Die aktuelle Ausstellung ist ein Work-in-progress zum Thema: „Mein Raum”. Dabei werden Künstler eingeladen, Objekte speziell für den Ort zu schaffen, die Bezug nehmen auf das Thema, die Wiesen, den Wald und die Topographie.

Im vergangenen Jahr hat die japanische Landart-Künstlerin Ohya Rica mit ihrem versunkenen Schiff „Container for Life“ einen Glanzpunkt in die Prigglitzer Landschaft gestellt, gebaut aus Baumverschnitt und Erde. Im Nahbereich dieses Objekts schuf sie nun diesen Sommer ihre Antwort auf die japanische Mehrfachkatastrophe des heurigen Frühjahrs und die tiefe Verunsicherung, die dies bei ihr auslöste: „My Home – my Safety Place“ behandelt das Thema mit ironischem Akzent in Form einer riesigen Holzkonstruktion unter Verwendung von sechs Meter hohen Baumwipfeln aus dem Bergwald, Schwartlingen - also dick ab - geschnittenen Baumrindenteilen - und allem möglichen anderen
lokalem Holzmaterial und Erde.

Imanuel und Charlotte Seidl, Margit König “Manus Raum”

Gemeinsam mit ihrem Enkelsohn Imanuel und der Zeichnerin Margit König sowie den Klangkünstlern Richard und Erika Bandera gestaltete Charlotte Seidl „Manus Raum“: Eine dichte Dschungelimpression in einem Bauwagen, komponiert aus grüngespritztem Irlasch, Gräsern und Kunstblumen mit den stark vergrößerten Tierzeichnungen von Margit König und der Beschallung durch Dschungeltöne aus Costa Rica, die Richard und Erika Bandera eingefangen haben, und die beim Öffnen der Wagentüre in Gang gesetzt wird.


"Raum für 3 Hölzer” von Mario Wesecky

Mario Wesecky nutzte zwei abgestorbene Birnbäume als Unterbau für Skulpturen aus Hölzern von Ahorn – von Wind und Wetter geformt setzen die stilisierten Figuren mit erhobenen Armen den unregelmäßigen Wuchs des Unterbaus fort. Ergänzt werden die Birnbaumobjekte durch zwei
Akazienfiguren. So stehen nun vier schmale, hohe Gestalten zueinander in Beziehung und erobern den Raum der Landschaft für sich
.



“Wächst viereckig”von Beatrix Mapalagama

Auch Beatrix Mapalagama nutzte abgestorbene Bäume für ihre Installation. Drei alte Zwetschkenbäume,die als Zuflucht für Insekten stehen gelassen wurden, sind die Ausgangssituation, in die die „Papierwespe“, so Mapalagamas Künstlername und Verweis auf ihr Arbeitsmaterial, ein vierkantiges Eisengitter, in das sie ein Gewebe aus Schnüren und Papier einflocht in zartem Rot, Gelb und Weiß. „Wächst viereckig“ nennt Mapalagama dieses dichte Gespinst, das auch die eigentlichen Bewohner dieser Landschaft, die Insekten, dazu einladen soll, den Faden weiterzuspinnen und so ihren Raum zu erobern.

“Gut behirtet”von Bernhard Tragut,

Das gemeinsame Projekt von Bernhard Tragut und Johannes Seidl einen Schafunterstand gegen Sonne und Regen zu errichten ist bereits mit der etwa 1,40 Meter großen Figur der „Hüterin der Schafe“ ausgestattet. In die Ferne blickend ist sie durch einen schwarzen Umhang geschützt, aus dem Tragut Einblicke in Schafform mit hellblauem Untergrund freigibt. Bei genauerem Betrachten bieten sich Menschendarstellungen in den unterschiedlichsten Aktivitäten des Lebens – schreiend, lachend, träumend...


Erdfrauen Una und Brigid“ - Charlotte Seidl.

Als Erweiterung ihrer Frauenfiguren hat Charlotte Seidl zwei neue Erdfrauen – Brigid und Una – hinzugefügt und zum Großprojekt des Vorjahres, der Naturplastik „Container for Life“, ein Porträt der japanischen Objektkünstlerin Ohya Rica dazugestellt. Als Antwort auf die bedrückende Situation in ihrer Heimat und das Gefühl diese verloren zu haben, wird Rica diesen Sommer auf Einladung der Seidls ein Objekt unter dem Titel „mein Heim“ gestalten

In der Landschaft sind auch noch viele Projekte von Kunst in der Landschaft VII zu sehen. Mehr dazu


Helga Cmelka (A) „Wasserlauf",„Wasserlauf“, Länge ca. 12 Meter, ca. 5000 m Schnüre verknüpft, rechts mit einer Figur von Charlotte Seidl im Vordergrund.
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Aus weißen Nylonschnüren knüpfte Helga Cmelka einen glitzernden Wasserlauf als dichtes Geflecht,das unterhalb einen geschützten Raum bildet. Ein Holzgestell bietet Sitzplatz und Rückzugsmöglichkeit für Mensch und Tier, wie eine Höhle am Waldesrand.

Welch erstaunliche Entwicklung eines Kunst-Objektes, das nun so gar nichts mehr mit seiner Ausgangssituation, dem Imaginieren eines Wasserfalles in Japan, dem Herabfallen und Heranwehen eines Wasservorhangs aus einer Kärntner Baumkrone, zu tun hat. Vielmehr wurde hier und jetzt eine Raumsituation gebildet, die große Ähnlichkeit mit einer stufenförmig angelegten Behausung aufweist, oder noch treffender, mit einer Höhle, in die man hineinkriechen und in der man sich verbergen kann. Die dem, von außen Kommenden keinen Einblick gewährt, weil ein beinahe undurchdringlicher Schleier blass-blauer Wasserfäden einen Schutzwall davor entstehen lässt. So darf man hoffen, dass sich manch ein Wanderer in diesen Schutzraum verirrt, ein Wildtier dort möglicherweise ein geeignetes Quartier für die Nacht findet, oder eine seltene Pflanze ein neues Revier zur besonderen Entfaltung geheimer Kräfte findet. Die Vielfalt mit der die Künstlerin agiert, die Variablen, die sie in und mit einem Kunstwerk zu schaffen versteht, sind nur einer der faszinierenden Aspekte ihres schöpferischen Tuns. Gleichwohl, geht es in dieser, ihrer Arbeit auch um Kommunikation und um einen sozialen Ansatz, der dem Menschen hinter der Künstlerin wohl ebenso wichtig ist. Denn letztlich kann man sich auch gut vorstellen, dass sich unter und hinter dem abgeschiedenen Gespinst feiner Nylonfasern, ein aufschlussreicher Dialog mit der Künstlerin selbst führen lässt. So darf man neugierig sein, was dieser „Wasserlauf“ in den bevorstehenden Sommermonaten alles erleben wird. Judith.P.Fischer

Kunst in der Landschaft V
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Kunst in der Landschaft VII
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