JAZZ PODIUM Januar 2003

Blue Note Six-CD "At The Jazzbandball"

Groove Records 02260

Kreativen Dixieland mit einem Touch Chicago-Stil a la Eddie Condon hat die Wiener Blue Note Six auf ihre Fahne geschrieben und ist damit langjährig nicht nur in ihrer Heimatstadt erfolgreich. Mit dieser CD, sie präsentiert neben elf Studioaufnahmen vom März 2002 weitere sechs live bei verschiedenen Auftritten mitgeschnittene Stücke, bestätigt die Band erneut ihr stimmiges und erfolgreiches Konzept. Das Repertoire enthält sämtlich Titel, die auf vorhergehenden CDs nicht vorliegen; natürlich manche altbekannte und langgediente Dixieland-Schlachtrösser von ,,At the jazzbandball" über ,,Keepin' out of mischief now" bis zu ,,When you're smiling". Mit z.B.,,I never knew", Avalon" und ,,King Porter Stomp" befährt man die mehr Swing-orientierte Strecke, und mit Neal Heftis und durch Count Basie bekannt gewordenes ,,Splanky" ist ein stilistischer Ausreißer aus der Trad-Schiene im Programm. Bei Live-Auftritten ist es mitunter unvermeidlich, einem bestimmten Publikumsgeschmack zu frönen, und so kam auch die BNS nicht umhin, mit dem immer wieder verlangten "The faithfull husar" die CD zu beenden. Da es sich bei der BNS um langjährig miteinander verbundene Musiker handelt, lässt ihre stilgerechte Interpretation nichts zu wünschen übrig. Bandleader und Trompeter John Evers - zweimal auf dem Flügelhorn zu hören - erweist sich wiederum als routiniert und inspiriert blasender, kraftvoller Instrumentalist. Sein Tribut an Louis Armstrong - Evers ist zudem eine wandelnde Satchmo-Enzyklopädie - ist unüberhörbar, nichtsdestoweniger gilt sein Respekt gleichermaßen anderen bedeutenden Trompeter-Kollegen wie etwa Bobby Hackett. Mit Christian Plattner verfügt die BNS über einen außerordentlichen Reed-man. ,,I never knew" ist seine großartige Solopräsentation auf dem Tenorsaxophon, während "After you've gone" seine Virtuosität auf der Klarinette bestätigt. Ein routinierter Posaunist auch Gereon Wolter, zudem als bester Banjospieler der Alpenrepublik namhaft. Letzteres beweist er hier in "Avalon", wobei er den bekannten Benny-Goodman-Riff auf dieser "Horrorklampfe" vorführt, zwar technisch brillant, jedoch nach des Rezensenten Gusto nicht, der zu diesem Instrument ein äußerst zwiespältiges Verhältnis hat. Mit dem sehr inspiriert spielenden Allround-Pianisten Jürgen Pingitzer, dem Bassisten Peter Rath sowie Drummer Leslaw Tenczar bringt die BNS ihr exzellent miteinander eingespieltes Rhythmus-Trio ins Programm, alle drei auch mit Soloparts zugange. Dixieland-Jazz mit Anspruch und Unterhaltungswert zugleich - das als Resümee der gewiss nicht letzten CD dieser beliebten Band aus der Donaumetropole.

Gerhard Hopfe

 

IAJRC-JOURNAL (International Association of Jazz Record Collectors), Spring 2001

BLUE NOTE SIX - CDs: FROM VIENNA WITH SWING" and "SALUTE TO SATCHMO"

Those who salivate at the mere sight of the words "Blue Note" may relax unless they are devout fans of the Blue Note Six, a successful band based in Vienna, Austria, and led by the fine trumpet player John Evers. The group has been in existence since 1966, not without some personnel changes, naturally, and takes its inspiration from the likes of Louis Armstrong's All Stars, the Lawson- Haggart band and Eddie Condon, among others as you will notice. Arranging chores are handled by Evers and Gereon Wolter and tend to be more oriented toward swing than traditional, at least on the aptly titled From Vienna With Swing disc.

