Alte Menschen verstehen | Ein Fallbeispiel | Validation | zum Ende

Wie lernt man die wunderliche Welt demenzkranker Menschen verstehen?
Die Hilflosigkeit und Angst vieler pflegender Angehörigen und auch Pflegemitarbeitern ist noch immer sehr groß im allgemeinen Umgang mit Menschen, die oft in einer anderen Welt leben, oder sich plötzlich merkwürdig verhalten.

Alte Menschen werden oft wahrgenommen als:
  • Beschuldigende
  • Angreifende
  • Jammerer
  • Märtyrer
  • Desorientierte
  • Lautlose

Ziele der Validation:
  • Eine neue bzw. andere Sichtweise im Umgang mit alten, desorientierten Menschen kennen lernen.
  • Empathie u Wertschätzung wieder erlernen um Vertrauen aufzubauen
  • Wiederherstellen des Selbstwertgefühls und Abbau von Stress
  • Was wollen sie uns sagen? - Symbolsprache verstehen lernen
  • Aufrechterhaltung der verbalen und nonverbalen Kommunikation
  • Verbesserung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens


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Ein Fallbeispiel
Frau H. ist 93 Jahre alt und lebt in einem Pflegeheim. Sie hat ihren Platz an einem Tisch mit drei anderen Bewohnern. Sie spricht teilweise noch gut, sieht schlecht, an Fakten und Tatsachen ist sie nicht interessiert.
Sie weiß nicht wo sie sich momentan befindet. Die Menschen um sie herum sind ihr nicht vertraut.
Fr. H.: Ein plötzliches Gefühl von Verzweiflung - (Einsamkeit tritt auf.)
Ihre Stimme klingt sehr aufgeregt. Ihre Hände suchen nach Halt.
In ihren Augen ein suchender Blick.
"Hallo, hallo kann do amol jemand kommen?"
"Mein Gott helft's ma doch!"
Valid.: Zentriere mich , mache mich im Kopf frei, und stelle mich auf die Person ein.
"Frau H. sie rufen?"
(mit dieser Frage signalisiere ich - ich habe dich gehört)
Achte darauf auf gleicher Augenhöhe zu sein und Blickkontakt zu bekommen.
Berühre sie an den Händen (außen)
Fr. H.: "Mein Gott ist wohl ana do, hast du mich ghört?"
Valid.:
"Fr. H. fühlen sie sich einsam?"
Setze mich sehr nahe zu ihr und berühre sie an beiden Händen seitlich
Fr. H.:
"Mei tut dos gut das du kommen bist."
(lächelt)
Nimmt meine Hände und hält mich fest.
Valid.: Setze mich sehr nahe zu ihr und berühre sie an beiden Händen seitlich.
Jetzt ist jemand da der sich kümmert und den muß man festhalten.
singe das Lied "Du, du liegst mir im Herzen"……

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Validation
Mit Validation stehe ich den betagten Menschen zur Seite und begleite sie. Ich verwende das Wort begleiten, weil ich mein Gegenüber nicht leite, nicht lenke. Ich gehe an seiner Seite in seinen Schuhen und teile mit ihm das, was er mit mir teilen möchte. Einfach für ihn da sein, mit Empathie arbeiten, Gefühle mit ihm teilen, das ist ein Teil der Validation. (Grundhaltung)

Empathie bedeutet, die Gefühle, welche die alte Person in dem Moment empfindet, selbst (als Validierender) zu spüren und diese in der Stimmlage und in der Körperhaltung zu spiegeln.
Diese Methode erfordert nicht viel Zeit. Aber es setzt einiges voraus, empathisch arbeiten zu können und danach geeignete Techniken weiter einzusetzen. In solchen Situationen hat sich die Methode der Validation bewährt.

Gerade für pflegende Angehörige und Pflegemitarbeiter ist sie ein unverzichtbarer Leitfaden für die Betreuung - Pflege - u. Behandlung desorientierter alter Menschen.
Es kann zutiefst erfüllend sein, ein intensives Gespräch zu führen, das mit Lachen oder Weinen geteilt werden kann - und nicht hartnäckig mit dem alten Menschen zu kämpfen.
Diese Menschen können sich nicht mehr verändern, es ist zu spät, besser ist es wenn wir uns verändern, dh. loslassen und uns auf einen anderen Menschen einlassen.

Positive Veränderungen, die durch regelmäßiges Validieren beobachten werden können:
  • Aufrechtere Sitzhaltung
  • Aggression sinkt
  • Gesteigertes verbales Ausdrucksvermögen
  • Gesteigertes nonverbales Ausdrucksvermögen
  • Gang verbessert sich
  • Verringerung der Angst
  • Größeres Selbstwertgefühl……

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