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Volksbildung
und Heimatpflege - Gedichte
Burgenland
Wenn
ich am frühen Morgen geh
So traumverloren durchs Feld entlang,
Dann fühlt mein Herz mit voller Kraft
Wie schön ist es im Burgenland
Kaum
drückt der Sonne goldner Strahl
Dem Morgen auf den ersten Kuss,
Ertönt im Wald sowie im Busch
Der Vögel munterer Morgengruß.
Die
Lerche steigt zum Himmel an
und trillert oben ihren Sang
Als wollt sie zu dem Schöpfer fleh´n:
"Herr, segne unser Burgenland."
Die
Ährenwellen wiegen sich
Von weitem hört man Sensenklang
Die Biene fliegt von Blum´zu Blum´
Und summt das Lied vom Burgenland.
Der
Krieger der gefangen war,
Kehrt endlich heim in sein Land,
Ruft als er seine Heimat sieht:
"Grüß Gott, mein teures Burgenland!"
Zum
Himmel richtet er den Blick
Reicht mir dann seine Hand,
zu Gott dem Herrn wir beide flehn:
"Beschütze unser Burgenland!"
(Karl
Kaiser 1933)
Seewinkel
Vieler
Lacken Silberaugen blinken
in der flirrend- sonnensatten Luft
und der Vögel bunte Scharen finken
nieder, wo die Nahrung winkt und wo das junge ruft.
Pferdeherden
stampfen braune Heide,
rasten bei des Brunnens hohem, steinbeschwertem Arm.
Wind mahlt flügeldrehend das Getreide
und er zaust die Bäume kahl, dass Gott erbarm!
Sonne
hebt sich früh am tiefsten Rande
des Gesichtsfeld, steht in wolkenlosem Blau.
Meilenweit im flachen Lande
sieht man einer Wallfahrtskirche zwiegetürmten Bau.
Giebelschmucke
Häuser in den Dörfern stehen,
Storchennest bekrönt des Kirchturms flaches Dach.
Auf den stundenweit entfernten Feldern gehen
Bauern ihrer mühevollen, heißen Arbeit nach.
Tief
hinein nach Ungarn reichen ihre, unsere Brüder,
wohnen viele inselgleich an Donau, Drau und Theiß,
Bis vor Belgrad klingen noch der deutschen Bauern Lieder,
zeugt des Landes Wohlstand laut von deutscher Bauern Schweiß.
(Aus:
Burgenland, Gedichte und Geschichten, Otto Aull)
Wenige
kennen das schöne reiche Burgenland
und den weiten flachen Heideboden.
Wer sie aber geschaut hat
dem bleiben sie unvergessen.
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