While most of the program on the Jazzology disc comprises standard fare that most groups of this ilk emulate, Thomas Schwetz wrote "Rent a Melody" and is featured playing clarinet in a style not at all unlike Benny Goodman. The whole track has a BG quartet feel, in fact, and there is some fine piano from Jurgen Pingitzer. Schwetz also plays some very nice tenor sax choruses on the CD. Wolter contributed "Turn of the Century", an entertaining flip from its opening spiritual, through an inoffensive jazz-rock episode with good solos over a rock beat, only to conclude in the usual style of the band. The final track is from a different place and time and finds Evers imitating Armstrong's voice with his singing. I am not sure why this version turns up on a CD when one can just as well hear the original. Call me unpatriotic, or whatever, but when I think of Louis Armstrong I never think of "What a Wonderful World." It seems he left us many more and better things to remember.

On Salute to Satchmo, the band plays as an entity on only the first three tunes. The Armstrong alumni play on the rest in different small group configurations with pianist Pingitzer on all tracks. Evers, Plattner and Wolter are on most and, on "Blues for Louis" and " Struttin With Some Barbecue," Oscar Klein is on trumpet instead of Evers and is a striking player from the Louis mold. And, lo and behold, there is another version of "What a Wonderful World," this time sung by Arvell Shaw. West End Blues" has some different band members and a guitarist is added. It is a very good rendition and a good closer.

Russ Chase

Wien, am 28. Juni 1995

Sehr geehrter Herr Evers !

Nach einem erfolgreich verlaufenen Sommerempfang möchte ich es nicht verabsäumen, Ihnen und den übrigen Mitgliedern der Blue Note Six ganz besonders für die ausgezeichnete musikalische Untermalung des Abends zu danken.

Die Wahl Ihrer Musikstücke wurde ebenso wie Ihre Interpretationen von meinen Gästen besonders hervorgehoben. Wie Sie sich selber vergewissern konnten, waren zahlreiche Kenner des Jazz darunter.

Ich wünsche den Blue Note Six für ihre weiteren Auftritte Toi, Toi, Toi.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Klestil

Bundespräsident der Republik Österreich

 

Wien, am 17. Jänner 1994

Sehr geehrter Herr Evers!

Ich möchte Ihnen - und natürlich auch der ganzen "Blue Note Six" -noch einmal zu Ihrem großartigen Auftritt bei unserem Kick-Off Meeting gratulieren: wir alle waren nicht nur von Ihrem musikalischen Können begeistert, sondern auch von Ihrem Engagement, mit dem Sie bei der Sache waren. All das hat die Stimmung der Zuhörer sehr positiv beeinflußt!

Bitte geben Sie meinen Dank an die "Blue Note Six" weiter.

Mit freundlichen Grüßen

Horst Breitenstein

Generaldirektor IBM Österreich

 

JAZZFEST WIEN 1995 / KONZERT "SALUTE TO SATCHMO"

Was für ein Ereignis! Im Rahmen des Jazzfest Wien 95 trafen sich am 4. Juli die letzten Überlebenden der legendären Louis Armstrong All-Stars, um gemeinsam mit den Blue Note Six - der Wiener Jazzband, die sich seit 30 Jahren der Musik Louis Armstrongs verschrieben hat - den 95. Geburtstag Satchmos zu zelebrieren.

Die Wiener Dixieland-Band BLUE NOTE SIX gehört zu den traditionsreichsten Jazzformationen Osterreichs. Von Trompeter John Evers 1966 als Blue Note Seven gegründet, heißt die Band seit 1991, nach der zweiten großen Umbesetzung, Blue Note Six. Ihr Repertoire war schon immer auf das große Vorbild Louis Armstrong abgestimmt, dessen Aufnahmen aus den Jahren 1954-56 zu den Meilensteinen der Jazzgeschichte zählen. Ihre Rolle als Gastgeber dieses einmaligen Geburtstags-Events ist daher mehr als logisch, die nun erschienene Live-CD ein überaus lebendiges Dokument.

