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Konrad Unger's Homepage |
Wenn
die Bäuerin viele Federn hat, so werden Verwandte und bekannte Frauen und Mädchen
eingeladen, die Federn zu schleißen. Alles setzt sich abends rund um den Tisch.
Die Hausfrau gibt einen großen Haufen Federn auf den Tisch, wovon sich jede ein
kleines Häuflein nimmt. Während des Federschleißens wird erzählt und
gesungen und über die lieben Mitmenschen getratscht.
Oft machen die Burschen einen Spaß und lassen Spatzen in das Zimmer fliegen,
die in ihren ängstlichen Herumflattern die Federn aufwirbeln. Um 10 oder 11 Uhr
nachts wird Schluss gemacht. Die Bäuerin stellt dann Tee und Butterbrote auf
den Tisch, das mit großem Appetit verzehrt wird. Beim Nachhausegehen nehmen die
Mädchen die "Schleißel", das sind die Federkiele, in der Schürze
mit und streuen sie auf der Gasse vor die Häuser solcher Mädchen, denen sie
damit Ärgernis bereiten wollen. Den Abschuss des Federschleißens bildet der
sogenannte "Federnzipf". Die Bäuerin macht dazu Bäckereien und Tee,
sie bewirtet ferner ihre Mitarbeiterinnen mit geselchtem Fleisch und Wein.
Dieser Federnzipf ist ein geselliges, fröhliches Zusammensein. Oft kommt es
vor, dass Burschen sich mit einem aus Futterrüben " verfertigten "
"Bagundermandl" einfinden, das in seinen Händen einen Zettel hält,
in dem sämtliche anwesenden Mädchen in Versen (Gstanzln) verulkt werden.