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Die Karte des Piri Reis


Piri Reis (re-is) (1470 in Gelibolu / Türkei; 1554) war ein Admiral der osmanischen Flotte und Kartograph.
Er sammelte Land- und Seekarten und erstellte daraus im Jahre 1513 seine heute berühmte und umstrittene
Weltkarte, die Karte des Piri Reis genannt wird. Piri Reis war in seiner Zeit sehr bekannt, da er einige
Seeschlachten für das Osmanische Reich gewinnen konnte. Er hatte durch seine herausragende Stellung Zugang
zur Bibliothek des Sultans im Palast Topkapi in Istanbul. Er nutzte dieses Privileg, um aus den unterschiedlichsten
Quellen seine berühmten Weltkarten zu erstellen.

Als er dem Gouverneur Kubad Pascha von Basra bei einem Feldzug die Unterstützung versagte, wurde er im Jahre 1554
öffentlich enthauptet.

Die Karte des Piri Reis ist die westliche Hälfte einer Weltkarte aus dem Jahre 1513, die von dem Kartographen Piri Reis
angefertigt wurde. Der östliche Kartenteil ist verschollen.

Sie wurde im Jahre 1929 in der Bibliothek des Palastes Topkap? Saray? in Konstantinopel (seit 1448 Istanbul) als Teil
einer Kartenserie wiederentdeckt. Die Karte ist auf Pergament aus Gazellenhaut gezeichnet
Die Karte ist mit arabischen Schriftzeichen in türkischer Sprache beschriftet und mit dem islamischen Jahr 919
(entspricht 1513 in der christlichen Zeitrechnung) datiert. Nach dieser Datierung ist die Karte nur 21 Jahre nach
der Wiederentdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahre 1492 entstanden.

Die Karte zeigt neben schon lange bekannten Gegenden (Westeuropa, Mittelmeer, Nordafrika) auch Küstenlinien Westafrikas
sowie Nord- und Südamerikas. Diese Küstenlinien stimmen in Europa, Afrika und Südamerika in einer Reihe von Punkten mit
den wahren Gegebenheiten überein, enthalten aber gleichzeitig Ungenauigkeiten und auch Fehler. Markante Landpunkte
(Buchten, Flussmündungen, Inseln) sind (wahrscheinlich als Navigationshilfen) übertrieben groß dargestellt.

Der südliche Teil der südamerikanischen Küstenlinie ist allerdings ohne Unterbrechung nach Osten fortgesetzt. Dies
wird als erster Hinweis auf die Antarktis interpretiert - erstaunlicherweise erscheint die Küstenlinie ohne die
heutige Eisschicht. Andere Geographen sehen in diesem Kartenteil jedoch eine verzerrte, etwa aus Platzgründen nach
Osten hin umgeklappte Darstellung des südlichen Südamerikas.

Die Darstellung Nordamerikas und der Karibik ist völlig fehlerhaft. Eine klare Zuordnung zwischen Karte und Landpunkten
ist nicht möglich.


Es ist spekuliert worden, dass die Karte aufgrund des kurzen Zeitraumes zwischen der Entdeckung
Amerikas und der Erstellung der Karte nicht auf den Ergebnissen europäischer Entdecker basieren
könne. Daher müsse die Karte Informationen älteren Ursprungs enthalten, die Piri Reis in seine
Weltkarte eingearbeitet habe. Gavin Menzies stellt die These auf, dass chinesische Quellen in
die Karte eingeflossen sind. Eventuell hat auch Columbus auf solche älteren Karten während seiner
ersten Entdeckungsfahrt zurückgegriffen. Bei den chinesischen Quellen stellt sich allerdings die
Frage, woher diese die Karibik, bzw. Nordamerikas Ostküste gekannt haben sollten, da sie, wenn
überhaupt, nur die Westküste Amerikas erreicht haben könnten.

Für Erich von Däniken reichten diese Fakten aus, um die Karte als einen weiteren Beweis für Besuche
von Außerirdischen auf der Erde zu sehen. Nach seiner Meinung hätte der Zeichner nur in einem
Raumschiff über der Erde schwebend eine so genaue Karte der Erde erstellen können.

Die Kommentare auf der Karte sprechen ausdrücklich von portugiesischen Seefahrern, deren Wissen
in die Karte eingeflossen sein soll. Auch (und gerade) auf die Reisen von Kolumbus nimmt Piri Reis
Bezug. Interessant ist, dass genau dieser neueste Teil der Karte (Karibik und Nordamerika) die
größten Ungenauigkeiten aufweist.

Weiters bedingt die Genauigkeit (außer Karibik und Nordamerika) der longitudinalen Koordinaten eine
Verwendung der sphärischen Trigonometrie, die erst seit der Mitte des 18. Jahrhunderts fortschrittlich
genug war, um zur Kartierung verwendet zu werden.

Sogar wenn man von erbeuteten Karten oder chinesischen Einflüssen ausgeht, bleibt noch immer die
Frage nach der Genauigkeit der Kartierung des Queen Maud-Landes in der Antarktis, die für jedwede
Entdecker entweder überlegene Technologie (heute: Seismische Messungen, Satellitenobservation)
oder eine eisfreie Küste (zuletzt vor wohl über 4000 Jahren) vorausgesetzt hätte.

