Interessengemeinschaft Böhmerwald
 
 
... für eine langfristig positive Entwicklung von Mensch & Natur im Böhmerwald
 
     
 
 
     

Pressespiegel
... in Bearbeitung


OÖN, 15.04.2005

Neuer "Gipfel" für den Hochficht: Austro Control plant Radarstation HOCHFICHT. Eine Radaranlage der Austro Control soll bald den Hochficht "krönen". Naturschützer lehnen den "Golfball" ab. Baubeginn für das neue "Wahrzeichen" soll im Sommer sein.

Nach 30 Jahren hat die alte Radaranlage am Feichtberg im Innviertel ausgedient. "Wir müssen eine neue Anlage bauen und da ist es naheliegend, dass wir einen optimalen Standpunkt suchen. Der Hochficht eignet sich bestens", sagte Peter Schmidt von der Austro Control zu den OÖN. Der Hochficht sei dafür gut geeignet, da der direkte Sichtkontakt zum Flughafen Hörsching gegeben und somit eine bessere Radarabdeckung möglich ist. Das System der Luftraumüberwachung werde dadurch stabiler, erklärte Schmidt. Bauverhandelt sei das Projekt noch nicht. Forstmeister Johannes Wohlmacher vom Grundeigentümer Stift Schlägl will sich bis dahin nicht festlegen: "Entschieden ist noch nichts", sagt er. Gar nicht zufrieden mit der Radaranlage ist die österreichische Naturschutzjugend (önj) Haslach: Sie befürchtet Strahlung und erhöhtes Flugaufkommen. Schmidt zerstreut die Ängste: "Die Flugrouten werden nicht verändert und aufgrund der modernen Technik gibt es auch nicht mehr Strahlung", sagt er.

Was bleibt, ist der Vorwurf der önj, die Austro Control greife in ein sensibles Wald-Ökosystem ein und verschandele den Böhmerwald-Horizont. Schmidt gibt zu, dass das Gebäude weithin sichtbar sein wird, aber Straße und Strom werden "so schonend wie möglich" gebaut. Ob es Probleme mit dem tschechischen Nationalpark "Sumava" gibt, der direkt angrenzt, könne er noch nicht abschätzen. Die Austro Control überlege jedenfalls eine Bürger-Informations-Veranstaltung zu organisieren, um "Missverständnisse aufzuklären." Wenn heuer im Sommer noch mit dem Bau begonnen wird, ist die Fertigstellung für Herbst 2006 geplant.


ooe.orf.at, 14.04.2005

MÜHLVIERTEL

Diskussion um neue Radarstation
Ein Projekt für den Bau einer neuen Radarstation im Mühlviertel zur Flugverkehrskontrolle über Österreich sorgt für Aufregung bei Naturschützern. Sie befürchten einen "Monsterbau" in einem sensiblen Waldökosystem.

Bau am Hochficht geplant
Der Bau der neuen Station ist am 1.338 Meter hohen Hochficht im Bezirk Rohrbach geplant. Sie soll die veraltete und nicht optimal platzierte Station Feichtberg im Bezirk Schärding ersetzen. Ende Juni soll eine Bauverhandlung durchgeführt werden. Der Baubeginn soll noch heuer erfolgen, die Inbetriebnahme im Herbst 2006.

Die österreichische Naturschutzjugend kritisierte, die Bevölkerung sei nicht informiert worden. Es handle sich um einen "Monsterbau". Es gehe um ein 35 Meter hohes Gebäude auf einem 1.000 Quadratmeter großen Grundstück sowie um dazu notwendige massive Infrastrukturmaßnahmen wie Straßenbau, Starkstromkabel und Waldschlägerungen.

Beeinträchtigungen befürchtet
Die Station wolle man genau "vor die Nase" des bedeutendsten tschechischen Nationalparks Böhmerwald stellen. Es seien Beeinträchtigung durch Strahlung, erhöhtes Flugaufkommen mit erhöhten Emissionen sowie eine Gefahr für die Umgebung im Krisenfall bisher gar nicht berücksichtigt worden.

Austro Control bietet Informationsveranstaltungen an
Die Austro Control teilte dazu mit, sollte es in der Bevölkerung Sorgen wegen der Anlage geben, sei man gerne bereit, Informationsveranstaltungen durchzuführen. Bei der Planung des Projektes sei mit der betroffenen Gemeinde, der Bezirkshauptmannschaft und dem Land Kontakt aufgenommen worden.


Bedenken berücksichtigt
Die von der Naturschutzbehörde geäußerten Bedenken seien in dem Projekt berücksichtigt worden. Die Gebäudefläche betrage lediglich 350 Quadratmeter.

Bei den Infrastrukturmaßnahmen werde so Natur schonend wie möglich vorgegangen. Der Bauort befinde sich in einem Skigebiet, so sei geplant, die Stromversorgung entlang der Trasse einer Sesselbahn zu verlegen.

Unbedenklichkeitsbescheinigung
Für die auftretende Strahlung, die nicht auf den Boden sondern in den Luftraum gerichtet sei, gebe es eine Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Das Flugaufkommen in der Umgebung werde durch die Radarstation nicht erhöht. Zur Gefahr von Anschlägen gab Austro Control zu bedenken, dass es sich um eine zivile und nicht um eine militärische Einrichtung handle.


Beitrag im ORF-Radio OÖ (Morgennachrichten) vom 15.04.2005


"Neues Volksblatt" Nr. 87 vom 15.04.2005 Seite: 10

Radarstation am Hochfichtgipfel

KLAFFER - Bereits im Sommer soll mit dem geplanten Bau einer Radarstation für Flugzeuge der Österreichischen Flugsicherung (AustroControl) am Gipfel des Hochficht in Klaffer (Bez. Rohrbach) begonnen werden. Örtliche Naturschützer äußern große Bedenken. Bemängelt wird seitens der Naturschützer vor allem, dass die Bevölkerung nicht informiert werde und die Rodung der Waldfläche Tier- und Pflanzenarten gefährde. Diese Bedenken seien laut Peter Schmidt, Pressesprecher von AustroControl, nicht haltbar. Außerdem stünde man in enger Zusammenarbeit mit der oö. Naturschutzbehörde. "Auch der Vorwurf der vermehrten Strahlung und des Flugaufkommens ist nicht richtig", so Schmidt weiter.


OÖN, 18.04.2005

Fakten schaffen
Windräder in Vorderweißenbach, eine Radaranlage auf dem Gipfel des Hochfichts, direkt an der Grenze zum tschechischen Nationalpark Sumava. Das alles haben die "Grünen" auf Landesebene mitbeschlossen - oder werden es mitbeschließen müssen. Sinn oder Unsinn dieser Projekte liegen beim Betrachter, aber es mutet seltsam an, wenn sich die grüne "Basis" auf Ortsebene so wie in Ulrichsberg wegen ein paar Metern Hecke Sorgen macht. Es hat den Anschein, als wäre eine Straße durch eine Heckenlandschaft ein ökologischer GAU, während die Errichtung von Windrädern oder einer Radarstation in unberührter Natur ein notwendiges Übel ist. Wie auch immer, eines haben alle Fälle gemeinsam: Die Bevölkerung wird nicht, zu wenig oder zu spät informiert. Warum lange mit den Bürgern reden, wenn man einfach Fakten schaffen und sagen kann: "Jetzt sind wir schon so weit, jetzt wäre es ein Unsinn, nicht mehr weiter zu bauen".


Tips, 20.04.2005


OÖN, 22.04.2005


OÖN, 29.04.2005


OÖN, 29.04.2005



23.4.2005 Halo noviny str. 4 Zpravodajstvi

Smrcina opet v centru pozornosti

SUMAVA - Smrcina, sumavska hora vysoka 1332,5 metru, se opet dostava do
centra pozornosti obyvatel i sdelovacich prostredku. Zdalo se, ze zamery
na vybudovani velkeho lyzarskeho arealu s vleky a sjezdovkami »odesel«
do ustrani, avsak skutecnost je, jak se zda, jina. Tentokrat svym planem
pritahli pozornost Rakusane.
Jiz pred casem v souvislosti s rozsirenim lyzarskeho arealu Hochficht,
kam v zime jezdilo za snehem i mnoho lyzaru z CR, se nechala rakouska
strana slyset, ze »nyni jsou na tahu« Cesi, aby zacali svuj areal
budovat. Jenze ti zacali posilhavat po Boleticich, po vojenskem
prostoru, ktery by chteli prevzit od vojaku do civilni spravy a jednim
ze zameru co s nim je i vybudovani velkeho lyzarskeho centra.
Nyni hrozi neco jineho - jeden z nejvyssich vrcholu Sumavy ma dostat na
rakouske strane novou cepicku - 35 m vysoky radar. Proti planu Rakusanu
na vybudovani stavby, ktera by byla videt ze vzdalenosti az 20 km, se
ale postavily obce, kterych se to bude primo dotykat, jak v samotnem
Rakousku, tak i v Nemecku a na ceske strane. Podle regionalnich medii
proti zameru spolecnosti Astro Control postavit na vrcholu Smrciny
stavbu zakoncenou kulatou bani ve tvaru golfoveho micku o prumeru ctyr
metru, protestuji nejen starostove, ale i sam jihocesky hejtman Jan
Zahradnik (ODS). »Na rakouske strane Smrciny je lyzarsky areal. Z ceske
strany je nejprisneji chranene 1. pasmo narodniho parku. Z takoveho
zameru by se mely statni organy ochrany prirody zblaznit. Nenavratne to
poskodi krajinny raz oblasti,« rekl hejtman. Umyslu vybudovat radar na
Smrcine se divi i obcanske sdruzeni Jihoceske matky. Podle nich jsou
Rakusane zasadovi, pokud jde o atomovou energii, ale ochrana prirody jim
nic nerika.
Konecny vysledek je sice v nedohlednu, ale spolecnost Astro Control chce
zahajit stavbu jeste letos a radar by mel na podzim pristiho roku
fungovat a zacit monitorovat letecky provoz. Zatim neni zrejme, zda
budou Rakusane respektovat nazor ceske strany nebo o nem alespon jednat,
aby tak projevili stejny pristup, jako kdyz prosazuji svoje nazory,
pokud jde o pociny ci zamery na nasi strane hranic.


Ceskobudejovické listy - 22.4.2005

Panoramatu hor hrozí rána golfovým mícem

Smrcina / Horní Planá - Jeden z nejvyšších vrcholu Šumavy by mel brzy dostat novou dominantu - na Smrcine plánují Rakušané 35 metru vysoký radar.

Proti stavbe, která by byla videt do vzdálenosti dvaceti kilometru, se okamžite postavili starostové dotcených obcí Ceska, Rakouska i Nemecka. Zámer spolecnosti Austro Control se nelíbí ani ekologickým sdružením a ceskému hejtmanovi Janu Zahradníkovi.

"Postavili nás pred hotovou vec. Najednou jsme se dozvedeli, že na Smrcine má být vež s jakýmsi golfovým míckem o prumeru ctyri metry na vrcholu. Vedle Stifterova obelisku na Plešném tak bude stát tahle vec. Znicí to celé panoráma Šumavy," rozciloval se vcera starosta Horní Plané Jirí Hulka.

Spolu s kolegy z Nemecka a Rakouska informoval dopisem o problému jihoceského hejtmana a reditele Národního parku Šumava.

"Na rakouské strane Smrciny je lyžarský areál. Z ceské je nejprísneji chránené první pásmo národního parku. Z takového zámeru by se mely státní orgány ochrany prírody zbláznit. Nenávratne to poškodí krajinný ráz oblasti," zduraznil hejtman Jan Zahradník.

O zámeru vybudovat radar na Smrcine v Cesku témer nikdo neví. "Od vás to slyším prvne. Je to rána. Mrzí me, že napríklad v otázkách energie jsou Rakušané tak zásadoví, zatímco ochrana prírody jim tolik neríká," sdelila vcera Jaroslava Brožová z Jihoceských matek.

"Na ceské strane nemužeme udelat kvuli ochrane prírody pomalu ani studii, zda by mohl vést na Smrcinu lyžarský vlek a jedna sjezdovka, a v Rakousku je možné postavit ctyricetimetrovou vež," poznamenal Jirí Hulka.

Spolecnost Austro Control plánuje zahájení stavby ješte letos a na podzim roku 2006 by mel radar monitorující letový provoz fungovat.


Tips vom 04.05.2005


OÖN vom 06.05.2005
Radarstation: OÖN laden zu rundem Tisch

HOCHFICHT. Die geplante Radaranlage auf dem Hochficht sorgt in der Region für heftigen Widerstand. Die OÖN laden am Freitag, 13. Mai, Befürworter und Gegner zu einem runden Tisch.

