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Göltschach

Göltschach liegt auf einer Höhe von 644 m über dem Meer, an der vor wenigen Jahren ausgebauten "Göltschacher Landesstraße". Die Straße verbindet Maria Rain mit Ebenthal. Der Ort hatte ursprünglich zwei Teile, die aber heute wegen der Neubauten nicht mehr so markant zu erkennen sind. Und zwar dem wahrscheinlich älteren Bereich um die Kirche. Er wird gebildet aus der Kirche mit dem Pfarrhof und der Aufbahrungshalle, den Huben "Vach", "Krassnig", "Moser", "Jesenko", "Uahser", "Setz", "Mutz" und "Ruttnig" sowie der "Urbankeusche" und einigen Neubauten.
Der andere ursprüngliche Ortsteil liegt etwas südwestlich der Kirche. Er wird gebildet aus den Huben "Jager", "Puschnig", "Manjek", "Fille", "Juan" und "Goritschnig" sowie der "Oban"-, "Hanns"- und der "Luckkeusche" und einigen Neubauten. Zwischen diesen beiden Ortshälften liegt zentral das Rüsthaus der "Freiwilligen Feuerwehr Göltschach".
Wahrscheinlich wegen seiner herrlichen Lage, zählt der Ort zu den am stärksten expandierenden Siedlungen im Gemeindegebiet. So entstand in den letzten Jahren südlich des Ortes eine neue Siedlung. Auch im Bereich westlich der Bundesstraße entstehen immer mehr Neubauten.
Im Ort gibt es zwei Gastwirtschaften, den "Gasthof Moser" und die "Buschenschank Fille". Zweitere entstand aus der "Krieshube". In ihr war schon seit vielen Jahren ein Gasthof untergebracht. Sie musste 1982 dem Ausbau der "Göltschacher Landesstraße" weichen.
Wann der Ort entstanden ist kann nicht mehr mit Sicherheit gesagt werden. Es kann aber angenommen werden, dass mit dem im Jahr 983 erstmals urkundlich genannten "Galisich" das heutigen Göltschach gemeint war. Es handelt sich hier also um einen sehr alten Ort. Im Laufe der Jahrhunderte tauchten für Göltschach immer neue Bezeichnungen auf, so im 12. Jahrhundert "Golsou", um 1200 "Gels", um 1300 "Gölsow" und um 1480 "Gulleschau".
In alten Urkunden werden immer wieder Mitglieder eines Adelsgeschlechts erwähnt, deren Namen sehr variierte. Von ihnen könnte Göltschach seinen Namen erhalten haben. Die Mitglieder dieser Familie nannten sich im Laufe der Jahre: von "Culz", "Gelz", "Gels", "Golsou" und "Golischowe". Da sich in Göltschach keine Orts- oder Geländebezeichnung erhalten hat, die auf eine Burg oder ein ähnliches Bauwerk hinweisen würde, wird als Sitz dieses Geschlechtes die verschwundene "Steinburg" in Haimach angenommen.
Wie schon oben angedeutet handelt es sich bei Göltschach um einen sehr alten Ort. Es lässt sich daher nicht mehr feststellen wer den Anstoß zu seiner Entstehung gegeben hatte. Zur Erweiterung trugen aber mit Sicherheit die beiden größten ehemaligen Herrschaften in der Gemeinde bei, die Hollenburg und das Kloster Viktring. Aber auch kleinere Herrschaften übten Einfluss auf das schon immer ziemlich große Göltschach aus. Nicht zu vergessen sind die Kirchen von Göltschach und Radsberg, dessen Filiale ja Göltschach für einige Jahrhunderte war. Beide hatten zehentpflichtige Untertanen im Ort. Schon im Jahr 1277 waren dreieinhalb Mansen (Bauernhöfe) in Göltschach der Kirche Radsberg abgabepflichtig.
Um 1620 bot sich in Göltschach bei den Besitzungen der einzelnen Herrschaften folgendes Bild: Die Hollenburg hatte sieben Untertanen, die Kirchen Göltschach, Keutschach und Gurnitz je einen, Neuhaus zwei und das Kloster Viktring hatte vier Vasallen in Göltschach. Im Jahr 1683 war die Grundherrschaft Neuhaus aus Göltschach verschwunden und ihre zwei Untertanen, wahrscheinlich "Manjek" und "Mutz", gingen an die Herrschaft St. Georgen am Längsee.
1785 gab es im Ort 24 Wohnhäuser in denen 145 Personen wohnten. Auch in diesem Dorf forderte der Krieg gegen die Franzosen sein Tribut an wehrfähigen Männern, die Einwohnerzahl sank bis ins Jahr 1805 auf 114 Erwachsene. Heute leben 184 Menschen in Göltschach.
Knapp vor Aufhebung der Grundherrschaft bestanden in Göltschach folgende Besitzverhältnisse: "Oban", "Jager", "Puschnig", "Schmied", "Moser", "Keuschnig", "Jesenko", "Setz" und "Ruttnig" gehörten der Hollenburg, "Manjek" und "Mutz" dem Kloster St. Georgen am Längsee, "Hanns", "Petritsch" und "Goritschnig" der Kirche Radsberg, "Fille" gehörte zu Keutschach, "Vach" zu Ebenthal und "Kries", "Luck", "Juan", "Krassnig" und "Uahser" zu Vikrting. Dazu kam, dass mehrere Bauern in Göltschach - "Moser", "Juan" und "Keuschnig" - der Kirche Göltschach zehentpflichtig waren.
Heute hat sich in Göltschach das Bild gewandt. Von den oben genannten Huben und Keuschen fielen "Kries" und "Schmied" dem Ausbau der Göltschacher Landesstraße zu Opfer und an Stelle der "Keuschnigkeusche" steht die neu errichtete Aufbahrungshalle.









