber auch bei Ekel oder Freude stark involviert. Bei der Abwägung der Effizienz war dagegen die Aktivität im Putamen erhöht – eher überraschend: Dieser Teil des Großhirns ist sonst u.a. für automatische Bewegungen zuständig. Bei der Entscheidung ist dann vor allem der Nucleus caudate aktiv, der bei willentlich gesteuerten Bewegungen, aber auch bei Lernprozessen mitwirkt.
Die starke Beteiligung der Inselrinde bei Entscheidungen für Fairness jedenfalls spricht gegen eine Pflichtethik im Sinne Kants – und auch gegen eine utilitaristische Moral, bei der ja die Summe des Glücks respektive Unglücks entscheiden soll, die eine Handlung bewirkt. „Die Vernunft kann nicht Quelle unserer Begriffe des moralisch Guten oder Bösen sein“, sagte David Hume. Zumindest nicht primäre Quelle: Das kann man aus obigem Experiment lesen. Es gibt viele ähnliche.


Vernon Smith (Wirtschaftsnobelpreisträger von 2002) im Interview mit dem Magazin Cicero unter dem Titel "Ihr braucht den Bildungsmarkt"
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Ich habe erst durch meine Laborexperimente erkannt, wie viel richtige Aussagen über die Effizienz und die Wirkungsbedingungen von Märkten in den Schriften von David Hume einerseits und den Österreichern Friedrich August von Hayek, Joseph Schumpeter und Ludwig von Mises andererseits enthalten sind.


WOLFGANG KERSTING in der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15.09.2008, S. 35 über das Buch von Matthias Bohlender: "Metamorphosen des liberalen Regierungsdenkens"
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Bohlender widmet sich zunächst der "Krise der politischen Rationalität und der Entdeckung der Gesellschaft" durch David Hume. Dem Empiristen gelang es, mit seinen wirklichkeitsbegabten Augen an den Konstruktionen der kontraktualistischen Legitimationstheorie des klassischen Souveränitätskonzepts vorbeizuschauen. So konnte er feststellen, dass das Bild, das Hobbes vom Zusammenleben der Menschen entwarf, zu korrigieren und die diesem Bild korrespondierende politische Vernunftgestalt zu revidieren ist. Gesellschaft ist nicht ein konfliktgeladenes Gewimmel atomistischer Elemente, das durch die übergestülpte Repressionsrationalität des leviathanischen Staates in eine friedliche Form gezwängt werden muss. Gesellschaft ist vielmehr ein kreativer Raum institutioneller Selbstregulation.
Um hierfür ein Regime der Freiheit zu entwickeln, bedurfte es aber zuerst einer Möglichkeit, Gesellschaft als einheitlichen Raum ökonomischer Kommunikation zu erfassen, bedurfte es einer Theorie, die der Regierung ermöglichte, das Wissen zu erlangen, um ein solches, mit der ökonomischen Rationalität in Übereinstimmung befindliches Freiheitsregime zu denken. Eine solche Theorie wurde von dem zweiten der großen schottischen Aufklärer entwickelt, von Adam Smith. In seinem großen Werk über den Wohlstand der Nationen wurde die politische Ökonomie entworfen, die die eigenständigen Gesetzmäßigkeiten der bürgerlichen Erwerbs- und Wettbewerbsgesellschaft herausstellt, Gesetzmäßigkeiten, denen das politische Regime zur Entfaltung verhelfen muss.
... Während der Leviathan über Untertanen herrscht, ist die liberale Regierung eine Regierung von freien Bürgern. Liberale Regierungskunst zeigt sich daher darin, sich sowohl der inneren Gesetzmäßigkeit des komplexen gesellschaftlichen Tauschverkehrs anzuschmiegen als auch die Menschen dazu zu bringen, sich selbst zu regieren. Regierungserfolg zeigt sich in erreichter Mündigkeit. Und Mündigkeit zeigt sich in Selbstregierungskompetenz. Insofern rechnet gerade die liberale Regierungskunst nicht mit den Homunculi der entsoziologisierenden und entmoralisierenden Rationalwahltheorie, sondern mit moralischen Subjekten. Deshalb gehören die beiden Smith'schen Werke "Theory of Moral Sentiments" und "Wealth of Nations" zusammen: Ersteres liefert die ethische Innenansicht der Gesellschaftsmitglieder, die Letzteres von außen betrachtet.


Der Nobelpreisträger Vernon Smith in der NZZ vom 27.09.2008 unter dem Titel „Was Hayek erkannt und die experimentelle Forschung bestätigt hat“
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Ein zweites wichtiges Element in Hayeks Werk ist die Überzeugung, dass rationales Handeln nicht notwendigerweise von der Vernunft abhängt. Die Vorstellung, dass unsere Fähigkeit, sich Fertigkeiten anzueignen, etwas mit Vernunft zu tun habe, hält Hayek für eine fatale Täuschung. Hayek lehrte, dass wir nie davon ausgehen sollten, unsere Vernunft sei überlegen und nur die von der Vernunft gestützten Normen und Regeln seien gültig. Hinter dieser Argumentation ist unschwer David Hume zu erkennen, laut dem die Regeln der Moral nicht von der Vernunft abgeleitet werden können.


Jochen Bittner in Zeit Online vom 16.10.2008 unter dem Titel „Ein kleiner neuer Weltenbund“ über David Hume und den Föderalismus
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In der Neuzeit säkularisierte vor allem der schottische Philosoph David Hume die Föderalismusidee. Ist es nicht ganz natürlich, fragte er, wenn der Mensch sich wünschen, dass die Entscheidungen, die über ihn gefällt werden, von Autoritäten getroffen werden, die ihm nahe stehen, die er kennt? Also am besten auf lokaler Ebene? Gleichzeitig, so Hume, weiß der Mensch natürlich auch, dass es Probleme gibt, die nur von einer höheren, mächtigeren Autorität gelöst werden können.
Kleine Republiken, schreibt Hume schon im 18. Jahrhundert, sind „schwach und unsicher”, während „eine große Regierung, die meisterlich aufgestellt ist, Bewegungsspielraum und Kompass besitzt, um die Demokratie zu verbessern, indem sie sie von unteren Leuten auf höhere Schiedsmänner überträgt, die alle Bewegungen steuern.” (Hume, The Idea of a Perfect Commonwealth, in: Selected Essays, 1996, S. 314)
Föderalismus bedeutet, kurz gesagt, Vertrauen notwendigenfalls auf eine mächtigere, wenn auch entferntere Stufe zu übertragen.
Ist es nicht interessant, wie Humes Prinzip heute auf einer Dimension funktioniert, die er selbst sich nie hätte vorstellen können? Da überträgt die ohnehin schon bürgerferne und schwach demokratisch legitimierte EU Souveränität an eine noch distanziertere, noch expertenhaftere Weltorganisation - und der Bürger? Er fasst tatsächlich neues Vertrauen.


Gerd Held in WELT ONLINE vom 10.11.2008 unter dem Titel „Die Baustellen des Staates“ über David Hume und den Brückenbau als Beispiel staatlichen Handelns
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Im 18.Jahrhundert sah der englische Aufklärer David Hume im Brückenbau das Symbol für einen Aufgabenbereich, der nicht dem Markt überlassen werden kann. Eine Brücke war teuer, und sie musste in einem Zug über den Fluss geschlagen werden. Ein allmähliches Stückeln Stein für Stein, mit Wartepausen in luftiger Höhe auf halbem Weg, war nicht möglich.


Das HANDELSBLATT vom 20.02.2009 unter dem Titel: Verfassungsschutz soll Pius-Brüder beobachten
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Wie der Grünen-Politiker Beck warf auch der SPD-Innenexperte Edathy der Pius-Brüderschaft vor, Grundzüge von Demokratie und Religionsfreiheit abzulehnen. So habe sich der deutsche Distriktobere Franz Schmidberger beispielsweise gegen die religiöse Neutralität des Staates gewandt und für eine „christliche Gesellschaftsordnung“ plädiert, in der etwa die Todesstrafe gelte. Die Bruderschaft verfolge zudem antiaufklärerische Erziehungsziele, meint Edathy. Als Beleg führte er das deutschsprachige Mitteilungsblatt der Gruppierung vom Juli 2005 an. Darin heiße es, dass sich die Schulen der Bruderschaft mit Martin Luther, René Descartes, David Hume, Immanuel Kant, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Jean-Paul Sartre in der Weise beschäftigen sollten, wie sich Medizinstudenten mit Krankheiten beschäftigen, mit dem Ziel, diese Krankheiten dann bekämpfen zu können.


Thomas Strobl in FAZ.NET vom 17.03.2009 unter dem Titel: Chaos as usual. Truthähne, Rühreier und Kleingedrucktes
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Sokrates' „Ich weiß, dass ich nichts weiß" darf mittlerweile als Allgemeinplatz gelten, und rund 2000 Jahre später meinte der große David Hume in seiner eigenen, etwas ausgefeilteren Kapitulationserklärung, dass Erwartungen an die Zukunft auf vergangenen Erfahrungen beruhen müßten, aus „Brauch oder Gewohnheit; oder mit anderen Worten, wegen der irrationalen aber unwiderstehlichen Macht des Assoziationsgesetzes", und weil wir dadurch über einen Konditionierungsmechanismus verfügten, ohne den wir als Menschen kaum überleben könnten. Das stürzte einen anderen berühmten Philosophen und Hume-Bewunderer, Bertrand Russell, in die allergrößte Verzweiflung: „Wenn dem so ist, wie Hume sagt, dann gibt es keinen erkenntnistheoretischen Unterschied zwischen Vernunft und Wahnsinn. Der Verrückte, der sich für ein Rührei hält, ist nur deshalb abzulehnen, weil er sich in der Minderheit befindet..."


Roger Köppel in der WELTWOCHE vom 16.04.2009 unter dem Titel: Wirtschaftsethik ist das traurige Nebenprodukt einer geistigen Verarmung der Wirtschaftswissenschaften
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Die Wirtschaftsethik ist allerdings ein schlechter Ratgeber. Sie geht von einem Missverständnis aus. Die grossen Vordenker der Marktwirtschaft dachten in «Ordnungen». Sie gingen der Frage nach, wie erfolgreiche Gesellschaften organisiert sind und warum Staaten, die eine freie Preisbildung, Rechtssicherheit und privates Eigentum zulassen, ein höheres Wohlstandsniveau erreichen als Gesellschaften, die ihr Wirtschaftsleben staatlicher Planung und Kontrolle unterwerfen. Die alten Schotten wie Adam Smith oder David Hume nannten sich «Moralphilosophen», weil sie sich nicht kleinkariert bei moralischen Verfehlungen im wirtschaftlichen Alltag aufhielten, sondern das übergeordnete Problem behandelten, wie erfolgreiche Lebenszusammenhänge beschaffen sein müssen.
Für sie gab es die Entgegensetzungen der Wirtschaftsethiker nicht. Die Marktwirtschaft war für sie ein ethisches System, das seinen Teilnehmern bestimmte Fähigkeiten, Regeln und Orientierungen sowohl abverlangt wie auch aufzwingt. Marktgesellschaften sind kein Dschungel ohne Moral. Im Gegenteil: In ihnen verwirklichen sich entscheidende Forderungen des westlichen Wertekatalogs: Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, aber auch Empathie, die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und ihren Bedürfnissen zu entsprechen. Indem jeder seine eigenen Interessen verfolgt, wird das Gesamtwohl befördert, ohne dass es eine koordinierende Behörde braucht. Absturzgefahr lässt sich als Berufsrisiko einer freien Lebensführung nie vollständig bannen. Die Marktgesellschaft ist nicht, wie Thielemann und Kollegen immer behaupten, ein Instrument zur Entfesselung des gierigen Ego. Der Markt ist eine moralische Anstalt, in der sich der Eigennutz zur wechselseitigen Dienstleistung zivilisiert.
Natürlich geisselten auch Smith und Hume blinde Geldgier und unehrliche Geschäfte, aber sie waren Realisten genug, um solche Entgleisungen als ewige Möglichkeiten der Conditio humana zu ertragen. Wer sie politisch beseitigen möchte, ruft nur noch grösseres Unheil hervor. Die einzige «Ethik», die Smith und Hume wohl anerkannt hätten, wäre die Selbstbeschränkung der Politik auf ein paar klar umgrenzte Zuständigkeiten gewesen, auf eine Rolle, die das freie Kräftespiel nicht behindert. Die thielemannsche «Ethisierung der Wirtschaft» durch die Politik hätten sie als das empfunden, was sie ist: eine gegen die Freiheit gerichtete Aufrüstung des Staates, die mehr Wohlstand vernichtet, als sie zu schaffen vorgibt.


Der DEUTSCHLANDFUNK vom 07.05.2009 über Kants Erwckung aus dem dogmatischen Schlummer
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Es gibt eine berühmte Szene der Geistesgeschichte, in der buchstäblich die Metaphysik durch den Empirismus ernüchtert wird. In seiner Schrift "Träume eines Geistersehers" (1766) hat Immanuel Kant (1724-1804) angemerkt, was ihn zur Ablehnung der traditionellen Metaphysik geführt habe. Kein Geringerer als der Empiriker David Hume (1711-1776) habe ihn, so Kant in einem Brief, "aus dem dogmatischen Schlummer geweckt".


Thomas Metzinger über David Hume und die "Seele" im Interview mit dem Goethe-Institut online im Juli 2009
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Herr Metzinger, wie die Hirnforschung bestreiten Sie als Philosoph, dass der Mensch ein Selbst hat. Warum?
Die Idee, dass es kein Selbst gibt, ist ja nicht neu. Schon David Hume und Immanuel Kant haben gesagt, dass es kein Selbst im Sinne einer Substanz gibt, die auch ganz allein existieren könnte. Die buddhistische Philosophie sagt dies seit 2.500 Jahren. In der Philosophie des Geistes gibt es so gut wie niemanden mehr, der noch an eine Seele glaubt, die unabhängig vom Körper existiert.


Dr. Michael Springer in Spektrum der Wissenschaft 01/2010 am 24.12.2009 über Humes Humes "Dialoge über natürliche Religion" unter der Überschrift: Die Idee von Gott als Kulturleistung. Aus aktuellem Anlass greift der Philosoph Daniel Dennett eine skeptische Grundidee der Aufklärung wieder auf.
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Solche Fehlschlüsse vom Sein zum Sollen hat der schottische Philosoph David Hume (1711 – 1776) schon im 18. Jahrhundert kritisiert – doch von der Vorstellung, das Sollen werde dem Menschen durch übernatürliche Offenbarung mitgeteilt, hielt dieser skeptische Aufklärer noch viel weniger. Humes "Dialoge über natürliche Religion" waren für damalige Verhältnisse so gewagt, dass er sie zu Lebzeiten nicht publizierte, und die katholische Kirche setzte die postume Schrift auch prompt auf den Index der verbotenen Bücher.
Humes Sakrileg bestand darin, dass er religiöse Phänomene nicht als übernatürliche Erscheinungen betrachtete, sondern als etwas ganz Natürliches. Er fragte: Was bringt Menschen eigentlich auf die Idee, es gebe einen Schöpfer der Welt, der Gebete erhört, Wunder wirkt und Gebote offenbart? Und: Brauchen wir Religion, damit wir uns moralisch verhalten?


Gerhard Roth im EUROPEAN vom 13.01.2011 über David Humes und die Willensfreiheit unter dem Titel: "Es gibt eine falsche Bestrafungsideologie"
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Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Handlungsfreiheit und Willensfreiheit, auf die der Philosoph David Hume bereit hingewiesen hat. Handlungsfreiheit liegt vor, wenn wir tun können, was wir wollen, d. h., wenn wir (1) keinem äußeren und inneren Zwang unterliegen, (2) Handlungsalternativen besitzen, (3) Handlungsmotive haben, die wir mit unserer Persönlichkeit verbinden. Willensfreiheit im klassischen, von Immanuel Kant definierten Sinne unterstellt hingegen, dass wir uns per "reinem Willensentschluss“ bzw. aus rein moralischen Gründen über diese Motive hinwegsetzen können, die uns etwa dazu antreiben, etwas Gesetzeswidriges zu tun. Psychologie und Hirnforschung halten dies für unmöglich, denn all unser Handeln ist von bewussten oder unbewussten Motiven angetrieben, die unserer Persönlichkeit entstammen. Diese wiederum entsteht zum größten Teil aus einem Zusammenwirken genetischer Tendenzen, frühkindlicher Bindungserfahrung und jugendlicher Sozialisation. Sie bildet den Rahmen, in dem wir spätere Erfahrungen sammeln. Wir handeln moralisch, weil wir entsprechend sozialisiert wurden, und handeln unmoralisch, wenn eine solche Sozialisation fehlte oder ungenügend war.


Karen Horn in der FAZ unter dem Titel "Diesseits von Angebot und Nachfrage" über den Gegensatz der deutschen und angelsächsischen Denktraditionen
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Wenn man diese Smithsche Brille aufsetzt, treten nicht nur die Grundstruktur und damit die wesentliche Inkonsistenz im Röpkeschen Denken klar zutage. Auch die Gegensätzlichkeit zweier Denktraditionen, der deutschen und der angelsächsischen, und, parallel dazu, der protestantischen und der katholischen, wird plastisch. Wo die Deutschen seit Martin Luther und Immanuel Kant auf die Gesinnung der Menschen fixiert sind, richten die Angelsachsen seit der schottischen Aufklärung, seit David Hume und Adam Smith, den Blick auf Institutionen und damit auf die Lebenswirklichkeit. Bis heute gelingt nur wenigen Deutschen eine saubere Differenzierung zwischen den Ansprüchen der Tugendethik und der Ordnungsethik; aus der Institutionenblindheit ihrer intellektuellen Tradition erklärt sich die mitunter penetrante Moralinsäure ihrer Ethik.


Rüdeger Frizberg im Steiermark Report 03-09 S. 18 über über David Hume und "Kropferte Steirer"
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Die Steiermark, Forschungsland Nummer eins, Land der Innovationen – steirisches Hirnschmalz ist heute international gefragt. Vor 300 Jahren war der Ruf der Steirer allerdings eher Besorgnis erregend: Nach einer Reise durch die Obersteiermark zeichnete der englische Philosoph David Hume (1711 bis 1776) vor 250 Jahren von unseren Vorfahren ein wahres Schreckensbild.
Lesen Sie hier den gesamten Text.


Dirk Pilz in der BZ vom 30.04.2011 unter dem Titel: Bleib nüchtern und besieg die Angst!
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Vor 250 Jahren hat der Vatikan sämtliche Schriften von David Hume auf den Index gesetzt; 111 Jahre galten sie als gefährlich und irreführend. Vor 250Jahren war Hume 50 Jahre alt, ein so hoch angesehener wie gefürchteter Mann. Für die einen war er der böse "Lehrer des Atheismus", für die anderen "le bon David", der gute Lehrer der Aufklärung. Stets gab sein Wirken Anlass zu erbittertem Streit und eifrigem Jubel. Die katholische Kirche verbot seine Bücher, das freiere Volk machte seine "History of England" zu einem der erfolgreichsten Werke, die je ein Philosoph geschrieben hat. Er blieb auch danach umstritten. Durch Hume, so gestand Immanuel Kant, sei er aus seinem "dogmatischen Schlummer" erwacht; aus einer Seite Hume, hat Arthur Schopenhauer behauptet, sei mehr als aus allen Schriften eines Hegel zu lernen. Seine Philosophie aber, so Nobelpreisträger Bertrand Russell, selbst Philosoph von Rang, führe in eine Sackgasse: "In der von ihm eingeschlagenen Richtung kommt man keinen Schritt weiter."
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Otto A. Böhmer bei Faustkultur vom 01.05.2011 unter dem Titel: "Deine Wissenschaft sei menschlich"
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Die Ignoranz seiner Zeitgenossen musste Hume um so unbegreiflicher erscheinen, als er der Meinung war, der Philosophie ein Fundament auf schwankendem Boden verliehen zu haben: eine Art Gewissheit in der Welt gängiger Ungewissheiten. Er hatte die Bandbreite des menschlichen Denkens durchmessen und war zu dem Ergebnis gekommen, dass alle Erkenntnisprozesse als ein gewöhnungsbedürftiges Zusammenwirken von Sinneswahrnehmung und Verstandestätigkeit funktionieren; die Muster dieser Vorgänge wiederholen sich, ein ums andere Mal, so dass der Mensch mit einiger Berechtigung vermuten darf, es handele sich dabei um Gesetzmäßigkeiten, die für alle Zeiten gelten. In Wirklichkeit jedoch herrscht ein Diktat der Einzelfälle; sie alle, zusammengenommen, machen Erfahrung aus, und Erfahrung ist, wie Hume nicht müde wurde zu betonen, das halbe Leben. Sogar das Ich, eine Art heiliger Bezirk der neueren Philosophie, in dem man sich erhaben glaubt über empiristische Anfechtungen, verfällt dem Verdikt, eine nützliche Fiktion zu sein, ausgeheckt von der Einbildungskraft.
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Nikolaus Halmer bei OE1 am 02.05.2011 über David Hume unter dem Titel: "Die Furcht vor dem Unbekannten"
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In seinem Buch „Die Naturgeschichte der Religion“ startete Hume einen Generalangriff gegen den Anspruch der Religion, eine göttliche Welt vorzugaukeln. Schon der Titel enthielt eine Provokation, deutete er ja darauf hin, dass Hume die Religion nicht als göttliche Offenbarung betrachtete, sondern eine naturwissenschaftliche Analyse vornahm.
Seine Intention war es, das anthropologische Fundament der Religion freizulegen. Dabei zeigte sich, dass die Furcht vor unbekannten Mächten das Bedürfnis nach Religion auslöst. „Wir sind in diese Welt gesetzt wie in ein großes Theater“, schrieb Hume, „wo uns die wahre Quelle und Ursachen jedes Ereignisses vollkommen verborgen bleiben“.

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Auch die Nordelbische Evangleisch-Lutherische Kirche erinnert am 29.04.2011 an David Hume: "Im Zweifel für den Skeptiker"
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Gerade hatten die ersten Philosophen der Aufklärung die Vernunft als oberste Instanz menschlicher Erkenntnis auf den Sockel gehoben, da stieß ein schottischer Philosoph sie schon wieder herunter.
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Die FRANKFURTER RUNDSCHAU vom 06.05.2011 titelt zum Hume-Jubiläum: "Deine Wissenschaft sei menschlich"
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Otto A. Böhmer schreibt unter anderem: Sein Spätwerk „Dialoge über die natürliche Religion“ schätzte Hume als so brisant ein, dass er es nur postum veröffentlicht wissen wollte. Tatsächlich wagte es die letzte Schrift des Philosophen, endgültig am Nimbus des gerechten Gottvaters zu kratzen, der, damals wie heute, die ins Leben beförderten Menschen lieber teilnahmslos gewähren lässt, als ihnen zu helfen.
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In der WIENER ZEITUNG nennt Otto A. Böhmer Hume einen "humanen Skeptiker"
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Der Autor zitiert David Hume unter anderem wie folgt: "... deine Wissenschaft sei menschlich und lasse sich in unmittelbarer Beziehung zum tätigen und geselligen Leben setzen. Unzugängliche Gedanken und tiefbohrende Forschungen untersage ich; ihre strenge Strafe sei grübelnde Schwermut, zu der sie dich führen, endlose Ungewissheit, in die sie dich verstricken, und die kalte Aufnahme, welche die Mitteilung deiner angeblichen Entdeckung erfahren wird. Sei ein Philosoph; aber inmitten all deiner Philosophie bleibe Mensch!"
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Karl Gaulhofer in Die Presse vom 05.05.2011 unter dem Titel: „Hume: Der gute David und seine böse Botschaft“
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Kein Gott, ein entweihtes Wissen, Moral als Instinkt. Der Vater der modernen Philosophie blickte in den Abgrund des Denkens und blieb schwindelfrei. Das provoziert noch heute, 300 Jahre nach seiner Geburt. ... Hume sagte den Metaphysikern, seinen weltfremden Berufskollegen, offener und radikaler als jeder andere den Kampf an. Er glaubte nur an das, was seine Sinne bezeugten. Die Methode der Naturwissenschaften wollte er zum Dogma der Philosophie erheben und so der Natur des Menschen und der Moral auf die Spur kommen.
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Wolfgang Schütz in der AUGSBURGER ALLGEMEINEN vom 06.05.2011: Die Grenzen unseres Wissens. Was uns David Hume 300 Jahre nach seiner Geburt noch zu sagen hat.
Quelle: Internet

Dem Schotten ging es ums Grundsätzlichste. Klassisch philosophisch wollte er den Fragen nach den Prinzipien von Sein und Wirklichkeit nachgehen: Was ist der Mensch? Was ist das Leben? Und: Gibt es einen Gott? Doch Hume wollte dazu nicht den seinerzeit noch vorherrschenden Weg nehmen, wonach die Antworten nur im Nachdenken zu finden sind und die so postulierte Ordnung dann die Sichtweise auf die Wirklichkeit bestimmt. Denn dieser spekulative Weg hatte nach Humes Auffassung zu Sichtweisen geführt, die von Glauben und Autorität geprägt sind, nicht aber zu verlässlichen Schlüssen. Darum wandte er seine Forschungsrichtung um, wie es Isaac Newton vor ihm als Naturwissenschaftler getan hatte: Was kann der Mensch aus der Wirklichkeit heraus über die grundsätzlichen Fragen ableiten und also erkennen?
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ROBERT ZARETSKY in der New York Times vom 06.05.2011: David Hume and the Art of Living
Quelle: Internet

Saturday is the 300th birthday of David Hume, the most important philosopher ever to write in English according to the Stanford Encyclopedia of Philosophy. The Scot, who prided himself on his command of written English but blushed over his stubborn burr, might have mischievously added that the conferences being held in Austria, the Czech Republic, Russia, Finland and Brazil suggest that the encyclopedia’s claim is perhaps too modest.
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Christian Lindner (FDP) in der FAZ vom 08.05.2011 über David Hume unter dem Titel:
"Bleib immer nüchtern und vergiss auch nie, skeptisch zu sein"
Quelle: FAZ-Artikel (PDF)

Wir waren ja bei Hume, der schon damals den ganzen Menschen gesehen hat. Er hat wie wir trotzdem auf Einsichtsfähigkeit gesetzt. Eine Freiheitsordnung entmündigt niemanden. Bevormundung würde die Freiheitsfähigkeit beschränken. Dann verlieren Menschen irgendwann auch die Freiheitswilligkeit.


ALEXANDER SCHATTEN (WIEN) in seinem Blog (AN)SICHTEN fragt am 07.05.2011:
Wenn Sie die Möglichkeit hätten, einen Abend mit einer historischen Persönlichkeit zu verbringen, wen wählen Sie aus?
Quelle: Internet

Interessanterweise würden viele zeitgenössische Philosophen den schottischen Philosophen der Aufklärung, David Hume nennen, und dafür gibt es gute Gründe. Hume war nicht nur ein bedeutender Philosoph der Aufklärung, Agnostiker, Skeptiker, Historiker, Wissenschaftstheoretiker und, nach allem was wir wissen, keineswegs ein trockener Langweiler, sondern vielmehr ein unterhaltsamer, gut gelaunter, durch und durch sympathischer Zeitgenosse. David Hume gilt vielen als Leuchtturm der Aufklärung und Wegweiser in ein neues Zeitalter. Viele der nachfolgenden Wissenschafter, von Kant bis Darwin bauen auf seinen Ideen auf. Liest man Hume in der heutigen Zeit kommt man oft ins Staunen wie modern sich viele seiner Ideen lesen.
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Bei Henning Ritter in der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 08. Mai 2011 trifft Hume auf Rousseau: Auge in Auge
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Unter den Gipfelgesprächen zwischen Philosophen dürfte das zwischen David Hume und Jean-Jacques Rousseau das merkwürdigste gewesen sein. Gesprochen wurde kaum, dafür gab es ein Duell der Blicke und Temperamente.
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Josef Tutsch schildert bei SCIENZZ vom 04. Mai 2011 das Erwachen Humes aus dogmatischem Schlummer
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Hegels Urteil über seinen Kollegen war respektvoll formuliert, im Ergebnis aber vernichtend. David Hume habe die oberflächliche, bloß subjektive Philosophie eines John Locke konsequent fortgedacht und vollendet, mit einem in Hegels Sicht katastrophalen Ergebnis: "Der Humesche Skeptizismus lässt alles Allgemeine in die Gewohnheiten und Instinkte versinken."
Großbritannien dagegen verehrt in dem schottischen Denker, der am 7. Mai 1711 in Edinburgh geboren wurde, seinen größten Philosophen. Aus deutscher Perspektive rang sich Hegel eher widerwillig zu dem Eingeständnis durch, der Humesche Skeptizismus habe doch die "historische Merkwürdigkeit", "dass Kant eigentlich den Anfangspunkt seiner Philosophie von ihm nimmt". Und in der Tat, Humes Angriff auf die metaphysische Philosophie gab Immanuel Kant den Ansatz für seine "Kritik der reinen Vernunft": Die Argumentationen des Schotten, bekannte der Königsberger Philosoph, seien "das gewesen, was mir vor vielen Jahren den dogmatischen Schlummer unterbrach und meinen Untersuchungen im Felde der spekulativen Philosophie eine ganz andere Richtung gab".

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Beim Wissensportal Helles-Koepfchen.de rückt Britta Pawlak am 06.05.2011 Humes Empirismus in den Vordergrund.
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Am 7. Mai 2011 wäre der weltbekannte schottische Philosoph David Hume 300 Jahre alt geworden. Sein Denken ist vom Zeitalter der Aufklärung geprägt: Vorurteilen und dem Glauben an übernatürliche Phänomene wird zunehmend die menschliche Vernunft entgegengestellt. Hume befasst sich vor allem mit der Frage, was wir über die Welt sagen und wissen können. Er rückt die Erkenntnis, die wir aus Beobachtungen und Erfahrungen gewinnen, in den Mittelpunkt seiner Philosophie.
Den gesamten Text finden Sie im Internet mit dem obigen Link.


Im CALEDONIAN MERCURY May 7, 2011 nennt John Knox zuerst den Skeptizismus Humes.
Quelle: Internet

Before we get carried away by the 300th anniversary of David Hume, let’s remember that he was to blame for making us a nation of sceptics. The Scottish shrug of the shoulders and the suspicion of success was born with him on 7 May 1711.
Den gesamten Text finden Sie im Internet mit dem obigen Link.


