Schüttelreime-Gästebuch:
noch unkatalogisierte Reime

Kaum hat man über die ersten Schüttelreime geschmunzelt, versucht man unweigerlich, selbst welche zu erfinden. Die folgenden Schüttelreime stammen alle aus der Feder (oder der Tastatur) von Leserinnen und Lesern dieser Seiten. Mehr davon gibt es im Archiv.

Achtung! Einige Jahre lang habe ich zugesendete Schüttelreime auf diesen Seiten veröffentlicht. Das ist mir aus Zeitgründen nicht länger möglich.

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7. Februar 1999:

Zum Auftakt des Jahres 1999 gab es ein 'Special', das den Schüttelreimen von Jürgen Rehm gewidmet ist. Er ist nicht nur der produktivste Schüttelreimer, den ich kenne, er beschäftigt sich auch gerne mit den 'verzwickteren' Bereichen des Schüttelreims, wie zum Beispiel den folgenden 'vierfach geschüttelten':

Hausdrachen:
Du willst, daß ich Dich zudecke
und mich vor Deinem Zeh ducke?
Denkst Du denn, Alte, Du Zecke,
daß ich bei dieser Idee zucke?
Jürgen Rehm

Der Schlächter:
Stets auf dem alten Kahn er hüllt
sich ein, macht er die Hühner kalt,
damit es nicht noch kühner hallt,
wenn den alten Hahn er killt.
Jürgen Rehm

Der Saubermann:
Will mal seine Miss er waschen,
muss Seife er und Wasser mischen,
bedienend sich gewisser Maschen,
muss er das rechte Maß erwischen.
Jürgen Rehm

Iwan der Schreckliche:
Iwan mit dem fiesen Gang
ging wieder auf Kirgisenfang,
und in allen Gassen fing
er ein, was nur zu fassen ging.
Jürgen Rehm

Letzte Hoffnung?
In seinem Bette weilt der Ahne.
Viagra nimm und, Alter, weine,
denn Dich hat ereilt der Wahn eh,
und gib doch auch dem Walter eine!
Jürgen Rehm

Biographisches:
An seiner Biographie der Ahne feilte,
vom Denken auf der Stirne eine Falte,
und eine mächtige Fahne hatte der feine Alte,
obwohl er früher nie zur Fahne eilte.
Jürgen Rehm

Kampf um Liegen:
Auf den Balearen wiegen
wir gerne uns auf wahren Liegen.
Doch meistens drauf die Wirren lagen,
die niemals zu verlieren wagen.
Jürgen Rehm

Vergängliche Pracht:
In diesem prächtigen Zierwagen
tat sich dereinst der Zar wiegen.
Ehrfurchtsvoll und staunend wir zagen:
Was wohl jetzt darin war? - Ziegen!
Jürgen Rehm

Ein Richter sieht rot:
Der Richter nach dem Toben ruht,
was gut auch den Roben tut,
denn nun ist der Ruben tot,
gefärbt mit vielen Tuben Rot.
Jürgen Rehm

Sauberkeit muß sein:
Schon seit vielen Tagen wischen
wir an den alten Wagentischen.
Müssen wir neben den Wiegentaschen
nun auch noch die Bärtigen waschen?
Jürgen Rehm

Ich hoffe, daß die heile Welt
noch eine ganze Weile hält,
und daß des Meeres Welle heilt,
wo man in Licht und Helle weilt.
Jürgen Rehm

Der Richter:
Er ist ein gerechter Schlichter
und auch sonst kein schlechter Richter.
Daß der Spruch vom Richter schlechter,
das meint nur ein schlichter Rechter.
Jürgen Rehm

Unzumutbar:
Du willst, daß ich die Wickeltasche,
diesen Schmutzartikel, wasche,
und an dem alten Wackeltische
auch noch die Tentakel wische?
Jürgen Rehm

