Entwicklungsgeschichte von Wallern im Burgenland - bearbeitet von Konrad Unger (c) 2000
In
den nachfolgenden Seiten möchte ich einen Überblick über die Entwicklung
des Dorfes Wallern von 1683 bis 1914 geben. Als Quelle habe ich das Buch von
Pater Graisy "Wallern und die Geschichte seiner Häuser" genommen.
Viele Teile davon wurden aus diesem Buch zitiert.
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Diese Luftaufnahme stammt aus aus den 30er Jahren und zeigt noch den Großteil des alten Dorf und seiner Häuser wie es nachfolgend beschrieben ist |
Im Jahre 1767 gab es in Wallern folgende Häuser:
| 28 | "ganze" Bauern | Das sind 28 Haushalte in 28 Häusern |
| 40 | "halbe" Bauern | Das sind 40 Haushalte in 20 Häusern |
| 35 | "Söllner" | Das sind 35 Haushalte in 25 Häusern |
| Das sind 103 Haushalte in 73 Häusern | ||
Der Ausdruck "Söllner" steht nicht auf der genannten Liste. Da
steht der lateinische Ausdruck "inquilini domum habentes". Damit sind
Leute gemeint, die ein eigenes Haus gehabt haben. Damals gab es kein Haus
ohne Grund.
Außer den Bauern und "Söllnern" stehen noch Familien auf der oben genannten
Liste, die als "inquilini domuni non habentes" bezeichnet werden. Das
sind jene Leute, die kein Haus und keinen Grund gehabt haben.
Davon gab es 8 Familien. In der Umgangssprache wurden diese Bewohner als "Holden"
bezeichnet. Das hat sich später geändert.
Nach den erst im Jahre 1852 eingeführten Hausnummern haben diese 73 Häuser,
die bis zum Jahre 1767 gebaut waren, die Nummern von 1 bis 109 gehabt.
Neben diesen 73 Häusern, standen im Jahre 1767 auch schon in der Salidergasse
das Saliter-Haus und in der Bahnstrasse das Halter-Haus, mit den alten
Nummer 112. Seit 1730 hat Wallern eine Kirche.
Auf der Liste vom Jahre 1767 ist auch angegeben, wie viel Grund zu einem Haus gehört hat. Danach hatte:
Ein ganzer Bauer 26 Joch Acker und 5 Tagwerk
Wiesen
Ein halber Bauer 13 Joch Acker und zwei-einhalb Tagwerk
Wiesen
Ein Söllner hatte anderthalb Joch Acker und keine Wiese
Zwischen 1767 und etwa 1830 sind 22 Häuser dazu gebaut worden. Nach der
alten Nummerierung sind das die Häuser mit den Nummern von 110 - 134.
Ausgeklammert muss das Haus mit der Nummer 112 werden. Das ist der alte Hof, der
schon 1569 genannt wird und auch noch zu dieser Zeit der Herrschaft gehört hat.
Bei diesen neugebauten Häusern sind zwei, in denen je zwei Familien gewohnt
haben: 121/124 und 122/123.
Zwischen 1830 und 1852 wurde kein Haus gebaut. Die nächste Urbarial-Liste,
stammt aus dem Jahr
1857. Vielleicht sollte es statt 18 57 eher 18 37 heißen. Diese Liste beinhaltet
folgende Zahlen:
Um das Jahr 1830 gab es in Wallern 131 Haushalte in 99 Häusern
| 26 ganze Bauern | Das sind 26 Haushalte in 26 Häusern |
| 44 halbe Bauern | Das sind 44 Haushalte in 22 Häusern |
| 24 Söllner | Das sind 24 Haushalte in 17 Häusern |
| 37 Holden | Das sind 37 Haushalte in 34 Häusern |
Neu ist hier, dass auch die "Holden" Hausbesitzer waren. Und da es damals kein
Haus ohne Grund gegeben hat, so hatten sie auch einen Grundbesitz, wenn es auch nur Wiesen
waren.
In den Jahren 1852 - 1853 wurden 24 Häuser dazu gebaut. Das sind die Häuser
der "Kurialisten". Diese stehen in der Bahnstraße: von der Ortsmitte
zum Bahnhof hin, von Nummer 135 bis 147, dann über die Strasse zum
Garten des Hauses 149, wo früher das Haus 150 stand, von diesem hinein bis zum
Haus 158. Das sind 22 Häuser. Dazu kommt das Haus 159 in der Salidergasse. Das
24. neugebaute Haus ist das mit der Nummer 149. Das war ein Söllnerhaus.
Nun gab es aber 24 Kurilalisten. Dieser 24. war das Haus 115. Diesen Haus stand
früher an der Nord-Westecke des Friedhofes.