Das NEUE DEUTSCHLAND interessiert sich in einem Kalenderblatt vom 7.5.2011 vor allem für den Zusammenhang von Eigentum und Gerechtigkeit bei Hume.
Quelle: Internet

Neben Humes Leistungen auf erkenntnistheoretischem Gebiet sind seine moralphilosophischen Vorstellungen interessant. »Gerechtigkeit« sei kein ursprüngliches Prinzip. Sie ist an die Herausbildung von Eigentum gebunden. Ohne Eigentumsunterschiede gäbe es den Begriff der »Gerechtigkeit« nicht.
Den gesamten Text finden Sie im Internet mit dem obigen Link.


In der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG vom 07.05.2011 unternimmt Reinhard Brandt unter dem Titel: "Erfahrung und Skepsis" einen Streifzug durch einige Gegenden der Humeschen Gedankenwelt.
Quelle: Internet

David Hume war und ist als Philosoph nicht eigentlich populär. Er schrieb, kühl beobachtend und analysierend, eine «science of man» oder Anthropologie, aus deren Grundlagen sich alle Äusserungen des Menschen zu allen Zeiten begreifen lassen sollten. So wurde Hume zum scharfsinnigen Philosophen wie auch – später – zum Historiker der englischen Geschichte. Es ist verblüffend, wie es ihm gelang, das Versprechen seines Frühwerks, des «Traktats von der menschlichen Natur» (1739/1740), in die Tat umzusetzen und sowohl die philosophischen Prinzipien wie das empirische Handeln geschichtlicher Menschen zu durchdringen. Die «History of England», die seinerzeit grosse Verbreitung fand, wird heute freilich kaum noch gelesen; die philosophischen Schriften Humes hingegen sind weiterhin Meditationstexte.
... In der angelsächsischen Kultur geht von Hume eine breite Schneise aus, nach der sich noch heute die akademischen Seminare und Schriften sortieren – niemand nimmt an den relevanten Diskussionen teil, der nicht die Hauptschriften studiert und durchdacht hat. In der deutschsprachigen Philosophie hatte Hume lange keine Chance. Das hat sich geändert. Hume wird (wie Locke) systematisch und historisch untersucht und gehört zum melting pot unserer Kultur.

Den gesamten Text finden Sie im Internet mit dem obigen Link.


Rainer Hanke nennt bei WIRTSCHAFTLICHE FREIHEIT vom 06.05.2011 "Zehn Gründe, Hume zu lesen".
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Ideen- und Dogmengeschichte gilt in Politik und Ökonomie als unschick. Da muss man sich nicht wundern, dass selbst die „liberale“ FDP chronisch an „argumentativer Materialermüdung“ leidet und die Wirtschaftswissenschaften, weil geschichtsvergessen, Krisen gegenüber hilflos ist. Der 300. Geburtstag des schottischen Moralphilosophen David Hume (geboren am 7. Mai 1711 in Edinburgh) gibt Anlass, an das Erbe des klassischen Liberalismus zu erinnern.
Ideealismus und Kapitalismus: Dass die Ideen von Hume und Smith zu den Gründungsdokumenten des klassischen Liberalismus wurden, hat, wenn man so will, materialistische Wurzeln. Gerade weil die beiden Schotten Mitte des 18. Jahrhunderts die wirtschaftlich emanzipierteste Region der damaligen Welt beobachteten, konnten sie zu Theoretikern des menschlichen Fortschritts und Wohlstands werden. Sie entdeckten das natürliche Bedürfnis der Menschen, ihr eigenen Los und das ihrer Familien und Staaten zu verbessern. Die beginnende Industrialisierung in England und der Handel Schottlands (Glasgow war einer der wichtigsten Welthandelszentren) waren der Keimraum für den Wirtschaftsliberalismus, wie umgekehrt die liberalen Ideen den realen Kapitalismus erst in Fahrt brachten. Das hat dann bis 1914 gehalten.

Den gesamten Text finden Sie im Internet mit dem obigen Link.


Sachsenblick vom 19.05.2011 unter dem Titel: Wer arbeitet, hat Lohn verdient. Vor 300 Jahren wurde am 7. Mai der Zeitgenosse von John Wesley, David Hume, geboren.
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Die Frage, welche Motive den Menschen dazu bewegen, zu arbeiten, sich anzustrengen, hat auch den großen schottischen Aufklärer und Wegbereiter der modernen westlichen Philosophie, David Hume bewegt, der am 7. Mai 1711 in Edinburg das Licht der Welt erblickte. ... Auf die Frage also nach den Motiven für die Arbeit gibt Hume folgende Antwort: „Es sind dies erstens der Wunsch zu konsumieren, zweitens der Wunsch zu handeln und sich den Herausforderungen zu stellen, drittens der Wunsch, seinen Leidenschaften nachzugehen, und viertens der Wunsch, Gewinn zu machen.“ Man kann diese Begründung nicht lesen, denke ich, ohne dass man sich fragt, wie es sich bei einem selber verhält. Auf jeden Fall kannte Hume den Menschen und was er über dessen Arbeit sagt, geht auch heute nicht daneben. ... John Wesley, Zeitgenosse von David Hume, hat Christen darum als geistlichen Ratschlag mitgegeben: „Erwirb, so viel du kannst. Spare, soviel du kannst. Gib, soviel du kannst.“


www.schottlandfieber.de vom 23.05.2011 Hume-Biographie von Heike.
Quelle: Internet

Wie die Two Essays, so erschienen auch die Dialogues Concerning Natural Religion (Dialoge über natürliche Religion) nach Humes Tod, wie er für diese Schrift, die bereits Anfang der 1750er Jahre entstanden war, testamentarisch verfügt hatte. Von einer Veröffentlichung zu Lebzeiten hatten ihm seine Freunde, die den möglichen Skandal befürchteten, abgeraten - und das, obwohl es bis heute nicht letztlich geklärt ist, die Standpunkte welcher der in den Dialogen auftretenden Figuren Humes eigene gewesen sein mögen. Nicht zuletzt durch die Umstrittenheit seiner Positionen war sein Einfluss auf zeitgenössische und spätere Denker enorm: „Er hatte nicht die Absicht, die Autoritäten milde zu stimmen, sondern er wollte sie schockieren.“


Tobias Straumann am 3. Juni 2011 im TAGESANZEIGER unter dem Titel: "Die Währungsunion und der Goldstandard" über das erklärende Schema von David Hume
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Der Mechanismus des Goldstandards beruht also darauf, dass Defizit- und Überschussländer ohne Währungsabwertung externe Ungleichgewichte beseitigen können. Er wurde bereits von David Hume im 18. Jahrhundert erklärt. Hume hatte folgendes Schema im Kopf:
Handelsbilanzdefizit => Rückgang der Goldreserven => Zinserhöhung => Verschwinden des Handelsbilanzdefizits
1. Länder mit einem Handelsbilanzdefizit verlieren Goldreserven, mit denen sie den Importüberschuss finanzieren.
2. Um den Goldabfluss zu stoppen, müssen sie über eine Zinserhöhung die Nachfrage nach Importen reduzieren.
3. Die Zinserhöhung verursacht Arbeitslosigkeit, wodurch die Preise und Löhne sinken, was die preisliche Wettbewerbsfähigkeit des Exportsektors verbessert.
4. Der Rückgang der Importe und die Zunahme des Exports führen zu einem Handelsbilanzüberschuss. Dadurch kann das Land seine Goldreserven wieder aufstocken.
Für die Überschussländer gilt das Umgekehrte: Der Handelsbilanzüberschuss zwingt die Länder zu einer Zinssenkung, weil sie den inflationstreibenden Goldzufluss stoppen müssen. Eine Zinssenkung bedeutet zugleich eine Zunahme der Importe und einen Rückgang der Exporte (steigende Preise und Löhne wegen boomender Wirtschaft dank Zinssenkung). Der Handelsbilanzüberschuss verschwindet, der Goldbestand nimmt ab.
Dieser Anpassungsmechanismus hat in der Praxis natürlich nie vollständig funktioniert. Aber immerhin: Von 1870 bis 1914 war der Goldstandard ziemlich stabil. Erst in der Zwischenkriegszeit kollabierte er.


Michael Fry am 16.07.2011 im Internet bei news.scotsman.com unter dem Titel: "Hume can help us take a new look at humanity for the modern age"
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The thinking of Scotland's greatest philosopher is as relevant today as in his heyday, as a conference this week will show, writes Michael Fry. ... On the vacant throne of reason, Hume installs imagination, the imagination now of clever animals rather than of fallen angels, or of flawed humans rather than of calculating automatons. For our century, ruled by statistics and computers, by manipulation and coercion, Hume may be the man to open our minds and restore an outlook that will make us ever more humane rather than ever less humane.


Der Standard vom 08. Juli 2011 unter der Überschrift: Schönheit liegt im orbitofrontalen Kortex des Betrachters
Quelle: Internet

Der ihm zugeschriebene Spruch, dass die Schönheit im Auge des Betrachters liegt, stammt zwar nicht von David Hume. Der berühmte schottische Philosoph, der heuer vor 300 Jahren in Edinburgh geboren wurde, formulierte die gleiche Aussage nämlich etwas anders – und nach neuesten Ergebnissen der Hirnforschung sogar noch um einiges treffender: "Die Schönheit der Dinge existiert im Geist dessen, der sie anschaut."
... Während sich bei der als unschön empfundenen Kunst oder Musik keine Reaktion zeigte, aktivierten die als schön wahrgenommenen den mittleren orbitofrontalen Kortex, eine Region, die als Lust- und Belohnungszentrum des Gehirns bekannt ist. Außerdem regte sich auch etwas im Nucleus caudatus im Zentrum des Hirns, in dem Schönheit mit Liebe verschaltet werden dürfte.


Manfred Geier in der SZ zum 300. Geburtstag über David Hume unter der Überschrift: Beobachten wir doch lieber den gewöhnlichen Lauf der Welt
Quelle: SÜDDEUTSCHE ZEITUNG Nr. 105 vom 7./8. Mai 2011, S. 20

Er [Hume] war zwanzig Jahre alt, als er sich völlig klar wurde über „den Ursprung meiner Philosophie“, die er sein Leben lang weiterentwickeln und auf zahlreiche Forschungsgebiete ausdehnen wird, auf Moral und Politik, Recht und Ökonomie, Urteilskraft und Geschmack, Geist und Natur, wissenschaftliche Erkenntnis und religiösen Glauben. Denn 1731 war ihm bewusst geworden, dass die Quellen seiner körperlichen und seelischen Leiden nicht in ihm lagen, sondern in den Lehren, auf die er sich mit sei-nen entflammten Einbildungen und Gedanken eingelassen hatte: Das Menschenbild des rigiden Calvinis-mus war eine widernatürliche Konstruktion, die sich nur durch eine unkritische, gläubige Bibellektüre zu legitimieren versuchte; die aus der Antike überlieferte Natur- und Moralphilosophie schien ihm „mehr auf Erfindung als auf Erfahrung zu beruhen“; und den modernen Rationalismus eines Descartes und Leibniz empfand er als fehlgeleitet und unvernünftig, weil er die vielfältigen sinnlichen Eindrücke und konkreten Vorstellungen der Menschen übersah oder vernachlässigte.
Auch die zeitgenössischen „moral sciences“, die sich auf das geistige, kulturelle und sittliche Wesen des Menschen konzentrierten, befanden sich in einem beklagenswerten Zustand. „Jeder richtete sich nur nach seiner eigenen Phantasie beim Errichten von Lehrgebäuden über die Tugend und das Glück, ohne die menschliche Natur zu betrachten, von der jede moralische Schlussfolgerung abhängen muss. Ich entschloss mich daher, die menschliche Natur zum Gegenstand meines Hauptstudiums zu machen und zur Quelle, aus der ich jede Wahrheit in der ästhetischen Urteilskraft (criticism) und Moralphilosophie ableiten wollte.


Siegmund Kopitzki im Südkurier in einer Besprechung des Buches von Karl-Heinz Ott: Wintzenried
unter der Überschrift: J.-J. Rousseaus kleiner Irrsinn
Quelle: Internet

„Er ist schrullig, überspannt, arglistig, eitel und rastlos. Ein kleiner Irrsinn mag mitspielen, gekoppelt mit Redegewandtheit, Erfindungsgabe, Verlogenheit und Undankbarkeit. Im Übrigen ist er erstaunlich unbelesen. Er kennt fast nichts. Sein Wissen ist erbärmlich…“ – Wer das sagt? David Hume, englischer Philosoph des 18. Jahrhunderts, über seinen französischen (gebürtigen Genfer) Kollegen Jean-Jacques Rousseau.
Der Menschenfreund Hume schreibt diesen Verriss nach Paris, wo sich die fröhlichen Feinde Rousseaus, die Diderots, Grimms, Voltaires in den Salons vor Lachen den Bauch halten. Sie hatten ihn gewarnt vor diesem Kreuzzügler gegen den Fortschritt, der die Metropolen und ihre intellektuellen Kampfplätze hasst, obwohl sie ihn berühmt gemacht haben, und der hartnäckig das „natürliche“ Leben auf dem Land predigt; der mit erheblichem Sendungsbewusstsein über Erziehungsfragen schwadroniert, aber die gemeinsamen Kinder mit seiner Gefährtin, der er (wie allen Frauen) ein Dasein am Herd rät, ins Heim verschiebt. Als Lügner hatten ihn bereits die Pariser Enzyklopädisten enttarnt, als undankbares Schwein, affektierten Affen und philosophischen Scharlatan. Hume, einer von vielen Blauäugigen, die mit Rousseau nett sein wollten, wollte das nicht glauben. Er hatte ihn auf die Insel eingeladen und war schließlich froh, ihn bald wieder losgeworden zu sein.


Im DLF vom 16.10.2011 unternimmt Matthias Sträßner unter der Überschrift Natürlichkeit und Künstlichkeit einen „Versuch über das Authentische“ und geht dabei auf Humes Untersuchungen zu den Ossian-Gedichten ein.
Quelle: Internet

Der Begriff "authentisch" wird vornehmlich im Kontext der Quellenkritik verwendet. Ein in diesem Sinn unverfänglicher Gebrauch des Wortes liegt beispielsweise bei David Hume vor, dem vor 300 Jahren geborenen Philosophen, der sich 1775 mit der Echtheit der vermeintlich original-gälischen Ossian-Gedichte beschäftigte, die in der Lesewelt einen gewaltigen Eindruck hinterlassen hatten.
"Gerade die Art, in welcher es das Dokument der Öffentlichkeit präsentiert wird, schafft einen Vorbehalt gegen seine Authentizität ... Man hätte doch erwarten können, dass der vorgebliche Sammler und Übersetzer der Öffentlichkeit mitgeteilt hätte: 'Dieses Teil bekam ich von dieser Person, an diesem Ort; jenen anderen Teil von einer anderen Person. Ich korrigierte meine erste Fassung durch die Erzählung einer dritten ... ' Durch eine solche Geschichte der allmählichen Entdeckungen hätte er dem Ganzen das Ansehen der Wahrscheinlichkeit gegeben."
In dem Text über die Authentizität der Schriften Ossians scheinen zunächst zwei Zuschreibungen vorrangig: Ein Dokument unbekannter Herkunft wird nach Jahren wenn nicht Jahrhunderten "vorgefunden", es ist plötzlich einfach "da", im wörtlichen Sinne vorhanden, "zur Hand". Zum andern wird gefragt, ob das Dokument echt und original sein kann. Zu der Positivität des Dokuments kommt eine Prüfung der Plausibilität. Kommen in dem Text vielleicht Sachen vor, welche der Datierung und Lokalisierung des alten Dokuments widersprechen?
Um dies zu überprüfen, sucht David Hume nach Anzeichen, die dafür sprechen, dass dieser Text nicht so alt sein kann, wie von ihm behauptet wird. Wenn sich das Personal in den gälischen Gedichten aus dem barbarischen 3. Jahrhundert so chevaleresk benimmt wie üblicherweise nur Ritter des 17. Jahrhunderts, dann kommen Zweifel auf. Wenn in dem unbekannten Bild eines Meisters Farben verwendet werden, die es zur behaupteten Zeit noch nicht gegeben haben kann, dann muss das Bild gefälscht sein. Am Schluss einer solchen einfachen Prüfung des Authentischen, mag sie nun für die Gedichte Ossians, die Schriften der Vorsokratiker, für Hitlers Tagebücher oder für überraschend aufgetauchte Bilder auf einer Auktion gelten, stehen klare Wertungen: Was vorliegt, ist Original oder Fälschung. Ist der konkrete Urheber nicht selbst zu ermitteln, dann meint "authentisch" immerhin noch die klare historische, zeitliche und örtliche Zuordnung eines Werkes, die durch vergleichbare Werke plausibilisiert werden kann.


Helmut Kremeser bei ZEITEICHEN über David Hume als "Fegefeuer des Christentums" unter dem Titel: Bleib nüchtern und skeptisch
Quelle: Internet

Der Schotte David Hume verband äußersten Skeptizismus und Pragmatismus zu einer nüchternen, aber menschenfreundlichen Philosophie. Einen Weg aber, aus ihr heraus die Religion positiv zu werten, sah er nicht.
... Er ging schlicht davon aus, dass der durchschnittliche Mensch ein durchschnittlich guter Mensch ist und dass der unebene Boden der Tatsachen, beschritten mit dem Bedacht des gesunden Menschenverstandes, immer noch den besten Grund für ein leidliches Zusammenleben der Menschen darstellt. Alle metaphysische Spekulation aber gefährdet nach ihm das labile Gleichgewicht von Mensch und Gesellschaft.
Das war sein letztes Wort. Sein Wahlspruch war immer gewesen: "Bleib nüchtern und vergiss nicht, skeptisch zu sein." Er starb friedlich und gefasst, ohne geistlichen Beistand, in seinem Haus in Edinburgh, im August des Jahres 1776. Er bleibt in Erinnerung als einer der Philosophen, die dem freien Denken in Europa Bahn geschaffen haben, die das Christentum und ihre Theologie durch - nun ja - ein Fegefeuer getrieben haben, auf das viele Christen heute stolz sind.


lifestyle.scotsman.com Theatre: Bringing Adam and David up to date by Mark Fisher on 9 December 2011
Time-travelling fathers of the Enlightenment have been given a chance to appraise our world, for good and ill, by the Traverse and playwright Jo Clifford
Quelle: Internet

ON Edinburgh’s High Street there are two statues by monumental sculptor Sandy Stoddart, placed a stone’s throw from each other. On one side of the road, next to St Giles’ Cathedral, stands Adam Smith, a proud 10ft (3m) tall bronze. The man regarded as the father of modern economics has a ploughshare behind him and a beehive to his side, symbols of the agriculture and industry on which he built his doctrines.
Further up, near the crossroads, sits David Hume, also larger than life, wearing a toga, brandishing a book and currently boasting some rather fetching nail varnish. The author of A Treatise of Human Nature was a major influence on Immanuel Kant, Jeremy Bentham and Charles Darwin. As well as his contribution to empiricist philosophy, he founded the study of cognitive science. ...
Her challenge in all this was to bring to life two historical characters in a way that was dramatically dynamic and that did justice to their ideas. “They were economist-philosophers who were incredibly clever, so the challenge was to get myself in tune with their thinking. They were remarkably progressive, intelligent, humane, wonderful thinkers. The play is a love letter to Hume and Smith.”


Neil Cooper on www.heraldscotland.com (12.12.2011): The Tree of Knowledge, Traverse, Edinburgh
ENLIGHTENMENT comes in many forms in Jo Clifford's parable-like fantasia, in which David Hume and Adam Smith wake up in the 21st century, where the results of their philosophies are in freefall.
Quelle: Internet

Gerry Mulgrew's Hume and Neil McKinven's Smith first come to life on comfy chairs, as if beamed down to some celestial salon in Edinburgh New Town. Joanna Tope's Eve appears like a guru in a 1960s style chair suspended from the sky by an umbilical cord that connects her to the universe. Seemingly in purgatory, no-one is afraid to acknowledge the audience, who sit in judgment of a series of exchanges that move from accepted truisms to wise confessionals about the power that comes from people opening up to one another.
Arriving somewhat presciently during what looks dangerously like capitalism's last gasp, Clifford's meditation starts off with an irrepressable waggishness grabbed hold of by a pop-eyed McKinven. By the end, however, it's become a slow-burning totem of universal hope in a messed-up world.

Weitere Besprechungen bei: The List, The Guardian, The Stage, The Herald (heraldscotland).


December 11, 2011 - THE NEW YORK TIMES: SIMON BLACKBURN - Of Hume and Bondage
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Anyone admiring David Hume as I do finds much to cheer, but much to lament in the state of academic philosophy, as this year, the 300th anniversary of his birth, comes to a close. Hume was an anatomist of the mind, charting the ways we think and feel — a psychologist or cognitive scientist before his time. The cheering feature of the contemporary scene is that plenty of people are following in those footsteps. The nature versus nurture battle has declared an uneasy draw, but the human nature industry is in fine fettle, fed by many disciplines and eagerly consumed by the public.
... Hume was able to use his pragmatism and his pluralism about the many functions of the mind to avoid metaphysics. About that he was famously a pyromaniac, advocating that we commit to the flames most of what has passed as philosophy from Parmenides to Berkeley. But people need philosophy: we need defenses against the corrosive drips of skepticism. This need surely motivates the apostles of reason to persevere at metaphysics, exploring the world of being and becoming, delineating the true and ultimate nature of reality, finding what is truly there behind the superficial appearances of things. And combined with this image of what we should be doing there comes the inability to read or appreciate anyone who is doing something entirely different. So the stark, $64,000 question in much contemporary interpretation of Hume is whether he was a “realist” or not about values and causes, or even persons and ordinary things — questions that should actually be nowhere on the agenda, since it imports precisely the way of looking at things that Hume commits to the flames.
Hume’s road is subtle, and too few philosophers dare take it. Yet the whirligig of time may bring in its revenges, as a new generation of pragmatists look at much contemporary writing with the same horror as Hume directed at Spinoza, Nietzsche at Kant, or Russell at Hegel. Meanwhile one soldiers on, hoping, as Hume himself did, for the downfall of some of the prevailing systems of superstition.


THE TELEGRAPH (Peter Mullen 13.12.2011): Richard Dawkins says David Cameron is 'not really a Christian'. But is Dawkins a proper atheist?
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... If I were asked to name my favourite atheist, I would say David Hume. Hume was a thorough-going atheist, a man who on his deathbed declined the consolations of religion, saying: “I am dying as fast as my enemies, if I have any, could wish, and as easily and cheerfully as my best friends could desire."
Moreover, the atheist David Hume did not possess an irrational, inhumane, roaring opposition to men of faith. He was a close friend of that great English Christian, Samuel Johnson. Unlike Dawkins, Hume did not wish to obliterate Christianity from the public realm. Hume was guided by a conscience which was generous enough to understand that other men’s consciences may guide them differently.
This is called a decent tolerance and liberality – instincts which are alien to the secular bigot Dawkins.


The CROSSVILLE CHRONICLE (John C. Wund January 17, 2012): We the People: Time to redistribute power
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In 1824, an aging Thomas Jefferson answered a letter he had received from England. He wrote about our Constitution and the basis of English Law. He noted that David Hume had written, "the commons established a principle which is noble in itself, ... that the people are the origin of all just power."


The GUARDIAN (Faramerz Dabhoiwala Friday 20 January 2012): The first sexual revolution: lust and liberty in the 18th century
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... the first sexual revolution can be traced in some of the greatest works of literature, art and philosophy ever produced – the novels of Henry Fielding and Jane Austen, the pictures of Reynolds and Hogarth, the writings of Adam Smith, David Hume and John Stuart Mill.
… Once noticed, the effects of this revolution in attitudes and behaviour can be seen everywhere when looking at the 18th, 19th and 20th centuries. It was one of the key shifts from the pre-modern to the modern world.


DIE WELT online unter dem Titel "Entseelte Ökonomie" am 18.02.2012 über das neue Buch des Starökonomen Tomás Sedlácek. David Hume und Adam Smith: Der Mensch ist viel mehr als ein homo oeconomicus
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Ethik und Moral bildeten früher den Kern der Ökonomie. Doch beides ist diesem Forschungsgebiet im Laufe der vergangenen Jahrzehnte abhanden gekommen, kritisiert der Autor. Die entseelte Ökonomie sei zum Glaubensbekenntnis verkommen, deren Priester das Wirtschaftswachstum als Selbstzweck predigten. Dabei waren die Großen unter den Ökonomen, Adam Smith ebenso wie David Hume, John Stuart Mill oder Thomas Malthus, Ethiker, Theologen oder Moraltheoretiker. Für sie war selbstverständlich, dass der Mensch viel mehr ist - und sein sollte - als ein homo oeconomicus. Liebe, Freundschaft und soziales Engagement lassen sich mit dem Konzept der Nutzenmaximierung schließlich kaum vereinbaren.


Die WELTWOCHE in einem Editorial von Roger Köppel vom 28.02.2012 über David Hume und Rousseau als bis heute wirksame Ideengeber
Quelle: Internet

Und noch ein Jubiläum: Anfang Mai vor 300 Jahren wurde der unbestechliche Skeptiker David Hume in Edinburg geboren. Er war einer der Mitbegründer der schottischen Aufklärung, von der sich geistige Luftlinien ziehen lassen bis zur Schweizer Bundesstaatsgründung 1848. Hume erfand den modernen Liberalismus in seiner konservativen Ausprägung als Programm zur Vermehrung des Wohlstands und zur Zerschlagung des religiösen und säkularen Aberglaubens. Sein Gegenspieler war der französisch-schweizerische Philosoph Jean-Jacques Rousseau, ein Kulturpessimist, der an die Kraft einer vernunftbegabten Elite glaubte, der er mehr zutraute als dem gewöhnlichen Volk. An den beiden lassen sich noch immer die wichtigen Strömungen des europäischen Denkens bis in seine Abgründe hinein verfolgen: Hume hatte ein positives Menschenbild. Er glaubte an den freien Handel. Gewachsene Traditionen waren ihm wichtig. Predigern und Missionaren misstraute er, er setzte stattdessen auf die Erkenntnisse der Erfahrungswissenschaft. Rousseau dagegen war der ideologische Vorbote der Französischen Revolution, welche die Welt auf dem Reissbrett neu erfinden wollte. Humes wichtigste Erkenntnis: Unternehmerische Tätigkeiten fördern das moralische Bewusstsein, indem sie, wie es der Hume-Forscher Gerhard Streminger ausdrückte, «ein allgemein kontaktreiches Klima schaffen, in dem moralische Empfindungen sich entwickeln».


Elke Endrass bei ARD Mediathek: Der Vater der modernen Philosophie – David Hume (Audio 19:27 min)
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Zwei Jahrtausende lang war es in der Philosophie ein Ding der Unmöglichkeit, die Moral von etwas anderem als vom Verstand abzuleiten. Mit dem schottischen Philosophen David Hume änderte sich diese Einstellung. Hume war davon überzeugt, dass Menschen neben ihren fünf Sinnen auch noch einen sechsten Sinn besitzen, der für das moralische Bewusstsein zuständig ist.


scotsman.com by Stuart Kelly: Illuminating the Scots of the Enlightenment - The statue of David Hume on Edinburgh's Royal Mile
Quelle: Internet


Rolf Beyer bei SWR 2: David Hume – Skeptiker und Menschenfreund (Audio 27:30 min)
Quelle: Internet

Licht in das Dunkel menschlichen Erkennens zu bringen war das oberste Ziel des Philosophen David Hume. Geboren wurde er am 7. Mai 1711 im schottischen Edinburgh. Er gilt bis heute als eine der wichtigsten Leitfiguren der Aufklärung. Hume stellte den Menschen in den Mittelpunkt seiner Philosophie. Für ihn gab es keine grundlegende Erkenntnis außerhalb unserer Sinneseindrücke und Gefühle. Metaphysische „Erkenntnisse“ hielt er für Spekulation. Moralischer Sinn und Mitgefühl, nicht etwa die Vernunft, bildeten für Hume die Grundlage moralischen Handelns. Seine skeptische und zugleich menschenfreundliche Philosophie erhellt bis in die heutige Zeit nachdenkliche Menschen, denen es um die Grundfragen des Denkens und des richtigen Lebens geht.


Jacob Mchangama in The Commentator, 29.03.2012: Hume and Britain's forgotten fight for free speech
Quelle: Internet

In 1742, David Hume could write, "Nothing is more apt to surprise a foreigner, than the extreme liberty, which we enjoy in this country, of communicating whatever we please to the public, and of openly censuring every measure, entered into by the king or his ministers."
Hume may have overstated his case somewhat, as prosecutions for blasphemous libel did take place at the time. But compared to just about anywhere else in Europe, Britons enjoyed unprecedented freedom of speech in the 18th century.
To a foreigner fond of British culture, not least its tradition of liberty, Hume’s words now evoke a mixture of sadness and bewilderment. How did a nation that once had the freest press in the world evolve into a society where (however offensive or morally objectionable) the distribution of religious caricatures, the comparison of Islam with terrorism, expressing religiously based objections to homosexuality and using racially "abusive" or "insulting" language on social media result in criminal conviction?


David Schmidt am 27. April 2012 in ZEIT ONLINE über die Literatur der Aufklärung im Allgemeinen und David Hume im Besonderen
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Während Descartes, Spinoza und Leibniz mit ihren Schriften den philosophischen Rationalismus vertreten, wenden sich ihre Fachkollegen in Großbritannien dem britischen Empirismus zu: John Locke veröffentlicht Abhandlungen über den Staat und behauptet die Freiheit des Willens, David Hume stellt die Sinneseindrücke vor den Verstand und eine gesicherte Welterkenntnis damit grundlegend infrage. Unter dem Einfluss des englischen Bürgerkriegs schreibt Thomas Hobbes schon 1651 sein Hauptwerk Leviathan und versucht darin, Grundlagen für eine kritische Staatsphilosophie zu finden.
Von Hume inspiriert betritt schließlich der deutsche Philosoph Immanuel Kant die historische Bühne. Kants Kritik der reinen Vernunft erschüttert das europäische Weltbild nachhaltig.


