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Gemeinde
KEUTSCHACH AM SEE



ZUGEHÖRIGE ORTE:
Dobein, Dobeinitz, Höflein, Keutschach , Leisbach , Linden , Pertitschach, Plaschischen, Plescherken , Rauth, Reauz, St. Margarethen, St. Nikolai, Schelesnitz

AUS DER GESCHICHTE:
Das neue Schloss Keutschach, Gemeindeamt, 2009 Im Keutschacher See wurde Kärntens einzige Pfahlbausiedlung gefunden. Dies beweist, dass das Gebiet schon in der frühen Bronzezeit besiedelt war. Funde aus verschiedenen Epochen zeigen, dass sich im Laufe der Zeit viele Völker im Keutschacher Tal niedergelassen haben. Eine römerzeitliche Grabinschrift gehört ebenso dazu, wie die vorromanische Reliefplatte aus karantanischer Zeit. Im Frühmittelalter entstand auf einem Felsen bei St. Margarethen eine Burg, die danach zu einer der größten Festungen rund um den Wörther See ausgebaut wurde. "neu KEVTSHAH" "Neues Schloss" Keutschach, um 1679 (VALVASOR 1688) Heute sind von dieser Burg nur mehr einige Mauerreste zu sehen. Im frühen 16. Jahrhundert wurde im Ort Keutschach von den Herren von Keutschach das so genannte "alte Schloß" errichtet. Das berühmteste Mitglied dieser Familie, der Salzburger Erzbischof Leonhard von Keutschach, dürfte die Finanzierung dieses imposanten Bauwerkes übernommen haben.
Das neue Schloß wurde von Georg Nikolaus Graf von Rosenberg im Jahre 1679, nur wenige hundert Meter vom alten entfernt, erbaut. Die Grafen von Rosenberg hatten die Herrschaft Keutschach im Jahre 1659 übernommen.
Im Jahre 1967 wurde das Schloß schließlich von der Gemeinde Keutschach erworben und ist heute sowohl verwaltungsmäßiger als auch kultureller Mittelpunkt der gesamten Gemeinde.

Aus "Kärnten" - seine 131 Gemeinden, Kärntner Landesregierung; Eigenverlag 1995, S. 126-127


ZUR FAMILIE:
Zu den wichtigsten Quellen für meine Familiengeschichte zählen die Matrikeln der Pfarre St. Georg zu Keutschach. Hier beginnen die Geburts- und Taufregister im Jahre 1679. Leider ist das allererste Geburtsbuch - in liturgischer Pergamenthandschrift (1679-1722) - aus konservatorischen Gründen nicht einsehbar. Erste Eintragungen im Trauungsregister und im Sterbebuch erfolgen erst 68 Jahre später, im Jahre 1747. Dazu gibt jeweils ein Repertorium (Register, Verzeichnis).

Lange Zeit galt Bartholomäus (Barthl bzw. Bartlmä) Kompain väterlicherseits als mein ältester bekannter und urkundlich erwähnter Vorfahre mit dem gleichen Familiennamen, der allerdings mit einem "a" geschrieben wurde. Die im Keutschacher Trauungsbuch als Ehefrau aufscheinende Ursula Prosegar ("Prosekar") wird als Mutter des gemeinsamen Sohnes Mathias Kompein, geboren am 21. Februar 1750, angegeben. Weitere Kinder waren Ursula, Maria und Marcus, deren Familiennamen ebenfalls bereits mit einem "e" geschrieben wurden.

