Jahrgänge Beschreibungen

Weinlese 2008 

Die Weinstöcke färben die Blätter, der Weinberg leuchtet in allen Farben.  Die Weinlese ist abgeschlossen.

Der Ertrag des Grünen Veltliners ist bei uns stark vermindert. Unter den Bedingungen biologischer Bewirtschaftung hat der "Falsche Mehltau" zum  Ertragsaufall stark beigetragen. Die geringere Erntemenge ist jedoch von besonderer Qualität. Die Stilistik ist geprägt von Saftigkeit und Konzentration.

Der Rote Veltliner verspricht mit ausgeprägtem Schmelz ein Highlight des Jahrgangs zu werden. 

Die Rieslinge zeigen totale Kremstaler Stilistik: klarfruchtig, gerade Struktur, Feinheit im Ausdruck. Die Kremstal Reserven sind noch am Beginn der Gärung. Süßweine habe ich nicht angestrebt. 

Resumé: Eleganz statt Opulenz beim Jahrgang 2008
Totale Kremstaler Stilistik 

Weinlese 2007

Der milde Winter wurde seinem Namen kaum gerecht. Bis in den Mai gab es kaum Niederschläge, dafür Sonne im Übermaß. Der frühe Austrieb und Vorsprung in der Vegetation gipfelte in einer Rekord-Rebblüte noch vor dem 1. Juni: ein Zeitpunkt, der im Weinbaugebiet Kremstal bisher nur einmal registriert werden konnte. Doch am 19. Juni entlud sich über dem Kerngebiet ein heftiges Hagelunwetter, das großen Schaden anrichtete: beginnend vom Tal der Krems über Gneixendorf bis in das Gebiet südlich der Donau, besonders betroffen war die Kremser Lage Sandgrube. Die Lagen in der Ortschaft Gedersdorf waren glücklicherweise nicht betroffen. 

Bis Ende August drängte sich ein Vergleich mit dem Hitzejahr 2003 auf. Bis Anfang September herrschte ausgesprochene Trockenheit, die erst am 5. und 6. September durch ausgiebigen Regen beendet wurde: bis zu 100 Liter fielen auf einen Quadratmeter. Zu diesem Zeitpunkt waren die Beeren der Hauptsorte Grüner Veltliner bereits im Weichwerden. Vorteilhaft erwiesen sich die gut ausgereiften, festen Beerenschalen, die sich aufgrund der Trockenheit im Sommer entwickelt hatten. Der Riesling war zu diesem Zeitpunkt in der Reife noch weit weniger fortgeschritten, die Beeren daher auch nicht so dehnbar. So konnte gerade der Grüne Veltliner das plötzliche Angebot an Feuchtigkeit in mehr Menge umsetzen.

Bereits ab Anfang September – noch vor dem großen Regen – wurde im Kremstal mit der Traubenernte in den frühen Lagen begonnen, womit 2007 zu den sehr frühen Jahren zählt. Die Selektion im Weingarten war besonders wichtig, weniger wegen der ursprünglich befürchteten Fäulnis, sondern durch teils uneinheitliche Reife, besonders beim Grünen Veltliner. Die Herausforderung war dabei nicht so sehr das hohe Mostgewicht, sondern das optimale Gleichgewicht zwischen den Inhaltsstoffen und der physiologischen Reife der Beeren. 

Der bereits gefüllte Grüne Veltliner aus der Lage Weitgasse  zeigt sich besonders leicht, feingliedrig, mit klassische Frucht mit viel Duftcharme.  Die balancierte Säure bewirkt einen angenehmen Trinkfluss. Etwas kantiger präsentieren sich die Mitte Oktober geernteten Rieslinge. Für eine endgültige Einschätzung der später gelesenen Grünen Veltliner und Rieslinge ist es noch zu früh, sie sind noch nicht fertig vergoren. Der Rote Veltliner ist fertig vergoren. Er zeigt Schmelz und Fülle – wenn auch nicht so überbordend wie im Jahr vorher.

 

* Jahrgang 2006:

Der Jahrgang ist geprägt durch  "verrieseln"?

 

Ein Fachwort erlangt plötzlich wieder Aktualität. "Verrieseln", auch durchrieseln oder ausrieseln – das ist die Ursache für die diesjährige massiv verringerte Ernteaussicht beim Grünen Veltliner.