VON THOMAS FELLHOFER

Die Austro-Control plant, noch heuer mit dem Bau einer Radarstation auf dem Gipfel des Hochfichts zu beginnen. Im Bezirk Rohrbach hat sich als Gegenbewegung die IG-Böhmerwald gebildet, deren Mitgliederliste täglich länger wird (www.boehmerwald.at.tt). Die Austro-Control beteuert, dass der Hochficht ein optimaler Radar-Standort sei. Dem gegenüber stehen Argumente von Naturschützern und Touristikern. Die OÖNachrichten laden zu diesem Thema zu einem runden Tisch. Dort werden neben Naturschutz-Landesrat Erich Haider, Josef Pühringer, Obmann der IG-Böhmerwald, Johann Jungbauer, Bürgermeister von Klaffer/Hochficht, Walter Höllhuber, Obmann des Vereins Schilift Schwarzenberg, Johannes Wohlmacher, Forstmeister des Stiftes Schlägl und Heinz Sommerbauer, Generalsekretär der Austro-Control, Platz nehmen. Die Radargegner wollen von der Austro-Control Antworten: Sie diskutieren über Gesundheitsrisiken, touristische Nachteile, die regionale Wertschöpfung und vieles andere. Die Austro-Control will sich diesen Fragen auch stellen. "Wir nehmen das Angebot der OÖN natürlich gerne an. Ich hoffe, dass wir viele Vorurteile aus der Welt schaffen können", sagte Heinz Sommerbauer.

Stellen Sie Ihre Fragen

Haben auch Sie Fragen? : E-Mail an die OÖN genügt: radar@oon.at.


OÖnachrichten vom 10.05.2005

Radargegner und Befürworter bei den OÖN erstmals an einem Tisch

HOCHFICHT. Nach der IG-Böhmerwald und dem Schiliftverein Schwarzenberg kommt auch die Politik in Sachen Hochficht-Radar schön langsam in Schwung. Alles wartet gespannt auf die OÖNachrichten-Diskussion am Freitag.

Erste Reaktionen gibt es auf den Hilferuf des Schiliftvereins an die hohe Politik. Der Obmann Walter Höllhuber bekam eine Antwort von der österreichischen Präsidentschaftskanzlei. Bundespräsident Heinz Fischer fordert demnach Vizekanzler Hubert Gorbach auf die Sachlage nochmals genau zu prüfen.

Auch der Verkehrs-Staatssekretär Helmut Kukacka (VP) hat auf Höllhubers Schreiben reagiert: Er gehört zu den Befürwortern des Austro Control Radars: "Für das Verkehrsministerium steht außer Frage, dass das Neubauprojekt der Flugsicherungsanlage Hochficht zur Aufrechterhaltung und Verbesserung für die Sicherheit der Luftfahrt in Oberösterreich dringend notwendig ist", heißt es in einem Schreiben. Es bestünden keinerlei medizinische und ökologische Bedenken und die Anlage stärke den Luftfahrtstandort Oberösterreich und verbessere die Sicherheit für die Flugpassagiere am Flughafen Linz, schrieb Kukacka.

OÖN-Diskussion

Viele offene Fragen wird der Austro Control-Generalsekretär Heinz Sommerbauer bei der OÖNachrichten-Diskussion am kommenden Freitag beantworten. Ebenfalls am Runden Tisch werden Naturschutz-Referent LH-Stv. Erich Haider (SP), Josef Pühringer, Obmann der IG-Böhmerwald, Johann Jungbauer, Bürgermeister von Klaffer/ Hochficht, Walter Höllhuber, Obmann des Vereins Schilift Schwarzenberg, und Johannes Wohlmacher, Forstmeister des Stiftes Schlägl, Platz nehmen. Haben auch Sie Fragen? Ein

E-Mail an die OÖN genügt: radar@oon.at


Die Presse vom 27.07.2001

Austro Control:
Von der Luftpolizei zum Anbieter von Air-Servicediensten

Austro Control: Von der Luftpolizei zum Anbieter von Air-Servicediensten Die Trennung des operativen Geschäfts von hoheitlich-regulativen Aufgaben, neue Geschäftsfelder und Allianzen sollen die Flugsicherung für die Privatisierung fit machen. WIEN (eid). Die Austro Control (AC), 1994 aus ausgegliederten Bundesamt für Zivilluftfahrt entstanden, rüstet für die Privatisierung. Dazu wurde das Unternehmenskonzept "Mova" (Mobility Via Austria Control) gestartet, "mit dem wir den Wandel von der Polizei der Luft in einen Anbieter von Airmanagement-Dienstleistungen schaffen wollen", sagte AC-Chef Christoph Baubin am Donnerstag vor Journalisten an. Neben der Trennung von operativem Geschäft und hoheitlich-regulativen Aufgaben (die bereits im Gang ist) will die AC neue Geschäftsfelder im Kernbereich Flugsicherung erschließen und Allianzen eingehen. So etwa werde man sich in dem Konsortium Tetratel mit Motorola, Kapsch und Centerfunk um die Errichtung eines Sicherheitsfunknetzes bewerben, betonte Baubin. Als weiteren Punkt nannte der AC-Chef die mögliche Zusammenlegung von ziviler und militärischer Flugsicherung nach dem Vorbild der Schweiz. [...]


Die Presse vom 15.12.2000

Austro Control will ein Zentrum der europäischen Luftsicherung werden

Austro Control will ein Zentrum der europäischen Luftsicherung werden EU-weit soll mit einem einheitlichen Kontrollsystem das Airtraffic-Management verbessert und die Verspätungen deutlich eingedämmt werden.

VON HEDI SCHNEID
WIEN. Jeder dritte Flug innerhalb Europas war im Vorjahr verspätet. Trotz des Endes des Jugoslawien-Kriegs hat sich die Situation heuer nicht wesentlich gebessert. Nach wiederholten Vorstößen von Fluggesellschaften und Flughäfen - die verspätete Flüge nicht nur ihr Image kosten, sondern vor allem Milliardenlöcher verursachen, obwohl sie selbst nur zu einem geringen Teil Schuld tragen - macht die EU nun Ernst. Verkehrskommissarin Loyola de Palacio hat Arbeitsgruppen einrichten lassen, die Modelle für ein sogenanntes "Single Airtraffic Management" - eine europaweit einheitliche Luftraumüberwachung - erarbeiten sollen. Die Austro Control (AC) will dabei eine zentrale Rolle übernehmen. System wird gestrafft "Ziel ist, die derzeit 52 Kontrollzentren auf rund zehn zu reduzieren und gleichzeitig ein EU-weites Amt für Zivilluftfahrt zu schaffen, das die Rolle eines Regulators übernimmt", berichtet Austro-Control-Chef Christoph Baubin über erste Ergebnisse der EU-Arbeit im Gespräch mit der "Presse". Um den "Single European Sky" umzusetzen, müßten natürlich nationalstaatliche Interessen hintangestellt und die Zusammenarbeit über die in der Luft ohnehin nicht existierenden Grenzen hinweg tatsächlich verstärkt werden, meint Baubin. Außerdem müßte auch die zivile und die militärische Luftraumüberwachung besser koordiniert werden. Die AC - "wir gehören puncto Qualität zu den Top-Zentren" - will dieses Asset einbringen und rüstet kräftig auf. "Wir haben mit Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien und Italien (eventuell auch Bosnien) ein Projekt gestartet, unsere Einrichtungen zu einer zentraleuropäischen Luftsicherung zu vernetzen", berichtet Baubin. Dabei gehe es nicht um eine neue zusätzliche Einrichtung, sondern einen virtuellen Zusammenschluß, der vor allem den Luftraum ab 28.500 Fuß - also Jet-Reiseflughöhe - betrifft. In drei bis fünf Jahren, so denkt Baubin, sollte das Netzwerk stehen und Vorbild für andere Länder sein. So etwa will man in Deutschland die Zahl der Überwachungszentren von zehn auf vier redimensionieren. Engere Staffelung Inzwischen hat die AC in Zusammenarbeit mit dem Flughafen Wien und Austrian Airlines unter dem Titel "Triple A" auch eigenständige Methoden zur Reduktion der Verspätungen entwickelt. "Damit wollen wir erreichen, daß die Verspätungsrate trotz wachsendem Flugverkehr stagniert und nicht zunimmt", so Baubin. So etwa wird an einem System gearbeitet, die Flugzeuge auf ihren imaginären "Flugstraßen" besser zu "staffeln". War bisher nur im sogenannten unteren Luftraum bis 29.000 Fuß (8850 Meter) ein vertikaler Abstand zwischen zwei Flugzeugen von 1000 Fuß erlaubt - darüber galten 2000 Fuß -, so soll der geringere Mindestabstand künftig auch für die oberen Luftstraßen gelten. Baubin zu den Vorteilen: "Damit können wir die Maschinen auf fünf Stockwerken führen." Aufgrund viel exakterer Instrumente (GPS) und entsprechend genauerer Messungen gebe es dennoch keine größere Kollisionsgefahr. Auf gleicher Höhe bleibt weiterhin ein Abstand von fünf nautischen Meilen (rund neun Kilometer). Darüber hinaus wird eine Verbesserung der Schnittstellen, also des Zusammenspiels zwischen Luftraumsicherung, Flughafen und Fluglinien angepeilt, um vor allem Spitzenkapazitäten besser abfangen zu können. Der "Arrival Manager" - kein eigens geschulter Mitarbeiter, sondern eine Spezial-Software - erfaßt Flugzeuge im Landeanflug auf Wien früher und reiht sie daher besser in ihre "Anflugschneise" ein. Allein diese Maßnahmen bergen ein 20prozentiges Verbesserungspotential - ohne zusätzliche Investitionen. Was für die AC, die gerade dabei ist ihre Kosten zu senken, besonders wichtig ist. Baubin erwartet sich in diesem Zusammenhang positive Effekte von einer besseren Kooperation mit dem Infrastrukturministerium. "Auch nach der Ausgliederung sind bei uns Bereiche verblieben, die nicht zu unserer Kernaufgabe zählen." Im Zuge der Neuordnung der Obersten Zivilluftfahrtbehörde könnten solche Aufgaben, wie etwa die Ausstellung von Zivilluftfahrt-Personalausweisen oder die Prüfung der Betriebstauglichkeit von Maschinen endgültig dort angesiedelt werden.


Die Presse vom 11.05.2005

Austro Control:
Mehr Flüge sorgten für Rekordgewinn
Zehn Prozent mehr Flieger kreuzten 2004 Österreichs Luftraum.

wien (jaz). Die Anzahl der Flugbewegungen (Start, Landung oder Überflug) erhöhte sich in Österreich im Jahr 2004 um 9,7 Prozent auf fast 950.000. Der Umsatz der Austro Control stieg dadurch um acht Prozent auf 205 Mill. Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurde sogar um 130 Prozent auf 8,3 Mill. Euro verbessert. Bei der Vorstellung dieser positiven Bilanz meinte Christoph Baubin, Vorstandsvorsitzender der Austro Control: "Die Krise der Jahre 2001 bis 2003 ist überwunden. Die Luftfahrt ist und bleibt eine Wachstumsindustrie."

Die Verbesserungen seien laut Baubin auf Kostenreduzierungen bei den Streckengebühren (kilometerabhängige Gebühren für Flüge im österreichischen Luftraum) zurückzuführen. Diese würden vor allem durch das Nicht-Nachbesetzen von frei werdenden Stellen im administrativen Bereich erzielt. So wurde seit 2000 der Personalstand von 1024 auf 911 Mitarbeiter gesenkt und gleichzeitig die Produktivität um über 20 Prozent gesteigert. "Viele Fluglinien, die den österreichischen und süddeutschen Flugraum bisher aus Kostengründen gemieden haben, kommen nun wieder zurück." Der Trend hielte auch dieses Jahr an. So sei der Zuwachs im Streckengeschäft im ersten Quartal 2005 mit zwölf Prozent doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt ausgefallen.

Aber auch die Anflüge auf die sechs österreichischen Verkehrsflughäfen (Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt) erhöhten sich zwischen Jänner und März 2005 erneut um 8,1 Prozent auf rund 50.000. Bemerkenswert ist dabei die Steigerung des Flughafens Salzburg um 26,9 Prozent auf mehr als 6000 Landungen. Er ist nach Wien (28.200 Landungen) der am zweitstärksten angeflogene Flughafen des Landes. Baubin meint zu dieser Entwicklung: "Salzburg hat es geschafft, sich nachhaltig einen zusätzlichen Markt im ost- und südbayrischen Raum zu erschließen. Viele Leute aus dieser Region fliegen nicht mehr über München. Das hat auch Low-Cost-Carrier angezogen."

Da die Austro Control laut Baubin gesetzlich dazu verpflichtet sei, das eingesetzte Kapital zu verzinsen, aber keinen darüber hinausgehenden Gewinn zu machen, würden zukünftige Gewinnzuwächse in die Verminderung der Gebühren fließen. "Die Landegebühren wurden seit 1997 von über 280 Euro bereits auf 223 Euro reduziert. Bei den Streckengebühren sind wir mit 68 Euro je 100 Kilometer noch im oberen Mittelfeld. Aber wir werden bald zum Mittelfeld gehören.", sagt Baubin. Die für 2006 geplante Reduzierung auf 65 Euro könnte demnach bereits schrittweise noch in diesem Jahr eingeführt werden. Ob diese Preisminderungen an den Endkonsumenten weitergegeben werden, obliege jedoch den Fluglinien.

