Unsere Kapelle im Winter

 

 

Die Muttergottesstatue mit Kind wurde dem Heimatmuseum als Leihgabe zur Verfügung gestellt

Unsere Kapelle

 

Im Jahre 1808 wurde unsere Kapelle an Stelle einer Hölzernen errichtet. Sie wurde aus Bruchstein von der Umgebung und aus Ziegeln erbaut. Hinter dem Altar, der von dem Tischlermeister Heinrich Poinstingl aus Sallingstadt 1959 angefertigt wurde, hängt ein schönes Kreuz aus dem 18. Jahrhundert. Im Turm befindet sich ein Reliquiar, und zwar eine Christusbüste mit 2 Puttis, dessen Authentik aus Wien, vom Jahre 1783, stammt.

Am 12. Mai 1912 wurden von Pater Tecelin Neubauer mehrere Statuen geweiht und eine diesbezügliche Ansprache gehalten. Es dürfte sich um die Herz Jesu und Herz Mariä Statuen handeln.

Wann die erste Glocke gekauft wurde, ist nicht bekannt. Jedenfalls wurde im Jahre 1917 die Glocke abgenommen und Kriegszwecken zugeführt. Am 3. Oktober 1920 wurde für die Kapelle eine Stahlglocke geweiht. Diese konnte den 2. Weltkrieg überdauern, da Stahlglocken nicht abgenommen wurden. 1951 bekam die Kapelle ein neues Turmkreuz, das Spenglermeister Ferdinand NEULINGER aus Zwettl anfertigte. Als das Turmkreuz erneuert wurde, beschloss Pater Nivard BINDER, in der darunter liegenden Kuppel Lebensmittelkarten einzuschließen, um den nachfolgenden Generationen, die diese Karten einmal finden, zu zeigen, wie schlecht und dürftig die Menschen zur Zeit des 2. Weltkriegs lebten. Zugleich wurde die Kapelle neu eingedeckt und renoviert. Pater Nivard BINDER  weihte das Kreuz. Weitere Renovierungen wurden an der Kapelle 1856, 1952, 1966, 1976/77 und 1983 vorgenommen. 1976 wurde das Blechdach von der Gemeinde Schweiggers finanziert. 1977 wurden die Färbelungskosten für die Außenfärbelung (1.200,- öS) vom Messopfergeld bestritten. Im Jahre 1982 wurde für die Kapelle ein elektrisches Geläut angeschafft, wobei öS 3.000,– die Gemeinde und öS 7.000,- der Verschönerungsverein bezahlte. Bei der Renovierung, die 1983 erfolgte, wurde die Kapelle innen ausgemalt und der Fußboden gefliest.

Im Jahr 1994 organisierte der damalige Ortsvorstand Gerhard Klenn wiederum eine Außenrenovierung, die mit einem kleinen Fest in der Maschinenhalle der Familie Sitte abgeschlossen wurde. Vom Reinerlös dieser Veranstaltung wurden etwa € 1200,- für den Ankauf einer handgeschnitzten Madonna, den dazugehörigen Kerzenhaltern und einem kleinen Altarkreuz verwendet. Der Restliche Betrag wurde 2001 zur Gestaltung des neuen Dorfplatzes und Stiegenaufganges dazugegeben.

Die Muttergottesstatue, eine spätgotische Madonna mit Kind auf der Mondsichel stehend, wurde um 1500 von einem Einheimischen geschnitzt. Sie wurde 1959 durch das Bundesdenkmalamt restauriert. Die Arbeit führte H. A. Mehringer aus. Am 15. August 1959 wurde sie in einer kleinen Prozession in die Kapelle getragen, musste aber dann 1975 nach dem Kapelleneinbruch in Limbach aus Sicherheitsgründen für längere Zeit im Pfarrhof Sallingstadt aufbewahrt werden. 1995 übergaben dann Walter Gretz und Josef Krapfenbauer die Statue als Leihgabe im beisein von Bürgermeister Johann Hölzl und Prof. Willi Engelmayer an das Heimatmuseum Schweiggers.

Im Jahr 2005 wurde unsere Kapelle wiederum innen neu gefärbelt. Der Grund dafür war die Pfarrvisitation durch Diözesanbischof Dr. Klaus Küng am 7. Mai 2005. Er feierte mit über 50 Gläubigen eine kleine Segensandacht in der Kapelle, anschließend konnten die Dorfbewohner noch im Dorfhaus mit ihm plaudern.

In unserer Kapelle finden neben den üblichen Betstunden für Verstorbene auch die jährlichen Kreuzweg-, Mai- und Adventandachten statt.

Jeden dritten Mittwoch im Monat wird in unserer Kapelle von Pfarrmoderator Mag. Daniel Gärtner eine Messe gelesen und einmal im Jahr, jeden ersten Freitag im Dezember, hält er eine Jahresdankmesse.

