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Persönliche Konstruktion

Das Gerundiv ist ein Verbaladjektiv mit passiver Bedeutung, die sich auch bei den Deponentia erhalten hat. Es drückt ein "müssen", verneint "nicht dürfen" aus und wird durch Adverbia näher bestimmt.

Das Gerundiv eines transitiven Verbs kann in persönlicher Konstruktion als Prädikatsnomen gebraucht werden: Die Person, die etwas machen muss (nicht darf), steht im Dativ (Dativus auctoris), was gemacht werden muss (nicht gemacht werden darf) im Nominativ.

 

   a) (non) laudandus sum

"ich bin ein (nicht) zu lobender"   =   ich muss (darf nicht) gelobt werden

   b) puella (non) laudanda est

"das Mädchen ist ein nicht zu lobendes"   =   das Mädchen muss (darf nicht) gelobt werden

   c) mihi puella (non) laudanda est

" mir ist das Mädchen ein (nicht) zu lobendes"   =   ich muss (darf) das Mädchen (nicht) loben

 

Beispiel

   a) (non) legendi sunt

"sie (=Nom.Pl.m.) sind (nicht) zu lesende"   =   sie müssen (dürfen nicht) gelesen werden

   b) libri (non) legendi sunt

"die Bücher sind (nicht) zu lesende"   =   die Bücher müssen (dürfen nicht) gelesen werden

   c) nobis libri (non) legendi sunt

" uns sind die Bücher (nicht) zu lesende"   =   wir müssen (dürfen) die Bücher (nicht) lesen

 

AcI

Scimus nobis libertatem defendendam esse. "Wir wissen, dass uns (wem?) die Freiheit eine zu verteidigende ist" = wir wissen, dass wir die Freiheit verteidigen müssen.

Im AcI bleibt die Person, die etwas machen muss im Dativ, was gemacht werden muss, steht im Akkusativ (Subjektsakkusativ)

 

Bei möglichen Zweideutigkeiten steht a(b) + Abl.:

Parentibus a nobis consulendum est: Wir müssen für die Eltern sorgen

Te a me monendum esse puto: Ich glaube, dich ermahnen zu müssen

 


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