Weitere Kosteneinsparungen erwartet sich die Austro Control von CEATS (Central European Air Traffic Services). Diese gemeinsame Flugsicherung Österreichs mit sieben Nachbarstaaten soll 2009 in Probebetrieb gehen. Kosteneinsparungen von mindestens 20 Prozent sollen sich durch die Synergieeffekte ergeben. Anfang Juni treffen sich die Verkehrsminister der beteiligten Staaten zu weiteren Besprechungen. Fix ist laut Baubin jedoch, dass die Zentrale von CEATS im niederösterreichischen Fischamend sein wird.

Neben geringeren Kosten will die Austro Control ein besseres Service bieten. Vor allem weniger Verspätungen sind ein wichtiges Ziel, an dem mit Erfolg gearbeitet wird. Hatten 2004 rund sechs Prozent der Flugverspätungen in Europa ihren Ursprung in Österreich, sind es im ersten Quartal 2005 nur mehr drei Prozent. Diese entstanden wiederum zu 99,9 Prozent am Flughafen Schwechat. Schuld dafür war vor allem das Wetter, erklärt der Vorsitzende des Flugverkehrsmanagements, Johann Zemsky.


Der Standard vom 10.05.2005

Austro Control: Schnellere Gebührensenkungen durch mehr Überflüge
Umsatz stieg um acht Prozent, Gewinn 2004 mehr als verdoppelt - Baubin: Luftfahrtkrise endgültig überwunden - Gebühren "in Kürze" im Mittelfeld

Wien - Die für die Überwachung des österreichischen Luftraums verantwortliche Austro Control hat im Geschäftsjahr 2004 deutlich mehr Überflüge verzeichnet und in der Folge auch Umsatz und Gewinn gesteigert. Die Flugbewegungen in Österreich stiegen um knapp 10 Prozent auf rund 950.000, der Umsatz wuchs um 8 Prozent auf 205,1 (2003: 190,5) Mio. Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) stieg auf 8,3 Mio. Euro und hat sich damit gegenüber 2003 (3,6 Mio. Euro) mehr als verdoppelt.

"Krise überwunden"

"Das Jahr 2004 zeigt, dass die Krise der internationalen Luftfahrt wirklich überwunden ist", sagte Austro Control-Vorstandsvorsitzender Christoph Baubin am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien. Die Erholung des Luftverkehrs sei deutlicher ausgefallen als erwartet. Der Löwenanteil der Umsätze - 179 Mio. Euro - wurden im Kerngeschäft Air Navigation Services erzielt, dazu kamen noch Leistungen für das Verkehrs- und das Verteidigungsministerium.

Angesichts dieses Ergebnisses will Baubin die Überflugsgebühren von derzeit 68,47 Euro je "Service Unit" - 100 Kilometer für ein Flugzeug mit 50 Tonnen Abfluggewicht (MTOW) - rascher absenken als bisher geplant. Wenn der bisherige positive Trend bei den Verkehrszahlen anhält, soll es noch heuer "eine spürbare Senkung" geben. Mittelfristiges Ziel ist vorerst ein Wert um 60 Euro, Baubin will die Gebühren schon "in Kürze" im europäischen Mittelfeld positionieren. Die teuersten Überfluggebühren haben aktuell die Schweiz (86,3 Euro), Belgien (83,65) und Großbritannien (82,58), zu den billigsten zählen die Türkei (28,32), Tschechien (26,45) oder Portugal (14,8 Euro).

Starker Zuwachs bei Flugbewegungen

In den ersten Monaten 2005 hat sich die positive Entwicklung des Flugverkehrs in und über Österreich fortgesetzt. Die Zahl der Flugbewegungen (+11,6 Prozent) und der erbrachten Service Units (+12,4 Prozent) stieg deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Der Gewinn verbleibt nach Entscheidung des Eigentümers Verkehrsministerium im Unternehmen und soll hauptsächlich in Rückstellungen für Sozialverbindlichkeiten fließen. Die Austro Control, die den österreichischen Luftraum überwacht und Überflüge, Starts und Landungen der Airlines koordiniert, verbesserte ihre Produktivität 2004 um 11 Prozent. Die Eigenkapitalquote stieg auf den Rekordwert von 25,4 Prozent. Die Aufwendungen erhöhten sich um 5,6 Prozent, der Personalaufwand um 3,1 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter wurde weiter leicht zurückgefahren und liegt aktuell bei gut 900, darunter ein Drittel Fluglotsen. Bis 2010 peilt das Unternehmen einen Mitarbeiterstand von 840 Personen an, wobei die Zahl der Fluglotsen nicht reduziert, sondern im Gegenteil erhöht werden soll.

Dritte Piste gefordert

Baubin forderte heute neuerlich die rasche Errichtung einer dritten Piste am Flughafen Wien. Ein solcher Ausbau würde schon heute Sinn machen, zumal von den beiden bestehenden Pisten nur etwa anderthalb benutzt werden könnten.

Inhaltliche Weichenstellungen für das Projekt einer gemeinsamen Luftraumüberwachung für Mitteleuropa - Central European Air Traffic Services Projekt (CEATS) - erwartet Baubin von einer Sitzung der zuständigen Verkehrsminister am 1. Juni in Wien. Der Zusammenschluss der oberen Lufträume von Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Italien mit Sitz in Fischamend bei Wien soll Kosteneinsparungen gegenüber der bisherigen Situation bringen. Spätestens Ende 2009 soll Fischamend erstmals operativ werden, drei Jahre später soll der Vollbetrieb laufen. (APA)


Tips vom 11.05.2005


OÖN vom 11.05.2005
Fragen: radar@oon.at

HOCHFICHT. Haben Sie Fragen zum Thema Radaranlage auf dem Hochfichtgipfel? Mailen Sie die Fragen an radar@oon.at. Bei der OÖN-Diskussionsrunde am Freitag wird sie von Experten beatwortet. Als Gesprächspartner stehen Naturschutz-Referent LH-Stv. Erich Haider (SP), der Bürgermeister von Klaffer, Johann Jungbauer, der Forstmeister des Stiftes Schlägl Johannes Wohlmacher als Grundeigentümer, Walter Höllhuber vom Schiliftverein Schwarzenberg (28 Gemeinden aus Ö, CZ, und D) und Josef Pühringer von der IG-Böhmerwald (www.bo ehmerwald.at.tt) zur Verfügung. Von der Betreibergesellschaft Austro Control wird Generalsekretär Heinz Sommerbauer dabei sein. Geleitet wird die Diskussion von OÖN-Regional-Chef Peter Affenzeller und Thomas Fellhofer.


OÖN vom 12.05.2005
radar@oon.at für Ihre Fragen offen

HOCHFICHT. Morgen treffen sich Gegner und Befürworter der Hochficht-Radaranlage in der Redaktion der OÖNachrichten. Viele offene Fragen werden dort geklärt. Wollen auch Sie etwas wissen? Dann senden Sie Ihr Anliegen an die eigens eingerichtete E-Mail-Adresse: radar@oon.at

Radarstation ím Mittelpunkt. Foto: OÖN


ooe.orf.at, 13.5.2005

BÖHMERWALD

Breite Front gegen Radaranlage am Hochficht
Der Widerstand gegen eine geplante Radaranlage am Gipfel des Hochfichts im Böhmerwald beginnt sich jetzt konkret zu formieren.

Bürgermeister der Gemeinden in der Region, Tourismusvertreter, Ärzte, Biologen und natürlich die Bevölkerung selbst wollen ihr Nein zur Radaranlage jetzt organisiert vertreten. Und sie bekommen dabei Unterstützung aus der Landespolitik.

40 Meter hohe Anlage
Naturschutzreferent Landeshauptmannstellvertreter Erich Haider (SPÖ) hat als einziger Landespolitiker in seinem Ressort die Möglichkeit zur Parteienstellung beim Bau der 40 Meter hohen Anlage.

Er will eine durchaus kritische Stellungnahme dazu abgeben und spricht sich statt der Anlage am Hochficht für die Modernisierung der bestehenden Radarstation im Sauwald aus.

"Fehlende Informationspolitik"
Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) kritisiert, so wie Haider, die bisher fehlende Informationspolitik des Betreibers Austro Control gegenüber dem Land und der betroffenen Bevölkerung.

Anschober will erreichen, dass die Austro Control den Menschen in der Region unabhängige Gutachter bezahlt, die deren Befürchtungen etwa in Sachen Gesundheitsbeeinträchtigung, Naturschutz und vermehrten Fluglärm prüfen sollen.


www.rundschau.co.at vom 13.5.2005


Heftiger Widerstand

Der Widerstand gegen eine von der Austro Control geplante neue Radarstation im Bezirk Rohrbach zur Flugverkehrskontrolle in Oberösterreich wächst. Naturschutzreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider (S) sprach sich am Freitag im ORF-Radio Oberösterreich gegen den Bau und für eine Modernisierung der bestehenden Anlage im Bezirk Schärding aus. Umweltlandesrat Rudi Anschober (G) kündigte eine parlamentarische Anfrage an Vizekanzler Verkehrsminister Hubert Gorbach (B) an.

Die Pläne für die neue Station am 1.338 Meter hohen Hochficht im Mühlviertel hatten bereits Mitte April für Aufregung gesorgt:
Naturschützer befürchteten einen „Monsterbau“ in einem „sensiblen Ökowaldsystem“. Die Austro Control entgegnete damals, dass alle Bedenken berücksichtigt worden seien. Die geplante Anlage soll die veraltete und nicht optimal platzierte Station Feichtberg im Bezirk Schärding ersetzen. Ende Juni soll eine Bauverhandlung durchgeführt werden. Der Baubeginn ist noch heuer geplant, die Inbetriebnahme im Herbst 2006.

Nein zur Radarstation

Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, Tourismusvertreter, Ärzte, Biologen und die Bevölkerung selbst wollten ihr Nein zur Radarstation und organisiert vertreten, berichtete der ORF. Die Bedenken seien sowohl eine mögliche Gesundheitsbeeinträchtigung durch die Strahlung, der Bau in einem Natura-2000-Gebiet und negative Auswirkungen auf den Tourismus in der Region.

Haider nannte die Kritik der Bevölkerung, dass es keine ausreichenden Pläne gebe, „völlig berechtigt“. Auch das Naturschutzressort habe keine Unterlagen erhalten und lediglich die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben. Man könne den Bau rechtlich nicht verhindern, dazu sei nur der Bund befähigt, erklärte Haider. Es müsse eine Verpflichtung geben, rechtzeitig und ausreichend zu informieren und die Bevölkerung und die Behörden miteinzubinden.

Unabhängige Gutachter des eigenen Vertrauens

Die Austro Control müsse sich den Fragen stellen und für die Bürger „unabhängige Gutachter des eigenen Vertrauens“ finanzieren, verlangte Anschober. Die Bevölkerung sollte an einen Tisch gebeten und ihr „wirklich alles an Information“ zur Verfügung gestellt werden.

Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka (V) hatte zuvor erklärt, dass das Projekt am Hochficht zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der Sicherheit der Luftfahrt in Oberösterreich dringend notwendig sei. Der Platz sei von der Austro Control als „ideal“ definiert worden, es bestünden keinerlei medizinische und ökologische Bedenken. Der geplante Standort würde eine bessere Funk-Überdeckung in den nördlichen Sektoren gewährleisten, betonte Kukacka.


www.nachrichten.at (OÖN) vom 13.5.2005

Widerstand gegen neue Radarstation in Oberösterreich
LINZ. Der Widerstand gegen eine von der Austro Control geplante neue Radarstation im Bezirk Rohrbach zur Flugverkehrskontrolle in Oberösterreich wächst.

Naturschutzreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider (S) sprach sich am Freitag im ORF-Radio Oberösterreich gegen den Bau und für eine Modernisierung der bestehenden Anlage im Bezirk Schärding aus. Umweltlandesrat Rudi Anschober (G) kündigte eine parlamentarische Anfrage an Vizekanzler Verkehrsminister Hubert Gorbach (B) an.

Die Pläne für die neue Station am 1.338 Meter hohen Hochficht im Mühlviertel hatten bereits Mitte April für Aufregung gesorgt: Naturschützer befürchteten einen "Monsterbau" in einem "sensiblen Ökowaldsystem". Die Austro Control entgegnete damals, dass alle Bedenken berücksichtigt worden seien. Die geplante Anlage soll die veraltete und nicht optimal platzierte Station Feichtberg im Bezirk Schärding ersetzen. Ende Juni soll eine Bauverhandlung durchgeführt werden. Der Baubeginn ist noch heuer geplant, die Inbetriebnahme im Herbst 2006.

Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, Tourismusvertreter, Ärzte, Biologen und die Bevölkerung selbst wollten ihr Nein zur Radarstation und organisiert vertreten, berichtete der ORF. Die Bedenken seien sowohl eine mögliche Gesundheitsbeeinträchtigung durch die Strahlung, der Bau in einem Natura-2000-Gebiet und negative Auswirkungen auf den Tourismus in der Region.

Haider nannte die Kritik der Bevölkerung, dass es keine ausreichenden Pläne gebe, "völlig berechtigt". Auch das Naturschutzressort habe keine Unterlagen erhalten und lediglich die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben. Man könne den Bau rechtlich nicht verhindern, dazu sei nur der Bund befähigt, erklärte Haider. Es müsse eine Verpflichtung geben, rechtzeitig und ausreichend zu informieren und die Bevölkerung und die Behörden miteinzubinden.