 

Das Verrieseln bezeichnet eine Störung der Befruchtung bei der Rebblütchen, hervorgerufen besonders durch Wetterextreme während der Blüte  - zu heiß: über 32 ˚C , zu kalt :unter 15 ˚C oder durch Regen. Im Ergebnis werden keine Traubenkerne ausgebildet (die Beeren bleiben stecknadelkopfgroß) oder sie fallen überhaupt ab. Verrieselte Trauben bringen geringen Ertrag bei hoher Zuckerkonzentration. Durch die gezielte Auspflanzung verrieselungsfester Rebstöcke dachte man, diese Erscheinung sei ein Phänomen der Vergangenheit.

 

Befruchtung? 

Die Weinrebe ist selbstbefruchtend. Sie ist daher nicht auf Insekten oder Wind für die Bestäubung angewiesen. Dafür müssen die (männlichen) Pollenkörner nur die paar Millimeter von den Antheren zur Narbe überwinden.  Die tatsächliche Befruchtung erfolgt erst druch das Auskeimen des Pollens und der Bildung eines Pollenschlauches. Hitze kann das das Ankeimen der Pollenkörner, Kälte das Wachsen des Pollenschlauches verhindern, Regen kann überhaupt die Pollenkörner abspülen. Heuer war die große Hitze während der (späten) Blüte die Ursache für das regional sehr starke Verrieseln beim Grünen Veltliner.

 

In den Sortenbeschreibungen findet man diese Eigenschaft unter der Bezeichnung "Blütefestigkeit". Bekannt für die mangelnde Blütefestigkeit sind Neuburger, Sauvignon, Roter Veltliner, früher auch Riesling. Das der Name des Riesling vom Verrieseln kommt, liest man immer wieder.

 

Samenlosigkeit

Sorten wie Sultana (Thompson Seedless) oder White Corinth sind trotz Befruchtung samenlos mit Beeren normaler Größe. Sie dienen als Tafeltrauben oder zur Erzeugung von Rosinen.

 

Am Gedersdorfer Berg

In unseren Veltlinerlagen sehe ich die Auswirkung des erfreulicherweise mäßigen Verrieselns positiv: die Trauben sind optimal aufgelockert und damit gut durchlüftet. Die Stoffbildung der Rebe kann sich auf weniger Beeren konzentrieren. Die neuesten Messungen zeigen beim Grünen Veltliner einen Reifevorsprung gegenüber 2005 von etwa einer Qualitätsstufe – trotz langem Winter und später Blüte!

Jahrgangseindruck 2002 Mantlerhof

JAHRGANG 2002  -  Der Start des Jahres war unspektakulär. Auf den milden, trockenen Winter folgte ein freundlicher,  ebenfalls trockener Frühling mit frühem Austrieb und früher Blüte.  Juni und Juli waren heiß.  Am 2. Juli gab es einen massiven Hagelschlag.  Die Weinstöcke waren teilweise total entblättert.  Nach 2-wöchigem Vegetationsstillstand entwickelten sich "Geiztriebe" aus den Blattachseln.

WASSER  - Anfang August erfolgte der dramatische Umschwung .  Sintflutartige Regenfälle ergossen sich binnen einer Woche und ließen die Flüsse schwellen....
Fotos Hochwasser Gedersdorf

Die feuchte Witterung zog sich die ganze Reife-  und Leseperiode hin. Es gab enormen Botrytisdruck und kaum eingetrocknete Beeren.  Oftmalige selektive Lesedurchgänge waren notwendig.

WEINWERDUNG   -   war eine große Herausforderung  -  für mich eine gelungene.

Die Weine haben guten Extrakt,  angenehme Säurewerte,  Frische und Frucht !

Der Jahrgang ist im Stil zwischen den Jahren 2000 und 2001 angesiedelt.
Besonders brillieren die Rieslinge aus WIELAND und STEINGRABEN und dieLeichteren Grünen Veltliner.  Chardonnay -Vordernberg der Leichte als  idealer Spargelwein.