Nach 1853 wurde wieder längere Zeit nicht gebaut, erst nach dem Jahre 1866
wurden wieder neue Häuser errichtet. In diesem Jahr wurden auch in
Wallern die Leute Herr über den bewirtschafteten Grund, den sie bisher nur bearbeiten durften.
Aus dem Jahr 1865 existiert noch eine Urbarial-Liste, die folgende Aufzählung
beinhaltet:
Im Jahre 1865 gab es in Wallern 154 Haushalte in 122 Häusern.
| 26 ganze Bauern | Das sind 26 Haushalte in 26 Häusern |
| 44 halbe Bauern | Das sind 44 Haushalte in 22 Häusern |
| 24 Söllner | Das sind 24 Haushalte in 17 Häusern |
| 36 Holden | Das sind 36 Haushalte in 33 Häusern |
| 24 Kurialisten | Das sind 24 Haushalte in 24 Häusern |
Auf dieser Liste steht, wie viel Grund zu jedem Haus
gehört hat. Die Angaben auf der Urbarial-Liste aus dem Jahre 1865 über die
Besitz-Verhältnisse sind sehr genau. Damals
gab es kein Haus ohne dazugehörigen Besitz, auch wenn es nur die Sumpfwiese
eines Kurialisten gewesen ist. Wer unter den Bauern Allein-Besitzer eines Hauses
war, wurde als ein ganzer Bauer bezeichnet. Waren zwei auf einem Haus, so waren es 2 halbe
Bauern.
Auf der genannten Liste stehen 5 Kategorien von Haus-Besitzern:
1. Der ganze Bauer: er hatte 41,080 Joch Acker-Feld und dazu 7,099 Joch Wiesen. Bei den Wiesen gab es minimale Unterschiede, bei Acker-Feld absolut keine. Die Fläche für Haus, Hof und 2 Gärten betrug bei jedem ganzen Bauern 1,026 Joch.
2. Der halbe Bauer: er hatte 20,540 Joch Acker-Feld und dazu 3,549 oder 3,50 Joch Wiesen. Die Fläche für Haus, Hof und 2 Gärten für jeden halben Bauern 0,513 Joch.
3. Der Söllner: er hatte nur 1,487 Joch Acker-Feld und an Wiesen absolut
nichts. Die Fläche für Haus, Hof und einen Garten betrug zwischen 0,140 und
0,201 Joch, also unterschiedlich.
4. Der Holde: er hatte kein Acker-Feld, dafür 5 Joch Wiesen und 2,416 oder
2,417 Joch Hutweide. Die Fläche für Haus, Hof und einen Garten betrug zwischen
0,090 und 0,190 Joch.
5. Der Kurialist: er hatte nur 2 Sumpfwiesen. Beide absolut gleich groß, nämlich 1185 Quadratklafter 2 x 1185 = 2370. Dazu kam für jeden Kurialisten eine "Heu - Lege" in der Grösse von 30 Quadratklafter. Das macht einen Besitz von 2400 Quadratklafter. Das sind genau 2 kleine Joch. Die Fläche für Haus und Hof betrug für jeden der 24 Kurialisten 72 Quadratklafter = 0,060 Joch.
Erklärung: 1200 Quadratklafter = 1 Joch, bzw. 1 Quadratklafter = 3,59 Quadratmeter
So genau sind die Angaben auf der Liste, dass bei jedem Acker und jeder Wiese
nicht nur die Länge angegeben ist, sondern dreimal auch die Breite.
Zunächst an beiden Enden und dann auch in der Mitte. Daher ist anzunehmen, dass
die Burgstallwiese eines ganzen Bauern wirklich 1,869 Joch groß war.
Die Grundablöse ist für Wallern wahrscheinlich im Jahre 1866 erst
durchgeführt worden. Von da an waren die Bearbeiter der Felder auch die Besitzer.
Im Jahre 1866 begann eine rege Bautätigkeit. Zwischen 1866 und
1914 sind in Wallern die Häuser von Nr. 162 bis Nr. 251 gebaut worden. Mit
wenigen Ausnahmen waren es alle Wohnhäuser.
Begonnen wurde in der späteren Rosengasse. Je höher die Hausnummer, um so
später wurde das Haus gebaut. Haus 162 wurde im Jahre 1866 gebaut, dass Haus
250 im Jahre 1913.
Die Anzah1 der Bewohner
| 1748: 600 Einw. | 1842: 916 Einw. | 1875: 1230 Einw. | 1920: 1568 Einw. |
| 1833: 850 Einw. | 1869: 1243 Einw. | 1900: 1347 Einw. | 1971: 2061 Einw. |
Im Jahre 1696 hatten Pamhagen und Wallern zusammen 1200 Einwohner. Bitte umblättern