02.01.2005: faulheit gewinnt

darum gehts vorerst hier weiter.

30.12.2004: jahresende

das ende naht und tocotronic verkünden 'pure vernunft darf niemals siegen'. mit der akustischen gitarre, als itunes b-seite der 'aber hier leben, nein danke'-single. 'wir brauchen dringend neue lügen', und in einem monat sollte man schon das neue album in händen halten.

visions hat das jahr zb mit einer ausgesprochen guten nummer beendet. eine schöne 'die 50 besten platten des jahres'-übersicht, gute interviews mit the hives, beatsteaks, sportfreunde stiller. wieder mal ein ausführlicher bericht über franz ferdinand. am stärksten in erinnerung ist der anfang des sporti-interviews:
visions: 'ihr geltet als eine der besten deutschen live-bands zur zeit...'
rüde: 'hast du eigentlich die beatsteaks schon mal live gesehen?'

ich heuer 2 mal, zuerst in der brechend gefüllten arena-halle, dann als spärlich besuchter opening act der deconstruction tour, arena open air. zweiteres auch gut, aber unverständlich früh. die nachfolgenden bands hab ich entweder verpasst bzw nicht angesehen (mxpx etwa), oder nicht in erinnerung behalten. hätte anti-flag als vorletzte band nicht nochmal bewiesen, wie man die arena zum kochen bringt, hätte es mir fast leid getan um den eintritt. obwohl das herumgammeln am beatsteaks-merch-stand eh witzig war. vor pennywise haben wir uns dann verdrückt - irgendwie enttäuschend dieses jahr.

auch deshalb, weil mehrere andere bands bewiesen haben, wie mans richtig macht. franz ferdinand und the hives open air waren imposant. die ärzte auch sehr gut, aber doch nur normale menschen die dem eigenen mythos nicht gerecht werden können. siehe auch unter 'enttäuschende live dvd'. die sportfreunde stiller im planet, mia und heinz in der arena waren weitere glanzpunkte. am stärksten beeindruckt hat mich heuer trotzdem the (international) noise conspiracy am forestglade. ohne großes herumgerede. auch wenns nicht ans muse-konzert vom letzten jahr herangekommen ist.

ich glaub less than jake war heuer auch noch. vielleicht noch 2, 3 andere konzerte an die ich mich jetzt beim besten willen nicht erinnern kann. wie auch immer, das jahr brachte ja auch einige neue cds. vielleicht ein paar wörter dazu...

t(i)nc - armed love
großes trara im vorfeld, weil ja von legende rick rubin produziert. und der ringo-starr-bub hat auch mitgewerkt. die gitarristin/keyborderin ist nicht mehr dabei. dank einigung der parteien in europa wie gewohnt von burning heart vertrieben, außerhalb statt von epitaph von american recordings. das ganze kann man dankenswerterweise komplett ignorieren, weil - es ein gewohnt gutes album geworden ist. würde ich des öfteren ein tanzbein schwingen, dann wohl vor allem dazu. tanzen gegen den kapitalismus - was für ein platter slogan.
zum reinhören empfiehlt sich: black mask, a small demand, lets make history und like a landslide.

green day - american idiot
'warning' hab ich selten bis gar nicht gehört. wirklich viel hab ich nicht mehr von green day erwartet. geschätzt dafür, ihren eigenen weg zu gehen ohne billig oder anbiedernd zu wirken - ja. aber sowas erwartet - nein. die kunde 'wir machen eine punk-oper' ließ sogar schlimmes befürchten. stattdessen haben sie einfach weitergemacht. einfach die eingeschlagene entwicklung fortgesetzt. und, so ganz nebenbei, die catchy-ness von dookie mit eingebaut. ein 9-minuten-stück ohne wirklichen hänger oder nervigen wiederholungen fabriziert. 'american idiot' als erste single wird dem gesamten in keinster weise gerecht - was für mich viel über das album aussagt.
zum reinhören: holiday, jesus of suburbia

