Eisenkappel-Vellach
Legenden und Sagen:

Maria Dorn in Eisenkappel

Wallfahrtskirche Maria Dorn, Bad Eisenkappel, 2012 Am Nordeingang des Marktes Eisenkappel steht im freundlichen Friedhof die Kirche Maria Dorn, früher auch "Unsere Liebe Frau im Dornach" genannt. Von der Straße führt eine eingedeckte Stiege mit 83 Stufen zu dieser Marienkirche hinauf, deren Entstehung eine Sage zu deuten weiß.
Das Gelände, auf welchem die Kirche steht, war früher von Dornengestrüpp überwuchert. Am angrenzenden Hang gab es aber schöne Weiden, wohin die Eisenkappler ihre Schafe trieben. Ab und zu verirrte sich ein Schaf ins dornige Dickicht und konnte sich nicht mehr selbst daraus befreien. Wer nach einem solchen Schaf suchte, fand es immer an derselben Stelle, wo das Dickicht direkt zu einem Zopf verwachsen war. An jedem Sonnabend nach dem Neumond konnte man hier auch eine weißgekleidete Frauengestalt erkennen, die sogar durch das "Dornach" wandelte. Die Leute meinten, dies könne nur Maria, die Himmelskönigin, sein; darum war dieser Ort heilig.Wallfahrtskirche Maria Dorn, Bad Eisenkappel So schlug man das Gestrüpp zu Boden, riss die Wurzeln aus dem kargen Erdreich und baute an dieser Stelle eine Kirche.
Im neuen Gotteshaus wollte man aber auch ein würdiges Madonnenbild verehren. Auch dazu kamen die Eisenkappler durch die göttliche Vorsehung.
Als wieder einmal ein Fuhrmann aus Eisenkappel mit einer Ladung Wein aus Krain gegen Norden fuhr, legte ihm ein unbekannter Italiener eine Marienstatue auf die Fässer und gab ihm den Auftrag, diese erst dort abzuladen, wo die Pferde das erstemal aus eigenem Willen stehenbleiben würden. So flott wie diesmal hatten die Pferde ihre Last noch nie auf den Seeberg hinaufgezogen; schweißtriefend erreichten sie Eisenkappel. Sie eilten aber durch den Markt hinaus, vorbei an ihren vertrauten Ställen, und brachten die schwere Ladung nach Maria Dorn. Sogar die stelle Stiege wären sie hinaufgefahren, hätte sie nicht der Fuhrmann daran gehindert. Nun wußte man, wohin diese Statue zu stellen sei. Sie fand auf dem Hauptaltar der Marienkirche den ihr gebührenden Platz, und bald kamen die Wallfahrer in immer größerer Zahl nach Maria Dorn in Eisenkappel.

Aus Matthias MAIERBRUGGER "Kärntner Sagenbuch"
Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1999, S. 283 - 284

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