Möchling

Schloss und Kirche Möchling, 2004 Die Ortschaft Möchling liegt am rechten Ufer der Drau nördlich von Gallizien, an der Straße nach Stein im Jauntal. Die Kirche und der Gutshof Schloss Möchling dominieren den Ort, der auf einer Höhe von 401 m über dem Meer liegt.
1123 schenkte Herzog Heinrich IV. von Spanheim die damalig Kapelle mitsamt dem Gutshof (und dazu noch weitere fünf Huben in Gestidorf, dem heutigen Gallizien) den Benediktinermönchen im Stift St. Paul im Lavanttal, das 32 Jahre zuvor durch seinen Vater Graf Engelbert I. gestiftet worden war. Mit dem Privileg von 1255 erhielt Gut Möchling durch Herzog Bernhard den Burgfried, eine Art niedere Gerichtsbarkeit, für die beiden Katastralgemeinden Möchling und Vellach.
Möchlinger Au, 2004 Die damalige Bedeutung des Ortes steht sicherlich in Verbindung mit einer Fährverbindung über die Drau, die bereits 1289 erstmals nachgewiesen werden kann. Sie wurde von Untertanen der Herrschaft St. Paul im Lavanttal von Gut Möchling aus betrieben. Bis zum Ausbau der Straße über den Loibl im 16. Jahrhundert, war der Seebergsattel die wichtigste Verbindung über die Karawanken. Beginnend mit dem Bau der Annabrücke, unterhalb von Schloss Saager, im Jahre 1836, verlagerte sich die Bedeutung als Verkehrsknoten am rechten Drauufer, zu Ungunsten von Möchling, langsam nach Gallizien. Noch 1860 war Gallizien eine der kleinsten Ortschaften dieser Gegend. In Abtei, Goritschach, selbstverständlich in Möchling, Moos, Vellach und Wildenstein lebten mehr Menschen und standen mehr Gebäude als in Gallizien, selbst Unterkrain hatte damals noch mehr Einwohner als der namensgebende Hauptort der heutigen Gemeinde (Ortsregister von 1860).
Bis 1944 gehörte die Katastralgemeinde Möchling, genau so wie Vellach, zur damals aufgelösten Gemeinde Rückersdorf.


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Der Sage nach soll der Kärntner Pfalzgraf (Alboin) Paul von Cilli seine Frau Hildegard (von Stein) und ihre Dienerin aus einem Fenster der Burg Prosnitza gestoßen haben, nachdem sie durch falsche Zeugenaussagen schwer belastet wurden. Wie durch ein Wunder überlebten beide. Der Graf verzieh seiner Frau und stiftete die Möchlinger Kirche. Ein St. Pauler Mönch fertigte Anfang des 15. Jahrhunderts einen kostbaren Schrein aus Lindenholz mit spätgotischen Details, der an den sagenhaften Gründer der Möchlinger Kirche erinnern soll.

Aus "Kärnten" - seine 131 Gemeinden, Kärntner Landesregierung; Eigenverlag 1995, S. 87


Pfarrkirche St. Paul zu Möchling, 2004 ..... Die dem hl. Paulus geweihte Pfarrkirche in Möchling weist heute noch zum Teil die Formen aus der Zeit der Renovierung nach den Türkeneinfällen auf. Auch der mittelalterliche Bau hatte über dem Eingang schon einen mächtigen Turm, dessen Pyramidendach wahrscheinlich dem heutigen ähnlich war. Als man die Kirche nach der Zerstörung durch die Türken erneuerte, versah man sie mit Jahreszahlen; im Jahre 1514 wurden, wie es scheint, die beiden ersten Teile wiederhergestellt; die Umbauten setzten sich bis ins 17. Jh. fort, damals wölbte man die südliche Seitenkapelle ein. Die Kirche wurde von den Türken kein weiteres Mal eingenommen, da man wahrscheinlich eine starke Wehrmauer errichtete, die jedoch im 17. Jh. wieder entfernt wurde - vielleicht aus Angst vor den aufständischen Bauern. Möchlinger Schrein

Eine Besonderheit stellte in der Kirche der berühmte Möchlinger Schrein in Form einer gotischen Kirche dar. Dieser wurde schon im Jahre 1873 nach Wien gebracht, wo er im Jahre 1945 leider den Flammen zum Opfer fiel.500 In der gut befestigten Kirche von Möchling sind aus der Zeit der mittelalterlichen Umbauten einige Kostbarkeiten erhalten geblieben: die Statuen der hl. Peter und Paul, der hl. Katharina und Barbara, des hl. Leonhard, des Bischofs, sowie ein Pietarelief. Alle Figuren stammen, obwohl sie Teile eines barocken Flügelaltares aus dem 15. Jh. sind, aus der Zeit der Gotik. Eine Besonderheit stellt auch das Netzrippengewölbe im Langhaus und im Presbyterium dar. .....

Aus Peter FISTER "Erlebte Architektur in Südkärnten" - Bauernhöfe, Bildstöcke, Kirchen Burgen, Schlösser;
Hermagoras/Mohorjeva Klagenfurt -Wien 1991, S. 194 - 195



nach oben Besondere Bedeutung hatte der Möchlinger Schrein für die Schule der Ortschaft. Der 1,90 Meter lange, knapp 0,90 Meter breite und 2,30 Meter hohe, geschnitzte Schrein zierte die steinerne Tumba, das angebliche Grabmal von Pfalzgraf Alboin in der Südkapelle der Kirche. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde daran gezweifelt, ob der, den historischen Quellen nach, schon vor dem Jahr 975 verstorbene Pfalzgraf tatsächlich in diesem Grab beigesetzt sei. 1873 wurde das krönende Kunstwerk aus Holz verkauft, ein Jahr später wurde das steinerne Grabmal beseitigt und sein Inhalt in eine Nische am Seitenaltar umgebettet.

Bereits 100 Jahre zuvor, im Jahre 1777, wurde in Möchling die Errichtung einer Schule überlegt, da in der Umgebung niemand schreiben und lesen konnte. Es sollten aber noch 90 Jahre vergehen, ehe im Schloss, neben der Kirche, ein großes Zimmer eingerichtet wurde, wo die ersten Schüler von Lehrer Philipp Schlatte unterrichtet wurden.
Um Geld für eine eigene Schule zu beschaffen, wurde der Schrein im Jahre 1873 an die Ambraser Sammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien verkauft. Der Verkaufserlös von 4.000 Gulden, wurde fast zur Gänze für den Bau der Dorfschule verwendet, mit deren Errichtung 1883 begonnen wurde.
Das mittlerweile modernisierte Gebäude dient noch immer als Volksschule.


Möchling 15, 2001 ZUR FAMILIE:
Lucia Wautishar, meine 3-fache Urgroßmutter mütterlicherseits, wurde als zweites Kind von Lucas Wautishar und Magareta Prunar in Möchling geboren.
Im Alter von 28 Jahren wurde sie mit Sohn Georg schwanger, der am 21. April 1828 im Haus Möchling Nummer 15 zur Welt kam. Als dessen Vater wird Andreas Shumun aus Vellach genannt, aber ihre Hochzeit fand erst zwei Jahre später statt.

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