Trauungsbuch Gleich auf der ersten Seite des ersten Trauungsbuches von Keutschach (1747-1786) ist - datiert mit 21. Jänner 1748 - der Eintrag der Eheschließung von "Bartholomäus Pust, Sohn des Ägidij Pust und der Ursula, ehelich, und der Ursula Prosekarin, Tochter des Andreas Prosekar und der Maria, ehelich" zu finden. Ihre Trauzeugen waren Thomas Sagmaster und Joannes Prosekar.
Dieser Eintrag gab zunächst einen ersten Hinweis auf die Herkunft des noch heute gebräuchlichen Vulgonamens "Pust" der Familie Kompein in der Ortschaft Schelesnitz bei Keutschach. Gleichzeitig tauchten durch die Verwendung des Vulgonamens aber neue Fragen auf. Gibt es noch eine ältere Eintragung lautend auf den Namen Kompain?
Es gibt einen Hinweis darauf. Allerdings erfolgte die Eintragung erst 47 Jahre später. Im März 2007 fand ich im Sterbbuch Tom. II (1784-1809) folgenden Eintrag: "24. April 1795, Barth. Kompain B. d. Pust K. allda geb. des Aegidi Kompain B. d. Pust K. und Ursula einer gebohrenen Motschilniggin zu Linden ehe. Tochter Wittwer". Sterbbuch Aus der Altersangabe des verstorbenen "Barth. Kompain" lässt sich das Geburtsjahr 1720 errechnen.
Im Geburtsbuch Tom. II (1719-1747) ist keine Eintragung die auf den Namen Bartholomäus Kompain vlg. Pust lautet zu finden. Es gibt aber im Diözesanarchiv noch das - aus konservatorischen Gründen nicht einsehbare - "Geburtsbuch, gebunden in liturg. Pergamenthandschrift" von 1679 - 1717, dem eine Handschrift über den Zeitraum von 1717 - 1722 beiliegt (Tom. I, Pfarrarchiv Keutschach 1). Interessanterweise überschneiden sich diese beiden Geburtsbücher Tom. I und Tom. II von Keutschach zeitlich, was eher selten vorkommt. Eine letzte Hoffnung! Ende November 2007 lies ich von einem Mitarbeiter des Archivs dieses "in liturgischer Handschrift" gehaltene Geburtsbuch ausheben und bat ihn für mich Einblick zu nehmen. Mag. Kluger zeigte mir dieses wertvolle Archivstück. Leider sind viele Seiten der alten Handschrift verfallen, fehlen teilweise oder sind nicht mehr lesbar. Daraus lässt sich das exakte Geburtsdatum von Bartholomäus (Barthl bzw. Bartlmä) Kompain nicht mehr ermitteln - offensichtlich schien damit eine "Endstation" im Diözesanarchiv erreicht!

Geburtsbuch Doch die "Geschichte" geht weiter. Zwei Jahre später, im November 2009, kann ich in eine Kopie des ältesten Geburtsbuches Tom. I von Keutschach durchblättern. Das alte Buch wurde sorgfältig kopiert und aufwändig gebunden und kann somit wieder verwendet werden. Die Hoffnung fündig zu werden, war aber - nach der Erfahrung von vor zwei Jahren - eher gering. Umso größer war die Überraschung. Leider ist in den vergangenen fast 300 Jahren genau jenes Stück Papier verloren gegangen, das ein exaktes Datum der Geburt von Bartholomäus Pusth (Kompain) belegen würde. Die Taufpaten waren Gregor Priggler und Maria Fisher.
Es hat mir keine Ruhe gelassen. Bei Betrachtung der kopierten Seite wurde ich immer unsicherer. Fehlt dieses Stück Papier - oder handelt es sich om oberen linken Rand um eine doppelte Faltung? Bei einem meiner Archivbesuche Anfang des Jahres 2010 bat ich Dr. Tropper um einen Einblick in das Original. Meine Vermutung bestätigte sich. Es handelte sich tatsächlich um eine Faltung. Dahinter verborgen lüftete sich das Geheimnis um einen der von mir am längsten gesuchten Geburtstermine: 13. August 1721.

An dieser Stelle seien noch zwei weitere Einträge im Sterbbuch ("Mortuorum") Tom. I (1747 - 1788) erwähnt. Meine 5-fache Urgroßmutter Ursula Motschilnig, die Ehefrau von Ägid Kompain, ist am 19. Oktober 1761 mit 82 Jahren gestorben. Durch die Altersangabe im Sterbbuch ergibt sich als Geburtsjahr 1679. Damit ist sie meine Vorfahrin mit dem frühesten bekannten Geburtsdatum. Bei den männlichen Vorfahren ist das Blasius Kolitsh aus Sekirn. Er ist nach den Angaben im gleichen Sterbbuch am 9. März 1750 gestorben, war 76 Jahre alt und wurde somit 1674 geboren.
Außerdem werden in diesem Buch ab 31. Oktober 1770 erstmals Hausnummern in Keutschach angefährt ("Conskriptionsnummer" (Abkürzung: C.N., manchmal auch N.C., mehr...)).

Belegbar durch die so genannten "Ehrungsprotokolle" wird die Hube am 14. September 1747, dem Barthl Kompain / Pust, als Schwiegersohn, übergeben. Ist in die Besitzerreihe daher noch die Familie seiner Frau Ursula Prosegar (Proßegger, Prosekar, Prössekker, Prößeker) einzufügen? Gibt es keine Dokumente die bereits Aegidi Kompain als Bauern der Pust-Keusche ausweisen?


Weitere Quellen (und Quellenangaben) finden sich im Buch "Seental Keutschach", Klagenfurt 1989.
In diesem Buch findet man auch eine "...Zusammenstellung der Besitzreihen bei den zur Herrschaft Keutschach eindienenden Huben, Zulehen und Keuschen ...". In der Besitzreihe der Ortschaft Schelesnitz Haus-Nr. 1, taucht 1747 mit dem Namen Kompain auch der Vulgarname "Pust" auf. Die damalige ¼ Hube wurde in ununterbrochener Folge innerhalb der Familie weitergegeben, und der heutige Hof wird von der Familie Franz Kompein vlg. Pust bewirtschaftet.





































