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Faschingszeit

Der Fasching in unserem Heimatort dauert drei Tage. Am Faschingsonntag werden von der Bäuerin die Faschingskrapfen gebacken. Der erste Krapfen wird den Hühnern gegeben, dass sie das ganze Jahr hindurch fleißig Eier legen sollen. Jede Hausfrau trachtet, dass ihre Krapfen ein schönes weißes Rampftl bekommen. Sie schickt auch den Verwandten einige, damit sie sie begutachten können. Nachmittags um 3 Uhr geht der Fasching im Dorfe los. Die Musikanten spielen vor dem Gasthaus einen Marsch, der die Mädchen aus den Häusern locken soll. Sie kommen auch in Scharren und stellen sich in der Nähe des Gasthauses auf. Die Burschen rufen sie winkend zum Tanz. Nach dem Einleitungsmarsch beginnt im Gasthaus der Tanz, der bis in den Morgenstunden dauert. Nicht selten gibt es eine Rauferei. Abends werden die Burschen von den Mädchen zum Abendessen in ihrer Familie eingeladen.

Am Montag beginnt der Fasching erst richtig. Nachmittags um 3 Uhr wird dieser mit dem Tanzen begonnen. Für das Kleinvolk sind Zuckerstände und Schießbuden errichtet. Bei diesen gibt es immer eine Drängerei und Balgerei. Abends gehen die Alten auf den Fasching. Es werden Bälle veranstaltet, vom Kriegerbund oder von der Feuerwehr. Obwohl die Frauen im allgemeinen nie ins Gasthaus gehen, bringen zu den Bällen die verheirateten Männer auch ihre Frauen mit. In fröhlicher Stimmung wird gegessen, getrunken und getanzt. Verschiedene Gewinne, wie Torten, Bäckereien, Spielsachen und Juxartikel werden verlost. Das fröhliche Beisammensein dauert bis in den ersten Morgenstunden.

Der Faschingsdienstag gehört der Jugend. Nach dem Mittagessen beginnt der Tanz. es gibt ein ziemliches Durcheinander. Getanzt werden Polka und Walzer.

Größere Burschen verkleiden sich als Faschingsnarren und fahren mit dem "Teufelsrad" durch das Dorf, begleitet von dem Geschrei der Kinder. Das "Teufelsrad" ist ein großes Wagenrad, auf dem zwei Strohpuppen als Mann und Weib verkleidet stehen. Dieses Rad ist an einen Wagen, der von zwei schöngeschmückten Pferden gezogen wird, angehängt. Während des Fahrens dreht sich das Wagenrad (Teufelsrad). Es sieht aus, als ob die zwei Figuren tanzen würden. Das erregt immer das größte Interesse und Aufsehen bei der Dorfjugend. Bei diesem Umzug laufen alle Kinder der Gemeinde mit. Jeder muss gut laufen können, denn sonst bekommt er tüchtige Prügel von den Faschingsnarren. Diese führen oft die ulkigsten Sachen mitten im Dorfe auf. Sie kommen aber auch in die Häuser und holen sich einen Faschingskrapfen oder ein Glas Wein. Wenn sie dann in die Gasthäuser kommen, haben es die Mädchen eilig, denn Gläser und Flaschen fliegen. Der Faschingsumzug dauert zum Leidwesen der Dorfjugend nur einige Stunden.

Der Fasching nimmt zu Mitternacht sein Ende. Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit.

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