Florian Rötzer bei Teleopolis / Science-News am 02.05.2012: Religiöse Menschen zeigen weniger Mitleid gegenüber Mitmenschen als Atheisten.
Nach einer Studie von US-Sozialpsychologen lassen sich Atheisten und wenig Religiöse eher von Gefühlen. stark Religiöse eher von Prinzipien leiten.
Quelle: Internet

Ausgerechnet Atheisten und Agnostiker, die in den USA einen besonders schlechten Ruf haben, aber auch kaum religiöse Menschen scheinen nach Experimenten gegenüber ihren Mitmenschen großzügiger zu sein und mehr Mitleid oder Empathie für sie zu entwickeln als sehr religiöse Menschen.
... Wie die Psychologen herausgefunden haben wollen, sind die stark Religiösen offenbar eher mit Ideologie geleiteten Menschen vergleichbar. Ihr Mitleid hängt weniger von ihren Gefühlen ab, sondern eher von der Religionslehre, der Identität in der Gemeinde oder der sozialen Anerkennung.
... Für die Wissenschaftler deutet die Studie darauf hin, dass die Religiösen keineswegs am stärksten geneigt sind, ihren Mitmenschen zu helfen, sondern dass die wenig religiösen Menschen eher bereit sind zu helfen - zumindest wenn dies nicht aus Prinzip, sondern über Erfahrung vermittelt geschieht. Zutreffen könnte tatsächlich, dass Menschen, die einer Kirche oder einer Glaubensgemeinschaft mit starken Regeln und Vorschriften anhängen, weniger spontan und aus ihrem Gefühl heraus handeln, sondern dies eher nach Vorschrift oder moralischer Verpflichtung machen.


Irene Heisz in der Tiroler Tageszeitung vom 6.5.2012 unter dem Titel: „Wir sind gottlos, aber Gott noch nicht losgeworden“ über den Philosophen Franz Josef Wetz
Quelle: Internet

Wenn man sich die Diskussionslinie von David Hume im 18. Jahrhundert bis Nietzsche anschaut, sieht man, dass Richard Dawkins, Christopher Hitchens, Michael Schmidt-Salomon und wie sie alle heißen kein einziges neues Argument bringen.
Entkräftet das deren Religionskritik?
Wetz: Durchaus nicht. Die Argumente von damals sind ja nie bearbeitet, geschweige denn widerlegt worden. Meine Kritik an der gegenwärtigen Religionskritik, also an meiner eigenen Fraktion, ist aber: Mir fehlt an den Büchern von Dawkins und den meisten anderen der existenzielle Ernst. Sie nehmen den um seine Position in der Welt ringenden Menschen im Sinne Blaise Pascals, Kierkegaards oder auch Sartres nicht ernst.


David Hume, der Meisterdenker der schottischen Aufklärung
Eine Radiosendung des SRF / Reflexe vom 6.5.2011
Quelle: Internet

Der Philosoph David Hume gehört zu den Meisterdenkern der schottischen Aufklärung. Mit seinen Werken hat der religionskritische Schotte wesentlichen Einfluss auf Immanuel Kant und andere wichtige Denker des 18. Jahrhunderts ausgeübt. Zu seinen Lebzeiten wurde Hume von katholischer und protestantischer Seite wegen seines radikalen Agnostizismus heftig attackiert. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert war der schottische Empirist dennoch eine europaweit bewunderte und akklamierte Persönlichkeit. Zu seinen Fans gehörten Diderot und Voltaire ebenso wie der schottische Nationalökonom Adam Smith und der französische Staatstheoretiker Montesquieu.


David Hume bei BR alpha: Denker des Abendlands (Video mit Lesch und Vossenkuhl) vom 07.09.2008
Quelle: Internet

Harald Lesch und Wilhelm Vossenkuhl stellen einen Skeptiker vor, der fast an überhaupt nichts glaubt: David Hume. Naturwissenschaften sind für ihn Glaubenssache und nichts wirklich Sicheres. Theologie ist Aberglaube und Humbug.


Die Presse.com unter der Überschrift: Fehler der Währungsunion: Hume auf Eis gelegt?
Michael C. Burda am 30.05.2012: Hätten die Gründer der Währungsunion den Ökonomen David Hume gründlich gelesen, hätten sie die nationalen Zentralbanken abgeschafft.
Quelle: Internet

Der große schottische Philosoph und Ökonom David Hume verstand nur allzu gut wie nationale Grenzen und Zahlungsbilanzstatistiken internationale Handelsströme beeinflussen und gar bedingen. Wo nationalstaatliche Grenzen bestehen, beobachten Zollbehörden und Verwaltungsapparate gewissenhaft Waren- und Vermögensbewegungen zwischen den Ländern. Überschüsse und Defizite werden von Politikern als Zeichen für nationale Ehre oder Schande gewertet. Hume kritisierte die merkantilistische Auffassung, war sich aber darüber sicher, dass sich Handelsmuster letztendlich selbst korrigieren.


BBC Radio 4: DAVID HUME. Melvyn Bragg and his guests discuss the work of the philosopher David Hume.
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A key figure in the Scottish Enlightenment of the eighteenth century, Hume was an empiricist who believed that humans can only have knowledge of things they have themselves experienced.
Hume made a number of significant contributions to philosophy. He saw human nature as a manifestation of the natural world, rather than something above and beyond it. He gave a sceptical account of religion, which caused many to suspect him of atheism. He was also the author of a bestselling History of England. His works, beginning in 1740 with A Treatise of Human Nature, have influenced thinkers from Adam Smith to Immanuel Kant and Charles Darwin, and today he is regarded by some scholars as the most important philosopher ever to write in English.


Gary North on Jun 11, 2012 in The Market Oracle: David Hume and Free Trade: The Litmus Test of Economics
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Free trade is the litmus test of economic reasoning. It has been ever since David Hume wrote his 1752 essay on commerce.
Foreign trade, by its imports, furnishes materials for new manufactures; and by its exports, it produces labour in particular commodities, which could not be consumed at home. In short, a kingdom, that has a large import and export, must abound more with industry, and that employed upon delicacies and luxuries, than a kingdom which rests contented with its native commodities. It is, therefore, more powerful, as well as richer and happier. The individuals reap the benefit of these commodities, so far as they gratify the senses and appetites. And the public is also a gainer, while a greater stock of labour is, by this means, stored up against any public exigency; that is, a greater number of laborious men are maintained, who may be diverted to the public service, without robbing any one of the necessaries, or even the chief conveniencies of life.


RADIO BREMEN: David Hume und Jean-Jacques Rousseaus berühmter Brief
Verschiedene Radiosendungen und Buch-Tipps zum Verhältnis der beiden Philosophen
Quelle: Internet


Cordula Echterhoff über das neue Buch von Sabine Schulz bei DRADIO am 25.06.2012:
"Leben Sie wohl für immer - Die Affäre Hume-Rousseau in Briefen und Zeitdokumenten"
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Jean-Jacques Rousseau war wohl eine ziemlich komplexe Persönlichkeit. Davon zeugen zumindest die bitteren Beziehungskriege, auf die er sich mit David Hume einließ. Das Buch "Leben Sie wohl für immer" von Sabine Schulz zeichnet die brisante Korrespondenz dieser beiden nach.


HOHE LUFT zu Hume und Rousseau unter dem Titel: "Der Kluge und das Biest"
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“Der Eindruck dieses Blicks lässt mich nicht los und beunruhigt mich, meine Verwirrung steigert sich bis zur Bestürzung”, schrieb Jean-Jacques Rousseau über David Hume. Die beiden Star-Philosophen des 18. Jahrhunderts waren zunächst Freunde – doch die Freundschaft schlug in eine tiefe Feindschaft um. Hier die vollständige Leseprobe aus HOHE LUFT 3: "Der Kluge und das Biest"


Helmut Schmidt in der ZEIT am 15.07.2012 unter dem Titel "Weltmacht wird Europa nicht"
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Wir Europäer stehen im zweiten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts vor einer notwendigen Erkenntnis: Während seit der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gute, ja zwingende Gründe der europäischen Geschichte uns zur Absicht der gegenseitigen Integration der Völker Europas geführt haben, während die große Hilfe Amerikas dabei von entscheidender Bedeutung gewesen ist, so werden in diesem Jahrhundert die weltweiten Prozesse uns Europäer gebieterisch zum Zusammenschluss drängen.
Wir werden dabei trotz Hitler, trotz Kolonialismus und Imperialismus, trotz Stalin, trotz Nero die Werte der alten Griechen und des Hellenismus festhalten, festhalten an Cicero und Marc Aurel, festhalten an den europäischen Grundwerten und Grundschriften, festhalten am Erbe Dante Alighieris und William Shakespeares. Wir wollen weder Rousseau noch Montesquieu aufgeben, weder Erasmus noch David Hume, noch Immanuel Kant. Wir wollen Abraham Lincoln die Treue halten und ebenso der Nähe zu Nordamerika.
Wir wollen unsere nationalen Identitäten bewahren – aber wir werden sie überwölben müssen durch das gemeinsame Zusammengehörigkeitsbewusstsein der Europäer.


Michael Hüther in der SZ am 20.07.2012 unter der Überschrift: "Mitverantwortung, eine vergessene Kategorie" über David Hume und Ökonomie
Die Mitglieder einer Gesellschaft benötigen einen gemeinsamen Sinn für ein gemeinsames Interesse, schreibt IW-Direktor Michael Hüther in der Süddeutschen Zeitung. Das haben schon alte Ökonomen so gesehen.
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So didaktisch wertvoll und analytisch reizvoll unsere Standardmodelle (unter anderem der Neo-Klassik) auch sind, sie verstellen uns allzu leicht und auf verzerrende Weise den Blick auf die Realität: auf die historischen, kulturellen, regionalen, institutionellen und individuellen Bedingungen und Voraussetzungen für die Funktionsfähigkeit eines über Märkte - damit letztlich über dezentrale Entscheidungen unter Restriktionen - gesteuerten Systems. Uns ist dabei etwas verloren gegangen, was sowohl den Denkern der ökonomischen Klassik als auch den Ordoliberalen stets bewusst war: die Bedeutung der Mitverantwortung als Steuerungsressource offener Gesellschaften wie offener Märkte. Man muss sich nur auf die schottischen Moralphilosophen und Ökonomen Adam Smith, John Millar, David Hume und Adam Ferguson besinnen. David Hume hat mit seiner Formulierung eines ‘common sense of interest’ in seinem ‘Treatise of Human Nature’ (1739/40) wohl am trefflichsten auf den Punkt gebracht, worum es einer vom Individuum her gedachten und legitimierten Gesellschaften gehen muss: Ihre Mitglieder benötigen einen ‘gemeinsamen Sinn für ein gemeinsames Interesse’.
Diese gemeinsame und gegenseitige Interessenbekundung lebt von der Erfahrung, dass die Kooperation, das Einlassen auf Konventionen und die Akzeptanz von Verfahrensregeln den Einzelnen besser stellt und so in seinem ureigenen Interesse liegt. Gesellschaften beruhen auf der Bereitschaft zur Kooperation, sie geben Sicherheit und schaffen Raum für Entwicklung, sie stabilisieren Beziehungen und bündeln Kräfte. Da die dafür glaubwürdig begründende Erfahrung mit zunehmender Größe und Anonymität der Gesellschaft immer weniger wirkt, benötigen wir den Staat als Agenten der Rechtssetzung und Sanktionierung. Doch der Staat kann seine Aufgabe nicht einmal ansatzweise erfüllen, wenn nicht ein ‘common sense of interest’ wirksam ist, wenn die Mitglieder der Gesellschaft nicht auch zu Bürgern des Staates werden, wenn neben die Kooperationsforderung nicht auch die Tugend des Einzelnen tritt.


nightoutatberlin unter der Überschrift: Wunder, Pferderennen und La Flèche - Carlo Ginzburgs Vortrag über David Humes Of Miracles im ZfL
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Am 4. Juli hielt Carlo Ginzburg in der Reihe der Mittwochsvorträge am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung einen Vortrag zu David Humes berühmten und folgenreichen Text Of Miracles aus dem Jahr 1748. Ginzburg stellte den unter Philosophen viel diskutierten Text in den Kontext von Humes Aufenthalt im französischen La Flèche, wo er zwischen 1735 und 1737 am Kolleg mit Jesuiten ins Gespräch kam.
... Eine andere Methode wählte 2002 der österreichische Philosoph und David-Hume-Preisträger Gerhard Streminger von der Universität Graz, der in seinem Kommentar zu Humes Enquiry concerning Human Understanding David Humes Wunderanalyse eine folgerichtige Ordnung der Gedanken Humes unternimmt.

Es ist (…) eine so mächtige Gedankenlawine geworden, daß Hume ihren Lauf nicht immer dirigieren konnte. Anders ist kaum zu verstehen, weshalb seine Ideen insbesondere im ersten Teil des Abschnitts wild mäandrieren, sodaß dem Gang der Gedanken kaum gefolgt werden kann. Es wird daher in diesem Aufsatz vornehmlich versucht, Humes Ideen in eine folgerichtige Ordnung zu bringen. (Aufklärung und Kritik 2/2003, S. 206)


HR2 Kultur in einer Sendung vom 26.04.2011 von Mischa Ehrhardt über David Hume und den Zusammenhang von Wahrnehmung und Ideen
Laden Sie sich das Manuskript der Sendung beim HR herunter!
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Der Mensch ist zum Handeln geboren, zum Handeln in der Gemeinschaft. Daher stellt David Hume (1711-1776) die Wahrnehmungen ins Zentrum seiner Aufklärungsphilosophie: Ideen lassen sich von Wahrnehmungen ableiten.


Scottish quote of the week: David Hume. Published by scotsman.com on Thursday 18 April 2013
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"No quality of human nature is more remarkable, both in itself and in its consequences, than that propensity we have to sympathize with others, and to receive by communication their inclinations and sentiments, however different from, or even contrary to our own."
Writing in The Treatise of Human Nature, published in 1739-40, Scottish philosopher, historian and economist David Hume (1711-1776) belonged to a brach of philosophy that asserted that desire, not reason, governed human behaviour.
... Hume’s book is widely regarded as a precursor for many branches of contemporary philosophy and psychology.


Interview mit Simon Blackburn über David Hume PHILOBLOG vom 12.07.2013
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Vor einem Jahr hat Nigel Warburton ein Interview mit Simon Blackburn über David Hume veröffentlicht. Blackburn empfiehlt fünf Bücher dazu: Humes ersten Enquiry und die Dialoge, die Hume-Bücher von Mossner und Kemp Smith, sowie Kants erste Kritik. Die Bemerkungen im Interview sind sehr interessant – man erfährt eine Menge darüber, wie Hume diskutiert wurde, und was er selbst dachte.
So heißt es über die "Dialoge über natürliche Religion", dass Hume seinen überraschenden Rückzieher im 12. Kapitel wohl deshalb macht, weil er nicht mehr zeigen wollte als dass aus Überzeugungen zur Existenz eines Gottes oder einer finalen Ursache keine moralischen Implikationen folgen.
Das Interview mit Blackburn findet sich in englischer Sprache im Internet bei fivebooks.com


David Hume im heraldscotland am 13.09.2013 über Kunstbetrachtung
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"Beauty in things exists merely in the mind which contemplates them." These words were penned in 1742 by David Hume, a key figure in the Scottish Enlightenment, and a close friend of the painter Allan Ramsay, born 300 years ago next month.


David Hume, The Great Infidel - Einführungsvortrag von Peter Millican an der Universität Oxford (engl.)
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David Hume, "The most important philosopher ever to write in English" - Biographie bei der Stanford Encyclopedia of Philosophy (engl.)
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The most important philosopher ever to write in English, David Hume (1711-1776) — the last of the great triumvirate of "British empiricists" — was also well-known in his own time as an historian and essayist. A master stylist in any genre, Hume's major philosophical works — A Treatise of Human Nature (1739-1740), the Enquiries concerning Human Understanding (1748) and concerning the Principles of Morals (1751), as well as the posthumously published Dialogues concerning Natural Religion (1779) — remain widely and deeply influential. Although many of Hume's contemporaries denounced his writings as works of scepticism and atheism, his influence is evident in the moral philosophy and economic writings of his close friend Adam Smith. Hume also awakened Immanuel Kant from his "dogmatic slumbers" and "caused the scales to fall" from Jeremy Bentham's eyes. Charles Darwin counted Hume as a central influence, as did "Darwin's bulldog," Thomas Henry Huxley. The diverse directions in which these writers took what they gleaned from reading Hume reflect not only the richness of their sources but also the wide range of his empiricism. Today, philosophers recognize Hume as a precursor of contemporary cognitive science, as well as one of the most thoroughgoing exponents of philosophical naturalism.


Christian Hütter in der WIENER ZEITUNG vom 15.02.2014 über die schottische Aufklärung: "Licht aus dem Norden" zu Hume und Smith
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All diese Faktoren trugen dazu bei, dass es zwischen 1740 und 1790 zu einer regelrechten Explosion des geistigen Lebens in Schottland kam. Während Glasgow durch den Handel mit Amerika zur wirtschaftlichen Metropole Schottlands wurde, entwickelte sich Edinburgh zum intellektuellen Zentrum des Landes. Die Universität von Edinburgh erlangte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine Vorrangstellung in Großbritannien und zählte zu den besten Europas. Angesichts dieser Zusammenballung von Wissen gelangte die Stadt Edinburgh zu schmückenden Beinamen: der Schriftsteller Tobias Smollet nannte sie ein "hot-bed of genius" (eine Brutstätte des Geistes), der Künstler Allan Ramsay sprach von einem "Athen des Nordens".
Aus dem vielfältigen Geistesleben dieser Zeit ragt der Philosoph David Hume heraus, der sich mit Problemen der Erkenntnistheorie und davon ausgehend mit der Frage nach dem rechten Handeln auseinandersetzte. Hume vertrat eine skeptische und von Metaphysik freie Philosophie und wurde zu einem der bekanntesten Vordenker der Aufklärung. Er inspirierte Immanuel Kant, und Arthur Schopenhauer meinte gar, dass aus jeder Seite von David Hume mehr zu lernen sei als aus Hegels und Schleiermachers sämtlichen philosophischen Werken zusammengenommen.
Humes enger Freund Adam Smith beschäftigte sich mit unterschiedlichen Aspekten der Moral und der Frage, wie Menschen miteinander umgehen und warum sie Mitleid füreinander empfinden. Weltweit bekannt wurde er allerdings durch sein Buch "Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations", das bis heute als eines der grundlegenden Werke der Wirtschaftswissenschaften gilt. Smith trat darin gegen den protektionistischen Merkantilismus seiner Zeit und für ein liberales Wirtschaftssystem ein.


Brian Taylor unter dem Titel „After truth and reason“ am 7. Juli 2014 bei BBC NEW SCOTLAND über die Statuen von A. Smith und D. Hume in Edinburgh
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But I suspect that contemporary pedestrians, wandering up or down the Mile, would be more likely to recognise two other figures, conserved in stone. They are David Hume and Adam Smith, perhaps Scotland's greatest philosophers.
Smith is renowned today as the originator of the dismal science of economics. Entirely rightly, he has a global reputation as a thinker, writer and observer of the human condition. I love the statue, incidentally, with its little cameo references to elements of Smith's work.
The Hume statue is comparably impressive, swathing the Scot in toga robes to suggest a link with the Classical world, with enduring thought.
Hume's philosophical work is outstanding: insightful, precise, direct. He was an iconoclast, challenging established thought and custom in a fashion which makes him eminently readable today but which scarcely contributed to his academic earning power at the time.


E. Navon bei i24news am 20.08.2014 über David Hume’s theory of „concentric circles“ for people’s selective empathy
unter der Überschrift: All victims are equal, but some are more equal than others
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David Hume’s theory of „concentric circles“ provides an explanation for people’s selective empathy: the more pain affects you, the more you care – and vice versa. Hume gives a graphic example: if you were told that your finger will be cut off tomorrow, you would spend the night tossing and turning; but if you were told that hundreds of people will die tomorrow at the other end of the world due to a natural disaster, you would sleep soundly. Cable television and the Internet have mostly turned Hume’s theory on its head, because we all see the world’s tragedies all the time. The average New Yorker is still more likely to lose sleep over his investment portfolio than over the number of Yazidis killed in Iraq, but the world’s tragedies are constantly displayed on our screens. And yet, people still have a selective way of relating to those tragedies. Hume’s theory is still valid, but for different reasons. Selective empathy in the 21st century is less the result of distance than of substance -- your chances of gaining sympathy are less affected by how far away you are than by who is harming you.


Hannes Stein in der WELT vom 16.09.2014 zur schottischen Abstimmung über die Unabhängigkeit - dabei an Hume und Smith erinnernd
unter der Überschrift: Zieht euch nicht in den Schmollwinkel zurück!
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Schottische Intellektuelle führten in Kneipen heftige Debatten über Moral, Theologie, die beste Staatsverfassung und die beste Art, zu wirtschaften. In diesem Milieu schrieb der schottische Philosoph David Hume seinen "Traktat über die menschliche Natur" (mit dem er Immanuel Kant aus seinem dogmatischen Schlummer aufweckte); und Adam Smith begründete mit "Der Wohlstand der Nationen" die modernen Wirtschaftswissenschaften.
Die schottische Aufklärung war – im Gegensatz zur französischen – immer pragmatisch; sie hatte keinen totalitären Flügel; sie bekämpfte die Religion nicht; und sie war mehr an Fakten als an Meinungen interessiert. Praktischerweise erfanden die Schotten gleichzeitig mit der Aufklärung dann auch noch die Gegenaufklärung.
Adam Ferguson, der oft der Vater der Soziologie genannt wird, warnte davor, dass der Kommerzialismus die Tugenden der traditionellen Gemeinschaften untergrabe, und Sir Walter Scott sang in seinen Bestsellern das Hohelied der Highlands. Bald blühten in Schottland die Schulen und Universitäten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es zwei Völker, die so gut wie keinen Analphabetismus mehr kannten – die Schotten und die Juden.


Die ZEIT online zur schottischen Abstimmung: Die Aufklärung kam von den Universitäten Glasgow, Edinburgh und Aberdeen über Europa

Jochen Bittner in der ZEIT online vom 18.09.2014 zur schottischen Abstimmung über die Unabhängigkeit unter der Überschrift:
Calm down and carry on. Die universelle Lehre aus Schottland auf dem Weg zur Unabhängigkeit lautet: Auch Gefühle sind Argumente. Darauf muss sich Politik einstellen, auch in Deutschland.
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Kulturgeschichtlich dachte man immer, gerade die Schotten ließen ihre Gefühle von Argumenten bestimmen, nicht umgekehrt. Es ist ja ein hartnäckiger Irrtum, die Aufklärung stamme aus Frankreich. Nein, sie kam von den Universitäten Glasgow, Edinburgh und Aberdeen über Europa. Ohne die großen Empiristen David Hume, Adam Smith oder Adam Ferguson wäre die Welt wahrscheinlich eine erhebliche Zeit lang ein deutlich dämmrigerer Ort geblieben.
Wenn Europa Pech hat, lässt die Mehrheit der Schotten an diesem Donnerstag trotzdem ihren Gefühlen freien Lauf. Der Philosoph Hume hätte zum Referendum über die Unabhängigkeit wahrscheinlich gesagt: Tja, Emotionen sind eben auch Tatsachen, und dumm die Politiker, die sie als Argumente nicht ernst nehmen.


Sheldon Richmond am 12.10.2014 bei reason.com über David Hume und die Außenpolitik: "every man must be supposed a knave." unter der Überschrift:
A Foreign Policy for Knaves. Can't expect an empire with good intentions
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David Hume (1711-1776) was no hardcore libertarian, but he was a provocative thinker and a key figure in the development of liberalism. Hume helped make the Scottish Enlightenment the important period it was. He also can be fun to read. Observe this from his essay Of the Independency of Parliament".


BBC Magazine über David Hume am 27.09.2015 unter der Überschrift:
A Point of View: The joy of doing the same thing over and over again
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The philosopher David Hume believed that when we infer the sun will rise tomorrow on the basis it did so yesterday and many days before that, such an inference is purely a function of custom or commonsense. Such common sense may well be essential if you're planning to set fire to your retinas, but according to Hume our willingness to plan accordingly has no basis in reason - despite the fact that everyone else who's ever lived has also put the cat out, set the alarm then snuggled down on this well-sprung assumption - the future will, very likely, resemble the past in most important respects.


Oliver Sacks (gest. am 30. Aug. 2015) in THE NEW YORK TIMES über David Hume am Ende seines Lebens
unter der Überschrift: My Own Life, Oliver Sacks on Learning He Has Terminal Cancer
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It is up to me now to choose how to live out the months that remain to me. I have to live in the richest, deepest, most productive way I can. In this I am encouraged by the words of one of my favorite philosophers, David Hume, who, upon learning that he was mortally ill at age 65, wrote a short autobiography in a single day in April of 1776. He titled it “My Own Life.”
“I now reckon upon a speedy dissolution,” he wrote. “I have suffered very little pain from my disorder; and what is more strange, have, notwithstanding the great decline of my person, never suffered a moment’s abatement of my spirits. I possess the same ardour as ever in study, and the same gaiety in company.”


Eric Lonergan bei Finanzen.at über David Hume, die Etablierung menschlicher Konventionen, Ökonomie, Sprache und Netzwerke wie Bitcoin und Facebook

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David Hume war der erste große Denker, der Sprache, Recht und Geld als "spontane" Institutionen sozialer Organisationen identifizierte. ... Hume war dabei einem tiefgreifenden Sachverhalt auf der Spur, der immer noch unterschätzt wird.
Sprache, Gesetz und Geld haben sehr ähnliche ökonomische Qualitäten. Dies gilt insbesondere für die Art und Weise, wie sie von weiten Teilen der Bevölkerung angenommen werden oder wie widerstandsfähig sie sich erweisen, ohne dass dies an ihrem jeweils eigenen intrinsischen Wert liegt. Wichtiger ist vielmehr, dass sie Teil von "Netzwerkexternalitäten" sind bzw. Netzwerkeffekte haben, deren Wert auf der Nutzung durch andere beruht.
Hume verwendet nicht die Terminologie der "Netzwerkexternalitäten". Er spricht vielmehr von „Konvention“ und der Anerkennung gegenseitiger Interessen. Seine Beschreibung der Weiterentwicklung von Recht zeigt immer noch eine tief greifende Einsicht:

Hume sagt, er habe festgestellt, dass es "in meinem Interesse ist, einen Anderen im Besitz seiner Güter zu belassen, vorausgesetzt er behandelt mich gleichermaßen." Er versteht, dass Konventionen, also Handlungsregeln, in beiderseitigem Interesse sind. Wenn dieses gemeinsame Interesse gegenseitig zum Ausdruck gebracht wird und beiden Parteien bewusst ist, so folgen aus ihm "ein nutzbarer Vorsatz und Verhalten… es entwickelt sich graduell und gewinnt durch seinen langsamen Fortschritt und unsere wiederholte Erfahrung an Kraft… In ähnlicher Form, durch die graduelle Etablierung menschlicher Konventionen und ohne Versprechen, entwickeln sich Sprachen. In ähnlicher Form entwickeln sich Gold und Silber zu gemeinhin genutzten Tauschmechanismen und werden als ausreichendes Zahlungsmittel für Güter gesehen, die ihr Hundertfaches wert sind."
David Hume, Ein Traktat über die menschliche Natur, Buch III, Teil 2: Über die Entstehung von Recht und Besitz.


Philipp Reynolds bei THE GLOBE AND MAIL über David Hume und Adam Smith bis hin zum Higgs-Teilchen und den Gravitationswellen: The real pride of Scotland: higher learning

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The flower of Scotland blossomed in the 18th century with the Scottish Enlightenment but it took root in previous generations with people such as John Napier, the inventor of logarithms, and John Wedderburn, a contemporary and friend of Galileo. The onset of the Enlightenment saw Scotland continue a long tradition of educational achievement for which its universities were at the forefront, the infrastructure on which it was built.
The roll call of eminent names from Scottish universities who came to prominence during this period reads like a Who’s Who of people who have helped further the cause of humanity: economist Adam Smith, philosopher David Hume and architect Robert Adam to name but a few.
... What the historian T.M. Devine describes as the “depth and range” of Scottish achievement during this time cannot be underestimated: Adam Smith’s Wealth of Nations became the standard tract on economics; James Watt’s steam engine was the motor of the Industrial Revolution and his name given to the basic unit of power; philosopher David Hume’s empiricist A Treatise of Human Nature has influenced Western thought down the centuries since.


Richard Bourke am 21.04.2016 in THE NATION: Hume's Call to Action

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For philosophy to be effective, it hast to understand the worl in which it operates. David Hume brought history and politics to the realm if ideas.


Herlinde Pauer-Studer am 19. Juni 2017 auf derStandart.at über David Hume und Hobbes: Ungeheuer oder empathiefähige Altruisten? Die Kontingenzen politischer Menschenbilder

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Der Menchanismus der Sympathie, also die im Menschsein verankerte Registierung der Empfindungen anderer, generiert nach Hume nicht nur das Mitgefühl mit deren Glück, Leid und Schmerz, sondern im besten Fall auch "einen Gleichklang der Empfindungen", der Menschen zu einer geordneten, gedeihlichen Gestaltung ihrer sozialen Verhältnisse motiviert. Und im Bewusstsein, dass das Mitgefühl im Nahbereich stärker ist als im Fernbereich, schaffen die Menschen künstliche Institutionen wie das Rechts- und Moralsystem, also Einrichtungen, die sie normativ dazu anhalten, auch entfernt lebende Menschen in ihre moralischen Reflexionen einzubeziehen.


Richard Daniel Precht im Handelsblatt vom 01.09.2017 über David Hume, den "klügsten aller Philosophen"
unter der Überschrift: Die Vernunft ist nicht mehr als eine Marketingabteilung, die im Nachhinein rechtfertigt, was unsere Gefühle vorher entschieden haben. Und dazu fällt mir die deutsche Automobilindustrie ein.

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Der klügste aller Philosophen war David Hume. Die Menschheit verdankt ihm zwei Erkenntnisse, die niemals widerlegt wurden. Die erste lautet: Es gibt keinen freien Willen! Alles in der Welt besteht aus Ursache und Wirkung. Unser Gehirn auch. Jeder unserer Gedanken ist immer die zwanghafte Folge des vorausgehenden Gedankens. Nur Verrückte können wollen, was sie wollen! Gesunde Menschen dagegen folgen ihren eingespielten Denk- und Handlungsmustern. Und genau das macht sie für andere berechenbar. Hätten wir alle einen freien Willen, wir würden uns unausgesetzt missverstehen und hätten uns wahrscheinlich längst aufgefressen.