Die Austro Control müsse sich den Fragen stellen und für die Bürger "unabhängige Gutachter des eigenen Vertrauens" finanzieren, verlangte Anschober. Die Bevölkerung sollte an einen Tisch gebeten und ihr "wirklich alles an Information" zur Verfügung gestellt werden.

Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka (V) hatte zuvor erklärt, dass das Projekt am Hochficht zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der Sicherheit der Luftfahrt in Oberösterreich dringend notwendig sei. Der Platz sei von der Austro Control als "ideal" definiert worden, es bestünden keinerlei medizinische und ökologische Bedenken. Der geplante Standort würde eine bessere Funk-Überdeckung in den nördlichen Sektoren gewährleisten, betonte Kukacka.


OÖN vom 20.04.2005
Kopfinger Radarkugel soll zur Mega-Disco werden

KOPFING. Nach 30 Jahren hat die alte Radaranlage am Feichtberg in Kopfing ausgedient. Austro Control plant eine neue Station am Hochficht. Bürgermeister Otto Straßl hat bereits Ideen für das freiwerdende Objekt.

VON MARTINA WEIDENHOLZER

"Wir müssen eine neue Anlage bauen, und da ist es naheliegend, dass wir einen optimalen Standpunkt suchen. Der Hochficht eignet sich dafür bestens", sagt Peter Schmidt von der Austro Control. Der Grund: Mit dem Sichtkontakt zum Flughafen Hörsching sei eine bessere Radarabdeckung möglich. Dadurch werde das System der Luftüberwachung stabiler.

Kopfings Bürgermeister Otto Straßl weiß offiziell von den Schließungsplänen der Station noch nichts. "Keiner hat mich bis jetzt verständigt. Lediglich die Gegner des Projekts am Hochficht haben mich angerufen und befragt. Ich konnte ihnen nichts Negatives über die Radarkugel sagen. Ganz im Gegenteil - für Kopfing ist sie sogar zum Wahrzeichen geworden", so Straßl.

Die Schließungspläne von Austro Control machen den Bürgermeister der hoch gelegenen Sauwaldgemeinde allerdings nicht wirklich betroffen. "Wirtschaftlich hat sie außer der Grundsteuer so gut wie gar nichts gebracht."

Dennoch ist für Straßl klar, dass das Gebäude - es gehört derzeit dem Bund - auch in Zukunft genutzt werden soll. "Es könnte eine Riesen-Disco werden. Die Kugel macht sich sicher gut, wenn sie in der Nacht beleuchtet wird", lässt der Bürgermeister seinen Gedanken freien Lauf, muss dabei allerdings selbst ein wenig lachen. "Oder aber wir machen daraus eine Aussichtswarte. Egal, irgendetwas müssen wir uns jedenfalls einfallen lassen. Dafür muss die Zeit allerdings reif sein."

Ist schon im Discofieber Foto: ho


Leserbrief aus den OÖNachrichten vom 14.05.2005

Gefahr
Als gebürtiger Mühlviertlerin ist mir die malerische Hügellandschaft mit ihren Bächen und Wäldern, der guten Luft und der Artenvielfalt als Inbegriff der Erholungslandschaft nahe geblieben. Viele Jahre, die ich im Ausland verbracht habe, war ich immer bestrebt, hier Urlaub zu machen - und nun womöglich ganz hierher zu übersiedeln. Auf diese Überlegungen hat nun eine Nachricht wie eine kalte Dusche gewirkt: Die drohende Errichtung einer Radaranlage durch die Austro Control auf den Höhen des Böhmerwaldes (Hochficht). Diese wäre nicht nur eine Beeinträchtigung, sondern darüber hinaus in mehrfacher Hinsicht eine substanzielle Gefahr für alle hier beheimateten Lebewesen. Ich selbst könnte meine Pension ja anderswo verbringen und meinen Freunden raten, sich wo6anders einen Erholungsraum zu suchen, dessen vitale Ressourcen respektvoll geschont und erhalten bleiben.

Die heimische Bevölkerung jedoch wäre unausweichlich den nicht absehbaren Folgen ausgesetzt - mit einem unseligen Erbe für die Nachkommen.

Dr. Eva Groiss-Lau, derzeit Haslach im Mühlkreis


Passauer Neue Presse vom 13.05.2005

Bau einer Radar-Station sorgt für Ärger im Dreiländereck
Österreichische Flugsicherung will am Hochficht bauen - Anlage strahlt vor allem nach Bayern und Tschechien - Nachbarstaaten nicht informiert
Die alte Anlage auf dem Feichtberg hat nach Meinung der Betreiber ausgedient.

Von Mario Born
Passau. Die Aufregung ist groß in Oberösterreich, aber auch hierzulande zeigen sich Behörden und Politiker irritiert bis verärgert über das Projekt und das Vorgehen der Nachbarn. Grund ist der geplante Bau einer Radarstation auf dem Hochficht im Mühlviertel (Bezirk Rohrbach). Gegner fürchten nicht nur die Strahlenbelastung. Vielen stößt das Vorgehen der Betreiberfirma „austro control“ sauer auf.
Die Anwohner dort fühlen sich übergangen. Aber das Projekt ist nur scheinbar ein lokales Problem der Oberösterreicher. Vier Fünftel der Radarwellen mit 150 Kilometern Reichweite leuchten böhmisches und bayrisches Gebiet aus. Die Landkreise Passau und Freyung-Grafenau sind betroffen - und waren bisher ahnungslos, erfuhren erst durch die Anfragen der PNP diese Woche von dem Vorhaben.

Sogar die Regierung war ahnungslos

Mit der neuen Anlage will die österreichische Flugsicherung „austro control“ die Sicherheit der Flugzeuge beim Anflug des Flughafens Linz verbessern (siehe Kasten 1). Vor Monaten begannen die Planungen und damit auch das, was Peter Schmidt von „austro control“ eine „unglückliche Informationspolitik“ nennt.
Weder das Land Oberösterreich noch der Bezirk Rohrbach wurden im Vorfeld unterrichtet.
„Davon habe ich auch noch nichts gehört“, sagt der Waldkirchner Bürgermeister Josef Höppler, „ich werde mich sofort kundig machen.“ Auch der Kollege aus Hauzenberg, Bernd Zechmann, ist verblüfft. „Ich höre das zum ersten Mal. Grundsätzlich würde ich mir schon erwarten, dass die Kommunen eingebunden werden. Oder dann zumindest die Landräte.“
Aber auch Landrat Hanns Dorfner hat keine Kenntnisse der Vorgänge. „Wir haben alle Interesse an der Sicherung des Luftverkehrs. Aber die Leute müssen informiert werden.“
Auch im Landratsamt Freyung-Grafenau ist von dem Vorhaben nichts bekannt. Karl-Heinz Paulus, Pressesprecher von Landrat Alexander Muthmann (Freyung-Grafenau), hat sich bei der Regierung erkundigt. Auch in Landshut wusste man von nichts. „Was hier die Staatliche Flugsicherung inszeniert, ist - sofern man hier mit vollendeten Tatsachen konfrontiert wird - nicht gerade die feine Art“, sagt Karl-Heinz Paulus.
Die ersten Reaktionen auf tschechischer Seite sind ähnlich. Fernsehen wie Tageszeitungen zeigten sich empört und lehnen die Radarstation ab.
Derweil machen in Österreich Interessenverbände Front gegen die Anlage. Die Diskussion wird emotional geführt. Naturschützer, Wirtschaftsvertreter und Touristiker beklagen eine erhöhte Strahlung, ein Verschandeln der Landschaft und ein höheres Flugaufkommen.

Ihr Lösungsvorschlag: die alte Anlage herrichten oder mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) zusammenarbeiten. Denn es ist gängig, dass ausländische Flugsicherungen Flugzeuge noch in einen grenznahen Flughafen begleiten. Immer wieder wird dabei die Anlage auf dem Großen Arber genannt.

„Gebiet ist gar nicht mehr so unberührt“

Der Vorstandsvorsitzende der österreichischen Flugsicherung, Christoph Baubeginn, hält dagegen. „Da dort schon Skilifte vorhanden sind, ist das Gebiet nicht mehr so unberührt.“ Und Peter Schmidt beruhigt:„Es wird keine Erhöhung des Flugverkehrs geben, die Luftkorridore werden ja nicht geändert. Wir verwalten sie nur besser vom Hochficht aus.“ Die Besorgnis über eine weithin sichtbare hässliche Kuppel kann er nicht verstehen: „Die Kuppel ist wesentlich kleiner wie die der alten Anlage. Sie wird weniger als zehn Meter in Durchmesser betragen.“ Und mit der alten Anlage erzielt man nicht mehr die nötige Sicherheit (siehe Kasten 2).
Die Alternative Großer Arber ist gar keine. Die Anlage entpuppt sich als militärischer Betrieb. „Es ist nicht unsere Aufgabe, den österreichischen Luftraum zu verwalten“, meint Oberstabsfeldwebel Sauter.
„Austro control“ verteidigt weiter das Projekt. Zum einen habe man im Vorfeld mit der deutschen und tschechischen Flugsicherung über den Bau einer gemeinsamen Anlage gesprochen. Dafür hätte aber kein Interesse geherrscht. Bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) weiß man allerdings nichts von einer Anfrage der österreichischen Kollegen.
Das Projekt scheint schon beschlossen. Konkrete Verhandlungen mit den Grundstückseigentümer auf dem Hochficht laufen, der Terminplan steht. Die Bauverhandlung ist für Juni geplant, der Baubeginn unmittelbar danach - und mit der Fertigstellung des Rohbaus rechnet man bereits im Herbst diesen Jahres.

„Rücksicht können wir keine nehmen“

Die Anrainerstaaten zu hören scheint letztlich auch nicht geplant. „Nein, eine Beteiligung der Bayern und Tschechen ist nicht vorgesehen“, sagt der zuständige Vorstandsdirektor Johann Zemsky. Beim Verweis auf eine EU-Richtlinie, gemäß der ein Raumordnungsverfahren und damit die Anhörung und Beteiligung der Nachbarländer angesagt wäre, winkt er ab. „Das ist nicht unsere Sache. Die Genehmigung zum Bau gibt letztlich das Verkehrsministerium. Und da die Anlage notwendig ist, wird das auch juristisch einwandfrei sein. Auf die Befindlichkeiten der Nachbarländer kann da keine Rücksicht genommen werden.“
Das Verkehrsministerium hält die Anlage für dringend notwendig, die Baugenehmigung scheint sicher.

Doch auch der Bezirk Rohrbach hat noch mitzureden. Hier muss man dem Naturschutzverfahren zustimmen. „Wir werden die Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen und genauestens prüfen“, sagt Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner gegenüber der PNP.


Rohrbacher Rundschau, 12.05.2005


Leserbrief in der Rohrbacher Rundschau vom 12.05.2005

Stifterjahr

2005: Stifterjahr. „Sanfte Sensationen Stifter 2005“, wie es auf der Seite der oö. Landesregierung, Landeskulturdirektion heißt (www.stifter2005.at).
2006: Die neue Radaranlage der AustroControl GmbH ist auf dem Hochficht errichtet worden. Ich stelle mir vor, wenn ich künftig beim Rammler nach Schlägl abbiege, wird mein Blick nicht mehr vom Blick aufs Stift und dem dahinter aufragenden Böhmerwald mit seiner markanten Senke zwischen Plöckenstein und Hochficht gefangengenommen, sondern von einem riesigen darüber schwebenden Golfball. Ich stelle mir vor, daß mir beim Schwarzbeerbrocken auf der Stierwiese künftig ein Radarturm über die Schulter schauen wird. Ich stelle mir vor, daß ich winters mit dem Sessellift den Hochficht erreiche und mich nicht mehr ein Gipfelkreuz vor krachblauem Himmel, umgeben von tiefverschneiten Bäumen willkommen heißt, sondern daß sich ein riesiger Turm dräuend über mir erhebt. Ich stelle mir vor, daß sich mir bei meinen sommerlichen Wanderungen auf die Gipfel des Böhmerwaldes – vom Dreisesselberg über den Stingelfelsen und den Moldaublick bis zum Bärnstein – beim wohlverdienten Gipfelblick künftig ein mehr als störendes Element in den Blick schiebt.
Lauter Vorstellungen, die mir nicht wirklich behagen. Und damit bin ich nicht allein. Deshalb meine Bitte an alle an der Errichtung einer Radaranlage auf unserem Hochficht Interessierten, noch einmal zu überdenken, ob es andere Lösungen gibt. Vielleicht bin ich naiv, zu glauben, daß man die Geldmittel für einen Neubau auch in die Modernisierung bestehender Anlagen stecken könnte, oder daß in Zeiten eines zusammenwachsenden Europas vorhandene Anlagen in unseren Nachbarländern gemeinsam genützt werden könnten.
Abschließend ein Zitat zur diesjährigen Ausstellung im Meierhof des Stiftes Schlägl („Vom Grund aller Dinge“. Stifters Naturperspektiven): „In seinem literarischen Werk verband er vorwissenschaftliche Naturanschauungen und Naturmythen mit den Entdeckungen der "Wunder" von Natur und Kosmos und beleuchtete Phänomene wie die katastrophische, ausgebeutete Natur. Darin erscheint Stifter nicht nur in einem neuen Licht, sondern auch als Vordenker ökologischer Strategien unserer Tage“ (www.stifter2005.at/alias/ausflugstipps).
Ich denke, der Erhalt des Nationalparks Sumava und des Natura2000-Gebietes Böhmerwald-Mühltäler auf bestehendem Niveau würde Stifter wohlwollender betrachten.