Wenn sich zwei streiten:
Zwei Streithähne, die vorlauten Viecher, sangen,
so konnte man einen von ihnen sicher fangen.
Weil sie nun mal nicht seinen Widersacher fingen,
muß nun im Käfig sitzen und in dem Fach er singen.
Jürgen Rehm

Nächtliche Eingebung:
Manchmal ist ein Gedicht nah,
dann ist es wieder nicht da.
Jedoch, daß kämen in der Nacht die,
hätte früher ich gedacht nie.
Jürgen Rehm

Wiegenliedchen:
Ins Zimmer dringt nur vage Licht,
das Kindchen in der Wiege lacht.
Die Mutter an der Liege wacht:
„Schlaf bald in dieser Lage, Wicht!“
Jürgen Rehm

Eine Lebensgeschichte:
Beim Jüngling sind die Backen zart,
doch später sprießt ein Zackenbart,
der sich entpuppt als Zeckenbart.
Beim Mädchen ist das Becken zart,
es nimmt zum Mann den Zecken-Bert.
Wenn’s Alter an dem Becken zehrt,
die Frau nun bei dem Zacken-Bert,
am Bart und an den Backen zerrt.
Jürgen Rehm

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28. Dezember 98:

Einige Schüttelreime mit winterlichen Themen:

Weihnachtsgeschichte:
Als auf dem Feld die Hirten waren
mit krausen und verwirrten Haaren,
tat dort, wo diese Sieben lagen,
ein Engel zu den Lieben sagen,
ein Kind sei in der Nacht geworden:
Laufet, aufgewacht, gen Norden!

Als sie dann diesen Stall so fanden,
wo sie in diesem Fall so standen
staunend mit verkrauster Lippe
vor des Kinds verlauster Krippe,
wünschten sie dem Werk bei Nacht
doch eine frohe Bergweihnacht.
Jürgen Rehm

Winterängste:
Wenn wir übers Eis da laufen
Werden wir ganz leis dasaufen
Drum vermeid um jeden Preis ich
Daß ich in das Eis brich
Ludwig Gantner / Peter Pudill

Fröstelnder Modemuffel:
Ich ertrage nur mit Müh' den Frost,
drum trinke ich schon in der Früh' den Most.
Auch schert mich nicht der Moden Frist,
im nächsten Jahr trag' ich noch froh den Mist.
Jürgen Rehm

Und damit ist auch schon der Bogen zum Themenschwerpunkt 'Essen und Trinken' geschlagen:

Retsina, der Griechen Saft,
gibt selbst den letzten Siechen Kraft.
Stephan Goesling

Der Melancholiker:
Schon nach einer Flasche Wein er fühlt,
daß mit Inbrunst und Gefühl er weint.
In seinem Gemüte nun fein er wühlt.
Wem ist wohl bei dem Gewühl er Feind?
Jürgen Rehm

Statt müßig durch den Hain zu wandeln
wär's besser doch, mit Wein zu handeln
Bernd Barwig

Meistens ist der Dieter lieb,
beim Bier jedoch ein Literdieb.
Wir werden, lieber Dieter, losen
drum um das Bier in Literdosen.
Wer ständig nach Bierdosen ruft,
umgibt sich wohl kaum mit Rosenduft.
Jürgen Rehm

Im Altersheim:
Gehts vom Magen dem Greis mies,
kriegt er Abends nur Maisgries.
Hardy Kruder

Hessische Gastfreundchaft:
Bist Du bei einem Hessen Gast
und gibt es was zu Fressen heut',
und wenn Du was gegessen hast,
ist's das, was einen Hessen freut.
Jürgen Rehm

Ein Sprachübergreifender:
Er lehnte an die Wand sich
mit einem großen Sandwich.
Karl Severin

Saure Drops:
"Hier sind schöne Drops, mein Kind,
der Geschmack ist Frucht, kein Mint."
Das Kind probierte fleißig Drops,
doch keiner schmeckte - dreißig Flops!