wizo - anderster
nach nicht ganz 10 jahren warterei und ca 5 jahren von der band verarschen lassen ('jaja, wir nehmen ein album auf, wird so ungefähr nächstes jahr fertig. oder so.') wurde es doch noch wirklichkeit. ein neues wizo-album. und das ende der band gleich noch dazu. ein 'ja, ist wohl besser so' haben sie sich mit der abschiedsrede nicht verdient. ein gelungener schlußstrich unter ein gelungenes kapitel musikgeschichte. für mich zumindest. quer durch alle stilrichtungen, quer über alles vorherige, quer durch alle themen. axel, seines zeichens komponist, texter und alles-spieler, hat das texten auch nicht verlernt. das album hat, wie immer, seine seltsamen momente, seine fröhlichen, seine lustigen und seine melancholisch-depressiven. sprich - man hat das niveau über die jahre gehalten. ohne am eigenen mythos zu zerbrechen. vielleicht sind sie auch über sich selbst hinausgewachsen. 'drum scheiße ich auf che guevara so, wie ich auch auf adolf hitler scheiß'.
zum reinhören: nana, heut nacht, chezus, raumgleita, z.g.v.

the hives - tyrannosaurus hives
außer, dass man zu einem major gewechselt hat, dürfte sich nicht viel verändert haben. das album geht sofort ins ohr, 'walk idiot walk' wird man erstmal nicht so schnell los. um dann gleich beim nächsten song picken zu bleiben. so hangelt man sich vorwärts, bis man endlich alles kennt. um festzustellen, dass in 30 minuten sehr viel rein passt. ca 11 hits und 1 durchhänger. und den könnte man auch verschnaufpause nennen. im vergleich zu 'barely legal' hat sich zwar einiges verändert, aber in dem fall stört das herzlichst wenig.
zum reinhören: love in plaster, antidote, see through head, abra cadaver

sum41 - chuck
das war unerwartet, aber eigentlich logisch. anfangs poppy-punky, dann mit 'still waiting' überrascht aber das niveau nicht über die ganze cd gehalten. diesmal mit 'we're all to blame' nicht mehr so sehr überrascht, dafür insgesamt ein wenig härter zugepackt und durchgängig gute songs produziert. bei 'the bitter end' hört man die metal-einflüsse sehr schön raus. und es gefällt. wie schon gesagt, eigentlich eine abzusehende entwicklung, mit der ich trotzdem nicht gerechnet hab. zumindest nicht in dem ausmaß. hut ab.
zum reinhören: we're all to blame, the bitter end, welcome to hell

franz ferdinand - s/t
den visions-poll werden sie woll locker gewinnen, spex wird sie auch rühmen, etliche andere genauso. warum? eventuell weil man ein elf songs umfassendes album erschaffen hat, bei dem elf songs ausgesprochen gut sind. ernsthaft. mir fällt kein schlechter song ein. keiner, der bald nach der skip-taste verlangt. höchstens take me out oder matinee. weil oft genug auf gotv gesehen.
nicht überhören: come on home, auf achse, jacqueline

ansonsten gabs da noch die beatsteaks mit 'smack smash', einem fantastischen album, das nun auch den verdienten erfolg einbringt. ash wollte mit 'meltdown' härter durchgreifen. hat das auch teilweise geschafft. mein favorit ist trotzdem 'starcrossed'. slut hat 'all we need is silence' verkündet und ein gewohnt gutes stück abgeliefert. mia hat mich mit 'stille post' davon überzeugt, sie nicht weiterhin zu ignorieren. zsk hat sich mit 'from protest to resistance' bei mir massigst respekt verschafft - da schmerzt das durch elendige verkühlung ausgelassene donots-konzert mit zsk als vorband doppelt.