Unter dem Titel "Wo Atheisten gefährlich leben" geht die Webseite 20 Minuten am 04.03.2018 auch auf David Humes religionskritische «Dialoge über natürliche Religion» ein.
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In Europa sind Atheisten heute nirgends mehr an Leib und Leben bedroht, doch das war lange anders. Noch im späten 18. Jahrhundert konnte der schottische Philosoph David Hume seine religionskritischen «Dialoge über natürliche Religion» nicht zu Lebzeiten veröffentlichen, weil es einfach zu gefährlich gewesen wäre. Sie erschienen erst 1779, drei Jahre nach seinem Tod.


 

Urteile über Adam Smith

 

Alan Greenspan: Adam Smith trug zur Verbesserung der Welt bei.

Montag 7 Februar, 2005 08:06 CET
Kirkcaldy (Reuters) - US-Notenbankchef Alan Greenspan hat am Sonntag die Verdienste des schottischen Ökonomen und Philosophen Adam Smith gewürdigt. "Die kurze Liste der Intellektuellen, die wesentlich die Verbesserung der Zivilisation vorangebracht haben, umfasst fraglos auch Adam Smith", sagte der Fed-Chef in einer Rede zum Gedenken an den Denker aus dem 18. Jahrhundert im schottischen Fife. Smith habe den Lauf der Geschichte verändert. Sein 1776 erschienenes Werk "Der Wohlstand der Nationen" habe den sozialen Wandel unterstützt. Das Buch sei eine große Errungenschaft in der intellektuellen Geschichte der Menschheit.


Ökonomie-Nobelpreisträger James Buchanan: „Angst vor der Freiheit“ im Handelsblatt-Interview
Internet: Handelsblatt vom 26.02.2007

Zweifellos produziert der Markt mehr und bessere Güter – aber das ist nicht alles. Der wirkliche Wert der marktwirtschaftlichen Ordnung besteht darin, dass sie es uns ermöglicht, dem politischen Zwang auszuweichen. Der Markt schützt uns davor, dass sich die Politik zu sehr in unser Privatleben einmischt. Das haben uns Adam Smith und andere Klassiker gelehrt. Heute haben wir das mehr und mehr vergessen. Die entscheidende Funktion des Marktes ist eine eminent politische – und er ist eine moralische Instanz, der die Machtausübung eines Kollektivs, des Staates über den Bürger verhindert.


Oskar Lafontaine im Interview zu seinem neuen Buch "Politik für alle. Streitschrift für eine gerechte Gesellschaft"
Quelle: profil 13/05 (www.profil.at/index.html?/articles/0511/560/107840.shtml)

"Ja, es ist wohl so, Geld regiert die Welt, und auch in Deutschland bestimmt zurzeit die Wirtschaft die Politik. Das ist eine ungute Entwicklung. Ich berufe mich in meinem Buch ausdrücklich auf Adam Smith, der gesagt hat, Kapitalismus sei zwar notwendig, aber man müsse sich bewusst sein, dass die Kapitalisten ihre eigenen Interessen verfolgen und versuchen, die Öffentlichkeit zu täuschen. Wer eine demokratische Politik machen will, kann sich nicht nur von den Interessenverbänden der Wirtschaft leiten lassen."

Im gleichen Sinne äußerte sich Lafontaine auf einer Wahlveranstaltung in Chemnitz am 15.06.2005 (Quelle Internet: http://www.rf-news.de/rfnews/aktuell/Politik/article_html/News_Item.2005-06-16.3955 Rote Fahne News)
"... Dazu zitierte er aus dem Hauptwerk von Adam Smith, dass die Unternehmer niemals die Interessen der Gemeinschaft im Auge hätten, sondern immer nur die eigenen."


Jeremy Rifkin, Wirtschaftswissenschaftler und Zukunftsforscher, ist Gründer und Leiter der Foundation on Economic Trends in Washington, er lehrt an der Wharton School und gehört dem Beraterstab der Europäischen Kommission in Brüssel an. Das St. Gallener Tagblatt (Interview: Sabine Seeger, Brüssel) vom 16.05.2005 befragte ihn unter dem Titel "Europa, du hast es besser"
Quelle: Internet

"Denken Sie, dass die wachsende Macht des Kapitals zur Gefahr für unsere Demokratie wird?"
Rifkin: Seit Adam Smith wissen wir doch, dass das Kapital ein starkes Gegengewicht braucht. Das Kapital darf natürlich nicht ausser Kontrolle geraten. Dafür gibt es ja Gewerkschaften, Parteien und die Zivilgesellschaft. Kapital, das ist wie ein Kind, das man liebt und das sich dann – schneller, als einem lieb ist – verselbständigt. Aber wenn man es nicht hegt und pflegt, dann schneidet man sich den Ast ab, auf dem man sitzt.


Christian von Weizsäcker, einer der führenden Ökonomen deutscher Zunge am 14. Mai 2005 in der Neuen Zürcher Zeitung unter dem Titel Gerechtigkeit, Freiheit und Wohlstand – Die Auflösung einer vermeintlichen Antinomie
Quelle: Internet http://www.nzz.ch/2005/05/14/fw/articleCRTR1.html

Eine Gesellschaft freier Menschen wird auf Dauer eine Wohlstandsgesellschaft sein. Diese Auffassung stand am Anfang der ökonomischen Wissenschaft. Sie ist die entscheidende gesellschaftspolitische Botschaft von Adam Smith in seinem Werk über den Wohlstand der Nationen (1776). Sofern Freiheit als «rule of law» und nicht in anarchistischem Sinne verstanden wird, kann die historische Erfahrung der letzten zwei Jahrhunderte diese Botschaft bestätigen. Das Gewaltmonopol des Staates, verbunden mit rechtsstaatlich durchgesetzten Freiheitsrechten der Bürger, und die Verhinderung privater Macht durch eine Wettbewerbsordnung haben überall zu hohem Wohlstand geführt. Der gegenwärtige Globalisierungsprozess ist die Übertragung dieser Entdeckung des Abendlandes auf die übrige Welt.


Bundeskanzler Gerhard Schröder am 13.06.2005 in seiner Rede anlässlich des Kongresses der SPD-Bundestagsfraktion "Soziale Marktwirtschaft" in Berlin
Quelle: Internet http://www.bundesregierung.de/Nachrichten-,417.844271/rede/Rede-von-Bundeskanzler-Schroed.htm

Genau in diesem Punkt ist die Politik gefordert. Sie muss der Marktwirtschaft einen stabilen Ordnungsrahmen geben, wie schon der liberale Nationalökonom und intellektuelle Begründer des Kapitalismus, Adam Smith, wusste. Seiner Zeit entsprechend zählte er zu den Aufgaben des Staates vor allem eine stabile Rechtsordnung, innere und äußere Sicherheit, eine funktionierende Infrastruktur sowie ein leistungsfähiges Bildungs- und Gesundheitswesen.


Sam Huntington über David Hume und Adam Smith in seinem Text "Das eigentliche Amerika I" (Rudolf Maresch am 20.06.2005)
Quelle: Internet http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20326/1.html

Betrachtet man beispielsweise nur den britischen Beitrag zur Aufklärung, dann steht hier der Begriff der "gesellschaftlichen Tugend" im Vordergrund, und nicht eine abstrakte Vorstellung von Vernunft und Rationalität, wie sie etwa Franzosen pflegen und mittlerweile auch die Deutschen teilen. Neben David Hume steht auch Adam Smith für diesen moralistischen Blick auf die sozialen und politischen Verhältnisse Pate. Keineswegs ist er nur jener kühle Verfech-ter von Markt und Wettbewerb gewesen, als der er heute üblicherweise gehandelt wird. Viel-mehr hat er, was häufig gern vergessen wird, dem marktwirtschaftlichen Gedanken den des "moralischen Gefühls" an die Seite gestellt. Mit Empathie, mit mild- oder wohltätigem Han-deln, aber auch durch Mitleiden mit anderen oder Zukurzgekommenen sollen Wunden geheilt und all jene negative Folgen ausbalanciert werden, die Freihandel und Gewinnstreben im Haushalt der Individuen schlagen.


Axel Gloger in der WELT über Adam Smith in seinem Text "Aufsichtsräte mit Beißhemmung" (DIE WELT vom 24.09.2005)
Quelle: Internet http://www.welt.de/data/2005/09/24/779545.html

Daß mancher Manager mehr nach Lebensgenuß, der Villa und dem gut gefüllten Konto trachtet als nach dem Wohl des ihm anvertrauten Geschäfts, das gab es schon immer. Karriere kann korrumpieren. Diese Einsicht teilt Adam Smith. Der Vater marktwirtschaftlichen Denkens analysierte die Berufstätigkeit von Führungskräften - und kam zu dem Schluß: "Direktoren arbeiten nicht mit eigenem Geld, sondern mit dem anderer Leute." Deshalb legten sie weniger Sorgfalt an den Tag als Unternehmer, denen der Laden gehört. "Vernachlässigung und Überschwenglichkeit sind daher fast immer die Regel in solchen Aktiengesellschaften", sagte der schottische Denker in der ihm eigenen Sprache im 18. Jahrhundert.


Norbert Blüm, Ex-Arbeitsminister (CDU) in CICERO, dem Magazin für Politische Kultur, über Adam Smith in seinem Text "Playboys des Marktes" (CICERO vom 27.09.2005)
Quelle: Internet http://www.cicero.de/97.php?ress_id=6&item=93

Die neue Spezies von Globalplayern hat wenig zu tun mit der altehrwürdigen Klasse des "ehrbaren Kaufmanns", der bekanntlich keine Rechtsfigur ist. Sein Verhalten wird nicht von Vorschriften reglementiert, sondern durch ungeschriebene Regeln eines Comments bestimmt, von dem Adam Smith in seiner "Theorie der ethischen Gefühle" sagte: "Wir bemühen uns, unser Verhalten so zu prüfen, wie es unserer Ansicht nach irgendein anderer gerechter und unparteiischer Zuschauer prüfen würde." Der kategorische Imperativ dieser "ehrbaren Kaufleute" war die Selbstachtung, die aus der Achtung der Anständigen schöpfte.


Michael Schmidt-Salomon in seinem neuen Buch MANIFEST DES EVOLUTIONÄREN HUMANISMUS
Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur, Alibri Verlag, Aschaffenburg 2005

(S. 108/9) In seinem monumentalen ökonomischen Grundlagenwerk The Wealth of Nations (deutsch: Der Wohlstand der Nationen) hatte Smith dargelegt, dass die enorme Effizienz des Marktes in erster Linie auf dem Prinzip Eigennutz gründet: „Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers und Bäckers erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern davon, dass sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Wir wenden uns nicht an ihre Menschen-, sondern an ihre Eigenliebe, und wir erwähnen nicht die eigenen Bedürfnisse, sondern sprechen von ihrem Vorteil.“ Gerade das, was von moralphilosophischer Seite meist abgewertet wurde (und auch heute noch wird), avanciert bei Smith zur alles entscheidenden Kraft, von der der Erfolg der gesamten Gesellschaft abhängt: Das eigennützige Streben des Einzelnen ist nach Smith die beste Voraussetzung für das Wohl Aller. Der Mensch werde dabei „von einer unsichtbaren Hand geleitet, um einen Zweck zu fördern, den zu erfüllen er in keiner Weise beabsichtigt hat“.
Was steckt hinter dieser zunächst seltsam anmutenden Idee? Nehmen wir an, A nimmt als Produzent am Marktgeschehen teil. Will er im Kampf mit der Konkurrenz nicht hoffnungslos unterliegen, so ist er gezwungen, seine Produkte ständig zu verbessern, seine Produktivität zu steigern usw. Die mit diesem Zwang zur Verbesserung von Qualität und Effektivität der Produktion verbundenen Innovationsschübe kommen nicht nur A zugute, sondern (unter idealen Bedingungen) auch allen anderen Gesellschaftsmitgliedern (die von A produzierten Güter werden qualitativ besser und preiswerter; und da nicht nur A, sondern auch B bis Z den gleichen Marktprinzipien unterliegen, steigt kontinuierlich der allgemeine Wohlstand an...)
Dass die „unsichtbare Hand des Marktes“ tatsächlich wirkmächtig ist, ist mittlerweile experimentalpsychologisch bestens belegt – ein Ergebnis, das niemanden verwundern sollte,
denn im Kern ist das Marktprinzip kaum etwas, anderes als eine Übertragung evolutionärer Regeln auf das Wirtschaftsverhalten des Menschen (man denke beispielsweise an die gegenseitige Hochrüstung von Räuber- und Beutetieren in der Natur).
(S. 116/17) In diesem Zusammenhang wäre es grob fahrlässig, die Entwicklung und gesellschaftliche Verankerung solcher kultureller Interpretationsschemata der „unsichtbaren Hand des Marktes“ zu überlassen. Das wusste bereits Adam Smith, der die Rolle des Staates keineswegs auf eine bloße „Nachtwächterfunktion“ beschränkt wissen sollte. Der Staat hatte in seinem Modell nicht allein wirtschaftspolitische Aufgaben zu versehen (beispielsweise die Aufgabe, Monopole zu verhindern, also die Prinzipien des Marktmodells gegen allzu mächtige eigennützige Interessen zu verteidigen). Smith sah die besondere Verantwortung des Staates vor allem auch auf dem Gebiet der Bildung angesiedelt. Erst wenn das Recht auf gleiche Bildung für alle garantiert sei, könne man, so Smith, von einer gerechten Gesellschaft sprechen.
Durch eine staatlich garantierte allgemeine Bildung hoffte er insbesondere die negativen Folgen der an sich produktiven Arbeitsteilung aufheben zu können. Smith beschrieb die mit Arbeitsteilung einhergehenden Entfremdungsprozesse folgendermaßen: „Jemand, der tagtäglich nur wenige einfache Handgriffe ausführt, die zudem immer das gleiche oder ein ähnliches Ergebnis haben, verlernt, seinen Verstand zu gebrauchen. Er wird stumpfsinnig und einfältig, wie ein menschliches Wesen nur eben werden kann. Solch geistlose Tätigkeit beraubt ihn nicht nur der Fähigkeit, Gefallen an einer vernünftigen Unterhaltung zu finden oder sich daran zu beteiligen, sie stumpft ihn auch gegenüber differenzierteren Empfindungen, wie Selbstlosigkeit, Großmut oder Güte, ab, so dass er auch vielen Dingen gegenüber, selbst jenen des täglichen Lebens, seine gesunde Urteilsfähigkeit verliert.“


ERNST ULRICH VON WEIZSÄCKER in der taz vom 11.11.2005
Quelle: Internet: http://www.taz.de/pt/2005/11/11/a0199.nf/text.ges,1

Heute entdecken wir, dass es nicht eine Aufklärung gab, sondern zwei! Es gab und gibt die angelsächsische und die kontinentaleuropäische Aufklärung. Aber es gab auch starke Gemeinsamkeiten. Die Befreiung der Menschen vom autoritären Fürstenstaat war das gemeinsame Ziel aller Aufklärer. Zu ihnen gehörten Montesquieu, John Locke, Rousseau und Kant. In England kam noch einer dazu, der immer mehr ins Zentrum rückte: Adam Smith. Er hatte den kühnen Gedanken, dass die Verfolgung des Eigennutzes Wohlstand schafft, welcher, vermittelt über die unsichtbare Hand, letztlich allen zugute kommt. Dafür braucht man nicht Freiheit und Demokratie, sondern auch den Markt. Der Markt sollte sich wegen der Wohlstandsvermehrung auch für die Demokratie als großer Segen erweisen: Es gab auch was zu verteilen. ... Adam Smith' "Effizienz" beruhte darauf, dass zu seiner Zeit die geografische Reichweite des Gesetzes und die des Marktes im Wesentlichen gleich war. Auch wenn es internationalen Handel gab, blieben die britischen Firmen voll und ganz dem britischen Gesetz unterworfen. Und die Demokratie entwickelte auch die Gesetze für Firmen weiter. Das Volk hatte ein legitimes und legales Sagen über die Wirtschaft. Es blieb nicht alles den Aktionären und dem ökonomischen Effizienzgebot überlassen.
Die Globalisierung hat diese geografische Kohärenz zerstört. Der Markt ist global geworden, das Gesetz blieb national.


Arthur Herman, us-amerikanischer Historiker, in der WELTWOCHE Nr. 46/2005, S. 54
Aus dem Artikel von Hanspeter Born über Adam Smith als "Befreier der Gedanken"

Gemäss Arthur Herman, einem amerikanischen Historiker, hat die schottische Aufklärung das geistige Fundament der modernen Welt gelegt: «Wenn wir auf unsere durch Technik, Kapitalismus und moderne Demokratie gestaltete zeitgenössische Welt blicken und uns bemühen, als Individuen unseren Platz darin zu finden, sehen wir effektiv die Welt so, wie die Schotten sie sahen.»
(Auf Seite 56 fährt Hanspeter Born fort:) Über keinen der schottischen Aufklärer ist so viel geschrieben worden wie über Adam Smith - und keiner wird mehr missverstanden als er. Man hat ihn als Vordenker eines räuberischen Kapitalismus beschimpft, und für manche Globalisierungsgegner ist er ein rotes Tuch. Dies ist ungerecht und dumm. Adam Smith bekämpfte das von den Handelsherren seiner Zeit befürwortete Merkantil- und Monopolsystem und verlangte die freie Konkurrenz, weil sie allein geeignet sei, die wirtschaftliche Lage der Armen und Niedrigen zu verbessern. Er war ein entschiedener Befürworter hoher Löhne für die Arbeiter. Im Freihandel sah Smith das beste Mittel gegen die Geisseln der Armen: Teuerung und Hungersnot. William Rees-Mogg, einer der bedeutendsten englischen Kommentatoren, schrieb kürzlich in seiner Kolumne in der Times: «Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass Adam Smith und die schottische Aufklärung im Allgemeinen im 18. Jahrhundert als eine linke oder >radikale< Bewegung betrachtet worden wären.» Adam Smith war auch alles andere als ein Apologet des schrankenlosen Egoismus. Schliesslich ist es ein Fehler, Smith vornehmlich als Wirtschaftswissenschaftler zu verstehen. Smith war Soziologe, bevor das Wort existierte. In erster Linie jedoch war er Moralphilosoph.


Peter J. Boettke, Prof. für Ökonomie an der George Mason University in Fairfax/Virginia, in der Neuen Züricher Zeitung vom 31.12.2005
Aus dem Artikel "Von der Unmöglichkeit, kein Unternehmer zu sein. Soziale Kooperation prägt den Prozess der wirtschaftlichen Entwicklung." – Quelle: Internet http://www.nzz.ch/2005/12/31/th/articleDG2L2.html

Gewinne durch Zusammenarbeit
Auf den ersten Blick mag es den Eindruck erwecken, dass sich Menschen gegenüber jenen kooperativ verhalten, die ihnen nahe sind, dagegen mit jenen streiten, die ihnen fern stehen. Doch Familiarität und Fremdheit sind nicht die entscheidenden Faktoren. Adam Smith hebt in seinem Werk «Der Wohlstand der Nationen» hervor: «In einer zivilisierten Gesellschaft hängt man stets von der Kooperation und dem Beistand einer Vielzahl von Menschen ab, obwohl man während des ganzen Lebens kaum mehr als ein paar Freundschaften zu schliessen vermag.» In einer marktwirtschaftlichen Ordnung sind die individuellen Anreize so gesetzt, dass Informationen effizient genutzt werden und soziales Lernen gefördert wird; mit der Folge, dass trotz Anonymität soziales Verhalten entsteht und der Wohlstand durch Spezialisierung und Austausch gemehrt wird. Vor diesem Hintergrund fühlen sich Fremde motiviert, im Interesse des anderen zu handeln. Dadurch tragen sie zur gegenseitigen Verbesserung der Lebensumstände bei.


Achatz von Müller in der ZEIT vom 12.01.2006
Aus dem Artikel "Immer mehr ist immer weniger" – Quelle: Internet http://www.zeit.de/2006/03/Wachstum?page=all

Alle träumen vom »Wachstum«. Doch eine enthemmte Wirtschaft allein schafft keine Arbeitsplätze.
Doch das alles ist noch kein »Wachstum«. Es fehlt die systematische Verstetigung. Diese liefert erst Adam Smith auf der Basis einer neuen Anthropologie. Wie Albert Hirschmann glänzend nachgewiesen hat, verwandelt die »unsichtbare Hand« in Smiths Konzept erst dann Eigeninteresse des Einzelnen in Gemeinwohl, wenn dieses Interesse sich moralisch befreit hat von den ungezügelten Leidenschaften des materialistischen Egoismus. Der Quell allen Wachstums sprudelt damit in der unerschöpflichen Tiefe des Menschen.


RegioWeb vom 17.02.2006 unter dem Titel: "In großen Medien findet Mittelstand kaum statt"
– Quelle: Internet http://www.regioweb.de/newsitem+M56e1fc96197.html

Davor warnte 1776 schon Adam Smith, der Ur-Vater der Marktwirtschaft, in seinem wichtigsten Werk "Der Wohlstand der Nationen": Man dürfe Führungskräften nicht "das Geld anderer Leute" anvertrauen, weil "Nachlässigkeit und Verschwendung" unabwendbar seien, wenn sich Unternehmen zu Kapitalgesellschaften zusammenschließen würden. Das Privateigentum sei für Etatisten und Konzernvorstände Spielball ihrer egoistischen Machtinteressen. "Hier greifen dieselben Mechanismen wie bei der umverteilenden Staatsbürokratie. Mit Marktwirtschaft hat das Ganze wenig zu tun. Im aktuellen Kapitalismus-Streit gibt es einige Heucheleien und Wirrungen. Liberale, Sozial- und Christdemokraten, Lobbyisten, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände führen die üblichen Schaukämpfe", kritisiert Gunnar Sohn in der aktuellen Ausgabe von NeueNachricht, die sich mit den Irrlehren im Management beschäftigt. "Wenn es in Deutschland wieder aufwärts gehen soll, muss man den unternehmerischen Mittelstand stärker beachten und klar abgrenzen von den Großkonzernen", fordert Lange. Als richtungsweisend gelte auch heute noch einer der Väter der Sozialen Marktwirtschaft, der ordoliberale Wissenschaftler Wilhelm Röpke (1899-1966): "Je geringer die Zahl der Selbständigen und je typischer für unsere Zeit der Großbetrieb und die Massenorganisation wird, um so mehr büßt die Marktwirtschaft ihre Vorteile gegenüber dem Kollektivismus ein, um so bedenklicher wird in ihr das Geflecht der menschlichen Beziehungen, und zwar durch die Konzentration, die sich innerhalb der Marktwirtschaft vollzieht", so Röpke.


Wolfgang Thierse (Bundestagsvizepräsident) in DER STANDARD vom 06./07.05.2006 unter dem Titel: "EU-Probleme nicht gesundschlafen"
– Quelle: Internet http://derstandard.at/?url=/?id=2437117

"Der Sozialstaat ist die größte europäische Kulturleistung", meint Thierse. "Wir werden ihn nicht in jeder seiner Facetten erhalten, aber dieses System ist etwas, was wir in die Globalisierung einbringen und durch Reformen verteidigen müssen." Dies sei auch unter Bedingungen einer härteren wirtschaftlichen Konkurrenz möglich. Kapitalismus funktioniere, aber er funktioniere nur, wenn es Regeln gibt, zu denen auch die Regeln des sozialen Ausgleichs gehören. "Das ist schon Adam Smith klar gewesen, und das müssen auch wir wieder lernen."


James Buchan: Adam Smith and the Pursuit of Perfect Liberty (Profile Books 2006, 288 S., £15.99, ISBN 1861979053.)
– Quelle: Rezension des Buches in der Financial Times Deutschland vom 24.05.2006 von Tim Harford. Internet: http://www.ftd.de/rezensionen/76297.html

Smiths Genialität als Ökonom geht zwingend, so argumentiert Buchan, mit seiner Anständigkeit als menschliches Wesen einher. Leidenschaftlich glaubte er an den Wert einer guten Bildung, denn er hatte das Gefühl, dass die spezialisierten Arbeiten, die Teil einer wohlhabenden Volkswirtschaft waren, den Geist der Arbeiter "verstümmeln und deformieren". Smith ging davon aus, dass die Regierung "ohne Ungerechtigkeit" für die Bildung aufkommen könnte, aber dass es dem Markt wohl besser gelingen könnte, die Lehrer zu motivieren.


Guy Kirsch in seinem Artikel: Die Eliten sollten Vertrauen in der Gesellschaft besonders ernst nehmen. «Wir verhalten uns zunehmend unmoralisch, weil wir asozial geworden sind»
– Quelle: Neue Zürcher Zeitung vom 26. August 2006. Internet: http://www.nzz.ch/2006/08/26/th/articleEBHTI.html

Die Korps und Gruppen sind allerdings dann gefährlich, wenn sie Abmachungen ermöglichen, die zulasten Dritter gehen, also jener, die nicht «dazugehören». Schon Adam Smith hat darauf hingewiesen, dass kaum je Fabrikanten zusammentreffen werden, ohne dass sie gleich Ränke gegen das gemeine Wohl schmieden.


Mathias Binswanger in seinem Artikel: Lohn ohne Leistung über Vorstandsgehälter:
Einkommensunterschiede sind nützlich. Doch exorbitante Managergehälter vergiften das gesellschaftliche Klima.

– Quelle: Die WELT vom 30. September 2006. Internet: http://www.welt.de/data/2006/09/30/1055025.html

Luxussteuern sind ein weiteres Instrument zur Eindämmung des Statuswettbewerbs. Kein geringerer als Adam Smith propagierte in seinem Buch "Wohlstand der Nationen" (1776) eine solche Luxussteuer. Er suchte eine stabile Einkommensquelle für den Staat. Die erste in den USA eingeführte Luxussteuer betraf private Pferdekutschen, wobei sich der Steuersatz nach der Anzahl der Räder richtete.


Manfred Poser in seinem Artikel: Das Geld und die Wörter:
– Quelle: KRITISCHE AUSGABE vom 06. Oktober 2006. Internet: http://kritische-ausgabe.de/index.php/archiv/778/

Adam Smith (1723-1790) schrieb neben seinem großen ökonomischen Werk auch einen Essay über den Ursprung der Sprachen. Er führte den Faktor der Arbeit ein, die als Maßsystem dem Geld vorgeordnet wurde. Wie lange muss ich arbeiten, um eine bestimmte Summe zu erhalten? Dieses Denken prägte die Moderne.


Rainer Hank unter dem Titel „Warum macht Geld nicht wirklich glücklich?“:
– Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.10.2006, Nr. 43 / Seite 58 - im Internet

Geld bringt Wohlstand, Macht und Status. Aber bringt Geld auch Glück? Nein, wußte schon Adam Smith, der Begründer der modernen Ökonomie. „In Blick auf das wahre menschliche Glück sind die Armen in keinster Weise denen unterlegen, die über ihnen zu sein scheinen“, schreibt der schottische Ökonom in seiner „Theorie der moralischen Gefühle“ (1759).
Mehr noch: „Der Bettler, der sich am Wegesrand sonnt, hat eine Zufriedenheit, für welche die Könige kämpfen müssen.“ Obwohl die Menschen im Westen der Erdhalbkugel immer reicher werden, sind sie keineswegs glücklicher geworden. Dort hat sich in den vergangenen 50 Jahren das reale Durchschnittseinkommen mehr als verdoppelt. Aber die Zufriedenheit der Leute hat im selben Zeitraum keinen Deut zugenommen.
...
Adam Smith meint, die Menschen säßen einer ziemlich produktiven Selbsttäuschung auf. Sie glauben, daß wachsender Wohlstand sie glücklich macht und streben deshalb nach immer mehr Geld und Reichtum. Würden alle Leute in der Gewißheit des trügerischen Glücks vermehrten Geldes Bettler bleiben, sähe die ganze westliche Welt ziemlich elend aus. Denn es gäbe keinen Anreiz für wirtschaftliches Handeln.
„Es ist diese Irreführung, welche das produzierende Gewerbe kontiniuierlich in Bewegung hält“, schreibt Adam Smith: „Täuschung bringt uns dazu, das Land zu kultivieren, Städte zu gründen und Weltreiche zu errichten. Diese Fehleinschätzung hilft uns, Wissenschaft und Künste zu erfinden, die das menschliche Leben verschönern. Das hat den gesamten Globus vollständig revolutioniert.“


FOCUS online in der Biografie zu Adam Smith:
– Quelle: Internet

Der schottische Moralphilosoph und Soziologe Adam Smith ist der Begründer der modernen Nationalökonomie. Er orientierte sich unter anderen an dem englischen Philosophen David Hume. Die Wurzeln der sittlichen Beurteilung sah er in der Sympathie. Das wirtschaftliche Leben begründete er mit dem Eigeninteresse der Individuen. Er propagierte die Freiheit von Erwerb und Wettbewerb, die er als Grundvoraussetzung für eine gut funktionierenden Wirtschaftsleben erkannte...
Adam Smith ist ein bedeutender Repräsentant der schottischen Aufklärung, der sich unter anderem durch eine exakte Beobachtung, umfassendes Wissen und einem zeitkritischen Blick auszeichnete. Seine nationalökonomischen Werke begründeten die politische Ökonomie als neue Wissenschaft, die sich an die empirische Realität hielt. Seine nationalökonomischen Theorien sind aber nicht getrennt von seinen ethischen Vorstellungen zu betrachten, da sie im Thema zum Teil einander bedingen. Vor allen Dingen spielt das Eigeninteresse der Individuen eine Rolle und andererseits das Gefühl der Sympathie als Korrektiv.


Die Sozialphilosophin Sabine Gürtler im Kölner Stadtanzeiger vom 11.05.2007 unter dem Titel: Ein Stück Sozialismus im Markt (von Michael Hesse):
– Quelle: Internet

Dass es der freie Markt ist, der Vertrauen in der Frage gerechter Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse verdient, bezweifelt die Sozialphilosophin Sabine Gürtler. „Der freie Markt funktioniert nicht, weil es ihn gar nicht gibt“, sagte sie und verwies darauf, dass der Markt seit jeher von verschiedenen Kräften dominiert und gelenkt werde. Der Ökonom Adam Smith, auf den die Idee eines freien, sich selbst regulierenden Marktes zurückgeht, habe sich geirrt.