 

 Bernulf Bruckner

Aus dem Verkostungsprotokoll:

Neuburger Hommage
Feine, mineralisch unterlegte Grünfrucht; ein wenig nach frischem Heu, Heublumen, grüne Nüsse; noch pubertär vom langen Hefekontakt, dennoch rund, mit wunderhübschen Anlagen.
Grüner Veltliner Weitgasse
Sehr pfeffrige Nase; am Gaumen volle Zitrusfrische; lebendig, spritzig, mit knackigem Säuregerüst.
Grüner Veltliner Lössterrassen
Dunklere Würzearomatik nach Kümmel, Anis und Nadelholz; angenehmes, zart harziges Bitterl; ein bisschen wie nasses Gras und Wiesenblüten; geschmeidig, cremig.
Grüner Veltliner Spiegel
Etwas versteckte Nase; pirscht sich am Gaumen mit einem süßen Pfefferl an und entfaltet sich mit delikaten Würzemotiven (Wacholder, feinstes Teeblatt); stimmig, fein balanciert, entwickelt viel Druck.
Chardonnay Erste Lage
Anregender Duft nach Süßmais, grünen Zitronen und Brioche; vorbildlich geschmeidiger Chardonnay von cremig-pikanter Konsistenz; ein burgundisches Versprechen für die Zukunft!
Riesling Zehetnerin
Offene Frucht; etwas Limetten und grüne Ananas; im Ausklang leicht herb, nach Brotrinde; schöner Riesling-Typus.
Riesling Tiefenthal
Präzise, klare Steinfrucht; herrlich schliffiger Fruchtbiss (Äpfel, Pfirsiche); beinahe asketisch anmutender Riesling mit Nerv und Rasse, von hoher Eleganz; etwas für Puristen!
Riesling Steingraben
Duft nach reifen gelben Pfirsichen; versprüht Charme und bleibt auch am Gaumen voller Saft und Fleisch (Ananas, Litschi & Co.); satter, kompletter Riesling mit Mineralik vom Terroir.
Riesling Wieland
Charmeur mit Tiefgang: schon in der Nase herrliche Fruchtexotik, verblüfft mit Druck und weit gestecktem Hintergrund; erfreulicher Dialog zwischen Fruchtsüße und Nuancenreichtum; absolut fein und lang.

 

1999:

Soweit jetzt absehbar ein starker Abgang für das Jahrzehnt. Hohe Qualität und Quantität.

1998:

Ein Jahr der Kontraste in der Witterung. Nach einem Bilderbuch-Sommer mit einem guten Vegetationsvorsprung gab es einen verregneten Herbst mit Stagnation in der Reifeentwicklung. Die Folge der ständigen Regefälle bis Mitte Oktober war die Entwicklung einer ausgedehnten Botrytis.

Die letzte Woche im Oktober rettete das Jahr! Eine Reihe von Tagen mit intensivem Föhn ließ die Botrytisbeeren schrumpfen und es wurden Weine möglich, die man mit Recht als "groß" bezeichnen kann.

1997:

Um die Jahreswende regional sehr tiefe Temperaturen bis - 30 Grad hatten immense Frostschäden zur Folge (bes. nördliches Weinviertel). Im Juli ausgedehnte NS mit Jahrhunderthochwässern. Die Weingartenböden schlucken das Wasser gut. Nachher sehr trocken bis zur Lese mit beginnenden Trockenschäden. Eine Woche Frost in der dritten Oktoberwoche bis - 7 Grad.

Die Weine haben fast den Charakter eines Hitzejahres. Sie sind harmonisch in der Säure (viel WS), geringer Extrakt, Opulent und gute Sortenfrucht. Mostgewichte stark abhängig vom Ertrag. Moste von 17 KMW aufwärts! Rotweinjahr!

1996:

Kalter Winter mit langer Schneebedeckung, später Austrieb, feuchtkühler Sommer, feuchtkühle Witterung auch bei der Lese, sehr hohe Säurewerte von durchwegs über 10 g/l, niedrige Mostgewichte und zusätzliche Botrytis erzeugen eine pessimistische Stimmung für den Jahrgang. Der frühe Blattfall beendet die Zuckerbildung. Die Möglichkeit für Aufzuckerung wurde hinaufgesetzt. Die gute Feuchte des Jahres bringt sehr hohe Extraktwerte, die die Säure gut puffern. Die (kleine) Spitze des Jahrganges hat außergewöhnliches Format. Es ist das Jahr der Veltlinerfrucht.

