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Weihnachtsbräuche

Am heiligen Abend, wenn die Glocken zur Krippenandacht läuten, wird das ganze Haus geräuchert. Der Bauer oder die Bäuerin legen in ein Häferl Glut und geben darauf Weihrauchkörner oder die getrockneten Blumen von einem Fronleichnamsaltar. Mit mächtiger Rauchentwicklung räuchert man zuerst die Wohnräume und dann die Stallung.

In jedem Haus wird ein Weihnachtsbaum aufgestellt. Der Baum steht meistens vor dem Fenster, die Fensterläden sind offen, sodass die Vorübergehenden den Baum bewundern können. Unter dem Lichterbaum liegen die Geschenke. Auch steht dort ein Teller mit grüner Weizensaat, die zu Barbara, am 4. Dezember, angebaut wurde. In der Mitte brennt ein Öllichtlein. 

Bis zum Jahre 1938 gingen die Kinder von Haus zu Haus ansingen und bekamen von den Hausleuten Nüsse, Äpfel oder Geld. Wenn der erste Ansänger ein Bub war, so wurde er besonders reichlich beschenkt, da er Glück ins Haus bringt.

Vor der Mette singen Burschen und Mädchen vor der Mariensäule auf dem Dorfplatz Weihnachtslieder. Nach der Mette wird Sulz oder Presswurst gegessen. 

Zur Jahreswende wird wieder das Haus geräuchert. Am Abend ziehen die Musikanten und einige Mädchen von Haus zu Haus und wünschen mit Musik und Gesang den Leuten ein glückliches neues Jahr.

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