Pfarrvisitation durch Bischof

Dr. Klaus Küng, 

am 7. Mai 2005

 

Bereits seit zwei Generationen verrichten den Mesnerdienst die Angehörigen der Familie GRETZ (Nr. 10). Sie haben die Aufgabe, bei einem Sterbefall eines Walterschlägers und jeden Freitag um 15.00 Uhr in der Kapelle die Glocken einzuschalten. Außerdem schmücken sie bei jedem Gottesdienst den Altar, und für diese Aufgaben bekommt die Familie am Jahresende von jedem Haus dieses Ortes eine Spende.
   

200 Jahre Kapelle Walterschlag

 

Am Freitag, dem 15. August 2008, feierte das Dorf Walterschlag das 200jährige Bestehen der Kapelle. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die neu restaurierte Madonna der Bevölkerung präsentiert.

Da der Wurmbefall unbedingt bekämpft werden musste und auch einige Farbstellen nachgebessert gehörten, entschloss man sich, diese Arbeiten von Mag. Ralph Wittig, einem akademischen Restaurator aus Stift Zwettl, durchführen zu lassen.

Die gesamten Kosten für diese Restaurierung in der Höhe von € 2.860.-  wurden durch Zuschüsse des Bundesdenkmalamtes, der NÖ Landesregierung, der Marktgemeinde Schweiggers und des Verschönerungsvereines Sallingstadt/Walterschlag abgegolten. Dafür möchte ich mich im Namen der Walterschläger ganz herzlich bedanken.

 

Josef Gretz, im Alter von 93 Jahren,

mit Bischof Küng

 
   
Neuerliche Renovierung der Kapelle im Jahr 2018

 

Auch im Jahr 2018 wurde die Kapelle wieder neu renoviert, wobei diesmal auf die Trockenlegung des Mauerwerkes besonders Wert gelegt wurde. So wurden sowohl innen als auch außen entlang der Grundmauern Schottergräben errichtet, die der Mauer das Austrocknen ermöglichen soll. Weiters wurden die alten Farbschichten abgekratzt und die Kapelle innen neu verspachtelt und ausgemalt. Die Beleuchtung wurde durch eine indirekte Beleuchtung ersetzt und die Innengestaltung insgesamt moderner ausgelegt. Die Arbeiten dafür wurden in unzähligen Arbeitsstunden von vielen Ortsbewohnern unentgeltlich durchgeführt.

Der Altar und die Bänke wurden ebenfalls neu eingerichtet. Der ortsansässige Tischlermeister Harald Krapfenbauer fertigte in Zusammenarbeit mit Walter Gretz die neuen Sitzgelegenheiten und den Altar aus Eichenholz von zwei alten Eichen, die ganz in der Nähe von Walterschlag gewachsen waren, an. Die Bäume standen an einem Feldrain in den Sallingstädter Perndorflüßen und der Tischler kaufte diese bereits vor Jahren von der Familie Zauner aus Sallingstadt an. Sie wurden zur Gänze für die Kapelleneinrichtung verwendet. Die Arbeitsleistungen hierfür wurden vom Tischlermeister unentgeltlich durchgeführt, lediglich die Materialkosten wurden verrechnet.

Zur Beheizung der Kapelle wurden unter den Bänken Infrarot-Paneele montiert. Diese sorgen jetzt für wohlige Wärme bei den Andachten und Messen.

In Zuge der modernen Innengestaltung wurden auch die Kreuzwegstationen neu angekauft. Die Kosten dafür übernahm ein anonymer Spender.

Abschließend wurden auch noch die Kapelle, das Dorfhaus und das Buswartehaus neu gefärbelt.

Die Kosten für das gesamte Projekt beliefen sich auf ca. € 29.000,00 und wurden vom Land Niederösterreich, der Marktgemeinde Schweiggers, dem Verschönerungsverein Sallingstadt, der Dorfhausgemeinschaft Walterschlag und zahlreichen Spenden finanziert.

                                       

Die Einsegnung am 19. Mai 2018 wurde von Pater Daniel Gärtner im Zuge einer Vorabendmesse durchgeführt. Bürgermeister Johann Hölzl erwähnte bei seiner Ansprache, dass die Kapellenrenovierung im Jahr 1994 seine erste Amtshandlung in Walterschlag war und diese jetzt seine letzte in diesem Dorf sein wird, weil er sein Amt als Bürgermeister nach 25 Jahren Dienstzeit mit Jahresende zurücklegen möchte.

Er lobte die Dorfgemeinschaft und den Zusammenhalt in diesem Dorf und war sichtlich erfreut über das Geleistete.

Den freiwilligen Mitarbeitern wurde bei der Feier zum Dank eine Collage mit Bildern von der neu renovierten Kapelle überreicht.

Auch hier hat das Dorf, unter der Organisation von Gemeinderat Alexander Scheidl und Walter Gretz, wieder einmal seine Zusammengehörigkeit bewiesen und das Projekt vorbildlich gemeistert. Ein Lob und Dank hier wiederum Allen, die sich bei diesen Arbeiten eingebracht haben!

                           

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