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23. November 98:

Besser als ein rauher Degen
ist ein Schirm bei Dauerregen.
Sonnenschein statt Nieselwetter
findet auch ein Wiesel netter.
Jürgen Rehm

In Italien lauer Sand
Schneesturm herrscht im Sauerland
Bernd Barwig

Unfallopfer:
Noch nicht mal ist sein Rücken grad'
da fährt er schon mit Krücken Rad!
Hardy Kruder

Der Nachtwächter (überarbeitete Version):
In der Nacht ganz allein wacht' ich,
mir wurde schon ganz weihnachtlich,
und weil ich so allein nachts wieder
war, summte ich leise Weihnachtslieder.

Doch wo kommt der Krawall her?
Ist dort in der Hall' wer?
Kommen vielleicht Diebe her?
Erwisch' ich wen, kriegt Hiebe der!

Als ich schnell in die Halle rannt',
fehlte dort schon allerhand.
Die Diebe klauten Massen Kitt
und nahmen auch die Kassen mit.

"Halt!", ich laut ganz legal rief,
wobei ich von Regal zu Regal lief.
Doch weil die Diebe schon fort waren,
da ließ ich ein schreckliches Wort fahren.
Jürgen Rehm

Fremdenverkehrswerbung:
Wo’s schön ist, fragst? - Am Attersee!
- Dort sah ich mich niiie satt der Reh’,
der Hirsch’ und so, etc...
-ich sie bei  j e d e m  Wetter sah!
Norbert Morin

Hardy Kruder beschert uns eine Reimserie zum Buam (Buben):

Papa belehrt seinen Buam:
Wos, französich kannst scho, Bua?
Oui, Papa, -Bonjour!

Die Welt, die is, Bua, voll Zicken,
und bei aner bleibst per Zuafall picken.

Saufs‘t du zuviel, bist zua,
drum sauft ma net, siehst, Bua?

Bledheit wird von kaner Kur a‘ besser,
Du bist und bleibst a Bua a‘ kesser!

Jetzt gibt’s in der Pußta-Bar
auch Pizza und Pasta, Bua.

Ist man an keinen Schwur gebunden,
ist rasch die Wahrheit, Bua, geschwunden.

Hab‘m die Leit‘ zum beißen gnua,
sans z’bled, daß was ander‘s gneißen, Bua.
Hardy Kruder

Jürgen Rehm kontert mit neuen Reimen von Hein:

Geschichten von Hein, Teil 5:
Hörst Du auch den Hein wüten?
Er sollte doch den Wein hüten.
Er tobt in den Kajüten, wann
hört er auf zu wüten, Jan?

Geschichten von Hein, Teil 6:
Du sollst mich nicht über Kümmel belehren,
sondern diesen Lümmel bekehren!
Kriegst Du etwa Bammel, Hein?
Dann zieh ich Dich am Hammelbein!
Jürgen Rehm

Es seufzt der Fürst im alten Kerker:
"Wie schön war's z'Haus im kalten Erker!"
Franz Mayrhofer

Ein Sprachübergreifender:
Er lehnte an die Wand sich
mit einem großen Sandwich.
Karl Severin

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27. September 98:

Ein beachtliches Epos von Dominik Heeb:

Abschied:
Die Schule prägt die Jugendtage,
wo lachend Schalk die Tugend jage,
wo Lust sich paare mit dem Leide,
was der, der zu sehr litte, meide.

Du lernst dort lesen, Zahlen beigen,
dein Können im Verbalen zeigen,
auch schreiben, zeichnen, klangvoll singen,
so daß die Lieder sangvoll klingen,
mal gut im Sport, mal schlechter hüpfen,
ins Wasser mit dem Hechter schlüpfen,
zum Fußball in der Pause hetzen,
vom Lehrer fies zuhause petzen…

Klavierhand, laß die Quinten tollen!
Oh Schmach, wenn klecksig Tinten quollen!
Der Pfarrer lehrt, man liebe Heiden,
doch Dumme müssen Hiebe leiden.