1995:

Milder Winter, feuchtes Frühjahr; die späte Blüte ließ ein schwaches Jahr erwarten. Durch den heißen Hochsommer wurde der Rückstand aufgeholt. Anfang September setzte eine feuchtwarme Wetterperiode ein, die bis weit in die Lese hinein andauerte. Durch das plötzliche Wasserangebot platzten viele der bereits weichen Beeren. In Verbindung mit der Feuchtigkeit war das eine ideale Basis für Botrytisbefall. Besonders in Rohrendorf-Gedersdorf gab es die massivste Botrytis aller Zeiten. Die Auslese der befallenen Trauben half wenig. Die Trockenperiode der zweiten Oktoberhälfte ermöglichte gewaltige Hochprädikate. Bei glücklicher Wahl der Lese der vermutlich größte Jahrgang mindestens des Jahrzehnt. 2,2 Mill hl Gesamtertrag.

1994:

Jahr mit früher Vegetation, guter Traubenansatz, heißer trockener Sommer, die Reifeentwicklung besonders bei Riesling stagnierte aufgrund der Trockenheit, trotz entsprechender Mostgewichte vermute ich eine physiologische Unreife bei normal gelesenem Riesling; unüblich, daß die Sorte Riesling stärker unter der Trockenheit litt als der Veltliner. Die Erntemenge von 2,6 Mill hl war sicher zu hoch und war die Ursache für die Extraktarmut vieler Weine.

1993:

Aufgrund warmer Witterung im Jänner beginnender Saftstrom in der Rebe. Ein Kälteeinbruch Anfang Februar starke Frostschäden im Seewinkel. Sehr frühe und schnelle Rebblüte. Der Vegetationsvorsprung war bis zur Lese aufrecht. Gute Mostgewichte bei guter Säure. Saftige Weine mit viel Sortenfrucht. Das beste Jahr der Trockenjahre 92 bis 94. Die Erntemenge war mit 1,8 Mill hl stark unterdurchschnittlich.

1992:

Milder Spätwinter, früher Austrieb, Mai trocken und warm, subtropisch heißer und trockener Sommer mit massiven Trockenschäden. Das Umbrechen der Begrünung wurde meist nicht rechtzeitig durchgeführt. Aufgrund der Hitze hohe Mostgewichte, aber sehr geringer Extrakt und Säure. Die Jungweine verkosten sich, als ob sie bereits ein Jahr alt wären - sie ändern sich aber auch wenig. Die Weine haben einen weichen, mehligen Charakter. Die Einschätzung des Jahrganges war anfangs euphorisch, dann enttäuscht.

1991:

Durch kühles Frühjahrs- und Frühsommerwetter Verzögerung bei Austrieb und Blüte. Kühler, regnerischer Sommer. Sonniger September und Oktober. Legendärer Nachtfrost mit - 4 Grad in der Nacht auf den Staatsfeiertag. Säurebetonte, fruchtige, schlanke Weine, die sich aber gut halten. Qualitativ einer der kleineren Jahrgänge des Jahrzehnts.

1990:

Früher Vegetationsbeginn, dann kühles Frühjahr Extrem heißer Hochsommer. Dann Niederschläge, die die physiologische Reife ermöglichten. Kein großer Jahrgang, aber schöne, ausgewogene Weine.

1989:

Früher Vegetationsbeginn. Sowohl Frühjahr als auch Sommer sind feucht und kühl. Kurz vor der Lese einige heiße Wochen, die das Mostgewicht stark steigen lassen. Es entstehen besonders leichte, duftige Weine mit schöner Säure und überdurchschnittlich viel Extrakt.

1988:

Milder Winter ohne Frostschäden. Früher Austrieb. Durch kühles Frühjahr kehrt sich der Vorsprung in einen Rückstand um. Eher später Blühbeginn Mitte Juni. Sehr heiße, trockene Vegetationsperiode folgt. Drei Wochen vor der Lese gibt es größeren Niederschlag, der besonders vom Grünen Veltliner in Menge umgesetzt wurde. Dadurch wirken die Weine etwas dünn. Beim Roten Veltliner und Chardonnay massive Botrytis, wodurch wuchtige Weine entstehen.

1987:

Gute Durchschnittsernte. Die Weine gefallen durch besondere Sortentypizität und feine, reife Säure.

1986:

Ernte 2,230 Mill hl. Die Winterfröste des Vorjahres zeigten noch deutlich ihre Wirkung und schon der Austrieb ließ eine mengenmäßig große Ernte nicht erwarten. Stark reduziert wurde die Ernte aber durch den schlechten Verlauf der Blüte (nasskaltes Wetter besonders während die guten Lagen blühten).