enttäuscht haben ein wenig the vines mit 'winning days'. ride, tv pro und winning days sind wirklich gut, der rest kann nicht so begeistern. the wohlstandskinder haben 'dezibelkarate' gleich zum jahresbeginn veröffentlicht und mich größtenteils enttäuscht. 'deine zahlen sehen wie immer aus' hab ich ins herz geschlossen, der rest ist so la la. wenn man den vorgänger noch im ohr hatte, hat man mehr erwartet. auf das doppel-live-album freu ich mich umso mehr.

einzelsong-favourites sind morrissey mit 'first of the gang to die' und depeche mode mit 'enjoy the silence'. insgesamt wars, um ein fazit zu ziehen, ein gutes jahr für musik. nicht nur im konsumierenden bereich. immerhin gabs heuer 2 auftritte. nächstes jahr dann vor fremdem publikum. ohne aufgeschlagene knöchel. das wär mal ein neujahrsvorsatz. viel mehr gibts zu heuer gar nicht zu sagen. zumindest nichts, was nicht schon gesagt wurde.

vielleicht noch, dass wir (endlich) eine neue couch unser eigen nennen. ein kordsofa. lang genug, um darauf gemütlich zu vergammeln. bei bedarf oder bei besuch lässt sie sich auch einfach ausziehen, zu einem durchaus passablen bett. wahnsinn, diese moderne welt. im zuge der dazu notwendigen umstellungen hat das vorzimmer auch gleich eine reorganisation spendiert bekommen. was bedeutet, dass nach knapp 1 3/4 jahren die wohnung nahezu fertig ist. und sehr schön noch dazu.

morgen dann der jahreswechsel. orgiastisch abgefeiert in der wohnung des herrn gerald. man munkelt etwas von nie dagewesener opulenz, ungeahnter dekadenz und mehreren tonnen konfetti sowie rakten mit der aufsummierten sprengkraft der halben hiroshima-bombe. andere gerüchte sprechen vom auftritt einer ekelhaften person, die zuviel wein trinkt, mit vorliebe auf straßen einschläft und im finale die wohnung vollkotzt. man wird sehen. ich werd jedenfalls eine ps2 mit singstar und *neu* singstar party beisteuern. unter alkohol blamiert man sich ja gerne. und auf den straßen-schlafenden-kotz-typen freu ich mich schon.

na gut, vielleicht doch noch ein paar worte das letzte jahr betreffend. ich hab wieder einige neue leute kennen und schätzen gelernt (hallo gerti! hallo sto!), alte freunde noch lieber gewonnen (hallo chrisy! hallo jo! hallo andi! hallo max! hallo chris! hallo tommy! hallo gerry! hallo gucky! hallo hiasl! hallo nox! hallo didi! hallo klausi! hallo vec! [in no particular order, sorry to whom i forgot]), mit der family einiges durchgemacht, und meine liebste noch ein wenig mehr lieben gelernt. man lernt halt nie aus.

wie dem auch sei, wünsche ich ein frohes neues jahr und an guatn rutsch all denjenigen, die ich nicht mehr seh!! ich schließe das jahr am besten so, wie ich es am liebsten tu: mit einem haufen zitate.

you came along to change the grade
to raise the bar i'd made of late
you came along to raise the stakes
to tend to me and my mistakes
i can't pretend that i could be
the man you said you saw in me
the cooper temple clause - blind pilots

denn das was früher auch schon scheiße war
ist heute nur noch scheiß egal
und wenn ich mich jetzt selbst so reden hör
wird mir nur noch schlecht
so wie die letzten tausend mal
wizo - z.g.v.

all we ever wanted was just everything
all we ever needed was just everyone
this is a small demand
it's a small demand
t(i)nc - a small demand

you see her, you can't touch her
you hear her, you can't hold her
you want her, you can't have her
you want to, but she won't let you
franz ferdinand - auf achse

i really thought that we had something going faster
that love in plaster
i really thought that we had something growing stronger
but it grew no longer
the hives - love in plaster

ps: der weihnachtliche itunes-geschenkgutschein hat gerade 'good mourning' von alkaline trio hereingeweht - klingt seeehr gut...
pps: wer eine billige wohnung kennt, darf das hier kundtun.