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Meine Buchempfehlungen

 

"Bücher des Jahres"

1998    Mitteldetails, Armin Seideneder

1999    die chronisch Hereditären Krankheiten, Gerhard Risch, Yves Labord

2000    Homöopathische Miasmen: Die Psora, Peter Gienow

 

Buchrezensionen

klassische Homöopathie - Erkennen und verantwortungsvoll handeln von Inge Plattner

Buchrezension 9/01 mit detaillierter Fall-Analyse Fall Neurodermitis Seite 250

 

 

 

"Bücher des Jahres"

        Peter Gienow, Homöopathische Miasmen: Die Psora

ein Lern- und Praxisbuch, Sonntag Verlag ISBN-3-87758-203-6

für mich das Buch des Jahres 2000. 

Auf den ersten Blick, also beim Überfliegen oder mal kurz quer hineinlesen kam mir alles etwas verwirrend vor, auch Spinedi meinte, nachdem er das Buch kurz durchgeblättert hatte, es sei kompliziert und verwirrend .....

.... lösen sich beim genaueren Studieren die Fäden, die Gienow spinnt in große Klarheit auf und ein deutlicheres, besseres Verständnis der DYNAMISCHEN Verhältnisse im Krankheits- und BehandlungsPROZESS greift Raum.

Erstmalig wurde hier für mich ganz deutlich die dynamische Struktur der Miasmen als Grund-Reaktionsmuster des erkrankten Körpers ausformuliert, wobei für mich die Miasmen diesen letzten Rest an "magisch/mysthischen" Entitäten-Charakter verloren haben, der wie ein Ding, ein Makel, ein Geist usw. über dem miasmatisch belasteten Patienten schwebt.

Der Übergang der einzelnen Miasmen (wie wird ein vormals kaum miasmatisch oder ein psorisch belasteter Mensch sykotisch) wird begreiflicher.

Auch wenn ich mich am Anfang gegen die eine oder andere Aussage wehrte, fand ich die Analyse Gienows in den nächsten Wochen in der Praxis bestätigt.

Faszinierend der Begriff der "Spiegelmiasmen" - der gegenseitigen Aktivierung von Tuberkulinisch - Syphilinischer Prozesse, ich fand dieses Phänomen nicht allzu oft, aber tatsächlich in einigen Fällen der folgenden Praxiswochen. 

 

Tatsächlich sehe ich diese Dinge seither in der Praxis deutlicher, bin mir bewußter über diese Schichten, passe die Arzneiwahl - wie ich meine - mit größerer Sicherheit den miasmatischen Gegebenheiten an.

Ausgesprochen interessant wird Gienows Analyse u.a. auch dadurch, daß er sich Hahnemanns 97 Beispiele der Unterdrückung Chronischer Krankheiten aus dem Buch CK1, S.23-40 vornimmt und die dabei ablaufenden dynamischen Reaktionsformen beschreibt.

Gienows "Die Psora" fasst auf didaktisch glänzende Weise viele wichtige Merkmale zur Behandlung chronischer Krankheiten zusammen, bietet Überblick über die Vorgehensweise verschiedener homöopathischer Schulen, setzt den  "Haltepunkt" eines Mittels (Burnett) an zentrale Stelle (!)

Dieses Buch eignet sich NICHT zum Überfliegen, Klolesen, zum in einer Pause oder in einer Warteschlange schnell Hineinschauen. 

Es eignet sich ausgezeichnet zum ernsthaften Studieren und belohnt mit einem klareren Verständnis der Reaktionen (in der Behandlung), der Stadien, der DYNAMISCHEN PROZESSE im Organismus.

 

Was würde ich mir dazu noch wünschen: das endlich die versprochenen Nachfolgewerke, v.a. zur Sykose erscheinen, das Gienow eine Art Praxisbuch mit typischen Fällen aus der Praxis und sich ergebenden Behandlungsstrategien bei mehrmiasmatisch belasteten, schwer chronisch Kranken, sowie ein Nachschlagewerk der miasmatischen Zeichen, ausführlicher und genauer, bebildert (Farbbilder) - als das Symptomenlexikon von Yves Labord

 

EMail von Tjado Galic an mich über Gienows Buch (12. April 2001)

Ja, nachdem Du mir davon vorgeschwärmt hast, habe ich es mir bestellt und gerade bekommen.
 