Florian Opitz in jungle-world.com zu seinem Film "Der große Ausverkauf" über den Nobel-Preisträger Joseph E. Stiglitz und Adam Smith: "Die unsichtbare Hand gibt es nicht"
– Quelle: Internet

Eine weitere Erklärung von Stiglitz ist, dass die Leute, die heute an den Schalthebeln sitzen, die Theorien vertreten, die sie einmal gelernt haben. Die Theorie des freien Marktes, von Adam Smith, nach der der freie Markt wie von unsichtbarer Hand geleitet zu wirtschaftlicher Effizienz führt, ist eine alte und zentrale Theorie, die bis heute gelehrt wird. Neue, moderne Wirtschaftstheorien, die besagen, dass es die unsichtbare Hand nicht gibt und dass freie Märkte eben nicht automatisch zu guten Ergebnissen führen, wie eben auch die von Stiglitz – für die er seinen Nobelpreis bekommen hat – scheinen dagegen noch nicht wirklich bei den Politikern angekommen zu sein. Und ich glaube, dass viele Politiker einfach dem Hype glauben, den sie in den Wirtschaftsteilen der Zeitungen lesen. Dort hat sich der Glaube an den Neoliberalismus sehr stark durchgesetzt.


Die Sozialphilosophin Sabine Gürtler im Kölner Stadtanzeiger vom 11.05.2007 unter dem Titel: Ein Stück Sozialismus im Markt (von Michael Hesse):
– Quelle: Internet

Dass es der freie Markt ist, der Vertrauen in der Frage gerechter Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse verdient, bezweifelt die Sozialphilosophin Sabine Gürtler. „Der freie Markt funktioniert nicht, weil es ihn gar nicht gibt“, sagte sie und verwies darauf, dass der Markt seit jeher von verschiedenen Kräften dominiert und gelenkt werde. Der Ökonom Adam Smith, auf den die Idee eines freien, sich selbst regulierenden Marktes zurückgeht, habe sich geirrt.


Die FAZ im Internet unter dem Titel "Souveräne Konsumenten - Alternativen zum Protest"
– Quelle: "Bildstrecke" mit Tipps im Internet

Zu Tausenden demonstrieren in diesen Tagen die Globalisierungskritiker für eine „bessere Welt”. Für faireren Handel, gerechtere Löhne, gegen Raubbau an der Umwelt, gegen Kinderarbeit und vieles mehr. Fairness kann aber auch beim Konsumenten selbst in der Einkaufstasche beginnen. Schon Adam Smith prägte das Leitbild der „Konsumentensouveränität”. Dahinter steht: Jeder Verbraucher entscheidet letztlich durch seine Nachfrage mit darüber, welche Güter produziert werden. Ist es dem Verbraucher wichtig, dass seine Gartenmöbel nicht aus Tropenholz gefertigt oder der Wohnzimmerteppich nicht von Kinderhand gewebt ist, so kann er es ablehnen, Güter zu kaufen, die seine Wunschkriterien nicht erfüllen. Doch ein großes Manko gibt's dabei: Nicht immer verfügen Konsumenten über genügend Informationen über die Produkte. FAZ.NET zeigt in einer Bilderstrecke einige Beispiele, was verantwortungsbewusste Konsumenten tun können.


Daniel Hug in der Neuen Zürcher Zeitung im Internet unter dem Titel "Fusionswelle erreicht neuen Höhepunkt"
– Quelle: Internet

Die Zahl der feindlichen Übernahmen hat sich in fünf Jahren fast verzehnfacht. Privatkapital-Firmen und Hedge-Funds verlangen von Managern rund um den Globus mehr Effizienz und Profit. Die «unsichtbare Hand» des Marktes (Adam Smith) hat sich in eine sichtbare Peitsche verwandelt.


Thomas Wels in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung vom 11.06.07 im Internet unter dem Titel "Vom Neoliberalismus"
– Quelle: Internet

Und selbst der Begründer der Nationalökonomie, der Moralphilosoph Adam Smith (1723-1790), ging den Beck´schen vermeintlich radikalen Neoliberalen zu weit, indem er die Aufgabe des Staates auf den Schutz des Privateigentums, Bereitstellung von Infrastruktur, Bildungs- und Gesundheitswesen reduzierte.
Smith, der Liberale, hat berühmte Anhänger in der SPD. Die Politik "muss der Marktwirtschaft einen stabilen Ordnungsrahmen geben, wie schon der liberale Nationalökonom und intellektuelle Begründer des Kapitalismus, Adam Smith, wusste." (Gerhard Schröder, 2005, Bundeskanzler).


Holger Iburg unter dem Titel: "Wo ist der Staat, wenn er gebraucht wird?" im Unternehmermagazin Impulse Online vom 19.06.2007
– Quelle: Internet

Der große englische Ökonom Adam Smith wusste schon 1776, was die Pflicht des Staats ist: "Solche Anstalten zu treffen und solche Werke herzustellen und zu unterhalten, die, wenn sie auch für eine große Gesellschaft höchst vorteilhaft sind, doch niemals einen solchen Profit abwerfen, dass sie einem Einzelnen oder einer kleinen Anzahl von Personen die Kosten ersetzen, und deren Einrichtung und Unterhaltung daher von keinem Einzelnen oder einer kleinen Anzahl von Personen erwartet werden kann."


Philipp Plickert unter dem Titel: "Die kollektivistische Ader in uns" in der FAZ vom 07.08.2007
– Quelle: Internet

Der liberale schottische Ökonom Adam Smith erklärte zwar in seiner Untersuchung zum „Wohlstand der Nationen“, dass wirtschaftliche Leistung aus eigennützigen Motiven geschehe. In seinem zweiten großen Werk „Theorie der moralischen Gefühle“ schreibt Smith aber, dass der Mensch auch Empathie, also Mitgefühl, empfinde. Demnach gelten in der Familie und unter Freunden andere Gesetze als auf dem Markt.


Gerald Braunberger unter dem Titel: "Alte Ökonomik. Schumpeters Meisterwerk ist wieder erhältlich" in der FAZ vom 06.08.2007
– Quelle: Internet

Schumpeter besaß keinen Respekt vor Säulenheiligen. Während sich auch heute noch viele Ökonomen dem Werk von Adam Smith nur mit einem ehrfurchtsvoll gelupften Hut nähern, fand vor allem dessen "Wohlstand der Nationen", der üblicherweise als eine Art Bibel der Volkswirtschaftslehre gilt, Schumpeters Anerkennung nicht.
Das Werk beinhalte keinen einzigen originellen Gedanken, sondern kupfere sie (meist ohne Nennung der Quelle) ab, lautete eine Kritik. Der Erfolg des "Wohlstands der Nationen" erkläre sich des weiteren damit, dass Smith so geschrieben habe, dass auch der Dümmste den Eindruck erhielt, er habe das Werk verstanden. Zudem habe Smith mit seinen wirtschaftspolitischen Forderungen dem Zeitgeist gehuldigt.
Tatsächlich aber besitzt das Buch nach Ansicht Schumpeters erhebliche analytische Schwächen; vor allem die oft zitierte und später durchaus einflussreiche Wertlehre sei misslungen und habe später sogar einen so findigen Kopf wie David Ricardo auf Abwege geführt.


Jörg Hackhausen unter dem Titel: "Der Siegeszug der freien Marktwirtschaft" im Handelsblatt vom 10.08.2007
– Quelle: Internet

Der Wirtschaftshistoriker Ivan T. Berend vergleicht die ökonomischen Ordnungen in der europäischen Geschichte. In den Mittelpunkt seines Buches „Markt und Wirtschaft“ aber stellt er den Siegeszug der freien Marktwirtschaft. Fast scheint es, als seien Adam Smith, David Ricardo und John Stuart Mill wieder lebendig.
Die Freiheit der Märkte, das Ende staatlicher Interventionspolitik und die Beseitigung des Wohlfahrtsstaats – alles, was die berühmten Ökonomen Adam Smith, David Ricardo und John Stuart Mill vor zwei Jahrhunderten forderten, kehrt nun mit der Globalisierung zurück. Mächtiger als jemals zuvor. "Unter dem Druck der wiedererstarkten Ideologie vom freien Markt", schreibt der Wirtschaftshistoriker Ivan T. Berend, "wurde die Rückwendung zum selbstregulierten Markt geradezu unaufhaltsam."
Den Siegeszug der freien Marktwirtschaft stellt Berend in den Mittelpunkt seines Buches „Markt und Wirtschaft. Ökonomische Ordnungen und wirtschaftliche Entwicklung in Europa seit dem 18. Jahrhundert“. Dieser Siegeszug war allerdings alles andere als unvermeidlich. Zwar hatten Adam Smith und andere Vordenker das freie Spiel der Marktkräfte noch als unabänderliches Naturgesetz begriffen. Doch Berend zeigt, dass sich die Idee vom freien Markt mit einer Reihe von Gegenentwürfen messen musste.


Ernst Ulrich von Weizsäcker in der Financial Times Deutschland unter dem Titel: Ein Dollar, eine Stimme
– Quelle: Internet

Dabei wusste schon Adam Smith im 18. Jahrhundert, dass der Markt nur dann gut geht, wenn der Staat die Regeln setzt. Damals war die geografische Reichweite des Marktes und die des Gesetzes noch mehr oder weniger gleich. In der Globalisierung ist das anders: Der Marktakteur schmunzelt über nationale Regeln und sucht sich weltweit Plätze, wo diese nicht gelten. Langsam sickert aber durch, dass der Markt gar nicht so erfreuliche Ergebnisse zeitigt, wie sie die liberalen Ökonomen Hayek und Milton Friedman ausgemalt hatten. ... Das Pendel weg vom Staat ist viel zu weit ausgeschlagen. Wir müssen zur Balance zurückfinden.


PHILIP PLICKERT in der FAZ vom 17.10.2007 über Spieltheorie und "Unsichtbare Hand" unter dem Titel: Handeln und wissen
– Quelle: Internet

Die drei amerikanischen Wissenschaftler Leonid Hurwicz, Eric Maskin und Roger Myerson, die den diesjährigen Wirtschafts-Nobelpreis erhalten, haben grundlegende Beiträge zur Analyse von sozialen Interaktionen erbracht: Die von Hurwicz erstmals entwickelte und von Maskin und Myerson verfeinerte Mechanismus-Design-Theorie fragt nach Spielregeln, um eine optimale Lenkung ("Allokation") von Ressourcen zu erreichen. Ihre stark mathematisch orientierte Forschung untersucht im Kern die Frage, unter welchen Bedingungen Märkte funktionieren und wann sie versagen. Die "unsichtbare Hand", die nach Adam Smith das individuelle Gewinnstreben in Richtung des Gemeinwohls lenkt, erfordert ideale Bedingungen, die aber in der Realität vieler Märkte nicht gegeben sind. ...
Die Spieltheorie, so abstrakt sie erscheinen mag, entwickelt sich mehr und mehr zu einer Schlüsseldisziplin für das Verständnis der Wirtschaft. In einer Welt unvollständiger Information hilft sie, Verträge und Institutionen so zu gestalten, dass Wissen und Ressourcen in optimaler Weise genutzt werden. Dann können Arbeitsteilung und Handel zum Wohle aller funktionieren.


Patrick Döring (Bundestagsmitglied der FDP aus Hannover) auf der Internet-Seite abgeordnetenwatch.de am 24.04.2007:
– Quelle: Internet

Vor allen Dingen ist es wichtig stabile und demokratisch legitimierte politische Institutionen zu schaffen, wie schon Adam Smith zu seiner Zeit beobachtete:
"Order and good government, and along with them the liberty and security of individuals, were, in this manner, established in cities at a time when the occupiers of land in the country were exposed to every sort of violence. (…) That industry, therefore, which aims at something more than necessary subsistence, was established in cities long before it was commonly practised by the occupiers of land in the country.” (Adam Smith, An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations: Book III Kapitel 3).


Sven Nagel in der Financial Times Deutschland über Adam Smith, Charles Darwin und die Evolution in der Wirtschaft am 26.10.2007:
– Quelle: Internet

Woher kommen wir? Und wie finden und mehren wir unser Auskommen? Fragt sich die Menschheit. Zwei der berühmtesten Antworten darauf stammen von Charles Darwin und Adam Smith. Der Naturforscher Darwin schrieb über die Entstehung der Arten und begründete die moderne Evolutionstheorie. Smith machte sich über den Wohlstand der Nationen Gedanken - die Volkswirtschaftslehre war geboren. Nun führt Eric D. Beinhocker die beiden Wissenschaften zusammen: In seinem Buch "Die Entstehung des Wohlstands" erklärt der US-Forscher, wie Evolution die Wirtschaft antreibt.


Martin Hartwig im Deutschlandradio Kultur am 30.10.2007 unter dem Titel: "Für ein freies Spiel der Marktmacht. Vor 60 Jahren wurde das Handelsabkommen GATT unterzeichnet" über Adam Smith und den (ungleichen) Vorteil des freien Handels:
– Quelle: Internet

Adam Smith, der Begründer der modernen Freihandelslehre, schrieb ... schon im 18. Jahrhundert:
Derjenige Handel, der ohne Zwang oder Beschränkung zwischen zwei beliebigen Orten natürlich und regelmäßig getrieben wird, ist immer für beide vorteilhaft, wenn auch nicht immer für beide gleich vorteilhaft.
... Praktisch alle Nationen sind, ganz im Sinne von Adam Smith, durch den freieren Handel reicher geworden - allerdings in deutlich unterschiedlichem Umfang.


Christian Watrin in FAZ.NET vom 14.11.2007 unter dem Titel: "Volkswirtschaft als Realwissenschaft. Wilhelm Meyer ist den Grundlagen der Ökonomik auf der Spur" über das "Adam-Smith-Problem":
– Quelle: Internet

Die ökonomischen Klassiker fragten dagegen als erste, ob eine nichtautoritäre gesellschaftliche Ordnung möglich sei und dauerhaft erfolgreich sein könne. Ihre Antwort war sowohl positiv als auch optimistisch und ist bis heute weltweit herausfordernd. Im ökonomischen Bereich beruht die nichtautoritäre Gesellschaft auf den Institutionen des Marktes und des Wettbewerbs. Solche, nicht von zentralen Institutionen gelenkte Wirtschaftsgesellschaften haben trotz aller Kapitalismuskritik vergangener Jahrzehnte die Katastrophen zentralgesteuerter bürokratischer Systeme erfolgreich umschifft.
Meyer zeigt diese Zusammenhänge anhand einer subtilen Analyse des vermeintlichen Adam-Smith-Problems auf. Danach hat Smith in seiner "Theorie der ethischen Gefühle" die menschliche Natur als altruistisch dargestellt, im Sinne wechselseitiger positiver Sympathie der Menschen, und zum anderen hat er im später erschienenen "Wohlstand der Nationen" auf Basis der Egoismushypothese argumentiert.


Lothar Späth im Handelsblatt vom 28.11.2007 unter dem Titel: "So sehe ich es. Von Adam Smith lernen."
– Quelle: Internet

Es ist für das politische Tagesgeschäft immer wieder aufschlussreich und hilfreich, wenn man auf unbestrittene Grundweisheiten längst verstorbener und allseits verehrter Altmeister zurückgreifen kann. In der Ökonomie eignet sich wohl keiner besser dazu als Adam Smith, der mit seinem Werk „Wohlstand der Nationen“ die Wirtschaftslehre erst zur eigenständigen wissenschaftlichen Disziplin gemacht hat.
Sein gut 800 Seiten starkes Buch gilt immer noch als beste Formulierung grundlegender wirtschaftlicher Zusammenhänge. Hier haben wohl alle Experten der Wirtschaftspolitik schon einmal Rat gefunden. Natürlich findet man dort auch eine systematische Ausarbeitung über die Staatsausgaben für öffentliche Einrichtungen und Anlagen. Hierzu gehören insbesondere Straßen, Brücken und heutzutage auch das Schienennetz, das es aber zu Smiths Zeiten, gegen Ende des 18. Jahrhunderts, noch nicht gab.
Beim Altmeister Adam Smith ist diesbezüglich zu lesen, dass die Staatsausgaben für Ausbau und Unterhaltung öffentlicher Straßen offensichtlich mit der Menge und dem Gewicht der Fahrzeuge samt ihrer Waren, die über diese Straßen rollen, steigen müssen. Er plädiert deshalb für gewichtsabhängige Benutzungsgebühren, welche die Einkünfte zur Deckung der Herstellungskosten einbringen. Dadurch würden die allgemeinen Staatsausgaben geschont, und es komme automatisch zu einer verursachungsgerechten Kostenbeteiligung. Gewerbliche Benutzer geben die Kosten mehr oder weniger an die Endkunden weiter, was zu einer verbrauchsgerechten Verteilung der Transportkosten führe. Doch blieben die Preise immer noch geringer als ohne die Einrichtung der Straßen. Die dadurch gewonnene Mobilität nütze allen. Nebenbei bemerkt, könnte man nach Smith wegen sozialer Aspekte das „Wegegeld für Luxusfahrzeuge“ im Verhältnis auch höher ansetzen.
Vom Prinzip her wurden Smiths kluge Vorschläge zum großen Teil in unserem modernen System umgesetzt. Wer viel auf den Straßen fährt, muss automatisch große Mengen hoch besteuerten Kraftstoffs tanken. Und wer große und schwere Autos fährt, braucht nicht nur mehr Kraftstoff, sondern bezahlt auch mehr KFZ-Steuern. LKWs werden seit kurzem über die Maut nochmals extra zur Kasse gebeten. Nur eines, was allerdings in Smiths marktwirtschaftlichem Gedankengebäude von zentraler Bedeutung ist, funktioniert nicht: die Investition in Straßen nach Maßgabe des steigenden Bedarfs.


ELKE BUHR in der Franfurter Rundschau vom 10.12.2007 unter dem Titel: "Den Nahen Osten verstehen"
– Quelle: Internet

... der in Bagdad geborene Kulturwissenschaftler Sinan Antoon überraschte am Eröffnungsabend das Publikum mit einer Referenz an Adam Smith: Dessen Moralphilosophie gehe davon aus, dass freier Handel die Grundlage für die Entwicklung von Freundschaften sei. Diese Regel habe auch für den Irak gegolten, wo schon im 18. Jahrhundert Händler verschiedenster religiöser Gruppen freundschaftliche Briefe getauscht hätten. Das Ziel von Antoons historischem Exkurs: Die archaischen Kriege zwischen Stämmen und religiösen Sekten, die heute den Irak erschüttern, sind keineswegs eine unveränderliche Eigenschaft dieser Gesellschaft.


Antje Sirleschtov unter dem Titel „Politik im Briefkasten“ im Tagesspiegel vom 13.12.2007
– Quelle: Internet

Der Ausweg kann nur in einem allgemeinen Mindestlohn liegen, den der Staat einem jeden, der arbeitet, ohne Ansehen der Person garantiert. Keine Geringeren als die Urväter des Liberalismus haben dafür Hinweise gegeben. „Der Mensch ist darauf angewiesen, von seiner Arbeit zu leben, und sein Lohn muss mindestens so hoch sein, daß er davon existieren kann“, schrieb Adam Smith vor 200 Jahren.


Norbert Walter (Chefvolkswirt der Deutschen Bank) im Rheinischen Merkur vom 20.12.2007 unter dem Titel „WETTBEWERB / Konkurrenz belebt nicht nur das Geschäft, sondern auch die Nächstenliebe. Der Mensch auf Sinnsuche"
– Quelle: Internet

Menschen sind Sinnsucher. Sie handeln aus Eigenliebe. Viele suchen den Sinn des Lebens in ihrer Arbeit und der damit verbundenen Selbstentfaltung, einige im Glauben, immer mehr in der Maximierung persönlichen Reichtums.
Wo bleibt in dieser neuen Welt die Nächstenliebe? Schon der Schotte Adam Smith erkannte vor bald 250 Jahren, dass vor allem die Eigenliebe Menschen zum Handeln antreibt. Doch damit eine Gesellschaft funktionieren kann, muss es Schranken geben, die diese Eigenliebe in sinnvolle Bahnen lenkt: Mitgefühl, Ethik, Eigentumsordnung und Rechtssystem disziplinieren Mitmenschen, ihre Eigenliebe nicht rücksichtslos auf Kosten anderer auszuleben. Als weitere Schranke schlug Smith den Wettbewerb vor. Wettbewerb lässt Freiraum: Darin wächst der Wille zur Übernahme von Verantwortung – und es entsteht der offene Raum für Nächstenliebe: In unserer Single- und Spaßgesellschaft entdecken Menschen im Wettbewerb Partner und Familie. In unserer auf offizielle Arbeit kaprizierten Welt, gewinnt das Ehrenamt in Vereinen, Kirchen und Gemeinden an Bedeutung.
Natürlich, Nächstenliebe ist nicht das Endprodukt der marktwirtschaftlichen Ordnung. Sie ist aber mehr als ein zufälliges Nebenprodukt. ...
Menschen sind Sinnsucher. Umverteilung fördert die Eigenliebe, ohne Verantwortungsbewusstsein einzufordern. Mehr Wettbewerb hingegen fördert Eigenverantwortung. In diesem Freiraum kann Nächstenliebe wachsen.


E. W. Streissler in der WIENER ZEITUNG vom 10.01.2008 über das Anliegen von Adam Smith und die Zeitumstände seines Werkes Wealth of Nations
– Quelle: Internet

Man hat Adam Smith Widersprüchlichkeit vorgeworfen, als er diese so völlig gegensätzlichen sozialen Erscheinungen [der fundamentale Unterschied personalisierter zwischenmenschlicher Beziehungen einerseits und anonymer Weltwirtschaft andererseits] eben notwendigerweise unterschiedlich in "The Theory of Moral Sentiments" (1759) und in "The Wealth of Nations" (1776) zu fassen versuchte. Im erstgenannten Werk geht es um persönliche Beziehungen in einander bekannten Kleingruppen, die, wie Smith sagt, durch das Band der "Sympathie" verbunden sein sollen. ...
Als Adam Smith seine Untersuchung über den "Wealth of Nations" publizierte, war bei geringsten Zinssätzen die volle Integration der internationalen Finanzmärkte und damit die Anonymität weltmarktgängiger Güter in den führenden Wirtschaftsnationen bereits seit etwa vierzig Jahren erreicht. Ja, die Wirtschaftsintegration war sogar weiter fortgeschritten als heute, denn die führenden Wirtschaftsnationen verfügten in der Goldwährung über eine letztlich einheitliche Währung.


Paul Cockshott in der JUNGEN WELT vom 21.01.2008 unter dem Titel "Zeit statt Geld" über die Arbeitswerttheorie bei Adam Smith
– Quelle: Internet

Die Ökonomie beruht auf einer wohlüberlegten und bewußten Anwendung der Arbeitswerttheorie, wie sie von Adam Smith und Karl Marx entwickelt wurde. Es handelt sich um ein Modell, in dem auf der einen Seite Verbrauchsgüter mit der für sie aufgewendeten Arbeitszeit in Stunden und Minuten versehen werden und auf der anderen Seite jeder Arbeiter seine geleisteten Arbeitsstunden angerechnet bekommt. Die konsistente Anwendung dieses Prinzips eliminiert ökonomische Ausbeutung.


Alexander Kluy in DIE WELT ONLINE vom 24.01.2008 unter dem Titel "Trinkt! Auf Robert Burns, Haggis und Lassies!" bezeichnet Schottland - mit Adam Smith - als "Hort der Moderne"
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Schottland - Hort der Moderne (Adam Smith! Sean Connery!). Zugleich versteht man es dort, seine alten Heroen zu ehren - so gibt es den Freiheitskämpfer William Wallace als preiswerte Korkenzieherfigur -, besonders aber die Dichter.


HEISE ONLINE NEWS vom 24.01.2008 unter dem Titel "Bill Gates sucht nach einem gerechten Kapitalismus" mit Adam Smith
– Quelle: Internet

Von den Fortschritten in der Technik, im Gesundheitswesen und in der Bildung profitiere in erster Linie das ohnehin schon reiche Drittel der Menschheit, während sie an den ärmsten zwei Milliarden vorübergingen. Um dies zu ändern, will Gates laut dem Bericht vorschlagen, dass sich herkömmliche Unternehmen auch um die Belange der Ärmsten kümmern und dafür vom Staat finanzielle Anreize bekommen. Es müsse für Unternehmen eine Möglichkeit gefunden werden, wie diese den Armen helfen und dabei gleichzeitig profitabel arbeiten können.
Um seine Ausführungen zu untermauern, werde Gates in seiner Rede aus der Theorie der ethischen Gefühle des schottischen Philosophen Adam Smith zitieren, schreibt das Wall Street Journal. Dabei wolle Gates herausstellen, dass die Menschen zu ihrem eigenen Vorteil ein Interesse am Wohlergehen der anderen Menschen hätten.


Meinhard Miegel in der NZZ vom 05.02.2008 unter dem Titel "Die Grenzen des materiellen Wachstums" über Adam Smith und den Optimismus
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Optimismus ist Bürgerpflicht, und das trotz des Diktums des britischen Moralphilosophen und Schirmherrn der Ökonomen, Adam Smith, wonach Optimisten Menschen sind, die ihre Fähigkeiten masslos überschätzen und ein absurdes Vertrauen in ihr Glück haben.


Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen im Interview mit WELT ONLINE vom 08.02.2008 unter dem Titel "Kampf für die freie Meinung" über Adam Smith und die gesellschaftsstiftende Kraft des Liberalismus
– Quelle: Internet

WELT: Sie verstehen sich als Liberaler. Was unterscheidet Ihrer Meinung nach den heutigen Liberalismus von dem Gründungsliberalismus vor etwa 200 Jahren?
Rasmussen: Adam Smith, eine der Gründergestalten des Liberalismus, ist vor allem für seinen Wirtschaftsliberalismus berühmt, den er in seinem Buch „Der Wohlstand der Nationen“ entwickelt hat. Darüber wird gerne übersehen, dass er ein zweites wichtiges Buch geschrieben hat, die „Theorie der ethischen Gefühle“. Beides ist heute so aktuell wie damals. Liberalismus ist ohne Wirtschaftsliberalismus nicht möglich. Ich glaube mit Leidenschaft an den Markt, den Freihandel, Privatbesitz und so fort. Aber Liberalismus ist mehr als das. Er hat als politische Philosophie einen über die Wirtschaft hinausreichenden Impuls – den ich nur ungern moralisch nenne, weil ich es für gefährlich halte, in der Sphäre der Politik zu oft mit moralischen Begriffen zu argumentieren. Der Liberalismus hat eine gesellschaftsstiftende Kraft. Das wird heute oft übersehen – wie auch der Umstand vernachlässigt wird, dass wir Gefahr laufen, die grundlegenden liberalen Prinzipien zu vergessen oder zu missachten, auf denen unsere Gesellschaft gegründet ist.
WELT: Was genau meinen Sie damit?
Rasmussen: Mein Ausgangspunkt ist das Zeitalter der europäischen Aufklärung. Es war das Zeitalter, das den kritischen Geist hoffähig machte und das den weltlichen Vormachtsanspruch der Religion endgültig zurückwies. Staat und Politik wurden getrennt, was den Weg für den säkularen Staat ebnete. Dazu gehört auch das Recht auf ungehinderte freie Meinungsäußerung – ein Recht, das ich für das vielleicht grundsätzlichste überhaupt halte. Ohne die freie Rede kann kein einziges anderes Recht wirklich geschützt sein.
...
WELT: 1993 haben Sie Ihr Buch „Vom Wohlfahrtsstaat zum Minimalstaat“ veröffentlicht. Darin sprachen Sie von einem nötigen kulturellen Kampf und sagten, man müsse die kollektivistischen Normen der Gesellschaft brechen. Ist es Ihnen als Ministerpräsident gelungen, dieses kühne Programm umzusetzen?
Rasmussen: (Lacht) Man hat mir vorgeworfen, ich hätte als Ministerpräsident die Prinzipien des Wohlfahrtsstaates akzeptiert. Ich sehe das nicht so. Es mag freilich schon sein, dass ich meine Position leicht geändert habe. Ich habe gelernt, dass es möglich ist, mit kollektiven Systemen und mit Regierungshandeln zu mehr Eigenverantwortung und Freiheit zu finden. Unser dänisches Modell hört ja nicht ohne Grund auf den Namen „Flexicurity“. Auf der einen Seite ein sehr liberal verfasster Arbeitsmarkt, „hire and fire“ ist ohne Einschränkung möglich. Auf der anderen Seite haben wir ein hoch entwickeltes System sozialer Sicherheit. Wir schützen und sichern in Dänemark nicht den Arbeitsplatz des Einzelnen, sondern sein Einkommen. Diese Mischung aus kollektivem Handel und liberaler Politik macht unsere Gesellschaft sehr flexibel.
...
WELT: Haben Sie einen Lieblingsautor?
Rasmussen: Ein Autor, der mich sehr inspiriert hat, ist der dänische Philosoph Sören Kierkegaard. Und zwar nicht so sehr als religiöser Autor. Was mir an ihm besonders gefallen hat, ist seine fast unerbittliche Konzentration auf das Prinzip der individuellen Verantwortung. Wir können von ihm eine Menge bei dem immer wieder nötigen Versuch lernen, eine Balance zwischen individueller Verantwortung und Gemeinschaft zu finden.


Thomas Hanke im HANDELSBLATT vom 21.02.2008 unter dem Titel "Vorsicht, Moralapostel! - Bei den anhaltenden Razzien und der medialen Aufbereitung des Steuerskandals geht es nicht nur um Einnahmen für den Fiskus" über Adam Smith und Eigennutzbegriff
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Wer meint, Adam Smith habe mit Eigennutz simple Abzocke gemeint, täuscht sich gewaltig. Kapitalismus schützt den Eigennutz des investierenden Unternehmers, der frei seine Ziele verfolgen kann und soll, weil er damit den gesamten Wohlstand mehrt.