Nebst Mühsal, Qual, Zorn, Zauder, Pleiten
birgt Schule Raum für Plauderzeiten:
du frönst im Wiesenkraut dem Lachen,
du tobst herum mit lautem Krachen,
kannst Lehrer auch zum Scherze haben,
küßt, die an deinem Herze schaben…

Geht einst die Schule mal zuende,
erscheint sie genial. Zum Ende
verstummt der Schülerrunde Grollen,
die Tränchen leis zum Grunde rollen.

Und man verzeiht gelassen Hieben:
Die Schule war zum Hassen / Lieben...
©Dominik Heeb

Karate:
Man sieht im Dunst, dem trüben, rennen
im Garten den Karatemeister,
vom Strauche manch' Tomate reißt er,
dann schlägt er alle platten matt,
zu Mus haut er die matten platt.
Auch heut' muß er Karate üben,
statt Ziegel muß er Rüben trennen,
denn heute kocht Beate Rüben.
Jürgen Rehm

Der letzte Funkspruch der Titanic:
In's Meer lässt die Titanic Boote,
Wasser im Maschinenraum.
Überall herrscht Panik, Tote
sinken in marinen Schaum
Günter Haller

Standpauke:
Bis morgens weg, du Schweinebär
und jetzt sind dir die Beine schwer!
Bernd Barwig

Wanderleid:
Ein spitzer Stein am Wandersteg
(aus einer Felswand stand er weg)
verletzte der Frau Schober Enkel
an Unterarm und Oberschenkel.
Die Oma, sollt´ man meinen, wußte,
daß er dann heftigst weinen mußte.
Doch sie sagt: "Wann´st  net wandeln kannst
und stundenlang in Kandeln wanst,
wirst morg´n mit uns net weita hatschn,
und außadem kriagst heit a Watschn!"
Das Kind (es spürt das Wanderleid)
mit sich auf einer Brücke ringt,
dann lehnt sich´s übers G´lander weit
was wieder eine Rüge bringt.
Norbert Eigl

Edith Klinger am 31.12:
Das liebe Hundi der Herr Kraus schickt,
daß es woanders eine Chance kriegt,
und sogar die Hundesteuer,
gilt noch für a' Stunde heuer.
Doch passt auf, der Trauerblick,
ist bei ihm nur blauer Trick.
Ihr müßt, seid doch nicht bange, wissen,
er hat den Kraus in'd  Wange 'bissen.
Gebt doch dem Guten euer Platzerl!
S' wird höchstens bluten- euer Katzerl!
Hardy Kruder
Anm.: Edith Klinger - beliebte österreichische Tierschutztante

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19. Juli 98:

Dichterlesung:
Gedanken still der Dichter lenkt,
weil er etwas lichter denkt,
und der Dichter eben liest,
wie das so im Leben ist.
Und wenn dann der Dichter las:
"Sind wir ein Volk der Dichter und Lenker
oder eins der Gelichter und Denker?
Es muß sich wieder das Denken lichten,
mit dem Kopf, nicht mit den Gelenken dichten!",
so wurde manchem lichter das.
Doch immer rufen Weiber schrill:
"Ich weiß nicht, was der Schreiber will!"
Jürgen Rehm

Zur Weltmeisterschaft:
Am Fußballfeld die rüden Männer,
zuhaus' sind sie die müden Renner!
Hardy Kruder

Beim Fußball tritt man den Ball mit Füßen,
ein Foul muß man in jedem Fall mitbüßen.
Jürgen Rehm

Die ganze Wahrheit über Höllenqualen:
Adolf H., der sagt zu Claire:
„Ach, wie schmerzen meine Glieder!“
Claire denkt: Adolf klagt zu sehr;
die Bösen krieg’n halt z’kleine Mieder.
Norbert Morin

Ich trat es mit dem Haferlschuh,
da sprach das kleine Schaferl:"Huh!"
Friederike Behlen