Das haut mich jetzt aber um. Endlich, dieser Gedanke, daß sich chronische Krankheit als Reaktionsmuster in dynamischen Prozessen bewegt - das ist für mich sowieso eine Wahrheit.
Leider habe ich bisher noch nichts zu diesem Thema gefunden, was das therapeutisch plastisch nachvollziehbar und nützlich macht.
Für mich sind diese ganzen Symptomenlisten (zu Psora, Sykose, Syphilis usw.) irgendwie schon immer krank gewesen, wie ein Häufen Chaos ohne Struktur, ganz platt, wie eine Scheibe. Also habe ich mir gedacht, Du mußt nur genug lernen, damit Du das irgendwann kapierst, denn alle, die ich dazu gefragt habe, haben immer nur das wdh., was ich auch schon gelesen habe, das sit aber so nicht lebendig.
Das ging mir stets so als wenn man alle fragt, was ein Auto ist und immer die selbe unbrauchbare Antwort kriegt: "ein Auto ist was mit Türen, Lenkrad, Kurbelwelle und Ventilen, die zusammenarbeiten und wenn es nicht funktioniert kommt es in die Werkstatt." Wenn ich dann frage, was ist denn das W A S in deiner Antwort, habe ich entweder diegleiche Antwort nochmal bekommen oder irgendwas aus dem privaten Überzeugungssystem des Antwortenden ÜBER das Thema allgemein. Dabei hätte es mich glücklich gemacht einfach erstmal zu hören: "Ein Auto ist ein Fortbewegungsmittel, was aus eigener Kraft fahren kann, Benzin verbraucht und vom Fahrer gesteuert wird."
 
Das ist aber in diesem Buch anders, das kann man sofort sehen, ab S. 46. Das ist eine ganz geniale Idee, die Dynamik aufzuarbeiten. Jetzt bin ich aber gerade viel zu gerührt und emotional und schwindelig ist mir auch noch, so daß ich einfach erstmal wieder ruhig werden muß.
 
Danke Heli

 

 

 

Buch des Jahres 1999

Gerhard Risch, Yves Labord: die Chronisch hereditären Krankheiten

 

Review noch ausständig

 

 

Buch des Jahres 1998

 

Armin Seideneder, Mitteldetails

.......  auweh .... schon wieder eine riesige, umfangreiche, teure Ausgabe - die man sich in den Schrank stellt um nicht in 12 Jahren - wenn das Werk vergriffen ist - draufzukommen, daß man es unbedingt gebraucht hätte......., mein Jahres-Buch Budget beträgt konstant über die Jahre in etwa 10.000 DM, zum Lesen komme ich eh kaum mehr.

Als das Werk angekommen ist zuerst einmal die freudige Überraschung über die Qualität des Einbandes und der Bindung, die ist wirklich - wirklich gut.

Erstes Durchblättern: fantastischer Font, ausgezeichnet lesbar, der Platz gut genutzt, ganz anders als wir es von so mancher Publikation des Stafanovic Verlages gewohnt sind!

Seit der aktuellen Ausführung des Complete Repertories (deutsche Auflage aus dem Stefanovic Verlag) 

- welche zwar wesentliche Verbesserungen des Layouts im Vergleich zur Englischen Ausgabe des IRHIS-Verlages aufweist (man möge nur im englischen Complete die Rubrik MIND; ANXIETY ansehen, hier zeigt das deutsche Complete zumindestens Fortschritte im Layout)

- sind wir ja bescheiden geworden. Trotzdem - man möge nur einmal versuchen, im Deutschen Complete die (beliebig herausgegriffene) Rubrik 

Gliederschmerzen; Allgemein; Untere Gliedmassen; Nerven; linke Seite; erstreckt sich; zu den Zehenspitzen

überhaupt zu finden. Diese tief verschachtelten Kapitel sind auch im deutschen Complete unbrauchbar !!!!!

Ein anderes Beispiel, wo ein wunderbares Buch durch einen ganz banalen Layout-Fehler für die Praxis so sehr entwertet wird, daß ich leider weiterhin zum Orginal greifen muß, ist der deutsche Phatak (Burgdorf Verlag).

Im Vergleich zur Englischen Orginalausgabe hat die Übersichtlichkeit und die Lesbarkeit durch den Layout-Satz deutlich verloren.

Das diese so unendlich wichtigen Werke durch das Layout so sehr gering-geschätzt werden,  zeigte uns, wie wir Kunden eingeschätzt werden. Jedenfalls nicht wichtig genug, daß man zumindestens einen einzigen echten Praktiker über das Layout eines dieser Werke befragt hat. Hier werkten augenscheinlich Setzer und Techniker im luftleeren Raum.

Wie klar, wie schön dagegen zB das Repertorium Generale - es schmeichelt direkt den Augen.

 

Aber - siehe - bei den Mitteldetails hat endlich wieder einer mitgedacht, das Layout ist von einem Praktiker für Praktiker geschrieben, das spürt man sofort. Bravo !!  

Armin, hast Du das eingefädelt oder war das dein Verleger? Egal, man wird nicht müde, wenn man drinnen liest.

Zur Ehrenrettung muß man aber sagen, daß das Jahrhundertwerk von Veronika Rampold, Mindmat (Stefanovic) ebenfalls ausgezeichnet gelayoutet ist. Genauso sollten Bücher sein, da dürfen sie dann auch gerne deutlich mehr kosten.