Der Direktor des Weston-Observatoriums of Boston College und Chef der seismologischen Forschungsgruppe
des Geophysikalischen Jahres, Daniel L. Linehan, ist der Meinung, dass die Kartenangaben mindestens
aus dem Jahr 5.000 vor Christus stammen. Diese Meinung teilen auch Walters und der Ingenieur und
Hobbyarchäologe Arlington H. Mallery.

Um die Piri Reis-Karte geographisch korrekt lesen zu können, muss man sich eines Gitters bedienen,
welches auf die Karte gelegt wird. Dieses Gitter aber zerstörte Piri Reis, bevor er auf den Befehl
von Sultan Soliman hingerichtet wurde. Mallery entzifferte mit Hilfe von Mr. Walters vom
hydrographischen Amt der USA diese Karte mit einem rekonstruierten Gitter, welches sie auf die Karte
legten. Dabei konnten sie 22 geographische Punkte exakt festlegen. Man zeigte sich erstaunt, so
betrug der durchschnittliche Längenfehler nur 1,8 Grad und die mittleren Breitenangaben zeigten eine
Differenz von nur 0,7 Grad. Mit dieser Hilfe erkannte sie auch, dass Grönland auf drei großen
Hauptinseln zu liegen scheint.


Das allerdings wurde erst später von einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe (der 43. Task Force)
dadurch bewiesen, dass sie mit modernsten Mitteln des 20. Jahrhunderts geographische Nachforschungen
durchführten. Durch diese Forschungen wurden Angaben, wie die Höhen von Bergen und Gebirgsketten,
die Tiefen von Tälern und die Lage von Inseln teilweise bestätigt.

Obwohl der mittelamerikanische Raum einige Fehler aufweist, ist die Exaktheit insgesamt mehr als
erstaunlich. Auch die zwischen Feuerland und der Antarktis eingezeichnete Landzunge hat
wahrscheinlich vor 11.000 Jahren tatsächlich existiert. Die allgemeine Geschichtsforschung
vermutet, dass der Admiral Piri Reis diese Karten von einem Seemann erhielt, der unter
Christoph Kolumbus segelte. In späteren Zeiten wurde die dann von Admiral Reis selbst perfektioniert.
Wie er aber von der Existenz der Anden im Westen Südamerikas wissen konnte, ist nicht bekannt.
Sonderbar auch, warum Piri Reis eine Landbrücke zwischen Feuerland und der Antarktis eingezeichnet
haben soll, die zu Lebzeiten des Admiral seit über 10.000 Jahren nicht mehr existierte. Wohl aber
existierte sie einst, als die Weltmeere in der Eiszeit einen wesentlich niedrigeren Wasserspiegel
hatten. Doch wer wusste in der Eiszeit etwas von Kartographie?

Nachdem der Autor Charles H. Hapgood sein Buch "Maps of the Ancient Sea Kings" 1966 veröffentlichte,
in dem auch ausführlich auf die Karte des Piri Reis eingeht, ist sie weltweit bekannt und zur
Grundlage hitziger Debatten geworden. Bis heute ist es umstritten, was von ihr zu halten ist.
Unstrittig ist aber, dass es sie gibt. Sie liegt noch heute im Topkapi-Palast in Istanbul und der
Tourist kann dort sogar Kopien kaufen. Wenn der südliche Teil der Karte tatsächlich Teile der
Antarktis zeigt und auch die Landzunge von dort zu Südamerika korrekt ist, muss die ursprüngliche
Vorlage der Karte angefertigt worden sein, bevor die Antarktis vereiste! Das ist unstrittig.

Sie erinnern sich noch an die Vermutung, >> ... andere Geographen sehen in diesem Kartenteil
jedoch eine verzerrte, etwa aus Platzgründen nach Osten hin umgeklappte Darstellung des südlichen
Südamerikas ...<< ?



Wer gibt sich so viel Mühe und zeichnet eine kunstvolle Karte, ohne vorher den Platz zu bemessen?

Eine andere Sichtweise erhält man jedoch, wenn man die Erde verlässt. Plötzlich ergeben sich
deutliche Übereinstimmungen.

Nun denkt man zwangsweise an Erich von Däniken und sein Raumschiff. Tatsächlich sollte man aber
darüber nachdenken, ob nicht doch eine sehr alte Hochkultur, die über enormes Wissen verfügte,
existierte (Atlantis?). Schließlich deuten doch auch zahlreiche weitere "Kuriositäten und Legenden"
auf eine solche hin.

Piri Reis hat Karten gesammelt, daraus eine Große gemacht und eigene Messungen hinzugefügt. Was
war ihm wohl in die Hände gefallen, und wo ist die Original-Karte die er miteinbezog?

1513 zeichnet er seine erste Weltkarte. Sie basierte auf ca. 20 Karten und Mappa Mundi
(eine mappa mundi ist eine Weltkarte, die den Einschränkungen des Mittelalters unterworfen
ist und in der Tradition europäischer Kartographie steht), wobei eine sogar aus der Zeit
Alexander des Großen stammen soll.

Die Markierungen auf der Karte ergeben einen exakten Kreis, dessen Mittelpunkt in
Kairo / Ägypten liegt...


Quellen: Wikipedia, Lars A. Fischinger)