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ZUR FAMILIE:
Puschnighube 3 (Erbhof)
KG Göltschach, EZ 4 Der Name ist eine Weiterbildung zum slowenischen "pusca" was soviel bedeutet wie die "Einöde" oder das "Brachland".
Die Hube war einst der Grundherrschaft Hollenburg untertänig und ist im Hauptsummarium von 1821 mit einer Fläche von 27 Joch angegeben. Sie bestand zu jener Zeit aus einem Wohn- und einem Wirtschaftsgebäude.
Die Bebauer/Eigentümer:
Um 1821 Valentin Summer;
ab 27.9.1829 durch Übernahme Johann Sommer;
ab 21.12.1855 durch Einantwortung Johann Sommer;
ab 19.9.1916 durch Einantwortung Johann Sommer;
ab 22.10.1958 Berta Holzer geb. Sommer;
ab 10.10.1996 durch Übernahme Heinrich Holzer.


Aus Hannes KASTRUN "Maria Rain" - im Wandel der Zeit; Eigenverlag 2000, S. 81-84





















Der aus Glainach stammende Valentin Schumer (* 12.2.1782) heiratete, am 7. Februar 1803, angeblich schon 24 Jahre alt, als "Valentin Summer", "Sohn des Peter Summer und dessen Eheweib Ursula, geborene Triebnik(in)" (?), zunächst die, mit 56 Jahren, wesentlich ältere Maria Riepan, "Tochter des Georg und der Maria Riepan". Im Trauungsbuch wurde als Adresse "Göltschach 3" eingetragen.
Wer für die Eintragung eines höheren Alters von Valentin Schumer verantwortlich war, kann heute kaum noch geklärt werden. Der Grund dafür ist aber sicherlich einleuchtend: Das Josephinische Ehepatent vom 16. Jänner 1783 bildete die gesetzliche Grundlage für eine Eheschließung. Eine weitere Quelle für das Eherecht war ab 1. Jänner 1787 "Das allgemeine bürgerliche Gesetzbuch, (ABGB)", dessen 1. Teil auch als das "Josephinische Gesetzbuch" bekannt ist. Nach dem damals gültigen Recht galten diejenigen welche "..., das 24te Jahr noch nicht zurückgelegt haben, ..." als Minderjährige. Valentin Schumer, gerade knapp 21 Jahre alt, war somit keinesfalls großjährig und hätte ohne die vorgeschriebene Einwilligung seines Vaters nicht heiraten dürfen.
Ich kann nur vermuten, dass Maria Riepan schon bald nach der Eheschließung gestorben ist. Leider gilt das erste Sterbebuch der Pfarre Göltschach, das dieses Rätsel wahrscheinlich lösen würde, als verschollen.

Noch im selben Trauungsbuch, nur zwölf Seiten weiter, ist der nächste wichtige Eintrag zu finden.
Am 24. August 1807, heirateten "Valentin Summer" und "Lucia Plosch". Sie stammte aus Obertöllern und war die Tochter von Josef Plasch, dem Gemeinderichter der Steuergemeinde Toppelsdorf. Zu diesem Zeitpunkt war Valentin Schumer angeblich schon 29 Jahre alt, denn diesmal wurde als Geburtsjahr "1778" eingetragen. Die Wohnadresse blieb gleich und lautete weiterhin "Göltschach 3". Ihre fünf gemeinsamen Kinder, darunter auch meine 2-fache Urgroßmutter Ursula, wurden im Geburtsbuch der Pfarre Göltschach mit dem Familiennamen "Sommer" eingetragen.
Solche Namensänderungen, über mehrere Generationen hinweg, sind eigentlich nichts besonderes und tauchen in den Matriken immer wieder auf. Aber drei unterschiedliche Schreibweisen eines Namens (Schumer - Summer - Sommer), im Zeitraum von nur zwei Generationen, sind eher selten zu finden!

Die einzige Tochter des Paares, meine - bereits erwähnte - 2-fache Urgroßmutter Ursula Summer ehelichte am 26. Februar 1836, in der Kirche zu Göltschach, den Lippitzbauer Thomas Migsch aus Nadram.


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