Dinomania:
Der Knabe sich im Kino duckt,
weil er so gerne Dino guckt,
und knabbert Chips in Reihe zwanzig,
doch von den Chips sind zweie ranzig.
Jürgen Rehm

Nachdem Fußbad:
Ohne Zögern gab an Ristkuß
die Maria Jesus Christus.
Norbert Morin

Ritterspiele:
Wenn auf dem Land sich die Ritter zeigen,
tanzen sie zum Klang der Zither Reigen.
Selbst, wenn sie bei Gewitter reisen,
singen sie noch gern alte Ritterweisen,
bekämpfen mutig auf den Reiterwiesen
Drachen und später, etwas weiter, Riesen.
Will meine Frau mit so einem reisen,
kriegt einen Gürtel sie aus reinem Eisen.
Jürgen Rehm
(Zu diesem Reim gibt es eine Antwort von Norbert Eigl auf der Schmuddelreimseite)

Der Troubadour kann Lieder machen,
daß Frauen noch im Mieder lachen.
Stephan Goesling

Ich steh da hintern Hauseck,
was glaubst, was ich da ausheck ?
Nik Kurz

Beim Apotheker
Sind das Pillen
Oder Pastillen?
Ludwig Gantner

Jürgen Rehm steuerte eine Reimserie über das 'Käthchen' bei:

Geschichten von Käthchen, Teil 1:
Erst tat es mit dem Rädchen kippen,
dann brach sich noch das Käthchen Rippen.

Geschichten von Käthchen, Teil 2:
Es trägt das feine Käthchen
am Nacktstrand keine Fädchen.

Geschichten von Käthchen, Teil 3:
Wie liebte ich mein Käthchen!
Doch leider war's kein Mädchen.

Geschichten von Käthchen, Teil 4:
Immer, wenn er Mädchen küßte,
dacht' er, daß auch Käthchen müßte.
Jürgen Rehm

...und Norbert Eigl schmeichelt mir mit einer Reimserie zum Thema 'Widi':

Wi-di - Reime:
Es legt sich Widi auf die Wiese
und findet Schüttler so wie diese:

Ja, Dichter, wenn nächtens die wachten,
und absurd und verrückt sonstwie dachten,
dann fragten sie ständig: "Wie dichten?"
Weil kritische Geister, die wichten
mein Werk, meinen Reim wie auch deinen,
und ist er sehr schlecht, die auch weinen.

Versichert?
Es stinkt unter´m Auto wie Diesel-
zerkauten die Leitung die Wiesel?

Gutgemeint:
Dividiere
wie die Tiere!

Na geh!
In die Soße die will
so ein Kräuterl wie Dill!
Norbert Eigl

Es essen die Rumänen
liebend gern Muränen!
Hardy Kruder

Man hofft zur Sommersonnenwende,
daß der Sommer Wonnen sende,
und schätzt der Sonne satten Schein,
doch will man gern im Schatten sein.
Jürgen Rehm

Koschere Ornithologie:
Die Vögel, die die Matzen speisen
sind vor allem Spatzen, Meisen
DI Klaus Schaefer

Einfach:
Willst Du die Leute lachend machen,
mußt Du nur Witze machend lachen!
Siegmar Wiesmayr

Du kannst Dir Deine Witze sparen,
weil sie gar nicht Spitze waren.
Hardy Kruder

Fast Food:
Sie aß so gerne Chicken-Döner,
wodurch sie mächtig zunahm.
Da wurd' ihr Mann im Nu zahm
und fand fortan die Dicken schöner.
Jürgen Rehm

Wenn ich hinterm Wandschutz brat´
hat versagt der Brandschutzwart.
Norbert Eigl

Wie ein Dreijähriger das Ende einer Aufführung der Urania-Puppenbühne erlebt:
Den roten Vorhang sieht er weh’n;
-hört: „Kasperl sagt: Auf Wie-der-sehn!“
Norbert Morin