Prof. Rainer Roth auf PR-SOZIAL im Internet am 12.03.2008 unter dem Titel „Was haben Kinder mit Mindestlöhnen zu tun?“
– Quelle: Internet

Adam Smith erklärte 1776: "Der Mensch ist darauf angewiesen, von seiner Arbeit zu leben, und sein Lohn muss mindestens so hoch sein, dass er davon existieren kann. Meistens muss er sogar noch höher sein, da es dem Arbeiter sonst nicht möglich wäre, eine Familie zu gründen; seine Schicht würde dann mit der ersten Generation aussterben." (Der Wohlstand der Nationen, London 1776, dt. Ausgabe München 1993, 59)


Adam Smith in ZEIT Kommentare im Internet am 10.04.2008 unter dem Titel "Für alle die Milliardäre toll finden und Lust auf Adam Smith Sätze haben“
– Quelle: Internet

"This disposition to admire, and almost to worship, the rich and the powerful, and to despise, or, at least, to neglect, persons of poor and mean condition, though necessary both to establish and to maintain the distinction of ranks and the order of society, is, at the same time, the great and most universal cause of the corruption of our moral sentiments.
The wealth and greatness are often regarded with the respect and admiration which are due only to wisdom and virtue; and that the contempt, of which vice and folly are the only proper objects, is often most unjustly bestowed upon poverty and weakness, has been the complaint of moralists in all ages."
Adam Smith (A theory of moral sentiments 1759)

Etwa:
Diese Neigung, Reiche und Mächtige zu bewundern, fast schon den Göttern gleich zu verehren, und Personen aus armen und ‚üblen‘ Verhältnissen zu verschmähen oder zumindest zurückzusetzen, beides immerhin notwendig, zur Erhaltung und Einrichtung der Standesunterschiede der Gesellschaftsordnung, ist jedoch gleichzeitig ebenso die große und universellste Ursache zur Verderbnis unserer ethischen Gefühle.
Dass Wohlstand und Ranggröße oft mit jenem Respekt und jener Bewunderung betrachtet werden, die allein doch der Weisheit und Tugend zukommen, und dass die Verachtung, die eigentlich nur das Laster und die Torheit zu treffen hat, sich auf äußerst ungerechtfertigte Weise zu leicht gegen Armut und Schwäche richtet, wird von den Moralphilosophen aller Zeiten beanstandet.


Axel Berger im NEUEN DEUTSCHLAND vom 23.05.2008 unter dem Titel "Marktwirtschaft schlägt Kapitalismus. Giovanni Arrighi stellt Prognosen für das kommende chinesische Jahrhundert"
– Quelle: Internet

Wir stehen mitten in der »finalen Krise der US-Hegemonie«. Dies ist die Grundannahme in Giovanni Arrighis neuem Buch »Adam Smith in Beijing«.
... Nach ihm kann Smith nämlich entgegen dem verbreiteten Schulbuchwissen keineswegs als der Verfechter des Kapitalismus schlechthin angesehen werden. Vielmehr sei der Theoretiker der »unsichtbaren Hand« ein Anhänger einer »stationären« und damit nichtkapitalistischen Marktwirtschaft gewesen. In dieser habe weder eine Zentralisierung des Landbesitzes noch der industriellen Entwicklung hin zu einer den Staat dominierenden Kapitalistenklasse samt expansiver »endloser Akkumulation« stattfinden können. Diese Form der Marktwirtschaft habe Smith im China seiner Zeit als nahezu verwirklicht angesehen. So ist für Arrighi dann auch die Existenz von Märkten keineswegs identisch mit der des Kapitalverhältnisses. Im Gegenteil: Erst die Dominanz von mächtigen Kapitalisten, Staat und Militär habe eine »unnatürliche« Akkumulationsdynamik in Gang setzen können. In der Folge konnte der zunächst vornehmlich britische und später europäisch-nordamerikanische Industriekapitalismus sich die Welt unterwerfen und die »große Divergenz« zwischen den verschieden entwickelten Weltregionen etablieren.
Durchaus mit Hoffnung meint Arrighi, eine »finale Krise« dieser »dynamischen Marktwirtschaft« registrieren zu können. Andeutungen dafür sieht er bereits in den Überakkumulationsszenarien der späten 60er und frühen 70er Jahre. Mit der »finalen Krise der US-Hegemonie« durch die Abhängigkeit von ausländischem, und hier vor allem ostasiatischem Kapital, komme sie an ihr Ende.


WELT online über Adam Smith und die "Sympathie" vom 11.06.2008 unter dem Titel: Weil sie sich in andere hineinversetzen. Schon der große Ökonom Adam Smith erkannte in China die Wirtschaftsmacht der Zukunft
– Quelle: Internet

17 Jahre vor dem "Wohlstand der Nationen" veröffentlichte Smith eine "Theorie der ethischen Gefühle". Vor allem deutsche Interpreten haben schon früh in beide Bücher einen unversöhnlichen Gegensatz von ökonomischem Egoismus und moralischem Wohlwollen hineingelesen. In Wahrheit kann davon keine Rede sein. Und man muss beide Bücher von Adam Smith lesen, um den Erfolg Chinas in seinem ganzen Ausmaß und mit seinen noch unabsehbaren Folgen für Weltwirtschaft und Weltpolitik zu verstehen.
In der "Theorie der ethischen Gefühle" steht der Begriff der "Sympathie" an zentraler Stelle. Er hat für Smith eine präzise Bedeutung: Sympathie ist die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und die Welt mit fremden Augen zu sehen. Die Fähigkeit zur Sympathie ist die Vorbedingung ethischen Handelns. Sie ist aber auch - dies zeigt das Beispiel der chinesischen Außenhandelspolitik - ein entscheidender Katalysator wirtschaftlichen Erfolgs unter den Bedingungen der Globalisierung. Inzwischen ist die Fähigkeit Chinas zur "Sympathie" so sehr gewachsen, dass Beobachter feststellen, der sogenannte "Washington Consensus" werde immer mehr vom "Beijing Consensus" abgelöst.


Aus der Rede des Bundesaußenministers Frank-Walter Steinmeier “Außenpolitik im Zeitalter der Urbanisierung” zur Veranstaltung “Chongqing Dialogue on Urbanisation” am 15. Mai 2008 in Chongqing
– Quelle: Internet

Deswegen bin ich auch der Meinung, dass wir bei der Gestaltung der Globalisierung ganz besonders darauf zu achten haben, dass sich Modelle der Teilhabe entwickeln können. Einer der Urväter des Liberalismus, Adam Smith, wusste - manchen Missverständnissen zum trotz - noch sehr genau, dass die berühmte „unsichtbare Hand“ des Marktes und die sehr sichtbare „helfende Hand“ des Staates zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger in einander greifen müssen!


Nikolaus Pieper in der SZ vom 24.12.2005 (im Internet am 17.06.2008) unter dem Titel "Die Moral der Manager" über Adam Smith und den "unsichtbaren Beobachter"
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Manager brauchen tatsächlich Leitplanken. Nicht umsonst ist der Aufstieg des Kapitalismus immer mit moralischem Rigorismus einhergegangen. Adam Smith sah einen „unparteiischen Beobachter“ in der Seele jedes zivilisierten Menschen, der dessen Handeln so leitet, dass er die Sympathie seiner Mitmenschen gewinnt. Dieser unparteiische Beobachter verpflichtet einen zum Beispiel zur Ehrlichkeit.
... Und schließlich gibt es das weiche Element bei der Moral: Dinge, die nicht gerade verboten sind, die man aber einfach trotzdem nicht tut. Und bei diesen Dingen kann es für Manager durchaus angeraten sein, auf den unparteiischen Beobachter von Adam Smith zu hören und sich um die Sympathie derer zu bemühen, denen man beim Weg zur Arbeit in die Augen sehen muss.


Wolf Lepenies in WELT ONLINE vom 25.06.2008 unter dem Titel "Der verlorene Premier" über die Zusammengehörigkeit von gesundem Marktegoismus und moralischer Sympathie
– Quelle: Internet

Gordon Brown wuchs in Kirkcaldy auf, einer Hafenstadt an der schottischen Ostküste am Firth of Forth. Hier wurde 1723 Adam Smith geboren. Brown wird nicht müde, von Adam Smith wie von seinem Nachbarn und Zeitgenossen zu sprechen. In vielen Reden und Essays hat er sich auf eindrucksvolle Weise mit dem Werk des Begründers der modernen Nationalökonomie auseinandergesetzt - zum Ärger der Neoliberalen, die ihm vorwerfen, Adam Smith für die Linke gekidnappt zu haben. Dabei kommt es Brown gerade darauf an, zu zeigen, wie unsinnig es ist, Adam Smith für ein ideologisch-politisches Lager in Anspruch zu nehmen.
Was wir laut Brown von Smith lernen können, ist die Einsicht, dass die unsichtbare Hand des Marktes und die sichtbare Hand des Staates zum Wohle der Menschen zusammenarbeiten müssen, dass gesunder Marktegoismus und moralische Sympathie keine Gegensätze bilden, sondern zusammengehören.
Zwischen den beiden Hauptwerken von Smith - der "Theorie der moralischen Gefühle" und dem "Wohlstand der Nationen" - besteht kein Gegensatz. Im Grunde genommen - dies scheint die versteckte Botschaft Gordon Browns für seinen Vorgänger Tony Blair und dessen Spin Doctors zu sein - hätte New Labour sich die Suche nach einem Dritten Weg sparen können. Adam Smith hatte ihn bereits gefunden.


Richard v. Weizsäcker in der BILD am SONNTAG vom 28.09.2008 unter der Überschrift „Wir müssen uns auf ein schwieriges Jahr einstellen“.
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BILD am SONNTAG: Der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler warnt: Wenn unsere Wirtschaftsordnung nicht radikal umgebaut werde, sei die Demokratie gefährdet. Hat die soziale Marktwirtschaft noch Zukunft?
RICHARD VON WEIZSÄCKER: Ja, wir brauchen sie. Die soziale Marktwirtschaft hat Adam Smith Ende des 18. Jahrhunderts erfunden. Er war nicht nur Ökonom, sondern auch ein großer Ethiker. Ludwig Erhard hat seine Ideen aufgegriffen, überdies der Ökonom Helmut Schmidt auch. Ich bin überzeugt: Marktwirtschaft, die nicht auf Ethik beruht, bereitet Heuschrecken den Weg, führt zum Raubtierkapitalismus – ein vollkommen zutreffendes Wort für die Auswüchse an Profitgier, die wir erlebt haben. Wir sind eine sozial orientierte Demokratie. Wir wollen und werden sozial verwenden, was wir auf den Märkten erwirtschaften.


Prof. Norbert Walter in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 17.11.2008 unter der Überschrift „Robinson Crusoe zeigt, wie Wirtschaft geht“.
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"Was ist und was es sein soll", so weit spannte der frühere Direktor des Instituts für Weltwirtschaft den Bogen und landete beim "Alten Schotten" Adam Smith. Der lebte zwar schon vor 250 Jahren, beschrieb aber bereits vieles, was heute noch Wirtschaftshandeln ausmacht. Smith hat es zum Beispiel von der Eigenliebe, dem stärksten Antrieb des Menschen.
Die ist zwar nicht grundsätzlich zu verteufeln, aber er kann als Egozentrik aus dem Ruder laufen und zu Gier oder Trägheit werden. Folglich muss das Gemeinwesen sie beschränken. Aber wie? Laut Smith und Walter gibt es im Wesentlichen drei Faktoren dafür: Das Mitgefühl im persönlichen Umgang, die Ethik, sprich die Regeln der Gesellschaft von dem, was man tut und was man nicht tut und zuletzt die staatlich geschaffenen Gesetze. Ohne die, daran gibt es für ihn keinen Zweifel, geht es nicht.


Die BEIJING RUNDSCHAU vom 04.12.2008 über Mindestlohn bei Adam Smith
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Die Forderungen nach Mindestlöhnen wurden von ihren Befürwortern historisch bis heute regelmäßig als notwendiger Bestandteil der Menschenwürde begründet. Der Begründer der klassischen Volkswirtschaftslehre Adam Smith schrieb schon 1776:
„Der Mensch ist darauf angewiesen, von seiner Arbeit zu leben, und sein Lohn muß mindestens so hoch sein, daß er davon existieren kann. Meistens muß er sogar noch höher sein, da es dem Arbeiter sonst nicht möglich wäre, eine Familie zu gründen.“
Mindestlöhne wurden in der Geschichte mehrfach von der Arbeiterbewegung durch Streiks erkämpft. Motiv waren sogenannte Hungerlöhne, die in Zeiten großer Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt so gering waren, dass sie kaum zur Sicherung der Grundbedürfnisse reichten. Erste lokale Mindestlohnregelungen gab es gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Ab 1894 vergab die Stadt Amsterdam öffentliche Aufträge nur noch an Unternehmen, die ihre Beschäftigten nicht unter einem Mindestlohn bezahlten. 1896 wurden in Neuseeland durch den Industrial Conciliation and Arbitration Act Lohnschlichtungsstellen eingeführt, gefolgt von Victoria, Australien im Jahre 1899 und Großbritannien im Jahre 1909, die ähnliche Schlichtungsstellen einführten.


Der RHEINISCHER MERKUR Nr. 50 vom 11.12.2008 titelt: Schlag nach bei Adam Smith. Der Philosoph nimmt den Menschen, wie er ist. Er will ihn nicht verbessern.
– Quelle: Internet

Adam Smith ging von einem Menschen aus, der ständig versucht, seine Existenz zu sichern und seine Lage zu verbessern. Das so definierte Selbstinteresse hat eine für die Gesellschaft wunderbare Nebenwirkung. Was nämlich für den Einzelnen gut ist, wirkt sich auch für die Gemeinschaft insgesamt positiv aus. Voraussetzung für dieses „Wunder“ ist allerdings, dass moralische Normen gefunden und beachtet, ethische Regeln befolgt und Gesetze hoheitlich durchgesetzt werden.
Der Moralphilosoph Adam Smith nimmt den Menschen, wie er ist, mit all seinen Fehlern und Schwächen. Er will ihn nicht verbessern. Das ist deutlich weniger, als all jene Denker und Lenker im Sinn hatten, die einen anderen, besseren, altruistischen oder gar kollektivistischen Menschen schaffen wollten. An Adam Smith sollten sich all jene erinnern, die als Reaktion auf die Finanzmarktkrise mit der Moralkeule zuschlagen.


WELT Online vom 05.01.2009 unter dem Titel „Dampfende Maschine“ über die Freundschaft von James Watt und Adam Smith:
– Quelle: Internet

Deshalb begann Watt in London eine inoffizielle Mechanikerlehre. Da diese ihm jedoch schon bald nichts Neues mehr zu bieten hatte, brach er sie vor Ablauf der sieben Jahre ab. Er hatte Glück, dass er 1757 eine Stelle als Instrumentenmacher an der Universität von Glasgow erhielt; gegen eine eigene Werkstatt hatten die Glasgower Zünfte aus Konkurrenzgründen wegen der unabgeschlossenen Ausbildung Einspruch erhoben. Dort fertigte und reparierte er für die Universität Instrumente wie Kompasse und Quadranten. Obwohl nur "Handwerker", entwickelte sich sein Labor schon bald zum Treffpunkt von Dozenten und Studenten. Watt war mit dem Ökonomen Adam Smith befreundet.


Mischa Suter in der WOZ Die Wochenzeitung vom 15.01.2009 unter dem Titel „Adam Smith war gar nicht so“ über den Antikapitalisten Adam Smith:
– Quelle: Internet

Um 1800 waren Wirtschaftsleistung und durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen in Europa und China ungefähr gleich. 1949, zur Zeit der Chinesischen Revolution, war China das ärmste Land der Welt. Um den Ursachen dieser «grossen Divergenz» nachzugehen, zoomt Arrighi auf einen Beobachter, der erstaunt über Entwicklungen in seiner Heimat Schottland - und der Welt - berichtete: Adam Smith. Der argumentierte, sagt Arrighi, für Marktwirtschaft, aber gegen Kapitalismus. Smith war vieles: Moralphilosoph, Jurist, Astronom und, soviel man heute weiss, persönlich ein recht unglücklicher Mensch. Ein Anwalt des Homo oeconomicus war er nicht. Unendliche Akkumulation kam Smith absurd vor. Märkte seien dazu da, dass Kapitalisten (und nicht ArbeiterInnen) miteinander wetteiferten. «Keine Nation (kann) blühen und gedeihen, deren Bevölkerung weithin in Armut und Elend lebt», schrieb er in «Der Wohlstand der Nationen» (1776). Wenn Kapitalisten über zu hohe Lohnkosten zeterten, lupfte es Smith die Perücke: «Über hohe Löhne klagen», schrieb er, «heisst daher nichts anderes, als über die notwendige Folge und Ursache höchster Prosperität des Landes jammern.»


Karen Horn in FAZ.NET vom 17.01.2009 unter dem Titel "Der Realismus des Adam Smith":
– Quelle: Internet

In grober Verzerrung wird Smith heute oft als jener Ökonom wahrgenommen, der allzu idealistisch davon ausging, dass sich der individuelle Egoismus im gesellschaftlichen Miteinander auf dem Markt durch das Wirken einer "unsichtbaren Hand" in allgemeines Wohlgefallen auflöst. Auf diesen verkürzenden, irreführenden Nenner wird gelegentlich die Kernaussage seines bekanntesten und mit etwa 1000 Seiten voluminösesten Buches gebracht, des 1776 erschienenen "Wohlstands der Nationen". Hier wirft man Smith gern vor, die persönliche Gier und den Eigennutz der Menschen als Antriebskraft der wirtschaftlichen Entwicklung nicht nur toleriert, sondern vielmehr moralisch freigesprochen zu haben. Dabei lebe der Markt wie die Gesellschaft von Voraussetzungen, die er selbst nicht schaffen könne - und die er, schlimmer noch, unterminiere. ... Dabei liegt Smith kaum etwas ferner, als Gier und Eigennutz zu einer Art Normalfall zu erklären, sie moralisch zu beschönigen oder sie auch nur auszublenden.


Gerald Braunberger in FAZ.NET vom 31.01.2009 unter dem Titel "Der weise Adam Smith":
– Quelle: Internet

Die Finanzkrise beschert manch verblichenem Ökonomen eine Wiederauferstehung. Das gilt für John Maynard Keynes, aber auch vom geistigen Vater der Marktwirtschaft, Adam Smith, lässt sich lernen. Zum Beispiel, dass Unternehmer (und man kann Manager hinzufügen) nicht unbedingt zum Nutzen der Marktwirtschaft beitragen. In einer berühmten Passage, in der er sich mit der Neigung von Unternehmern zur Kartellbildung befasst, heißt es: „Geschäftsleute des gleichen Gewerbes kommen selten, selbst zu Festen und zu Zerstreuungen, zusammen, ohne dass das Gespräch in einer Verschwörung gegen die Öffentlichkeit endet oder irgendein Plan ausgeheckt wird, wie man die Preise erhöhen kann.“ In der aktuellen Krise könnte man den Eindruck gewinnen, die Unternehmen hätten sich zu einer Verschwörung gegen den Steuerzahler zusammengefunden.


Der Historiker Jakob Tanner (58) in der BASLER ZEITUNG vom 02.03.2009 unter dem Titel: Der Arme fungiert heute als sozialer Blitzableiter:
– Quelle: Internet

Das Problem – so Smith – sei das «Herrschaftssystem» und nicht der Charakter derjenigen, die darin handeln. Wenn man es zulässt, dass clevere Investment-Banker vor dem Crash mit einem goldenen Fallschirm abspringen können, darf man sich nicht wundern, wenn diese Sportart aufblüht. Mit dem Erklärungsmodell «böse Menschen, böse Taten» kommt man generell nicht weiter. Vielmehr ist die Politik verantwortlich. Sie muss akzeptable Regeln setzen, falsche Anreizsysteme kritisieren und kriminelle Praktiken effizient ahnden.


"Die Presse" vom 07.03.2009 unter dem Titel: Die Ökonomie der Evolution. Wirtschaftswissenschaften und Biologie befruchten sich gegenseitig.
– Quelle: Internet

„Die Evolution benutzt typische wirtschaftliche Begriffe“, sagte der Wiener Wirtschaftswissenschaftler Erich Streissler am Donnerstagabend bei dem großen Evolutionssymposium, das diese Woche in Erinnerung des 200. Geburtstags von Charles Darwin in Wien stattfand.
... Darwin lebte in einem liberalen Umfeld, in dem die ökonomische Theorie von Adam Smith weit verbreitet war. Einer der Grundgedanken: Der individuelle Mensch ist frei, er lebt in einem Wettbewerb – „ein typisch ökonomischer Begriff“, so Streissler. Auch dass Dinge sich weiterentwickeln, sei „eine typische ökonomische Sache“. Wichtig sei dabei: Smith betonte, dass die „Evolution“ langsam und unvorhersehbar verlaufe. Der „Kampf ums Überleben“ dagegen entstammt dem Werk des Ökonomen Robert Malthus. Dieser postulierte, dass ein Ressourcenmangel (etwa Lebensmittel) zu einem „struggle for existence“ führe, in dem sich eine Population anpassen müsse – und zwar durch Selektion von Individuen mit günstigeren Eigenschaften im Wettbewerb.
... „Uns erscheint eine Synthese der Ideen von Darwin und Smith als besonders fruchtbarer Weg“, so Dopfer (Evolutionsökonom aus St. Gallen). Konkret: eine Arbeitsteilung unter der Bedingung von kontinuierlicher Neuerung. Der erste Teil, die Arbeitsteilung, ist ein zentraler Begriff bei Smith, der durch die Evolution erklärt werden kann. Jede kulturelle Fertigkeit sei nämlich durch evolutionäre Vorgänge („Trajektorien“) – Variation, Selektion, Übertragung, Bewahrung – entstanden.


Antje Höning in der RHEINISCHEN POST vom20.03.2009 über Adam Smith, den Markt und die Gier.
– Quelle: Internet

... das gesunde Streben nach besserem Leben und mehr Gewinn hat nichts mit der Gier zu tun, die manche Manager nun an den Tag legen. Wer anderes behauptet, hat seinen Adam Smith nicht gelesen.
Der schottische Ökonom und Vordenker der Marktwirtschaft hat in dem Buch "Wohlstand der Nationen" (1776) den Schlüsselsatz des Kapitalismus geschrieben: "Es ist nicht das Wohlwollen des Metzgers, Bierbrauers oder Bäckers, von dem wir unser Abendessen erwarten sollten, sondern von der Rücksichtnahme auf ihr eigenes Interesse." Womit er sagen wollte: Auf einen Bäcker, der aus Gutmenschentum Brot backt, sollten wir uns lieber nicht verlassen. Besser ist es, wenn der Bäcker dabei an sich, an seinen Gewinn denkt.


Norbert Blüm im TAGESSPIEGEL vom 20.03.2009 über Adam Smith und die Quelle des Wohlstands unter dem Titel: Die neoliberale Revolution frisst ihre Kinder.
– Quelle: Internet

Es gilt für die Sozialpolitik speziell, was für die Wirtschaft generell richtig ist. Die „Quelle des Wohlstandes der Völker“ ist die Arbeit. Das wusste jedenfalls schon Adam Smith. Seine neoliberalen Urenkel sind leider nicht mehr so gescheit, wie er war.


Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter am 18.08.2009 im Spiegel-Online-Interview mit Friederike Ott zur Theorie der liberalen Marktwirtschaft von Adam Smith
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SPIEGEL ONLINE: Ist es nicht natürlich, dass der Mensch gierig ist?
Richter: Wenn man wie ich mehr als ein halbes Jahrhundert den Menschen zuhört und die Politik beobachtet, merkt man, dass die Menschen sich verändert haben. Als Adam Smith Mitte des 18. Jahrhunderts die liberale Marktwirtschaft erfunden hat, hat er gleichzeitig ein dickes Buch über "Die Theorie der ethischen Gefühle" geschrieben. Er war der Meinung, dass die egoistischen Antriebskräfte durch ein Gegengewicht von sozialen Gefühlen vor Maßlosigkeit bewahrt werden würden. Doch das funktioniert heute nicht mehr. Das Schwinden sozialen Verantwortungsgefühls ist die Krankheit des modernen Kapitalismus.
SPIEGEL ONLINE: Ist die Art von freier Marktwirtschaft, die sich Adam Smith vorgestellt hat, überhaupt möglich?
Richter: Ich setze heute große Hoffnung auf die laufende Stärkung der Frauen in allen Berufen. Ich behaupte: Die Finanzkrise wäre nicht in die katastrophale Zockerei entglitten, hätten Frauen in dieser Branche schon deutlich mehr Führungspositionen innegehabt.
SPIEGEL ONLINE: Was machen denn Frauen anders?
Richter: Die Wertewelt von Frauen ist stärker durch Hilfsbereitschaft und Teilen mit anderen geprägt als bei Männern. Das zeigen Vergleichsstudien. Das ebenbürtige Einrücken der Frauen in Führungspositionen ist noch mitten im Gang und wird sich vermutlich eher noch beschleunigen.
SPIEGEL ONLINE: Aber werden die Männer in Führungspositionen nicht versuchen zu verhindern, dass Frauen ihnen diese Positionen streitig machen?
Richter: Es gibt natürlich Widerstände. Die Männer haben Angst, ihre Dominanz zu verlieren und unterdrücken vielfach schon die eigene moralische Sensibilität, um nicht als weichliche Gutmenschen zu erscheinen. Gerissenheit, Habgier und Egoismus werden in unserer Gesellschaft als Erfolgsfaktoren angesehen. Güte, Großzügigkeit, Ehrlichkeit stehen für Versagen. Wenn wir mehr Frauen in Führungspositionen in der Finanzindustrie haben, dann wird sich das ändern. Dann stehen die notwendigen Finanzmarktregeln in Zukunft nicht nur auf dem Papier, sondern werden auch befolgt. Dann könnte Adam Smiths Vision der Marktwirtschaft Wirklichkeit werden.


Sigrid Löffler bei der DEUTSCHEN WELLE am 01.09.2009 über Goethe, Adam Smith und das Geld
– Quelle: Internet

Goethe erkannte, dass Geld religiöse Beglaubigungsstrategien beerbt – und sie zugleich zersetzt. Geld ist also erstens göttlich, zweitens aber zugleich auch teuflisch. Vergessen wir nicht, dass es in "Faust Zweiter Teil" Mephisto ist, der als der eigentliche Erfinder des Papiergeldes auftritt. Und vergessen wir auch nicht, dass Goethe als frühem Leser von Adam Smith dessen dialektisches Argument geläufig war, wonach das böse, das teuflische Geld positive Auswirkungen hat. Es transformiert private Laster wie Egoismus, Geiz, Gier und Gewinnstreben in öffentliche Tugenden – eben in "The Wealth of Nations".


Lars Peter schlägt bei ZEIT ONLINE unter dem Titel: Heimweh nach der Zukunft mit Adam Smith die Apologeten des Freien Marktes aus dem Feld
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Egal, welche Lösungen für die Krise diskutiert werden: Die Gesellschaft muss sich von jetzt an auf eine neue Form des menschlichen Zusammenlebens stützen.
Vor mir liegt der Essay, den ich für den ZEIT-Wettbewerb geschrieben habe. Wir verlassen uns auf den Selbstlauf der Welt, behaupte ich dort. Wir hoffen, dass Adam Smith Verteilungsprinzip der invisible hand auch auf die Sphäre des Bürgerlichen durchwirken könnte. Zu bequem seien wir geworden, während doch gerade Unbequemsein die vornehmste Pflicht des Citoyen ist. Statt über Fehlverhalten geflissentlich hinwegzusehen, sollten wir uns wieder gegenseitig die Meinung sagen. Elegante Pointe der Ausführungen ist, dass diese Ethik, in der "wir" das Maß unseres Handelns immer erst durch die aktive Grenzsetzung der anderen erfahren, ebenfalls von Adam Smith stammt. Ich schlage die Apologeten des Freien Marktes mit dem eigenen Idol aus dem Feld. Schön, dass sich meine Forderung aktiver Grenzsetzung auch noch am Grundgesetz festmachen lässt, in Artikel 2. Unterhalb der Ebene der Gesetze wird die freie Entfaltung der Persönlichkeit durch das Sittengesetz beschränkt, ist dort zu lesen. "Was das Gesetz nicht verbietet, gebietet der Anstand." Kant.


Norbert Walter bei BoerseGo.de über Ethik und Ökonomie bei Adam Smith in seinem neuen Buch:
– Quelle: Internet

Marktwirtschaft, Ethik und Moral – Wie Werte das Vertrauen in die Ökonomie stärken
Adam Smith hat über 250 Jahre vor unserer Zeit sein Denken über die ökonomischen Ordnungen in seinem ersten großen Werk „Theory of Moral Sentiments“ niedergelegt. Dort hat er begründet, warum am Ende eine wettbewerbliche Wirtschaftsordnung gute Ergebnisse liefert. Nach Smith ist die Eigenliebe der Motor menschlichen Verhaltens. Sie treibt den Menschen an, kann aber auch entarten und sich extrem egozentrisch entwickeln. Der Professor für Moralphilosophie beobachtet auch, dass es eine Art von Eigenliebe gibt, die zur Faulheit neigt. Um den Antrieb der Eigenliebe voll zu nutzen, müssen wir also Ideen haben, wie wir die Entartung der Eigenliebe möglichst vermeiden, mindestens aber begrenzen. Als erstes nennt Smith das Mitgefühl. Wir werden in unserer Eigenliebe dadurch unmittelbar und spontan begrenzt, wenn wir denen, welchen wir aus Eigenliebe etwas Negatives zufügen, in die Augen schauen. Aber je größer Gesellschaften werden – je weiter sie auseinander leben, je anonymer und komplexer alles wird – umso offenkundiger ist, dass Mitgefühl und Nächstenliebe nicht ausreichen, um die Eigenliebe zu zähmen.
In diesem Fall empfiehlt Smith die zweite Schranke für die Vermeidung von Entartungen: die Ethik. Diese gibt die gesellschaftlichen Antworten auf Fragen wie „das tut man, das tut man nicht“. Es gibt die Ethik freilich aber nur dort, wo über diese Frage eine einigermaßen vernünftige Einigkeit über die Regeln besteht und dies auch deshalb weil eine gewisse Homogenität der Gesellschaft besteht. Aber auch diese zweite Schranke, so hat Smith erkannt, reicht nicht aus, um die Eigenliebe zu begrenzen. Also schlug er vor, staatliche Institutionen zu etablieren, die Gesetze machen, Gerichte und Polizei schaffen – also ein Rechtssystem. Verbindliche rechtliche Rahmenbedingungen, insbesondere eine freiheitliche Eigentumsordnung – mit Haftungsverpflichtungen und effizienten Regeln für den Wettbewerb – sind die Leitplanken für wirtschaftliches Handeln.