Dr. Maria Stieglecker, Schlägl/Wien


Beitrag in ORF-Radio OÖ (Mittagsnachrichten) vom 13.05.2005


Pressemitteilung vom Staatssekretariat im BM für Verkehr, Innovation und Technologie - Mag. Helmut Kukacka - vom 07.05.2005

Kukacka: Flugsicherungsanlage Hochficht bringt mehr Sicherheit und stärkt Luftfahrtstandort Oberösterreich
Wesentliche Verbesserung durch Projekt Hochficht sowohl für Kontrolle des oberen Luftraumes, als auch für den Anflug auf den Flughafen Linz

Wien, 7.Mai 2005 (OTS) - "Für das Verkehrsministerium steht außer Frage, dass das Neubauprojekt der Flugsicherungsanlage Hochficht zur
Aufrechterhaltung und Verbesserung für die Sicherheit der Luftfahrt in Oberösterreich dringend notwendig ist", erklärte heute, Samstag, Verkehrsstaatssekretär Mag.Helmut Kukacka zur Disskussion um die Neuerrichtung der Flugsicherungsanlage am Hochficht in Oberösterreich.****

Der Standort sei von Austro Control als ideal definiert worden, es bestünden keinerlei medizinische und ökologische Bedenken, da zum einen die Strahlenbelastung deutlich unter den gesetzlich vorgeschriebenen Toleranzwerten liege und zum anderen bereits großteils die notwendige Infrastruktur bestehe, wodurch sich die Baumaßnahmen auf die Errichtung der Radaranlagen beschränken würden. "Die Flugsicherungsanlage Hochficht hilärtngegen stärkt den Luftfahrtstandort Oberösterreich und verbessert die Sicherheit für die Flugpassagiere am Flughafen Linz weiter", erke Kukacka.

Die Neuerrichtung der Radaranlage sei deshalb notwendig geworden, da die alte bestehende Radaranlage Feichtberg nicht mehr den modernen Anforderungen entspreche und die Radarabdeckung im Norden des Bundesgebietes nicht optimal sei. Der neue Standort Hochficht sei dagegen ideal, da er die beste Einsicht sowohl nach Linz, als auch
nach Norden biete, und eine gute Funk-Überdeckung in den nördlichen Sektoren der Flugsicherung gewährleiste. Daher bringe das Projekt Hochficht sowohl für die Kontrolle des oberen Luftraumes, als auch für den Anflug auf den Flughafen Linz eine wesentliche Verbesserung, erklärte Kukacka.

Positiv auf die Standortentscheidung habe sich auch das Faktum ausgewirkt, dass die notwendige Infrastruktur, wie Zufahrtstraßen und Strom, teilweise bereits vorhanden seien, und dass es keine unmittelbar betroffenen Anrainer gebe. Der gesamte Berg gehöre dem Stift Aigen Schlägl. Das Stift habe die entsprechende Parzelle für den Bau bereits zur Verfügung gestellt. Auch die Gesundheitsbedenken der Anrainergemeinden seien unbegründet, da die Strahlenbelastung durch die Radaranlage weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen Toleranzwerten liege und auch den für Mobilfunk-Frequenzbänder (900 MHz und 1800 MHz) angewandten sogenannten "Salzburger Vorsorgewert" nicht überschreite.

Der Bauverhandlungstermin sei im Juni geplant. Der Wunsch der Bevölkerung nach Informationen über das geplante Projekt sei natürlich verständlich, Austro Control werde dazu noch im Mai entsprechende Informationsabende abhalten. "Oberösterreich braucht diese neue Flugsicherungsmaßnahme zur wesentlichen Verbesserung der Sicherheit für den Anflug auf den Flughafen Linz und zur besseren Funk-Überdeckung in den nördlichen Sektoren. Wir gehen jedenfalls davon aus, dass der Baubeginn planmäßig im Sommer beginnen und die Anlage innerhalb des nächsten Jahres in Betrieb gehen kann", schloss Kukacka.

Rückfragehinweis: Staatssekretariat im BM für Verkehr, Innovation und Technologie Mag. Christian Dolezal Pressesprecher Tel. +43 (01) 711 62/8803

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS *** OTS0017 2005-05-07/11:07


Stavby narusi panorama Sumavy
13.5.2005 Ustecky denik str. 12 Mate slovo
Karel Podruh
DOPIS CTENARE
Proti zamyslene stavbe radaru na rakouske strane Smrciny nad Lipenskym
jezerem pro rizeni leteckeho provozu se postavili nejen starostove
ceskych, rakouskych a nemeckych obci teto oblasti, ale i ekologicka
sdruzeni. Jihocesky hejtman tvrdi, ze tato stavba poskodi nenavratne
krajinny raz oblasti. Starosta Horni Plane rika, ze tato vez znici cele
panorama Sumavy. Spolecnost Austro Control pocita s 35 m vysokou vezi s
tercem o prumeru ctyri metry.
Priblizne na stejnem miste jako radar, ale na ceske strane, ktera spada
do nejprisneji chraneneho prvniho pasma Narodniho parku Sumava, se
uvazuje o vybudovani jedne sjezdovky a lyzarskeho vleku. S tim souhlasi
obce a kraj, ale stavbe brani sprava parku. Pritom na rakouske strane se
nachazi rozlehly lyzarsky areal.
Osobne si myslim, ze by mohlo byt nalezeno kompromisni reseni. Postavena
sjezdovka by totiz pomohla oblasti k snizeni nezamestnanosti. Ale
bohuzel, i v tomto pripade by bylo dost sirokym prusekem od upati az k
horizontu naruseno sumavske panorama.

Vazeni ctenari, pokud chcete i vy prispet do ctenarske rubriky, piste na
adresu Deniky Bohemia, Belgicka 38, 120 85 Praha 2, nebo muzete poslat
e-mail: dopisy@denikybohemia.cz. Redakce si vyhrazuje pravo na kraceni
dopisu.


PNP, LOKALTEIL WALDKIRCHEN vom 17.05.2005

Was „austro control“
am Hochficht will

Die staatliche „austro controll“ regelt und überwacht den Flugverkehr in Österreich. Ein Netz von Radarstationen macht die Bewegungen am Himmel sichtbar.
Ständiger Sichtkontakt per Radar zu den Flugzeugen ist dabei die Voraussetzung. Das Gelände in Österreich macht das nicht einfach. Berge können das Flugzeug für den Lotsen unsichtbar machen. Deshalb muss das Netz an Radarstationen solche „Schatten“ ausschließen und möglichst alle Täler ausleuchten.
Die geplante Radarstation auf dem Hochficht soll die alte Anlage auf dem Feichtberg rund 50 Kilometer südlich ersetzen. Diese ist bereits über 60 Jahre alt und stark baufällig.
Neben dem Oberen Luftraum wird von dort noch der Anflug von Maschinen in den Flughafen Linz gesteuert.
Die neue geplante Anlage, ein Sekundärradar mit über 150 Kilometern Reichweite (Mittelbereichsradar), würde auf dem Hochficht gut 660 Meter höher liegen. mb


Tips vom 18.05.2005


OÖN vom 17.05.2005

Das letzte Wort

Auf allen Linien positiv verlief Freitagnachmittag die OÖN-Diskussionsrunde zum geplanten Hochficht-Radar. Die Austro Control konnte einige Ängste zerstreuen. Ihren Kardinalfehler - mangelnde Information -Êgestanden die Verantwortlichen ein und wollen diesen nun mit einer Informationsoffensive, zusammen mit den OÖNachrichten, ausbügeln. Was sich ebenfalls herauskristallisierte: Es gibt keine gesetzliche Handhabe mehr gegen die Radarkugel, wenn das Stift Schlägl den Grund dafür zur Verfügung stellt. Dies sollte nicht heißen, dass die Schlägler an der Anlage "schuld" sind, denn das Projekt wird von Stiftsseite nicht aktiv betrieben. Aber: Das letzte Wort haben nun einmal die Chorherren.

E-Mail: t.fellhofer@oon.at

++++++

Info-Offensive der Austro Control Haider fordert Feichtberg-Ausbau

HOCHFICHT. Mit konkreten Ergebnissen endete die OÖN-Diskussionsrunde zum Thema Hochfichtradar. Naturschutz-Referent Erich Haider tritt für die Sanierung des Feichtberg-Radars ein. Die Austro Control startet eine Informationsoffensive .

VON THOMAS FELLHOFER

Viele Vorwürfe und Fragen musste sich Austro Control-Generalsekretär Heinz Sommerbauer bei der OÖN-Diskussionsrunde zum Thema Hochficht-Radar anhören. Er erläuterte, warum die Anlage auf dem Hochficht notwendig sei: "Derzeit sind Maschinen im Landeanflug auf Linz unter einer Höhe von 300 Metern von der alten Anlage auf dem Feichtberg nicht erfasst", erklärt er. Zur Zeit reiche die einfache Abdeckung durch das bestehende Flughafenradar Linz aus, aber wenn der Flugverkehr wie erwartet steige, sei die einfache Überwachung zu riskant. Auch die Abdeckung in einer Flughöhe von 4000 bis 9000 Meter sei vom Hochficht aus, im Gegensatz zum Feichtberg, optimal.

"Momentan gut abgedeckt"

Naturschutz- und Verkehrsreferent Erich Haider (SP) relativiert: "Linz ist momentan gut abgedeckt. Ich trete auf jeden Fall für die Modernisierung der Anlage auf dem Feichtberg ein", stellte der SP-Chef klar. Er verlangt von der Austro Control im Naturschutzverfahren eine genaue Darstellung aller Alternativen inklusive Nullvariante. Haider appellierte an den Grundeigentümer, das Stift Schlägl, mit offenen Karten zu spielen: "Wichtig ist, dass das Stift den Grund nicht voreilig verkauft oder verpachtet, denn sonst ist Wien zuständig und wir haben überhaupt keine Chance mehr, den Bau zu beeinflussen", sagte er in Richtung Stifts-Forstmeister Johannes Wohlmacher. Dieser will die Verantwortung für den Bau nicht alleine am Stift festgemacht sehen: "Natürlich werden wir offen spielen. Ich möchte aber nicht, dass es später heißt, nur das Stift sei Schuld an der Station", sagte Wohlmacher. Außerdem werde es ohne behördliche Genehmigung den Radarstandort Hochficht nicht geben. "Die Entscheidende Frage für das Stift ist neben dem öffentlichen Interesse der zivilen Luftfahrt vor allem die Frage, ob es durch die geplante Station zu einer Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung kommt", erklärte Wohlmacher. Er wolle aber auf keinen Fall als Grundeigentümer den schwarzen Peter zugeschoben bekommen. Diesen würde die IG Böhmerwald dem Stift liebend gerne abnehmen: "Wir sind bereit, dem Stift den Grund abzukaufen, wenn nötig um einen Euro pro dm2", bietet Joachim Eckl an. Für das Stift ein ungangbarer Weg.

Strahlenangst

Joachim Eckl und Josef Pühringer von der IG Böhmerwald machten sich vor allem um das zu erwartende Strahlenaufkommen Sorgen: "Wir ersuchen, dass alle Planungen und Unterlagen offen gelegt und von unabhängigen Radarexperten geprüft werden", sagte Pühringer. Eckl schließt daran die Forderung, die Austro Control solle sich zu einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) oder einem ähnlichen Verfahren freiwillig verpflichten. Dieses Argument zerstreute Sommerbauer zusammen mit Radar-Experten Maximilian Humer.

Nur geringe Belastung

Die Belastung sei um ein Tausendfaches geringer als zum Beispiel in der Nähe eines Mobilfunk-Mastes. Auch auf einem Flughafen sei man einer weitaus höheren Strahlendosisleistung ausgesetzt. Als Beweis präsentierte Sommerbauer eine Studie der Technischen Universität Graz.

Keine Information

Das, was die Austro Control eine "etwas unglückliche Informationspolitik" nennt, hat die Wogen in den letzten Tagen erst richtig hoch gehen lassen. Nicht nur im Mühlviertel, sondern vor allem in Tschechien und Bayern fühlen sich die Bürger übergangen. Das stört vor allem Walter Höllhuber vom Verein "Schilift Schwarzenberg", dem 28 Gemeinden in Österreich, Tschechien und Bayern angehören: "Wir sind um den Zusammenhalt der Region bemüht. Die Tschechen sehen diese Anlage als überdimensionalen Wachturm.