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 ... Im allgemeinen wurden die Keutschacher Untertanen vom Pfleger im Jahre 1767 als sehr fleißig beschrieben. Insbesondere die Keuschler wurden hervorgehoben, da fast ein jeder von diesen neben der üblichen Feldarbeit zur Verbesserung des Lebensunterhaltes außerdem ein Handwerk oder in den auswärtigen Ortschaften zusätzlich irgendeinen Handel betrieb. In der "Rustical Fassion" der Herrschaft Keutschach aus dem Jahre 1774 sind als Untertanen, die ein Handwerk ausüben, nachfolgende Personen ausgewiesen: Michael Meckheckh in Höhe Nr.3, ein Maurergesell; Michael Veith in St. Margarethen Nr. 10?, ein Schuhmacher; Simon Kummer in St. Margarethen Nr.1, ein Faßbinder; Nidas Ringisch in Plaschischen Nr.4 ?, ein Weber; Bartl Sekhirnigg in Plescherken Nr.12, ein Maurergeselle; Andreas Allesch vlg. Kramer in Keutschach Nr.5, ein Schuhmacher; Sebastian Tschorf vlg. Thomerl in Schelesnitz Nr.3, ein Maurergeselle; Bartlmä Kompain vlg. Pust in Schelesnitz Nr.1, ein Maurergeselle; Martin ... (Seite 75)


Besitzerreihe ... aus den archivalischen Angaben in den Ehrungsprotokollen von 1715-1823, dem Josefinischen und Franziscäischen Kataster, zahlreichen Handschriften (Hs.) der "Allgemeinen Handschriftenreihe", des Alten Grundbuches (AGB), der Grundbücher im Bezirksgericht Klagenfurt (berücksichtigt bis zum Abschluß 1983/84, danach Umstellung auf EDV) und anderen Unterlagen ... (Seite 141)

Franz und Anna Kompajn Ortschaft Schelesnitz Nr. 1, vlg. PUST           Hsch. Keutschach EZ. 9 (Urb.Nr. 12)
1/4 Hube (oder: Prüggler) KG. Keutschach
Florian Türgg / Prüggler (seinem Schwager)
IIIy Kürschner v. (verehrt, d.h.Übernahme des Besitzes) 22. Jänner 1717
Anna Kompein ....................... (Besitzreihe unterbrochen bzw. nicht belegt)
Stephan Pürkher
Barthl Kompain / Pust (Schwiegersohn) v. 14. September 1747
Mathias Kompein v. 26. November 1792
Thomas Kompein TE (Testamentarische Erbfolge) 27. März 1819
Simon Kompein Ü. (Übergabevertrag d. Besitzers) 8. Februar 1855
Franz Kompein E. (Einantwortung) 12. Dezember 1877
Franz Kompein E. 2. Oktober 1928
Franz Kompein E. 15. September 1956 (Seite 168)



