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Neujahrsbräuche

In der Silvesternacht ziehen die Musikanten und Mädchen von Haus zu Haus das neue Jahr "eingeigen". Es werden die Neujahrslieder gesungen und die Musikkapelle spielt lustige Neujahrsweisen. Darauf wird das Fenster geöffnet und den Musikanten Geld herausgegeben. Leute, die auf die guten Wünsche keinen Wert legen und kein Geld hergeben wollen, klopfen während des Spieles ab. Wenn überall das Neujahr "eingewunschen" ist, gehen Mädchen und Burschen ins Gasthaus und tanzen bis Mitternacht. Punkt 24 Uhr wird das Licht ausgelöscht und auf die Tür die kommende Jahreszahl und die Buchstaben K M B (Kaspar, Melcheor, Balthasar) geschrieben. Alle Anwesenden wünschen sich gegenseitig ein glückliches neues Jahr. Der Tanz geht dann weiter bis in die Früh.

Am Neujahrsmorgen gehen die Kinder zu den Verwandten und Bekannten und wünschen ein glückliches neues Jahr mit folgendem Spruch: " I winsch eink a glückseligs neugs Jahr, a frisch und a gsunds, das liabl Jesukind mit der kraustn Haar winsch i enk zum neuen Jahr!" Darauf bekommen sie vom Hausherrn Geld oder irgend eine Gabe. Kommt zuerst ein Knabe, so heißt es Glück, ein Mädchen bedeutet Unglück. Ein Aberglaube besagt, man soll am Neujahrestage nichts Unrichtiges machen, sonst tut man es das ganze Jahr hindurch.

Am Abend des Neujahrstages gehen die Bauern und die Knechte in die Gasthäuser, wo die Aufdingung der Knechte für das nächste Jahr stattfindet. Die Bauern reden die Knechte an, verhandeln mit ihnen über den Lohn und sichern sich auf diese Weise die Arbeitskraft für ihren Hof. So war es bis 1940. während des Krieges kann der Arbeitsplatz nur mit Genehmigung des Arbeitsamtes gewechselt werden.

In manchen Häusern wird auch am Neujahrstag das Haus ausgeräuchert.

6. Jänner, Tag der Hl. drei Könige

An diesem Tag wird der Weihnachtsbaum abgeräumt. Der Schmuck wird auf das nächste Jahr aufgehoben. Zucker und Backwerk bekommen die Kinder. Bei Eintritt der Dunkelheit räuchert der Bauer oder die Bäuerin die Wohnung und die Stallungen aus und schreibt mit der Kreise auf die Anfangsbuchstaben der Hl. drei Könige (K+M+B) und die Jahreszahl. Bis zum Jahre 1938 kamen aus der Nachbarortschaft Pamhagen als Heiligendreikönige verkleidete Zigeuner, die als Sternsinger auftraten.

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