Dr. Klaus Neuhoff, Leiter des Instituts Stiftung und Gemeinwohl, konfrontiert zwei Jubilare in der Privaten Universität Witten/Herdecke am 26. Oktober 2009
– Quelle: Internet

Der Dichter und der Ökonom – Schiller liest Adam Smith
Vor 250 Jahren wurde der deutsche Dichter Friedrich Schiller geboren und diesem Gedenkjahr widmet sich die Reihe der Bürgeruniversität in diesem Winter. ... Dr. Klaus Neuhoff erinnert an Schiller, aber auch an Adam Smith. Denn im Geburtsjahr Schillers 1759 veröffentliche Adam Smith, der große schottische Moral-Philosoph und Begründer der liberalen Ökonomie, sein damals in ganz Europa als bahnbrechend empfundenes Werk The Theory of Moral Sentiments (dt. erstmals 1770: Theorie der moralischen Empfindungen). Schiller hat Smith mehrmals gelesen und sich offensichtlich von den logischen Schlussfolgerungen des Schotten beeinflussen lassen. Smith ist im 20. Jahrhundert insbesondere durch seine heute als wichtigstes Werk geltende Abhandlung über den ‘Reichtum der Nationen’ (An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations/1776) bekannt geworden.
In diesen beiden Werken kommt – jeweils nur einmal – die berühmte Metapher von der ‘unsichtbaren Hand’ vor, die Smith auch über die Kreise von Ökonomen hinaus bekannt gemacht hat. Ja, sie ist sogar so etwas wie ein allgemein gebräuchliches Schlagwort im öffentlichen Diskurs geworden: Die unsichtbare Hand wird’s schon richten. Diese kommt auch bei Schiller vor, und zwar in gleichen Zusammenhängen wie bei Smith. Dem geht Dr. Neuhoff in seinem Vortrag nach und fragt sich, ob Schiller sich hier nicht von Smith inspirieren ließ. Das liegt auf den ersten Blick nahe, wenn man nämlich weiß, dass Schillers Onkel, der längere Zeit in London gelebt hat und sogar mit Adam Smith befreundet war, das heute so berühmte Werk von Smith über den ‘Reichtum der Nationen’ übersetzt hat. Diesem Sachverhalt, dem bislang keine Beachtung geschenkt wurde, wird hier erstmals nachgegangen. Erstaunen muss auch, dass im selben Jahr, da in London das Buch veröffentlicht wird, auch schon der erste Band (von dreien) der deutschen Übersetzung vorliegt. Und Friedrich Schiller wusste von des Onkels Wirken in London (z.B. durch Übersetzungen englischer politischer Schriften ins Deutsche), erhoffte sich sogar eine Empfehlung des Älteren für London, wo er sich als Dramatiker Erfolge auf der Bühne versprach.
In dem Vortrag geht Neuhoff auf Smith und sein Werk über die moralischen Empfindungen ein. Schillers Übernahme der Metapher von der ‘unsichtbaren Hand’ beweist für Neuhoff eine innere geistige Verwandtschaft, Schiller gilt ihm insofern als ein Schüler des schottischen Moralphilosophen. Will Adam Smith den Mitmenschen mit seiner ‘Theorie’ eine Handreichung für erfolgreiche Lebensführung übergeben, besonders bei Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, so will Schiller als Dramatiker die Menschen bewegen, will sie nachdenklich machen, sie also läutern.


Thomas Straubhaar bei FAZ.NET vom 27.10.2009 unter dem Titel: "Wie der Wettbewerb die Evolution antreibt"
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Die evolutionäre Wirkung des Wettbewerbs stand schon bei Adam Smith, dem Stammvater der modernen Ökonomie, im Zentrum. Smith sah im Konkurrenzmechanismus auf Wettbewerbsmärkten eine dynamische Kraft, die das soziale Ganze wie eine riesige Maschine antreibe. Die unsichtbare Hand des Marktes sorgt dafür, dass aus egoistischem Handeln altruistische Folgen zum Wohle aller entstehen.


Adam Smith als Vorbild in Langfang, China, Bericht bei China Radio International (CRI Online) vom 30.10.2009 von Simon Gisler
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In der 3,3 Millionen Quadratmeter oder 462 Fußballfelder großen Universitätsstadt Langfang haben sich inzwischen 14 Universitäten und Hochschulen mit einer Studentenzahl von 35.000 niedergelassen. Eine solch gigantische Universitätsstadt mit Unterrichtsgebäuden, Forschungseinrichtungen, Studentenwohnhäusern, Restaurants, Läden, ja sogar einem Golfplatz, innerhalb von weniger als drei Jahren aus dem Boden zu stampfen, ist bereits bemerkenswert. Noch erstaunlicher aber – zumindest für das westliche Auge – ist die Gedenkallee für die "Eckpfeiler der Zivilisation", die sich einige hundert Meter quer durch die Oriental University City hindurch zieht. Unter 73 Persönlichkeiten findet sich auch Adam Smith, wenige Meter entfernt von Karl Marx und dient so den Studierenden als Vorbild.


Richard von Weizsäcker über Adam Smith, Kapitalismus und Ethik in der FR-online vom 09.11.2009 unter dem Titel: "Hätten wir eine neue Mauer bauen sollen?"
– Quelle: Internet

Was das kapitalistische System betrifft: Natürlich sind seine Anführer zunächst selbst daran schuld, wenn es nicht funktioniert - vor allem dann, wenn sie nicht daran gedacht haben, dass der Gründer des Marktsystems, Adam Smith, zugleich einer der großen Ethiker seiner Zeit war. Wenn man seinem Weg folgt, bleibt das Marktsystem korrigierbar.


J.E. Stiglitz in der SÜDDEUTSCHEN vom 31.12.2009 unter dem Titel "Lehren aus der Finanzkrise. Die Fama von der unsichtbaren Hand. Vom großen Irrtum des Adam Smith – und vier weiteren Lehren des Jahres 2009. Sie alle widerlegen die alte ökonomische Doktrin."
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Die erste Lehre ist, dass Märkte sich nicht selbst korrigieren. Ohne angemessene Regulierung tendieren sie vielmehr zum Exzess. Im Jahr 2009 wird uns wieder einmal klar, warum Adam Smiths unsichtbare Hand oft unsichtbar bleibt: weil es sie gar nicht gibt.
Das eigennützige Streben der Banker führte eben nicht zum Wohl der Gemeinschaft, es war nicht einmal für Aktionäre von Nutzen. Ganz sicher nichts davon hatten die Hausbesitzer, die ihr Heim verloren; Arbeitnehmer, die ihre Jobs einbüßten; Rentner, die zusehen mussten, wie sich ihre Altersvorsorge in Luft auflöste oder die Steuerzahler, die Hunderte Milliarden Dollar zur Rettung der Banken zahlen mussten.


Gastbeitrag in der FAZ von Joachim Starbatty vom 17. Januar 2010 unter dem Titel: Marktwirtschaft gibt es nicht ohne Haftung
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Für Joseph E. Stiglitz, Träger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaft, hat uns das Jahr 2009 klargemacht, warum Adam Smiths „unsichtbare Hand“ unsichtbar bleibe [s. dazu den direkt vorangehenden Artikel von Stiglitz in der SZ]; es gebe sie gar nicht. Märkte tendierten ohne angemessene Regulierung zu Exzessen. Das eigennützige Streben der Banker führe nicht zum Wohl der Gemeinschaft. So hat es Stiglitz in einem Aufsatz verkündet, der zum Jahresende über das Project Syndicate auf der ganzen Welt verbreitet wurde. Darin diagnostiziert er krasses Marktversagen.
...
Stiglitz’ Schlussfolgerung, dass viele finanzwirtschaftliche Neuerungen mit hohen Risiken behaftet sind, ist zuzustimmen. Aber es dürfte auch auf der Hand liegen, dass sie unterschiedliche Wirkungen entfalten, je nachdem, ob die Zentralbanken stabilitätspolitisch verantwortlich handeln oder zulassen, dass Geld zu reichlich und zu billig zu haben ist. Im Übrigen hielt gerade Adam Smith staatliche Kontrollen bei Neuerungen im Geldwesen – zu seiner Zeit Ersatz der Zahlungsmittel „Geld und Silber“ durch die Ausgabe von Banknoten – für angezeigt. Eine übermäßige Banknotenausgabe könne nicht nur die Bank selbst, sondern auch alle anderen, die ihr vertraut hätten, ruinieren. Hoheitliche Kontrollen sollten das verhindern: Er sprach von Bankregeln wie von „Brandmauern, um dem Weitergreifen des Feuers vorzubeugen“.


Helmut Höge bei blogs.taz.de vom 09.02.2010 unter dem Titel: "Postkommunistisches Vakuum statt bessere Gesellschaft"
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Die alte „unsichtbare Hand” (eines Gottes) hält Smith für „feigen Aberglauben”, aber seine neue, der kapitalistischen Arbeitsteilung entsprungene, hat seiner Meinung nach als Deskription bereits den Rang einer wissenschaftlichen Erklärung. Wie überhaupt die Ökonomie als vermeintliche „hard science” dazu neigt, sich als Naturwissenschaft zu gerieren. Marx wollte „Das Kapital” Darwin widmen. Christoph Kucklick erinnert daran, aus Smiths „unsichtbarer Hand” wurde zunächst bei Kant die „Naturabsicht” und bei „Hegel” die „List der Vernunft”. Da die Biologie inzwischen Leitwissenschaft ist, sucht man heute die „unsichtbare Hand” im Ameisenhaufen. In diesem herrscht ebenfalls Arbeitsteilung und er funktioniert sogar noch besser als das, was wir nicht mehr unsere „Gesellschaft” nennen sollen.


Peter Jungen in der WELT vom 20.04.2010 über Adam Smith und die Gier unter dem Titel: "Kapitalismus. Was denn sonst!"
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Vieles ist versucht worden. Gier, das kann man schon bei Hammurabi oder im Alten Testament nachlesen, gab es immer. Aber nur der Kapitalismus setzt Gier in Wohlstand um. Adam Smith verkündete keine Glaubenssätze, sondern als Empiriker beschrieb er, was die Menschen tun, wie sie „ticken“. Er gab dem negativen Begriff der Gier eine positive Ausstrahlung: Die Menschen verfolgen ihr Selbstinteresse. So sind die Menschen. Er hat sie genau beschrieben, den Metzger, den Bäcker, den Bergarbeiter, wie sie arbeiten, wie sie sich organisieren. Ist das Gier? Ist das Turbo? Diese Begriffe benutzen Leute, die das Wesen des Kapitalismus nie richtig verstanden haben, das sind Schimpfworte. Zum Verständnis, wie der Kapitalismus funktioniert, dass er die größte NGO der Menschheitsgeschichte ist, tragen sie nicht bei. Der Kapitalismus ist nämlich ein Bottom-up-System. Er befreit die Menschen, ihre Talente auszuüben, statt sich von einem abhängig zu machen, der ihnen sagt, was sie dürfen und was nicht. Diesen gut funktionierenden Kapitalismus brauchen wir. Den aus der Vorstellung der schottischen Aufklärung, von John Locke, David Hume und Adam Smith.


Dr. Brigitte Bertelmann im Gießener Anzeiger vom 08.07.2010 zur Rede von der „unsichtbaren Hand“
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Nein, auf Adam Smith können sich die Mainstream-Ökonomen und ihre politische Vertretung nicht berufen bei ihrem Entstaatlichungsprogramm, auch wenn der erste Anschein ein anderer sein sollte.In ihrem Vortrag „Adam Smith und der Neoliberalismus des 21. Jahrhunderts“ im Forum Pankratius betonte Dr. Brigitte Bertelmann (Zentrum Soziale Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau) eine nicht zu übersehende Staatsnähe des Moral- und Sozialphilosophen Adam Smith, die sich mit den Grundthesen der Vertreter einer liberalen Marktwirtschaft nur schwer in Einklang bringen lasse.
Deshalb sei auch die Rede von den „Neoliberalen“ vollständig daneben. Adam Smith war - mit einem heutigen Verständnis ausgedrückt - liberal viel eher im Sinne der sozialen Marktwirtschaft als im Sinne des dann „Neo-neo-liberalen“ Gesellschaftsverständnisses, das große Teile der heutigen Wirtschaftspolitik kennzeichnet.
... der reine Markt bringt nun einmal keine gleichberechtigten und gleich starken Partner in diesem Geschehen hervor, sondern funktioniere - gerade in der modernen Ökonomie - deshalb nicht, weil immer wieder die Interessen der Kapitaleigner sich durchsetzen.
So würde es sich doch lohnen, nicht über Adam Smith unverbindlich zu reden, sondern seine sozialpolitischen und ethischen Grundlagen liberalen Wirtschaftens in die aktuelle Debatte einzubeziehen.


Edzard Reuter im Tagesspiegel-Interview mit Moritz Döbler vom 27.09.2010 unter dem Titel: "Nirgendwo wird mehr die Wahrheit gesagt"
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Wir haben uns allzu lange Zeit von Einflüssen aus den Vereinigten Staaten leiten lassen, dass es angeblich zum Wohle des Ganzen ausgeht, wenn wir alle Schleusen öffnen und alle Grenzen fallen lassen. Der große alte Adam Smith mit seiner Lehre von der unsichtbaren Hand musste dafür herhalten, dass ein entfesselter Markt angeblich das Wohl aller mehrt. Das hat Adam Smith so nie geschrieben, trotzdem haben selbst Nobelpreisträger wie Milton Friedman das behauptet. Margaret Thatcher, Ronald Reagan – viele sind diesem neoliberalen Unsinn gefolgt.


Adam Smith, die Soziale Marktwirtschaft und Islam: Auf ähnlicher Grundlage, so die FAZ in einem Bericht am 05.11.2010 von Rainer Hermann aus Abu Dhabi
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Lange bevor der schottische Nationalökonom und Moralphilosoph Adam Smith (1723 bis 1790) den Markt theoretisch erfasste, hatte auch der arabische Historiker und Gesellschaftswissenschaftler Abdul Rahman Ibn Chaldun (1332 bis 1406) Elemente formuliert, die später Teil der sozialen Marktwirtschaft geworden sind. Adam Smith beschränkte den Eigennutz durch sittliche Grenzen, seine spontane wirtschaftliche Ordnung war das Produkt der göttlichen Vorsehung, die sich einer unsichtbaren Hand bediente. Deren Marktmechanismus lässt die soziale Marktwirtschaft, wie sie in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg die Freiburger Schule entwickelte, so weit wie möglich intakt, ergänzt sie aber durch Maßnahmen der sozialen Sicherung und Umverteilung der Einkommen.
... Der Tunesier Ibn Chaldun ist nur ein Beispiel dafür, dass es ordnungspolitisch zwischen der sozialen Marktwirtschaft und der Wirtschaftsordnung der islamischen Welt mehr Gemeinsamkeiten gibt, als das heutige Vorurteil nahelegen würde.



Nobelpreisträger Sen im STANDARD vom 05.11.2010 über Adam Smith und die Gerechtigkeit. Rudolf Walther schreibt unter dem Titel: Abwägen und aushandeln. Nobelpreisträger Amartya Sen zieht in seinem neuesten Buch Bilanz über seine Beschäftigung mit der Idee der Gerechtigkeit.
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Gerechtigkeit ist ein Kernbegriff der politischen Philosophie seit der Antike. Die Wirtschaftswissenschaft hat sich dagegen eher selten mit Gerechtigkeitsfragen beschäftigt, obwohl diese für Adam Smith - den Gründer der modernen politischen Ökonomie - im Zentrum standen. Erst "die etablierten Wirtschaftswissenschaften" der Neoklassik und des Neoliberalismus verengten Smith' Theorien zu einer gängigen Markttheologie, wonach "jeder Akteur nur durch Eigeninteresse angetrieben wird".



Anna Gielas in BILANZ vom 05.11.2010 unter dem Titel New Generation: Die unsichtbare Hand des Adam Smith. Die wirtschaftswissenschaftliche Interpretation von Smith ähnelt heute einer Rosinenpickerei. Das Werk des schottischen Ökonomen wird leicht verkannt, er selbst verblasst hinter Jahrhunderten.
– Quelle: Internet

Vernunft und Vorurteilslosigkeit spiegeln sich auch in Smiths Schrift «Die Theorie der ethischen Gefühle». In diesem, 20 Jahre vor seinem Opus magnum erschienenen Werk widmet er sich dem Charakter des Menschen. Als eine von dessen Fähigkeiten nennt und diskutiert Smith die Empathie. Dabei tritt auch seine Überzeugung von der Gleichheit der Menschen zutage: Im Gegensatz zu seinem engsten Vertrauten, dem Philosophen David Hume, der annahm, wir könnten nur jenen nachempfinden, die uns ähnlich sind, unterwirft Smith die Empathie keinen solchen Einschränkungen.
Hume, einer der bedeutendsten Aufklärer, starb 1776, in dem Jahr, als «Der Wohlstand der Nationen» erschien. Darin sprach sich Smith zugunsten einer Unterstützung der Benachteiligten aus – er befürwortete Interventionen der Regierung, wenn es darum ging, Armut einzudämmen.
...
Was den Denker aber den generellen Stereotypisierungen entreissen und eine Anerkennung des Facettenreichtums seiner Werke und Empfehlungen wecken könnte, ist besonders eine seiner Ideen: Smith glaubte nicht daran, dass der Markt den Menschen frei mache, sondern beobachtete vielmehr, dass ein freier Mensch zur Markttätigkeit tendiert. Das scheint nur eine kleine Differenz zu sein – es ist aber gerade dieser feine Unterschied, mit dem Smith den Humanismus in die Wirtschaftslehre hob.



Karen Horn im MERKUR Nr. 740 vom Januar 2011 unter dem Titel Es fehlt das kapitalistische Gen über Adam Smiths Theorie der moralischen Gefühle.
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Noch vor seinem berühmten ökonomischen Werk Vom Wohlstand der Nationen hatte Smith eine Theorie der moralischen Gefühle vorgelegt; beide Werke hat er im Laufe seines Lebens mehrfach parallel überarbeitet. Zwei Begriffsklärungen sind angezeigt. So wird gern betont, dass Smith nicht Ökonom, sondern Moralphilosoph war. Das ist korrekt. 1751 erhielt Smith eine Professur für Logik an seiner Alma mater in Glasgow und erklomm ein Jahr später den Lehrstuhl für Moralphilosophie. Doch Moralphilosoph zu sein hieß damals nicht, sich vor allem mit Moral und Ethik zu beschäftigen. Der englische Ausdruck »moral« heißt im Zusammenhang mit »moral philosophy« nicht »moralisch«, sondern »auf menschliches Verhalten bezogen«, im Kontrast zur »natural philosophy«, der Naturwissenschaft.
Dass Smith den nach modernem Sprachempfinden auf den ersten Blick etwas ungewöhnlichen Ausdruck der »moralischen Gefühle« benutzt, hat des weiteren System. Denn Smith befasst sich bewusst nicht nur mit der Vernunft, sondern mit »sentiments« als Quelle des Wissens über moralische Angemessenheit. Was gut und tugendhaft ist, erspürt und erkennt nach Smith der Einzelne aus der unmittelbaren Reaktion der Mitmenschen, aus der zustande gekommenen oder verweigerten Gegenseitigkeit sowie aus dem Zuspruch oder Tadel des eigenen Gewissens, des beobachtenden »Mannes in der eigenen Brust«, des »unparteiischen Zuschauers«.
Im Prozess der von Empathie getragenen Rückkopplungen zwischen verschiedenen Personen, aber auch innerhalb einer Person gleichsam zwischen dem Ich und dem Über-Ich entstehen die individuellen und zugleich die gesellschaftlichen Moralvorstellungen, kategorischen Imperative und Tugendregeln. Diese haben ein gestaffeltes Muster, je nachdem, wie weit unsere Empathiefähigkeit reicht. Und so ist es ganz natürlich, wenn wir uns der Familie stärker verpflichtet fühlen als unbekannten Fremden. In der Kleingruppe sind wir unhinterfragt strikt solidarisch, in der anonymen Großgesellschaft können wir nur unserem aufgeklärten, regelgebundenen Selbstinteresse folgen. Smith stellt dies fest, erklärt es – ohne es zu verurteilen. Dieser Ansatz ist typisch für den Empirismus der schottischen Aufklärung: Es geht erst einmal nur darum, mit Hilfe der Beobachtung den Gesetzen der Natur auf die Spur zu kommen. Es geht nicht darum, sie zu verändern.
Smith erklärt die Strukturierung der »moralischen Gefühle« auf Grundlage der prinzipiellen Empathiefähigkeit der Menschen, die aber auf Rückkopplungen in der Interaktion angewiesen sind.



Eva Pfister in der WIENER ZEITUNG vom 29.03.2011 unter dem Titel Der Markt hat nicht immer recht über ein neues Buch von Lord Robert Skidelsky
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Seit der Antike war die Lehre von der Gesellschaft und vom Staat immer ein Teil der Lehre vom richtigen Leben gewesen, also ein Teil der Ethik. Auch Adam Smith (1723 bis 1790) sah sich als Ethiker. Smith hat mit seinem Werk "Wohlstand der Nationen" (1776) die Volkswirtschaftslehre bis heute grundlegend geprägt. Für ihn ist das natürliche Streben des einzelnen Menschen, seine Lage zu verbessern – das heißt, seine Existenz zu sichern und Anerkennung zu erreichen –, Motor der gesellschaftlichen Entwicklung. Eine "unsichtbare Hand" sorgt dafür, dass mein Handeln in der Gesellschaft Effekte hervorruft, die wiederum die Gesellschaft und letztlich auch mich selbst verändern. Dabei hat Smith ein Zuviel an Selbstinteresse (Egoismus) moralisch ebenso missbilligt wie ein Zuwenig (Faulheit, Leistungsverweigerung). Manchesterliberalismus und die Neoklassik haben aus der Smith’schen Philosophie jedoch nur eines herausgelesen: Egoismus sei gut und der Markt habe immer recht.
Das führte seit Reagan und Thatcher, die Regierungen als Problem und die Märke als Lösung sahen, zu einer massiven Deregulierung des Finanzsektors. "Die zur Kreditexplosion und dann in den Kollaps führte", so Robert Skidelsky.
Keynes brach radikal mit dieser liberalen Idee, dass der Markt stets die beste Lösung biete und jeder Eingriff des Staates verpönt sei. Denn bereits in der Weltwirtschaftskrise in den 1930iger Jahren hatte die "unsichtbare Hand des Marktes" ohne kontrollierende Schranken des Staates Millionen von Arbeitern auf die Straße gesetzt. Der sich selbst überlassene Markt, geleitet von einer unsichtbaren Hand, führte nicht wieder zu Vollbeschäftigung, sondern zu verheerendem Massenelend.



Steffen Hentrich am 06.07.2011 beim Blog "Denken für die Freiheit" der Friedrich-Naumann-Stiftung
unter dem Titel: Adam Smith und die Immobilienblasen
– Quelle: Internet

Als im Jahr 2007 die amerikanische Immobilienblase platzte und wenig später die globale Wirtschaft in den Abgrund riss war die Überraschung bei nahezu allen Beobachtern groß. Hätten sie rechtzeitig bei Adam Smith nachgelesen, wären die schlimmsten Exzesse vermeidbar gewesen. Der große Ökonom schrieb schon 1776 in seinem Hauptwerk „Der Wohlstand der Nationen“ (Buch II, Kapitel 1):

Ein Wohnhaus trägt als solches nichts zu dem Einkommen seines Bewohners bei, und obgleich es ohne Zweifel ihm sehr nützlich ist, so ist es ihm dies doch nur so, wie seine Kleider und sein Haushalt es ihm auch sind, die doch nicht einen Teil seines Einkommens, sondern einen Teil seiner Ausgaben ausmachen. Wird das Haus an jemanden vermietet, so muß der Mieter, da das Haus selbst nichts hervorbringen kann, die Miete stets aus einem anderen Einkommen, welches er aus Arbeit, Vorrat oder Boden zieht, bezahlen. Obgleich daher ein Haus seinem Eigentümer ein Einkommen liefern und so für ihn Kapital sein kann, so kann es doch dem Gemeinwesen keines liefern, noch ihm als Kapital dienen, und das Einkommen der Gesamtheit des Volkes kann nicht im geringsten dadurch vergrößert werden. Genau aus diesem Grund musste die Immobilienblase irgendwann platzen, denn es reicht nicht aus sich in mitten einer Betonwüste reich zu fühlen, man muss sich den Reichtum auch erarbeiten.



Anna Patzaczek am 06.08.2011 im TAGESSPIEGEL über die Bedeutung der schottischen Aufklärung unter dem Titel: Dolly und die Wunderkammer
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Oder James Watt. Oder den Ökonomen Adam Smith („Wohlstand der Nationen“). Nicht zu vergessen, Dolly, das geklonte Schaf. Alle waren sie Schotten.
Was für eine große Nation von Erfindern, Ingenieuren, Dichtern und Denkern dieses Schottland ist! ... Einen frischen und nachhaltigen Eindruck vom „Scottish Enlightenment“, jener strahlenden Epoche im 18. Jahrhundert, die eine Variante der Festlands-Aufklärung war und einen Pioniergeist entfachte, der bis in unsere heutige Zeit reicht, vermitteln die National Museums of Scotland.



Peter Boettge schreibt in THE EUROPEAN vom 30.08.2011 unter dem Titel: "Der Markt muss kein Jahrmarkt sein" - "Adam Smith lebt weiter!"
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Die letzten dreißig Jahre haben gezeigt, dass Adam Smith recht hatte mit einer seiner fundamentalen Annahmen: „Der natürliche Trieb jedes einzelnen Menschen, seine eigene Situation zu verbessern, ist so stark, dass er allein und ohne weitere Hilfen imstande ist, nicht nur Reichtum und Wohlstand der Gesellschaft zu mehren, sondern auch die hundert kleinen Hindernisse zu beseitigen, die durch die Torheit menschlicher Gesetze in den Weg geräumt werden.“ ...
Vordenker wie Adam Smith oder F. A. von Hayek würden verstehen, warum. Ihre Vorstellung vom Homo oeconomicus besagte nie, dass wir hyperrationale Individuen seien, die auf Basis vollständiger Informationen in komplett freien Märkten miteinander interagieren. Ihre Aussage war lediglich, dass es immer das Ziel des Einzelnen sein wird, seine Interessen auf die bestmögliche Weise zu verfolgen. Smith wusste, dass der Mensch auch ein Einzelgänger und Eigenbrötler sein kann: klug aber fehlbar, geplagt von Hoffnungen und Sorgen, keinesfalls nur geleitet von mathematisch berechenbaren Verhaltensmustern. Die menschliche Fehlbarkeit kann zu Ineffizienz und Marktversagen führen – aber sie setzt gleichzeitig den korrektiven Prozess des Marktes in Gang. Privatbesitz, freie Preise und Profitdenken bilden den Rahmen für natürliches menschliches Verhalten und profitablen Handel zwischen verschiedenen Akteuren. Effizienz ist ein Ergebnis dieses Prozesses, keine Voraussetzung für das Funktionieren des Marktes. ...
Wir brauchen empathische Märkte! Adam Smith schrieb neben „Wealth of Nations“ auch zur „Theorie der Moral“, Hayek beschäftigte sich mit dem moralischen Verfall. Es geht jetzt darum, diese Lektionen ernst zu nehmen und einen freien Markt zu schaffen, der uns letztlich den Weg bereitet in eine Welt des Friedens, des Wohlstands und des Fortschritts.



Richard Wiens in den Salzbuger Nachrichten vom 15.10.2011 stellt zur EURO-Krise Original-Zitate von Adam Smith zusammen unter dem Titel: "Alles schon einmal gesagt und geschrieben"
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Smith: "Überall in Europa haben die Schulden enorm zugenommen, die heute in allen großen Staaten als drückend empfunden werden und auf die Dauer vermutlich zum Ruin führen werden." S&H: "Ist die Zukunft wirklich so düster?" Smith: "Die Politik der öffentlichen Verschwendung hat nach und nach jeden Staat geschwächt, der sich ihrer bedient hat. Und wie es scheint, haben die italienischen Republiken damit begonnen." S&H: "Bereiten Ihnen auch andere Länder Sorgen." Smith: "Spanien hat die Methode offenbar von den italienischen Republiken übernommen und, gemessen an seiner natürlichen Stärke, noch mehr darunter gelitten."
S&H: "Aber die großen Staaten sind zumindest Bollwerke?" Smith: "Trotz aller natürlichen Hilfsquellen leidet Frankreich unter einer ähnlich drückenden Last." S&H:"Das klingt bedrohlich. Kann man diese Entwicklung stoppen?" Smith: "Dort, wo die öffentliche Schuld einmal eine bestimmte Höhe überschritten hat, ist es meines Wissens kaum gelungen, sie auf gerechte Weise und vollständig zurückzuzahlen."
S&H: "Aber irgendeinen Ausweg muss es doch geben?" Smith: "Sofern es überhaupt gelang, die Staatsfinanzen wieder einigermaßen in Ordnung zu bringen, bediente man sich stets dazu des Bankrotts, den man bisweilen auch unverhohlen zugegeben hat." S&H: "Ist die Pleite die einzige Variante?" Smith: "Selbst dort, wo häufig Rückzahlungen nominal geleistet wurden, blieb es Wirklichkeit ein echter Bankrott."



Peter Bendixen im MERKUR über Adam Smith unter dem Titel: Die unsichtbare Hand hat schon viel Unheil angerichtet.
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Wissen Sie, wie oft die Wendung "unsichtbare Hand" im Gesamtwerk von Adam Smith vorkommt? An drei Stellen. Und an keiner dieser Stellen geht es um Marktkapitalismus. Wer dem naiven Gefasel über Gier und Geld etwas entgegensetzen will, der lese den kurzen, aber nachhaltigen Essay von Peter Bendixen.
Merke: Wenn der letzte Investmentbanker verscheucht, der letzte Hedgefonds zerstört ist, werdet ihr merken, dass man Sahra Wagenknecht nicht essen kann.



About Adam Smith - unter diesem Titel beleuchtet die WIRTSCHAFTSWOCHE vom 25.11.2011 die neue Aktualität des Schotten vom chinesischen Premier Wen Jiabao bis zum Ökonomen Amartya Sen
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Der chinesische Premier Wen Jiabao verriet kürzlich, er trage ein Buch von Adam Smith mit sich herum – nicht den "Wohlstand der Nationen", sondern die "Theorie der moralischen Gefühle". Damit schließt sich der chinesische Regierungschef der Welle der Adam-Smith-Begeisterung an, die derzeit bis in die Feuilletons der Zeitungen schwappt.
Weitsichtige Ökonomen wie Amartya Sen hatten ihn schon längst wiederentdeckt. Aber den richtigen Schub bekam die Bewegung durch die Finanzkrise. Ein bisschen kommt diese Besinnung auf die Ursprünge freilich auch einem Offenbarungseid der wissenschaftlichen Ökonomie mit ihren lebensfernen Abstraktionen gleich, die ja zur Klärung der Finanzkrise erschreckend wenig beiträgt.
Smith hat den Vorteil, dass er für jeden passt. Wer sich auf den Gründer der modernen Nationalökonomie beruft, zeigt, dass er marktwirtschaftlich denkt. Weil Smith zugleich ein Moralphilosoph war, bezeugen seine Anhänger aber auch, dass ihnen der moralische Kompass nicht abhanden gekommen ist - und das ist gerade zurzeit sehr angesagt.