Das ist nicht die feine Art, wie man mit Nachbarn umgeht". Auch der Bürgermeister von Klaffer, Johann Jungbauer (SP) kritisiert den spärlichen Informationsfluss: "Jeder, der eine kleine Hütte plant, muss diese genehmigen lassen. Wir haben bis Dato als Standortgemeinde keine offizielle Information erhalten", sagte er zu den Austro Control-Vertretern.

OÖN-Infoveranstaltungen

Heinz Sommerbauer versicherte noch am runden Tisch, zusammen mit Walter Höllhuber und den OÖNachrichten, Informationsveranstaltungen in Klaffer (Freitag, 20. Mai), sowie Tschechien und Bayern zu organisieren. Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider begrüßte zwar die Bereitschaft der Austro Control, die Bevölkerung im Dreiländereck zu informieren, plädierte allerdings trotzdem noch einmal für die Modernisierung der Feichtberg-Anlage.

= Wir werden zusammen mit dem Verein Schilift Schwarzenberg und den OÖNachrichten Infoveranstaltungen in allen drei Ländern organisieren }

HEINZ

SOMMERBAUER

Generalsekretär, Austro Control

= Die entscheidende Frage für das Stift ist, neben dem öffentlichen Interesse der zivilen Luftfahrt, ob es durch das Radar zu einer Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung kommt. }

JOHANNES

WOHLMACHER

Forstmeister, Stift Schlägl

= Wir sind um Zusammenhalt in der Region bemüht. Die Tschechen sehen die Anlage als überdimensionalen Wachturm. Das ist nicht die feine Art, wie man mit Nachbarn umgeht. }

WALTER HÖLLHUBER

Obmann vom Verein

"Schilift Schwarzenberg"

= Wir ersuchen, dass alle Planungen und Unterlagen offengelegt und von unabhängigen Radarexperten geprüft werden. }

JOSEF PÜHRINGER

Interessensgemeinschaft Böhmerwald

= Ich trete auf jeden Fall für die Modernisierung der Anlage auf dem Feichtberg ein. Wichtig ist, dass das Stift den Grund nicht voreilig verkauft oder verpachtet. }

ERICH HAIDER

Naturschutz- und Verkehrsreferent (SP)

= Die entscheidende Frage für das Stift ist, neben dem öffentlichen Interesse der zivilen Luftfahrt, ob es durch das Radar zu einer Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung kommt. }

JOHANNES

WOHLMACHER

Forstmeister, Stift Schlägl

= Jeder, der eine kleine Hütte plant, muss diese genehmigen lassen. Wir haben bis Dato als Standortgemeinde keine offizielle Information erhalten. }

JOHANN

JUNGBAUER

Bürgermeister, Klaffer/Hochficht (SP)

= Wir sind um Zusammenhalt in der Region bemüht. Die Tschechen sehen die Anlage als überdimensionalen Wachturm. Das ist nicht die feine Art, wie man mit Nachbarn umgeht. }

Fellhofer, Wohlmacher, Humer, Sommerbauer, Affenzeller, Haider, Eckl, Pühringer, Jungbauer und Höllhuber (v.l.) am runden Tisch der OÖ-Nachrichten Fotos: Volker Weihbold

· Höhe des geplanten Radarturms (mit Atenne): ca 45 Meter

· Höhe des Betriebsgebäudes: ca. fünf Meter

· Kuppeldurchmesser: ca. zehn Meter

· Bebaute Fläche: ca. 250 m2

· Sekundärradar: Zum Unterschied zu einem Primärradar, welches den Luftraum ständig nach Objekten abtastet, schickt das Sekundärradar ein Signal aus, welches von einem Transponder im Flugzeug beantwortet wird. Es ist also für militärische Zwecke völlig ungeeignet.


PNP, PASSAU-LAND vom 19.05.2005

Radar-Streit: Betreiber lenken ein

Bürger und Behörden aus der Region Passau können sich zu Hochficht-Anlage äußern


von Mario Born
Passau. Der Streit um den Bau einer Radar-Anlage nahe der Grenze durch die österreichische Flugsicherung „austro control“ geht in die nächste Runde. Nach heftigen Protesten im In- und Ausland wollen sich jetzt die Österreicher doch die Bedenken von Behörden und Bürger anhören.
Darum geht‘s: Das Projekt in Klaffer am Hochficht, nahe der bayerischen und tschechischen Grenze, sorgt seit Wochen für Aufregung. Man befürchtet ein Verschandeln der Landschaft und schädliche Strahlen. Der Baubeginn ist für Juli geplant, dennoch haben die Betreiber weder die Anwohner oder das Land Oberösterreich noch die Nachbarländer eingeweiht.
Landräte erfuhren aus der Zeitung von Projekt
Auf bayerischer Seite erfuhr man erst letzte Woche durch die PNP von dem Vorhaben (PNP-Bericht vom 13. Mai).
Das österreichische Verkehrsministerium hält die Anlage für „dringend notwendig“, wie Staatssekretär Helmut Kuckaka feststellt. Sie soll die Sicherheit für die Flugzeuge erhöhen, die den Linzer Flughafen ansteuern. Deswegen könne man auf „Befindlichkeiten der Nachbarländer“ keine Rücksicht nehmen, wie Johann Zemsky, Vorstandsdirektor bei „austro control“ gegenüber der PNP sagte.
„Wollen sehr wohl eingebunden werden“
In den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau ist man da anderer Meinung. Hier erwartet man sehr wohl, angehört und eingebunden zu werden. Denn das geplante Radar hat eine Reichweite von über 150 Kilometern. Vier Fünftel des betroffenen Gebietes liegen dabei auf bayrischer und tschechischer Seite. So folgte auf den Bericht in der PNP eine Anfrage der niederbayrischen Bezirksregierung. Auch andere Medien griffen das Thema auf.
Beim Anlagenbetreiber „austro control“ rudert man nun zurück. Auf Info-Veranstaltungen hört man sich die Sorgen der Bevölkerung an. „Zuerst wollen wir mal Oberösterreich abdecken“, sagt Peter Schmidt von „austro control“. Aber auch die grenznahen Gemeinden sind schon in den Dialog mit einbezogen.
Bei einer Diskussion gestern Abend in Hochficht war der Verein „Skilift Schwarzenberg“ vertreten. In ihm sind ebenso die unmittelbar betroffenen bayrischen Gemeinden organisiert.
So war auch der Neureichenauer Bürgermeister Walter Bermann mit dabei. „Wir haben den Anstoß zum Dialog gegeben. Nun sind auch die anderen gefordert“, sagt der Obmann des Skilift-Vereins, Walter Höllhuber. Er erwartet, dass sich jetzt auf der politischen Ebene etwas bewegt.
Da ist bereits etwas im Gange. Unter dem Druck der Medien hat das österreichische Verkehrsministerium reagiert. „Wir werden das Thema bei unseren Besuchen in München und Berlin Anfang Juni ansprechen“, verspricht Christian Dolezal vom Büro des Staatssekretärs. Eine weitere Einbindung der Region bleibt aber abzuwarten.
Bleibt es bei Baubeginn 1. Juli?
Und auch „austro control“ hat sich jetzt doch zu Info-Veranstaltungen in Bayern und Böhmen bereit erklärt. Diese werden wohl in Oberplan und Breitenberg stattfinden. Landrat Hanns Dorfner (Passau) und Alexander Muthmann (Freyung-Grafenau) verfolgen diese Entwicklung aufmerksam. „Wir nutzen jede Möglichkeit, an Informationen zu kommen“, sagt Muthmann.
Fraglich bleibt, ob überhaupt noch Einfluss auf die Errichtung der Radar-Station genommen werden kann. Ein Baubeginn Anfang Juli scheint aber in die Ferne gerückt zu sein, glaubt man beim unmittelbar betroffenen Skilift-Verein.


Rohrbacher Rundschau vom 19. Mai 2005


ooe.orf.at vom 20.5.2005

HOCHFICHT

Radaranlage sorgt für Unmut
Eine geplante 47 Meter hohe Radaranlage auf dem Gipfel des Hochfichts im Böhmerwald sorgt in der Region für immer größeren Unmut. Jetzt haben 14 Bürgermeister der Region eine Resolution gegen diese Anlage verfasst.


Ihre Bedenken gehen von geringerer Wertschöpfung in der Region über Einbußen für den Tourismus bis hin zu möglichen Gesundheitsschäden durch die Strahlung.

Die Resolution soll allen Ministerien, Landesbehörden und dem Betreiber der Anlage, der Austro Control, überreicht werden. Freitagabend findet im Gasthaus Rosentaler in Klaffer eine Informationsveranstaltung statt.

Dazu werden Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, ein Vertreter des Anlagenbetreibers Austro Control sowie Vertreter der Plattform gegen die Radaranlage erwartet. Beginn in Klaffer ist um 19.00 Uhr.


PNP (Landkr. Passau) vom Samstag, 21. Mai 2005
Radar-Streit: Betreiber lenken ein

Bürger und Behörden aus der Region Passau können sich zu Hochficht-Anlage äußern

von Mario Born.
Passau. Der Streit um den Bau einer Radar-Anlage nahe der Grenze durch die österreichische Flugsicherung »austro control« geht in die nächste Runde. Nach heftigen Protesten im In- und Ausland wollen sich jetzt die Österreicher doch die Bedenken von Behörden und Bürger anhören.
Darum geht‘s: Das Projekt in Klaffer am Hochficht, nahe der bayerischen und tschechischen Grenze, sorgt seit Wochen für Aufregung. Man befürchtet ein Verschandeln der Landschaft und schädliche Strahlen. Der Baubeginn ist für Juli geplant, dennoch haben die Betreiber weder die Anwohner oder das Land Oberösterreich noch die Nachbarländer eingeweiht.
Landräte erfuhren aus der Zeitung von Projekt
Auf bayerischer Seite erfuhr man erst letzte Woche durch die PNP von dem Vorhaben (PNP-Bericht vom 13. Mai).
Das österreichische Verkehrsministerium hält die Anlage für »dringend notwendig«, wie Staatssekretär Helmut Kuckaka feststellt. Sie soll die Sicherheit für die Flugzeuge erhöhen, die den Linzer Flughafen ansteuern. Deswegen könne man auf »Befindlichkeiten der Nachbarländer« keine Rücksicht nehmen, wie Johann Zemsky, Vorstandsdirektor bei »austro control« gegenüber der PNP sagte.
»Wollen sehr wohl eingebunden werden«
In den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau ist man da anderer Meinung. Hier erwartet man sehr wohl, angehört und eingebunden zu werden. Denn das geplante Radar hat eine Reichweite von über 150 Kilometern. Vier Fünftel des betroffenen Gebietes liegen dabei auf bayrischer und tschechischer Seite. So folgte auf den Bericht in der PNP eine Anfrage der niederbayrischen Bezirksregierung. Auch andere Medien griffen das Thema auf.
Beim Anlagenbetreiber »austro control« rudert man nun zurück. Auf Info-Veranstaltungen hört man sich die Sorgen der Bevölkerung an. »Zuerst wollen wir mal Oberösterreich abdecken«, sagt Peter Schmidt von »austro control«. Aber auch die grenznahen Gemeinden sind schon in den Dialog mit einbezogen.
Bei einer Diskussion gestern Abend in Hochficht war der Verein »Skilift Schwarzenberg« vertreten. In ihm sind ebenso die unmittelbar betroffenen bayrischen Gemeinden organisiert.
So war auch der Neureichenauer Bürgermeister Walter Bermann mit dabei. »Wir haben den Anstoß zum Dialog gegeben. Nun sind auch die anderen gefordert«, sagt der Obmann des Skilift-Vereins, Walter Höllhuber. Er erwartet, dass sich jetzt auf der politischen Ebene etwas bewegt.
Da ist bereits etwas im Gange. Unter dem Druck der Medien hat das österreichische Verkehrsministerium reagiert. »Wir werden das Thema bei unseren Besuchen in München und Berlin Anfang Juni ansprechen«, verspricht Christian Dolezal vom Büro des Staatssekretärs. Eine weitere Einbindung der Region bleibt aber abzuwarten.
Bleibt es bei
Baubeginn 1. Juli?
Und auch »austro control« hat sich jetzt doch zu Info-Veranstaltungen in Bayern und Böhmen bereit erklärt. Diese werden wohl in Oberplan und Breitenberg stattfinden. Landrat Hanns Dorfner (Passau) und Alexander Muthmann (Freyung-Grafenau) verfolgen diese Entwicklung aufmerksam. »Wir nutzen jede Möglichkeit, an Informationen zu kommen«, sagt Muthmann.
Fraglich bleibt, ob überhaupt noch Einfluss auf die Errichtung der Radar-Station genommen werden kann. Ein Baubeginn Anfang Juli scheint aber in die Ferne gerückt zu sein, glaubt man beim unmittelbar betroffenen Skilift-Verein.


Sonntagsrundschau vom 22. Mai 2005


OÖN vom 23.05.2005 - Seite 020
Der Hochficht scheint als Radar-Standort gestorben

KLAFFER/Hochficht. Zu einem Debakel für das HochfichtRadarprojekt entwickelte sich Freitagabend die Info-Veranstaltung der Austro Control (AC). War vor der Veranstaltung der Baubeginn noch für Juni geplant, so ist jetzt der Standort Hochficht mehr als fraglich.

