Vellach

Die Katastralgemeinde Vellach liegt nördlich von Gallizien und besteht aus den drei Ortschaften Goritschach, Unterkrain und Vellach. Die südliche Grenze wird von den Auwäldern des namengebenden Flusses Vellach bestimmt. Nach Norden hin steigt das Gelände sanft an und endet an den Südhängen vom Koschitsch. Die Ausdehnung von Nord nach Süd beträgt knapp 1½, von Ost nach West ungefähr 3½ Kilometer.
Bis 1944 gehörte die Katastralgemeinde Vellach, genauso wie Möchling, zur damals aufgelösten Gemeinde Rückersdorf.





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ZUR FAMILIE:
Das Elternhaus meiner Mutter in Vellach ist noch heute unter Namen Schimun ("beim Schimun") bekannt. Vellach vlg. Schimun, erbaut 1927, renoviert 1969, 1983 Die wichtigsten Quellen für diesen Namen, der in abgeänderten Formen auch als Schimon, Schimuen, Schumun, Shumun oder Šmun vorkommt, sind in den Trauungs-, Tauf- und Sterbe-Büchern, den Seelenstandsregistern und Urbarien der Pfarre St. Paul zu Möchling zu finden. Das Original vom ältesten Trauungs-, Tauf- und Sterbe-Buch (1724 -1761) ist "gesperrt" (aus konservatorischen Gründen derzeit nicht benützbar), wird vom Archiv der Diözese Gurk (ADG) aber als Kopie zur Verfügung gestellt.

Der älteste, urkundlich erwähnte, Vorfahre mütterlicherseits ist mein 6-facher Urgroßvater Anton Schimun. Sein Geburtsjahr 1693 lässt sich aus der Altersangabe im Sterbebuch der Pfarre Möchling errechnen. Den Aufzeichnungen nach wird er 1729 "am Vellach" erstmals Vater einer Tochter, die auf den Namen Maria getauft wird. Seine Ehefrau heißt Christina. Der Familienname ist leider nicht bekannt, da im Traubuch der Pfarre Möchling, das am 19. November 1724 begonnen wurde, keine Niederschrift einer Eheschließung zu finden ist.
Vier Jahre später, 1733, wird Gertraud Schimun geboren. Als ihre Mutter wird Augustina angegeben, ebenso wie für die beiden weiteren Kinder Mathias und Margaretha. Da es keinen Eintrag zum Tod von Christina gibt, dürfte es sich dabei auch um ein und dieselbe Ehefrau handeln.

Mathias Schimun wurde 1736 geboren. Ein Datum für die Eheschließung mit Eva Povodnin ist im Traubuch der Pfarre Möchling nicht zu finden. Die Taufbuch-Einträge zu den 11 (elf) gemeinsamen Kindern ähneln einander sehr stark, und durchgehend ist als Mädchenname der Mutter "Povodnin" zu lesen. Ihr wirklicher Familienname dürfte viel eher "Povoden" lauten, ein in der Umgebung gebräuchlicher Name (z.B: Pfarre St. Kanzian) . Dafür gibt es aber keinen belegbaren Hinweis. Übrigens ist in den Matriken dieser Namensanhang "-(n)in" bei Frauen recht häufig zu finden (Povoden oder Povodn - Povod-nin, Prunar - Prunar-in).

Ihr Sohn Joseph Schimun wurde 1771 geboren. Bei der Eintragung seiner Geburt wurde erstmals die noch heute gültige Adresse des Elternhauses meiner Mutter erwähnt. Hausnummern beginnen in den Matriken ab Ende Oktober 1770 überall aufzuscheinen, denn in Verbindung mit einer Volkszählung wurden durch eine Verfügung von Kaiserin Maria Theresia aus dem selben Jahr alle Häuser durchnummeriert, sie erhielten eine "Conskriptionsnummer" (Abkürzung: C.N., manchmal auch N.C., mehr...). Joseph Schimun wird im Jänner 1798 "unehelicher" Vater von Sebastian Kotritsch, der in Möchling zur Welt kommt. Im November des folgenden Jahres 1799 heiratet Joseph Schimun seine Ursula Topplei, die aus St. Viti (St. Veit im Jauntal) stammt.

Ein Jahr später kommt ihr Sohn Andreas Shumun zur Welt. Er wird mit 25 Jahren erstmals Vater. Die Tochter heißt Maria. Die Mutter, die um ein Jahr ältere Lucia Wautishar aus Möchling, heiratet er aber erst - nach zwei weiteren "illegitimen" Kindern, Georg und Primus - sieben Jahre später. Ein Jahr nach der Hochzeit kommt Simon auf die Welt. Primus stirbt bereits mit 3½ Jahren. Weitere Kinder aus der Ehe von Andreas Shumun und seiner Frau Lucia sind in den Eintragungen nicht zu finden. Die drei außerehelichen Kinder wurden übrigens jeweils unmittelbar nach ihrer Geburt durch eine sogenannte "Vaterschaftserklärung" legitimiert, wodurch sie nach der Eheschließung der Eltern automatisch den Namen des Vaters erhielten.
Außereheliche Geburten (Tochter Maria und die beiden Söhne Georg und Primus) kommen in den Geburts- und Taufbüchern des 17. und 18. Jahrhunderts eher selten vor. Dafür waren wohl recht handfeste Gründe, wie traditionelle Moralvorstellungen und strenge Sitten, als Resultat sehr alter, aber längst aufgehobener Kirchenstrafen, verantwortlich.
Andreas Shumun stirbt bereits mit 47 Jahren. Im Sterberegister wurde der Todesursache die Eintragung "Nach gerichtlich befundener Sekzierung in Folge der Gehirnlähmung" beigefügt.

Vellach vlg. Schimun, 1923 Georg Shumun übernimmt den Hof mit nur 19 Jahren. Bereits zwei Jahre später heiratet er die beinahe gleichaltrige Anna Glantschnig aus Pölzling. Aus dieser Ehe gehen vier Kinder hervor: Jakob, Johann, Elisabeth und ein notgetauftes männliches Kind, das noch am Tag der Geburt an "Geburtsschwäche" stirbt. Vellach bleibt auch nicht von der Cholera verschont. Am 11. Oktober 1855 stirbt Georg Schimon an dieser Epidemie, und tags darauf folgt ihm die knapp zweijährige Tochter Elisabeth.

Familie Josef u. Franziska Logar, geb. Schimun; Kinder: (v.l.n.r.) Josef, Maria, Peter u. Franziska, 1923 Der älteste Sohn, mein Uropa Jakob Schimun, wird Hoferbe. Er ehelicht mit 21 Jahren die - vermutlich - aus Vellach bei Kappl, Eisenkappel, stammende Maria Hribar. Beide mussten infolge des noch nicht erreichten Alters von 24 Jahren eine Großjährigkeitserklärung vom Bezirksgericht Eberndorf beibringen (siehe Trauungsbuch).
Jakob Schimun stirbt mit 58 Jahren in Vellach. Meine Uroma Maria Schimun, geb. Hribar, verbringt ihr Altenteil aber als Auszüglerin in Winkel bei Sittersdorf. Dort wurde sie 1927 auch beerdigt.

Josef Logar Franziska Schimun Von den fünf Kindern der Eheleute hat nur meine Oma, Franziska Schimun, geheiratet. Sie war damit in Vellach auch die am längsten lebende und letzte Person mit diesem Familiennamen, der schon viele Jahre früher zum noch heute verwendeten Hausnamen geworden war. Ihr Ehemann wurde Josef Logar aus Proboj.



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