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10. Mai 98:

Billy Gates demonstriert Windows 98:
Ich lass' jetzt den Plotter flitzen,
so nähert sich Bill Gates den Tasten,
doch gar nicht gut dabei geht's dem Kasten,
wo Fehlermeldungen flotter blitzen.
Da steht er nun, vor Ohnmacht starr
gib' doch auf den Strom acht, Narr!
nun sieht er, wies UNS täglich geht:
Der Computer kläglich steht!
Hardy Kruder ,
der auch  eine Nachricht für einen Schüttelkollegen hat:

An Jürgen Rehm:
Kannst Du mir für ein Jahr bürgen?
Ich zahl's dir später bar, Jürgen.
Ich schwör dir, es ist wahr Jürgen,
wenn nicht, kannst du mich- nächstes Jahr- würgen!
Hardy Kruder

Und wieder ein Abenteuer des Herrn Zeller:

Kinovorfreude:
Es tanzt der gute Zeller Reigen,
wenn wir ihm Cinderella zeigen.
Norbert Eigl 4-2-98

Worauf Jürgen Rehm reimt:

An Norbert:
Kaum, daß "Zeller" er als Wort nannt',
schon schüttelt's in der Eigl-Nordwand.  ;-)
Jürgen Rehm

Wieder gibt es Schüttelreime, die mit bestimmten Namen verknüpft sind. Diesmal von Maren und Ludwig:

Geschichten von Maren, Teil 1:
Ich fahre manche Meile täglich,
doch sind auch klein're Teile möglich.
Bist Du fit, Maren?
Willst Du mitfahren?
Jürgen Rehm

Geschichten von Maren, Teil 2:
Um uns herum Gelichter, Diebe,
Unheil, Schreck, Gefahren, Mord!
Ich singe Dir von Dichterliebe,
und Du willst wirklich, Maren, fort?
Jürgen Rehm

Geschichten von Maren, Teil 3:
Dem Mädchen, welches Maren heißt,
zieht man an den Haaren meist.
Das Mädchen, welches Maren hieß,
fand das mit den Haaren mies.
Jürgen Rehm

Wenn ich in Wut lieg
Liegt das an Ludwig
Ludwig Gantner

Und nun noch einige vermischte Reime:

Die Heimwerker
Umbau?
Bum! Au!
Peter Pudill

Die Programmierer
Sie erbaten Dank
Für die Datenbank
Ludwig Gantner

Der Flohmarkt-Steher:
Am Flohmarkt stand er, vor sich Tand,
den zu kaufen wohl manch' Tor sich fand,
denn vom Erlös der zerbrochen'  Vasen,
kann er wieder zwei Wochen prassen.
Hardy Kruder

Schlechtes Bier
Was kommt aus dieser Brauerei
in Flaschen für ein rauher Brei?
Das Bier, das ich zu kaufen sann,
wahrhaftig ich nicht saufen kann!
Jürgen Rehm

Blind von seiner Fastenkur
er gegen einen Kasten fuhr.
Friederike Behlen

Dieses miese Weda läßt'n
trogn a dicke Ledawestn.
Heit hot jo scho jeda Lackl
a sauteires Ledajackl.
Dr Sigmar Wiesmayr

Übersetzungstabelle zu obigem Reim:
Weda - Wetter
trogn - tragen
Ledawestn - Lederweste
Heit - Heute
hot - hat
jo - ja
scho - schon
jeda - jeder
a - ein
sauteires - schweineteuer
Ledajackl - Lederjäckchen.