In der Folge war der Witterungsverlauf aber günstig. Ein besonders langer, warmer und trockener Herbst ließ die Trauben bei bester Gesundheit voll- und überreif werden (GV Ried Spiegel Auslese 22,5 KMW ! - letzte Ernte vor der Rodung). Die Weine habe ein schönes Säurefundament, ohne daß sie sauer schmecken. Auch trocken Weine schmecken extraktsüß. Alle Sorten bringen ihren Charakter ausgeprägt hervor. Einer der besten Jahrgänge.

1985:

Ernte 1,126 Mill hl, Winterfröste bis unter -25 Grad C führten zu schweren Schädigungen der Reben (besonders der Rote Veltliner war betroffen), daraus resultierte die geringste Erntemenge der letzten Jahrzehnte.

Ein warmer Sommer, genügend Niederschläge und ein schöner trockener Herbst schufen die Basis für hervorragende Qualitäten. Die Trauben waren kerngesund, hatten schon Anfang Oktober ihre physiologische Reife und ein günstiges Zucker-Säure-Verhältnis.

Der Anteil an Prädikatsweinen war sehr hoch. Die Weine sind duftig in der Nase, fruchtig und voll, mit einem ausgeprägtem Sortencharakter bei schöner Säure.

1984:

Ernte 2,518 Mill hl. Später Austrieb, kühler Sommer und Niederschlagsmangel während der Hauptentwicklung der Trauben. Katastrophenstimmung bis knapp vor der Lese. Diese setzt bedingt durch das schöne Herbstwetter sehr spät, allgemein erst nach dem 15. Oktober ein.

Überraschende Qualitäten aus gesundem Traubenmaterial. Zufriedenstellende Mostgewichte bei relativ hoher Säure wodurch die Reintönigkeit, Fruchtigkeit und Ausdrucksstärke der Weine sehr gefördert wurde.

1983:

Ernte 3,698 Mill hl. Hervorragender Jahrgang. Früher Austrieb. Eine heiße, aber trockene Vegetationsperiode lässt ein vollkommen gesundes Traubenmaterial mit hohem Reifegrad heranwachsen. 1983 wird wegen der hohen Mostgewichte zum Jahrhundertjahrgang hochgelobt. Die Alkoholausbeute ist außergewöhnlich hoch, der Extraktgehalt und die Säure besonders niedrig. Häufig Säureprobleme. Typisches Jahrgangsbouquet.

1982:

Mit 4,9 Mill hl die größte Weinernte, die je in Österreich eingebracht wurde. Starke Trockenheit im Herbst hemmt die volle Reifeentwicklung der Trauben. Saubere, duftige Weine mit gutem Sortencharakter und Würze, aber größtenteils geringem Extrakt. Die feine Fruchtsäure lässt längere Haltbarkeit erwarten.

1981:

Mengenmäßig mit 2,085 Mill hl geringer Jahrgang. Die Mostgewichte waren erfreulich hoch bei mäßigem Säuregehalt. Physiologisch hohe Reife. Das extrem feuchtwarme Wetter vor der Lese brachte massiven Botrytisbefall. Wer gute Nerven hatte und das Eintrocknen der Beeren abwartete erreichte Prädikatsweine mit ausgeprägtem Botrytischarakter.

1980:

Ernte 3,086 Mill hl. Anhaltend kühler Sommer mit frühem Wintereinbruch. Ein schlechtes Weinjahr. Ausgeprägte Frucht mit markiger Säure bei Veltliner und Riesling. Erstaunlich gute Haltbarkeit.

1979:

Ernte 2,773 Mill hl. Früher Austrieb und warmer Frühsommer, aber kühler Sommer. Die günstigen Regenfälle zur Reifebeginn der Trauben und ein ungewöhnlich warmer und langer Herbst haben ein Klima geschaffen, in welchem ein besonderer Jahrgang reifen konnte. Die physiologische Reife konnte überall erreicht und häufig überschritten werden. In allen Weinbaugebieten gab es Kabinett und Prädikatsweine. Die Stärke des Jahrganges liegt im Körperrreichtum , in der Vollmundigkeit und im geschmeidigen Abgang.

