Gmunden am Traunsee

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Geschichtliches
Die Geschichte von Seeschloss Orth

Kurzbeschreibungen

Schloss Würtemberg
Schloss Cumberland
Schloss Weyer
Landschloss Orth
Seeschloss Orth
Kammerhof

 

Allgemeines

Seehöhe: 420 m

Einwohner: 15.000

Reizvolle Kleinstadt mit südlichen Flair, historische Altstadt mit prächtigen Bürgerhäusern und Fassaden 15. und 18. Jhdt. - einst Salzmetropole. Renaissancerathaus mit Loggien und einzigem Keramikglockenspiel Österreichs, Dreikönigsaltar von Thomas Schwanthaler in der Stadtpfarrkirche, gotischer Gebäudekomplex des "Kammerhofe", ehemaliger Verwaltungssitz des kaiserlichen Kammergutes. Seeschloss Orth auf einer Insel gelegen. Landschloss Orth und Villa Toscana mit angeschlossenem Kongresshaus.

Gmunden besitzt seit 130 Jahren das Prädikat einer Kurstadt und hat sich während dieser Zeit zu einer beliebten Sommerfrische und ganzjährigen Tourismusmetropole entwickelt.

Ausgezeichnete Gastronomie und Hotellerie, aber auch das reiche Angebot an Unterhaltung, Sport, Veranstaltungen u.v.m. sind Garant für ein unvergessliches Urlaubserlebnis.

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Geschichtliches

Seit 1278 Stadtrecht einer Landesfürstlichen Stadt - heute Kur- und Kongressstadt.

Das Vorbild für das Salzmonopol in Europa lieferten die Habsburger, die das gesamte Gebiet zwischen Gmunden und Bad Aussee für sich beanspruchten und es ihrer Hofkammer -einer Art Finanzministerium unterstellten. So entstand der Begriff Kammergut- Salzkammergut und der erste Beamte, der Salzamtmann, der im Gmundner Kammerhofgebäude residierte. Gmunden war der Umschlagplatz für das Salz, das mit Schiffen bis ans Schwarze Meer gebracht wurde. Prinz Eugen der edle Ritter verwendete die Gmundner Salzschiffe, die an der Donau nach dem Transport liegen blieben, um eine Brücke zu schlagen und konnte somit Belgrad von den Türken befreien.

Die erste Bahnlinie Europas, erbaut von Franz Zola (Vater des französischen Schriftstellers Emil Zola) -eine Pferdeeisenbahn - führte von Gmunden nach Linz und Budweis (1828 - 1835).

Durch den Salzhandel wurde Gmunden auch eine sehr wohlhabende Stadt und noch heute sind die prachtvollen Bürgerhäuser (Renaissancerathaus), die älteste Apotheke des Salzkammergutes Anziehungspunkte für Gäste aus aller Welt.

In Gmunden wurde übrigens einst Weltgeschichte geschrieben. Bedeutende Verträge, die das Bild Europas veränderten, wurden im Kammerhof, übrigens in der damaligen Zeit der einzige Sitz der Habsburger im Salzkammergut, gemacht. 1493 schloss Kaiser Maximilian I., der Ritter einen Ehevertrag mit Bianca Maria Sforza von Mailand, der dazu führte, dass Mailand an Österreich kam und 1514 schloss Maximilian einen Freundschafts- und Friedensvertrag mit dem Zar Wassilij Iwanowitsch III., der dazu führte, dass nach der Schlacht bei Mohac 1526 durch das Gmundner Bündnis Ungarn nach Österreich kam. Maximilian war nicht nur Förster des Salzwesens, sondern auch begeisterter Jäger und erfreute sich des öfteren an der Gemsenjagd am Traunstein.

Im 19. Jahrhundert wurde Gmunden Sitz zweier Hofhaltungen. Die Habsburgerfamilie Großherzog Leopold von Toscana musste im Zuge der Vereinigung Italiens Florenz verlassen und wählte 1859 Österreich zum Exil. Die Kinder wurden am österreichischen Kaiserhof erzogen und der jüngste Sohn, Johann Nepomuk Salvator erwarb die beiden Schlösser Ort, das Landschloss und das Seeschloss und baute für seine Mutter Maria Antonia von Sizilien die Schlossvilla Toscana. Johann Salvator, 1852 in Florenz geboren, war nicht nur Cousin sondern auch engster Freund Kronprinz Ludwigs und hatte ein ähnlich trauriges Schicksal. Er war Oberst und Regimentkommandant, fiel aber, da er sich gegen den Drill und die Erziehung auflehnte, in Ungnade und entzweite sich mit den Kaiserhaus. auch heiratete er eine Bürgerliche, die Schauspielerin Milli Stubel. Er verzichtete auf sämtliche Privilegien und Würden und nannte sich nach seinen beiden Schlössern "Johann Orth". Das Schicksal wollte es, dass er 1891 bei einer Schiffsreise nach Südamerika auf dem Schiff Santa Margerita zugrunde ging und verschollen blieb.