Adam Smith über Großkirchen, Sekten und die Politik von Gérard Bökenkamp am 25.01.2012 im DER BLOG DES LIBERALEN INSTITUTS
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Bei Adam Smith ist eine große Sympathie für kleine Religionsgemeinschaften erkennbar. In seiner idealen Gesellschaft gibt es hunderte von Sekten und Freikirchen, von denen keine über eine Anhängerschaft verfügt, die groß genug ist, um die Gesellschaft zu dominieren: "Völlig ungefährlich jedoch muss solcher Eifer dort sein, wo eine Gesellschaft in zwei- oder dreihundert oder sogar zwei- oder dreitausend Sekten gespalten ist, von denen keine groß genug ist, um die öffentliche Ruhe zu stören."
Dies hält Smith nicht nur für einen wünschenswerten, sondern geradezu für einen natürlichen Zustand. Das Vorhandensein weniger Großkirchen führt er auf den Umstand zurück, dass sich Politik und Religion miteinander verbündet haben, um Glaubensmonopole und die religiöse Legitimierung des Staates durchzusetzen:
"Hätte aber die Politik nie die Religion zur Hilfe gerufen, die Siegerpartei nach ihrem Sieg nie die Lehren der einen Religionsgemeinschaft statt denen einer anderen angenommen, so würde sie wahrscheinlich alle verschiedenen Gemeinschaften gleich und unparteiisch behandelt haben, und jedermann hätte sich seinen Geistlichen und seine Religion nach eigenem Gutdünken wählen dürfen. In diesem Fall wäre es ohne Zweifel zu einer großen Vielzahl religiöser Sekten gekommen."



Mag. Robert Etter am 3.5.2012 bei Wirtschaftskammer Salzburg unter dem Titel:
Der Ökonom und Wirtschaftsethiker Prof. Andreas Suchanek über Adam Smith und die „Spielregeln für den Markt und für alle“
– Quelle: Internet

Wenn es um das Beziehungsfeld Ethik und Marktwirtschaft geht, ist es überraschenderweise hilfreich, sich an Adam Smith (1723 bis 1790) zu wenden, den wohl einflussreichsten Denker in Sachen Markt und Gesellschaft. Sein "Wohlstand der Nationen" (1776) ist nach wie vor Pflichtlektüre für angehende Ökonomen. Auf seiner Konzeption der "unsichtbaren Hand", die alles eigennützige Handeln der Marktteilnehmer zum Wohlstand aller wandelt, beruht auch die heutige Konzeption von Marktwirtschaft. Doch wie kann der Meisterdenker des Wettbewerbs, des blinden Waltens der Marktkräfte, in Sachen Ethik hilfreich sein? Adam Smith werde sowohl reduziert als auch missverstanden, betonte Suchanek. Der schottische Ökonom und Aufklärer, von Beruf eigentlich Moralphilosoph, lieferte ausdrücklich nicht die Blaupause für den "Homo oeconomicus", der nur im Eigennutz versinke. Smith habe vielmehr ein sehr realistisches Bild des Menschen gezeichnet.
Zwar sei dieser von seinem Eigeninteresse geleitet, doch sehe Smith die Menschen keinesfalls als (in heutigen Worten) "triviale Nutzenmaximierungsmaschinen", sondern als letztlich moralisch handelnde Personen. Smith entwarf eine umfangreiche Theorie der moralischen Gefühle, in der mehrdimensionale Menschen handeln, zum Wohle aller und mit persönlichem Gefallen daran, dass es auch anderen gut gehe. Im Kern seiner Theorie verankerte Smith sogar die Tugend der Gerechtigkeit, die den Austausch der Güter kennzeichnen müsse.
Wer also übervorteile, betrüge, unethisch handle, könne sich nicht den Freibrief von Adam Smith holen, letztlich auch nicht von der Idee der Marktwirtschaft, meinte Suchanek.



Georg Graf von Wallwitz am 5.6.2012 bei Das Inventmemt.com zum Misstrauen von Adam Smith gegenüber Aktiengesellschaften
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Adam Smith, Begründer der modernen Ökonomie, Moralphilosoph aus der Schottischen Schule, später auch Fürstenerzieher und Leiter der Zollbehörde zu Edinburgh, hat viel gesehen und gehört im Leben. Er hat Voltaire in Genf besucht, war ein guter Freund von David Hume und ein verlässlicher Berater des jüngeren William Pitt.
Smith war jedenfalls ein Mann mit Erfahrungen und so argumentiert er in seinen Schriften auch selten aus obersten Prinzipien, sondern vielmehr aus dem prallen Leben. Heute ist einer der gängigen Vorwürfe gegen Smith, er habe in seinem Buch über den „Wohlstand der Nationen“ (1776) nicht die heraufziehende industrielle Revolution und damit das Entstehen des Kapitalismus gesehen.
Adam Smiths Welt ist die der persönlich haftenden Kaufleute und erdverbundenen Bauern. Die Aktiengesellschaft sieht er mit großem Misstrauen und billigt ihr keine große Zukunft zu. Damit entgeht ihm in der Tat die entscheidende Rolle, die die großen und permanenten Kapitalstöcke der Aktiengesellschaften in der Entwicklung der Wirtschaft gespielt haben.
Smith mag die Aktiengesellschaft nicht, weil die Anteilseigner auf der einen Seite und das Management auf der anderen Seite falsche Anreize haben. Die Anteilseigner haften nicht mit ihrem ganzen Vermögen und in der Regel ist auch nur ein sehr kleiner Teil des Vermögens in einer einzelnen Aktiengesellschaft investiert.
Der Anleger stellt sein Kapital der Firma zur Verfügung und erhält dafür ein Rundum-Sorglos-Paket. Wenn es gut geht, bekommt er Geld ohne etwas dafür tun zu müssen. Wenn es schief geht, ist allenfalls das eingesetzte Kapital fort, mehr aber auch nicht.
Dieses Paket führt nach Smith bei den Anlegern zu einer gewissen Verblödung. Sie interessieren sich nicht wirklich für die Geschäfte der Firma, an der sie beteiligt sind und wenden sich lieber angenehmeren (Un-)Tätigkeiten zu.
... Aktiengesellschaften machen daher in Adam Smiths Augen nur Sinn in Branchen, wo wenig unternehmerische Kreativität und ein unvermeidlich hoher Kapitalstock gefordert sind.



PAIDEIA am 11.10.2012 über Adam Smith und das Streben nach Wohlstand
– Quelle: Internet

Smith urteilt grundsätzlich positiv über die Veranlagung des Menschen, seine eigene Lage verbessern zu wollen, denn er ist der Überzeugung, dass sich erst im Zuge dieser ständigen individuellen Anstrengung auch die produktiven Kräfte eines Landes überhaupt erst entwickelt werden können. ...
Dieses seiner Natur nach egoistische Verhalten wird bei Smith nun auf dreifache Weise in Schranken gehalten. Zum einen durch die Sympathie – auch Mitgefühl oder Interesse für den anderen -, das die Individuen davon abhält, einem anderen Unrecht zuzufügen. Ohne diesen Sinn für Gerechtigkeit wäre nach Smith Ansicht keine Gemeinschaft lebensfähig. Die zweite Schranke – eng verbunden mit der ersten - besteht in der freiwilligen Anerkennung von gemeinsamen Regeln der Ethik und Gerechtigkeit, zu welchen die Menschen mittels des common sense, also ihrer Erfahrung und Vernunft, Zugang haben. Schließlich muss drittens ein System positiver Gesetze die Regeln der Gerechtigkeit durch Androhung von Sanktionen erzwingen, wozu es letztlich des Staates und seiner Institutionen bedarf.
Diese drei Schranken erläutert Smith in seiner „Theorie der ethischen Gefühle“. Im „Wohlstand der Nationen“ kommt noch die ökonomische Konkurrenz als vierte Schranke gegen einen allzu ungehemmten Egoismus speziell in der Wirtschaft hinzu.
Insgesamt verteidigt Smith somit einen geläuterten, einen aufgeklärten Egoismus, der sozialen und rechtlichen Regeln unterworfen ist.



Egoismus, Moral, Kapital - Essay von Helmut A. Gansterer zur Ehrenrettung von Adam Smith bei FORMAT trend vom 03.05.2013
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"Wissenschaft ist das wirksamste Mittel gegen das Gift des Enthusiasmus und des Aberglaubens." Adam Smith - so leitet der Autor seinen Beitrag ein und schreibt unter anderem weiter:
Dieser Essay hat zum Ziel, eine Re-Alphabetisierung der Unternehmer anzuregen und im Zuge dessen den großen Schotten Adam Smith zu rehabilitieren. Dieser steht unverdient im Verdacht, Urquelle der moralischen Defizite der Gegenwart zu sein.
... Man wird, sobald man in den Sog der philosophischen Werke gerät, bald auch bei Adam Smith (1723-1790) landen, einem großen Denker, Pädagogen und Autor, der für viele moralische Defizite der Gegenwart als Stammvater genannt wird. Ein groteskes Fehlurteil.
Kaum ein andere Denker wurde je so verkürzt dargestellt wie der "Vater der Volkswirtschaftslehre“ und "Erfinder des Kapitalismus". In 99 von 100 Fällen wird er durch ein Vokabel ("selflove") und einen Satz typisiert, der übersetzt ungefähr lautet: "Die Summe aller Einzel-Egoismen ergibt das größte Gemeinwohl."
Adam Smith bekennt sich damit im Hauptwerk "Wohlstand der Nationen" (1776) zur Wettbewerbswirtschaft, die Wohlstand schafft, nicht zur Planwirtschaft, die Elend schafft. Er hat aber seine Grundaussage ethisch abgefedert - als Inhaber des Lehrstuhls für "Moralphilosophie" in Glasgow und schon 1759 in seinem Werk "Theorie der moralischen Gefühle".
Das heißt: Er taugt nicht als Vorbild für die globalen Wirtschaftskriminellen unserer Zeit oder die Finanz & Bank-Perversler, die noch 2007 glaubten, Börsenkurse seien interessanter als das Leistungsfundament der Aktien-Firmen. Adam Smith ist in Summe eher ein Philosoph unserer anständigen KMUs (Klein- und Mittelunternehmer), die mit ihren standort-treu und sozial-human erzeugten Weltklasseprodukten die Steuern der Gewinnverschieber und die Fehler der irregeleiteten Banker bezahlen mussten - und wohl noch einige Zeit müssen.



Die SZ im Internet am 04.05.2013 über Adam Smith: Kluge und unkluge Steuern
– Quelle: Internet

Im Jahre der amerikanischen Unabhängigkeit, 1776, veröffentlichte der schottische Philosoph und Ökonom Adam Smith ein Werk, das zu den Grundlagen moderner Staats- und Wirtschaftstheorien gehören sollte: 'Untersuchung über Wesen und Ursachen des Reichtums der Völker', eine optimistische frühe Kapitalismustheorie. Smith entwirft darin auch als einer der Ersten Grundzüge eines gerechten, das jeweilige Einkommen der Bürger berücksichtigenden Steuersystems.



Die WIENER ZEITUNG vom 21.05.2013 berichtet über einen Nationalbank-Vortrag über das Wesen der Umverteilung von Reichtum unter der Überschrift: "War Adam Smith ein Linker?"
– Quelle: Internet

Schon Platon wusste, dass großer Reichtum politische Macht mit sich bringt. Damit Demokratien nicht zu Tyranneien werden, wäre eine Umverteilung des Vermögens angebracht. Mit einem Ritt durch die Geschichte begann der renommierte Grazer Professor Heinz Kurz seinen Vortrag über "Wealth Inequality: Theory and Empirical Data" bei einer Veranstaltung der Oesterreichischen Nationalbank. Dass Platons Postulat nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat, bewies Kurz mit dem Zitat des als neoliberal geltenden US-Ökonomen Jeffrey Sachs, der vor einem Ausschuss zur Finanzkrise über die Deregulierung der Finanzmärkte gesagt hatte: Die Politiker hätten die Deregulierung geduldet, "um die Finanziers ihrer Kampagnen nicht zu verärgern".
Kurz räumte auch mit dem gängigen Glauben auf, dass der schottische Nationalökonom Adam Smith ("die unsichtbare Hand") der Meinung war, dass sich der Markt selbst reguliert. "Adam Smith drückte in seinen Schriften sehr deutlich aus, dass Reichtum für die ganze Gesellschaft nützlich sein könnte, aber dass es ein legislatives Korsett geben muss." Sonst könnte eine Verteilung des Reichtums nicht garantiert werden. Die Theorie, dass egoistisches Benehmen der Marktteilnehmer zu den bestmöglichen Ergebnissen für alle führt, stamme auch nicht von Smith, sondern von dessen Zeitgenossen Bernard Mandeville, erläuterte Kurz. Smith hätte Mandeville auch aufs Schärfste dafür attackiert. Smith war zwar für Freihandel, aber auch für staatliche Institutionen, die sich allerdings gemeinsam mit dem Privatsektor weiter entwickeln müssen. Heute würde sich Adam Smith übrigens für Eurobonds einsetzen, meinte Kurz mit einem Augenzwinkern. Der Grazer ist Co-Autor des Buches "Adam Smith für jedermann".



Die ZEIT (Pierre-Christian Fink) am 20.08.2013 unter dem Titel Auf der Suche nach Adam Smith: Der Vater der Ökonomie war kein Prediger des freien Marktes. Er suchte nach Werten.
– Quelle: Internet

Das Ringen um die richtige Smith-Exegese ist fast so alt wie Smiths Werk. Schon kurz nach seinem Tod stritten die Abgeordneten im Londoner Unterhaus über einen Mindestlohn – und beide Seiten beriefen sich auf Smith. So begann ein schier endloser Zank. Die einen deuteten Smiths Wohlstand der Nationen als Brandschrift für einen ungezähmten Markt. Die anderen beriefen sich auf Smiths zweites, heute weit weniger bekanntes Hauptwerk: Die Theorie der ethischen Gefühle. Darin hatte Smith den Menschen als Wesen beschrieben, das nach Gerechtigkeit und Barmherzigkeit strebt. ... In philologischer Kleinarbeit entsteht nun ein neues Bild von Smiths Denken. Es lässt sich nicht mehr reduzieren auf die Dichotomie: mehr Markt oder mehr Staat? Stattdessen wirft es die Frage auf: Welche Werte gelten in einer Volkswirtschaft? ... Prosperierende Gesellschaften bauen auf sieben Tugenden auf. Dazu gehört der Eigennutz – aber eben nur als eine Zutat. Damit der Mensch nicht dem Menschen ein Wolf wird, müssen Mäßigung, Liebe und ein Sinn für Gerechtigkeit den Eigennutz ausbalancieren. Damit Innovationen entstehen, müssen Mut und Hoffnung hinzukommen. Damit wir neue Wege gehen können, müssen wir wissen, wo wir herkommen – wir brauchen den Glauben an eine Identität.



Peter Bofinger in der FAZ vom 24.08.2013 unter dem Titel: "Der Segen des Egoismus" über die Bedeutung von Egoismus und Globalisierung bei Adam Smith
– Quelle: Internet

Adam Smith hielt es nicht für erforderlich, seine Leser darauf hinzuweisen, dass die wundersame Transformation durch die „unsichtbare Hand“ nur dann funktioniert, wenn die Akteure einen langfristigen Zeithorizont haben. Bei Managern, die wie viele Investment-Banker nur auf das schnelle Geld aus sind, führt der Egoismus zum Desaster für alle. Die Herausforderung besteht also darin, in möglichst allen Bereichen des Wirtschaftslebens die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Akteure langfristig denken. Dann, so die Lehre von Adam Smith, ist es für die Wirtschaft letztlich zweitrangig, ob wir es mit Egoisten oder Altruisten zu tun haben.
Überraschend aktuell sind auch seine Ausführungen zur Einkommensverteilung. "Ganz sicher", schreibt Smith, "kann keine Nation blühen und gedeihen, deren Bevölkerung weithin in Armut und Elend lebt." Reichlicher Unterhalt erhöhe den körperlichen Einsatz des Arbeiters. "Dort wo die Löhne hoch sind, finden wir daher die Arbeiter immer fleißiger, gewissenhafter und schneller bei der Hand als dort, wo sie niedrig sind."



Guy Kirsch in der FAZ vom 23.02.2014 über Adam Smith unter dem Titel: Ist der Liberalismus unmenschlich?
Der Bäcker backt Brot, weil er damit Geld verdient. Und nicht, weil er anderen helfen will. Das funktioniert - doch es darf nicht alles sein.

– Quelle: Internet

Beachtenswert ist nun, dass jene, die die Kälte der Marktwirtschaft beklagen, sich in enger Gesellschaft mit dem Gründervater des liberalen Wirtschaftsdenkens, mit Adam Smith, befinden. Für ihn war die Mitmenschlichkeit so sehr keine Selbstverständlichkeit, dass er sich zeit seines Lebens mit der Frage beschäftigt hat, ob und wie der Mensch dem Menschen ein Mitmensch sein könne. Smith geht davon aus - und er ist bis heute nicht widerlegt worden -, dass der Mensch die Fähigkeit hat, am Leid des anderen zu leiden und sich gut zu fühlen, wenn sich dieser gut fühlt. Der Mensch ist also empathiefähig. Ist dem aber so, dann ist er auch fähig und motiviert, den anderen als Mitmenschen in seinen Entscheidungen zu berücksichtigen.
Nun ist der Schotte Adam Smith zu nüchtern, als dass er sich der Gefühlsschwärmerei hingäbe. Er betont vielmehr ausdrücklich, dass der Einzelne den Mitmenschen deshalb in seinen Entscheidungen berücksichtigt, weil er selbst an dessen Leid leidet beziehungsweise weil dessen Wohlergehen ihm selbst angenehm ist. Dass dem so ist, weiß jeder, der schon mal zusammengezuckt ist, wenn jemand anderes sich mit dem Hammer auf die Finger gehauen hat. Wenn nun aber richtig ist, dass die Wohlfahrt der Menschen auch davon abhängt, wie es ihren Mitmenschen geht, dann ist die Mitmenschlichkeit nicht unbedingt ein utopisches Desideratum. Dann ist die Hoffnung nicht von vorneherein abwegig, dass sich zwischen den Menschen ein Zustand einspielt, in dem ein jeder dem anderen zumutet, was dieser (er)tragen kann, und in dem ein jeder (er)trägt, was der andere ihm zumutet. Es spielt sich ein Gleichgewicht ein. Adam Smith spricht in diesem Zusammenhang - Jahrzehnte vor seiner Analyse des Marktes - von der „unsichtbaren Hand“.



Mark Dittli am 30.4.2014 berichtet unter dem Titel "Der andere Adam Smith" auf der Webseite "Finanz und Wirtschaft"
über Andrew Haldane, ab Juni Chefökonom der Bank of England, der die Grundannahmen der Volkswirtschaftlehre, die sich noch auf Adam Smith beziehen, überdenken will.
– Quelle: Internet

Die Tendenz der realen Wirtschaft und besonders der Finanzmärkte zu euphorischen Übertreibungen und panikartigen Abstürzen, der Kollaps der Weltwirtschaft nach der Finanzkrise von 2008 oder auch die wachsende Ungleichheit in vielen Industrieländern (hier und hier mehr dazu), haben die Segnungen der Smith'schen unsichtbaren Hand und die Grundannahmen der Lehrbuch-Ökonomie wiederholt in Frage gestellt.
Also sollten wir Adam Smith besser vergessen?
Ganz und gar nicht, rät Haldane. Wir sollten Adam Smith lesen. Aber nicht den Adam Smith von 1776, sondern den Adam Smith von 1759.
In seinem 1759 erschienenen Buch mit dem Titel «The Theory of Moral Sentiments» schrieb der schottische Soziologe und Moralphilosoph nämlich von der Wichtigkeit von Werten wie Kooperation und Fairness für das Funktionieren der Wirtschaft. Und diese sind, wie das eingangs gespielte Ultimatum Game zeigte, möglicherweise deutlich wichtigere Grundannahmen für das Verhalten von Menschen als der in der Lehrbuch-Ökonomie immer noch hauptsächlich gelehrte homo oeconomicus.
Höchste Zeit also für ein Umdenken.



Gerald Braunberger am 14.10.2014 bei FAZIT, dem FAZ-Blog, über die Antrittsvorlesung von B. Friedman in Frankfurt unter dem Titel:
"Ohne Kirche keine Marktwirtschaft" über Adam Smith und die Transformationen im ökonomischen und religiösen Denken im 18. Jh.
– Quelle: Internet

Es gab in der englischsprachigen Welt im 18. Jahrhundert zwei große Transformationen – im ökonomischen Denken und im religiösen Denken. Nur aus dem Zusammentreffen dieser beiden Transformationen erklärt sich der Siegeszug marktwirtschaftlichen Denkens.
... In den Jahren 1725 bis 1775 fand eine Auseinandersetzung mit Mandevilles Idee statt. Sie wurde oft aus moralischen Gründen abgelehnt, faszinierte gleichzeitig aber auch einige Denker. Wichtige Teilnehmer an dieser Debatte waren Francis Hutcheson (der wichtigste Lehrer Adam Smiths), David Hume (der engste Freund und wichtigste intellektuelle Mentor Adam Smiths) sowie Adam Smith selbst.
In seinem Werk Wealth of Nations gelangte Smith im Jahre 1776 zu wichtigen Erkenntnissen: Zum einen ist das am Eigennutz ausgerichtete Handeln des Individuums in seiner Natur begründet und daher keine Sünde. Zum zweiten stellt Smith die Frage, ob die Menschen in der Lage wären, die richtigen Entscheidungen zur Steigerung ihres Eigennutzes zu treffen. Nach seiner Sicht werden dies Unternehmer meistens können, Konsumenten sehr oft aber nicht. Damit die “unsichtbare Hand” wirkt, werden gute Rahmenbedingungen benötigt und diese sind in erster Linie Märkte mit einem funktionierenden Wettbewerb.



Ronny Schilder am 16.08.2015 in der FREINEN PRESSE Chemnitz über TTIP: Nachhilfe für die „Unsichtbare Hand“? unter dem Titel:
"Adam Smith und die Kaufmannsmoral"
– Quelle: Internet

Wird im "freien Handel" also ein Rechtsrahmen gesetzt, der einseitig die Interessen einer weltwirtschaftlichen Elite bedient? Und sollten deren Gewinninteressen gegenüber anderen politisch-sozialen Zielen vorrangig sein? Adam Smith war nicht dieser Meinung. Die "Aufgabe des Souveräns" sei nicht bloß "ein Anhängsel zu den Pflichten des Kaufmanns, etwas, was diesem untergeordnet werden sollte." Seinem Hauptwerk "Der Wohlstand der Nationen" schrieb der Ökonom den Merksatz ein: "Die Herrschaft einer privilegierten Gesellschaft von Kaufleuten ist wohl die schlimmste aller Regierungen für jedes Land."



DIE PRESSE über "Neoliberales Christentum und seine Propheten": "Unsichtbare Hand" und "Sympathie" - A. Smith und Franziskus I.
Artikel von Stephan Schulmeister vom 10.02.2016
– Quelle: Internet

Seit 25 Jahren wird Europa nach marktreligiösen Leitlinien umgestaltet, Sozialleistungen, Reallöhne, Spitzensteuersätze und Vermögensteuern werden gekürzt, doch der Erfolg mag sich nicht einstellen. Im Gegenteil: Es geht immer mehr bergab, die Ungleichheit wird größer und größer. Auf vier Fronten wird dieser Zweifel bekämpft.
Erstens: Die Wissenschaft leitet aus der „Unsichtbare-Hand-Theorie“ strikte Regeln für die Politik ab (Sparpolitik, Marktliberalisierung, etc.).
Zweitens: Letztere bindet sich den Regeln entsprechend selbst, teilweise für ewig (aus dem Fiskalpakt kommt man nicht mehr raus, aus TTIP wohl auch nicht).
Drittens: Die Oberen finanzieren immer mehr Thinktanks, in denen (junge) Ökonomen die wahre Theorie popularisieren. Angesichts der prekären Jobsituation sind sie zu erstaunlichen Anpassungsleistungen fähig.
Viertens: Die Journalisten verbreiten eine marktkonforme Sprache: Wer sich an „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ hält, ist ein Gutmensch, die schlauen Egoisten sind die wahren Guten. Wer viel verdient, ist Leistungsträger etc.
...
Fundiert wird das Weltbild durch Berufung auf den großen Adam Smith. Dieser hätte gezeigt: Die „unsichtbare Hand“ des Markts lenkt die Egoismen der Einzelnen zum besten Ganzen. Gott sei Dank ist weitgehend unbekannt, dass Smith das nie gesagt hat.
...
Zum „höheren Wesen“ wurde die „unsichtbare Hand“ erst durch Nobelpreisträger Samuelson. In seinem Lehrbuch „Economics“, dem erfolgreichsten aller Zeiten (Gesamtauflage seit 1948 ca. fünf Millionen), unterstellt er Smith ein solch „magisches Prinzip“.
Die Theorie von Smith über Individuum und Gesellschaft ist anders und genial einfach: Der Mensch ist sowohl ein Einzelner als auch ein soziales Wesen. Er nimmt daher am Schicksal anderer Anteil und erhofft sich dies umgekehrt auch von den Mitmenschen.
Sympathie ist das wichtigste Bindeglied. Jeder prüft sein Verhalten danach, wie es der innere „unparteiische Beobachter“ bewerten würde – dieser repräsentiert die ethischen Normen. Folgen die Einzelnen ihrem „inneren Menschen“, so stärkt dies sowohl die individuelle Identität als auch die gesellschaftliche Kohärenz: Selbstliebe und Nächstenliebe bedingen einander, Solidarität ist ein Eigennutz sozialer Ordnung.
Noch aber gilt es, die Stellung zu halten – eine Weltanschauung, an deren Restaurierung so viele Geistesgrößen Jahrzehnte gearbeitet haben, kann doch nicht falsch sein! Auch die zum zeitgemäßen Christentum Konvertierten halten daran fest, selbst gegen die Thesen von Papst Franziskus. ...



THE SCOTSMAN vom 11.04.2016 (SOFIANE KENNOUCHE): Five Scottish philosophers who helped shape the world:
Adam Smith, George Campbell, Adam Ferguson, Hector Boece, David Hume
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WHILE Scotland has been prolific in giving the world physical inventions, its tangible contributions to knowledge and understanding from the minds of those such as Adam Smith and Hector Boece cannot be forgotten.



Kolumne von Georg Diez in SPIEGEL Online vom 20.05.2018 über Adam Smith und "Die Mutter aller Märkte": "Wer hat dem Nationalökonomen Adam Smith sein Essen gekocht? Die Mutter"
über das neue Buch der Autorin Katrine Marçal: "Who Cooked Adam Smith's Dinner?"
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Was ist zum Beispiel mit Adam Smith, dem Mann, der immer wieder präsentiert wird als "Vater des Kapitalismus", als "Urvater der Ökonomie", als Segensbringer des Egoismus, der im Eigennutz die Triebfeder des wirtschaftlichen Fortschritts sah und damit, so heißt es in der neoliberalen Auslegung seiner Lehren, ein radikales Konzept von Freiheit verfolgte - und dabei selbst abhängig war von den Bedingungen, die diese Freiheit ermöglichten, weil er seine Mutter brauchte, die ihm das Abendessen machte, sein Leben lang?
Adam Smith hat nie geheiratet, er hat all die Jahre, in denen er an seiner "Theorie der ethischen Gefühle" arbeitete und an "Der Wohlstand der Nationen", zu Hause gewohnt, und das ist nicht nur menschlich relevant, es ist vor allem theoretisch von Bedeutung, weil es auf einen Widerspruch hinweist, der eigentlich gar keiner ist: Freiheit braucht Bedingungen, die diese Freiheit ermöglichen.



Ernst Ulrich von Weizsäcker im Schwarzwälder Boten vom 16.11.2018 (Kommentar von Hans-Jürgen Kommert) über Adam Smith und die Notwendigkeit eines neuen Zeitalters der Aufklärung
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Ernst Ulrich von Weizsäcker, Co-Präsident des Club of Rome International, über Adam Smith: „Völlig fehlinterpretiert würden die großen Denker Adam Smith, David Ricardo und Charles Darwin. Für Smith sei klar gewesen, dass die Reichweite des Marktes identisch sei mit der des Gesetzes, der Moral. Heute seien die Gesetze lokal, der Markt aber global und daher brutal, gesetzlos und zerstörerisch.“



Die Autoren Birger Dellmann / Michael Storks fragen bei neunsight.de (April 2018): "Adam Smith – der erste Verhaltensökonom?"
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Adam Smith wird der "Vater der klassischen Nationalökonomie" genannt, das heißt er gilt als der Begründer der modernen ökonomischen Theorie. Für ihn galt: Ursprung des Wohlstands ist die menschliche Arbeit. Die Steigerung der produktiven Kräfte der Arbeit und damit nationaler Wohlstand waren für Smith Voraussetzungen für eine "zivilisierte" Gesellschaft. Eine neue Deutung sieht Smith gar als sozialen Marktwirtschaftler. ...
Dabei hatte bereits Adam Smith erkannt, dass der Mensch zwar grundsätzlich, aber nicht ausschließlich und nicht in jedwedem Kontext egoistisch handelt. Mit dieser Idee hatte Smith sich bereits in seinem philosophischen Hauptwerk "The Theory of Moral Sentiments" aus dem Jahr 1759 auseinandergesetzt, das heute aber kaum mehr bekannt ist. Dabei greift dieses Werk bereits viele Fragen auf, die die moderne Verhaltensökonomie erst seit etwa zwei Jahrzehnten wieder thematisiert. Adam Smith war also nicht nur der geistige Vater des Homo oeconomicus, er hat nachfolgenden Forschergenerationen auch gleich das Werkzeug mitgegeben, diese fundamentale Annahme kritisch zu hinterfragen und dort zu korrigieren, wo es notwendig ist. Smith darf also zu Recht als der erste Verhaltensökonom bezeichnet werden.