VON THOMAS FELLHOFER

Massiver Widerstand schlug den drei Vertretern der Austro Control in Klaffer entgegen. Mit dieser gut informierten Gegnerschaft hat die AC offensichtlich nicht gerechnet. Sie war nicht in der Lage irgendwelche Bedenken der Bevölkerung zu zerstreuen oder konkrete Fragen zu beantworten.

"Mit diesen dünnen Informationen wird es Ihnen nicht gelingen, irgendeinen Befürworter des Projektes im Bezirk zu finden", versicherte Reinhold Mitterlehner (VP) den AC-Vertretern. "Wir können die Anlage nicht gegen den Willen der Bevölkerung durchziehen", sagte Christian Scheiflinger, Projektleiter des geplanten Hochficht-Radars. Dieser Meinung schloss sich der Forstmeister des Stiftes Schlägl (Grundeigentümer), Johannes Wohlmacher an: "Wir werden die Anlage nicht gegen den Willen der Bevölkerung zulassen. Es gibt bis jetzt keine unterschriebenen Verträge", versicherte er der aufgebrachten Menge. Für die Vertreter der Politik, Reinhold Mitterlehner und Johann Kraml (SP) - die Grünen glänzten durch Abwesenheit - ein verbindliches Versprechen, den Grund auf keinen Fall zu verkaufen oder zu verpachten. "Das ist nun nicht mehr Sache des Bezirkes, sondern wir werden auch die Landespolitik informieren", versprachen Mitterlehner und Kraml.

Unterstützung vom Land

Die Unterstützung ist ihnen sicher, denn SP-Chef Erich Haider forderte schon eine Woche zuvor bei einer OÖN-Diskussionsrunde den Ausbau und die Erneuerung der bestehenden Anlage auf dem Feichtberg im Innviertel.

Gespannt warten nun alle Beteiligten, ob sich das Stift Schlägl nun offiziell gegen das Hochficht-Radar positioniert und ob die Austro Control den Antrag auf Bauverhandlung freiwillig zurückzieht.

Protest der JG-Klaffer gegen die Radarkugel Foto: Fellhofer

Hochfichtradar gefallen (AC)


23. Mai 2005, 19:38

OÖ: Bierboykott wegen Radaranlage
Kein Aus für AustroControl-Projekt am Hochficht

Klaffer - Alles andere als vom Tisch ist das geplante Bauprojekt der AustroControl für eine rund 54 Meter hohe Radaranlage am Hochficht im Böhmerwald im Mühlviertel. Nach einer Bürgerversammlungen am vergangenen Freitag in der Gemeinde Klaffer feierten Anrainer noch den vermeintlichen Erfolg ihrer massiven Proteste gegen die Radarstation im "Natura 2000"-Gebiet. "Die Anlage wird zu 99 Prozent nicht gebaut", zeigte sich der Sprecher der Bürgerinitiative, Josef Pühringer, am Montag siegessicher.

"Von wegen vom Tisch, das Vorhaben ist gerade erst auf den selbigen gekommen", dementiert der stellvertretende Leiter der obersten Luftfahrtsbehörde im Verkehrsministerium, Rolf Neidhardt, auf STANDARD-Anfrage das Platzen des Projekts. Die AustroControl habe vergangenen Mittwoch einen Antrag für das Radarprojekt eingereicht. "Die Unterlagen waren aber unbrauchbar, da relevante Details fehlten", so Neidhardt.

Infos nachreichen

Man habe daher die AustroControl aufgefordert, die entsprechenden Informationen nachzureichen. Vonseiten der AustroControl wollte man diesbezüglich "keine Stellungnahme" abgeben. Kritik wurde auch am "Nahverhältnis" des Verkehrsministerium zur hundertprozentigen Tochter AustroControl laut. "Da kann man nicht mehr von einem fairen Genehmigungsverfahren sprechen. Das ganze Projekt stinkt einfach zum Himmel", kritisiert Bürgersprecher Pühringer.

Ins Kreuzfeuer der Kritik ist auch das Prämonstratenser Chorherrenstift Aigen-Schlägl als Grundeigentümer der radarfreundlichen Liegenschaften geraten. Im Raum steht eine mögliche Verpachtung der Stiftsgründe an die AustroControl.

"Gegen Drohungen"

Grund genug, dass Anrainer jetzt mit einem Boykott des selbst gebrauten "Schlägl-Biers" drohen, sollte das Stift tatsächlich den Vertrag unterzeichnen. "Ich verstehe die Ängste, bin aber gegen solche Drohungen. Wir verpachten die Gründe nur bei entsprechender Bürgereinbindung und einem Gesundheitsgutachten", so Abt Martin Fellhofer zum STANDARD. Gerüchte, dass dem Stift bei einer Verpachtung eine Starkstromleitung und eine neue Zufahrtsstraße "winken", dementierte der Abt.

Markus Rohrhofer, DER STANDARD – Printausgabe, 24.05.2005)


PNP, PASSAU-LAND vom 24.05.2005

Nach Protesten: Bau der Radar-Station nun fraglich

Massiver Widerstand auf Info-Abend gegen Anlage nahe der Grenze

von Mario Born
Passau. Der Bau der Radar-Station auf dem Hochficht, nahe der bayerischen und tschechischen Grenze (PNP berichtete), ist fraglich geworden. Den Betreibern, der österreichischen Flugsicherung „austro control“, schlug auf der ersten Info-Veranstaltung massiver Widerstand entgegen. Beteiligte sprachen sogar von einem Debakel.
„austro control“ stellte sich am Freitagabend in Klaffer am Hochficht dem Verbund aus bayrischen, tschechischen und österreichischen Gemeinden (Verein „Skilift Schwarzenberg“). Die drei Vertreter des Unternehmens wollten zeigen, wie nötig das geplante Radar ist. Mit ihm soll die Sicherheit für Flugzeuge erhöht werden, die im Landeanflug auf Linz sind. Mit der alten Anlage im Sauwald, die ersetzt werden soll, könne man die Maschinen nicht mehr erfassen, sobald sie unter 300 Metern sind.
Doch die Bedenken der Gegner konnte man nicht zerstreuen. Die Menschen in der Region haben Angst vor der Strahlung. Außerdem fürchten sie das Verschandeln der Natur durch den 45 Meter hohen Radarturm mit einer Kuppel von rund zehn Metern Durchmesser. Und schließlich machte man an diesem Abend dem Ärger über das Vorgehen von „austro control“ Luft. „Wir sind erst draufgekommen, dass etwas gebaut wird, als die Bagger schon fuhren“, beschwert sich Josef Pühringer von der Interessensgemeinschaft Böhmerwald.
Region erfuhr von Plänen durch die PNP
Auch die Bayern und Tschechen fühlen sich übergangen. Das Verhalten des Unternehmens hatte hier im Vorfeld für Aufregung gesorgt. Denn obwohl der Baubeginn bereits für Juni angesetzt ist, hatte man die Nachbarländer nicht über die Planungen informiert. In der Region erfuhr man erst durch Anfrage der PNP von dem Projekt. Dieses Vorgehen sei „nicht gerade die feine Art“, meinte Karl-Heinz Paulus vom Landratsamt Freyung-Grafenau. Auch die niederbayerische Regierung hat sich jetzt eingeschaltet.
Das Unternehmen ruderte nun am Freitagabend zurück. „Wir können die Anlage nicht gegen den Willen der Bevölkerung durchziehen“, sagte Christian Scheiflinger, Projektleiter des geplanten Hochficht-Radars.
Alles liegt nun am Verhalten der Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Bau geplant ist. Noch sind keine Verträge unterschrieben. Und auch das Verfahren zur Baubewilligug bei der Wiener Zivilluftfahrtbehörde liegt noch auf Eis. Die Art und Weise der eingereichten Unterlagen ist noch nicht zufriedenstellend, heißt es aus dem österreichischen Verkehrsministerium.


OÖN vom 24.5.2005

OÖN Zitat
„ So einfach lässt sich die Raumordnung nicht übergehen, wie man das in Wien gerne hätte.“
Karl Wögerbauer
Baurechtsabteilung, Land OÖ

Kein klares Nein zu Radaranlage: Stift will erst rechtliche Lage klären
HOCHFICHT. Die Diskussionen um das geplante Hochficht-Radar reißen nicht ab. Die Öffentlichkeit verlangt vom Stift Schlägl (Grundeigentümer) ein klares Nein. Abt Felhofer will erst die rechtliche Lage prüfen.

Es gibt kaum noch einen Radar-Befürworter im Bezirk Rohrbach. Neben den organisierten Gegnern der IG Böhmerwald haben sich auch VP und SP gegen die Kugel positioniert. Klar positioniert hat sich das Stift Schlägl jedoch noch nicht: "Wir werden jetzt einmal prüfen, ob wir die Anlage überhaupt verhindern könnten oder nicht", sagt Abt Martin Felhofer auf OÖN-Anfrage. Sollte sich herausstellen, dass das Stift tatsächlich eine Handhabe gegen die Radaranlage habe, wolle Felhofer "darüber beraten". Es gebe jedenfalls noch keine Unterschrift der Chorherren, versicherte er. Karl Wögerbauer vom Land Oberösterreich glaubt, dass die Schlägler allenfalls auch enteignet werden könnten. Er rät aber der Austro Control zur Vorsicht: "So einfach lässt sich die Raumordnung der Länder nicht übergehen, wie man das in Wien gerne hätte. Es muss eine ,fixierte Planung des Bundes', also eine Verordnung, die den Standort Hochficht vorschreibt, geben, um die Gemeinde in erster Instanz auszuschalten", erklärt der Rechtsexperte. Gibt es eine solche Verordnung nicht, läge es an der Gemeinde Klaffer, den Bau durch entsprechende Widmung zu blockieren. Man könne sich auch gegen Enteignungen wehren, sagte er.


ooe.orf.at vom 24.5.2005

Widerstand

Keine Radaranlage auf Hochficht

Die geplante Radaranlage auf dem Gipfel des Hochficht wird nicht gebaut. Das hat der Betreiber Austro Control am Montagabend bestätigt.
Dienstag, 24.05.05

Resolution von 14 Bürgermeistern
Der breite Widerstand der Bevölkerung, eine Resolution unterzeichnet von 14 Bürgermeistern aus der Region und heftige Kritik aus der Landespolitik haben Austro Control zum Einlenken veranlasst. Der laut letzten Unterlagen 50 Meter hohe Radarturm wird nicht gebaut, sagt Austro Control Sprecher Heinz Sommerbauer.

Keine Enteignung
"Wir suchen Konsenslösungen und sehen keine Möglichkeit das Grundstück ohne Enteignung zu bekommen. Enteignen ist für uns keine Option, das machen wir nicht."

Zu wenig Information
Vor allem die sehr dürftige Information gegenüber der Bevölkerung und den Behörden in der Region hat für großen Unmut gesorgt. In diesme Punkt gesteht man bei Austro Control Fehler ein.

Heinz Sommerbauer:
"Es ist völlig klar, dass die Informationspolitik besser hätte laufen können. Auf der anderen Seite hat es eine Reihe von Vorbesprechungen gegeben."

"Nach weiteren Lösungen suchen"
Jetzt wird nach Alternativen gesucht. Wahrscheinlich wird die bestehende Anlage am Feichtberg im Sauwald modernisiert.

"Der optimale Standort wäre der Hochficht gewesen. Nachdem das nicht realistisch ist, muss man sich auch mit anderen Lösungen beschäftigen und diese auch realisieren. Eine sehr nahe liegende ist natürlich der Ausbau des Feichtbergs." so Sommerbauer.


Der Standard vom 25.5.2005

Umwelt/Naturschutz/Verkehr/Luftfahrt/Oberösterreich

Aus für geplante Radarstation am Hochficht in Oberösterreich

Austro Control sieht in absehbarer Zeit keine Chance Grundstück für
den Bau zu bekommen

Linz (APA) - Das Aus für die geplante Radaranlage zur
Flugverkehrskontrolle auf dem Hochficht im Bezirk Rohrbach in
Oberösterreich bestätigte der Sprecher von Austro Control Heinz
Sommerbauer gegenüber der APA am Dienstag nach einem Bericht von
ORF-Radio Oberösterreich. In der Region war der Widerstand aus
Umwelt- und Naturschutzgründen zuletzt sehr groß geworden.

Die Pläne für die neue Station am 1.338 Meter hohen Hochficht im
Mühlviertel hatten bereits Mitte April für Aufregung gesorgt:
Naturschützer befürchteten in dem 35 Meter hohen Turm einen
"Monsterbau" in einem "sensiblen Ökowaldsystem", außerdem eine
erhöhte Strahlenbelastung sowie mehr Flugverkehr. Die Austro Control
hielt dem entgegen, dass die Strahlung nicht auf den Boden sondern in
die Luft gerichtet sei, eine Zunahme des Flugverkehrs über der
Station sei nicht zu erwarten. Alle Bedenken bezüglich Naturschutz
würden berücksichtigt. Die geplante Anlage sollte die veraltete und
nicht optimal platzierte Station Feichtberg im Bezirk Schärding
ersetzen. Ende Juni sollte eine Bauverhandlung durchgeführt werden.
Der Baubeginn wäre noch heuer geplant gewesen, die Inbetriebnahme im
Herbst 2006.