Auch Norbert Morin widmet sich der Dialekt-Variante des Schüttelreimes. Außerdem steuert er zum Einstieg gleich einen zweifach-vierfachen bei: Kara Ben Nemsi wird in NÖ nicht nur körperlich gefordert:
„Gewaltig ich die Glieder renk,
daß ich die Ohrn vom ‘Rih’ dergleng;
im Kopf, da machen d’ Räder ‘Kling’...“
- beim wilden Ritt nach Kledering.
Norbert Morin

Der Truthahnzüchter (plus Quizfrage):
Nur weg’n dem blöden Truthahn
komm’ ich nicht an mein’ Hut ran!!
Gelobt sei hier das Drahthuhn:
Ein solches Tier, das hat Truh’n,
auf denen oft der Hahn ruht...
..dann käm’ ich an dich ran, Hut!
-Wohl dem, der Hähn’, die ruh’n, hat...
..und jetzt: Wie heißt das Huhn? -Rat’!
Norbert Morin

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19. April 98:

In letzter Zeit häufen sich die Schüttelreime, die mit bestimmten Namen verknüpft sind. Hier sind zunächst einige über Hein:

Geschichten von Hein, Teil 1:
Was ist das für ein Sud, Hein,
muß ich jetzt auf der Hut sein?
Geh weg mit diesem Gammelsud
und bring mir lieber Sammelgut!
Jürgen Rehm

Geschichten von Hein, Teil 2:
Wenn ich einen Wein hol,
fühlt sich auch der Hein wohl.
Er ist auf den Saft der Reben geeicht,
zum Glück hat der Wein noch so eben gereicht.
Jürgen Rehm 1

Geschichten von Hein, Teil 3:
Ein Hirsch hat vor dem Haus geröhrt,
das hab' ich deutlich rausgehört.
Doch der gute Hein schwört,
daß er nur ein Schwein hört.
Jürgen Rehm

Und hier folgen weitere Abenteuer des Herrn Zeller:

Sportlicher Stolz:
Er selbst uns auf der Stell' erzählt,
womit sich unser Zeller stählt.
Norbert Eigl

Erwischt:
Was schmuggelt er beim Zoll? Teller!
Der Zöllner schmunzelt: Toll, Zeller.
Norbert Eigl

Beim Turnier:
Des Engländers Umbrella zittert,
wenn hoch zu Roß der Zeller rittert.
Norbert Eigl

Hundeliebe:
Das Hündchen ein Gebell erzeugt,
auf daß zu ihm sich Zeller beugt.
Norbert Eigl

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13. April 98:

Bunte Eier:
Wir kaufen die bemalten Eier
am besten ein beim alten Meier.
Indem, daß er die Eier malt,
darüber wurde Meier alt,
und schwört bei seinem Malereid,
daß Muster, die banal, er meid'.
So gibt's zu Ostern eine Feier,
dazu gibt's Meiers feine Eier.
Jürgen Rehm

Liebesleid:
Wenn Sie Ihn liebt, so wird geschmeichelt Ihm sein Herz.
Tät Sie es nicht, so wär geheuchelt nicht sein Schmerz.
PD Dr. Wolfgang Trabert

Es hat mein Modem sich verwählt
Ob es wohl an der Hard-ware fehlt?
Hardy Kruder

Zufällig ist auch die Antwort auf diese Frage eingetroffen:

Nach der Installation:
Da fehlt doch nur ein Treiber, Zottel,
Du bist ein echter Cyber-Trottel!
Jürgen Rehm

Wer wandelt auf den Deichen? - Orff!
Und er vertont dort Eichendorff.
Friederike Behlen

Dialog im ORF:
Ich arbeit jetzt beim "Schauplatz"
Na geh, du bist ja blau, Schatz
Ludwig Gantner

Er sprach zu ihr ganz schlicht zu recht,
das eß ich nicht, das riecht zu schlecht.
Nik Kurz

Geburtshilfe:
Der Doktor naht im weissen kragen-
soll ich jetzt das Kreissen wagen?
DI Klaus Schaefer

Der Wettlauf zwischen Hase und Igel:
Auf der Wiese rasen Hennen,
doch sieht man keinen Hasen rennen.
Der Igel reckt die Nase hoch
und fragt: "Kommt heut' der Hase noch?"
Jürgen Rehm

