. . . Eine Augenweide, die durch Funkensprung entsteht:

bei genauerer betrachtung
steigt der bilder qualität

langes hinsehn erst
ermöglicht funkensprung

heißt es in einem von Holzapfels kurzen programmatischen Texten.
Das bedeutet nicht, dass man nicht ab dem ersten Augen-Blick in seine Acryl- und Ölbilder „eintauchen“ könnte, aber je länger und genauer man sieh aus nah und fern betrachtet, umso intensiver wird das sinnliche Erlebnis. Das gilt für die kleinen Formate, aber erst recht für die großen. An diesen wie jenen arbeitet Max Holzapfel zu Hause in St. Roman oder in seinem Atelier in Münzkirchen paralell. Meist sind es Dutzende Bilder nebeneinander, die er immer wieder bearbeitet und übermalt. Die menschenleere Landschaft ist dabei eines seiner wichtigsten Motive. Sie besteht für ihn vor allem aus Himmel und Erde bzw. aus oben und unten. Ihre Schönheit bricht er immer wieder, etwa durch geometrische Figuren oder große Farbflecken.

. . . Holzapfels künstlerische Konsequenz ist erstaunlich. Es gibt kaum einen Moment, in dem der 1957 in Schärding geborene Maler, der sich die bildende Kunst autodidaktisch erschlossen hat, nicht an seinem Werk arbeitet. Ob direkt am Papier oder eben geistig, etwa beim Spazieren in der herrlichen Sauwaldlandschaft. Diese volle Konzentration auf das Malen sieht Holzapfel letztlich als großes Glück. So schreibt er:

nicht ob der hohen qualität staun ich
was ist schon qualität

bin dankbar nur für diesen reichtum
der noch im kleinsten bild enthalten ist

und lass mich demutsvoll erinnern
dass alles kommt und geht

auch wir

Manche bleiben doch. Etwa die Alten Meister. Rubens, Van Dyck, Tizian, Velasquez und Co. haben es Holzapfel besonders angetan: Für ihn sind sie bis heute in ihrer Meisterschaft unerreicht.


Matthias Part
im OÖ Kulturbericht 8/2001