Denn die Musiker der Blue Note Six - John Evers, Christian Plattner, Gereon Wolter, Jürgen Pingitzer, Peter Rath und Leslaw Tenczar - wurden dabei nicht nur von Oscar Klein, sondern auch von drei Originalmitgliedern der Louis Armstrong All-Stars unterstützt:

Barrett Deems war von 1954 bis 65 als Drummer der All-Stars an deren wichtigsten Plattenaufnahmen beteiligt und auch Mitwirkender in einigen Filmen, in denen die All-Stars auftraten, wie z. B. ,,High Society". Heute bereits 82, kam er mit seiner rund 40 Jahre jüngeren Freundin, die in seiner Chicagoer Bigband Altsaxophon spielt, und bewies mit einem Drum-Solo seine ungebrochene Klasse. Mit Joe Muranyi kam der letzte Klarinettist der All-Stars, er begleitete Satchmo von 1967 bis zu dessen Tod 1971. Und Arvell Shaw war mit einigen Unterbrechungen von 1945 bis 1971 Bassist der legendären Band.

So wurde den Fans auch ein sensationell originaler Programmablauf geboten: Bereits die Eröffnungsnummer ,,When It's Sleepy Time Down South" entsprach Satchmos Publikumsbegrüßung. Die CD enthält als Bonus-Track übrigens auch den Titel ,,Westend Blues", der beim Blue Note Six-Konzert anläßlich des 85. Geburtstags von Satchmo vor 10 Jahren, aufgezeichnet wurde. Salute to Satchmo, thanks to Blue Note Six!

 

MISSISSIPPI RAG / MAY 1999

BLUE NOTE SIX: FROM VIENNA WITH SWING (Jazzology JCD-243) 67 min.

From Monday On; Memphis Blues; Ostrich Walk; Blue And Brokenhearted; Rent A Melody; St. James Infirmary; When My Dreamboat Comes Home; I'm Coming Virginia; Once In A While; Poor Butterfly; Froggie Moore Rag; Wild Man Blues; Fidgety Feet; Mama's Gone Goodbye; Clarinet Marmalade; Turn Of The Century; What A Wonderful World.

Reviewed by Bob Byler

This is the finest recording I've heard in several years. The Blue Note Six is a wonderfully swinging and inventive band. The music flows along with nice changes of pace among tunes. Players make smooth and empathic transitions into each other's passages and ensembles.

Fidelity is outstanding, and every instrumental voice is clear and distinctive. Nobody tries to dominate with tour de force exhibitionism, but all contribute to a well-cemented musical structure akin to an architectural masterpiece. The harmonious whole exceeds the sum of its parts.

Leader John Evers plays trumpet and flugelhorn, Gereon Wolter trombone and piano, Thomas Schwetz or Christian Plattner on reeds, Jurgen Pingitzer, piano, Peter Rath, bass, and Leslaw Tenczar, drums. Evers' arrangements are dynamic and often evoke big band sounds. The repertoire spans ODJB, Armstrong, Oliver and Morton tunes and includes two originals by band members. Young virtuoso Schwetz penned "Rent a Melody", and Wolter covers several jazz styles in "Turn of the Century". I believe both could become popular for use by other bands.

The recording was made in Vienna in 1993 and 500 copies were produced for the band. George Buck heard one and bought U.S. rights for his 1995 Jazzology release.

The band began in 1966 and plays many international festivals. It's been to Sacramento twice, and Evers now spends parts of winters in Florida. His soa-ring trumpet meshes well with melodious reeds and harmonic trombone. Piano interludes are appealing and rhythm support strong. The varying moods, swing and sensitivity of this CD make it a "desert island" choice for me.

