Nichts neues im Westen?

... oder was tut mann wenn der MG Drivers Club ruft, um kreuz und quer durch Tirol zu fahren


Der folgende Artikel stammt aus der Zeitschrift "Austro Classic" und wurde vom Clubmitglied Markus Czeland geschrieben.

 

Hallo, ich bin GHN3L-98489, ein kleiner roter MG B aus Wien. Ich erzähle euch an dieser Stelle was meinem, und vielleicht auch euren Besitzern so einfällt, und was wir armen Autos dann ausbaden müssen.

Jetzt spinnt er ganz! Ein Wochenende mit Gleichgesinnten ist OK, haben wir bereits öfters gemacht, und war immer wieder nett. Aber für sowas 570 km nach Tirol zu fahren, um dort 4  Tage herum zu "gurken", das ist doch ein wenig übertrieben. Oder nicht? Als ob es rund um Wien keine Veranstaltungen geben würde.

Doch im Nachhinein betrachtet muß ich zugeben, es war doch etwas Besonderes. Wunderschöne Bergstraßen, die einen 1800er und dessen Piloten sehr erfreuen können. Somit wurde der MG Drivers Club Österreich seinem Namen gerecht, denn was geboten wurde, entspricht den Vorstellungen, welche man an einen MG Drivers Club stellt. Eine Streckenführung, die wohlklingende Fahrtstrecken, wie über den Haiminger Berg, Mieminger Plateau und übers Hahntennjoch sowie durchs Kühtai und Sellraintal beinhaltet haben. Als ob die vom Veranstalter geplante Fahrtstreckenlänge nicht genug gewesen wäre, verfahren sich mein Pilot und Co-Pilotin an einem Tag um knappe 70 km und geraten so auf die wunderschöne Silvretta Hochalpenstraße. Während die anderen Teilnehmer beim Mittagessen sitzen, muß ich die Sache wieder ausbaden. Mit erhöhtem Tempo geht’s nach einem kurzen Telefonat mit dem Rennleiter zurück zum Feld. Im Kühtai, auf der Alm angekommen, laß ich aus Protest, wegen der diesmal doch übertriebenen Gangart, meine Bremsbacken rauchen. Mein Besitzer soll sich mal überlegen, wie man mit einer 31 Jahre alten Dame umgeht!

Die restliche Zeit hatte uns Mario Marxgut (seineszeichen Rennleiter) stets im Auge behalten. Er wollte uns nicht nochmals verlieren, und so ging es im flotten Konvoi u.a. auch nach Deutschland, wo die Königsschlösser und eine Ruderpartie auf dem Programm standen. Für uns Fahrzeuge eine verdiente Ruhepause, vor historischen Gemäuern von Passanten bewundert zu werden. Unsere Besitzer und Piloten konnten zwischenzeitlich auf dem See beim Rudern "Man-Power" zeigen.

Was ich so beurteilen kann, hatten die Fahrer, und auch die Beifahrer(innen) viel Spaß bei den von Claudia Schulte zusammengestellten kniffligen Sonderprüfungen. Besonders beliebt war der "Wühlsack" mit allerlei Fahrzeugteilen, die ertastet werden mußten. Für mich war es relativ einfach, das geforderte M auf einem asphaltierten Parkplatz zu fahren. Doch die Geschichte mit den Steinen, ob die notwendig war? Da bekamen die Team’s den Auftrag, einen 1 kg schweren Stein ins Hotel zu bringen. Und was tun Rallye-Profis? Die wissen nichts Besseres zu tun, als uns die Kofferräume mit Steinen anzufüllen, um diese dann im Hotel auf einer Küchenwaage auszusortieren. Daß dann noch ein wenig gefeilt und gemeißelt wurde, um das richtige Gewicht von 1 kg zu erlangen, muß ich nicht extra erwähnen. Wer 1 kg Gewichte sucht, in Imst gibt’s jetzt einen großen Haufen davon.

In diesem Sinne ging ein wunderschönes Wochenende zu ende. Ich absolvierte in 4 Tagen zwar 1.900 km, aber ich getraue mich fast zu wetten, daß mich mein Besitzer im Herbst noch an den 650 km von Wien entfernten Bodensee hetzt, wenn der MG Drivers Club Österreich zur nächsten Veranstaltung, der 1. Int. Bodenseerallye", ruft.

Bis bald euer GHN3L-98489,

und viele Grüße nach Vorarlberg zu den MG A’s, TF’s und TC’s, Haelly’s und Benzen denn wir kommen wieder.