Pakistani in Selbstzweifeln:
Hält jemand für 'nen Inder mich,
oder bin dafür zu minder ich.
Gerhard Leitner

Aus der Landwirtschaft:
Ein Bauer sich beim Pflügen regt,
daß er die Insel Rügen pflegt.
Ein anderer, der bei Regen pflügt,
des ersten Bauern Pflegen rügt.
Jürgen Rehm

Die Abenteuer des Herrn Zeller, Teil II: Sturm:
Im Lichte, das jetzt greller, zaust
der Wind ihn, daß dem Zeller graust.
Norbert Eigl

Mundart-Trapper:
Im Busch wird nie dem Zeller fad,
solang mit sich ein Fell er zaht.
Norbert Eigl

Angst vor Explosion:
Der Ofen, der von Meller, zieht,
worauf ihn gleich der Zeller mied.
Norbert Eigl

Keine Ruhe:
Der Einsiedler am Quell erzählt,
wie oft ihn hier der Zeller quält.
Norbert Eigl

Lebenskünstler:
Man hört, wie da der Zeller prahlt,
weil niemals er als Preller zahlt.
Norbert Eigl

Gruselig:
Der Narr mit seiner Schell' , er zaudert,
sodaß sogar dem Zeller schaudert.
Norbert Eigl

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15. März 98:

Der Tätowierer zum Kunden:
"Ich glaub das wird nicht ganz perfekt,
jetzt hab ich mich doch glatt verpeckt!"
Reinfried Wiesmayr

Ich sitz in einem faden Bad,
auch sonst ist es in Baden fad.
Ich werde bald den Rücken kehren
all jenen die hier Krücken ehren!
Dr Sigmar Wiesmayr

Schicksal:
Alle sehen das Nordlicht
Nur der blinde Lord nicht.
Marcus Duschek

Winterfreuden
Drei Wochen fährt die Nichte Schi
Doch klappt halt die Geschichte nie
Weil sie nicht weiß, wie geht a Bogen
Ich glaub, sie braucht an Pädagogen
S´ist schlecht bei dieser Sportart
Wenn man am falschen Ort spart
Da soll sie lieber Schnee schaufeln
Na da wird sie schee schnaufeln!
Ludwig Gantner / Peter Pudill

Messebesuch
Wir geh'n in jedem Falle hier
zuerst einmal zur Halle Vier.
Doch plötzlich ruft die Dralle: "Hei,
ich flitze schnell zur Halle Drei!"
Nun im Gewühl die Dralle hängt,
weil alles in die Halle drängt.
Jürgen Rehm

 

Ich hab' mit meinem Handy Kummer,
weil ich nicht mehr kenn' die Nummer!
Hardy Kruder

Achtung Piste!
Heda, ruft der Senn rauh,
von oben kommt die Rennsau!
DI Klaus Schaefer

 

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18. Feb. 98:

Ein 'echter' Vierzeiler von Jürgen Rehm: Ein Maler fährt nach Mittenwald,
wo er ein Bild von Witten malt.
Dort malt er auf den Matten wild.
Nachts träumt er von Krawatten mild.
Jürgen Rehm
Die Abenteuer des Herrn Zeller, Teil I: Widerspenstig:
Der Mann, der heut zum Zeller kam,
der wurde erst im Keller zahm.
Norbert Eigl

Auktionsneuling:
Sofort der gute Zeller schnallt,
daß hier gewinnt, wer schneller zahlt.
Norbert Eigl

Zauberstück:
Es sagt der gute Zeller: Teig,
Dich dort auf diesem Teller zeig'!
Norbert Eigl

Kein Seemann:
Am Meer Gefahr der Zeller wittert:
Vor jeder kleinen Well' er zittert.
Norbert Eigl

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© Schüttelreime erdacht von den angeführten Autoren 1995 - 2001
© Layout Johannes Widi (jowidi@myself.com) 1995 - 2001
Aktualisiert: 23/07/03