... Im Jahre 1751 bestanden in der Herrschaft Keutschach bereits 132 Huben, 15 Zulehen und 36 3/8 Keuschen. Zur Definition der Begriffe "Hube, Zulehen und Keusche", in der Literatur immer wieder unterschiedlich ausgelegt, gibt die schon benützte "Beantwortungsschrift" des Pflegers Johann Georg Lassacher Auskunft. So verstand man um die Mitte des 18. Jahrhunderts im Keutschacher Bereich unter einer Hube eine Bewirtschaftungsfläche, die von ihren Äckern mit guter Bodenbeschaffenheit 36 Vierling Winterroggen an Saatgetreide erbringen sollte, von den Wiesen aber etwa 15 Fuder "süßes" und 6 Fuder "saures" Heu; dazu kam der entsprechende Anteil an Weiden, Streu und Holznutzung. Eine 1/2 Hube, gleichgestellt einem Zulehen, mußte die Hälfte dieses Ertrages abwerfen, eine 1/4 Hube oder Keusche ein Viertel. Die Gleichsetzung eines Zulehens mit einer 1/2 Hube und einer Keusche mit einer 1/4 Hube war genau definiert: Es gab zwei Arten von Zulehen, nämlich "ausfündige und unausfündige". Von einem ausfündigen Zulehen sprach man, wenn ein Untertan der Herrschaft Keutschach zu seinem Ansitz A entweder eine ganze Hube, halbe Hube oder eine Keusche oder auch einen Acker B von der Herrschaft selbst oder von einer auswärtigen Herrschaft an sich verehrte und zu seinem bisherigen Ansitz A hinzuarbeitete, wobei er den Ansitz A selbst bearbeitete, das Gut B aber entweder mit oder ohne Vieh betreiben oder mit "Gastleuten" besetzt oder überhaupt unbewohnt lassen konnte. Wußte man über die ursprüngliche vertragliche Zuwendung einer derartigen Realität nichts mehr, nannte man sie ein "unausfündiges Zulehen". Als Keuschler war hingegen ein Untertan zu bezeichnen, der entweder eine Teilrealität zu einer Hube besaß oder aber nur Ackergrundstücke mit etwa drei Vierling Saatertrag. In diesem Fall war der Keuschler zumeist genötigt, zur hinreichenden Versorgung seines Unterhaltes zusätzlich auch ein Handwerk zu betreiben.
Aber auch andere Fragen der bäuerlich-herrschaftlichen Besitzgeschichte und Besitzrechte wie "Kaufrecht, Freistift, Eigentum" oder Verehrung und Weitergabe von Gütern fanden hier eine regional-bezogene und verständliche Erläuterung. Ein Kaufrecht war ein "liegendes Gut" (Hube), das der Untertan vom Eigentümer für sich und seine Erben erkauft hatte. Man unterschied dabei Kaufrechtsgüter, die nur auf die männliche Nachkommenschaft beschränkt blieben, und solche, die wegen Fehlens männlicher Erben auch auf weibliche Nachkommen übergehen konnten, deswegen aber im Kaufpreis höher veranschlagt wurden. Mit dem Patent vom 13. November 1772 wurde allgemein das Kaufrechteigentum eingeführt und damit das Freistiftrecht mit 1. Jänner 1773 aufgehoben, in Kärnten endgültig mit 12. Dezember 1784.
Eine Liegenschaft wurde schließlich als "Eigentum" angesprochen, wenn sowohl die männliche wie auch weibliche Nachkommenschaft erbberechtigt war, und, falls Nachkommen fehlten, diese Realität testamentarisch auch an andere Personen ohne Bezahlung einer "Ehrung" übergehen konnte. Die in diesem Fall zu erbringenden Abgaben waren an das Steueramt des zuständigen Kreisamtes abzuführen.
Als "Freistift" bezeichnete man schließlich die "Gerechtsame" zur Bewirtschaftung einer der Herrschaft gehörigen Liegenschaft. Diese Huben wurden den Bauern gleichsam verliehen, wobei die Besitzerlangung von der Bezahlung einer von der Grundherrschaft festgesetzten Summe abhängig war, und berechtigte zur Besitzbenützung auf Lebenszeit für eine oder zwei Personen. Diese Zahlungsleistung wurde als "Ehrung" bezeichnet. Beim Tod des mit Freistiftrecht dienenden Untertanen wurde der Besitz neuerlich "verehrt", die Ehrungsbeiträge in eigenen Ehrungsprotokollen (Übergabsurkunden) festgehalten.
Eine "Ehrung" soll hier kurz dargestellt werden. Nach dem Tode des Freistift-Inhabers Georg Liendl in Plaschischen Nr.3 suchte Paul Liendl für die zwei Kinder des Verstorbenen, Andreas und Maria, am 14. November 1765 um Ehrung für diese per 44 Gulden an. Die Ehrung erfolgte mit der Bedingung, daß einer der beiden innerhalb eines Jahres zum Besitzer bestimmt werden muß. Der Sohn Andreas Liendl hatte daraufhin ein Jahr lang eine Braut für sich gesucht, aber teils wohl wegen seines nicht allzu guten Benehmens, teils wegen des baufälligen Zustandes des Wohngebäudes und der schlechten wirtschaftlichen Situation der Hube keine Braut gefunden. Da ein weiterer Verfall zu befürchten und die Witwe mit den Kindern allein nicht in der Lage war, die Landwirtschaft zu führen, wurde nun für die Tochter ein Bräutigam gesucht. Als Bewerber stellte sich Michael Sablatnigg vor, der bereit war, Maria Liendl zu heiraten, den Bruder Andreas mit 20 Gulden zu entschädigen und auch für die Witwe nach den Testamentsbestimmungen des verstorbenen Ehemannes zu sorgen. Damit konnte die Ehrung auf Michael Sablatnigg mit 1. Dezember 1767 eingetragen und ihm der Hof übertragen werden. Zugleich schloß er mit Georg Feinigg einen Vergleich, auf Grund dessen die vor Jahren auf dem Areal der Liendl-Hube errichtete Keusche von dieser Realität abgeschrieben wurde. ... (Seite 73 ff)

Aus "Seental Keutschach" - Die Gemeinde Keutschach am See; Geschichte - Kultur - Natur
Universitätsverlag Carinthia, Klagenfurt 1989



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