Available from Jazzology, 1206 Decatur St., New Orleans, LA 70116, for $15 ($13 for Collectors Record Club members) plus $2 per package S&H.

 

JAZZ PODIUM Oktober 2000

Stage & Studio Groove Records 99510-2

Mit der Wiener Blue Note Six ist eine langjährig erfolgreiche Dixieland-Band auf der Szene, die nicht einem billigen Publikumsgeschmack zwischen "Tiger Rag" und "Ice Cream" hinterherläuft. Orientiert an Armstrongs All Stars und am Chicago Jazz steht kreatives und spannungsreiches Musizieren stets im Vordergrund, was sich nicht nur im Können der Musiker und in den eigenen Arrangements zeigt, auch das Repertoire der Band ist dafür bezeichnend.

Die vorliegende CD ist ein überzeugendes Beispiel für die Intentionen der Band, denn "San Antonio Shout", "I'm Confessin´", "Should I" oder "9:20 Special" sind für eine Dixieland-Formation recht ungewöhnlich. Die Interpretationen auf dieser Scheibe machen die langjährige Zusammengehörigkeit der Bandmitglieder deutlich.

Trompeter John Evers, ausgewiesener Armstrong-Experte, bläst seine kraftvolle, ideenreiche Leadstimme, greift auch zum Flügelhorn ("Louisiana", "I´m Confessin"). Mit Christian Piattner ist ein Spitzenmusiker Österreichs zugange, hier vorwiegend mit voller runder Tongebung auch in lyrischen Passagen auf der Klarlnette, aber auch seine Meisterschaft auf dem Tenor-Saxophon demonstrierend ("9:20 Speclal", "Sweepin' The Blues Away"). Gereon Wolters Posaune fügt sich exakt ins Konzept, sowohl im Ensemblespiel wie auch solistisch weiß er, wo es langgeht, und er betätigt auch einmal das Banjo In seinem "Cheerleaders Dancefloor Special", gottlob nicht aufdringlich scheppernd, vielmehr recht dezent, dieses ist übrigens der einzige mit Overdubbing von Posaune und Banjo aufgenommene Titel.

Die Rhythmusgruppe mit Jürgen Pingitzer, Piano, Peter Rath, Bass, und Drummer Leslaw Tenczar swingt recht unspektaktulär, doch mit intensivem Drive durchs Geschehen. Die Aufnahmen entstanden 1999 überwiegend im Studio, sieben Titel sind Live-Aufnahmen aus Wien, Dresden und Biel. Mit dieser CD zeigt die Blue Note Six beispielhaft, wie Dixieland-Jazz kreativ gestaltet werden kann, ohne in abgedroschene Klischees zu verfallen und beweist einmal mehr ihre herausragende Position in diesem Genre.

Gerhard Hopfe

 

JAZZ PODIUM 1995

FROM VIENNA WITH SWING / JAZZOLOGY JCD-243

Ja, der Titel stimmt, denn swingen tun sie, die Mannen von der Wiener Blue Note Six. Die Lawson-Haggart Band und Eddie Condon werden als Vorbilder genannt, und das persönliche Idol von John Evers, Trompeter und Leiter der Gruppe, heißt Louis Armstrong. Damit sind die stilistischen Markierungen abgesteckt: kein klumpfüßiges Banjo kommt in die Quere und selbst Uraltnummern wie King Olivers ,,Froggie Moore Rag" und Jelly Roll Mortons "Wild Man Blues" werden von aller Archaik befreit und in einen modernen Swing-Bezug gestellt.