1978:

Ernte 3,366 Mill hl. Stark verzögerter Austrieb, ungewöhnlich lange Blütezeit, starker Behang, kühler trockener Sommer (das trockenste Jahr seit 1945), es folgt ein besonders schöner Herbst, der eine späte Lese bis in den November hinein ermöglicht, geerntet wurden niedrige bis mittlere Mostgewichte, es gab leichte, blumige, fruchtige Weine hohe besondere Artigkeit

1977:

Ernte 2,594 Mill hl. Spätfrost bringt erheblichen Schaden, die Erntemenge liegt weit unter dem Durchschnitt,  ausgezeichnetes Weinjahr, das mit 1979 wetteifert; von trockenem, warmem Herbstwetter geprägt (daher kaum Botrytis). Vollreife, betont fruchtige Weine aus gesundem Traubengut. Ausdrucksvoll Veltliner und Rieslinge, die in Spät- und Auslesen echte Größe erreichten.

1976:

Ernte 2,901 Mill hl, heißer Sommer aber naß-kalter Herbst mit rasch einsetzender Fäulnis zwingen zu verfrühter Lese, blumige, aber etwas herbe und kurze Weine - ausgenommen einige Spätlesen.

1974:

Ernte 1,664 Mill hl. eine kleine Ernte und kleine Weine, nach längerer Lagerung vereinzelt süffige Weine mit hoher Fruchtigkeit.

1973:

Ernte 2,404 Mill hl. Rebfläche 47.000 ha. Ausgezeichneter Jahrgang. In der zweiten Julihälfte zwar kalt und regnerisch, vom August bis weit in den September hinein herrschte ein Hitzewelle. Dann kam der ersehnte Regen und ein sonnenreicher Oktober.  

1972:

Ernte 2,596 Mill hl, ungünstige Sommerwitterung, Frühfrost vernichtet das Laub und erzwingt die Ernte Mitte Oktober; sehr große Ernte von mittlerer bis kleiner Qualität. Die Weine waren duftig, voll aromatisch, körperreich mit ausgewogener Säure. Gute Spätleseweine, wo der Niederschlag rechtzeitig kam.

1971:

Ernte 1,812 Mill hl, aus ca. 47.000 ha Rebfläche ein schwieriger Jahrgang wegen Trockenheit, es gab eine kleine Menge.

1970:

Ernte 3,096 Mill hl, übergroße Ernte, bei später Lese bedanke sich der Jahrgang mit fruchtigen, spritzigen, feinsäuerlichen Weinen von guter Haltbarkeit, sonst nur kleine Weine

1969:

Ernte 2,265 Mill hl, abwechselnd Feuchtigkeit und Hitze das ganze Jahr über. Letztendlich viel Botrytis. Großer Jahrgang bei großer Ernte, Jahrhundertwein mit Reminiszenzen an 1947, Weine mit feiner Reife, Spät- und Ausleseweine mit besonderem Aroma und geschmeidiger Eleganz

1968:

Ernte 2,477 Mill hl, gute Ernte aus einem trockenen Jahr, aromatische Weine mit betonter Säurestruktur, ein Rieslingjahr besonders in der Wachau und in Krems

1967:

Ernte 2,594 Mill hl, sehr große Ernte, fruchtige, leichte Weine von mittlerer bis guter Qualität

1966:

Ernte 1,454 Mill hl, Trauben mit großem Edelfäuleanteil, schöne haltbare Weine, die meist durch einen Botrytiston ausgezeichnet sind, ein besonderes Rieslingjahr

1965: 

Ernte 1,387 Mill hl, später Austrieb, naßkalter Sommer und Frühfröste, außergewöhnlich kleine, unreife, säuerliche Weine; der schwächste Jahrgang überhaupt bei kleiner Menge. 

1964:

Ernte 2,840 Mill hl, sehr große Menge, sogar Wasserreservoirs gefüllt, aromatische und bukettreiche Weine, die bis dato größte Weinmenge

1963:

Ernte 1,826 Mill hl, extrem schneereicher Winter, heißer, trockener Sommer, dann Niederschlag, der Botrytis wachsen läßt; Anfang Oktober wieder trocken; großer Jahrgang, Spitzenweine - besonders Rieslinge von besonderer Reife, Rasse und Eleganz 

1962:

Ernte 1,007 Mill hl, fast schneeloser Winter, früher Austrieb, ausgerieselt, trotzdem unterdurchschnittlicher, mittel-qualitativer Jahrgang

1961:

Ernte 1,328 Mill hl, starke Verrieselung der Blüte, ein ausgesprochenes Trockenjahr mit einem sehr heißen Sommer, kleine bis mittlere Ernte mit ausgezeichneten rassigen Weinen.

1960: unterdurchschnittliche Qualitäten

1959: großer Jahrgang über alle Sorten