Fernsteuerkonzept

Dipl.Ing. Friedrich Leitenberger

Ingenieurbüro für Elektrotechnik

IV.  Definitiver UIC-Zugbus

 

4.  Verbreitung:

Wie bereits erwähnt waren von Beginn an folgende Fahrzeug-Baureihen dabei:

· Elektrisches Triebfahrzeug der Baureihe 1142

· Steuerwagen der Baureihe 80-73 (vormals 80-75)
Der Umbau wurde 2007 abgeschlossen; es sind insgesamt 145 Fahrzeuge geliefert worden.

· Doppelstock-Steuerwagen der Baureihe 80-33
Bis 2009 sind insgesamt 67 Fahrzeuge geliefert worden.
Drei Wagen wurden 2003 für den „City Airport Train“ (CAT) umgebaut und haben dabei die Baureihenbezeichnung 80-33 900 erhalten. Wegen dem nachträglichen Einbau von behindertengerechten Einrichtungen werden die Steuerwagen derzeit in 86-33 umgezeichnet.
Die zugehörigen Zwischenwagen der Baureihe 26-33 sind wegen technischer Probleme erst später an den Zugbus angeschaltet worden.

· Elektrisches Zweifrequenz-Triebfahrzeug der Baureihe 1014

Im Laufe der Jahre ist eine Anzahl weiterer Fahrzeuge dazu gekommen. Auch diese Fahrzeuge können frei mit allen anderen kombiniert werden.

· Elektrisches Triebfahrzeug der Baureihen 1016 und 1116
Die Loks mit dem Spitznamen „Taurus“ wurden in den Jahren 2000 – 2006 geliefert. Während die Baureihe 1016 nur mit 15 kV fahren kann, ist die Baureihe 1116
auch unter 25 kV einsetzbar. Die Software ist aber bei beiden Varianten gleich.
Auch einige andere Bahnbetreiber haben Triebfahrzeuge im Einsatz, die der Baureihe 1116 entsprechen (z.B. Baureihe 1047 der Ungarischen Staatsbahnen (MAV) bzw. 1047.5 der Raab-Oedenburg-Ebenfurther Eisenbahn (ROeEE/GySEV), Baureihe 182 der Deutschen Bahn (DB), Baureihe ES 64 U2 von privaten EVU´s). Auf diese Weise können ausländische Fahrzeuge mit ÖBB-Fahrzeugen fernsteuermäßig kombiniert werden. Bedingt durch den grenzüberschreitenden Lokeinsatz kann daher immer wieder beobachtet werden, dass z.B. eine ungarische Lok mit einem Wendezug der ÖBB fährt.

· Dieselhydraulische Verschublok der Baureihe 2070
Die Lieferung erfolgte 2001 – 2004, die Fernsteuerung ist 2002 in Betrieb genommen worden.
Diese Baureihe hat keine Zugheizung. Ausschließlich aus diesem Grund ist sie nicht für den Betrieb mit Wendezügen geeignet. Im Zuge der Inbetriebnahme der Fernsteuerung wurden aber auch Tests mit einem Steuerwagen durchgeführt. Auch die Mehrfachtraktionssteuerung mit E-Tfz ist prinzipiell möglich, wurde aber mangels Bedarf bisher nicht weiter verfolgt.
Die Triebfahrzeuge sind auch mit einer Funkfernsteuerung für den Rangierbetrieb („Bauchladen“) ausgerüstet. Es ist daher prinzipiell möglich, dass eine funkferngesteuerte Lok über den Zugbus weitere Loks fernsteuern kann.

· Dieselelektrische Lokomotive der Baureihe 2016
Die 2002 – 2004 gelieferten Loks können sowohl mit Wendezügen fahren als auch in Kombination mit E-Tfz gesteuert werden (siehe Punkt 6.1).
Auch dieser Loktyp wird bei anderen EVU´s (meist als Baureihe ER 20) mit prinzipiell gleicher Software eingesetzt.

· Elektrisches Triebfahrzeug der Baureihe 1144
Ein Teil der Serie 1044.2 war bereits ab Werk mit einer Fernsteuereinrichtung ausgestattet. Die komplette Serie (1044.200ff) ist 2002 – 2006 umgebaut worden, wobei alle Fahrzeuge eine Fernsteuerung mit UIC-Zugbus erhalten haben. Diese Fahrzeuge wurden in 1144 umbenannt.
20 Stück dieser Baureihe haben auch eine Funkfernsteuerung für den Nachschiebebetrieb von Güterzügen erhalten. Es ergibt sich dadurch als Besonderheit die technische Möglichkeit, dass sowohl der Funk-Master (die Lok an der Zugspitze) als auch – ähnlich wie bei der Baureihe 2070 – der Funk-Slave (das Nachschiebe-Triebfahrzeug) über den Zugbus weitere Loks fernsteuern können.
2009 wurde begonnen, den Einbau der Fernsteuereinrichtung auch
auf die anderen Teilserien der Baureihe 1044 auszudehnen.

· Mehrsystemlok der Baureihe 1216
Ab 2005 wurden diese Loks geliefert, die Inbetriebnahme der Fernsteuerung hat 2006 stattgefunden.
Dieser Loktyp ist auch bei den Slowenischen Eisenbahnen (S
Ž) als Baureihe 541 und bei privaten EVU´s als Baureihe ES 64 U4 im Einsatz.

· RailJet
Ab 2008 wurde der RailJet geliefert – eine Wendezug-Garnitur für den Fernverkehr, bestehend aus 7 fix gekuppelten Wagen (Steuerwagen 80-90 und 6 Zwischenwagen). An den beiden Enden ist die Garnitur mit normalen Zug- und Stoßeinrichtungen ausgestattet. Alle Wagen sind Zugbus-Teilnehmer.

· Triebwagen
Einen Sonderfall stellt die Familie der elektrischen Triebwagen „Talent“ dar. Die dreiteilige Garnitur 4023 und die vierteilige Garnitur 4024 wurden ab dem Jahr 2004 geliefert. Die Inbetriebnahme der Fernsteuerung ist 2005 erfolgt. 2006 ist noch die vierteilige Zweifrequenz-Ausführung 4124 dazugekommen; diese Ausführung wird auch bei der MAV verwendet (Baureihe 5342). Alle Varianten verwenden die gleiche Software.
Die Fernsteuerung entspricht weitgehend dem ÖBB-Fernsteuerkonzept, durch die triebwagenspezifischen Anforderungen gibt es aber einige Abweichungen. Einerseits wird der Zugbus aus Sicherheits- bzw. Zuverlässigkeitsgründen mit einigen zusätzlichen konventionellen Steuerleitungen ergänzt. Andererseits sind die Inhalte der am Zugbus übertragenen Datentelegramme geringfügig modifiziert worden. Aus diesem Grund und natürlich auch wegen der
automatischen Kupplung sind diese Fahrzeuge nur untereinander kuppelbar.
Auch die Dieseltriebwagen 5022 („Desiro“; geliefert 2004 – 2005) verwenden einen Zugbus und zusätzliche Steuerleitungen. Sie sind nur artrein kuppelbar.

 

5.  Funktionen