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Die Osterzeit

In der Karwoche wird im Hause alles gereinigt und gründlich gemacht für das kommende hohe Fest. Besonderer Wert wird auf das Tünchen der Gasse gelegt.

Am Gründonnerstag beginnt das "Ratschen". Da fahren die Buben mit der "Ratsche" (Karre) durch das Dorf. Zeitweise machen sie halt und rufen folgenden Spruch: "Mir ratschen, mir ratschen den Englischen Gruß, a jeder Christ beten muss. Fallts nieder, fallts nieder auf eure Knie, bets a Vaterunser und drei Ave Maria!"

Die sonst üblichen Glockenzeichen zum Gottesdienst werden auch durch das Ratschen ersetzt.

Der Karfreitag ist der große Fasttag. Den ganzen Tag wird im Herd kein Feuer gemacht, und es werden nur kalte, leichte Speisen gegessen, usw. zu Mittag. Erst am Abend wird Kaffee oder Tee mit Beugel gegessen. Die Leute sind tagsüber in der Kirche.

Am Karsamstag gehen die Buben nicht mehr ratschen, denn die Glocken kamen aus Rom bereits zurück. Die Buben sammeln vormittags in den Häusern die Eier ein, die sie für das Ratschen bekommen. Die Hausfrau färbt am Nachmittag die Ostereier. Bei Eintritt der Dämmerung wird die Auferstehungsprozession abgehalten. Unter Glockengeläute und Mitwirken der Musikkapelle geht die Prozession von der Kirche aus durch die Hauptstraße. In den Fenster der Häuser stehen brennende Kerzen. Der Dorfälteste trägt die Statue des auferstandenen Heilandes. Nach der kirchlichen Feier wird das üppige Nachtmahl bestehend aus geselchtem Fleisch, Kuchen und Wein eingenommen.

Am Ostersonntag in der Früh findet in der Kirche die Fleischweihe statt. Zu dieser Weihe tragen die Kinder, in ein weißes Tuch eingebunden, geselchtes Fleisch, Eier, Brot und Salz in die Kirche, wo die Speisen vom Pfarrer geweiht werden. Daheim werden sie dann als erste Speise des Tages restlos aufgegessen. Kinder armer Leute kommen im Laufe des Morgens um Ostereier zu bitten. Zu Mittag gibt es dann wieder eine festliche Mahlzeit.

Am Ostersonntag gehen Alt und Jung nachmittags auf die Wiese, wo die Kinder Eierpecken und Eierschieben. Ein Ringelspiel (Karussell) und Zuckerstandl sorgen für die Belustigung der Kinder. Meistens wird auch ein Fussballwettkampf ausgetragen.

Am Ostermontag fahren die Bauern in die Nachbargemeinden, um ihre Verwandten zu besuchen. Das heißt man "nach Emaus fahren". Nachmittag wird getanzt.

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