Heavy-Duty Schwellerrohr:
 

Hier wird der Umbau des Wagens beschrieben, der ihn bis nach Amerika hinüber berühmt gemacht hat.
Der Umbau ist gleichermaßen einfach, wie auch kostengünstig und effektiv.

Viele Cherokee-Offroad-Umbauten in Amerika nutzen bereits meine Schwellerkonfiguration.
Ich habe nichts dagegen wenn diese Idee nachgebaut wird, aber wenn sie jemand wirtschaftlich nutzen möchte, hoffe ich doch, daß dann auch was für mich abfällt :-)

 
 

Nun aber zur Anleitung

Nachdem ich bei einem Trial an einer Wurzel den Schweller eingedrückt habe, begann die Suche nach einer sinnvollen Möglichkeit, so etwas in Zukunft zu verhindern.
Erster Gedanke: Seitliche Rohre aus dem Zubehörhandel. Nachdem ich mir einige dieser Rohre angesehen habe, verwarf ich die Idee wieder.

Diese Lösung kam für mich aus folgenden Gründen nicht in Frage:

  • Verlust an Bodenfreiheit
  • Bei heftigerem Aufsitzen verbiegen sich die Rohre, bzw. die Aufhängung derselben da der Hebelarm zum Hilfsrahmen doch recht Lang ist
  • Wenn die Rohre am Rahmen anliegen werden eventuell auftretende Kräfte nur an zwei Punkten in den Aufbau eingeleitet
  • Fällt optisch zu sehr auf

Ich überlegte weiter. Im Gespräch mit anderen Fahrern im Club wurde ich fündig. Bei div. Range Rovern und Suzukis  wurde am Seitenschweller ein Eisenwinkel zur Verstärkung angeschweißt.

Kann man bei einem Cherokee den Schweller nicht gleich komplett entfernen und durch ein Eisenprofil ersetzten? Doch, man kann.

Der Vorteil so eines Umbaus ist schon enorm:

  • Gleiche Bodenfreiheit wie vor dem Umbau
  • Bei heftigem Aufsitzen gibt es kein verbiegen des Schwellers da dickwandig und über die ganze Länge mit dem Aufbau Verschweißt
  • Optisch voll ins Fahrzeug integriert
  • Seitenaufprallschutz
  • Drucktank mit insgesamt ca. 30 Liter Inhalt
  • Wagenheber kann überall angesetzt werden

Also an die Arbeit.

Als erstes musste ein entsprechendes Profilmaterial gefunden werden. Nach kurzem Suchen entschied ich mich für ein Vierkant-Profil mit 140mm x 70mm Außenmaß, 5mm Wandstärke und 1743mm Länge. Die Enden wurden mit einem Radius von 70mm Druckdicht verschweißt. Den Radius wählte ich um keine Kanten zu haben und um einen harmonischen Übergang zwischen Kotflügelverbreiterung und Schweller zu erreichen.

Wenn der neue "Schweller" fertig ist kommt der Augenblick der Wahrheit.

Ab in die Werkstatt.

Es ist schon ein komisches Gefühl wenn man vor seinem XJ steht und sich dessen bewusst wird; - wenn das jetzt nicht hundertprozentig Funktioniert, was dann? 

Ist der Schweller hohl oder laufen Kabeln durch?
Wie ist die A-, B- und C-Säule im Schweller integriert?

Wird schon schief gehen.

Wir habe mit der Fahrerseite begonnen. Da der Schweller bis nach vorne zum Radkasten reicht wurde die neue Linie am Kotflügel angezeichnet und anschließend derselbe abmontiert. Ein letzter Blick auf den heilen Schweller, und dann hieß es Luftsäge marsch.
Zuerst wurde "nur" eine kleine Öffnung in den Schweller geschnitten um die Lage dahinter abzuklären. Alles OK, keine Kabel oder sonstige Schwierigkeiten zu sehen.
Der Schweller wurde dann an der Seite wo er von der Oberseite nach unten gebogen ist, sowie an der Unterseite wo er mit dem Blechstreifen der in die Fahrgastzelle geht verbunden ist abgetrennt.

 

Der Hintere Kotflügel wird in der selben Höhe abgetrennt um dann bündig am neuen Schweller aufzuliegen.
Die A-Säule wird im unteren Bereich ebenfalls an die neue Konfiguration angepasst. Die B- und C-Säulen reichen gar nicht bis in den Schweller und sind daher auch kein Problem.

 

 

Der neue Schweller wiegt ca. 35kg und sollte mittels Wagenheber angehoben, in die entstandene Nische gedrückt und mit der hinteren Kotflügelverbreiterung bündig eingerichtet werden.


Wenn alles passt wird das Schweißgerät angeworfen und sowohl an der Oberseite, wie auch an der Unterseite des Schwellers eine saubere Raupe gelegt. Am besten eignet sich hier ein MIG/MAG oder auch Schutzgasschweißgerät.

Wenn das erledigt ist, wird die Schweißstelle geschliffen und mittels Spachtelkitt ein sauber Übergang zwischen Schweller und Blech an der Oberseite hergestellt.

Der Vordere Kotflügel wird etwa 10mm unterhalb der Markierung abgeschnitten und dann entlang der Markierung um 90° nach innen abgewinkelt und wieder ans Fahrzeug montiert.

Die Fahrerseite ist jetzt soweit fertig, und mit der Beifahrerseite wird genauso verfahren.

Nachdem beide Schweller montiert sind, gilt es sie noch möglichst einfach und  "Geländetauglich" zu lackieren. Damit sie sich noch besser in das Gesamtbild des Wagens einfügen beschließe ich die Zierleisten zu entfernen und den Schweller inkl. Kotflügelverbreiterung, sowie die Türen bis zur Stufe mit hellgrauem Steinschlagschutz zu lackieren. Ich finde mein XJ wirkt dadurch um einiges jünger als er ist.

Nach 11 Stunden Arbeit ist es vollbracht und mein XJ kann jetzt gefahrlos für die Türen durchs Gelände bewegt werden.

Also, gut Nachbau, und schickt mir doch bitte ein Foto wenn ihr fertig seid.

(C) 1998/1999/2000 Thomas Hawranek.