Ein weiterer Exilsitz ist das Schloss Cumberland. Im Zuge der deutschen Einigung unter Bismark ist das Hannoverahnische Königshaus, das blutmäßig mit dem englischen Herrscherhaus verbunden war, vertrieben worden und baute sich in Gmunden im englischen Tudorstil das Schloss Cumberland. Die Familie nannte sich nach dem Schloss Herzog von Cumberland. Ernst August von Cumberland vermählte sich hier mit der einzigen Tochter des letzten Kaisers, Viktoria Luise. Alle Kinder wurden hier geboren und gingen in Gmunden zur Schule, so auch Friederike die nachmalige Königin von Griechenland.

Kaiser Franz Josef besuchte regelmäßig vor seinem Sommeraufenthalt in Bad Ischl das Hannoverahnische Königshaus in Gmunden, wo Europas Hochadel ein und aus ging.

Vor dem Bau der Bahnlinie, der Rudolfsbahn Gmunden - Bad Aussee reiste Kaiser Franz Josef mit Gefolge per Bahn bis Gmunden an und fuhr dann mit dem Kaiserschiff über den Traunsee und mit Kutschen weiter bis zu seiner Sommerresidenz.

Zahlreiche Adelige errichteten in Gmunden ihre Sommersitze und noch heute zeigen viele Schlösser von der illustren Zeit, die der Beginn des Tourismus in Gmunden war. Neben den Adeligen kamen auch viele Künstler wie die Komponisten Brahms, Schubert, Dichter Lenau, Hebbel, Scheffel und bereits im Jahre 1862 wurde Gmunden das Kurstatut verliehen.

Auch heute noch ist Gmunden einer der schönsten und eindrucksvollsten Tourismusorte im Salzkammergut.

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Die Geschichte des Seeschlosses Orth

Schon die Gründung der uralten Wasserfestung im Traunsee ist sagenumwoben. Nach einer Überlieferung soll an der Stelle des heutigen Seeschlosses eine hochadelige Frau im Sturm in Lebensgefahr geraten sein und das Gelöbnis abgegeben haben, als Dank für ihre Rettung eine Kirche und eine Schloss zu erbauen. Im Volksmund lebte die Sage, dass der Riede Erla für dei Traunseenixe Blondchen das Schloss erbaute und nach deren Tod ihr Gesicht in den Bergstock Erlakogl oder Schlafende Griechin meißelte.

Die Annahme, dass das Seeschloss Orth in den Jahren 1039 erbaut wurde, konnte niemals historisch begründet werden, ebenso wenig wie der Hinweis, das die Veste auf den Ruinen eines römischen Kastells errichtet werden sei. Die erste geschichtliche Erwähnung datiert aus dem 11.Jhdt., in welchem Ritter von Orth als Herrschaft auftreten. Nach der Veste Orth nannten sich auch ihre Herren. In den ersten Urkunden wird ein Haertnidus de Ort (Hartneid von Orth) als Besitzer genannt. Der letzte der Herren von Orth der fünfte Hartneid war der streitbarste Ritter gewesen und beendete 1244 sein Leben im Gefängnis.

Mit ihm endete ein mächtiges Geschlecht und die Herrschaft ging in den Besitz der Grafen von Velsberg und 1344, derer von Winkel und an die Herren von Wallsee über, bis auch dieses Geschlecht 1483 erlosch und Veste Orth den Ländereien des Kaiser Friedrich III. einverleibt wurde. Besitzer und Lehnsherren wechselten aber in rascher Folge.

1484 übergab der Kaiser dem Landeshauptmann von Oberösterreich Gotthart von Starhemberg, die Herrschaft Orth zum Lehen. Ihm folgten die Familien von Pollheim und Wartenburg bis das Schloss im Jahre 1595 von der landesfürstlichen Stadt Gmunden gekauft wurde. Die Stadt Gmunden war damit auch in Besitz des Landesgerichtes Orth gelangt. Das Orther Gefängnis war zur Zeit der Amtstätigkeit des Landesgerichtes oftmals stark belegt. Hier verbrachten auch die zur Enthauptung oder zum Galgen verurteilten Delinquenten ihre letzten Wochen.