Zum Inhalt

Wahnsinn, hier übertreibt einer - da sind ja Mittel drinnen, deren Abkürzung ich noch nie gesehen habe !!

Der Seideneder denkt mit: Unter dem Titel des Mittels wird in einer Zeile der Chemische Name sowie der "Umgangssprachliche Name", die chemische Formel (bei Salzen), die Art der Zubereitung angegeben (Tinktur, Trituration, Lösung des Öls in Rektifiziertem Alkohol ....) angegeben. 

Leider fehlt die botanisch bzw. zoologische Klassifikation, das wäre der Überhit gewesen - sofort zu sehen, ob das Mittel eine Solonaceae oder Ranunkulaceae ist....

Was ist das jetzt: die WEIHE-Punkte dieses Mittels !!!! Das ist praxisnah - Danke Armin. 

Bei Dr. Anton Rohrer, Großlobming/Österreich - der diese wichtigen differentialdiagnostische Hilfe noch direkt bei Dr. E. Bauer, Arosa gelernt hatte, sah ich die praktische Verwendung der WEIHE-Punkte. Bei Dr. Rohrer, diesem genialen Homöopathen der ein Lexikon der Homöopathie irgendwo im Kopf eingebaut hat, schien das alles immer zu funktionieren!

Super: eine Angabe über die Hauptmiasmatische Wirkung.

Die H.v.Müllerschen Farbangaben aus dem Farbkatalog von Kornerup und Wanscher sind mit Querverweise auf Mittel mit ähnlicher Farbvorliebe angegeben. Das schlägt ja wirklich alles!! Und das alles sozusagen in 2 Zeilen als "Untertitel".

Wie ich schon sagte: von einem Praktiker für Praktiker gemacht.

Es folgen die Symptome des Mittels nach dem bewährten Kopf zu Fuß Schema, sodaß man alles sofort findet.

Sehr brauchbar sind Kurzangaben von Mental State (Sankaran), Essenz (Vithoulkas), Thema (Scholten)

Ich könnte jetzt noch lange über die Quellen, die praktische Rubriken-nahe Darstellung der Symptome des Mittels reden, aber dies können Sie alle über die Leseprobe selber ersehen.

Weiter zum Inhalt

Es fasziniert mich immer wieder - ein einzigartiges Phänomen:

man schlägt ein Mittel - welches man ganz gut gewählt wähnt - in den Mitteldetails nach und findet den Patienten in seiner Totalität und seinem ganzen Erscheinungsbild in den Rubriken so unglaublich klar und plastisch präsentiert.

Wenn das Mittel passt, dann scheinen die Mitteldetails wie ein angegossener Handschuh zu passen. Diese Übereinstimmung fand ich bisher in keiner anderen Materia Medica in dieser Form wieder.

 

Ein striking Beispiel:

ich behandelte eine Patientin mehr schlecht als recht mit diversen gut gewählten Polychresten mit einer depressiven Borderline-Störung, nach ca. 1 Jahr ging es ihr zwar deutlich besser - die ständige Suicidalität war doch wesentlich geringer - aber sie zerschnitt sich doch immer wieder mit dem Messer den Unterarm (immer in dieselbe Wunde hinein), zerschnitt sich in Gedanken mit der Motorsäge usw usf.

Über das Mini-Symptom der Psoriasis unter einem Fingernagel las ich in den Mitteldetails Sabadilla nach und fand nahezu jedes der Symptome der Patientin in ähnlicher Form wieder. Nicht in absolut identer Form, sonst hätte ich ja das Mittel schon früher rausrepertorisiert.

Was fand ich noch: genau an der Stelle, an der die Patientin das Messer angesetzt hat, liest man in den Mitteldetails: "quer über den linken Unterarm ein roter, erhabener Streifen" - so als ob die Narbe der Patientin beschrieben wurde.

Weiters fand ich das "Abschnürende Gefühl" am Oberarm, den "Messerstich" im li Oberschenkel und vieles mehr ... .... ....

 

Dies ist tatsächlich eine Besonderheit dieser Materia Medika. Armin scheint tatsächlich eine besondere Begabung zu besitzen, dieses so umfangreiche Material in einer so gut aufbereiteten Form zu präsentieren.

Wenn sein Arbeitseifer nicht nachlässt, wird er wohl in einigen Jahrzehnten Allens Enzyklopädie übertroffen habe.

Vielleicht könnte er - mit seiner Fastidiousness - sich an die Arbeit machen um zB die Chronischen KH von Hahnemann, oder nur die MM von Kent sauber ins Repertorium einzuarbeiten ?! Wäre das nichts für dich Armin? 

Ich freue mich daher schon auf die neue Auflage der Mitteldetails - auch wenn mein Finanzminister stöhnt - ich könnte mir die Arbeit ohne Mitteldetails nicht mehr vorstellen.

 

 

Ein Beispiel aus den Mitteldetails (Ausschnitt aus Nat-carb sowie Scan aus dem Buch)

 

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