Der Widerstand gegen das Projekt wurde zuletzt immer stärker. Die
politischen Parteien, Tourismusvertreter, Ärzte, Biologen und die
Bevölkerung formierten sich. 14 Bürgermeister aus der Region
unterschrieben eine Resolution gegen die Anlage. Dazu signalisierte
das Stift Schlägl als Grundeigentümer des geplanten Standortes, man
werde die Radarstation nicht gegen den Willen der Bevölkerung
zulassen. Eine Enteignung des Grundeigentümers wäre jedoch in diesem
Fall möglich.

Austro Control-Sprecher Sommerbauer bestätigte nun gegenüber der
APA, das "indirekte" Aus für das Vorhaben: "Wenn wir das Grundstück
nicht bekommen, können wir nicht bauen. Und eine Enteignung ist für
uns keine Option." Da das Vorhaben nun in absehbarer Zeit nicht zu
verwirklichen sei, müsse eine "zweitbeste Lösung" geplant werden.
Dabei sei die Modernisierung der Anlage am Feichtberg realistisch.


www.resi.at vom 24.5.2005

Keine Radarstation am Hochficht

Die geplante Radaranlage (Flugverkehrskontrolle) auf dem Gipfel des Hochfichts wird nun doch nicht gebaut (24.5.2005)

HOCHFICHT: Die geplante 50 Meter hohe Radaranlage zur Flugverkehrskontrolle auf dem Gipfel des Hochfichts im Mühlviertel wird nicht gebaut. Das hat der Betreiber Austro Control am Montagabend bestätigt. Der breite Widerstand der Bevölkerung, eine Resolution unterzeichnet von 14 Bürgermeistern aus der Region und heftige Kritik aus der Landespolitik haben die Austro Control zum Einlenken veranlasst. Die Bedenken der Kritiker gingen von geringerer Wertschöpfung in der Region, über Einbußen für den Tourismus bis hin zu möglichen Gesundheitsschäden durch die Strahlung.

Die Radaranlage am Hochficht ist also vom Tisch. Eine Region hat sich durchgesetzt, und das obwohl das Gesetz an sich keine Einspruchsmöglichkeiten für Grundeigentümer, Behörden oder Bevölkerung gegen so eine Anlage vorsieht.


OÖN vom 25.05.2005

Mühlviertel

OÖN Zitat
„Ich danke von ganzem Herzen für das Engagement um den Böhmerwald.“
Thomas Engleder
IG-Böhmerwald

Aufatmen im Bezirk: Radar kommt nicht
MÜHLVIERTEL. Die Austro Control verfolgt die Pläne, auf dem Hochficht eine Radaranlage zu errichten, nicht mehr weiter (Bericht auf Seite 30). Die Freude im Bezirk Rohrbach ist groß.

"Das geschlossene Auftreten der gesamten Region war die Grundlage für das Scheitern des Hochficht-Radars. Für diese Anlage gab es weder einen schlüssig nachgewiesenen Bedarf noch eine definitive Zustimmung des Grundeigentümers Stift Schlägl, schon gar nicht die Zustimmung der Bevölkerung", freut sich Mitterlehner über die Entscheidung der AC. In das selbe Horn stößt der Rohrbacher SP-Chef Johann Kraml, ein Gegner der ersten Stunde: "Ich bin froh, dass die massiven Proteste der Bürgerinnen und Bürger, der IG Böhmerwald und aller politischer Lager im Bezirk bei der Austro Control zu einem Umdenken geführt haben", sagt er auf OÖN-Anfrage. "Ich bin sehr froh, dass das entschlossene Auftreten der vielen engagierten Bürgerinnen und Bürger jetzt Erfolg gezeigt hat", freut sich auch die Landtagsabgeordnete der Grünen Ulrike Schwarz. Gemeinsam schreiben die Politiker den Wienern in das Stammbuch, dass "die Zeiten, wo man über eine Region einfach drüberfahren konnte, endgültig vorbei sind".

Groß ist die Freude auch bei der IG-Böhmerwald: "Ich danke von ganzem Herzen für das bewiesene Engagement und den Mut für den Böhmerwald und unsere Heimat einzutreten. Nur so wurde das Unmögliche möglich", sagt Thomas Engleder von der IG. Walter Höllhuber vom Schiliftverein Schwarzenberg ist überzeugt, dass das Radar-Aus "für das Zusammmenwachsen der Region im Dreiländereck gut ist".

OÖnachrichten vom 25.05.2005


OÖN vom 25.05.2005

Widerstand zu groß: Austro Control verzichtet auf Hochficht-Radar
MÜHLVIERTEL. Die Austro Control wird die Radarstation auf dem Gipfel des Hochfichts nicht errichten. Stattdessen scheint die Modernisierung der Anlage auf dem Feichtberg am wahrscheinlichsten.

Der Widerstand war hart wie Mühlviertler Granit: Dies musste die Austro Control in den vergangenen Tagen erfahren. Die Wiener zogen ihre Konsequenzen und verwarfen den Plan, auf dem höchsten Punkt des oberen Mühlviertels eine Radarstation zu errichten. "Wir werden in absehbarer Zeit das Grundstück auf dem Hochfichtgipfel nicht bekommen. Das dauert einfach zu lange", erklärte der Generalsekretär der Austro Control, Heinz Sommerbauer, im OÖN-Gespräch.

Geschlossener Widerstand

Der Widerstand in der Bevölkerung, eine Bürgermeisterresolution aus dem Bezirk Rohrbach und Druck von der Landespolitik brachten die Austro Control (AC) von ihrem Vorhaben ab. Die Gegner fürchteten vor allem Einbußen im Tourismus und gesundheitsschädliche Radar-Strahlen. Außerdem sei keine Wertschöpfung für die Region zu erwarten gewesen. Bei einer Info-Veranstaltung waren die AC-Vertreter nicht in der Lage, der Bevölkerung diese Ängste zu nehmen, was die Fronten zusätzlich verhärtete. Am Ende solidarisierten sich die Polit-Granden aller Couleur mit den Radargegnern der Interessensgemeinschaft Böhmerwald. Sommerbauer gesteht Fehler der Austro Control ein: "Wir haben in der Kommunikation mit der Mühlviertler Bevölkerung Fehler gemacht. Die Sache hat sich emotional aufgeschaukelt."

"Wir sind immer auf Konsens bedacht und sehen ein, dass wir das Grundstück vom Stift Schlägl nicht mehr bekommen. Über eine Enteignung haben wir nie nachgedacht, das ist nicht unsere Art", versichert Generalsekretär Sommerbauer.

Suche nach Ersatz

In nächster Zeit will die AC nach einer Ersatzlösung für den "optimalen Standort Hochficht" suchen. "Am wahrscheinlichsten ist, dass die Anlage auf dem Feichtberg im Bezirk Schärding ausgebaut wird", sagte Sommerbauer.

Dort nimmt man den Ausbau gelassen. Der Bürgermeister der Standortgemeinde Kopfing Otto Straßl: "Das ist uns auch recht, sollen sie unser Radar modernisieren. Das Stück ist mittlerweile eine Art Wahrzeichen."

OÖnachrichten vom 25.05.2005


Volksblatt vom 25.05.2005

Region setzt sich durch: Aus für Radarstation auf Hochficht

Wegen Widerstand der Bevölkerung und keiner Freigabe des Grundstückes
Ausbau der Radaranlage am Feichtberg

Von Barbara Strohmaier
KLAFFER Die Radaranlage zur Flugverkehrskontrolle auf dem Hochficht wird nicht errichtet. Das gab die Austro Control nun bekannt. Immer stärker war der Widerstand gegen das Projekt aus Umwelt- und Naturschutzgründen geworden, 14 Bürgermeister der Region unterschrieben eine Resolution gegen die Anlage. Zuletzt signalisierte das Stift Schlägl als Grundeigentümer des geplanten Standortes, man werde die Radarstation nicht gegen den Willen der Bevölkerung zulassen. Eine Enteignung wäre zwar möglich, „das ist für uns aber keine Option“, heißt es seitens der Austro Control. Nun werde die zweitbeste Lösung geplant, realistisch sei die Modernisierung der Anlage am Feichtberg. Radaranlage inmittendes Natura-2000-Gebietes Was wäre das für ein Signal gewesen, wenn es für den Bau einer Radaranlage all jene Genehmigungen nicht gebraucht hätte, um die jeder Grundstücksbesitzer ansuchen muss, meint Rohrbachs Bürgermeistersprecher Josef Moser. „Und das noch dazu in einem Natura2000-Gebiet, das außerdem enorme touristische Bedeutung für unsere Region hat.“ Manier nachFeudalherren-Mentalität Den Hauptgrund für die emotionale Gegnerschaft sieht NR-Abg. Reinhold Mitterlehner in der Informationspolitik des Projektbetreibers, „der nach Feudalherren-Mentalität bereits Bauausschreibungen vorgenommen hatte, ohne dass die notwendigen Genehmigungsverfahren abgeschlossen wurden“. Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka bestätigt, dass etwa im Ministerium bis dato keine vollständigen Unterlagen für das Projekt Hochficht eingegangen seien. Er begrüßt den Rückzug der Austro Control von diesem Projekt. „Es wäre sachlich vertretbar gewesen, aber Bevölkerung und Entscheidungsträger vor Ort sind zu spät eingebunden worden.“


PNP, PASSAU-LAND vom 25.05.2005

Aus für Radar-Station auf Hochficht

Österreichische Flugsicherung zieht Antrag zurück - Alte Station wird nun doch modernisiert


von Mario Born
Passau. Der Bau der Radaranlage auf dem Hochficht ist vom Tisch. Das Projekt der österreichischen Flugsicherung „austro control“ scheiterte am gemeinsamen Widerstand der bayrischen, tschechischen und oberösterreichischen Grenzregionen. Nun soll doch die alte Station im Sauwald/Innviertel modernisiert werden.
Seit Wochen tobte der Streit. Die Flugsicherung hatte mit den Planungen der Anlage begonnen, ohne die Anwohner des Bezirks Rohrbach noch die Nachbarländer zu informieren. Und das, obwohl vor allem tschechisches und bayerisches Gebiet von der Strahlung betroffen gewesen wäre. Der Baubeginn war für Juni festgesetzt. „N
icht gerade die feine Art“ mit Nachbarn umzugehen, bemerkte Karl-Heinz Paulus vom Landratsamt Freyung-Grafenau.
Massive Proteste waren die Folge. Die Landräte Hanns Dorfner (Passau) und Alexander Muthmann (Freyung-Grafenau), die erst durch die PNP vom Bauvorhaben erfuhren, schalteten die niederbayerische Regierung ein. 28 der grenznahen Gemeinden schlossen sich im „Verein Skilift Schwarzenberg“ länderübergreifend zusammen, um den Widerstand zu organisieren. „Die wollten einfach die Region überfahren“, fasst der Vereinsobmann Walter Höllhuber zusammen.
Man drängte auf die Modernisierung der alten bestehenden Anlage auf dem Feichtberg im Sauwald. Bisher hatte die österreichische Flugsicherung von hier aus den Flugverkehr geregelt. Doch diese sei veraltet und müsse dringend ersetzt werden, hieß es bei „austro control“. „Ein Neubau ist dort nicht möglich, da der Standort für die modernen Anforderungen nicht geeignet ist“, sagte Vorstandsvorsitzender Christoph Baubin. Besonders die Sicherheit für Flugzeuge, die den Linzer Flughafen anfliegen, sollte verbessert werden. Denn vom Feichtberg aus gäbe es keinen direkten Sichtkontakt zu den Flugzeugen unter 300 Metern mehr. Mit der neuen Anlage könnte man dagegen alles überblicken.
Die Gegner in den Grenzregionen sprachen dagegen von einem Eingriff in ein sensibles Wald-Ökosystem und Gefahren für die Gesundheit der Menschen. Die Tschechen fühlten sich zudem von dem „überdimensionalen Wachturm“ bedroht.
Auf Druck der Medien erklärte sich das Unternehmen schließlich bereit, sich auf Info-Abenden diesseits und jenseits der Grenze die Sorgen der Menschen anzuhören. Die erste dieser Veranstaltungen am Freitagabend geriet allerdings zum Debakel für „austro control“ (PNP berichtete). Die Eigentümer des Grundstücks auf dem Hochficht waren sich über den Verkauf an das Unternehmen nicht mehr sicher.
Nun ist „austro control“ umgeschwenkt. Der alte Standort ist plötzlich zur zweitbesten Lösung aufgestiegen. Von Sicherheitsmängeln ist keine Rede mehr. „Sieh an, plötzlich geht’s auch anders“, meinte dazu ein zufriedener Landrat Muthmann.
Auch die Menschen in der Region können sich freuen. Sie haben gezeigt, dass man gemeinsam über Ländergrenzen hinweg etwas bewegen kann. „Die Sache hat dazu beigetragen, dass ein vereintes Europa nicht nur in den Köpfen, sondern in den Herzen der Menschen wirkt“, sagt Walter Höllhuber.


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