1625 erwarb Adam Graf Herberstorff aufgrund seiner dem Erbhaus österreich erwiesenen Dienste das Seeschloss. Herberstorff war der Urheber des "Frankenburger Würfelspieles" und gefürchteter Statthalter. 1627 erhob Kaiser Ferdinand dei Herrschaft Orth zur Grafschaft. Die 123 lange Brücke, die das Landschloss mit dem Seeschloss verbindet, wurde 1628/29 errichtet.

1634 brannte das Seeschloss fast vollständig nieder. Die Form des Wiederaufbaues im 17. Jhdt. blieb bis heute fast unverändert.

Nach dem Tode Herberstorff gab es noch etliche Besitzerwechsel bis die Herrschaft 1698 von Kaiser Leopold I. endgültig für das Kaiserhaus gekauft wurde. Im Jahre 1879 erwarb es Erzherzog Johann Nepomuk Salvator von Toscana, der vorher schon das Landschloss Orth gekauft hatte. Er wurde als jüngster Sohn des Großherzogs Leopold II. von Toscana im Jahre 1852 in Florenz geboren und erbaute nachdem die Großherzöge im Zuge der Einigung Italiens aus Florenz vertrieben wurden, für seine Mutter Maria Antonia von Sizilien die nahe gelegene Villa Toscana.

Da sich Johann Salvator mit dem Kaiserhaus entzweit hatte, verzichtete er auf alle Titel und Ehren, und nannte sich nach seinen Schlössern Johann Orth. Er heiratete die Schauspielerin Milli Stubel und unternahm mit dem Schiff Santa Margerita eine Seereise nach Valparaiso (Südamerika), erreichte aber sein Ziel nicht und blieb verschollen. Erst Jahre später, 1911, ließ ihn das Kaiserhaus für tot erklären.

1915 erfolgte die Übergabe des Seeschlosses aus der Verlassenschaft des Erzherzoges an das Ärar und kam so in die Verwaltung des Staatsforstes und wurde 1919 dem Bund übergeben, der eine Forstverwaltung und Försterschule unterbrachte.

Seit 5.01.1995 ist das Seeschloss Orth im Besitz der Stadtgemeinde Gmunden.  

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Schloss Würtemberg

Zwischen Gmunden und Altmünster als Hochzeitsgabe von Erzherzog Albrecht zur Vermählung seiner Tochter Maria Theresia mit dem Würtemberger Herzog Philip 1870 erbaut. Heute Höhere Schule, Bundeserziehungsanstalt.  

Schloß Würtenberg  

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Schloss Cumberland

Exilsitz des Königshaus von Hannover. 1878 im englischen Tudor-Stil erbaut. Erbauer Ernst August von Cumberland, königlicher Prinz von Großbritannien und Irland, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg. 1913 Hochzeit des Sohnes Prinz Ernst August mit der einzigen Tochter des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II. mit Prinzesin Viktoria Luise. Alle 5 Kinder des Herzogenpaares drunter Friederike, nachmalige Königin von Griechenland -wurde hier geboren.  

Schloß Cumberland

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Schloss Weyer

1621 von Kaiser Ferdinand II. zum freien Edelmannsitz erhoben. Ehemals im Besitz des kaiserlichen Pflegers, Graf Veit Spindler 1738 K. u. K. Trivialschule für Knaben. Heute im Besitz von Familie KR Dir. Schober. Galerie Schloss Weyer.  

Schloß Weyer

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Landschloss Orth

1626 durch Adam Graf Herberstorff erbaut. Brutaler Gegner der Bauern im OÖ Bauernkrieg. Ab 1876 im Besitz von Erzherzog Johann Salvator von Toscana. Heute im Besitz der Österreichischen Bundesforste. Forstliche Ausbildungsstätte.  

 Landschloß Orth

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Seeschloss Orth

1878 von Erzherzog Johann Salvator erworben. Toscanische Linie des Hauses Habsburg-Lothringen. Nannte sich nach dem Bruch mit dem Kaiserhaus Johann Orth. Beliebte Hochzeitskirche.  

Seeschloß Orth

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Kammerhof

Im 15. Jahrhundert einziger Verwaltungssitz der Habsburger im Salzkammergut. Hier schloss Kaiser Maximilian I. bedeutende Verträge. Verwaltungssitz der landesherrlichen Salzmonopol-Verwaltung. Heute Museum.  

Kammerhof Museum

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