Die Bearbeitung von "St. James Infirmary" ist typisch für die über mehrere Chorusse gehenden Ensemblearrangements, die der Blue Note Six ihr spezifisches Gepräge geben. Posaunist Gereon Wolter beißt nur Stücke ab, die er bewältigen kann, aber das, was er macht, klingt gut und überzeugend. Von den beiden Originals der CD halte ich Wolters "Turn Of The Century" mit seinem angerockten Gospel-Touch für entbehrlich, aber "Rent A Melody" ist eine hübsche Komposition und Featurenummer von/für Thomas Schwetz, dem talentierten, zum Zeitpunkt dieser Aufnahmen (Oktober' 93) erst 20jährigen Klarinettisten mit dem Goodman-Schlag. Auf dem mainstreamigen Tenorsaxophon gefällt er mir indes noch besser - bedauerlich, daß er das Spielen mittlerweile aufgegeben hat, um in einem anderen Beruf Fuß zu fassen. (Sein Platz wurde inzwischen von dem renommierten Christian Plattner eingenommen.)

Mein Lieblingsstück ist eindeutig "BIue And Brokenhearted", von Evers mit viel Seele interpretiert und vom Posaunisten mit einer besonders tiefen Verbeugung in Richtung Vic Dickenson abgerundet. Evers bläst eine gute Führungsstimme, und er denkt sich auch in seinen Soli eine Menge Eigenes aus, den einen oder anderen kleinen Kickser macht er durch Herzblut und spürbare Leidenschaft wett. Über seine Satchmo-Gesangseinlagen gehen die Meinungen auseinander, aber ich muß sagen, ich habe schon schlechtere Imitationen von "What A Wonderful World" gehört.

Horst Schade

 

JAZZ JOURNAL / 1987

SALUTE TO SATCHMO

Sleepy Time Down South; Dippermouth Blues; Nobody Knows You When You're Down and Out; Melancholy; Flat Foot Floogie; Westend Blues; When You're Smiling; St. Louis Blues; Basin Street Blues; C'est Si Bon; Atlanta Blues; Blueberry Hill; Wild Man Blues; Hello Ella/Hello Velma. (43.20) Live-recording.

Blue Note Seven; Original Storyville Jazzband; Al Fats Edwards Trio; Stanton Jazzclub Orchestra; Stanton Minors. Vienna, 1985 (Groove Recods L 120 898)

The various groups on this live album are completely unknow to me as they certainly are for our readers too. Though it might be interesting to meet some local tradjazz from Austria, this predictable LP is one of the many, too many tributes to Louis Armstrong and certainly not the most brilliant one.

Of the participating bands the Blue Note Seven is by far the best of the bunch, with a strong rhythm section and a firm lead by trumpeter John Evers who comes closest to his idol in his fine rendition of Westend Blues.

Barry McRae

 

EDINBURGH NEWS 1996

......Fortunately, there were no contenders in the last category although this punter's appetite has now been sated as far as the monotonous cajun sound of Psycho Zydeco is concerned. The six-piece Toronto Hot Five Jazzmakers was a better option but their 1920s Louis Armstrong-inspired hot jazz was totally eclipsed by Vienna's Blue Note Six.

This group dusted the floor with the Canadians. Their polished ensemble playing is one of their main strengths; another is the superb swing of Christian Plattner. Edinburgh Jazz Festival buffs should remember Plattner, who appeared here five years ago, a brilliant young tenorsaxophonistof the generation nipping at the heels of Scott Hamilton and co. That he also plays clarinet - and every bit as well as he does sax - was a revelation. Catch him, and the rest of the Bluenotes, tonight at the Cotton Club at the Cavendish, Tollcross.

ALISON KERR

 

DER JAZZFREUND / 1992

SALUTE TO SATCHMO Groove Records L 120 89B

Al 'Fats' Edwards Trio, Blue Note Seven, Original Storyville Jazhand, Stanton Jazzclub Orche-stra, Stanton Minors, John Evers-tp, Charlotte Rank, Al 'Fats' Edwards, Roman Polt-voc

Zu Ehren von Louis "Satchmo" Armstrong erschienen inzwischen neben hunderten anderen auch ein polnischer, ein bulgarischer und vorliegender österreichischer Sampler. Wobei der österreichische und der polnische für mich die eigenständigsten Verarbeitungen der Musik des großen Armstrong bieten. Neiderfüllt höre ich als ungarischer Kritiker und Fan diesen österreichischen Sampler; Besonders positiv hervorzuheben ist, daß die hier spielenden Bands keine der früher üblichen Ton um Ton Kopien der Musik Armstrongs abziehen.

