Durchfall und Erbrechen

©Franz-Martin Fink, http://www.fmf.at

- Meist Virusinfektionen, aber auch Bakterien (Salmonellen, Shigellen, Cholera) oder Parasiten. Selten durch verdorbene Nahrungsmittel (Nahrungsmittelvergiftung).

- Vorbeugend nur Wasser aus original verschlossenen Flaschen trinken.

- Verzicht auf Leitungswasser, Speiseeis, Salate, Eiswürfel, offene Fruchtsäfte, etc. in südlichen Ländern.

- Gefahr durch Flüssigkeitsmangel (Austrocknung, Exsikkose), besonders bei Babies und jungen Kleinkindern.

- Häufig gleichzeitig mit Erbrechen.

- Falls die unten beschriebene Flüssigkeitszufuhr nicht gelingt oder bei schlechtem Allgemeinzustand ist frühzeitig ein Arzt aufzusuchen. Meist wird dann eine Infusionsbehandlung nötig sein.

Behandlung:

1. Flüssigkeitsersatz: (erste 6-8 Stunden)

- Glucose-Elektrolyt-Getränk (Normolyt®, Normhydral®) 40-50ml pro kg Körpergewicht (bei sehr großen laufenden Verlusten evtl. mehr; exakt nach Vorschrift zubereiten, evtl. in Wasser mit 1/3 Orangensaft zur Geschmacksverbesserung)

- [Falls Glucose-Elektrolyt-Getränk nicht akzeptiert wird, evtl. auf istone Durstlöscher (Gatorade, Isostar, etc.) oder Traubenzucker-gesüßten Tee oder Wasser ausweichen; evtl. selbst Lösung herstellen: Orangensaft aus frischer Packung mit stillem Mineralwasser 1:1 mit 1 gestrichenen Teelöffel Kochsalz und 1 gestrichenen Eßlöffel (Trauben-) Zucker].

- Getränk kühl (8-14 Grad C) und ggf. (bei Brechdurchfall) löffelweise verabreichen

- evtl. in kleinen Mengen Zwieback, Weißbrot, Soletti erlaubt

Säuglinge: erhalten die gleiche Lösung (ohne Orangensaft), gestillte Babies werden zusätzlich weitergestillt.

2. Anschlußdiät: (nach 6-8 Stunden)

1. Tag: Tee, Zwieback, Weißbrot, Biskotten, Bisquit, Reis, Kartoffelpüree, Banane, geschabter Apfel, Apfelmus, Karottengemüse.

2. und 3. Tag: normale, leicht-verdauliche Kost (Magermilchprodukte, mageres Fleisch, Milchreis, Apfelreis, Karottengemüse)

ab 3. oder 4. Tag: Übergang zu normaler Kost, anfangs fettarm und ggf. kleinere Mahlzeiten.

Säuglinge: Nicht gestillte Säuglinge erhalten Milchfertignahrung verdünnt mit Glucose-Elektrolyt-Getränk (Normolyt®, Normhydral®):

1. Tag: 1/3 Milchfertignahrung (MN), 2/3 Normolyt, 2. Tag ½ MN, , 3. Tag 2/3 MN, ab . Tag unverdünnte MN. Gestillte Babies werden weitergestillt und erhalten anfangs Glucose-Elektrolyt-Getränk (Normolyt®,Normhydral®) dazu.

Kinder ab dem Schulalter mit wiederholtem Erbrechen dürfen zurückhaltend Metoclopramid-Tropfen (Paspertin) erhalten. Dosissteigerung und häufige Wiederholung bei geringer Wirkung ist nicht ratsam. Sie werden von Kleinkindern schlecht vertragen (zentralnervöse Nebenwirkungen bis zu Krämpfen) und sind bei Babies verboten.