Herausragend John Evers, von dem ich bisher nichts gehört habe. Besonders im "West End Blues" ist sein Spiel umwerfend und ganz im 'Sinne' Armstrongs. Eine wirklich gelungene Bearbeitung. Leider ist auf der Plattenhülle nicht angegeben, wer welches Stück arrangiert hat. Erwähnenswert auch die Stücke "Wild Man Blues" mit der Original Storyville Jazzband und "Dippermouth Blues", wieder mit dem herausragenden John Evers, die beide ganz im Geiste Armstrongs interpretiert werden, ohne Kopien zu sein.

Da die österreichisch-ungarische politische Situation bzw. Verbindung ausgezeichnet ist, wäre es an der Zeit, zwischenstaatlich einen Dixieland Band Austausch zu initiieren. Da es in beiden Ländern hervorragende Bands gibt, wäre es im Rahmen eines Kulturaustausches sicherlich auch möglich, auf dieser Ebene etwas zu unternehmen. Damit die Fans dieser Musik in beiden Ländern sehen und hören können, wie diese Musik wo gespielt und interpretiert wird.

Geza Gabor Simon

 

DRESDNER ZEITUNG 8. Mai 1998

1978 waren sie zum ersten Mal in Dresden dabei, damals noch unter dem Etikett ,,Blue Note Seven". Bandleader John Evers hatte unter großem Jubel die Elbestadt zu dem erklärt, was sie tatsächlich längst geworden ist: Hauptstadt des Dixieland. Heute nun als ,,Blue Note Six" Wiener Jazz-Unternehmen von Weltgeltung (vor drei Jahren ist in den Staaten eine ihrer CDs unter US-Label erschienen), John Evers gilt als einer der besten "Armstrong"-Trompeter Europas und so ist die "Six" unverkennbar an den Satchmo-All-Stars von einst orientiert.

SÄCHSISCHE ZEITUNG 8. Mai 1998

Ganz anders ist es bei den ,,Blue Note Six" aus Wien. Da sitzt ein Hofrat und Staats-Banker am Klavier, der sich nun an der EIbe den Euro-Frust von der Seele jazzt. Auch einen Mathematiker hat die Band zu bieten. Wie gut Christian Plattner mit Logarithmen und Wahrscheinlichkeitsrechnung klarkommt, kann ich nicht beurteilen. Klarinette und Saxophon jedenfalls beherrscht er vorzüglich. John Evers, ein exzellenter Trompeter, pflegt das Andenken an Louis Armstrong. Und er hat 1978 den großen Satz geprägt: "Dresden ist die Hauptstadt des Dixieland." Hätte er den Spruch patentieren lassen, wäre er heute ein reicher Mann und müßte nicht als Rentner jazzend durch die Welt ziehen. Aber was würde uns dann entgehen...

 

CADENCE MAGAZINE

BLUE NOTE SIX / FROM VIENNA WITH SWING, JAZZOLOGY 243.

Here is music that is true to the traditions of early jazz; the trumpet leads, clarinet playing the melody, the drummer accentuating the correct beats and tunes whose duration is rather brief. Let's play a couple of choruses for each man and then take it out, shades of music for those gay nineties-type nightclubs that were so popular in the late'50s. The Blue Note Six play music you can pat your foot to. Yes indeed, we're all having fun; the music is quick, it's bouncy, it's entertainment that will delight fans of this genre. This group truly loves and respects the music. Evers' work on trumpet is sweet and sure, crisply hitting the notes he reaches for. Amazing to hear a band from Austria playing more "American" than most of our groups.

Leonard J. Bukowski

 

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